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Am 5.9.2019 um 09:48 schrieb TheRealNeo:

Was macht er denn besser?

Hast du dich mal näher mit Gordons Musik zu DAYBREAKERS befasst? Über das Internet Archive kannst du noch auf meinen FilmmusikWelt-Text von 2010 zugreifen, wo ich das dualistische Oktatonik-Diatonik-Konzept der Musik analysiert habe. 

Zitat

Aus konzeptioneller Sicht liegt mit Gordons Daybreakers-Musik schlussendlich eine der wohl durchdachtesten Filmkompositionen für einen Mainstream-Horrorthriller seit langem vor. Den Kontrast von oktatonischem und diatonischem Material (als musikalische Versinnbildlichung des Konflikts zwischen Vampiren und Menschen) bettet der Komponist in ein sich kontinuierlich „aufhellendes“, auf eine erlösende Apotheose zustrebendes Gesamtkonzept ein – vom „Nightfall“ zum „Daybreak“, durch Dunkelheit zum Licht, „per aspera ad astra“.

So durchdachte musikalische Konzepte, die unbewusst natürlich auch bei musikalisch nicht vorgebildeten Menschen funktionieren, habe ich bei Wallfisch noch nie erlebt. Ganz abgesehen von der Finesse, mit der Gordon formal komponiert, und z.B. (gerade im Kontrapunktischen) immer wieder den Fokus auf einzelne Linien legt, solistische Instrumente hervortreten lässt, etc.

Die virtuose Hornlinie am Ende von "Fermentation Tank" (1:52), oder die beeindruckende Mehrstimmigkeit in den Bläsern in "Spreading the Cure" (ab 5:27, später ab 7:00) - sowas findest du in Wallfischs IT nicht mal im Ansatz. Auch die Konzepte, die du bei Wallfisch beschreibst (Kinderchor für Kinderopfer, lyrisches Thema für unschuldige Jugend...) sind ausgetretene Klischees, die du in jeder billigen Fernsehserie findest, wenn es um das Thema geht. Nicht zu vergleichen mit den strukturellen Konzepten von Gordon. 

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vor 3 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Hast du dich mal näher mit Gordons Musik zu DAYBREAKERS befasst? Über das Internet Archive kannst du noch auf meinen FilmmusikWelt-Text von 2010 zugreifen, wo ich das dualistische Oktatonik-Diatonik-Konzept der Musik analysiert habe. 

So durchdachte musikalische Konzepte, die unbewusst natürlich auch bei musikalisch nicht vorgebildeten Menschen funktionieren, habe ich bei Wallfisch noch nie erlebt. Ganz abgesehen von der Finesse, mit der Gordon formal komponiert, und z.B. (gerade im Kontrapunktischen) immer wieder den Fokus auf einzelne Linien legt, solistische Instrumente hervortreten lässt, etc.

Die virtuose Hornlinie am Ende von "Fermentation Tank" (1:52), oder die beeindruckende Mehrstimmigkeit in den Bläsern in "Spreading the Cure" (ab 5:27, später ab 7:00) - sowas findest du in Wallfischs IT nicht mal im Ansatz. Auch die Konzepte, die du bei Wallfisch beschreibst (Kinderchor für Kinderopfer, lyrisches Thema für unschuldige Jugend...) sind ausgetretene Klischees, die du in jeder billigen Fernsehserie findest, wenn es um das Thema geht. Nicht zu vergleichen mit den strukturellen Konzepten von Gordon. 

das mögen ausgetretene pfade sein, nur wie hat denn Gordon "Kinderopfer" und "unschuldige Jugend" vertont? gibt es da beispiele? ansonsten wäre es ja nur eine pauschale unbewiesene aussage, dass Gordon es besser macht. vielleicht hätte Wallfisch ja auch ein interessantes konzept gehabt, hätte er Daybreakers vertont (der mir übrigens auch sehr gut gefällt).

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vor 4 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Hast du dich mal näher mit Gordons Musik zu DAYBREAKERS befasst? Über das Internet Archive kannst du noch auf meinen FilmmusikWelt-Text von 2010 zugreifen, wo ich das dualistische Oktatonik-Diatonik-Konzept der Musik analysiert habe. 

