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Mephisto

Martin Böttcher

Empfohlene Beiträge

Unser Haus in Kamerun - Martin Böttcher

Zu dieser längst vergessenen Liebesschmonzette vor tropischer Kulisse schuf Böttcher nach alten Rezept einen typischen Böttcher-Easy-Listeing-Score. Schon gleich zu Anfang präsentiert sich das Hauptthema wie gewohnt in sattem Streicherklang mit sanften Hornechos und pulsierendem E-Bass. Das Thema selbst trägt unverkennbar Böttchers Handschrift. So auch die Untermalung der Hafenszenerie mit dem typischen Schellenkranz und leichten Posaunenakkorden oder die beiden tropisch angehauchten Stücke sowie die beiden sehr blues- und jazzlastigen Titel. Eine kleine Suspensenummer, die aus mehreren immer stärker werdenden Posaunencrescendi besteht, gibt's natürlich auch.

Alles in Allem könnte dem einem oder anderem Hörer bei dieser Musik ob der steten und kaum variierten Darbietung des Hauptthemas etwas langweilig werden. Insgesamt präsentiert sich Böttcher jedoch hier von seiner typischen und besten Seite.

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Straße der Verheißung - Martin Böttcher

Zu diesem mittlerweile wahrscheinlich völlig vergessenem Streifen komponierte Böttcher rund 15 Minuten Musik. Die Musik ist alles andere als monothematisch, so basiert jedes der acht Stücke auf einer eigenen Melodie, wobei allerdings der Titelsong auch noch einmal (Gott sei Dank) als Instrumentalstück am Ende erklingt. Olive Moorefields Gesnagsleistung ist nämlich etwas...gewöhnungsbedürftig. Der Rest der Musik ist ein reiner Jazzscore, der von einer kleinen Besetzung (Bass, Schlagzeug, Gitarre, Vibraphon und Saxophon) bestritten wird. Typische seichte Böttcherstreicher sucht man vergebens. Auch die Themen sind sehr jazzig und erinnern keinesfalls an die voller instrumentierten Abenteuer- oder Dramenmusiken.

Böttcher zeitg sich in dieser Musik von seiner jazzigen Seite. Allerdings ist die Musik zwar nett anzuhören und klingt sehr angenehm, aber auf Grund eines einheitlichen Themas fehlt der ansonsten bei Böttcher so dicke Faden. Die Stücke hätten so oder auch anders zusammen gestellt werden können. Über den Titelsong breite ich einmal das Leichentuch des höflichen Schweigens.

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Auf Engel schießt man nicht - Martin Böttcher

Die Titelmusik zu "Auf Engel schießt man nicht" dürfte wohl eine der - im wahrsten Sinne des Wortes - "coolste" Komposition überhaupt sein. Zuerst hört man Schritte wie in einem großen Parkhaus, dazu eine schön lässige Melodie gepfiffen, bis die Combo mit ebenso heiterer Begleitung einsetzt und die gedämpfte Trompete das Thema gedoppelt mit dem Pfeifen spielt. Dann folgt der E-Bass, sanfte Bongos und kleine Bläsereinwürfe zuerst in Dur und dann in Moll, bevor nochmal das Thema einsetzt.

Der Rest der 10 Minuten langen Musik besteht aus stimmungsvollen, Böttcher-typischen Jazz-Kompositionen, die alle für sich stehen und jeweils eine nettes Thema haben und auch nett arrangiert sind. Die Titelmusik allerdings macht diese Filmmusik zu einer absoluten Perle in Böttchers Schaffen.

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Lufthansa-Suite - Martin Böttcher

Keine Ahnung, ob das eine Fernsehproduktion, ein Werbefilmchen oder sonstwas ist. Jedenfalls ist die Musik von Martin Böttcher eine kleine Zusammenstellung von vier Kompositionen (das erste und der letzte Stück sind die Titelmelodie), die von absoluter Schlager/Pop-Herkunft sind. So wird die Titelmelodie und das erste Stück auch von einem Frauenchor gesungen. Die "Flitterwochen für Elefanten" von behäbigen Saxophonen getrötet und die Titelmusik anschließend noch einmal auf der Solotrompete mit Bandbegleitung dargeboten. Insgesamt eine absolut verzichtbare Musik, die auf Grund ihres überholten Arrangements ein bisschen albern klingt. Spaß machen kann sie trotzdem.

