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Ankündigung:

Die Themen der Filmmusik wollen sich mal in naher Zukunft den wichtigsten Epochen der Filmmusik widmen. Dem Golden und dem Silver Age. Wir wissen zwar so ungefähr, wer da seine Schaffenszeit hatte und welche großartigen Scores zu jener Zeit geschaffen wurden, aber wir wissen sehr genau, dass es hier den einen oder anderen Spezialisten gibt. Und von euch hätten wir gern Hilfe.

- Welche Scores (Tracks) gehören in so eine Sendung?

- Was für Infos könnt ihr uns geben?

Wir wären - wie immer - unendlich dankbar um jede Mithilfe :D

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Also eine Unterscheidung zwischen Golden und Silver Age, die auch in der Strukturierung der Sendung deutlich wird, wäre sinnvoll. Das Golden Age (von den 30ern bis in die 50er) ist geprägt von spätromantisch und vor allem auch stark leitmotivisch ausgerichteter Filmmusik, mit Vorbildern in der deutschen Spätromantik (Richard Strauss, Richard Wagner, teils Gustav Mahler) - Einflüsse der Moderne sind sehr selten, etwa in den Filmmusiken von Hugo Friedhofer oder Adolph Deutsch. Vorbilder sind hier teils die transparenten, harmonisch etwas freieren Kompositionen von Paul Hindemith. Aber das ist, wie gesagt, selten und nicht charakteristisch für die Filmmusik des Golden Age.

Wichtige Filmmusiken des Golden Age, an denen man den schwelgerisch-spätromantischen Stil und die wagnerianische Leitmotivtechnik, die Themen und Motive einzelnen Figuren, Stimmungen oder Gegenständen zuordnet, gut erkennen kann, sind z.B. THE SEA HAWK (Erich Wolfgang Korngold, 1940) oder GONE WITH THE WIND (Max Steiner, 1939).

Die Filmmusik des Golden Age ist übrigens auch eng mit dem in den 30ern und 40ern in Hollywood vorherrschenden Studio-System verknüpft: die großen Komponisten waren unter Vertrag bei den großen Studios und es entwickelte sich ein sehr einheitlicher, spätromantisch geprägter Stil, von dem selten abgewichen wurde. All das sollte sich dann ab den 50er Jahren - in der Filmmusik der Beginn des Silver Age - ändern: das Studio-System bricht zusammen, da die großen Studios aufgrund des Anti-Trust von 1948 ihre Kinoketten abstoßen müssen; unter den Filmemachern herrscht nun Aufbruchsstimmung, man will unabhängig werden. Nicht nur die Regisseure wollen nun eigenständige, von Studios unabhängige Projekte realisieren, auch die Komponisten der Filmmusik schauen sich nach erfrischenden Neuerungen um.

Im Silver Age (etwa ab Anfang/Mitte der 50er Jahre) beginnen stilistische Veränderungen: für die nachfolgende, junge Filmkomponisten-Generation gerät nun verstärkt die musikalische Moderne und Avantgarde in den Blickpunkt des Interesses, ebenso Formen der Unterhaltungsmusik, vor allem der Jazz. Mit THE COBWEB (1955) komponiert Leonard Rosenman, Schüler von Arnold Schönberg, als erster Hollywood-Komponist einen Score, der ausschließlich Arnold Schönbergs Zwölfton-Technik als formbildendes Prinzip verwendet. Hier wird auch ein wichtiges Motiv dieser "neuen" Form der Filmmusik deutlich: durch die modernen, teils atonalen Kompositionen wollen Komponisten nun verstärkt die Abgründe der menschlichen Seele ausleuchten, tiefer in die Psychologie der Figuren eindringen, ganz im Sinne der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Bezeichnenderweise schreibt auch Jerry Goldsmith zu FREUD (1962) einen wichtigen, modernistischen Score des Silver Age, der sich an der Musik der Zweiten Wiener Schule orientiert (Schönberg, Webern, Berg), ein weiterer wichtiger Einfluss ist hier die Musik Béla Bartóks. (Der oben genannte THE COBWEB ist übrigens ein Psychiatrie-Drama - auch damit wird deutlich, dass die Moderne in der Filmmusik des Silver Age verstärkt auf die präzisere, tiefere Ausleuchtung der menschlichen Psyche abzielt.)

Zum Jazz: Mit A STREETCAR NAMED DESIRE (1951) schreibt Alex North den ersten und wohl wichtigsten Score, der sich fast ausschließlich den musikalischen Idiomen und Eigenheiten des Jazz verschreibt. Ihm folgen zahlreiche weitere Komponisten (Bernstein: THE MAN WITH THE GOLDEN ARM, 1955; Waxman: CRIME IN THE STREETS, 1956) und bald wird der Jazz neben dem Modernismus und der Atonalität das wichtigste Element der Filmmusik des Silver Age.

Die 60er und 70er Jahre waren dann die Hochphase des Silver Age, mit modernistischen Meisterwerken wie PLANET OF THE APES (Jerry Goldsmith, 1968), THE HELLSTROM CHRONICLE (Lalo Schifrin, 1971) oder THE TAKING OF PELHAM 123 (David Shire, 1974) - letzterer verbindet Jazz und Zwölftonmusik! :D

Mit dem Aufkommen der großen, wieder sehr spätromantisch angelegten Blockbuster-Sinfonik (also mit Williams' STAR WARS, 1977) gelangt das Silver Age langsam an sein Ende. POLTERGEIST (Jerry Goldsmith, 1982) dürfte eine der letzten Filmmusiken sein, die man noch dem Silver Age zuordnen könnte. Alles danach entspricht mehr oder weniger der modernen, im Laufe der Zeit stark konventionalisierten Blockbuster-Filmmusik, die sich dann in den Neunzigern mit Hans Zimmer und Media Ventures in eine ganz eigene, popsinfonische Richtung entwickelt hat.

Die wichtigsten Komponisten des Silver Age sind hierbei: Alex North, Leonard Roseman, Jerry Goldsmith, Bernard Herrmann (obwohl der auch die Filmmusik des Golden Age noch maßgeblich mit geprägt hat), David Shire, Lalo Schifrin und der frühe John Williams (IMAGES, BLACK SUNDAY, zu Teilen noch CLOSE ENCOUNTERS).

