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WaterTower: The End of Oak Street - Michael Giacchino
Mephisto antwortete auf ronin1975s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Die Filme, die ich in der vergangenen Woche gesehen habe, waren Únos / Die Entführung (1952) und Bílá nemoc / Die Weiße Krankheit (1937) im Zeughauskino sowie A Matter of Life and Death (1946) von Powell/Pressburger bei einem Filmabend zuhause, The Dog Stars gestern im IMAX und The End of Oak Street. Klarer Gewinner ist A Matter of Life and Death! The End of Oak Street war wahrscheinlich der CGI-lastigste Film in der ganzen Auswahl. Tatsächlich fühlte ich mich aber großartig unterhalten. Handwerklich ist das Ganze mehr als sauber umgesetzt, und es gab ja auch den einen oder anderen Überraschungsmoment. Die Dinos sahen ziemlich cool aus, und ich mochte auch, dass sie nicht inflationär eingesetzt werden, sondern in den einzelnen Szenen immer wieder unterschiedliche Urzeittiere zum Einsatz kommen. Was ich ebenfalls interessant fand: Ich konnte die Zeit, in der der Film spielt, zu Beginn überhaupt nicht gut einordnen. Schließlich stammen die klassischen Vorstadtbauten ja aus den 50er Jahren, und Freizeitkleidung lässt sich für mich weitaus schwerer zeitlich einordnen als beispielsweise die Anzugmode der 50er, 60er und 70er Jahre. Umso interessanter fand ich, dass mit der Nennung der Jahreszahl bis zur Poolszene am Ende gewartet wird. Und dann weiß man: Man befindet sich schon in den 80ern – allerdings in 80ern, die noch nicht ganz begriffen haben, dass die 70er vorbei sind. Einige der wiederkehrenden Motive haben sich mir allerdings nicht erschlossen, zum Beispiel das ständige In-den-Fokus-Rücken von Fotografie und Familienbildern. Das konnte ich irgendwie nicht recht mit dem Film zusammenbringen. Auch kann ich nachvollziehen, wenn Leute darin eine Metapher über Autorenschaft erkennen; wirklich im Film ausgearbeitet sehe ich das Ganze allerdings nicht. An die Musik von Michael Giacchino kann ich mich schon gar nicht mehr so genau erinnern. Ich habe sie als gewohnt routiniert in Erinnerung, aber wie so oft war Giacchino für mich auch ziemlich schematisch. Vor allem in den Actionszenen schien es mir, als würden sehr viele repetitive Strukturen vorherrschen – vermutlich auch, um die Musik entsprechend flexibel an den Schnitt anpassen zu können. Aber da mag ich Giacchino auch Unrecht tun. In Anbetracht der zahlreichen noch verschlossenen und ungehörten CDs in meiner Sammlung werde ich auf The End of Oak Street jedenfalls verzichten. -
WaterTower: The End of Oak Street - Michael Giacchino
Mephisto antwortete auf ronin1975s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Also Leute, ihr macht mir echt den Mund wässrig. Ich habe die Vorschau nun schon öfters im Kino gesehen und mir immer gedacht: "Nostalgisches, J.-J.-Abrams-produziertes amerikanische-Vorstadt-Szenario mit CGI-Dinos? Brauche ich nicht." Habe jetzt aber mal gebucht und bin gespannt, der Film läuft morgen im Original im Screen-X-Saal. Ich hoffe ja mittlerweile auf ein Twisters-Szenario wie vor zwei Jahren. Da bin ich auch einfach mal so reingegangen und hatte dann überraschend viel Spaß. -
Es wurde ja auch bemängelt, dass das Schiff total aussieht wie ein Wikingerschiff, obwohl man eine Vorstellung davon hat, wie griechische Schiffe früher aussahen.
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Also das mag sich gelegt haben, interessant fand ich ja, dass im Vorfeld THE ODYSSEY gleichermaßen mit "rechten" Argumenten angegriffen wurde ("zu wenig Weiße...") sowie mit "linken". Da war es dann besonders der Aspekt der "kulturellen Aneignung" und der Respektlosigkeit Hollywoods gegenüber europäischer/griechischer Kultur und die "Missachtung"/das "Nichtberücksichtigen" von Fachleuten, die auch einen kulturellen Bezug zu dem Stoff haben. Insofern konnte es Nolan zumindest im Vorfeld niemandem Recht machen. Ich habe das dann nicht weiter verfolgt und werde den Film am Freitag im IMAX schauen.