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Pater Brown: Das schwarze Schaf/Er kann's nicht lassen - Martin Böttcher

Als Heinz Rühmann den Namen des Komponisten hörte, der "Das schwarze Schaf" vertonen sollte, runzelte er nur die Stirn, hatte er den Namen Martin Böttcher schließlich noch nie gehört. Zweifelnd, ob der junge Nachwuchskomponist denn auch die richtigen Töne treffen würde, schlich sich Rühmann später ins Aufnahmestudio und setzte sich hinten an die Wand. Böttcher probte gerade mit dem Orchester das "Pater-Brown-Thema" sowie das "Sammelthema" und Rühmann hörte sich das an, nickte leicht und ging wieder, beruhigt und zufrieden. Martin Böttcher erfuhr diese Begebenheit erst später durch den Tontechniker und auch sonst ist niemanden im Orchester Rühmann aufgefallen.

Die Zufriedenheit des des Schauspielers wird einem aber sofort klar, wenn man schon die ersten Töne des "Pater-Brown-Themas" hört: Es ist pfiffig, intelligent, gewitzt - und ganz Martin Böttcher. Das Thema wird von den Saxophonen gespielt, während die Streicher ein leichtes Echo spielen. Den B-Teil bestreiten dann Streicher und Bläser gemeinsam. Das "Pater-Brown-Thema" ist der rote Faden durch die gesamte Filmmusik beider Pater-Brown-Filme und erscheint mal nachdenklich, mal in romantischem Gewand und auch als Shuffle zu Verfolgungsjagden (hier einmal mit einem schönem Kontrapunkt in der Klarinette). Seine romantische Seite kann der Komponist am Besten während der Ankünfte auf den immer entlegeneren Inseln einsetzen, auf die der Pater wegen seiner unpassenden detektivischen Tätigkeiten versetzt wird. Hier erklingen wieder satte Streicher mit leichten Hörnerechos - Böttcher, wie wir ihn kennen. Neben dem "Pater-Brown-Thema" spielt das unternehmungslustige "Sammelthema" eine wichtige Rolle, welches den Pater während seiner Spendenaktionen begleitet. Flöte und gedämpfte Trompete spielen das Thema, während gezupfte Streichinstrumente und (natürlich) ein Schellenkranz für das rhythmische Fundament sorgen. Außerdem existieren noch zwei Source-Musik, der verruchte "Evas Blues" für ein unsäglich anzügliches Theaterstück (heute nur noch albern) und "Mickeys Cha-Cha (mit Horst Tappert als Trompeter - jedenfalls im Film).

Insgesamt handelt es sich hier um eine der gelungensten Kompositionen, die Böttcher für zwei immer noch unterhaltsame Kriminalfilme geschrieben hat. Die 20 Minuten vergehen wie um Flug. Böttcher weiß, mit seinem Thema umzugehen und offenbahrt in jedem Stück seine ganz eigene Handschrift.

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Max, der Taschendieb - Martin Böttcher

Der Film läuft ganz gerne alle halbe Jahre wieder auf dem dritten Programmen Sonntags und Feiertags gegen 11:00. Martin Böttcher komponierte für den Vorspann eine recht ansprechende Melodie, die von leichtem Schlagzeug und langen Tönen in den Streichern begleitet wird. Dieses Thema bestreitet auch die Suspense-Verfolgungsjagd am Bahnhof, hier mit leichten Bongos unterstützt. Außerdem gibt's noch eine kleine Schlussmusik und eine recht nette jazzbaladenartige "Joes Melodie". Insgesamt 8 recht unterhaltsame und melodische Böttcherminuten.

