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Gast TurboBoss
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Die verkantete Einstellung, das Waldstück... da war ich mir ziemlich sicher, das kann nur dieser Film sein. :)

Erst vor ein paar Wochen das erste Mal gesehen, für einen Low- bis No-Budget-Studentenfilm echt nicht schlecht, v.a. kameratechnisch.

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Die verkantete Einstellung, das Waldstück... da war ich mir ziemlich sicher, das kann nur dieser Film sein. :)

Erst vor ein paar Wochen das erste Mal gesehen, für einen Low- bis No-Budget-Studentenfilm echt nicht schlecht, v.a. kameratechnisch.

Dann aber sofort EVIL DEAD II und ARMY OF DARKNESS hinterherschauen! :D Bei ARMY vor allem auch den Director´s Cut, der länger ist als die Kinofassung und ein anderes Ende hat. Wenn man sich näher mit der Reihe befassen will, dann kann ich dieses Buch empfehlen:

Darin wird auch sehr detailliert auf die Produktion der Filme eingegangen, es werden Sachen wie die "Ram-O-Cam" erklärt (die Kamera die durch Fenster und Türen fliegt) und der Ärger mit Universal bei ARMY OF DARKNESS.

Und auch in Bruce Campbells Buch "If Chins Could Kill: Confessions of a B-Movie-Actor" gibt es viele Infos zu den drei Filmen, sozusagen aus erster Hand:

Ein umfassendes Buch über Raimis Werk wäre dieses hier (geht bis Spider-Man 2):

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Alexander, könntest du bitte ein wenig über den "Ärger mit Universal bei ARMY OF DARKNESS" berichten? Das interessiert mich brennend. :)

Aber klar. :D Der Film war eine Co-Produktion von Universal und Dino de Laurentis, da Dino auch schon EVIL DEAD II unter seine Fittiche genommen hatte, für den übrigens eigens der Verlag "Rosebud Pictures" gegründet wurde, der auch nur EVIL DEAD II vertrieben hat, damit man das Rating durch die MPAA umgehen konnte. Raimi musste EVIL DEAD II "lustiger" machen als den ersten, da er sich für den ersten Film sogar vor Gericht verantworten musste, auch in Deutschland hat der erste EVIL DEAD ja eine lange Geschichte von Indizierung und Verbot.

Nachdem Raimi mit DARKMAN einen Hit für Universal gemacht hatte (Raimi wollte ursprünglich eigentlich THE SHADOW verfilmen, aber Universal gab ihm die Rechte nicht, woraufhin er eben seinen "eigenen" Comichelden erfand), kam man ins Gespräch über einen dritten EVIL-DEAD-Film. Nachdem der erste Film mit knapp 350.000 Dollar realisiert wurde, der zweite Film mit immerhin schon 3 Millionen Dollar, hatte Raimi für ARMY nun fast 13 Millionen Dollar zur Verfügung. Universal machte natürlich einige Auflagen, so durfte der Film nicht EVIL DEAD III heissen oder der von Raimi favorisierte Titel THE MEDIEVAL DEAD, da man nicht den Eindruck erwecken wollte, der Zuschauer müsse sich erst zwei andere Filme ansehen, um diesen zu verstehen, man ging ausserdem davon aus, dass der "normale" Kinogänger die Independent-Produktionen EVIL DEAD nicht kennen würde und hatte daher Angst, es würde deshalb keiner ins Kino gehen.

