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  3. Tia, du wirst dich wundern (oder vielleicht auch nicht), aber BATMAN FOREVER ist mein zweitliebster Batman nach Burtons BATMAN RETURNS. Aber das ist halt auch eine cinephile Position: sie schätzt Schumacher als queeren Postmodernisten, der der Reihe schrille, manchmal gar homoerotische, auf jeden Fall betont theatralische Töne abgewinnt. Und Goldenthal spielt dieses grell-histrionische Spiel mit großem Enthusiasmus mit. Allein wegen seiner Musik ist es natürlich völlig blöd- und widersinnig, die Schumacher-Visionen derart pauschal als "Müll" abzutun. Leg dich argumentativ mehr ins Zeug, das kannst du besser. Würde auch absolut widersprechen, dass "das" Batman ist. Weder Schumacher noch Burton sind ästhetisch trist und freudlos; beide zeichnen grelle, zirzensische Comicwelten. Erst Nolan brachte den nüchternen Realismus in die Reihe. PRISONERS ist vielleicht Villeneuves stärkster Film. Da ist ihm ein recht unprätentiöses, extrem abgründiges und stark gespieltes Psychodrama gelungen. Als Stilist hält er sich hier erfreulich zurück, das kommt dem Film sehr zugute. INTERSTELLAR mag ich auch auch, in seiner wagnerianischen Hyper-Emotionalität ist er ja eher ungewöhnlich für Nolan. Ausnahmen bestätigen die Regel (und INCEPTION schätze ich zumindest auf der konstruktiven Ebene sehr).
  4. Absolut! Ein Thriller, den ich auf einer Ebene mit SE7EN und SILENCE OF THE LAMBS sehe. Natürlich ganz andere Thematik, aber deshalb nicht weniger fesselnd. Vor allem die Thematik „Familie“ vs. „Selbstjustiz“ wird hier sehr stark reflektiert
  5. Die Musik zu der neuen Serie kann ich nicht beurteilen, aber die Musik zu der Trickfilmserie von Anfang der 1990er finde ich sehr gut (Shirley Walker u.a.).
  6. Das könnte tatsächlich ein Grund sein. Den Filmen einen "natürlichen realistischen" Look verpassen.
  7. Ich finde tatsächlich die Stile - sowohl von Villeneuve als auch Nolan gut. Und ich finde die Geschichten die sie auf die Leinwand bringen durchaus originell. Ich war tatsächlich aber überrascht wie krass dieses "Entsättigen" selbst bei Neuauflagen älterer Filme auffällt, so wie die @Sebastian Schwittay ausführlich erläutert hat. Ich persönlich mag eigentlich intensive Farben. So wie ihr es aufbereitet fällt mir nun tatsächlich das Ganze sehr stark auf. Vielleicht soll damit eine gewisse Verwurzelung in der Realität vermittelt werden. Denn natürlich strahlt nicht immer jedes Objekt zu jeder Tageszeit und Witterung immer knallig bunt. Ich persönlich mag von Villeneuve neben "Arrival" auch besonders "Prisoners".
  8. DAS ist aber halt Batman. Wenn du einen anderen Batman haben möchtest, schau dir den Müll von Joel Schumacher an. 😁
  9. Ohja! Und ARRIVAL!! Die existenzialistisch-philosophischen Fragen, die Villeneuve hier aufmacht, haben mich noch lange nach dem Filmende beschäftigt. Und zum Thema SCORE: Ja, Villeneuve wäre wohl besser bei Johannson geblieben - aber leider ist er ja tot.
  10. Puh, Michael Bay in irgendeiner Art und Weise mit Nolan gleichzusetzen ist schon frevelhaft 😂
  11. GAR NICHT würde ich nicht sagen. Aber ja, die (fehlenden) Emotionen in der Erzählung sind eine der wenigen markanten Schwachstellen bei Nolan. Allerdings mausert er sich diesbezüglich: Vom zugegebenermaßen recht sterilen (aber optisch und stylisch auftrumpfenden) INCEPTION - hin zur emotionalen Vater-Tochter-Geschichte in INTERSTELLAR (nur ein guter Regisseur hätte die Videobotschaften-der-Tochter-Sequenz, in der McConaughey Rotz und Wasser heult, so stark inszenieren können). Oder auch der letzte Akt in ODYSSEE (emotional packender Klimax).
