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vor 6 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Greenwoods PHANTOM THREAD - der dir wahrscheinlich auch nicht so gefallen wird - fand ich da weitaus farbiger und schöner auskomponiert. Gerade der erste Track mit den extrem hohen Streichern ist ein schönes companion piece zu BIRGITT HAAS, finde ich...

 
Durchgehende Begeisterung kommt bei mir beim kompletten PHANTOM THREAD-Score natürlich auch nicht auf und kaufen werde ich das wohl nicht. Aber vom kompositorischen und gestalterischen Niveau her liegt der Score auch meiner Meinung nach natürlich deutlich über dem Desplat. Was mir persönlich eben nicht so gefällt dran, ist, daß es in alle möglichen stilistischen Richtungen ausfranst. Ich höre da schon vielerlei Einflüsse heraus, ob nun Bach, Debussy, Herrmann, Ligeti etc. Selbst typischen Morricone höre ich in den Streicherflächen und Dissonanzen der ersten Hälfte in Track 9, was aber an sich nicht negativ gemeint ist..
Mir fehlt aufs Ganze bezogen aber ein wenig die Kohärenz. Dadurch zerfällt es für mich in durchaus schöne und expressive Teile, aber auch in solche, die mir wiederum weniger behagen und wo es mir zu zäh oder des ewigen In-Sich-Kreisens dann einfach zuviel wird. Manches ist mir melodisch fast schon zu glatt und zu dahinplätschernd wie “House of Woodcock”, manches selbstverständlich zu minmalistisch, anderes wiederum trifft aber durchaus auch mal meine Wellenlänge. Besonders gut gefällt mir etwa die zweite Hälfte von Track 6 “Alma”, wo sich die einzelnen Streicherinsturmente kanonartig übereinander legen und das elegische abwärtsgleitende Thema schmachtend zum Besten geben. Das ist wirklich eindrucksvoll gemacht und kommt auch bei mir sehr gut an. Von den vier “Phantom Thread”-Stücken mit dem Hauptthema gefallen mir das tragisch ausgekostete dritte für volle Streicherbesetzung mit Kilar-Einschlag, aber auch das vierte mit der expressiven Solo-Bratsche ziemlich gut. Das sind so die Highlights für mich. Einigen Herrmann-mäßige Passagen, wo Harfe und Streicher im Vordergrund stehen, kann ich auch noch was abgewinnen, und in der Tat hat der erste Track ein wenig Ähnlichkeit mit dem langen Sarde-Spannungs-Stück bei BIRGIT HAAS.

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Am 3.2.2018 um 17:47 schrieb Sebastian Schwittay:

Leider gibt es den herrlichen DEUX HOMMES DANS LA VILLE immer noch nicht auf CD, was sehr bedauerlich ist.

Schade. Dann heißt es wohl erstmal noch abwarten.

Eine gute Nachricht: Sardes DEUX HOMMES DANS LA VILLE ist bei der neuen Staffel von Music Box kommende Woche nun endlich dabei. Da die Musik ja auch nicht allzulang ist, vermute ich eigentlich eine Kopplung mit einem weiteren Score für einen Alain Deon-Film wie etwa LA VEUVE COUDERC. Zumal LA VEUVE genauso wie DEUX HOMMES in der Sugar/CAM-Liste schon lange reserviert worden ist.

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Schon blöd, daß jetzt stattdessen nun doch Francis Lais MADLY kommt. Anscheinend wurde Sarde selbst von Music Box nicht genau über das Veröffentlichungsdatum von DEUX HOMMES informiert, dnen wie sonst wäre das jetzt erklärbar. Dann hoffentlich nächsten Monat.