Tatsächlich schossen Raimi, sein langjähriger Freund und Produzent Robert Tapert und sein ebenfalls langjähriger Freund, Co-Produzent und Hauptdarsteller Bruce Campbell eigenes Geld zu, um den Film zu machen, sie verzichteten insgesamt auf ungefähr eine Million Dollar, die ihnen vertraglich zugestanden hätten und steckten das Geld wieder in den Film. Damit wurden vor allem viele der Schlachtszenen gedreht. Der Film sollte im Sommer 1992 in die Kinos kommen, aber dann ging der Ärger los. Die MPAA gab dem Film ein R-Rating, also ein "Freigegeben ab 18 Jahren", Universal wollte aber ein PG-13-Rating. Also mussten Raimi und sein Team den Film an verschiedenen Stellen umschneiden, doch er bekam immer noch ein R-Rating. Dann beauftragte Universal einen "eigenen" Cutter, doch auch dessen Schnitte führten nicht zu einem PG-13-Rating, weshalb Universal in den sauren Apfel biss und den Film mit einem R-Rating in Form der zweiten Schnittversion von Raimi ablieferte. Einige Szenen aus der Schlacht, die Raimi, Tapert und Campbell quasi selbst finanziert hatten, flogen raus, auch die Liebesszene am Anfang wurde gekürzt.

Das war aber noch lange nicht das Ende. Universal gefiel der Schluss überhaupt nicht, er wäre zu düster und niederschmetternd. Also musste Raimi, der leider nicht das Recht auf den Final Cut hatte, ein neues, fröhliches Ende für den Film drehen. Als der Film dann endlich fertig war, obwohl weder Universal, noch Raimi mit seiner Firma "Renaissance Pictures" wirklich zufrieden waren mit der Schnittfassung (der Film wurde von ursprünglich 96 Minuten auf 81 Minuten gekürzt), kam es zum Streit zwischen Universal und Dino de Laurentis. Nach dem Erfolg von "Schweigen der Lämmer" wollte Universal die Rechte an "Red Dragon" von de Laurentis haben, der das Buch bereits 1986 verfilmt hatte. Dino wollte die Rechte nicht hergeben, der damalige Chef von Universal sagte, es hätte eine mündliche Vereinbarung mit Dino gegeben, dass er sie doch hergibt.

Es folgten Gerichtsverfahren und ARMY OF DARKNESS verschwand plötzlich von Universals Terminkalender. Laut Bruce Campbell war es nichts persönliches gegen das "Renaissance Pictures"-Team, aber Universal wollte de Laurentis wohl zeigen, wo der Hammer hängt. Während des Streits beklagte sich Universal auch immer wieder über das R-Rating des Filmes, Bruce Campbell musste ins Studio kommen für die Werbekampagne des Films. Dort machte man ein paar Fotos seines Gesichtes, welche unter anderem für das gemalte Plakatmotiv verwendet wurde, wo Campbell mit einem schiefen Grinsen auf seinem umgekippten Auto steht, während im Hintergrund einige Untote auf Pferden angeritten kommen und sich eine schöne Frau an seinem Bein festhält. Man sagte ihm, er müsse die Kampagne am gleichen Tag noch absegnen, sonst gäbe es keine Kampagne, woraufhin er meinte "Welche Wahl habe ich denn dann?".

ARMY OF DARKNESS kam dann mit über sechsmonatiger Verspätung im Januar 1993 in die Kinos, wo er leider kein allzu großer Erfolg wurde. Viele Fans waren über den eher comichaften Ansatz des Filmes enttäuscht und wussten nicht, ob sie den Film ernst nehmen oder darüber lachen sollten, ein Phänomen, welches auch auf viele Joe-Dante-Filme zutrifft, die damit ähnlich schlechte Einspielergebnisse erzielt haben.

Komponist Joseph LoDuca erzählt in den Büchern, dass schon der erste EVIL DEAD mit Musik von Bernard Herrmann unterlegt war, weshalb es wohl auch nicht verwunderlich ist, dass seine Musik, vor allem dann in ARMY OF DARKNESS, so viele Ähnlichkeiten zu Herrmann-Scores aufweist. Raimi ist ein großer Herrmann-Fan und ARMY OF DARKNESS war ja teilweise eine Hommage an die Tricktechnik Ray Harryhausens und eben Filme wie THE SEVENTH VOYAGE OF SINDBAD.

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