  12. Nolan gewinnt bei mir hier gar nix. Was er kann ist Stars vor die Linse zu bekommen und seinen Drehbüchern zumindest den Anschein von Originalität zu verpassen. Am Ende sind sie aber nur überkonstruiert. Emotionalität und Gefühl kann er meiner Meinung nach gar nicht vermitteln. Egal um welchen Film es sich dabei handelt. Was auch an seinem bevorzugten Scorestil liegt. Große Bilder und ohrenbetäubender Sound, aber nichts davon berührt mich. In vereinzelten Szenen haben es dann die Schauspieler rausgerissen. Aber Fakt ist, er hat einen prägnanten Stil und man weiß, was einen bei einem Nolan Film erwartet. Letztlich wie bei Michael Bay. Jeder auf seine Art ein "Meisterregisseur". Von Villeneuve mag ich Sicario sehr gerne.
  13. Keine Frage. Aber gerade Nolan hat mit seiner DARK KNIGHT-Trilogie ja auch narrative Trends gesetzt: die Tendenz zur Übererzählung; dass alles epische Breite haben und möglichst über 3 Filme à 150 Minuten auserzählt werden muss; und das alles mit einer existenzialistisch-freudlosen Schwere, dass man sich vorkommt, als säße man in einer Bibliothek vor einem antiken 10-Kilo-Wälzer. Es sind also nicht nur die Farben. Aber: du hast gefragt. Und ich habe dir ausführlich geantwortet.
  14. Allerdings! Villeneuve arbeitet bei Dune auch mit Kontrasten. Die frühen Szenen im ersten Film auf dem Wasserplaneten Caladan oder natürlich der auch von der Kritik gelobte Kniff, die Heimatwelt der Harkonnen mit einer Schwarzen Sonne darzustellen (was im Buch nicht vorkommt und was Lynch anders gelöst hat) stehen in deutlichem Kontrast zu den prallen Farben, mit denen der Wüstenplanet dargestellt wird. Überhaupt ist das World Building von Villeneuve exzellent.
  15. Okay es wurde sich nun lange über die optische „Tristesse“ von Nolan’s Filmen (oder Villeneuve etc.) ausgelassen. Das ist optisch (und objektiv) nachvollziehbar, ja. Aber ein Film macht doch sooo viel mehr aus als die Farbsättigung - was zur Hölle 😅… Regiearbeit, Schauspiel, Drehbuch, Kameraarbeit, etc etc etc. Und in diesen (wichtigeren) Punkten gewinnen Meisterregisseure wie Nolan und Villeneuve deutlich. Da ist es mir dann herzlich egal ob man einen Grauschleier hat oder nicht 😅
  16. Gestern
  17. Mir gefiel das Album überraschend gut - obwohl ich sonst nicht so richtig mit den Vertonungen zu Batman Animations-Filmen oder -Serien warm werde. Ich kannte bisher auch nicht bewusst irgendein Werk von Frederik Wiedmann, auch wenn mir der Name schon immer wieder mal über den Weg gelaufen war. Trotz der Länge von fast 2 Stunden, gibt es immer wieder Abwechslung und interessante Variationen und Ideen, die einen bei Laune halten. 8 von 10 Fledermäusen von mir https://metalhead.club/@drmusic/117509064990198994
  18. Bereits am 31.07.2026 wurde über WaterTower Records die Musik zur zweiten Staffel der Animationsserie "Batman: Caped Crusader" von Frederik Wiemann digital veröffentlicht. 01. Brute Force (3:02) 02. Riddle Me This (2:14) 03. Time to Die (6:46) 04. The Verdict (2:28) 05. Rockets' Red Glare (3:11) 06. Roxy (5:04) 07. Skyborn (2:35) 08. Deep Cover (3:33) 09. Jailbreak (7:26) 10. The Spectral Hand (4:40) 11. Haunted by the Past (3:00) 12. In the Tunnels of Gotham (3:33) 13. Tortured Souls (4:15) 14. The Devil's Due (4:05) 15. Barbatos (5:19) 16. Sudden Fear (2:28) 17. Batman and Harley (4:27) 18. Dreamstate (3:42) 19. Keeping My Secret Is Drowning You (2:42) 20. Her Dark Reflection (4:15) 21. Love's Shadow (4:58) 22. Zero Hour (4:37) 23. The Crime Smasher (2:42) 24. Dead Reckoning (2:46) 25. Die Laughing (2:46) 26. Petulant Fop (2:16) 27. The Joke Is on You (11:21) Total Album Time: 110:11 Quellen: https://filmmusic.com/album/batman-caped-crusader-season-2/ https://filmmusicreporter.com/2026/07/31/batman-caped-crusader-season-2-soundtrack-album-released/
  19. Wobei sowas auch immer noch durch die Scores verstärkt wird. Nolan Filme klingen wie sie aussehen. Kühl und steril. Was auch durchaus atmosphärisch ist, aber für mich zu keiner Sekunde emotional mitreißend ist. Die Dune Filme sehen zumindest teuer und wertig aus. Und zusammen mit den Scores wird auch hier eine prägnante Atmosphäre aufgebaut. Aber emotional mitreißen tut mich auch hier nix. Zimmers Liebes Thema find ich aber stark.