Das nun als kleine Einführung - könnte man natürlich noch viel ausführlicher beschreiben. Die wichtigsten Werke aufzuzählen, dürfte hier den Rahmen sprengen, aber ich werde heute Abend oder morgen noch einige Beispiele bringen.

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Sehr interessant Sebastian :D

Also Anne und ich haben grade so beschlossen, dass wir die eine Woche dann die Golden Age Sendung machen und die Woche drauf die Silver Age Sendung... wir denken, somit haben wir genügend Spielraum, auch Filmmusik Anfänger einen kleinen Blick in diese Welt der Musik zu bieten. Darum gehts uns ja auch in diesen beiden Thementagen, weil viele immer noch den Kopf abwenden, wenn sie diese Begriffe hören, darum sollte Anne und auch mein Ziel sein, die Musik schmackhafter zu machen, wie sie es auch verdient ;)

In dem Sinne ein herzliches Danke für deine Umschreibung der beiden Begriffe und wir freuen uns schon auf deine kommenden Musikbeispiele und natürlich auf die der anderen hier :D

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Da ich den Film neulich erst zum Teil wieder gesehen habe und mir die Musik sehr gut gefallen hat(und dazu auch grad das Thema im Radio/Chat angeschnitten wurde):

Wie wäre es denn mit etwas aus QUO VADIS von Miklós Rózsa? Monumentalfilmmusik ist was Tolles. :D

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Ganz vergessen... hier habt ihr nun mal die Playlist inklusive der kleinen Geschichte, die sich Thomas Nofz zum Thema ausgedacht hat.. bei den Infos war uns Sebastian Schwittay behilflich

Auch ein Danke an den Sprechern der Show

Oma - Sayarin alias Fredie

Enkel - Soundtrack Composer alias Jonathan

Die Radiomoderatorin war natürlich ich, Anne alias Laubwoelfin ;)

Titel 1 : KING KONG Track 1 von James Newton Howard

(Türenknarren?)

Oma:

Hallo mein lieber Paul. Was hast du denn da gerade gehört?

Enkel:

Hi Oma! Och, das war die Einleitungsmusik für die neue King-Kong-Verfilmung von diesem Hobbit-Typen, Peter Jackson.

Oma:

Oh. Aha. Das klang ja ganz… interessant. Aber, Moment… ich zeig dir mal was. Dazu muß ich aber erst mein olles Röhrenradio einschalten…. (Oma ächzt, als sie sich bückt). Na gut, Paul... komm her, hör dir DAS mal an:

Titel 2: KING KONG „Overture“, Max Steiner (Max Steiner Collection, Silva, CD 1/1)

Enkel:

(voll begeistert) WOW! Oma… was war denn DAS?!

Oma:

Tja, Paulchen, das war meine Version von KING KONG, aus dem Original von 1933! Ach herrje, kannst du dir das vorstellen? Das vor knapp 80 Jahren! Und trotzdem… ich finde, dagegen klingt dein neuer KONG wie ein Plüschäffchen, findste nicht auch? (kichert) Hier… horch:

Radiomoderatorin:

… Jaaa, meine sehr geehrten Damen und Herren, Junge und Junggebliebene, willkommen zu unserer Nostalgie-Radioshow über das sogenannte Goldene Zeitalter der Filmmusik. Lassen Sie uns das Rad der Leinwandzeit zurückdrehen und ein paar alte Bekannte aus einer Zeit erlauschen, als die Bilder in den Kinosälen noch wohlig in Schwarz/Weiß flimmerten; als weder Popcornknuspern noch Handypiepsen den Genuß der geliebten Schmachtfetzen trübte… abgesehen von dem Rattern der Filmspulen über den Köpfen der Zuschauer in der letzen Reihe.

Soeben hörten wir die Ouvertüre aus einem wahren Klassiker der Filmgeschichte, KING KONG, komponiert von Max Steiner. Steiner, 1914 von Österreich nach Amerika emigriert, zählt zu den Pionieren einer eigenständigen, schöpferischen Filmmusik. Von allen Namen, die mit der goldenen Ära der Filmmusik in Hollywood in Verbindung gebracht werden, besitzt keiner so viel Glanz wie der Max Steiners. Er war ein Meister ansprechender Tonkunst, mit einer erstaunlichen Schaffenskraft. In einem Zeitraum von 35 Jahren hat er an mehr als 300 Filmen mitgearbeitet. Seine Melodien und Rhythmen waren verhältnismäßig einfach, aber sie trafen stets ins Herz der Zuschauer. Wie auch in folgendem unvergesslichen Klassiker der Filmgeschichte, VOM WINDE VERWEHT…

Titel 3: GONE WITH THE WIND „Suite“ (Max Steiner Coll. CD 2/11)

Enkel:

Mensch, Oma… das klingt für mich fast wie eine von deinen ollen klassischen Sinfonien!

Oma:

Naja, Paulchen, damit haste nich ganz unrecht. Viele der Filmmusikkomponisten, die damals zum Teil aus politischen Gründen nach Amerika auswanderten, waren echte klassische Komponisten der alten Wiener Schule, wie etwa Erich Wolfgang Korngold, Franz Waxman, Ernest Gold oder eben mein Mäxchen Steiner. (Seufzer) Ach, was habe ich bei VOM WINDE VERWEHT geheult, Paulchen… Dass sich Scarlett und der schnuckelige Rhett Butler nie gekriegt haben… und dann diese Musik! (seufzt wieder ganz tief)…

Enkel:

Ja, Oma, das kenne ich auch. Als Russell Crowe am Ende vom GLADIATOR stirbt, war mein Taschentuch auch nass… und dann die Musik von Hans Zimmer! (seufzt auch ganz tief).

