-
Gesamte Inhalte
10.159 -
Benutzer seit
-
Letzter Besuch
Alle Inhalte von Sebastian Schwittay
-
COMA - Jerry Goldsmith - 11 (+1) REQUIEM FOR A DREAM - Clint Mansell - 04 HOW TO TRAIN YOUR DRAGON - John Powell - 10 (-1) ONCE UPON A TIME IN AMERICA - Ennio Morricone - 12 L'ETAT SAUVAGE - Pierre Jansen - 05 (+1) WHO FRAMED ROGER RABBIT - Alan Silvestri - 18 ADVENTURES OF DON JUAN - Max Steiner - 13
-
Ist mir letztens mal wieder aufgefallen, als ich ein Interview mit Ryan Shore gehört habe, das Oli und Anne 2011 geführt haben: darin sagt Shore, der stilistisch und persönlich kaum etwas mit Goldenthal zu tun und auch keinen Grund hat, sich bei ihm anzubiedern, Goldenthal sei ein "tremendous composer", seine Musik habe "a lot of range", "everything he does is solid", "has such a lot of color", etc. Dabei bezieht er sich auch explizit auf sein Können als Komponist allgemein, nicht nur als Filmkomponist. Ganz ähnliche Äußerungen gab es in jüngerer Zeit von Christopher Young, und einer Reihe weiterer Komponisten. Und das, obwohl sie es gar nicht nötig haben, denn Goldenthal spielt in Hollywood keine Rolle mehr, ist für die Studios nach der Klage gegen Warner gar persona non grata... Fazit: wer sich intensiv mit einem Kunsthandwerk auseinandersetzt, überwindet automatisch die rein subjektive Perspektive - und es entsteht ein grundlegender Konsens über die Qualitätsmaßstäbe der jeweiligen craft. Williams wird sich für diese Trends in der Filmmusik sicher mit der entsprechenden Neugier eines professionellen Musikers interessieren, aber hauptsächlich deswegen, um dadurch seine eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. Hat er ja so ähnlich im Interview zu THE POST geäußert, wenn ich mich recht erinnere.
-
Darf er diesen Missstand nicht ansprechen? Es ist wirklich jenseits allen ästhetischen Bewusstseins, heutzutage diese 100-Minuten-Recording-Sessions auf Veröffentlichungen zu knallen, insbesondere wenn die Musiken die Laufzeit inhaltlich nicht tragen. Da kann ich mir in letzter Konsequenz auch die Tonspur des Films auf den MP3-Player ziehen - diese Lieb- und Konzeptlosigkeit der Filmmusik-Präsentation unterminiert schließlich auch die Eigenständigkeit von Filmmusik als Kunstform, und sollte gerade uns Fans und Liebhabern ultrasauer aufstoßen.
-
Wenn beim Musikhören der Fokus auf der Musik, und nicht auf persönlichen Befindlichkeiten liegt, kommt auch eine größere Gruppe von Rezipienten in der Regel zu einem homogeneren Ergebnis. Das nennt sich Intersubjektivität. Wie erklärst du dir sonst, dass unter Komponisten die Meinungen über andere Komponisten meistens so einheitlich sind? Hast du schon mal einen Komponisten gehört, der sich z.B. über die Musik von Elliot Goldenthal nach dem Motto "so dolle ist das alles nicht" geäußert hat? Da gibt es nur Lob und größte Anerkennung. Und warum? Weil Komponisten alle über ein ähnliches Level an musikalischem Verständnis verfügen, und somit viele Individuen intersubjektiv zur Erkenntnis gelangen können, dass eine Musik besonders gut ist (=das meiste aus ihren Mitteln macht). Letztendlich ist das auch der einzige Modus, in dem man sich sinnvoll über Musik austauschen kann. Alles andere läuft auf "mag ich">"ich auch" oder "mag ich">"ich aber nicht" hinaus, und wird Musik nicht gerecht.
-
Der beliebteste Soundtrack 2019 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Markus Wippels Thema in 2019
Wegen mangelnder Teilnahme sind die Quartalsumfragen eingestellt. Bei Interesse wird es Ende des Jahres wieder die reguläre Umfrage mit allen nominierten Scores des Jahrgangs geben. -
Der beliebteste Soundtrack 2019 / 1. Quartalsumfrage
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in 2019
Wenn selbst an aktiven Nutzern wie dir diese Umfrage "vorbei geht" (ist mir ein Rätsel, wie das geht, schließlich werden neue Beiträge auf der Hauptseite angezeigt, außerdem findet die Umfrage im Hauptforum statt...), macht das Ganze wohl auch keinen Sinn mehr. Die Quartalsumfragen sind damit eingestellt. -
Sorry, aber: Unsinn. L'ETAT SAUVAGE ist momentan sogar der reichhaltigste, im musikalischen Detail "hochauflösendste" Score der Liste - er nutzt die musikalischen Mittel (Rhythmik, Harmonik, Klangfarbe) neben Morricone und Goldsmith sicher am intensivsten. Ist halt natürlich eine Musik, bei der man zuhören, und nicht nur hinhören muss. Schade, dass das Spiel hier so hohl und geistlos geworden ist, und gar nicht mehr zur Beschäftigung mit Musik anregt - eigentlich wird es damit überflüssig.