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Der Fälscher von London - Martin Böttcher

"Der Fälscher von London" zählt wahrscheinlich zu den stimmungsvollsten und besten Wallace-Krimis überhaupt und das Gleiche gilt auch für die Musik Martin Böttchers. Zu diesem Film schuf er ein Hauptthema, das von 60er-Jahre-Krimiathmosphäre nur so strotzt. Swingendes Schlagzeug, röhrende Saxophone und schrille Trompeten. In gemäßigten Bigband-Gewand präsentiert Böttcher das Thema erstmals während des Vorspanns. Später taucht es noch einmal etwas geheimnisvoller und gesetzter vom Vibraphon und Klavier gespielt sowie im Laufe des Films als Suspense-Musik auf. Neben zwei netten Source-Stücken gibt's auch noch ein jazziges Liebesthema, welches auch die Schlussmusik bestreitet. Bei knapp 15 Minuten Laufzeit eine der längsten Wallace-Musiken Böttchers, die zu einer absoluten Perle seines kriminalfilmmusikalischen Schaffens gezählt werden kann. Macht Spaß!

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Der schwarze Abt - Martin Böttcher

Auch dieser Film gehört zu den gelungensten Romanverfilmungen des Kultautors und Martin Böttcher ließ sich für die unheimliche Figur des schwarzen Abtes eine kleine Besonderheit einfallen: Die singende Säge. Die Titelmusik wird durch jazzige Akkorde auf dem Spinett, pulsierenden E-Bass, Bongos und Pauken begleitet. Das Thema spielen die Streicher während die singende Säge stets das Echo spielt, sodass eine tolle Friedhofsathmosphäre entsteht. Der Rest der rund 10-minütigen Komposition wird durch's altbewährte Rezept von Suspensemusik, Liebesthema und Schlussmusik bestritten. Die Titelmusik macht diese Komposition jedoch zu einem interessanten Unikum und zeigt, dass es auch in der stets ähnlich klingenden Welt Martin Böttchers immer noch etwas zu entdecken gibt.

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Das Gasthaus an der Themse - Martin Böttcher

Auch einer der stimmungsvollsten Krimis: spannend, mit nachvollziehbarer Auflösung, einer grandiosen Elisabeth Flickenschildt, einem humorvollem, aber nicht zu albernen Eddi Arent und natürlich der gewissen Prise Grusel. Umso trauriger, dass Böttcher dieses Potential nicht wirklich genutzt hat und bis auf die Komposition eines nichtssagenden Score-Stücks, das den Tod eines Polizisten unterlegt, sich auf die Komposition diverse Jazz-Source-Stücke konzentriert hat, die im Gasthaus laufen. Einzig interessant noch die Titelmelodie, die mit diversen Geräusch- und Sprachschnipseln versehen ist, was einigermaßen albern erscheint, aber immerhin insofern interessant ist, dass Böttcher auf eine Technik eingeht, die Peter Thomas schon in "Der Hexer" benutzte. Ansonsten eine der farblosesten Böttcher-Musiken überhaupt.

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Das Phantom von Soho - Martin Böttcher

Dieser Film wurde von Wendlandts Konkurrent produziert und fällt auch deutlich zu den ersten Wendlandt'schen Filme ab. Für die Musik von Martin Böttcher gilt das Gleiche wie auch für "Das Gasthaus an der Themse": Außer der Titelmusik, die zugegebenermaßen recht ansprechend ist und zum Schluss noch einmal als von Tanja Berg mit dürftigem Text gesungener Song vorliegt, gibt's nur noch Sorce-Musik, die absolut blass und charakterlos ist. Jazzstandarts wie aus dem Lehrbuch. Nett anzuhören, aber dermaßen unspektakulär, dass die Musik wie im Film auch, eher als reine Hintergrundberieselung funktioniert.

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Das Kriminalmuseum - Martin Böttcher

"Das Kriminalmuseum" war die erste Krimiserie, die im ZDF ausgestrahlt wurde.Martin Böttcher komponierte die Titelmelodie sowie die komplette Musik zu fünf Einzelfolgen. Dabei arbeitete er zwar in seinem für die Kriminalfilme typisch jazzigen Stil, aber trotzdem sehr abwechslungsreich. Die rund 20 Minuten, die aus diesen Kompositionen vorliegen sind unterhaltsamer als so einige andere Krimimusiken, die ohnehin bloß aus Source-Musiken bestehen.