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Das war jetzt hier schon ein bißchen anders als bei Craig Safan und Quartet. Nicht nur verallgemeinernd, daß das halt irgendwann mal komme, sondern ganz konkret auf die Music Box Clues von letzter Woche mit den drei CDs bezogen. Man kann Sardes Statement von gestern, das er offenbar bei Facebook abgegeben hat, ja im französischen Underscores-Forum direkt nachlesen:

"Cher Emmanuel , le premier de ces 3 CD's s'ouvriront en principe sur Deux Hommes dans la Ville . Bien à vous , Philippe Sarde"
 
Das heißt, Sarde selbst wurde demnach von Music Box falsch informiert. Irgendwas ist da wohl schief gelaufen. Vielleicht gabs Probleme mit dem Preßwerk, das es zeitlich nicht rechtzeitig geschafft hat oder was auch immer. Jedenfalls weiß man nun definitiv, daß DEUX HOMMES in den nächsten paar Monaten von Music Box kommen wird.

 

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L´OURS werden die meisten hier wohl kennen. Es ist mit Sicherheit einer seiner bekanntesten, wenn nicht der bekannteste Score von Sarde. Großartige Bilder und eine dramatische Geschichte, die ohne Dialoge und ohne Effekthascherei vermittelt wird - ein Traumprojekt für einen Komponisten. Zeichnet Sarde die Bewegungen der Bären musikalisch nach, dann geschieht dies mit feinem Humor, aber auch in aller Würde und mit aller gebotenen Ehrfurcht.

Und ich habe mich natürlich gefragt:  Lohnt sich die Anschaffung des neuen Albums von Musicbox Records? Trotz anfänglicher Skepsis lautet die Antwort: Unbedingt! Zum einen bekommen wir hier natürlich endlich ein ordentliches Booklet, zum anderen ist die Musik nun nicht mehr in zwei namenlose, lange Suiten aufgeteilt, sondern liegt in 15 einzeln betitelten Tracks vor. Aber abgesehen von der besseren Übersichtlichkeit ist das Zusatzmaterial der eigentliche Grund, der diese VÖ so wertvoll macht. Es handelt sich um 6 Stücke, die mit hochkarätiger Solistenbesetzung (ohne Orchester) zur Zeit der Filmproduktion mit eingespielt wurden. Mit Cello, Gitarre, Violine und Flöte zaubert Sarde ganz hinreißende Arrangements des Tschaikowsky-Hauptthemas, mal verträumt, mal als Menuett. Zu welchem Zweck er diese Stücke damals eingespielt hat, darüber kann ich nur spekulieren. In den Film hätten sie stilistisch nicht reingepaßt. Vermutlich einfach aus Freude an der Musik. Und an dieser Freude dürfen wir nun 30 Jahre später auch teilhaben. Es lohnt sich.

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vor 3 Stunden schrieb Angus Gunn:

L´OURS werden die meisten hier wohl kennen. Es ist mit Sicherheit einer seiner bekanntesten, wenn nicht der bekannteste Score von Sarde. Großartige Bilder und eine dramatische Geschichte, die ohne Dialoge und ohne Effekthascherei vermittelt wird - ein Traumprojekt für einen Komponisten. Zeichnet Sarde die Bewegungen der Bären musikalisch nach, dann geschieht dies mit feinem Humor, aber auch in aller Würde und mit aller gebotenen Ehrfurcht.

Und ich habe mich natürlich gefragt:  Lohnt sich die Anschaffung des neuen Albums von Musicbox Records? Trotz anfänglicher Skepsis lautet die Antwort: Unbedingt! Zum einen bekommen wir hier natürlich endlich ein ordentliches Booklet, zum anderen ist die Musik nun nicht mehr in zwei namenlose, lange Suiten aufgeteilt, sondern liegt in 15 einzeln betitelten Tracks vor. Aber abgesehen von der besseren Übersichtlichkeit ist das Zusatzmaterial der eigentliche Grund, der diese VÖ so wertvoll macht. Es handelt sich um 6 Stücke, die mit hochkarätiger Solistenbesetzung (ohne Orchester) zur Zeit der Filmproduktion mit eingespielt wurden. Mit Cello, Gitarre, Violine und Flöte zaubert Sarde ganz hinreißende Arrangements des Tschaikowsky-Hauptthemas, mal verträumt, mal als Menuett. Zu welchem Zweck er diese Stücke damals eingespielt hat, darüber kann ich nur spekulieren. In den Film hätten sie stilistisch nicht reingepaßt. Vermutlich einfach aus Freude an der Musik. Und an dieser Freude dürfen wir nun 30 Jahre später auch teilhaben. Es lohnt sich.