RM: Machen wir nun einen etwas größeren Sprung vom epochalen Tränenbomber zu etwas schwungvolleren Klängen, gepaart mit Degen, Enterhaken und Meeresbrise:

Titel 4: THE SEA HAWK, Erich Wolfgang Korngold (Suite? )

Radiomoderatorin:

Soeben hörten Sie eine Suite aus THE SEA HAWK, für die der Österreicher Erich Wolfgang Korngold 1941 für den Oscar nominiert wurde. Auch Korngolds Name ist unauslöschlich mit der goldenen Ära der Filmmusik in Hollywood verbunden, obwohl er in dem Dutzend Jahren, die er dort arbeitete, nur zwanzig Filmkompositionen geschaffen hat. 1946 zog er sich zurück, hauptsächlich deswegen, weil ihn seine Berühmtheit als Filmkomponist erschreckte. Schämte er sich für das, was er – einst ein gefeierter Konzertkomponist in Wien – für die Leinwand geschaffen hatte? Oh nein… er arbeitete mit derselben Liebe für den Film, wie für Oper und Konzertsaal. Vielmehr verbitterten ihn die Verachtung und Überheblichkeit der amerikanischen Kritiker. Diese lobten zwar alles, was an Filmmusik aus England oder Russland zu hören war, hatten aber nur Spott und Arroganz für die Hollywoodkomponisten übrig.

Die Zuschauer und Filmemacher jedoch liebten Korngold. Für sie war er, vor allem durch seine flotten Mantel-, Degen- und Piratenscores ein Superstar. Seine Musik zu Robin Hood, König der Vagabunden erreichte Platz 11 in der Liste der 25 Besten Filmmusiken aus 100 Jahren, welche vom American Film Institute zusammengestellt wurde. Und… für diese Musik erhielt er 1939 seinen zweiten Oscar:

Titel 5: ROBIN HOOD, Erich Wolfgang Korngold (Suite)

Enkel:

Duhuuu, Omaaa? Ich höre da die ganze Zeit fettes Orchester. Hatten die nicht früher nur so Klimperklavier in der Ecke stehen, auf dem so ein zerzauster Pianist irgendwelche Melodien zu den Filmen spielte?

Oma:

Ach Dummerchen… neiiin, das war doch nur während der Stummfilmzeit so. Die endete jedoch Ende der 20er Jahre, als plötzlich im Kino die Bilder zu sprechen und auch zu musizieren begannen. Ach Paulchen, ich kann mich noch erinnern, wie ich als kleines Mädel inmitten all der fein angezogenen Leute in diesem großen dunklen Saal saß und die Schauspieler richtig hören konnte… und, haaach… die Musik! *schwärmt* Diese herrliche Musik! Sie schien von einem unsichtbaren Orchester gespielt worden zu sein. Endlich gab es richtige Filmmusik, für immer eingebrannt auf der Tonspur des Films, nur für diesen einen Film komponiert, unverwechselbar, einmalig. Weißt du, damals gab es die „Großen Fünf“… fünf große Filmstudios, die uns kleine Leute mit ihren Leinwandträumen verzauberten: Fox, Paramount, MGM, Warner Brothers und RKO (Anmerkung von mir: Arr-Kej-Oh ausgesprochen). Und das Tollste war, sie alle hatten alle ihr eigenes Orchester, mit eigenen Komponisten, die für unsere Lieblinge die schönsten Musiken komponierten…. So wie diese hier:

Titel 6: EL CID, Miklós Rózsa (Suite)

Radiomoderatorin:

Das war die beeindruckende Musik zu EL CID, komponiert von Miklós Rózsa, einer der schillerndsten Persönlichkeiten des goldenen Zeitalters der Hollywoodfilmmusik. Er war ein Superstar, der nicht nur riesige Erfolge auf der Leinwand, sondern auch im Konzertsaal feierte. 13 Oscarnominierungen und 3 Oscars konnte er für sich verbuchen. Rózsa, gebürtiger Ungar, komponierte die Musik für einige der größten Epen, Abenteuer- und Sandalenfilme, die die kalifornische Traumfabrik je hervorbrachte: Der Dieb von Bagdad, Ben Hur, Quo Vadis, Ivanhoe, Das Duschungelbuch, Sodom und Gomorrah, Die Ritter der Tafelrunde, König der Könige oder Das Tal der Könige. Aber es gab auch eine Zeit, als er in den kriegumtosten 40er Jahren Berühmtheit für seine Musik der Film-noir-Ära Hollywoods erlangte… und auch die Aufmerksamkeit eines damals 16jährigen jungen Mannes, den er 1945 mit seiner Komposition zu SPELLBOUND (Ich kämpfe um dich) so sehr beeindruckte, dass dieser sich entschloß, ebenfalls Filmkomponist zu werden. Der Name des jungen Mannes war Jerry Goldsmith… und der Rest ist Geschichte.

Titel 7: SPELLBOUND, Miklós Rózsa

Enkel:

Hey, Oma… was war denn das für ein komisches, heulendes Geräusch da eben? Hat man einer der Geigenspielerinnen ein Cello auf die Füße gestellt, oder was?

Oma:

Ach neiiiin, Schusselchen… das war ein elektronisches Instrument, ein sogenanntes Theremin, welches von Rozsa in diesem Film zum allerersten Mal eingesetzt wurde. Klingt ganz schön gespenstisch, was? *lacht hexisch*… Aber, Paulchen, mal was anderes. Hast du dieses wunderschöne Thema bemerkt, welches Rózsa für die beiden Liebenden geschrieben hat? Zum Dahinschmelzen. Das ist ein sogenanntes Leitmotiv.

Enkel:

Ein was? Kenn ich nich. Ich kenne nur nen Leitwolf.

Oma:

Ach neee…. aber so ähnlich! Du kennst doch STAR WARS, oder? Da hat es dieser… dieser Williams-Bursche genauso gemacht: Wichtige Figuren, Schauplätze oder Ereignisse bekommen ihr eigenes Thema oder Motiv, damit der Zuschauer sie im Verlauf eines Films leichter zuordnen kann. Das Ding ist nur: Dieser Johnny Boy hat sich das bei den Meistern des Golden Age abgeschaut… die wiederum aber von Richard Wagner und seinen gewaltigen Opern. Da staunst du, was? Richard Wagner… der musikalische Urgroßvater von Darth Vader, Indiana Jones und den Transformers…. hihihi.

Radiomoderatorin:

: Hören Sie nun Musik aus THE GREATEST STORY EVER TOLD, komponiert von Alfred Newman, dem „Godfather of Filmmusic“…

Titel 8: THE GREATEST STORY EVER TOLD, Alfred Newman („The Long Journey“)

Enkel:

Duuu, Oma… hat die Moderatorin eben gesagt, dieser Alfred wäre der “Godfather“ der Filmmusik? Muß man den kennen?