  20. Ja - angefangen hat das irgendwo bei Finchers SE7EN (toller Film natürlich, keine Frage!), ging weiter mit der Düster-Farbstichigkeit von PANIC ROOM, und erreichte seinen Höhepunkt bei Nolans DARK KNIGHT-Filmen. Letztere haben dann auch die "existenzialistische Düster-Erzählung" etabliert. Fertig war der neue Trend, der bis heute alles kaputt macht.
  21. Dieses "grau in grau" fällt mir auch seit einigen Jahren auf. Und das bezieht sich nicht nur auf Kinofilme. Ich schaue ja durchaus gerne auch mal nen Krimi im ÖRR. Die sehen alle gleich trist aus. Dazu dann oft ne depressive Handlung und die düsteren depressiven Score Klangteppiche geben dem ganzen den Rest. Da erinnere ich mich dann immer gerne an CSI Miami beginnend ab Staffel 3. Der Look war so bunt und farbintensiv, da musste man beim Schauen ne Sonnenbrille aufsetzen so grell war das. So eine farbenfrohe gute Laune Atmosphäre vermisse ich. Von Ridley Scott mag ich Black Rain sehr gerne. Toller atmosphärischer Look ohne zu stylish zu sein.
  22. Ja, das ist halt die Position des Kanons.* Ich finde ALIEN auch gut, und er ist bei mir auch sehr weit oben im Scott-Ranking (trotz Vergewaltigung von Goldsmiths Musikkonzept) - aber HOUSE OF GUCCI finde ich noch deutlich spannender. Einer der interessantesten, wildesten, verrücktesten Scott-Filme überhaupt, und er zeigt exemplarisch, wie sich Scott im Alterswerk Spaß und Groteske gönnt - ähnlich wie in THE DOG STARS, über den ich auch hier geschrieben hatte. (* Der von Filmkritik und -wissenschaft etablierte Kanon - also das, was als besonders wichtig, "qualitativ" oder filmhistorisch bedeutend gilt - wird in den cinephilen Kreisen, in denen ich mich bewege, meist hinterfragt. Im Kanon herrschen ja oft althergebrachte, konservative Positionen vor, die z.B. Genrekino als minderwertig definieren oder an der überholten Autorentheorie festhalten. Neuere cinephile Strömungen brechen diese kanonischen Sichtweisen auf Filmgeschichte mehr und mehr auf. In Bezug auf Hollywoodkino kommen dann z.B. Fragen auf wie: ist ein Regisseur wie Anthony Mann nicht genauso bedeutend für das Western-Genre wie der kanonisierte John Ford? Reflektieren Larry Cohens Horrorfilme der 80er nicht genauso geistreich-kritisch über die amerikanische Gesellschaft wie die Melodramen Douglas Sirks? Ist ein Regisseur wie Peter Hyams, der lange als reiner Handwerker galt, nicht doch ein verkannter Meister und wichtiger Noir-Stilist seiner Zeit? Oder eben auch: sind Filme mit prägnanter Filmmusik nicht nur das Werk eines Regisseurs, sondern - im Sinne einer erweiterten Autorentheorie - auch des Filmkomponisten? Letztgenannter Punkt zeigt ja, dass ein Anzweifeln kanonischer Positionen auch unserer eigenen filmmusikkulturellen Subkultur zugute kommen kann.) Neben Kanonkritik ist auch die Analogfilmkultur prägend für neuere cinephile Strömungen. Sprich: das ästhetische Ideal ist der Look der Analogfilm-Ära. Das schließt auch warme, analoge Farbgebungen mit ein. Der Trend heutzutage geht jedoch - auch dank Nolan und Villeneuve - in Richtung Entsättigung. Sogar der Look älterer Filme wird bei Restaurierungen und Remasterings verfälscht, indem entsättigt und vergrauschleiert wird - eine ganze Generation von Filmemachern und Filmrestauratoren denkt mittlerweile