Jump to content
Soundtrack Board

Dunge_Onmaster

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    71
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputation in der Community

29 Excellent

Über Dunge_Onmaster

  • Rang
    Advanced Member

Profile Information

  • Geschlecht
    Male
  • Wohnort
    Wuppertal

Letzte Besucher des Profils

3745 Profilaufrufe
  1. Gestern eingetrudelt: Zwei stilistisch ziemlich abwechslungsreiche Compilation-Alben aus dem Hause Dragon's Domain Records. Die Joel Goldsmith Collection Vol. 2 konzentriert auf drei weniger bekannte B-Produktionen aus den späteren 90ern. Bis auf einige wenige drüber gemischte Session-Musiker sind Stealth Fighter (hier leider nur das Main Theme, da der Rest des Scores von Alex Wilkinson geschrieben wurde) und Rattled vollsynthetisch. Ist nicht jedermanns Sache, aber da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie viel Herzblut man als Komponist in die samplebasierte Realisierung seiner Musik stecken muss, um ein solch überzeugendes Ergebnis zu bekommen, höre ich hin und wieder auch sehr gerne mehr oder weniger reine Synthie-Scores. Highlight des Albums sind aber definitiv die Ausschnitte aus Joels Musik für die kurzlebige TV-Serie Hawkeye. Hier stand ihm ein mittelgroßes Session-Orchester mit vielen für das Indianer-Setting typischen Ethno-Zusätzen zur Verfügung. Das verspielt-synkopische Main Theme schimmert in den meisten Cues immer wieder mal in interessanten neuen Instrumentierungen durch und gibt dem Ganzen einen roten Faden. TV-Musik auf höchstem Niveau! Schade eigentlich, dass sich die Produzenten für dieses Release sich nicht einfach auf Hawkeye fokussiert und stattdessen nur gut 17 Minuten auf die CD gepresst haben. Hier hätte ich gerne mehr gehört. Bruce Broughtons The Boy Who Could Fly beinhaltet hauptsächlich die Neuaufnahme seines hier wohl nur allzu gut bekannten Scores aus demselben Jahr des Film-Release' (1986) mit der Sinfonia of London. Tolle, herzerwärmende Musik mit einem Touch des für Broughton typischen verspieltem Hollywood-Heroismus' (s. "In the Air"). Als Gimmick – und um das Album voll zu bekommen – wurden noch einige weitere Neueinspielungen (teilweise live) zu berühmten Broughton-Themes quer durch seine Karriere dazu gepackt. Dabei handelt es sich nicht um extra für dieses Album erstellte Neuaufnahmen, sondern um von Dragon's Domain scheinbar relativ willkürlich kompilierte aus den letzten 10-20 Jahren. Bis auf die in "We'll Be Back" (Silverado) ein bisschen strauchelnden Trompeten des Midland Odessa Symphony Orchestras (zugegeben: live unfassbar schwere Figuren in dieser Tonhöhe) tolle Arrangements und Interpretationen; in Track 11 sogar mit Bruce selbst am Klavier.
  2. Momentan definitiv kein Einzelfall. War bei mir ziemlich genauso: Joel Goldsmith Collection Vol. 2 zusammen mit Broughtons Boy Who Could Fly am 09. April bestellt und erstmal absolut gar nichts gehört von Buysoundtrax außer der Bestätigung über den Zahlungseingang. Hatte das Päckchen schon abgeschrieben, weil ich dachte, es wär verloren auf halber Strecke gegangen oder mal wieder beim Zoll gelandet wie letztes Jahr gleich zweimal passiert. Ein Grund, warum ich es seitdem, wenn irgendwie möglich, tunlichst vermeide, aus dem Nicht-EU-Ausland zu bestellen. Gestern (25.05.) kamen die CDs dann aber doch noch völlig überraschend an und entgegen meiner Erwartung auch ohne nachzuzahlende Zollgebühren. Dafür aber mal wieder mit teilweise zerbrochenem Case. Ist ja heutzutage schon fast ein Standard-Feature.
