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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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  1. Selbst wenn der abgelehnte Score 2020 offiziell erschienen wäre - was nicht der Fall ist! - , wäre die Zeitspanne von sieben Jahren zwischen Erstaufführung des Films und Veröffentlichung der Musik zu lang, um das Ganze noch als filmmusikalische Aktualität rechtfertigen zu können. Ich hatte in der Umfrage 2018 zu Joe Kramers 2016 komponierter Musik zu SUNRISE folgendes geschrieben: Für nachträglich veröffentlichte Rejected Scores (oder auch "normale" Scores, die erst wesentlich später veröffentlicht werden) würde das entsprechend genauso gelten: berücksichtigt wird es nur, wenn der Kinostart des Films nicht länger als zwei Jahre her ist. Ich hatte leider vergessen, das in den Regeln entsprechend anzupassen, ich werde das für's nächste Mal nachholen.
  2. So, alles zusammengestellt. Nicht berücksichtigt habe ich TANGLE TOWER, da das digitale Album laut Amazon bereits am 1. November 2019 veröffentlicht wurde, sowie natürlich Horners ROMEO & JULIET, da der Score bereits sieben Jahre alt ist, und außerdem dieses Jahr gar nicht veröffentlicht wurde, sondern nur Teile davon auf YouTube aufgetaucht sind. Bisher wurden 39 Scores nominiert: AN AMERICAN PICKLE, Nami Melumad, Michael Giacchino BERLIN ALEXANDERPLATZ, Dascha Dauenhauer THE COMEY RULE, Henry Jackman CRASH LANDING ON YOU, Nam Hye-seung, Park Sang-hee & Go Eun-jung CYBERPUNK 2077, Marcin Przybylowicz, P.T. Adamczyk & Paul Leonard-Morgan DA 5 BLOODS, Terence Blanchard DOLITTLE, Danny Elfman ELEPHANT, Ramin Djawadi THE EMPTY MAN, Christopher Young, Lustmord ENOLA HOLMES, Daniel Pemberton FANNY LYE DELIVER´D, Thomas Clay FEARLESS, Anne-Kathrin Dern FUKUSHIMA 50, Taro Iwashiro THE GLORIAS, Elliot Goldenthal GREYHOUND, Blake Neely THE HAUNTING OF BLY MANOR, The Newton Brothers HILLBILLY ELEGY, Hans Zimmer, David Fleming JIM KNOPF UND DIE WILDE 13, Ralf Wengenmayr, Marvin Miller JUNGLELAND, Lorne Balfe THE LAST OF US: PART II, Gustavo Santaolalla, Mac Quayle LET HIM GO, Michael Giacchino LET THEM ALL TALK, Thomas Newman LOVE AND MONSTERS, Marco Beltrami, Marcus Trumpp MEDAL OF HONOR: ABOVE AND BEYOND, Nami Melumad, Michael Giacchino THE ORVILLE (Season 2), John Debney, Joel McNeely & Andrew Cottee THE PERSONAL HISTORY OF DAVID COPPERFIELD, Christopher Willis PIECES OF A WOMAN, Howard Shore POUPELLE OF CHIMNEY TOWN, Yuta Bandoh, Youki Kojima & Akihiro Nishino PUREZA, Kevin Riepl THE QUEEN'S GAMBIT, Carlos Rafael Rivera SADAN HANIM, George Kallis SONIC THE HEDGEHOG, Tom Holkenborg STAR TREK: PICARD, Jeff Russo TENET, Ludwig Göransson THE WAY BACK, Rob Simonsen WILD MOUNTAIN THYME, Amelia Warner THE WITCHES, Alan Silvestri WONDER WOMAN 1984, Hans Zimmer YOU SHOULD HAVE LEFT, Geoff Zanelli -------------------------------------------------------------------- Die Nominierungsphase endet am 31. Januar 2021. Bitte immer folgendermaßen nominieren: FILMTITEL, Komponist Also Filmtitel in Großbuchstaben, dann ein Komma und dann den Namen des Komponisten in normaler Schrift.
  3. Ja? Hatte ich mich mal besonders negativ zu dem Film geäußert? Erinnere mich nicht mehr...
  4. Ja, stimmt schon, aber dann hätte BATMAN FOREVER auch nicht kommen dürfen. Ich halte es schon für durchaus möglich, dass da irgendwann noch was kommt.