Oma:

Ohhh jaaa, mein Lieber! Alfred Newman ist eine Legende. Er ist der einflussreichste und machtvollste Musiker in der Geschichte Hollywoods. Er war dabei, als der Tonfilm geboren wurde… bis hin zum Niedergang des Großstudiosystems. Neun Oscars hat er gewonnen… und er war sage und schreibe 45mal für den Goldbuben nominiert. Das ist ein unerreichter Rekord, Paulchen… und wird es wohl auch für immer bleiben. Newman war 20 Jahre lang Chef der Musikabteilung bei Fox und führte den Laden dort mit Autorität und fester Hand. Der Fox-Boss gab ihm freie Hand: Newman bekam ein erstklassiges Orchester und konnte jeden unter Vertrag nehmen, den er als Arrangeur, Orchestrator und Komponisten haben wollte. Er selbst war also Komponist, Dirigent und Manager in einem. Wahnsinn…

Enkel:

Hmmmm… hey, Oma, dann kann man doch diesen Newman mit Hans Zimmer vergleichen. Der ist ja auch Komponist und Manager von Remote Control Productions und hat viele Leute unter seinen Fittichen… stimmt´s?

Oma:

(macht eine kleine Pause)… äääähm, Paulchen… Erstens, wenn du dein komisches Remote-Control-Dingsbums mit dem Foxstudio vergleichst, vergleichst du ein brennendes Streichholz mit einem Osterfeuer. Und zweitens… neben der Sache mit den Oscars… zweitens: Hans Zimmer kann nicht dirigieren.

Titel 9: CAPTAIN FROM CASTILLE, Alfred Newman, „Conquest“

Radiomoderatorin:

Ein großer Verdienst von Alfred Newman war es, das Talent von jungen, aufstrebenden Komponisten zu entdecken und zu fördern. Einer davon war Hugo Friedhofer, ein Multitalent sondersgleichen. Friedhofer war nicht nur Komponist, sondern auch Bearbeiter, Arrangeur, Filmmusiklehrer, Orchestrator und Chef vom Dienst bei vielen Projekten, die heute längst in Vergessenheit geraten sind. Er orchestrierte Musik von Max Steiner oder Erich Wolfgang Korngold, bis ihn Alfred Newman Anfang der 40er Jahre zu Fox holte. Dort erlebte Friedhofer seine Glanzstunde: Für THE BEST YEARS OF OUR LIVES erhielt er 1947 den Oscar… und verwies damit Größen wie Bernard Herrmann, Franz Waxman, Miklós Rózsa und William Walton auf die Plätze.

Titel 10: THE BEST YEARS OF OUR LIVES, Hugo Friedhofer, 1946

Oma:

Sag mal, mein lieber Paul… kennst du Querköpfe in der Filmmusik? Also Komponisten, die nicht dem Zeitgeschmack folgen?

Enkel:

Joaah… also einer fällt mir da ein. John Williams.

Oma:

John Williams? Wieso das denn?

Enkel:

Naja, der komponiert eben noch Filmmusik, die nicht so klingt, wie das meiste, was heute in Blockbustern zu hören ist.

Oma:

(nachdenklich) Hmmmm… da könntest du recht haben. Im Golden Age gab es auch ein paar davon. Die schrieben eben etwas modernere Musik, ein bisschen dissonanter, weniger romantisch und pompös. Mir fallen da zwei ein. Ein fast Vergessener und ein seeeehr Berühmter…. Kennst du Adolph Deutsch? Nee? Aber vielleicht hast du ja schon mal vom Malteser Falken gehört, diesem Film-Noir-Krimi mit einem meiner Lieblinge, Humphrey Bogart… Ach, Paulchen… DAS war ein Mann! *seufzt* … Hier hör mal:

Titel 11: THE MALTESE FALCON, Adolph Deutsch, 1941, Suite

Enkel:

Brrrr… das klang ja manchmal ganz schön schräg. Und wer ist der andere Querkopf, Oma?

Oma:

Das ist… mein süßer Benny. Benny Herrmann. Zwar nicht gerade ein Bogart-Typ, *träumerisch* aber seine Musik…

Radiomoderatorin:

Bernard Herrman. Es ist wohl nicht zu hoch gegriffen, wenn man ihn als den bedeutendsten aller amerikanischen Filmkomponisten bezeichnet, ganz abgesehen von seinem Bekanntheitsgrad, den er seiner späteren, äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock zu verdanken hat. Miklós Rózsa sagte über ihn: „Herrmann ist der Gulliver unter den Liliputanern der Filmmusik. Er war ein Meilenstein in der Geschichte des Films“.

Was Rózsa nicht sagte, war, dass Herrmann ein sehr störrischer „Meilenstein“ war, der sich oft mit Regisseuren und Produzenten stritt, aber auch seiner eigenen Musik gegenüber äußerst kritisch gegenüberstand. Sein Humor war scharf und schonungslos, er war nicht gerade ein Ausbund an Höflichkeit und Toleranz. Sein Ruf als Wildling war ebenso legendär wie der als Komponistengenie.

Und dass er ein Genie war, ist unbestritten. Er war der Meister ungewöhnlicher und ausgefallener Orchesterbesetzungen, er spielte mit kurzen, markanten Motive, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis der Zuschauer einbrannten. Zur Macht der Filmmusik sagte er: „Die Tonspur eines Films ist ein äußerst heikles Medium. Wenn man entsprechend fachmännisch zu Werke geht, können ein einfaches tiefes Flötensolo, das Klopfen einer Basstrommel oder die Töne verhalten klingender Hörner oft mehr bewirken als das Drauflosspielen eines halben Hunderts von Musikern.“ Ein Beispiel dafür hören Sie nun: THE DAY THE EARTH STOODS TILL, „Der Tag an dem die Erde stillstand“. Musik. Bernard Herrmann.

Titel 12: THE DAY THE EARTH STOOD STILL, Bernard Herrmann, 1951

Enkel:

Wow, Oma… du hast recht. Das klang doch ganz schön anders als das, was wir bisher gehört haben.

Oma:

Stimmt, Paulchen… Aber, weißt du… ich finde, jetzt wird es wieder Zeit für ein paar schöne, süße Erinnerungen an die Zeit, als ich noch ein junger Hüpfer war und mit verträumtem, verzaubertem Blick im Kino saß. Hör mal… auch das ist Musik aus der goldenen Ära des Films:

Titel 13: PINOCCHIO, Leigh Harline, 1940, Suite

Enkel:

Moment mal… das ist doch die Melodie, die immer gespielt wird, wenn ein Disneyfilm beginnt und dieses Märchenschloß auftaucht!