Das Hauptthema erinnert ein bisschen an "Der Fälscher von London" und verfügt über jede Menge Schmiss und Swing - ein typischer Kriminalböttcher eben. Die individuellen Kompositionen klingen manchmal ein bisschen ironisch und amüsant wie z. B. die Musik zu "Drei reizende alte Damen". Natürlich kommen auch wieder exotische Bossa-Nova-Einflüsse zum Einsatz und lässig klingende Balladen. Insgesamt eine der unterhaltsamsten Kriminalkomposition Martin Böttchers.

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Die Diamantenhölle am Mekong - Martin Böttcher

Dieser mittlerweile völlig vergessene Film inspirierte Böttcher jedoch zu einem ansprechenden Abenteuer-Krimi-Score mit recht ansprechenden Asia-Einlagen. Schon das Hauptthema schleicht sich schön bedrohlich mittels Posaunen und Saxophon an, während Marimbaphon, Vibraphon und Glockenspiel für pentatonische Einlagen sorgen und gleich auf den Handlungskontinent verweisen. Das asiatische Klangkolorit wird im anschließenden Titell, der thailändischen Teemusik, voll ausgekostet. Eine weitere Perle der Musik ist ein recht pfiffiges Stück für einen Mister Baker und eine der ganz wenigen Melodien Böttchers, in der ein Taktwechsel vorkommt. Schließlich runden eine rasante Verfolungsjagd und ein jazziges Stück den Eindruck einer abwechslungsreichen böttchertypischen gut ab. 10 Minuten keine Langeweile!

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Das Ungeheuer von London City - Martin Böttcher

Kein Film, den man heute noch kennen muss, die Musik allerdings weiß über zehn Minuten doch ganz gut zu unterhalten. So passt sich die Titelmusik nämlich nicht dem reißerischen Film an, sondern kommt sehr schleichend und bedrohlich daher. Erst im Verlauf der Musik gibt es mehrere rasante (natürlich jazzige) Action- und Verfolgungsmusiken sowie zwei langsamere und anscheinend unvermeidliche Source-Stücke. Trotzdem, mal eine gut ausgewogene Krimikomposition zwischen rasant, schleichend, schnell, bedrohlich und easy-listening.

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Mörderspiel - Martin Böttcher

Diese deutsch-französische Co-Produktion unter Regiesseur Helmut Ashley ist, im Gegensatz zu einigen anderen Streifen dieser Zeit, zu Unrecht vergessen. Die Geschichte um den chauvinistischen Frauenmörder Troger, der einen unnötigen Zeugen während einer Party loswerden will, ist nämlich spannend und gut inszeniert.

Auch die Titelmusik Martin Böttchers, "Opus für Blondinen", verheißt gutes. So ist dieses jazzige und leicht dagrbotene Stück mit einfacher Melodie zwar typischisches Böttcher-Easy-Listening, ist aber trotzdem angenehm zu hören. Umso trauriger, dass neben einer Combo-Version der Titelmusik nur noch Source-Musiken vorliegen. Böttcher hätte aus dem Stoff deifinitiv etwas Spannenderes machen können, als drei Source-Stücke für eine Party zu komponieren. So wurde eine Chance vertan und zurück bleibt angenehmes aber verzichtbares Material.

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Wartezimmer zum Jenseits - Martin Böttcher

Für diesen, immerhin rund 1,5 DM schweren Thriller schrieb Martin Böttcher gerade mal 7 Minuten Musik, die hauptsächlich von einer Jazz-Serenade getragen wird und die man sich gut anhören kann. Dazwischen gibt's noch einen französisch anmutenden leichten Walzer und eine Verfolgungsmusik, bevor die Reprise der Titelmusik diese nicht umwerfende aber nette Böttcher-Komposition beschließt.

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Der Mönch mit der Peitsche - Martin Böttcher

Die späteren Wallace-Filme waren zwar alle in Farbe, aber qualitativ einfach um einiges schlechter als die früheren Streifen. "Der Mönch mit der Peitsche" lässt sich allerdings noch gut ansehen und enthält viele klassische Zutaten: Den phantasievoll gekleindeten Mörder, das Mädchenpansionat, zwielichte Charaktere und grauenvolle Leichenaufnahmen. Martin Böttcher steuerte für diese Musik vier Stücke von insgesamt 6 Minuten Länge bei: Eine rasante Verfolgungsmusik, die auch die Schlussmusik bestreitet sowie zwei unabhängige Liebesthemen. Einzig interessant vielleicht das mit der Hammond-Orgel bestrittene Vorspiel, das für den geisltichen Aspekt des Mörders steht, ansonsten eine Böttcher-Musik wie viele aus dieser Zeit.