 

Danke für die Rezi. Wurde aus irgendeinem Grund bei Chris Soundtrack Corner nicht ins Programm genommen, seltsam.

 

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vor 16 Stunden schrieb Max Liebermann:

Wurde aus irgendeinem Grund bei Chris Soundtrack Corner nicht ins Programm genommen, seltsam.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der auch beim Chris angeboten wurde. Aber jetzt ist er tatsächlich dort nicht mehr zu finden. Bei Musicbox ist die erste Charge als ausverkauft markiert, daran wird´s wohl liegen.

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Am 27.8.2018 um 14:23 schrieb Stefan Schlegel:

Schon blöd, daß jetzt stattdessen nun doch Francis Lais MADLY kommt. Anscheinend wurde Sarde selbst von Music Box nicht genau über das Veröffentlichungsdatum von DEUX HOMMES informiert, dnen wie sonst wäre das jetzt erklärbar. Dann hoffentlich nächsten Monat.

Endlich ist es soweit. Großartig:

DEUX HOMMES DANS LA VILLE (TWO MEN IN TOWN) • LE TOUBIB (THE MEDIC) • LA VEUVE COUDERC (THE WIDOW COUDERC)
Three Original Motion Picture Soundtracks
Music Composed by Philippe Sarde


World Premiere Release of the Complete Scores on CD.
New remastered and expanded edition.
12-page CD booklet with French and English liner notes by Gérard Dastugue.
Limited Edition of 1000 units.

Ref: MBR-146
Release Date: January 16, 2019

In collaboration with Gruppo Sugar and Musiques & Solutions, Music Box Records proudly presents a CD edition of three complete scores which highlight the collaboration between composer Philippe Sarde and French actor Alain Delon: Deux hommes dans la ville (Two Men in Town, 1973), Le Toubib (The Medic, 1979) and La Veuve Couderc (The Widow Couderc, 1971).

Deux hommes dans la ville tells the story of a former bank robber (Alain Delon), after his release from prison, finds a new love and honest work with the help of his probation officer (Jean Gabin). But when a vengeful cop (Michel Bouquet) begins to stalk him, his determination to a straight life is pushed to the breaking point. The film, written and directed by José Giovanni (La Scoumoune, Le Gitan), is a political drama documenting the social unrest associated with the death penalty. Philippe Sarde composed a very elegiac score with one of his most heartbreaking and beautiful melodies.

Philippe Sarde established a long partnership with director Pierre Granier-Deferre over twenty-five years and seventeen films. Adapted from Georges Simenon's novel, La Veuve Couderc is a finely realistic and naturalistic drama set in rural France in 1934, also starring Simone Signoret and Ottavia Piccolo. Le Toubib is set during the Third World War, in a medical unit lost in an unidentified part of the world, where a surgeon falls in love with an idealistic nurse (Véronique Jannot). For both films, Philippe Sarde delivered lyrical and nostalgic scores displaying his incredible melodic talent.

The program has been assembled, produced and supervised by Philippe Sarde and Dominique Spagnolo. This present edition has been fully remastered from complete scoring session elements. The package includes a 12-page booklet featuring exclusive liner notes by writer Gérard Dastugue and new comments by Philippe Sarde on his collaboration with Alain Delon.