Oma:

Ganz genau, Paulchen… das Golden Age war auch die Geburtsstunde einer kleinen Maus, die als „Steamboat Willie“ pfeifend ihre Karriere begann, und der heutigen Welt ein ganzes Imperium hinterlassen hat. Viele andere Figuren sollten noch folgenden, die wir Kinder für immer in unsere Herzen schlossen: Dumbo, Schneewittchen, Bambi, Peter Pan, Dornröschen, Robin Hood, Mowgli und auch den süßen kleinen Pinocchio, den wir gerade gehört haben. *schmacht* Haaach… das waren noch herrliche Zeiten…

Enkel:

Oma? Wann war dieses Golden Age eigentlich zuende?

Oma:

Pst, hier… hör zu:

Radiomoderatorin:

Größter Feind der großen Filmstudios wurde schließlich ein kleiner, flimmernder Kasten, der auch im Amerika der Nachkriegszeit immer mehr Einzug in die heimischen Stuben nahm: der Fernseher. Die Leute hatten nun ein Kino im Kleinformat in ihrem Haus… und blieben davor sitzen. Zudem machten sich immer mehr Einflüsse aus Jazz und Pop in der Musikwelt bemerkbar, Einflüsse, denen sich auch die Filmmusik nicht entziehen konnte. Und so begann Ende der 40er Jahre der Niedergang der „Big Five“ und ihrer großen Musikabteilungen. Neue Stimmen machten auf sich aufmerksam und läuteten den Übergang zur nächsten Filmmusikepoche, dem Silver Age, ein. Doch davon mehr in unserer nächsten Nostalgiesendung. Hier nun Musik von zwei jener neuen Wilden, die für frischen Wind in der Filmmusik sorgten: zunächst Alex North mit VIVA ZAPATA!, und danach Elmer Bernstein mit WALK ON THE WILD SIDE.

Titel 14: VIVA ZAPATA!, Alex North, 1952, „Gathering Forces“ & WALK ON THE WILD SIDE, Elmer Bernstein, 1962

Enkel:Tja… und das war´s dann? Goodbye Golden Age, es war schön mit dir?

Oma:

Najaaa, nicht ganz. Die angeschlagenen Filmstudios wollten es mit dem kleinen Stubenflimmerkasten aufnehmen und versuchten, in einem letzten Aufbäumen Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre, die Leute mit epischen Historienfilmen und anderen Spektakeln aus den häuslichen vier Wänden zu locken. Bei mir haben sie´s geschafft… und bei vielen anderen Leuten auch. *seufzt* Ach ja… es waren noch einmal großartige Zeiten für uns Kinofans. Manche von diesen Schinken wurden echte Klassiker, wie zum Beispiel BEN HUR, EL CID oder DIE ZEHN GEBOTE mit dem damaligen Superstar, Charlton Heston. Und weißt du, wer die Musik zu den ZEHN GEBOTEN komponiert hat? Dieser Jungspund von eben… Elmer Bernstein. Ich saß im Kino und hatte richtige Gänsehaut…

Titel 15: THE TEN COMMANDMENTS, Elmer Bernstein, 1955, Suite

Radiomoderatorin:

Zum Abschluß unserer heutigen musikalischen Kinozeitreise möchten wir Ihnen gern noch zwei Höhepunkte der ausgehenden Goldenen Ära der Filmmusik präsentieren. Zum einen Musik aus MEUTEREI AUF DER BOUNTY aus dem Jahr 1962, mit Marlon Brando in der Hauptrolle. Die Musik schrieb Bronislau Kaper, dessen Name untrennbar mit der Geschichte von MGM, Metro-Goldwyn-Mayer, verbunden ist. 28 Jahre war Kaper bei Metro beschäftigt und schuf für das Studio alle erdenklichen Arten von Musik. Kaper war ein Mann von hoher Bildung, voller Witz und Charme… sowie ein vortrefflicher Pianist. Seine Musik zu MEUTEREI AUF DER BOUNTY ist großsymphonisch für die Seefahrerszenen und sehr authentisch während der Episoden auf Tahiti, für die Kaper originales Quellenmaterial studierte. Sein Hauptthema, „Follow Me“ wurde ein Publikumshit.

Titel 16: MUTINY ON THE BOUNTY, Bronislau Kaper, 1962, „Overture“

Radiomoderatorin:

Das zweite und letzte Musikbeispiel unserer heutigen Sendung stammt aus TARAS BULBA und heißt „Ride to Dubno“… ein fulminantes, derwischtanzendes Kabinettstück aus der Feder von Franz Waxman, einem der ganz Großen des Golden Age. Er ist der einzige Komponist des Golden und Silver Age, der zwei Oscars in Folge gewann: für „Sunset Boulevard“ 1950 und „A Place in the Sun“.

Waxman, so wie viele seiner Kollegen aus Europa emigriert, setzte sich sehr für anspruchsvolle Musik ein und empörte sich aus tiefster Überzeugung über Kritiker, die an der Filmmusik herummäkelten. Wenn man seinen „Höllenritt“ nach Dubno hört, kann man solche Mäkeleien tatsächlich nicht verstehen.

Viel Spaß nun mit diesem Glanzlicht des späten Golden Age… und damit ich verabschiede mich bis zum nächsten Mal.

Titel 17: TARAS BULBA, Franz Waxman, 1962, „The Ride to Dubno“

Oma:

Tja, Paulchen… das war´s. Bist du beim „silbernen Zeitalter“ wieder mit dabei?

Enkel:

(stöhnt leise auf): Na klar, Omma… aber jetzt brauch ich erst einmal eine gute Dosis aus THE ROCK….

ENDE

copyright by CINEMA WORLD (Anne Kahnwald)

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Wißbegierige und Kenner aufgepaßt! Im Auftrag von Anne und Oli möchte ich euch gern darauf aufmerksam machen, dass am heutigen Tag Deutschlands beste Internetradio-Filmmusik-Sendung, die "Cinema World", erneut mit großem Vergnügen ihren Bildungsauftrag erfüllen wird und euch alle zu zwei spannenden Stunden, randvoll gefüllt mit Wissens- und Hörenswertem rund um das Silver Age der Filmmusik, einlädt.

