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Sebastian Schwittay

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Alle Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Kommenden Dienstag werden die Oscarnominierungen bekannt gegeben. Meine aktuellen Vermutungen, basierend auf den bisherigen Preisvergaben: BLADE RUNNER 2049, Hans Zimmer & Benjamin Wallfisch DUNKIRK, Hans Zimmer PHANTOM THREAD, Jonny Greenwood THE POST, John Williams THE SHAPE OF WATER, Alexandre Desplat Desplat und Greenwood sind Safe Bets, Williams wurde für Spielberg-Kollaborationen bislang immer nominiert, wenn der Film selbst auch award recognition genoss, DUNKIRK ist dank hervorragender PR-Strategie immer noch in aller Munde - und BLADE RUNNER sehe ich momentan deutlich vor VICTORIA & ABDUL (über den kein Mensch ein Wort verliert) und THREE BILLBOARDS (der momentan eigentlich nur auf der schauspielerischen Ebene wahrgenommen wird). DARKEST HOUR ist in der Tat ziemlich draußen, Markus hat Recht behalten.
  2. Die erste Auszeichnung für DUNKIRK (Georgia Film Critics Association): https://www.nextbestpicture.com/latest/the-2017-georgia-film-critics-association-gfca-winners
  3. Danke. Finde es auch ganz gelungen. Ein paar Schlenkerer hat die Bratsche in der Aufnahme weggelassen (die letzten drei Noten in Takt 14 fehlen, sowie die Halbe in Takt 15), und im Klavier entstehen durch das gehaltene Pedal ein paar zusätzliche Dissonanzen. Ansonsten gut getroffen. Meine Highlights bislang: "Phantom Thread I", "The Hem", "Sandalwood I" (die Harfe!), "That's As May Be" (die Harfe!) und "Barbara Rose".
  4. Leute, "Barbara Rose" ist ja wirklich mal der absolute Oberhammer. Unglaublich dichtes, vielschichtiges Stück, besonders gegen Ende, wenn die Harfe dazukommt. Beste Einzelkomposition des Jahres, ein Knaller!
  5. Critics Choice Award: http://deadline.com/2018/01/critics-choice-awards-2018-winners-list-live-blog-1202241352/
  6. Schon irgendwie. "Wütend" trifft es noch besser.
  7. @bimbamdingdong sucht wohl eher nach dem epischeren Western-Sound, mit ausladenden Tutti-Passagen und zünftigen Horse-Riding-Actioncues à la "Bronco Bustin" aus WILD ROVERS. Zum Western-Sound gehört aber eben auch die Elegie und das Melancholische, worauf sich Kamen hier - filmbedingt - eher konzentriert als auf ausgelassenen Cowboy-Spaß.
  8. Musik braucht kein fettes, episches Blech, um gut zu sein. Mal wieder die typische Perspektive des Blockbuster-Filmmusik-Hörers - knallen muss es, sonst geht's nicht rein... Gibt viele Passagen in Dur ("House of Woodcock", "For the Hungry Boy"), sowie auch wieder oktatonische Sätze ("The Hem", "That's As May Be"). Zu letzterem hatte ich dir ja mal in Verbindung mit THE MASTER einiges geschrieben, wenn du dich erinnerst. Das ist weder Dur noch moll, sondern eine eigenständige Tonskala mit anderen Tonschritten als üblich.
  9. In der Tat, ein Wahnsinns-Score. Noch eine ganze Ecke sperriger und anspruchsvoller als erwartet. Es geht eher in Richtung THE MASTER, das melodisch-warme "House of Woodcock" (siehe oben) ist nicht unbedingt stellvertretend für den Rest. Wahrscheinlich hat's deswegen auch nicht für den Globe gereicht, das ist einfach zu weit von dem entfernt, was man von Filmmusik gemeinhin erwartet. Aber egal, der Score ist eine Wucht. Später mehr.
  10. Eine unglaublich dezente und zurückgenommene Musik, teils ins Sphärische tendierend, aber trotzdem nicht uninteressant. Western-Typisches gibt es hier kaum (hin und wieder Echos einer entfernten Solo-Fiddle und etwas indianische Percussion), dafür baut Richter eine wirklich stimmungsvolle Klangcollage, die manchmal düster-treibenden ("The First Scalp", "What Did They Die For?"), manchmal entrückt-außerweltlichen Charakter annimmt ("Cradle to the Grave"). Einen emotionalen Höhepunkt findet die Musik im siebenminütigen "Never Goodbye", mit einfachem, aber effektvollem Streichersatz, der in einem langen Crescendo immer mehr an Intensität gewinnt. Anspieltipps: "The First Scalp" (Track 1), "Cradle to the Grave" (Track 4), "Where We Belong" (Track 7), "Appeasing The Chief" (Track 16), "Never Goodbye" (Track 18).
  11. Von den 2017er-Desplats höre ich SUBURBICON auch am liebsten. Detailfreudiger als SHAPE OF WATER, fokussierter und weniger hyperaktiv als VALERIAN.