monochrom. Diesem Trend stellen sich viele Cinephile konsequent entgegen. Zur Veranschaulichung hier ein Vergleich der alten Bluray von SHOWGIRLS (Paul Verhoeven, 1995) und der neuen Restaurierung von Capelight aus dem Jahr 2020: Die farbintensive alte Bluray (oben) kommt dem Look zeitgenössischer 35mm-Positivkopien recht nahe - so, wie man den Film damals im Kino gesehen hat. Die "Trend"-Restaurierung von Capelight hingegen (unten) tilgt die Farben, damit es in die heutige "Grau-in-Grau-Ästhetik" passt. Das alles ist das Ergebnis eines ästhetischen Brainwashings, das wir in erster Linie Regisseuren wie David Fincher, Christopher Nolan und Denis Villeneuve zu verdanken haben. Natürlich ist es am Ende subjektiv, was einem persönlich besser gefällt. Objektiv feststellbar ist allerdings der Trend an sich - ein Trend, der sogar das Filmerbe der Vergangenheit verfälscht.
  23. So doll fand ich den jetzt nicht - aber die handgemachten Effekte waren zum Teil schon recht gut gemacht...Splatter Trash...haha Score von Brandon Roberts klingt ganz annehmbar und ist auf Spotify Nett auch die "Hommage" an Hitchcock's THE BIRDS - da mußte ich tatsächlich schmunzeln 😄
  24. Ja vor allem Hitchcock, Kubrick, Scorsese und Coppola meinte ich. Intetessant, dass du bspw HOUSE OF GUCCI von Scott als Positivbeispiel aufführst. Ich sehe eher BLADE RUNNER und ALIEN als die wenigen wirklich sehr starken Ridley Scott Filme. HOUSE OF GUCCI wäre m.E. eher ein Negativbeispiel aus der jüngeren Zeit. Du sprichst immer wieder von der Ästhetik der Filme. Aber ist das nicht ein hochgradig subjektives Kriterium? Wir können uns gewiss in der Musik auf recht objektiv messbare Qualitätsmerkmale verständigen (bspw wie geht der Komponist mit Themen wie Kontrapunkt etc. um). Aber beim Film ist die Ästhetik m.E. stark vom persönlichen Geschmack abhängig. Was für den einen trist und monochrom ist, ist für den anderen genau die richtige Herangehensweise (bspw DUNE).
  25. Letzte Woche
  26. JuergenH

    John Williams

    Habe die Sendung mittlerweile gesehen, denke dies ist eher eine allgemeine Vorstellung John Williams für die Zuschauer, die ihn noch nicht kennen zur Basis des Dudamel Konzertes. Ein weiterer Link verweist auf das Konzert selbst - zwar auch nichts grundsätzlich Neues, aber diese machen immer wieder viel Freude... https://www.arte.tv/de/videos/128112-000-A/die-filmmusik-von-john-williams/ ...und ein paar Sachen kannte ich auch noch nicht (Soundings - The Hall...) P.S. konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, das Konzert war von 2014, dies nur noch zur Einordnung
  27. Ich meinte es eher qualitativ, da fand ich den Regisseur von Borderlands eine mutige Wahl. Borderlands habe ich nicht zu Ende geschaut und früh abgebrochen, so ehrlich sollte ich sein. Thanksgiving kenne ich in der Tat. Den fand ich okay, aber nichts, was sich längerfristig in meinen Gehirnwindungen eingenistet hat. Von Ice Cream Man hatte ich nur einen Trailer gesehen, aber der Film war schnell aus dem Kino wieder raus. Und nach deinem Hinweis hatte ich mal eben bei letterboxd reingeschaut, ob ich da ein Juwel verpasst habe. Das Ergebnis ist recht ernüchternd, wenn selbst Borderlands besser beim Publikum ankam.
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