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Die blaue Hand - Martin Böttcher

Ein furchtbar schlechter Film...wenn das düster ausseende Kostüm nur ein Augenloch in der Gescihtsmaske hat und es einen buckligen, einäugigen Hausmeister gibt, der immer zu den Morden fehlte...wer war's denn bloß? Bei diesem Film hatte Böttcher wahrscheinlich auch keine große Lust mehr und Source-Stücke gab's auch keine zu komponieren, also steuerte der Komponist mit zwei Minuten die wahrscheinlich kürzeste Kriminalfilmmusik seines Schaffens überhaupt bei, aber die macht durchaus Spaß. Nach einem kleinen Bach-Zitat der Hammond-Orgel geht's richtig zur Sache. Das Stück strotzt nur so vor Vitalität und Tempo. Ein virtuoses Bongo-Solo in der Mitte des Stücks und der hetzende Walking-Bass-Lauf nach der Orgel sorgen für gute Abwechslung. Das Stück selbst wird im Film ungefähr viermal während der Verfolgungsjagden verwendet, sodass wir doch wieder auf acht Minuten kommen. Spaß macht's auf alle Fälle

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Auszug aus der Wikipedia:

Leben und Werk

Martin Böttcher ist Urenkel eines Weimarer Hofkapellmeisters und erwarb schon früh durch Klavierunterricht musikalische Kenntnisse. Zunächst wollte er indes Pilot werden. Knapp siebzehn Jahre alt, wurde er im Krieg bei der Luftwaffe ausgebildet. Zu einem Einsatz kam es aber aus Mangel an Treibstoff nicht mehr. Seit der Explosion einer Granate in unmittelbarer Nähe ist Martin Böttcher auf einem Ohr taub. Während der Kriegsgefangenschaft gelang es Böttcher, eine Gitarre zu organisieren und autodidaktisch das Gitarrenspiel zu erlernen.

Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft führte ihn der Weg nach Hamburg. Dort spielte Martin Böttcher Gitarre unter Günter Fuhlisch, Alfred Hause und Franz Thon im von Willi Steiner neu formierten Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks, das selbst im Big-Band-verwöhnten England mit Hochachtung erwähnt wurde. Nebenbei eignete sich Böttcher sein musikalisches Rüstzeug bei Generalmusikdirektor Richard Richter und auf dem Gebiet der U-Musik bei Kurt Wege an.

Seine bevorzugte Musikgattung war zunächst der Jazz, wo es Martin Böttcher schaffte, als Gitarrist zur Nummer 2 beim deutschen Jazz-Poll aufzusteigen. Schon in dieser Zeit sammelte er Erfahrungen als Arrangeur bei Filmkomponisten wie Michael Jary oder Hans-Martin Majewski, für den er Teile der Musik zum Film „Liebe 47“ arrangierte.

Bereits ab 1946 schrieb Böttcher Arrangements. 1954 nahm er Abschied vom NWDR und wechselte vom Notenpult zum Skizzenpapier. Dank Produzent Artur Brauner debütierte Böttcher 1955 mit der Musik zur Militärsatire Der Hauptmann und sein Held. Seine zweite Filmmusik schrieb er zu einem Meilenstein des deutschen Films der Nachkriegszeit: „Die Halbstarken“ (1956) von Georg Tressler, in der Hauptrolle Horst Buchholz. Es spielte die eigens hierfür gegründete Formation Mister Martin's Band, in der Musiker wie der Klarinettist Fatty George, der Vibraphonist Bill Grah, der Posaunist Ernst Mosch und, noch als Hans Last, der Bassist James Last mitwirkten.

Für Hans Albers schrieb Martin Böttcher drei Lieder in „13 kleine Esel und der Sonnenhof“ (1958), ebenso die Musik für Heinz Rühmanns „Pater Brown“-Filme „Das schwarze Schaf“ und „Er kann’s nicht lassen“. In „Max, der Taschendieb“ fand die zuvor unter dem Pseudonym Michael Thomas geschriebene und nach kurzer Zeit weltberühmt gewordene Melodie „Hawaii Tattoo“ Verwendung, die später auch in die amerikanischen „Billboard-Charts" aufstieg.

