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Leistungen von Dunge_Onmaster
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Hallo zusammen, neben dem allseits bekannten James Bond Theme hat John Barry der Bond-Reihe noch ein weiteres ziemlich eingängiges Thema spendiert, das auch in späteren Filmen immer wieder aufgegriffen wurde; meist um Actionszenen zu vertonen. Ursprünglich als „007 takes the Lektor“ betitelt (später einfach 007 Theme oder nur 007 genannt), wurde es bereits für den zweiten Bond-Film – From Russia With Love – verwendet. Charakteristisch für das Stück ist die Verschränkung zweier gegenläufiger Rhythmen (als sog. Hemiole): ein synkopierter Bassrhythmus in 4/4 gegen jeweils sieben kurze Akzente in darüber liegenden Stimmen, die quasi in die „Lücken“ zwischen den Bassnoten spielen. Die darüber liegende heroische Horn-Linie wirkt dadurch rhythmisch wie als 6/8 notiert, was dem ganzen etwas Western-Feeling verpasst. Elmer Bernsteins Magnificent Seven (drei Jahre zuvor veröffentlicht) lassen grüßen. Ich weiß, klingt alles kompliziert, ist aber als Hörerlebnis super eingängig und, typisch für Barry, irgendwie auch ziemlich poppig... Das ganze zieht sich dann als Ostinato mit den stets selben beiden Akkorden (E- und H-Dur) durch ganze Stück und das war's eigentlich auch schon. In dieser Einfachheit liegt die Genialität. Aufgrund der drei oben beschrieben Elemente (zwei gegeneinander läufige Rhythmus-Sektionen und darüber die Melodie) bietet sich das 007 Theme aus meiner Sicht perfekt für eine Vierhand-Klavierbearbeitung an, was ich dann auch so mit einer ehemaligen Schülerin umgesetzt habe. Viel Spaß! LG Dustin
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Christopher Nolans' THE ODYSSEY - Musik: Ludwig Göransson
Dunge_Onmaster antwortete auf SilvestriGirls Thema in Scores & Veröffentlichungen
Bin spät dran, aber meine schlimmsten Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet: mehr bemüht-kreatives Sounddesign als musikalische Substanz mit Wiedererkennungswert. Was für eine vergeudete Chance für wirklich großartige Filmmusik... immer dasselbe bei Nolan-Projekten. Diese Art primitiv-reduktionistische Vertonung des eigentlich so viele musikalische Möglichkeiten bietenden Sujets nimmt mir wirklich jede Lust, mir so eine Art Film anzusehen und drei Stunden Lebenszeit zu verschwenden. Schon aufgrund der (vermutlich bewusst eingesetzten) stimmungsbedingten Dissonanzen finde ich weite Teile der Musik schwer erträglich. Einen Kinobesuch werde ich mir ersparen. Filmmischer Höhepunkt dieses Jahr war für mich ohnehin Backrooms. -
Das ist doch jetzt wirklich die perfekte Gelegenheit, das Potential generativer Musik-KI zu testen: Ich halte einen vorzeitigen Leak des Albums über dunkle Kanäle für nicht unwahrscheinlich und vermutlich sind die beiden Ausschnitte tatsächlich authentisch (ich hoffe es sogar!). Falls sie aber doch von Suno und Co. generiert wurden, wäre das ziemlich beängstigend, da sie sogar uns mit unserer langjährigen Erfahrung und Expertise in diesem Feld erfolgreich glauben machen, sie seien vom letzten noch lebenden Großmeister der Filmmusik komponiert worden. Als Musiker und Komponist finde ich diese Vorstellung maximal verstörend.
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Ludwig Göransson - The Mandalorian and Grogu
Dunge_Onmaster antwortete auf Mistermaffays Thema in Scores & Veröffentlichungen
Das Mandalorian-Theme gehört mit seinen genialen Tonartwechseln schon mit zum Besten, was in Sachen Filmmusik in den letzten 20 Jahren rausgehauen wurde... aber eben bereits 2019 für die erste Serienstaffel. Hier gibt es tatsächlich kaum was Neues und für den Opener „The Mandalorian and Grogu“ wurde, wenn auch klar hörbar, nur an der Instrumentierung und der groben Form geschliffen (z. B. sind ab 02:10 vier zusätzliche Takte eingefügt). Mich wundert aber, dass niemand „All Weapons Out“ hervorgehoben hat. Das ist für mich ein klares Highlight und ein wirklich beeindruckender Action-Cue mit einer spannenden Mischung aus (sehr dezenten) EDM- und (ziemlich offensichtlichen) Western-Stilismen über dem großartigen Main Theme als formgebende melodische Struktur. Wenn Göransson auf diesem Niveau für Nolans Odyssey abliefert bzw. abliefern darf (!), bin durchaus guter Dinge. -
Absolut. Leider ist auf der jüngsten BSX-Compilation (Mark Snow: Suites and Themes) nur eine knapp fünfminütige Mini-Suite drauf. Dadurch bin ich auch überhaupt erst auf den Score aufmerksam geworden. Ich finde das Main Theme wirklich stark.