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TRACK LISTING:

DEUX HOMMES DANS LA VILLE
1. Thème de Gino 01:22
2. Montpellier 00:49
3. Recours en Grâce 01:50
4. Gino et Sophie 02:50
5. Voisinage 02:50
6. Garde à Vue 01:22
7. Gino et Lucy 02:08
8. L'Appartement 02:07
9. Le Hasard 01:52
10. Retour à la Vie 03:22
Time • 20:39

LE TOUBIB
11. Le Toubib 02:04
12. Jean-Marie et François 01:22
13. Hélicoptères 02:56
14. Harmony Dort 02:16
15. Retour 00:46
16. Le Camp 01:04
17. Croix Rouge Internationale 01:25
18. Champ de Bataille 03:01
19. Enlèvement du Camp 01:28
20. Le Monde Libre 00:44
21. La Grotte 00:43
22. L'Espoir 02:06
Time • 20:03

LA VEUVE COUDERC
23. La Veuve Couderc 02:39
24. Canal et Solitude 01:01
25. Menace / La Couveuse 01:34
26. Le Bal 03:04
27. Les Gendarmes 00:52
28. Péniche New Orleans 02:30
29. Abandon 01:56
30. L'Assaut 01:17
31. Fugitif 01:18
32. La Séparation 01:24
Time • 17:39

Total Time • 58:23

For sound clips, please visit: https://www.musicbox-records.com/en/6817-deux-hommes-dans-la-ville-le-toubib-la-veuve-couderc.html

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DEUX HOMMES DANS LA VILLE / LE TOUBIB / LA VEUVE COUDERC

ENDSTATION SCHAFOTT ist ein intensives Kriminal-Drama um einen Ex-Kriminellen, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis vom rachsüchtigen Inspektor Goitreau schikaniert wird bis die Situation eskaliert. Regisseur Jose Giovanni, der einst selber nur knapp einer Hinrichtung entkam, verwendet viel Sorgfalt auf die Charakterzeichnung seiner Protagonisten, gibt ihnen das nötige Profil in einer rauen, authentischen Welt, was die Figuren in seinen Filmen stets so lebensecht und ihre Schicksale so nachvollziehbar wirken läßt. Diese Kunstfertigkeit ist es auch, die eigentlich eher konventionelle Abenteuer-Reißer wie LE RUFFIAN oder LES AVENTURIERS (bei letzterem schrieb er nur das Drehbuch) aus der Masse ähnlicher Produktionen heraushebt und zu etwas Besonderem macht.

Francois De Roubaix, zu der Zeit Giovannis Stammkomponist, mußte auf Drängen von Delon das Feld räumen für Philippe Sarde. Und der ignoriert konsequent jegliche äußerliche Spannung und konzentriert sich mit einer melodiösen, emotional aufwühlenden, streicherbetonten Musik ausschließlich auf das Innenleben der Protagonisten Gino (Delon) und seines Bewährungshelfers (Gabin) und ihre Beziehung zueinander. Das Ende wird keiner so schnell vergessen, der den Film gesehen hat, und die Musik hat einen nicht zu unterschätzenden Anteil an dessen Wirkung.

Nach der ersten Sichtung des Filmes war Sarde der Meinung, dass das Publikum am Schluß nicht genügend Mitgefühl mit Delons Schicksal haben würde, da er ja einen Verbrecher darstellte. "... and so I had to transform Delon´s character. With a simple, yet refined music. I had to give this film an atmosphere that would make people realise they did not want this guy to go back to prison or die on the scaffold."

Die beiden anderen Filme DIE WAFFE DES TEUFELS und DER STRÄFLING UND DIE WITWE kenne ich (noch) nicht. Sie sind musikalisch sehr ähnlich angelegt, wobei besonders LE TOUBIB mit seinem pathetischen, aber auch resignativ-gebrochenen Hauptthema und den wunderbar eingeflochtenen Bass-Soli hervorsticht.

Mal wieder ein Volltreffer. Philippe Sarde at his best!

 

 

 

 

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vor 2 Stunden schrieb Angus Gunn:

Die beiden anderen Filme DIE WAFFE DES TEUFELS und DER STRÄFLING UND DIE WITWE kenne ich (noch) nicht. Sie sind musikalisch sehr ähnlich angelegt, wobei besonders LE TOUBIB mit seinem pathetischen, aber auch resignativ-gebrochenen Hauptthema und den wunderbar eingeflochtenen Bass-Soli hervorsticht.