Daneben schrieb Böttcher Chansons für Françoise Hardy, Romy Schneider, Peggy March, Elisabeth Flickenschildt und andere. Am 6. Februar 1960 nahm Martin Böttcher an der deutschen Endausscheidung zum Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne mit dem Titel „Oh, wie schön“ teil. Den Titel sang der belgische Entertainer Tony Sandler, der später in Las Vegas Karriere machte. Das Lied schlug sich achtbar auf einem vorderen Platz, es gewann allerdings „Bonne nuit, ma cherie“ von Wyn Hoop vor „Wir wollen niemals auseinandergeh'n“ von Heidi Brühl. Der Titel von Wyn Hoop wurde dann im eigentlichen Eurovision-Song-Contest Vierter.

1967 produzierte Oswalt Kolle den ersten Aufklärungsfilm „Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe“ in Deutschland. Martin Böttcher wurde mit der Komposition der Musikuntermalung beauftragt. Die Titel lehnte dann der wissenschaftliche Berater des Films, der Sexualforscher Prof. Hans Giese, als „nicht unterkühlt genug“ ab (er befürchtete, dass sich das männliche Publikum zu unzüchtigen Handlungen hinreißen lassen könnte …). Die Musik ging aber nicht verloren. Kolle verwendete sie als Hintergrundmusik für seine Hörplatte „Das Wunder der Liebe“, und das Titelthema Wonderland of Love wurde ein oft verwendeter Titel auf Sampler-Platten von Martin Böttcher.

Der Weg zu Karl May

Anfang der sechziger Jahre beauftragte Rialto Film-Chef Horst Wendlandt den Komponisten mit Filmmusiken für seine Edgar-Wallace-Reihe. Mit seiner Musik für die ebenfalls zu jener Zeit von Rialto Film produzierten Karl-May-Filme avancierte Martin Böttcher in den sechziger Jahren zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten. Das Titelthema zum Karl-May-Film „Der Schatz im Silbersee“ - die „Old-Shatterhand-Melodie“ - führte 1962 siebzehn Wochen lang die Charts in Deutschland an und wurde mehr als 100.000-mal verkauft, ein Novum in der deutschen Musikgeschichte zu dieser Zeit.

Zu insgesamt zehn Karl-May-Kinofilmen komponierte er die Musik, außerdem in den siebziger Jahren zur 26-teiligen ZDF-Karl-May-Serie „Kara Ben Nemsi Effendi“. „An dem Erfolg des Films ist zur Hälfte die Musik beteiligt“, schrieb ein Kritiker nach der Uraufführung von „Der Schatz im Silbersee“. Die Musikstücke werden als Medley in den siebziger und achtziger Jahren mehrfach in den damals populären Musik- und Galashows des Fernsehens wie „Musik ist Trumpf“ gespielt und zu dieser Zeit erstmals auf Samplern herausgebracht. Auch heute noch ist die Karl-May-Filmmusik erfolgreich und wird immer wieder in Cover-Versionen oder auf CDs herausgegeben.

„Für mich war es eine besonders schöne Zeit, als ich die Musik zum Schatz im Silbersee und all den anderen Filmen komponieren durfte. Es hat wahnsinnig viel Freude gemacht - nicht nur, weil mir die Melodien so viel Erfolg brachten, sondern weil die Filme meiner Mentalität entgegenkamen. Das Grundmotiv war die Freiheit und die Ungebundenheit des Menschen. Ich musste nicht lange überlegen, bis mir die passenden Noten einfielen, die Musik kam aus dem Bauch. Vielleicht ist sie gerade deshalb so ein Erfolg geworden."