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Als Anspieltipp empfehl ich auch den martialischen Main Title aus Project Alf (1996): 00:00–02:30 Gutes altes 90er-Jahre-Scoring ganz im Sinne von Elmer Bernsteins bewährter Comedy-Strategie: „Play it serious!“
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Simon Franglen - AVATAR Fire and Ash
Dunge_Onmaster antwortete auf scorefuns Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ich geb dir völlig Recht. Die Qualität des Filmmusik-Outputs ist heutzutage leider mehr als bescheiden... Das sollte man auch nicht naiv beschönigen, sondern muss es klar beim Namen nennen. Zwei wesentliche Kriterien sind a) künstlerische Kreativität und b) musikalischer Wiedererkennungswert. Beides geht seit mehr als 15 Jahren hart asymptotisch gegen Null. Es liegt vermutlich gar nicht so sehr am Unwillen bzw. Unvermögen der jeweiligen Komponisten, als mehr an der extrem engstirnigen Erwartungshaltung der Produktion, ja kein Risiko einzugehen und alles inklusive der Musik nach altbewährten (Zimmer-durchseuchten) Mustern zu (re-)fabrizieren. Erfreuliche Ausreißer wie Powell oder McCreary gibt es allerdings immer wieder. Gerade diesen Scores gegenüber empfinde ich es als massiv unfair, handwerklich soliden, aber dennoch generischen Einheitsbrei wie diese Franglen-Fabrikate mit mehr als maximal 2 von 5 Sternen zu bewerten. -
Hallo zusammen, Jerry Goldsmith war eigentlich nicht unbedingt dafür bekannt, seine Scores im Sinne der Leitmotiv-Technik zu komponieren. Für das Mittelalter-Adventure „Lionheart“ von 1987 machte er allerdings eine Ausnahme und lieferte ein symphonisches, fast wagnerianisches Feuerwerk ab, das vor farbenfrohen Motiven und Themen nur so strotzt. Aus diesem Score stammt auch eines meiner absoluten Lieblingsstücke; nicht nur im Genre Filmmusik, sondern generell: der Cue „King Richard“, der zum Abschluss des Films über den End Credits läuft. Das Grundmotiv – Quint aufwärts, gr. Sekund abwärts – durchzieht den gesamten Score und bildet auch die Keimzelle für dieses Stück. Faszinierend finde ich die melodische Prägnanz, da das 16-taktige Hauptthema hier insgesamt dreimal wiederholt wird und durch mehrere geschickt platzierte Modulationen (Bb => Ab => Eb => D => Eb) trotzdem interessant und frisch gehalten wird ohne viel dekoratives Beiwerk. Da ich nirgendwo eine Klavierfassung gefunden habe, musste ich selbst ran. Wie den meisten auffallen dürfte spiele ich als kurze Intro die ebenfalls von Goldsmith komponierte Universel-Studios-Fanfare... sowohl Tonart (Es-Dur) als auch musikalischer Gestus (Quarten und Quinten als die zentralen Intervalle) haben einfach gut gepasst... einen inhaltlichen Bezug gibt es natürlich nicht. Der Film wurde von Orion Pictures produziert. Viel Spaß!