-
RUDY - Jerry Goldsmith - 16 REQUIEM FOR A DREAM - Clint Mansell - 05 HOW TO TRAIN YOUR DRAGON - John Powell - 10 (-1) THE 7TH VOYAGE OF SINBAD - Bernard Herrmann - 19 (+1) THE FIFTH ELEMENT - Eric Serra - 18 L'ETAT SAUVAGE - Pierre Jansen - 10 (+1) WHO FRAMED ROGER RABBIT - Alan Silvestri - 13 ADVENTURES OF DON JUAN - Max Steiner - 11
-
Der Film ist schon recht unterschätzt, würde ich sagen. Ein runtergerockter, kaputter Gegenentwurf zum eher cleanen ersten Teil, der mit seiner White-Trash-Thematik das sozialkritische Potenzial der Story auslotet. Governors Musik ist nun kein Goldenthal, aber das Konzept mit der Rockmusik fand ich im Film ganz interessant.
-
Magst du das Minus für Jansen nicht doch mal erklären, @Csongor? Wie einem allein die fetzigen, ersten zwei Minuten missfallen können, ist mir ja eigentlich ein Rätsel... RUDY - Jerry Goldsmith - 13 REQUIEM FOR A DREAM - Clint Mansell - 08 HOW TO TRAIN YOUR DRAGON - John Powell - 09 (-1) THE 7TH VOYAGE OF SINBAD - Bernard Herrmann - 15 THE FIFTH ELEMENT - Eric Serra - 17 (+1) L'ETAT SAUVAGE - Pierre Jansen - 11 (+1) WRECK-IT RALPH - Henry Jackman - 02 ADVENTURES OF DON JUAN - Max Steiner - 10 Serras FIFTH ELEMENT ist - genau wie sein GOLDENEYE - ein von der konservativen Filmmusikkritik zu Unrecht herabgewürdigter Score. Farbenfroh-exotistisch, experimentell und stilistisch absolut eigenständig - hat mir schon immer viel Freude gemacht, die Musik.
-
Milan Records: MIDSOMMAR (Bobby Krlic)
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ja, ich finde den auch besser als HEREDITARY, der zwar originell konzipiert (alles verfremdete Saxophon-Aufnahmen), aber eben klanglich monochromer und als Album mit 71 Minuten auch viel zu lang ist. -
Milan Records: MIDSOMMAR (Bobby Krlic)
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Scores & Veröffentlichungen
Immerhin mal irgendeine Reaktion darauf... Ich empfehle diesbezüglich auch den Film, den ich zwar recht überzeichnet und auch arg künstlich fand, aber die Musik ist im Film echt ein Erlebnis... -
RUDY - Jerry Goldsmith - 12 REQUIEM FOR A DREAM - Clint Mansell - 08 HOW TO TRAIN YOUR DRAGON - John Powell - 10 (-1) THE 7TH VOYAGE OF SINBAD - Bernard Herrmann - 15 THE FIFTH ELEMENT - Eric Serra - 15 (+1) L'ETAT SAUVAGE - Pierre Jansen - 11 (+1) WRECK-IT RALPH - Henry Jackman - 02 ADVENTURES OF DON JUAN - Max Steiner - 10
-
Finde THE WIND AND THE LION zwar auch äußerst stark, andererseits ist es bei Goldsmith wirklich schwierig mit der Kanonbildung. Es gibt einfach zu viele Scores, die sich an der Spitze tummeln - wenn man da nur einzelne Musiken herauspickt, wird man dem Wesen von Goldsmiths Werk, das auf Variabilität beruht, nicht im Entferntesten gerecht. Leider tendiert der gemeine Filmmusikfan eh dazu, nur Filmmusiken eines bestimmten Stils zu kanonisieren, nämlich die aus der epischen und/oder spätromantischen Ecke... Neben WIND AND THE LION auf jeden Fall gleichwertig an der Spitze: FREUD, LONELY ARE THE BRAVE, MORITURI, THE BLUE MAX, PLANET OF THE APES, 100 RIFLES, THE ILLUSTRATED MAN, THE CHAIRMAN, PATTON, TORA! TORA! TORA!, PAPILLON, LOGAN'S RUN, THE CASSANDRA CROSSING, ISLANDS IN THE STREAM, DAMNATION ALLEY, DAMIEN: OMEN II, THE BOYS FROM BRAZIL, ALIEN, STAR TREK: THE MOTION PICTURE, THE FINAL CONFLICT, POLTERGEIST, UNDER FIRE und LEGEND. Und selbst im Spätwerk könnte man noch eine Handvoll Musiken finden, die auf ihre Art zum Besten in Goldsmiths Filmographie zählen. THE WIND AND THE LION - Jerry Goldsmith - 11 REQUIEM FOR A DREAM - Clint Mansell - 08 HOW TO TRAIN YOUR DRAGON - John Powell - 09 (-1) GLORY - James Horner - 19 THE FIFTH ELEMENT - Eric Serra - 10 L'ETAT SAUVAGE - Pierre Jansen - 10 (+1) WRECK-IT RALPH - Henry Jackman - 04 TOMB RAIDER - JunkieXL - 09