So werden teils bekannte, teils weniger bekannte Musiken folgender netter und kompetenter Herren erklingen:

alexnorth.png

Alex North

bernardherrmann.gif

Bernard Herrmann

davidshire.jpg

David Shire

franzwaxman.jpg

Franz Waxman

jerryfielding.jpg

Jerry Fielding

jgoldsmithmid60s.jpg

Jerry Goldsmith

johnwilliams.jpg

John Williams

leonardrosenman.jpg

Leonard Rosenman

Recherchiert von Sebastian Schwittay und vorgetragen vom sympathischen Sprecherteam, welches uns bereits im Sommer mit unvergeßlichen Hightlights aus dem Golden Age beglückte, verspricht auch diese Sendung erneut eine Sternstunde bester filmmusikalischer und -historischer Unterhaltung zu werden.

Also, schaltet ein... heute ab 18 Uhr auf RADIO UNB! Wer´s nicht tut, verpaßt was. :)

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Es ist vollbracht. An dieser Stelle ein riesengroßes

DANKESCHÖN!!

an das Team hinter dieser Sendung.

Sebastian Schwittay für die ausführlichen Informationen

Thomas Nofz für die Geschichte, die er daraus gestaltet/geschrieben hat

Fredie (Sayarin) die mit ihrer Stimme der "Oma" Leben einhauchte

Jonathan (Soundtrack Composer) der sich stimmlich etwas "verjüngte" um den Enkel zu spielen

.. und die Schattenmänner für die Musik ;)

An euch alle:

:danke::applaus:

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01. What are your thoughts, when you hear his name or listen to his music?

My first thought is that he captures the legacy of the Golden Age of film music, recalling the traditional symphonic style of the 30s and 40s,

Aha, aha... so weit scheint das Golden Age dann doch nicht entfernt zu sein, wie viele es hier gerne verbannt haben wollen.

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Aha, aha... so weit scheint das Golden Age dann doch nicht entfernt zu sein, wie viele es hier gerne verbannt haben wollen.

Was möchtest du uns damit sagen, lieber Gerrit?

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Damit möchte ich sagen, dass für mich mehr als offensichtlich ist, dass oftmals mit Vorurteilen gearbeitet wird, um sich bloß nicht anzustrengen, "einen Schuss ins Blaue" (wie Babis so schön schrieb) zu wagen. Die Bequemlichkeit, über die stets der Deckmantel des "persönlichen Geschmacks" gebreitet wird, ist eine private Angelegenheit eines jeden selbst, aber wie sie teilweise im Forum propagiert wird, kontraproduktiv. Dabei fiel mir besonders gestern auf, wie heftig gegen das "Golden Age" gewettert wurde, diese Musik als "ungewohnt", "fremdartig" etc. beschrieben wurde, während besonders John Williams, der von vielen, die sich dem Golden Age kaum öffnen wollen, so verehrt wird, wahrscheinlich einer der letzten Komponisten ist, der ernsthaft in der Tradition des Golden Age komponiert.

Williams Fanfaren und Märsche, seine feinfühlig ausharmonisierten Streicher, die furiose Actionmusik, all das sind Relikte aus dem Golden Age. Vergleicht einmal den finalen Fechtkampf aus "Robin Hood" von Korngold mit dem "Ultimate War" aus Hook".

Dass aber Leute, die immer für "Hook" schmachten, stets betonen, wie schwer es doch fiele, mit dem Golden Age warm zu werden, zeigt für mich, wie sehr mit Schubladen und Vorurteilen gearbeitet wird. Anstatt sich für die üppige Musik des Golden Age zu begeistern, die heutzutage oft gefordert wird, tut man diese Musik als "merkwürdig" ab - warum? Ich kann es mir nicht erklären. Vielleicht, um Zeit zu sparen? Lieber das 100. Horner-Drama noch einmal hören, weil man sich nicht die 70 Minuten für "Robin Hood" Zeit nehmen will? Oder leben wir in einer Zeit, in der es nicht mehr in Mode ist, sich Dingen anzunähern. Ich persönlich höre eine Musik - egal was - mindestens viermal, bevor ich ein Urteil drüber fälle und versuche von Anfang an, jedes Detail wahrzunehmen. Das klappt natürlich nie bei den ersten zwei Hördurchgängen, aber ich versuche es trotzdem. Legt man heute eine Musik tatsächlich nach dem ersten Hören sofort bei Seite, weil sie nicht sofort "gefällt"? Das wäre nicht nur traurig, sondern auch ignorant...

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ohne jetzt eigentlich off topic gehen zu wollen ...

ich denke, genau das mit dem Annähern ist das Problem für viele beim Golden Age. Einen Horner-Score z.B. kann man nach einmaligem Hören sofort verstehen, bei Golden-Age benötigt man Zeit. Ein weiterer Grund, warum man kein Interesse für GA haben könnte, ist, dass man die Filme nicht wirklich kennt. Außerdem tun sich einige mit der Aufnahmequalität schwer (von Re-Recordings mal abgesehen).

Aber ich stimme dir zu, es gibt einige Vorurteile. Williams schreibt sehr häufig, wie ein Spätromantiker, so wie die Golden-Age-Komponisten es taten. Er komponiert jedoch unglaublich wirkungsvolle Themen, die einem viel einfacher im Kopf bleiben.

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Bei aller Liebe und dem größten Verständnis für deinen Unmut lieber Gerrit, so ist dieser Thread der absolut falsche Ort, diesen auszulassen.

Aber wo du grade schon mal hier bist, bleibe ich kurz im "Offtopic": Niemand behauptete etwas gegen das "Golden Age", oder motzte dagegen, oder betitelte es direkt als "bäh"... Nein, es waren lediglich Empfehlungen, es langsam angehen zu lassen. Denn vom gewohnten Hörgenuss der Musik aus heutigen Tagen (Hans Zimmer & Co.) direkt ins Goldne Zeitalter zu starten, kann gewaltig schief gehen. Muss es nicht.... Aber kann direkt abschrecken. So eben der Tipp, sich langsam "steigern". Oder steigst du von "Fast Food" direkt zur "Fünf-Sterne-Küche"? Das kann nämlich ganz schöne Magenprobleme bereiten, wenn es dein Gaumen nicht gewohnt ist. Bzw. ganz und gar nicht schmecken. Kann..... Wohlgemerkt....