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Klavierbearbeitung: Titelmusik zu „Psycho“ (Bernard Herrmann)
Dunge_Onmaster erstellte ein Thema in Nachwuchskomponisten
Hallo zusammen, Bernard Herrmanns minimalistischer Ansatz für Thriller-Scores der 50er und 60er hat mich schon immer fasziniert; insbesondere die Titelmusik zu Psycho (1960). Das melodisch und harmonisch für die damalige Zeit ungewöhnlich reduzierte Stück ist quasi im Baukastenprinzip aus nur zwei Grundideen zusammengesetzt (Herrmann selbst sprach von aneinandergereihten „musikalischen Zellen“): Einerseits der schon aus früheren Scores bekannte „Hitchcock-Akkord“ aus Molldreiklang plus großer Septim, der direkt zu Beginn des Stücks in Bb in zweiter Umkehrung fünfmal hintereinander reingehämmert wird und danach immer wieder im Stück auftaucht. Anderseits ein zentrales Motiv aus vier Sechzehnteln (gr. Terz aufwärts; kl. Sekund + kl. Terz abwärts), das das gesamte „Prelude“ melodisch dominiert und auch im restlichen Score in Dutzenden Variationen immer wieder vorkommt. Wenn man einmal weiß, worauf man achten muss, ist es eigentlich kaum mehr zu übersehen. Passend zu Hitchcocks bewusst gewählter Schwarzweiß-Optik hat sich Herrmann dazu entschieden, die Instrumentierung auf großes Streicher-Ensemble zu begrenzen. Holz, Blech und Percussion sucht man in der Partitur vergeblich. Auch wenn spezielle Spieltechniken wie Pizzicato oder Sul ponticello als Klavierfassung leider komplett wegfallen, geht die ebenfalls eingeschränkte Klangfarbenvielfalt auf einem Klavier zumindest in eine ähnliche Richtung. Es gibt zwar in mehreren Filmmusik-Songbooks von Hal Leonard eine mehr oder weniger „offizielle“ Fassung. Die strotzt allerdings nur so vor (hauptsächlich harmonischen) Fehlern, z. B. Dominantsept- statt doppelt verminderter Akkord etc. Habe mir deshalb ein eigenes Arrangement erarbeitet. Wenn jemand die Noten will, einfach melden. Teile sie gerne. Viel Spaß! LG Dustin-
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- psycho
- bernard herrmann
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Kann ich bestätigen. Kann man auch im Spektrogramm sehen, wenn man die 1992er- mit der 2026-Version vergleicht (oben jeweils die Waveform-Ansicht, unten das Spektrum bis 19.000 Hz). Das alte Mastering klingt definitiv wärmer, da die Höhen weniger präsent gemixt sind. Es fällt auch auf, dass modernes Mastering oft eine stärkere Dynamikkompression aufweist; d. h. der Abstand von sehr lauten zu sehr leisen Passagen verringert ist. Kann man auch in den beiden Beispielen deutlich erkennen. Das kommt mir ehrlich gesagt aber sehr entgegen, da ich Musik meist zum Sport, Arbeiten, Fahrrad- und Autofahren höre. Das ist natürlich nur bis zum einen Gewissen Maß akzeptabel. Es darf nicht dazu führen, dass man überhaupt keine Dynamikunterschiede mehr hat. Das gegenteilige Extrem nervt mich aber ehrlich gesagt noch mehr: riesige Sprünge zwischen Laut und Leise. Das ist leider sehr üblich bei Aufnahmen klassischer Musik und bei Varèse-CDs aus den 80ern und 90ern. Vieles habe ich für meine Playlisten deshalb selbst editiert, um diese Lautstärkenunterschiede anzugleichen. Extremes Beispiel: das Neueinspielungsalbum „The Alien Trilogy“ von 96. Über weite Strecken ist dieses Album einfach viel zu leise geregelt. Wie mit so ziemlich allen anderen Dingen auch kommt es auf ein gesunden Mittelmaß an. A Meal and a Bath, 1992er-Version: Und die Variante von 2026:
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Als großer Holdridge-Fan würde ich das sofort kaufen, wenn es ausschließlich als digitale Version angeboten werden würde. Keine Lust auf die völlig überzogenen Portokosten und den eventuellen Stress und die Zusatzkosten bezüglich Zoll. Ich bin endgültig raus aus dem CD-Game. Entweder rein digital oder gar nicht. Letztlich hör ich Musik abgesehen vom Auto eh nicht mehr über physische Medien. Meine gesamte Sammlung ist seit Jahren digital.
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veröffentlichung Ralf Wengenmayr - Das Kanu des Manitu
Dunge_Onmaster antwortete auf scorefuns Thema in Scores & Veröffentlichungen
Danke für die Info. Das war mir tatsächlich gar nicht bewusst... Also als Hommage würde ich das wirklich nicht mehr bezeichnen. Harmonik und Melodie sind praktisch ein zu eins übernommen. Lediglich Instrumentierung und musikalischer Gestus (Tempo, Dynamik etc.) sind angepasst. Wie wenig Wengenmayr 2001 selbst an musikalischen Ideen dazu beigesteuert hat, merkt man an der gesichtslosen, fast schon wie eine Kontrapunkt-Stimme wirkenden Tonfolge seines sog. Abahachi-Themas des 2025er-Sequels, bei dem er Siegels Melodie offensichtlich nicht mehr verwenden durfte. Ich war und bin einer großer Fan des Themas zum ersten Teil und mir war bis heute nicht bewusst, dass die Melodie von einem ganz anderen Komponisten stammte. Den Rechtsstreit finde ich absolut nachvollziehbar. -
Als Hintergrundmusik sehr beruhigend find ich auch die Ambient-Tracks zu Lands of Lore 2 und 3 von David Arkenstone und Frank Klepacki:
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Komplett mit analogen Synthies erstellter Ambientscore aus den 80ern: Nightflyers (1987) von dem leider viel zu früh verstorbenen Doug Timm. Zwar „nur“ Game-Musik, aber mein absolute Favorit, wenn es um unheimliche, sphährenhafte Ambientstimmung geht, ist seit gut 20 Jahren Robyn Millers genialer Score zum Myst-Nachfolger Riven (1997). Die perfekte Hintergrundmusik für Gruselromane.