So durchdachte musikalische Konzepte, die unbewusst natürlich auch bei musikalisch nicht vorgebildeten Menschen funktionieren, habe ich bei Wallfisch noch nie erlebt. Ganz abgesehen von der Finesse, mit der Gordon formal komponiert, und z.B. (gerade im Kontrapunktischen) immer wieder den Fokus auf einzelne Linien legt, solistische Instrumente hervortreten lässt, etc.

Die virtuose Hornlinie am Ende von "Fermentation Tank" (1:52), oder die beeindruckende Mehrstimmigkeit in den Bläsern in "Spreading the Cure" (ab 5:27, später ab 7:00) - sowas findest du in Wallfischs IT nicht mal im Ansatz. Auch die Konzepte, die du bei Wallfisch beschreibst (Kinderchor für Kinderopfer, lyrisches Thema für unschuldige Jugend...) sind ausgetretene Klischees, die du in jeder billigen Fernsehserie findest, wenn es um das Thema geht. Nicht zu vergleichen mit den strukturellen Konzepten von Gordon. 

Ich habe mir nun mal deinen spannenden Artikel durchgelesen und via YouTube etwas in die Musik reingehört (und ja die CD ist mal vorgemerkt ;)). Und was nun ein musikalisches Klischee ist bleibt natürlich die Frage. Ist der Kinderchor ein Klischee, wenn er nicht auch inhaltlich gut passt?

 

vor 44 Minuten schrieb Lars Potreck:

das mögen ausgetretene pfade sein, nur wie hat denn Gordon "Kinderopfer" und "unschuldige Jugend" vertont? gibt es da beispiele? ansonsten wäre es ja nur eine pauschale unbewiesene aussage, dass Gordon es besser macht. vielleicht hätte Wallfisch ja auch ein interessantes konzept gehabt, hätte er Daybreakers vertont (der mir übrigens auch sehr gut gefällt).

Ich denke das ist leider alles sehr hypothetisch, aber man darf ja auch nicht vergessen, dass ja auch ein Benjamin Wallfisch aus bestimmten Gründen verpflichtet wurde und wahrscheinlich auch gewisse Vorgaben bekam, die er erfüllen sollte. Er sagt ja selbst, dass er sich an Musik von Dave Grusin, Jerry Goldsmith oder John Williams zu ähnlichen Filmen der 80er, wie zu der Zeit als der Film spielt, orientiert hat. Und das wird womöglich nicht nur seine Idee gewesen sein, sondern auch eine gewisse Vorgabe. Und die hat man bei so einem Prestige-Titel wohl mehr, als bei DAYBREAKERS, der nicht ganz so hochbudgiert war. Womöglich waren da dann auch die Spierig-Brüder und/oder die Produzenten offener oder gaben da Christopher Gordon freiere Hand. Klar muss auch ein Benjamin Wallfisch vielleicht handwerklich weniger gewandt sein, aber zumindest ist ein Konzept, wenn auch simpel, erkennbar und sehr wahrscheinlich in dieser Form auch erwarten worden. Auch der Schnitt des Films gibt ja schon gewisse Schranken wie ausgeladen er manche Musik anlegen kann. Und wie oben erwähnt gefällt mir ja das was ich aus DAYBREAKERS gehört habe erstmal sehr, sehr gut und erwarte erstmal nicht sowas ähnliches von Wallfisch, weil er da doch einer anderen Schule enstammt.

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Der Kinderchor und das Lied, das benutzt wird, meine ich war die Idee des Regisseurs.

hätte mir auch Velazquez gewünscht für IT, das wäre auf jeden Fall melodischer geworden.

Die ruhigen Sachen sind auch gar nicht schlecht bei Wallfisch, nur dieses ewige ALLES AUF DIE 12 Horrorgetue is einfach auf Dauer ermüdend, wenn auch streckenweise schon beeindruckend in seinen Kreationen. Im zweiten funktioniert es schon nicht mehr ganz so gut finde ich.

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Ich habe gerade den Film gesehen, und finde, dass die Musik sehr gut klingt. Ich mag den Kinderchor ganz am Anfang, die melodiösen Passagen, die Orchestration und auch den bombastischen Teil. Der Score wertet den Film, der ohnehin gut ist, noch mehr auf. Wallfisch fällt mehr und mehr positiv auf. 