 

LA VEUVE COUDERC hat mir als Film sehr gefallen, Sardes Musik ist mir aber eher als CHOSES-DE-LA-VIE-Klon in Erinnerung geblieben. Vielleicht zu Unrecht, mag sein.

 

 

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Ein neues Dreiergespann von Musicbox.

MILLE MILLIARDS DE DOLLARS war (neben LANCELOT DU LAC) mein größter Sarde-Wunschkandidat für eine CD-Edition. Der Film ist ein interessanter Polit-Thriller um einen Journalisten der sich mit Magnaten der Weltwirtschaft anlegt. Nicht weniger interessant ist der ungewöhnliche Vertonungsansatz. Ein relativ kurzer und (fast) reiner Klavierscore, der mit einem eingängigen Hauptthema und komplexen Spannungsstücken beeindruckt. Im Grundtimbre melancholisch angelegt, und nur zu Beginn und zum Ende durch eine Viola ergänzt (wobei diese Viola im Film ausschließlich im Finale eingesetzt ist, wenn ich mich da jetzt richtig erinnere). Ungewöhnlich und sehr empfehlenswert.

Im Gegensatz dazu ist CONTE DE LA FOLIE ORDINAIRE ein hinreißender, von spanischer Folklore beeinflußter Orchesterscore, der die anarchische Groteske (nach Bukowski) in betörend schöne Klänge hüllt, die Ferreris bizarre Bilderwelten konterkarieren und auf eine andere Ebene heben. Hier jetzt erstmalig der komplette Sarde-Anteil des Vinyl-Albums.

LE CRABE-TAMBOUR war mir als Musik (und als Film) völlig unbekannt. Es ist eine dramatische, aber eher ruhig und charakterbezogen erzählte Geschichte aus dem Indochina-Krieg. Von daher dürfte der deutsche Verleih-Titel "Der Haudegen" mal wieder in eine völlig falsche Richtung zielen. Schwermütige, tiefgründige Orchesterthemen (60-70 Musiker, von Carlo Savina geleitet), ergänzt durch eine vietnamesische Zither und dem Jagdhorn. Letzteres untergräbt durch sein groteskes und verdrehtes Spiel jeglichen Anflug von Heroismus, für den dieses Instrument sonst so gerne verwendet wird. Wiederum ein starker, gegen das Klischee gebürsteter Score, der für mich eine große Entdeckung ist.

Sarde did it again. Ich hoffe, dass Musicbox in dieser Richtig weitermacht.

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Zwei neue Titel von Quartet. Was ist davon zu halten?  LE CHAT besitzt eines meiner Lieblingsthemen von Sarde, allerdings scheinen hier hauptsächlich Source-Music und ein paar Sekunden-Schnipsel hinzugekommen zu sein. CESAR ET ROSALIE ist interessant, weil erheblich erweitert. Werde ich mir wohl beide holen.

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vor einer Stunde schrieb Angus Gunn:

Zwei neue Titel von Quartet. Was ist davon zu halten?  LE CHAT besitzt eines meiner Lieblingsthemen von Sarde, allerdings scheinen hier hauptsächlich Source-Music und ein paar Sekunden-Schnipsel hinzugekommen zu sein. CESAR ET ROSALIE ist interessant, weil erheblich erweitert. Werde ich mir wohl beide holen.

Ich sehe das etwas weniger enthusiastisch. CÉSAR ET ROSALIE war nie ein Sarde-Favorit von mir, da ich den Einsatz des Moog Synthesizers hier nie mochte. Und das längste Einzelstück, das jetzt dazukommt, ist auch nur wieder Source Music. Mir reichen eigentlich vom Score die rund 8 Minuten auf dem Sarde/Sautet-Sampler von Universal - zudem ist dort noch das schöne Chanson "A House by the Sea" mit enthalten, womit wir bei 10 Minuten wären.
LE CHAT ist im Film ja auch ein sehr kurzer Score. Wie man es am Tracklisting sieht ist auch hier von den neuen Stücken das längste wieder eine Barmusik, also reines Füllsel, das ich gar nicht brauche. Dann zwei Suspense-Cues, zwei ganz kurze Tracks und einfach nur Wiederholungen vom Hauptthema (das nun auch durch GHOST STORY schon oft genug repräsentiert ist) und von "Le temps des souvenits" - das ist mir keine CD wert, zumal der für mich beste Score von allen dreien, die Quartet jetzt bringt, nämlich LE TRAIN, eh absolut unverändert ist gegenüber allen bisherigen Editionen.
Wenn da jetzt endlich mal UNE HISTORIE SIMPLE auf CD veröffentlicht worden wäre, dann sähe das für mich deutlich anders aus.