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Musik fürs Herz (Film, Serie, Video Game)
Mephisto antwortete auf Mistermaffays Thema in Filmmusik Diskussion
Einer meiner Allzeitfavoriten: Wie so oft bei Yared ist das Ausgangsthema sehr schlicht, aber wie die anderen Stimmen sich dazuverhalten, verleiht der Melodie eine ungeheure Tiefe. Die erste Violine setzt direkt mit dem Thema ein, das die 1. Viola bei 00:07 ebenfalls spielt. Dann bei 00:27 die weite "Öffnung" durch den Einsatz der tiefen Streicher. Überleitung im 1. Cello bei 00:44 zur Themenwiederholung, dieses Mal "befremdlich" harmonisiert (00:48-00:52) - und im Cello wieder bei 00:54 aufgegriffen. Ab 01:08 dann diese sehnsuchtsvolle Passage mit den fallenden Violenfiguren, während sich die Violinen ab 01:24 immer "höher recken" und schließlich in einer "versöhnlich" klingenden Geste bei 01:32 enden. Alleine diese Passage wäre es wert, zu einem vollen Konzertsatz für Streichseptett ausgearbeitet zu werden. Hier schließen nun die "rauschhaften" Flageoletttöne an, wie eine kalter Windhauch in einem verschneiten Wald. Und noch einmal das Liebesthema, von der Harfe gespielt, mit diesem sanften Streicherbett, das immer weiter anschwillt. Besonders schön auch die Violine, die sich ab 03:13 herausschält. Yared ist einfach ein fantastischer Komponist und ich bedaure so sehr, dass er nie die Anerkennung bekommen hat, die er verdient. Dieses Stück habe ich mal einer Bekannten gezeigt, die darauf nachdenklich nickte und sagte: "Trauriger wird's nicht..." -
Korrekt, ich möchte hier nämlich so wenig "Zensur" wie möglich betreiben und hielt es für okay, dass Mistermaffay und Sebastian sich hier einen Schlagabtausch liefern, weil beide hart im austeilen und nehmen sind. Aber sobald es hier spezifisch um Parteien geht, setze ich die Schere an. Wir sind schließlich ein Musikforum und politischen Diskussionen kann man hier nicht gerecht werden, es sei denn, man lässt das hier völlig aus dem Ruder geraten. Danke also für das Verständnis.
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Intrada: Frankenstein The True Story (Gil Mellé)
Mephisto antwortete auf Trekfans Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ich bin schon gespannt, bei meiner kommenden Intrada-Bestellung ist das Album auf alle Fälle dabei. -
Ich kann dazu nichts sagen, warte ewig darauf, dass das Ding mal wieder bei Lala Land Records auf Lager ist. Ebenso wie Sugarland Express und From Moment to Moment. Von einem FSM-Mitglied gibt es da ja keine hoffnungsvolle Nachricht: https://www.filmscoremonthly.com/community/postid/2541574/ Ich habe aber keine Ahnung, ob das eine vertrauenswürdige Quelle ist.
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Christopher Nolans' THE ODYSSEY - Musik: Ludwig Göransson
Mephisto antwortete auf SilvestriGirls Thema in Scores & Veröffentlichungen
Zumal es ja Musik gab, die es nicht auf die Promo geschafft hat. Es gab anscheinend eine tänzerische Fassung des Achilles-Themas beim Kampftraining zu Beginn und eine fette Nummer mit Chor für Menelaos' Tod. Aber ist ja klar, dass die 77 Minuten nicht alles abdecken konnten. -
Christopher Nolans' THE ODYSSEY - Musik: Ludwig Göransson
Mephisto antwortete auf SilvestriGirls Thema in Scores & Veröffentlichungen
Das mag ja sein, aber die Filmreihe ist ja auch mit der Zeit gegangen. Die Filme spielen stets in der Gegenwart und sind nicht in den 50er- und 60er-Jahren verhaftet. In Casino Royale zum Beispiel treten mehrere Figuren auf, die eine Kriegsversehrung aufweisen (ich meine mich zu erinnern, dass ein Hotelportier hat da eine Hakenhand hatte). Das sind zeitgeschichtliche Bezüge, die in den Filmen nachvollziehbarerweise wegfallen. James Bond benutzt nun Computer und Smartphones und da regt sich ja keiner drüber auf. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Schwarzer in den 50er- oder 60er-Jahren im Geheimdienst seiner Majestät unterwegs gewesen wäre - höchstens als Chauffeur für M. Aber die Gesellschaft hat sich ja Gott sei Dank gewandelt. In Zeiten von Computern und Smartphones wäre auch einem schwarzen Anwärter die Agentenkarriere nicht mehr so kategorisch verwehrt wie vor 70 (!) Jahren. Was Bond auszeichnet, sind Charisma, Sportlichkeit, Klugheit, Schlagfertigkeit etc. Und das ist ja nicht an die Ethnie gebunden. Also sehe ich heutzutage keinen Grund, James Bond nicht mit einem schwarzen Schauspieler zu besetzen, außer Gewohnheit. Zumal es bei Bond ja schon ein Phänomen ist, dass er von unterschiedlichen Darstellern verkörpert wurde. Da kommen wir jetzt aber in ganz komische Gewässer, wenn wir sagen "Britisch = Weiß". Es gibt doch nachweislich einen nicht-weißen Bestandteil in der britischen Bevölkerung, die Harry-Potter-Filme und Romane spielen in der Gegenwart. Warum sollte man den realistischen Bevölkerungsdurchschnitt dann nicht auch so darstellen? Und mal ehrlich: Wie kaputt wäre es, wenn eine Autorin sagen würde "Ich will ausschließlich weiße Darsteller in meiner Verfilmung, weil das die einzig legitime Repräsentation britischer Menschen ist"... Und das ist ja das irritierende. Viele regen sich erst auf, wenn Figuren mit nicht-weißen Personen besetzt werden, nicht umgekehrt (Diane Kruger als Helena, Christian Bale als Moses etc.) Das zeigt doch, dass "weiß" als "normal" wahrgenommen wird, auch wenn es überhaupt nicht zutrifft. Und diese Haltung gilt es nunmal zu überdenken. Das ist ungewohnt und es verunsichert, weil die eigene (vielleicht auch nur unterbewusst) angenommene und (vielleicht auch nur unterbewusst) gesetzte Vorrangstellung ins Wanken kommt. Und noch zur Musik: Ich würde mir durchaus wünschen, dass Yared nochmal die Möglichkeit bekommen hätte, einen solchen Stoff zu vertonen. Aber natürlich wird das nicht mehr passieren. Was 2004 schon nicht mehr "gepasst" hat (angeblich!!), wird 2026 noch weniger "passen" - Retrotrend hin oder her. Jede Form des Sounddesign als "Innovation" abzutun, ist doch seit dem Uhrenticken in Dunkirk ein alter Hut. Göransson ist ja ein kreativer Kopf und ich hoffe, er macht was interessantes aus seinen 35 gesampelten Gongs. -
Christopher Nolans' THE ODYSSEY - Musik: Ludwig Göransson
Mephisto antwortete auf SilvestriGirls Thema in Scores & Veröffentlichungen
Arielle ist ein Fabelwesen, da sehe ich keinen Nutzen darin, die statistisch durchschnittliche Verteilungen phänotypischer Merkmale auf Basis von Herkunft auf solche Fantasyfiguren zu übertragen. Wo wir beim Phänotyp sind: In mediterranen Gegenden und haben viele Menschen einen dunkleren Teint als Leute, die in Mitteleuropa geboren wurden und dort aufgewachsen sind. Somit wären zumindest die meisten Figuren in der Odyssee keinesfalls "ganz klar weiß" und Matt Damon und Anne Hathaway "ethnisch" falsch besetzt. Es ist übrigens sehr interessant, sich verschiedene Darstellungen von Helena aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Kunstepochen anzuschauen. Diane Kruger repräsentiert eben das 00er-Jahre-schlanke-Blondinen-Ideal, das eher einen nordischen Typ repräsentiert als einen mediterranen. So gesehen war TROY vom Casting auch ziemlich "daneben", aber das hat eben viele nicht gestört, weil sie es gewohnt waren, als ethnische Gruppe in Hollywoodblockbustern nicht vertreten zu sein - oder eben, weil es normal war, überwiegend weiße Gesichter auf der Leinwand zu sehen. -
Das waren die nicht selber, das war unser damals noch sehr aktives Mitglied @BigMacGyver, seines Zeichens Silvestri-, Kamen-, Bernstein-, Poledouris-Experte und -Komplettist. Der hatte zwei Aprilscherze designed: Einmal Back to the Future als Intrada-Box und dann Ten Commandments, allerdings als FSM-Ausgabe in einem Archiv. Das muss jetzt über zehn Jahre her sein, ich frage mich, ob der hier noch mitliest.