Musik für das Fernsehen

Mit dem Kinosterben Ende der sechziger Jahre verlegte Martin Böttcher seinen Wirkungskreis verstärkt auf das Fernsehen. So ertönte in der allerersten Krimiserie, die im frisch gegründeten ZDF lief, „Das Kriminalmuseum", als Titelmelodie eine Böttcher-Komposition. Es folgte in den siebziger Jahren eine Vielzahl von Musiken wie die zur Serie Sonderdezernat K 1 oder für diverse Episoden von Der Alte und Derrick, z.B. die Salzburg-Melodie aus der Derrick-Episode „Ein Koffer aus Salzburg" von 1975. Böttcher komponiert seither regelmäßig für Fernsehserien, zuletzt für Pfarrer Braun.

Insgesamt schrieb Böttcher die Musik zu 56 Spielfilmen und rund 400 Fernsehspielen und -serien.

Am 17. Mai 1996 wurde die Komposition „Friedensmelodie" im Rahmen der Radebeuler Karl-May-Tage im Rahmen eines Benefizkonzertes für das Kinderkrankenhaus in Mostar live uraufgeführt.

Auszeichnungen

* Die amerikanische „Max Steiner Society" verlieh Böttcher die Ehrenmitgliedschaft für seine Einspielungen der Weltmelodien „Tara's Theme“ und „Theme from 'A Summerplace'“.

* Am 9. November 1995 wurde Böttcher als erster Preisträger für seinen „besonderen Beitrag zur deutschen Filmgeschichte“ in Bonn mit dem „Ehrenpreis für Filmmusik" (Erich-Wolfgang-Korngold-Preis) ausgezeichnet (gestiftet unter anderem von der Stiftung Deutsche Kinemathek, dem Deutschen Musikrat, der Deutschen Phono-Akademie und der Filmstiftung NRW).

* Auf dem Karl-May-Fest 1994 in Bad Segeberg erhielt Martin Böttcher den Scharlih, die älteste und bekannteste Auszeichnung, die mit dem Namen Karl Mays verbunden ist.

* Während eines weiteren Karl-May-Festes (vom 25. bis 27. Juli 1997) wurde er mit einem „Special Award" der Schacht-Musikverlage ausgezeichnet.

* Am 15. April 2000 wurde ihm in Titisee-Neustadt (Schwarzwald) der Edgar Wallace-Preis in Gold für Verdienste um den deutschen Kriminalfilm überreicht.

* Am 25. Januar 2004 erhielt Böttcher in St. Moritz das Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Lebenswerk. Die Auszeichnung überreichte der deutsche Botschafter in der Schweiz, Dr. Frank Elbe (Bild).

* Am 28. Mai 2009 wurde Martin Böttcher in Berlin anlässlich des erstmals verliehenen Deutschen Musikautorenpreises in der Sparte „Komposition Filmmusik“ ausgezeichnet.

Weitere sehr nützliche und interessante Informationen sowie Böttcher-Futter für die Ohren gibt es auf seiner offiziellen Homepage. :music:

Wer sich einen detaillierten Überblick über Böttchers Karl-May-Musiken verschaffen möchte, findet dazu im entsprechenden Thread genug Schmökerstoff.

bearbeitet von Thomas Nofz

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Martin Böttcher ist gestorben.

Zitat

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Er war einer der ganz Großen der deutschen Unterhaltungs-, Fernseh- und Filmmusik. Unverkennbar ist seine kompositorische Handschrift, unverwechselbar sein Sound: Die Melodien seiner Winnetou-Filmmusiken sind legendär. Martin Böttcher hat die Musik zu über 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen geschrieben. Am 19. April ist der Komponist im Alter von 91 Jahre gestorben, wie BR-KLASSIK aus engem Familienkreis erfahren hat.

Die Melodien der Winnetou-Filmmusiken kennt jeder, das gilt auch für viele seiner Fernsehmusiken, die ihn gewissermaßen in jedes deutsche Wohnzimmer brachten: "Sonderdezernat K1", "Forsthaus Falkenau", "Pfarrer Braun". Martin Böttcher erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande, der "Look & Listen - Telepool-BR-Music-Award" und die Ehrenmitgliedschaft in der US-amerikanischen Max Steiner Society - neben Benny Goodman, Frank Sinatra und anderen.