  3. Diese alternierenden Taktwechsel im Action-Scoring speziell der 80er und 90er haben's mir irgendwie angetan. Kann mich daran nicht satt hören... Ein einfallsloses 5/4-Gedröhne à la Dark Knight Rises klingt schon nach einigen Takten ausgelutscht und erschreckend vorhersehbar. Die eben nicht ganz regelmäßigen, leicht stockenden, aber trotzdem immer noch klar fokussierten Betonungen vom Capricorn-Main-Title halten das Metrum auch über mehrere Minuten frisch. Goldsmith hat für diese Art der Rhythmisierung in den späten 70ern/frühen 80ern die Blaupause geliefert, was dann zweifellos auch Inspiration war Poledouris' berühmtes Mixed-Meter-Ostinato in "Anvil of Crom": konstanter Wechsel von 12/8 und 10/8, prominente Pauken-Akzente, ausgehaltene Oktav-Parallelen im Blech etc. Die Grundidee dafür ist aber in jedem Falle ganz klar auf niemand Geringeren als Igor Stranwinsky zurückzuführen (Le sacre du printemps, Oedipus Rex etc.). Wenn auch da meist einfach viel zu komplex, als dass die ausgeklügelte Struktur vom Rezipienten beim alleinigen Hören direkt erfasst werden könnte; mir eingeschlossen. Filmmusik ist im Vergleich zu Konzert-Musik strukturell viel "griffiger"... Das macht für mich insbesondere bei solchen Sachen hier den Reiz aus.
  4. Sehr korrekte Aktion, Stefan!
  5. Echt interessant! Vielen Dank für's Notieren und Teilen, Sebastian.
  6. Grundsätzlich ein wirklich tolles Projekt, auch wenn beide Scores leider viel zu viele viel zu kurze Cues beinhalten, die sich musikalisch dadurch praktisch gar nicht entfalten können. Da stellt sich wirklich die Frage, ob es für eine Albenzusammenstellung nicht sinnvoller wäre, sich etwas vom chronologischen Filmschnitt zu entfernen und zumindest die kürzesten Stücke zusammenzuschneiden oder besser noch im Falle einer Neuaufnahme – wie eben hier der Fall – Mini-Cues schon im Arrangement miteinander zu koppeln; z. B. über ausgehaltene Flächen in den Bässen/Celli, Becken-/Trommelwirbel etc. Die dadurch gewonnene Zeit auf dem Album beziehungsweise während der Sessions hätten man dann nutzen können, um etwa für The Man eine kleine Konzert-Suite der wichtigsten Themen möglicherweise inklusive Violinen, die ja von Goldsmith (bewusst) ausgespart wurden, als Bonustrack draufzupacken. Hätte ich interessanter gefunden als die ganzen "authentischen" Mini-Cues, die ich mir bestenfalls einmal anhören werde. Höhepunkt ist für mich eindeutig das für Goldsmith später stilbildend gewordene rhythmisch äußerst komplexe und für die Zeit (1957!!) überraschend aggressive Ostinato in "The Fight" aus The Black Patch. Eindrucksvoll ist auch das leicht irisch angehauchte, elegische Liebesthema, das sich in "Love Reunited" mit viel Harfeneinsatz voll entfaltet. Generell klingt Patch bemerkenswert modern und wüsste ich es nicht besser, hätte ich den Score beim ersten Hören eher in den späten 70ern eingeordnet. Jerry war seiner Zeit also schon zum Start seiner Karriere meilenweit voraus... Klare Empfehlung, nicht nur für Goldsmith-Fanboys!
  7. Zugegeben: interessante Sachen dabei, aber es wäre schön, wenn Sie das von Anfang an auch einfach als separaten Download ohne quasi erzwungene CD-Bestellung anbieten würden. Durch die neuen Zoll-Bestimmungen (und den Brexit) musste ich schon öfter deutlich draufzahlen, obwohl mir die Plastikhülle im Regel, deren Inhalt ich heutzutage bestenfalls noch als Frisbee verwenden würde, ziemlich schnuppe ist.