  12. Hör lieber in COUNT YOUR BLESSINGS rein, @bimbamdingdong , der ist klanglich wirklich ausgezeichnet, und vielleicht auch der beste Score des Sets. Wunderschöner, romantischer Score mit den Waxman-typischen Spitzen und Kanten im kompositorischen Detail.
  13. Ein Particell mit 6 Systemen ist aber wirklich schon extrem (!) zusammengedampft, insbesondere wenn es sich um großorchestrale Musik handelt. Ich würde minimal 8 Systeme veranschlagen (2 Holz, 1 Blech, 2 Harfe/Klavier/Percussion, 3 Streicher), noch angenehmer ist es mit 10. Letztendlich geht es nur darum, Systeme zu sparen und mehrere Stimmen in ein System zu bekommen. Der Orchestrator zieht letztendlich nur noch die Stimmen auseinander, und schreibt jede einzelne Instrumentenstimme in ein eigenes System. In diesem Video (ab 8:22) stellt Bruce Broughton sein 13- bzw. 14-zeiliges Standard-Particell vor, das sehr komplett, aber auch sehr übersichtlich ist - da hat ein Orchestrator nicht mehr viel zu tun: Sehe ich ganz anders. Sicher ist das keine spektakuläre Actionpartitur, aber eben ein schönes, elegisches Abschiedswerk, das Kamen von seiner intimeren Seite zeigt. Ein unterschätzter Score.
  14. Ich bin mit Thomas meistens ziemlich d'accord, aber das hier ist der reinste Bullshit.
  15. Hoffentlich hat er STAR WARS dann nach EPISODE IX endgültig hinter sich. Wäre ja echt trist, wenn sein Schwanengesang letzten Endes irgendein Blockbuster-Franchise-Score wäre...
  16. ZWISCHENSTAND ------------------------------ THE SHAPE OF WATER (Desplat): 11 Auszeichnungen PHANTOM THREAD (Greenwood): 9 Auszeichnungen BLADE RUNNER 2049 (Zimmer, Wallfisch): 2 Auszeichnungen THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI (Burwell): 2 Auszeichnungen COCO (Giacchino): 1 Auszeichnung
  17. Desplat gewinnt auch bei der Austin Film Critics Association: https://www.nextbestpicture.com/latest/the-2017-austin-film-critics-association-afca-winners
  18. Genau, in diese Richtung ging das ungefähr. Vor allem erwartete man wohl etwas im Stile Korngolds - was natürlich Unfug ist, der Film ist kein Classical Hollywood. Ich finde den Score nach wie vor ausgezeichnet konzipiert. Die Grobheit des musikalischen Satzes und der Fokus auf Quinten und Oktaven passt wunderbar ins mittelalterliche Setting, vielleicht sogar noch besser als Korngolds elaborierter, im Mittelalter-Kontext allerdings viel zu komplexer Orchestersatz. Das passt schon alles wunderbar so.
  19. Fand das Album zwar gut zusammengestellt, aber die erweiterte Ausgabe würde mich davon schon interessieren. Einer der Scores, der von der deutschsprachigen Filmmusikkritik seinerzeit grotesk fehleingeschätzt wurde.
  20. Finde SHAPE OF WATER auch überschätzt. Mal schauen, wie er im Film wirkt, aber für sich genommen ist es eher ein Desplat von der Stange, harmonisch z.T. sehr statisch und mit viel Underscoring zwischendrin (siehe Thread zum Score). Burwell hat nun immerhin bei den Iowa Film Critics gewonnen: http://www.awardscircuit.com/2018/01/09/iowa-film-critics-association-chooses-lady-bird-best-film-2017/
  21. Ich finde Andersons Filme trotz ihrer ausufernden Dimensionen selten langatmig im negativen Sinne und freue mich bei PHANTOM THREAD auf einen langen, aushöhlenden Abstieg in die Welt eines Soziopathen. Könnte dann mit THERE WILL BE BLOOD und THE MASTER ein schönes Tryptichon ergeben. Was die Globes betrifft, befürchte ich nun übrigens fast eher den Desplat als den Greenwood. Der Buzz um THE SHAPE OF WATER hat in den letzten zwei Wochen kontinuierlich zugenommen, und auch wenn Greenwoods PHANTOM THREAD scheinbar ziemlich klangschön, zugänglich und von großer Sogwirkung ist, würde es mich nicht überraschen, wenn der tiefer in den derzeitigen Hollywood-Konventionen verankerte Desplat schlussendlich mehr Freunde findet... Andererseits sind die Globes in der Score-Kategorie oft recht "artsy" eingestellt (siehe die Auszeichnungen für ALL IS LOST oder THE AVIATOR...), was wiederum eher Greenwood in die Karten spielen würde. Man wird sehen.
  22. Desplat gewinnt auch in Houston: https://www.nextbestpicture.com/latest/the-2017-houston-film-critics-society-hfcs-winners Gleichstand Greenwood/Desplat (jeweils 9 Auszeichnungen).
  23. Den Morricone kannte ich noch gar nicht - danke für den Tipp!
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