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Am 6.9.2019 um 18:24 schrieb Lars Potreck:

das mögen ausgetretene pfade sein, nur wie hat denn Gordon "Kinderopfer" und "unschuldige Jugend" vertont? gibt es da beispiele? ansonsten wäre es ja nur eine pauschale unbewiesene aussage, dass Gordon es besser macht. vielleicht hätte Wallfisch ja auch ein interessantes konzept gehabt, hätte er Daybreakers vertont (der mir übrigens auch sehr gut gefällt).

Du meinst also, man könne die Horrorscores von Wallfisch und Gordon nicht vergleichen, nur weil sie nicht exakt den gleichen Film vertont haben? Folglich wäre der Vergleich von Komponisten nur möglich, wenn es Paralleluniversen gäbe? ;)

Manchmal habe ich das Gefühl, dass du nur aus Prinzip dekonstruieren willst. 

Am 6.9.2019 um 19:18 schrieb TheRealNeo:

...aber man darf ja auch nicht vergessen, dass ja auch ein Benjamin Wallfisch aus bestimmten Gründen verpflichtet wurde und wahrscheinlich auch gewisse Vorgaben bekam, die er erfüllen sollte. Er sagt ja selbst, dass er sich an Musik von Dave Grusin, Jerry Goldsmith oder John Williams zu ähnlichen Filmen der 80er, wie zu der Zeit als der Film spielt, orientiert hat. Und das wird womöglich nicht nur seine Idee gewesen sein, sondern auch eine gewisse Vorgabe. 

Die Frage, wieso er dann nicht auch so elaboriert komponiert hat wie Grusin, Goldsmith und Williams, bleibt aber offen. Die Vorgaben waren ja nicht unbedingt die schlechtesten. 

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vor 15 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Du meinst also, man könne die Horrorscores von Wallfisch und Gordon nicht vergleichen, nur weil sie nicht exakt den gleichen Film vertont haben? 

Ich bezweifle nicht, dass Gordons Score das überzeugendere Konzept und die bessere Umsetzung für seinen Film hat als Wallfisch für seinen, nur seh ich nicht den Sinn darin, Wallfischs Konzept für Kinderopfer und unschuldige Jugend mit Gordons Konzept für Vampire zu vergleichen und daraus abzuleiten, dass Gordon es generell besser macht (so habe ich deine Aussage verstanden). Wenn du schon Konzepte vergleichen willst und es an bestimmten Punkten fest machst, sollten diese Punkte durchaus ähnlich sein meiner Meinung nach. 

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Wallfisch geht die Horrorszenen halt nur immer gleich an und setzt auf Sound und Lautstärke... das is auf Dauer anstrengend und auch stumpf... DAYBREAKERS find ich jetzt auch nen Superscore, aber ansonsten kann ich Gordon eigentlich wenig abgewinnen und Kompositionskunst hin oder her, wenn's den Film nicht vorwärts bringt, is auch die Kunst egal... IT brauchte wohl diese Krawallmusik, damit's "richtig rockt" wie so die Zielgruppe sagen würde...

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ich habe gestern versucht den film zu schauen, dann aber nach ca. 40 minuten abgebrochen. die jungs fand ich durch die bank weg unsympathisch, da sie am laufendem band nur pubertäres dummes zeug von sich gegeben haben. die atmosphäre wie auch auch die guselszenen haben mich bis zu dem zeitpunkt überhaupt nicht gepackt. die wirkten alle so eingeworfen, ohne irgendeine motivation bzw. war es auch nicht nachvollziehbar, warum da gerade was gruseliges passierte. und der score hat dem noch die krone aufgesetzt. man merkte förmlich, dass wallfisch in den szenen krampfhaft grusel erzeugen wollte. hat nicht geklappt, wofür wallfisch nix konnte, da die szenen ansich ja schon nicht gruselig und völlig unmotiviert waren. die ruhigen melodischen passagen fand ich jedoch sehr gelungen. den film bis zu diesem zeitpunkt hätte auch christopher gordons musik nicht retten können.

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