  5. Die Neuauflage von Intrada klingt hier noch WESENTLICH besser als die Erstauflage. Lohnt sich sehr, den upzudaten. Der Film ist übrigens auch sehr süß.
  6. Schon befremdlich, dass es zu diesem völlig unbekannten Film mittlerweile schon vier CD-Veröffentlichungen gibt. Filminteressierte Leute außerhalb der Filmmusikszene würden sich an den Kopf fassen, wie schräg unsere Bubble tickt.
  7. Die Originaleinspielung wurde von Intrada bereits 2010 und von LaLaLand 2014 in gutem Klang veröffentlicht. In dem Set jetzt dürfte ein reines Re-Issue der 2014er-CD enthalten sein.
  8. Alles klar, die LAST CASTLE-Intrada wollte ich mir eh noch zulegen, dann werde ich es ja sehen.
  9. Ich kenne dieses Zitat gar nicht. Weiß jemand, wo das auftaucht, in einem Interview, im Zusammenhang mit THE LAST CASTLE eventuell...?
  10. Ganz nett, dass nun THE FLIM-FLAM MAN wieder erhältlich ist (eine seiner besten Komödienmusiken der 60er), die anderen drei Scores wurden in den letzten Jahren allerdings schon bestens auf Intrada präsentiert. Wenn FLIM-FLAM nun noch etwas besser klingen sollte, werde ich mir diese eine Ausgabe holen.
  11. Ja, leider. Aber daran lässt sich auch schön ablesen, wie wenig Filmmusikkultur in (cinephilen) Filmkreisen letztlich wert ist - nämlich gar nichts. Das ist hübsches Beiwerk, das man gern noch "irgendwie dabei" hat, aber wirklich investieren will man da nix. Gilt andersrum für die Filmmusikszene natürlich genauso.
  12. Würde mich auch interessieren. Teile davon - die mit seiner Tochter, und die Proben für das Saxophonkonzert - habe ich schon mal separat auf YouTube gesehen, allerdings noch nie das ganze Featurette.
  13. Super, herzlichen Dank! Die FSM-Ausgabe ist überhaupt toll, vielleicht schaffe ich mir die mal physisch an... Wird ein analytischer Aufsatz zu Beltramis Modernismus in den frühen 2000ern. Verlinke ich dann auch hier, wenn fertig.
  14. Für einen Aufsatz suche ich gerade nach Interview-Aussagen von Beltrami, die sein Horror-Typecasting in den 90er und frühen 2000er Jahren betreffen. Hat er je geäußert, dass ihm das selbst unangenehm war, und er aus diesem Bereich raus wollte? Ich weiß nur aus einigen neueren Video-Interviews, dass er Horrorfilme nicht besonders mag - nicht aber, ob ihm die schwerpunktmäßige Arbeit im Genre zu Beginn seiner Karriere etwas ausgemacht hat. Immerhin hat er dort seine modernistische Ausbildung am besten "verwerten" können.
  15. Zu Halloween mal wieder den Film gesehen und die Musik von Ottman gehört. Ich kann die Entscheidung der Weinsteins schon verstehen, einen Großteil davon zu streichen bzw. zu ersetzen. Das im Film verbliebene emotionale und thematische Material ist zwar recht gelungen (v.a. das neue Thema für Laurie oder das schöne "Advice" mit dem PSYCHO-Zitat), sämtliche Horror- und Actionsequenzen sind allerdings ziemlich "daneben" vertont. Überfrachtet mit Ideen, zugespachtelt mit aufdringlichen Synth-Overlays, viel zu verspielt mit Elfman'schem Frauenchor und anderem Geplänkel - eine musikalische Halloween-Party für Kinder. Hätte dem Film in den Horrorsequenzen jeden Horror genommen. Marco Beltramis wiederverwendete Musik aus SCREAM und MIMIC dagegen ist fokussiert, konzentriert und ungemein effektiv in ihrem eher trockenen, modernistischen Charakter. Angst und Unwohlsein trifft man mit kratzigen akademischen Klangkonzepten in der Regel eben doch besser. Neben dem zuletzt erwähnten "Cue from Hell" aus SCREAM ist es übrigens vor allem "Race to the Subway" aus MIMIC, der ständig in den Actionpassagen benutzt wird (vier mal, wenn ich mich nicht verzählt habe, u.a. während des Mordes an Sarah (Jodi Lyn O'Keefe) in der Küche, sowie während der finalen Konfrontationen mit Myers im Speisesaal und im Krankenwagen).