  8. Da ich über PM nach Noten gefragt wurde: Hal Leonard hat mein Arrangement lizenziert und bietet es jetzt über Sheetmusic Direct an. https://www.sheetmusicdirect.com/en-US/se/ID_No/686157/Product.aspx Sorry, auf den Preis hatte ich leider keinen Einfluss. Hätte es am liebsten ähnlich wie bei Bandcamp mit "name your price" eingestellt. Wie auch immer, vielleicht will sich ja mal der ein oder andere dran versuchen.
  9. Wäre schön, wenn sie den Score wenigstens digital (also als Download, Streaming bring mir nichts) veröffentlichen würden. Letztlich geht es mir um die Musik, nicht den physischen Datenträger. Wenn ich wirklich was auf CD brauche, brenn ich es mir.
  10. Danke für's Teilen und freut mich echt sehr, dass es sich eurer Einschätzung nach auch natürlich anhört. Das war mir tatsächlich sehr wichtig.
  11. Danke für die Rückmeldung! Freut mich, dass es dir gefällt. Ich glaube, niemand, der sich ernsthaft mit Jerrys riesigem und vielfältigem Œuvre beschäftigt hat, kann verleugnen, dass er einer der innovativsten, produktivsten und auch schlicht begabtesten Filmkomponisten gewesen ist und wir Leute wie ihn heute schmerzlich vermissen. Nachdem ich vor einigen Jahren mal Wagners Ring mit einer Swing-Version verschandelt habe, schien es mir nur angemessen, eine weitere kleine Hommage an einen der zweifellos größten Komponisten des 20. Jahrhunderts zu richten.
  12. Hallo zusammen, da hab ich die letzten Wochen immer wieder mal dran gearbeitet und jetzt ist es endlich fertig: eine kleine Jazz-Fantasie für Klavier über Jerry Goldsmiths wohl mit Abstand bekannteste Titelmusik. Viel Spaß! https://youtu.be/B5aplpJMYW8 LG Dustin
  13. Sebastian, wollte mich an dieser Stelle mal für deine ganzen Film-Score-Spotlights bedanken! Ich schaff es leider nicht jedesmal, darauf zu reagieren. Aber nach und nach schau ich mir alle an und finde das Format einfach super, um bedeutende Stück aus verschiedenen Scores im Klavierauszug auf ihre Quintessenz einzudampfen und schnell die musikalischen Grundideen dahinter zu begreifen. Zuletzt auch die beiden Cues aus Poledouris' Starship Troopers fand ich mega spannend! Was ich allerdings wohl nie verstehen werde ist, dass bei vielen Score-Veröffentlichungen (so z. B. auch bei Omni) notorisch auf Schlüsselvorzeichen verzichtet wird, obwohl die jeweiligen Kompositionen fast immer eindeutig tonal sind oder wie im Falle vom Troopers mit ein paar oktatonischen Zusätzen hier und da. Der "Klendathu Drop" ist ja nun mal eindeutig in f-Moll und der gute Basil wird das auch mit dieser Tonart im Kopf eben tonal komponiert und aufgeschrieben haben. Für die Lesbarkeit und auch die Analyse finde ich diese posaunenchorhafte C-Cur-Schreibweise eher hinderlich... Aber ist wahrscheinlich wie so oft Geschmacks- und Gewöhnungssache.
  14. Solche Polytonalitäten sind mir beim Hören von Filmmusik bisher kaum aufgefallen, aber der Effekt für SciFi-/Horror-Settings ist enorm, obwohl harmonisch doch recht primitiv. Auch der teils verschmelzende Klangfarbenkonstrat zwischen crescendierenden Hörnern in Mittellage und hohen Trompeten ist interessant. Hat schon ein bisschen was von Schönbergscher Klangfarbenmelodik. Wird gemerkt!
  15. PS: Den offiziellen Soudntrack gibt’s übrigens auch zum Download https://mega.nz/folder/61QDVY7Q#P0a1XFyGEyopHe7nhgR47g
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir nutzen auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, stimmen Sie der Cookie-Verwendung und der Verarbeitung von personenbezogenen Daten über Formulare zu. Zu unserer Datenschutzerklärung: Datenschutzerklärung/Impressum