Vom Abfangjäger zur Gitarre

Die musikalische Heimat des 1927 in Berlin geborenen Urenkels eines Weimarer Hofkapellmeisters war der Jazz. Kurz vor Kriegsende wurde er noch zur Luftwaffe eingezogen und auf dem raketenangetriebenen Abfangjäger Messerschmidt Me 163 "Komet" ausgebildet. Zum Fliegen kam er nicht mehr, aber die Fliegerei blieb einer seiner Leidenschaften. In der Kriegsgefangenschaft begann er mit dem Gitarrenspiel, übte jeden Tag an die 16 Stunden und begann dann seine professionelle musikalische Laufbahn als Rhythmus-Gitarrist im Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg. Bereits 1952 schrieb er für einen Dokumentarfilm eine erste Filmmusik.

"Vorbilder? Für mich war Henry Mancini ein toller Komponist und Arrangeur."

Martin Böttcher

1954 später verabschiedete sich Martin Böttcher von seinem Tanzorchester und gab die Gitarristentätigkeit auf, um sich am Schreibtisch über dem Notenpapier vornehmlich dem Komponieren und Arrangieren zu widmen. Anders als beispielsweise seine Kollegen Werner Müller und Bert Kaempfert, die sich neben dem Komponieren und Arrangieren auch als Big-Band-Leader profilierten, absolvierte Martin Böttcher eher wenige Live-Auftritte als Orchesterleiter.

In stetem Fluss komponierte er für den Film. Erste berühmte Titel waren "Die Halbstarken" und "Endstation Liebe", beide mit Horst Buchholz in den Hauptrollen, später die Pater-Brown-Krimis mit Heinz Rühmann, eine Reihe von Edgar-Wallace-Thrillern und natürlich die insgesamt zehn "Winnetou"-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker in den Hauptrollen, deren Erkennungsmelodien Martin Böttcher in den 1960er-Jahren internationale Berühmtheit bescherten. Das "Old Shatterhand"-Thema von 1962 stand 17 Wochen lang an der Spitze der Charts und wurde mehr als 100.000 Mal verkauft, damals eine echte Sensation.

Best of Martin Böttcher

  • Old Shatterhand-Melodie - "Der Schatz im Silbersee" (1962)
  • Winnetou (1963 - 1965)
  • Pater Brown/Pfarrer Braun (2003 -2013)
  • Kara Ben Nemsi Effendi (1973/1975)
  • Sonderdezernat K1 (1972–1982)
  • Es muss nicht immer Kaviar sein (1977)
  • Das Kriminalmuseum (1963–1968)
  • Edgar Wallace: Das Gasthaus an der Themse (1962)
  • Oberst Wennerström (1965)

Die Reihe der Fernsehmusiken Böttchers ist lang: Sie umfasst noch beliebte Serien wie "Das Kriminalmuseum", "Gertrud Stranitzki" mit Inge Meysel, "Es muss nicht immer Kaviar sein" mit Siegfried Rauch, "Air Albatross" mit Wolf Roth, "Schöne Ferien" mit Claudia Rieschel, Simone Rethel und Sigmar Solbach sowie "Pfarrer Braun" mit Ottfried Fischer.

Der Böttcher-Sound

 Filmkomponist Martin Böttcher | Bildquelle: picture alliance / Carsten Rehder/dpa In all diesen Film- und Fernsehmusiken kultivierte Martin Böttcher einen Sound, der von großer Originalität und Eigenständigkeit geprägt ist. Es sind einprägsame diatonische Melodien, gepaart mit einer klangsinnlichen Harmonik über kräftigen Basslinien, eingebettet in einen warmen, weichen, volltönenden Gesamtklang. In der Tat dürfte es schwer fallen, ein Böttcher-Stück zu finden, bei dem man nicht schon nach 15 Sekunden die unverkennbare Handschrift des Komponisten erkennen würde.

Quelle: https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/martin-boettcher-gestorben-filmmusik-komponist-winnetou-nachruf-100.html?fbclid=IwAR1I3rG7oRDfAu3jyB9GRH9hwkyKghxrm4zqC4TmLGcAn098aupTyKgdcE0

 

 

 

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1976 wollte mir Oma ein Karl-May-Hörspiel kaufen.
Irrtümlich griff sie zu einer Kassette mit dem reinen Soundtrack. So kam ich mit 7 Jahren zu meiner ersten Filmmusik.
Ruhe in Frieden Martin Böttcher.

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