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Dunge_Onmaster

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Leistungen von Dunge_Onmaster

Alter Forumshase

Alter Forumshase (4/4)

74

Reputation in der Community

  1. Absolut. Leider ist auf der jüngsten BSX-Compilation (Mark Snow: Suites and Themes) nur eine knapp fünfminütige Mini-Suite drauf. Dadurch bin ich auch überhaupt erst auf den Score aufmerksam geworden. Ich finde das Main Theme wirklich stark.
  2. Als Anspieltipp empfehl ich auch den martialischen Main Title aus Project Alf (1996): 00:00–02:30 Gutes altes 90er-Jahre-Scoring ganz im Sinne von Elmer Bernsteins bewährter Comedy-Strategie: „Play it serious!“
  3. Ich geb dir völlig Recht. Die Qualität des Filmmusik-Outputs ist heutzutage leider mehr als bescheiden... Das sollte man auch nicht naiv beschönigen, sondern muss es klar beim Namen nennen. Zwei wesentliche Kriterien sind a) künstlerische Kreativität und b) musikalischer Wiedererkennungswert. Beides geht seit mehr als 15 Jahren hart asymptotisch gegen Null. Es liegt vermutlich gar nicht so sehr am Unwillen bzw. Unvermögen der jeweiligen Komponisten, als mehr an der extrem engstirnigen Erwartungshaltung der Produktion, ja kein Risiko einzugehen und alles inklusive der Musik nach altbewährten (Zimmer-durchseuchten) Mustern zu (re-)fabrizieren. Erfreuliche Ausreißer wie Powell oder McCreary gibt es allerdings immer wieder. Gerade diesen Scores gegenüber empfinde ich es als massiv unfair, handwerklich soliden, aber dennoch generischen Einheitsbrei wie diese Franglen-Fabrikate mit mehr als maximal 2 von 5 Sternen zu bewerten.
  4. Hallo zusammen, Jerry Goldsmith war eigentlich nicht unbedingt dafür bekannt, seine Scores im Sinne der Leitmotiv-Technik zu komponieren. Für das Mittelalter-Adventure „Lionheart“ von 1987 machte er allerdings eine Ausnahme und lieferte ein symphonisches, fast wagnerianisches Feuerwerk ab, das vor farbenfrohen Motiven und Themen nur so strotzt. Aus diesem Score stammt auch eines meiner absoluten Lieblingsstücke; nicht nur im Genre Filmmusik, sondern generell: der Cue „King Richard“, der zum Abschluss des Films über den End Credits läuft. Das Grundmotiv – Quint aufwärts, gr. Sekund abwärts – durchzieht den gesamten Score und bildet auch die Keimzelle für dieses Stück. Faszinierend finde ich die melodische Prägnanz, da das 16-taktige Hauptthema hier insgesamt dreimal wiederholt wird und durch mehrere geschickt platzierte Modulationen (Bb => Ab => Eb => D => Eb) trotzdem interessant und frisch gehalten wird ohne viel dekoratives Beiwerk. Da ich nirgendwo eine Klavierfassung gefunden habe, musste ich selbst ran. Wie den meisten auffallen dürfte spiele ich als kurze Intro die ebenfalls von Goldsmith komponierte Universel-Studios-Fanfare... sowohl Tonart (Es-Dur) als auch musikalischer Gestus (Quarten und Quinten als die zentralen Intervalle) haben einfach gut gepasst... einen inhaltlichen Bezug gibt es natürlich nicht. Der Film wurde von Orion Pictures produziert. Viel Spaß!
  5. Hallo zusammen, Bernard Herrmanns minimalistischer Ansatz für Thriller-Scores der 50er und 60er hat mich schon immer fasziniert; insbesondere die Titelmusik zu Psycho (1960). Das melodisch und harmonisch für die damalige Zeit ungewöhnlich reduzierte Stück ist quasi im Baukastenprinzip aus nur zwei Grundideen zusammengesetzt (Herrmann selbst sprach von aneinandergereihten „musikalischen Zellen“): Einerseits der schon aus früheren Scores bekannte „Hitchcock-Akkord“ aus Molldreiklang plus großer Septim, der direkt zu Beginn des Stücks in Bb in zweiter Umkehrung fünfmal hintereinander reingehämmert wird und danach immer wieder im Stück auftaucht. Anderseits ein zentrales Motiv aus vier Sechzehnteln (gr. Terz aufwärts; kl. Sekund + kl. Terz abwärts), das das gesamte „Prelude“ melodisch dominiert und auch im restlichen Score in Dutzenden Variationen immer wieder vorkommt. Wenn man einmal weiß, worauf