  16. Hin und wieder erreicht der Score schon ziemlich psychedelisch anmutende Plateaus, mit seinen experimentellen rhythmischen Spielereien und den Frontalangriffen auf die Nerven des Zuhörers. Die zweite Hälfte von "Fast Cars" ist diesbezüglich schon ziemlich stark. Im Großen und Ganzen dominiert in der Musik aber halt doch der ewige, monotone Puls. Abseits von den (spektakuläreren) Actionsequenzen ist der Score im Film völlig anonym, kalt, egal und freudlos. Aber passt natürlich super zur brutalistischen Tristesse des Films.
  17. Messiaen-relevanter Content: Oktatonik in Silvestris BACK TO THE FUTURE (und später auch in PREDATOR und Co).
  18. Endlich mal eine schöne Analyse zur oktatonischen Harmonik bei Silvestri - bis heute sein Trademark-Sound, wenn es um Gefahr, Suspense und Action geht:
  19. PS: In der Remastered-Fassung des Albums von 2018 ist der Schnitt übrigens tatsächlich sehr smooth gemacht, und fällt kaum noch als Schnitt auf.
  20. Habe mir gerade mal die Stelle in der oben verlinkten Komplettfassung und dann auf dem Album angehört. Und ich kann auch hier absolut nachvollziehen, wieso Williams die Stelle gekürzt hat. Man hört hier das Imperator-Thema in völlig unvariierter Grundform, ja sogar in der gleichen Tonart, in der es in RETURN OF THE JEDI meist zu hören ist. Das ist ein rein von der Filmdramaturgie diktierter Einschub, der die wunderbaren, neu komponierten Passagen davor und danach mit Altbekanntem und dutzendfach Gehörtem unterbricht. Im Film hat das einen notwendigen narrativen Effekt, losgelöst hingegen reiner Fanservice, der von dem herben Espressivo-Satz davor total ablenkt. Und der Anschluss an die gespenstische Solo-Vokalise ist harmonisch zudem weitaus sinnvoller als der Übergang zum Imperator-Thema in der Komplettfassung (das ist nämlich ein ziemlich ungelenker harmonischer Sprung, DAS wirkt viel eher drangeschnitten). Kurzum: ich finde es überhaupt nicht verwunderlich oder schade, dass diese Stelle herausgeschnitten wurde, sondern im Gegenteil absolut sinnvoll. Es drückt Williams' Bedürfnis aus, hier ein neues konzertant strukturiertes Stück zu präsentieren, und sich nicht mit Wiederholung von Altbekanntem (in zudem altbekannter Form) aufhalten zu müssen. Das Imperator-Thema ist hier in absoluter Grundform zu hören, zudem fügt sich der Einschub harmonisch sehr schlecht ans Vorangegangene. Ich glaube übrigens nicht, dass Williams das so komponiert hat, sondern Lucas nachträglich auf das Zitat des Themas gedrängt hat. Sonst wären Harmonik und Stimmen viel geschickter geführt.
  21. Magst du da mal anhand einer kompletten Trackfassung ein Beispiel aus EPISODE 2 posten, mit genauer Zeitangabe, wo geschnitten wurde? Ich bin nur mit den Albumfassungen der Prequel-Scores vertraut (und da auch nur mit EPISODE 1 und 2, den dritten fand ich immer sehr blass und habe ihn deshalb kaum gehört). Die Schnitte, die ich sonst von Williams kenne, finde ich musikalisch meist absolut schlüssig und logisch - sie befreien die Stücke von ihren letzten filmischen "Fesseln" (schnittgebundenes Innehalten, Einfügungen oder gar alternative Overlays, die auf Wunsch von Regie oder Produktion eingefügt wurden, etc.). Auch in WAR OF THE WORLDS sehe ich in den erweiterten Filmfassungen, die ich bislang auf YouTube gehört habe, nirgends einen Zugewinn - die auf dem Album geschnittenen Stellen unterbrechen Phrasierung, Rhythmik und Entwicklung der Stücke fast immer.
  22. Der Score ist echt ganz gut. Den Film mochte ich auch immer ganz gerne, fand den trotz seines doofen Monsters immer sehr atmosphärisch. Die CD hole ich mir wohl.
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