So also nicht direkt vom "Boden" den Mount Everest besteigen, sondern erstmal mit dem nächst höchsten Berg anfangen.... Dann langsam zur Zugspitze, dem "K2"und dann mit Übung und festem Tritt auf den Everest ;).

Und übrigens scheine ich nicht so gute Augen zu haben, wie du... Denn ich sah bisher keinen Grundtenor im Forum, dass das Goldne Zeitalter kategorisch abgelehnt wird. Ich oute mich und sage, dass ICH (ja, ich persönlich also die Person Anne Kahnwald) mit dieser Musik bisher kaum etwas anfangen kann (es aber auch nicht von vornherein direkt ablehne). Doch sonst erblickte ich hier niemanden, der es nicht mag.

Zu deiner Kritik an Williams... hast du auch die anderen Gedanken gehört? ;)

(ich weise da besonders auf Arthur B. Rubinstein und seine Äußerung ab Minute 32 hin)

Spaß beiseit... Und persönliche Neugier, ob du auch die anderen Gedanken gehört hast, um mal wieder zum Thema zu kommen... :)

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Ich oute mich und sage, dass ICH (ja, ich persönlich also die Person Anne Kahnwald) mit dieser Musik bisher kaum etwas anfangen kann (es aber auch nicht von vornherein direkt ablehne).

Aber mit Williams kannst Du etwas anfangen, oder? ;)

Zu deiner Kritik an Williams... hast du auch die anderen Gedanken gehört? ;)

(ich weise da besonders auf Arthur B. Rubinstein und seine Äußerung ab Minute 32 hin)

Spaß beiseit... Und persönliche Neugier, ob du auch die anderen Gedanken gehört hast, um mal wieder zum Thema zu kommen... :)

Williams habe ich hier nicht kritisiert. Meine Meinung über ihn (einer der besten Handwerker, als Komponist allerdings ein ewiger Fledderer) habe ich genügend kund getan. Da ich momentan einen Goldsmith nach dem anderen "abarbeite" bleibt kaum Zeit, andere Dinge zu hören und daher habe ich für das Williams-Special, das nach einem großen Berg Hörarbeit aussieht, noch keine Zeit gefunden. Ich lese in den "Cinema-World"-Threats allerdings ganz gerne mit und freue mich besonders über die transkribierten Interviews, da sie interessant und schneller zu lesen als zu hören sind. :)

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Aber mit Williams kannst Du etwas anfangen, oder? ;)

Nee, den find ich ganz doof. Hab die Sendung eigentlich nur für die Quote gemacht.. Und ja, weil der halt 80 wurde.... ;):D

Ernsthaft: Muss gestehen, dass es sich bei ihm grade noch so verhält, wie letztes Jahr mit Goldsmith: Ich stehe gerade am Anfang der Erkundungstour durch sein musikalisches Schaffen. Habe also diese Sendungen selbst dazu genutzt, mehr kennenzulernen, als nur die "üblichen Verdächtigen" (E.T., Harry Potter, Indy, Star Wars.....). Bei einer Karriere von 55 Jahren, von denen ich gerade mal 20 selbst kenne, bzw. 5 davon aktiv verfolge, muss ich noch eine Menge entdecken. Ich war überrascht, wie schön schon seine "frühen Jahre" waren, war also in der Freitags-Sendung (The Time Of Johnny) mein bester und am meisten begeisterter Hörer... :)

Williams habe ich hier nicht kritisiert. Meine Meinung über ihn (einer der besten Handwerker, als Komponist allerdings ein ewiger Fledderer) habe ich genügend kund getan. Da ich momentan einen Goldsmith nach dem anderen "abarbeite" bleibt kaum Zeit, andere Dinge zu hören und daher habe ich für das Williams-Special, das nach einem großen Berg Hörarbeit aussieht, noch keine Zeit gefunden. Ich lese in den "Cinema-World"-Threats allerdings ganz gerne mit und freue mich besonders über die transkribierten Interviews, da sie interessant und schneller zu lesen als zu hören sind. :)

Aaah.... gut, okay... Las sich nur so, aufgrund des kleinen Seitenhiebs gegen "Hook".

Wie? Nicht mal eben 3 Stunden Zeit zum Hören? Tstststs ;)

Guuuut... Musst sie ja nicht am Stück hören. Aber mal hier 20 Minuten, dann da 15.. kleine akustische Häppchen zwischendurch... *dräng* ;)

Und wirklich leicht besorgt nachgehakt: Wenn du schon von "abarbeiten" sprichst, hoffe ich, dass es nicht in Stress ausartet.

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Aaah.... gut, okay... Las sich nur so, aufgrund des kleinen Seitenhiebs gegen "Hook".

Wie? Nicht mal eben 3 Stunden Zeit zum Hören? Tstststs ;)

Guuuut... Musst sie ja nicht am Stück hören. Aber mal hier 20 Minuten, dann da 15.. kleine akustische Häppchen zwischendurch... *dräng* ;)

Und wirklich leicht besorgt nachgehakt: Wenn du schon von "abarbeiten" sprichst, hoffe ich, dass es nicht in Stress ausartet.

Ausnahmsweise wollte ich gegen "Hook" mal keinen Seitenhieb lande, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass man - besonders in "Ultimate War" - reinste Golden Age Klänge zu hören bekommt. All die "üblichen Verdächtigten" die Du aufgezählt hast, sind stark am Golden Age orientiert. Daher kann ich halt nicht nachvollziehen, warum man sich mit Golden Age schwert tut, allerdings Williams gerne hört. Du magst den Geschmack von Erdbeeren und Teig. Warum isst du dann aber gerne Erdbeetörtchen, während Du Dich mit Erdbeetorte schwer tust?