man achten muss, ist es eigentlich kaum mehr zu übersehen. Passend zu Hitchcocks bewusst gewählter Schwarzweiß-Optik hat sich Herrmann dazu entschieden, die Instrumentierung auf großes Streicher-Ensemble zu begrenzen. Holz, Blech und Percussion sucht man in der Partitur vergeblich. Auch wenn spezielle Spieltechniken wie Pizzicato oder Sul ponticello als Klavierfassung leider komplett wegfallen, geht die ebenfalls eingeschränkte Klangfarbenvielfalt auf einem Klavier zumindest in eine ähnliche Richtung. Es gibt zwar in mehreren Filmmusik-Songbooks von Hal Leonard eine mehr oder weniger „offizielle“ Fassung. Die strotzt allerdings nur so vor (hauptsächlich harmonischen) Fehlern, z. B. Dominantsept- statt doppelt verminderter Akkord etc. Habe mir deshalb ein eigenes Arrangement erarbeitet. Wenn jemand die Noten will, einfach melden. Teile sie gerne. Viel Spaß! LG Dustin
  6. Kann ich bestätigen. Kann man auch im Spektrogramm sehen, wenn man die 1992er- mit der 2026-Version vergleicht (oben jeweils die Waveform-Ansicht, unten das Spektrum bis 19.000 Hz). Das alte Mastering klingt definitiv wärmer, da die Höhen weniger präsent gemixt sind. Es fällt auch auf, dass modernes Mastering oft eine stärkere Dynamikkompression aufweist; d. h. der Abstand von sehr lauten zu sehr leisen Passagen verringert ist. Kann man auch in den beiden Beispielen deutlich erkennen. Das kommt mir ehrlich gesagt aber sehr entgegen, da ich Musik meist zum Sport, Arbeiten, Fahrrad- und Autofahren höre. Das ist natürlich nur bis zum einen Gewissen Maß akzeptabel. Es darf nicht dazu führen, dass man überhaupt keine Dynamikunterschiede mehr hat. Das gegenteilige Extrem nervt mich aber ehrlich gesagt noch mehr: riesige Sprünge zwischen Laut und Leise. Das ist leider sehr üblich bei Aufnahmen klassischer Musik und bei Varèse-CDs aus den 80ern und 90ern. Vieles habe ich für meine Playlisten deshalb selbst editiert, um diese Lautstärkenunterschiede anzugleichen. Extremes Beispiel: das Neueinspielungsalbum „The Alien Trilogy“ von 96. Über weite Strecken ist dieses Album einfach viel zu leise geregelt. Wie mit so ziemlich allen anderen Dingen auch kommt es auf ein gesunden Mittelmaß an. A Meal and a Bath, 1992er-Version: Und die Variante von 2026:
  7. Na toll... ein weiteres Franchise, das durch seelenlos-generisches Ethno-Gedudel und trailerhafte Stampfostinati versaut wird. Aber soll mir wurscht sein. Hätte es mir eh niemals angesehen. Schade nur um Williams' musikalisches Erbe.
  8. Als großer Holdridge-Fan würde ich das sofort kaufen, wenn es ausschließlich als digitale Version angeboten werden würde. Keine Lust auf die völlig überzogenen Portokosten und den eventuellen Stress und die Zusatzkosten bezüglich Zoll. Ich bin endgültig raus aus dem CD-Game. Entweder rein digital oder gar nicht. Letztlich hör ich Musik abgesehen vom Auto eh nicht mehr über physische Medien. Meine gesamte Sammlung ist seit Jahren digital.
  9. Danke für die Info. Das war mir tatsächlich gar nicht bewusst... Also als Hommage würde ich das wirklich nicht mehr bezeichnen. Harmonik und Melodie sind praktisch ein zu eins übernommen. Lediglich Instrumentierung und musikalischer Gestus (Tempo, Dynamik etc.) sind angepasst. Wie wenig Wengenmayr 2001 selbst an musikalischen Ideen dazu beigesteuert hat, merkt man an der gesichtslosen, fast schon wie eine Kontrapunkt-Stimme wirkenden Tonfolge seines sog. Abahachi-Themas des 2025er-Sequels, bei dem er Siegels Melodie offensichtlich nicht mehr verwenden durfte. Ich war und bin einer großer Fan des Themas zum ersten Teil und mir war bis heute nicht bewusst, dass die Melodie von einem ganz anderen Komponisten stammte. Den Rechtsstreit finde ich absolut nachvollziehbar.
  10. Als Hintergrundmusik sehr beruhigend find ich auch die Ambient-Tracks zu Lands of Lore 2 und 3 von David Arkenstone und Frank Klepacki:
  11. Komplett mit analogen Synthies erstellter Ambientscore aus den 80ern: Nightflyers (1987) von dem leider viel zu früh verstorbenen Doug Timm. Zwar „nur“ Game-Musik, aber mein absolute Favorit, wenn es um unheimliche, sphährenhafte Ambientstimmung geht, ist seit gut 20 Jahren Robyn Millers genialer Score zum Myst-Nachfolger Riven (1997). Die perfekte Hintergrundmusik für Gruselromane.
  12. Stimmt, sind beide aus W-Uppervalley und ich schätze mal, die Dreh-Location sollte dir durchaus bekannt vorkommen... Sehr spannende Sache mit den Parallelen, auch historisch: Zusammen mit Oktavparallelen seit der Renaissance in der westlichen Musik absolut verpönt und galten als satztechnischer Kompositionsfehler, wenn sie denn mal mutmaßlich aus Versehen auftraten. Das „immer“ würde ich allerdings so nicht unterstreichen. Fast alle Gittarenriffs im Hardrock- und Metal-Genre bauen seit den späten 60ern auf Powerchords auf und das sind nichts anderes als Quint- oder Quartparallelen (Letzteres = sog. reversed powerchord). => Im Bereich Filmmusik kommen Parallelen immer wieder zum Einsatz, wenn der Satz maximal energisch bis brutal rüberkommen soll. Auf Anhieb fällt mir jetzt Dennis McCarthys Ouvertüre zu Star Trek: Generations ein. Da schiebt er direkt zu Beginn im Blech nebeneinander liegende Dur-Akkorde stufenweise hin und her ohne dass es auch nur ansatzweise mittelalterlich klänge. => Aber freut mich, dass euch meine kleine Klavier-Fantasie gefällt! PS: Ich habe auch eine Klavier-App auf dem Handy... 🙈
  13. Hallo zusammen, habe die Herbsttage genutzt, um ein altes Stück aufzupolieren, das ich vor knapp 15 Jahren geschrieben habe. Inspirationsquelle war Schloss Burg an der Wupper, eine mittelalterliche Burganlage aus dem 12. Jahrhundert in der Nähe von Solingen (NRW). Natürlich ist ein mittelalterliches Klavierstück strenggenommen schon aufgrund des Instruments ein Widerspruch in sich. Trotzdem habe ich versucht, heutzutage als typisch mittelalterlich wahrgenommene Stilismen einzubauen: Quint- und Quartparallelen, Verwendung Kirchentonarten (v. a. Phrygisch) 6/8-Takt, punktierte Ryhthmik, konstanter Puls aus Vierteln und Achteln, stufenweise fortschreitende, grundtonlastige Harmonik etc... Nur Weniges davon ist aus musikhistorischer Sicht tatsächlich authentisch, aber das war auch nicht mein Anspruch. Die Wirkung stand im Vordergrund. Würde mich interessieren, was ihr davon haltet. LG Dustin
  14. Interessanter Punkt bezüglich der Zeitlosigkeit! Ich war am Sonntag übrigens in Wuppertal in einer konzertanten Rheingold-Aufführung und dabei ist mir nochmal aufgefallen, wie unglaublich modern die Orchester-Passagen (z. B. das Vorspiel, der Nibelheim-Auf- und Abstieg und am Ende der Einzug der Götter nach Walhall) auch heute noch, also über 150 Jahre später, wirken. Das klassische oder eher gesagt spätromantische Symphonie-Orchester ist ein absolut zeitloser Klangkörper! Vielleicht auch einer der Gründe, warum sich Goldsmith in den 90ern wieder verstärkt darauf verlassen hat und Synthesizer hier und da nur als zusätzliche Stimme und Klangfarbenerweiterung eingesetzt hat. Im Falle von Air Force One ist sind mir keine Synths aufgefallen. PS: Das „dass“ da oben hätte natürlich ein „das“ sein sollen. Sorry, mein innerer Monk musste das nochmal klarstellen. Es nervt an diesem Forum, dass man seine Beiträge nicht mehr nachträglich korrigieren kann, selbst wenn noch niemand im Thread geantwortet hat.
  15. Sehr fragwürdig Einschätzung, mit der du in Filmmusikkreisen äußerst isoliert dastehen dürftest (s. z. B. Diskussionen im FSM-Board)... vor allem, wenn man sich das gesichtslose Ethno-Gedudel anschaut, dass Horner innerhalb weniger Tage als Ersatz für Yared fabriziert hat. Zurück zum Thema: Goldsmiths Musik ist der von Randy Newman in der Unterstützung des Films aber weit überlegen. Ich finde auch, dass das in der Hijack-Scene am deutlichsten wird. Hier eine wirklich hervorragende Analyse anhand des Klavierauszugs:
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