-
Ich finde auch: sobald wir uns die Musik von CD anhören, müssen wir sie auch als musikalisches Werk betrachten. Da kann das Zusammenspiel mit dem Film ein zusätzlicher, spannender Faktor sein, den man in die Überlegungen miteinbeziehen kann - aber er ist bei der Rezeption des Albums (= des eigenständigen musikalischen Werks) nicht mehr entscheidend. Oder anders ausgedrückt: du kannst gerne nur nach Filmwirkung bewerten, Lars - aber dann musst du auch konsequent sein, und dir deine Scores nur noch im Film anhören.
-
Gibt es dafür noch eine Begründung außer dieser schlichten Behauptung? ... und bitte den neuen Score in die Liste einpflegen, damit der nächste die neue Liste nur noch kopieren muss. Mittlerweile sicher zum vierten Mal. FLIGHT OF THE PHOENIX - Marco Beltrami - 15 (+1) THE HUNCHBACK OF NOTRE DAME - Alan Menken - 18 REQUIEM FOR A DREAM - Clint Mansell - 08 HOW TO TRAIN YOUR DRAGON - John Powell - 08 (-1) GLORY - James Horner - 15 THE FIFTH ELEMENT - Eric Serra - 10 L'ETAT SAUVAGE - Pierre Jansen - 09 (+1) WRECK-IT RALPH - Henry Jackman - 08
-
Elliot Goldenthal
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Komponisten Diskussion
Dafür gibt es ja sein erstes Streichquartett, "The Stone Cutters", von 2013. Darin gibt es keinerlei Recycling bereits bestehenden Materials. Für Filmmusikhörer ist das eher nichts, aber wer der Gattung Streichquartett etwas abgewinnen kann, bekommt hier ein echtes Filetstückchen serviert. Mittlerweile sogar eins meiner Lieblings-SQs aus dem zeitgenössischen Bereich. Leider nicht auf YouTube, nur auf Spotify (letzter Track des Albums): -
Ich würde ja eher sagen, dass es egal ist. Bei der winzigen Menge an klassischer Musik, die hier noch thematisiert wird, macht die Trennung eh keinen Sinn.
-
Der beliebteste Soundtrack 2019 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Markus Wippels Thema in 2019
MIDSOMMAR, Bobby Krlic -
Das Finale aus MIDSOMMAR - wunderschön entrückt, im Film preisverdächtig:
-
Hier etwas aus L'ETAT SAUVAGE: Im Film geht es um politische und militärische Wirrungen in einem afrikanischen Land. Jansen verzichtet völlig auf afrikanisches Kolorit, sondern vertont die Konflikte der Handlung (Rassismus, Kulturimperialismus) mit gepfefferten Bläsersätzen und zerrissener Rhythmik à la Strawinsky. Mitreißender Score, tolle Aufnahme, hervorragende Klangqualität. Wusste gar nicht, dass du den Score schon kennst...
-
Milan Records: MIDSOMMAR (Bobby Krlic)
Sebastian Schwittay erstellte ein Thema in Scores & Veröffentlichungen
Da der Score noch keinen eigenen Thread hat, eröffne ich den hier mal. Eine der interessantesten Filmmusiken bislang in diesem Jahr, vom britischen Electronica/Dark Ambient-Musiker Bobby Krlic. Zum surrealen Sektenfilm von Ari Aster schrieb Krlic eine verstörend intensive Musik für Streicher, Klavier und Elektronik - im Einsatz der Klangfarben und auch in der Harmonik ist Jonny Greenwood nicht fern. In manchen Tracks werden auch die Gesänge und Schreie der Sektenmitglieder verarbeitet und verfremdet. Anspieltipps: "The House That Harga Built" (Track 4) und "Fire Temple" (Track 12). Diese beiden Tracks (und auch "Gassed", Track 2) wirken im Film echt wahnsinnig intensiv. Würde mich nicht wundern, wenn das eine Oscar-Nominierung bringt...