Zu Deiner Sorge: Glenn Gould hat mal gesagt: “My idea of happiness is two hundred and fifty days a year in a recording studio.” Auf mich gemünzt würde es heißen: “My idea of happiness is two hundred and fifty days a year in a listening room.” Ich habe mir für Goldsmith einen vollständigen "Hörplan" erstellt, zu dem ich parallel eine Liste von Filmen habe. Es gibt für mich nichts Schöneres, als Musik zu hören, dann zu vergleichen. Als ich letztes Jahr Havergal Brian für mich entdeckte habe ich alles, was es von ihm auf CD gibt, chronologisch gehört - meistens vier Symphonien pro Tag und die auch noch wiederholt. Als ich fertig war habe ich nochmal von vorne angefangen und dieses Mal jedes Werk nur einmal gehört. Danach hatte ich das Gefühl, über Brians Musik im Bilde zu sein. Nach Goldsmith werde ich solche Aktionen aber nicht mehr machen, denn es engt ein bisschen ein. Aber all die CDs, die hier noch verschweißt rumstehen, habe ich auch klar in der Reihenfolge sortiert, in der ich sie öffnen und anhören werde, denn sonst würden "Perlen" wie "Delta Force" oder "Commando" und "Invasion U.S.A." ewig im Regal verstauben weil ich stets einen Rozsa und Newman nach dem anderen hören würde. Was ist das Leben ohne Regeln und Pläne. Jetzt, wo ich mich durch die ganze 90er-Routine in Goldsmiths Schaffen durchgehört habe öffnet sich mit den "exotischen" Scores der 70er und frühen 80er eine völlig neue Welt.

Ich bin allerdings jemand, der Sachen stets komplett hört oder sieht. Filme in einzelne Szenen zu zerhackstückeln, in Musikstücken vorspulen, einzelne Sätze aus Symphonien zu hören oder Suiten zu schneiden ist nicht meine Welt. Daher bin gehöre ich nunmal absolut nicht zur Zielgruppe der "akustischen Häppchen" zwischendurch.

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Du magst den Geschmack von Erdbeeren und Teig. Warum isst du dann aber gerne Erdbeetörtchen, während Du Dich mit Erdbeetorte schwer tust?

Eine hervorragende Metapher, die ich direkt aufgreife... Zu einer Torte gehört meistens auch noch Sahne, die mir recht schwer im Magen liegt. Es ist also (glaubst gar nicht, wie schwer ich hier grad nach Worten ringe, in der Hoffnung richtig verstanden zu werden) so, dass dieser Stil des Golden Ages diese schöne, fette, lecker mit vielen Erdbeeren und einem Haufen Sahne gemachte Torte, mich schon interessiert, ich allerdings meinen Magen vorsichtig vorbereiten muss, wenn ich nicht direkt den Genuss bereuen möchte (wie "gut", dass ich wirklich einen empfindlichen Magen habe, wodurch ich das jetzt so gut umschreiben kann). Was nun - auf die Musik gemünzt - nicht heißt, dass ich vom Genuss der Golden Age Musik direkt übelste Ohrenschmerzen bekomme und direkt bereue, wie ich sowas nur hören konnte. Um Gottes Willen, Nein!! Ich habe nur noch keinen rechten "Zugang" zu ihr gefunden. Denn bisher höre ich rein, entdecke viel Sahne (oft viel Kitsch), höre es mir weiter an und es gefällt mir noch nicht. Doch sei dir gewiss: Ich habe es mir vorgenommen, dass alles, mit dem ich bisher noch nicht so warm wurde, wo ich aber dennoch Sachen fand, die mir zusagten, ich mich so lang damit beschäftige, bis es mir gefällt. Heißt: Immer mal wieder in unregelmäßigen Abständen reinhören. Schließlich wirken manche Sachen nach gewisser Zeit viel anders.

Also kann es sein, dass ich mal irgendwann vom Golden Age schwärmen werde. Kann dir allerdings noch nicht sagen, wann. Derzeit werde ich diese Torte mit einem zaghaften "Nein danke, empfindlicher Magen" allerdings noch zurückschieben und mich auf das bekömmlichere Törtchen stürzen :)(wobei ich eben schon leicht bedauernd und diesen Magen verfluchend Richtung Torte schnuppere)

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Ich verstehe Dich schon richtig. Mein Punkt ist nur: John Williams enthält doch genau so viel Sahne wie Golden Age - manchmal sogar mehr. Besonders Bernard Herrmann und teilweise auch Alfred Newman sind viel weniger "sahniger" - auch Rozsa ist eher ein Brot mit Erdbeemarmelade - nämlich sehr rustikal und rau.

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Ich verstehe Dich schon richtig. Mein Punkt ist nur: John Williams enthält doch genau so viel Sahne wie Golden Age - manchmal sogar mehr. Besonders Bernard Herrmann und teilweise auch Alfred Newman sind viel weniger "sahniger" - auch Rozsa ist eher ein Brot mit Erdbeemarmelade - nämlich sehr rustikal und rau.

Wuarghs...... (das Brot) ... <- ich bevorzuge Semmeln/Brötchen mit Marmelade; aber das nur am Rande... :D

Dann ist es wohl die Art der Sahne, die da noch eine Rolle spielt... Ach, ich weiß es doch auch nicht so genau.... *heul* (;))

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Gast Babis

Ich glaube - und damit meine ich unsere gesamte Moderne, niemanden direkt - dass heute noch mehr konsumiert als gehört oder geschaut wird. Und Konsum hat immer nur ein kurzfristiges Ziel. Deshalb können manche Werke nur abschrecken.

Ich glaube indes, dass man es nicht nur versuchen muss, sondern sich ne volle Breitseite geben sollte. Es geht doch um Verständnis, Emotionen und Zugang und da ist der Sprung ins kalte Wasser doch meist der unangenehmere, aber wirkungsvollere. Wer ne Fremdsprache lernen will, der kommt auch nicht umhin, wirklich intensiv an die Sache ranzugehen und lernt noch am besten, wenn er sich ins Flugzeug setzt und sich selbst in der Fremde aussetzt.

Klar, alles kann, nichts muss, aber ich sehe es genau wie Gerrit, dass sehr viele Denkmuster aufrechterhalten werden, die einem den Geschmack diktieren, wo es gar nicht sein muss. Interessanterweise wird ja eher dem Golden Ager eine verkrampftere Herangensweise an Musik oft zum Vorwurf gemacht, ich sehe es aber genau anders herum. Es sind nicht selten die scheinbaren Spießer, die sich mit Herz und Seele in das Abenteuer stürzen, während die anderen lieber bei ihren Leisten bleiben (was unter Umständen auch vollkommen in Ordnung sein kann).

So mein Eindruck. :)

(Könnte man diesen Rattenschwanz im Thread nicht in den Golden Age Thread verlagern?)

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