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vor 9 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

zumal der für mich beste Score von allen dreien, die Quartet jetzt bringt, nämlich LE TRAIN, eh absolut unverändert ist gegenüber allen bisherigen Editionen.

Ich kenne den Film nicht. Wäre denn da überhaupt mehr Musik möglich gewesen?

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Nein, LE TRAIN hat eigentlich nicht mehr Musik als auf LP und CD bereits veröffentlicht wurde. Wie ja recht oft  - und vor allem bei seinen französischen Filmen - hat Sarde den Film eher sparsam vertont, aber die Musik fällt schon stark auf, weil sie eben an ganz markanten Stellen eingesetzt ist. Der Film selbst ist faszinierend und äußerst bewegend, ich würde ihn als einen der besten überhaupt mit Romy Schneider bezeichnen. Er geht einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf, weil er mit außerordentlicher Sensibilität von Pierre Granier-Deferre inszeniert wurde und von den zwei großartigen Hauptdarstellern Schneider/Trintignant getragen wird, die hier gegenseitig zu absoluter Hochform auflaufen.

 

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Ergänzend gibt es übrigens noch zu sagen, daß Sarde die Musik für LE TRAIN schon vor der eigentlichen Fertigstellung des Films geschrieben hatte. Im Prinzip handelt es sich bei der sinfonischen Suite mit den 9 Tracks, die schon an 1973 auf LP in genau derselben Art und Weise wie jetzt wieder von Quartet veröffentlicht wurden, um ein halbes Konzertwerk, das dann für Regisseur Granier-Deferre zum Anlegen an den fertigen Film bereit stand. Sarde hat diese an sich recht luxuriöse Arbeitsweise, die sich ja völlig von der gängigen, dem Film untergeordneten,  in den USA unterscheidet, öfters praktiziert, z.B. auch bei COUP DE TORCHON, wo Bertrand Tavernier einige Szenen sogar nach der Musik von Sarde geschnitten hat.
Ganz extrem wurde es dann allerdings mit André Techiné in den 90ern etwa bei LES VOLEURS oder ALICE ET MARTIN, wo in den Filmen selbst verrückterweise nur noch ein paar wenige Schnipsel von insgesamt sicher nicht mal 5 Minuten erklingen, während die kompletten und viel längeren Musiken mit rund 40 Minuten auf CD dann ein völlig anderes Bild abgeben..

Diese Arbeitweise schon in den 70ern war natürlich nur möglich durch die enge Vertrautheit mit einem Regisseur.
Sarde zu LE TRAIN:
"Wenn man erst mal einen Film zusammen gemacht hat, weiß man, worauf es ankommt. Ich konnte für LE TRAIN schon vorher (= vor Ende der Dreharbeiten) eine kleine Symphonie schreiben, weil ich bereits mit Pierre Granier-Deferres Arbeitsweise vertraut war.
Mit Alain Corneau ist es mir ganz ähnlich ergangen. Und für LA GRANDE BOUFFE (DAS GROSSE FRESSEN) habe ich das Thema sogar schon geschrieben, bevor das Drehbuch existierte. Marco Ferreri hatte mir nur die Grundidee - vier Männer ziehen sich in eine Villa zurück, um zu sterben - erzählt, und die genügte schon, um mich zu inspirieren."

Daher ist auch klar, daß es mehr als diese "kleine Symphonie" für LE TRAIN auch gar nicht gibt.

 

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