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Mephisto

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Alle Inhalte von Mephisto

  1. Aber kompetentes Orchestergeholze - jedenfalls soweit ich mich erinnere. Habe den Film dieses Jahr erst wieder gesehen und mich doch sehr über dieses typische 80er-Kalter-Kriegs-Abenteuer gefreut... weitaus besser als THE RESCUE, wobei der mit seiner bierernsten Broughton-Musik und einigen Schauwerten ja auch noch das "gewisse Extra" hat.* Habe bei Quartet jetzt noch einmal zugeschlagen... die Intrada kam ja vor elf Jahren raus!! *da fällt mir ein, dass THE RESCUE ja gar nichts mit dem kalten Krieg zu tun hat...
  2. ...deswegen heißt er ja auch RUNAWAY Ich bin von dieser Intrada-Veröffentlichung natürlich sehr begeistert. Es ist zwar schade, dass wir diese Musik nicht in so guter Klangqualität bekommen wie zahlreiche andere Goldsmith-Musiken aus diesen Jahren, aber mehr scheint momentan einfach nicht greifbar zu sein. Das Bootleg habe ich vor mittlerweile rund zehn Jahren sehr eindringlich gehört und besonders die Klavierpassagen haben mich immer wieder fasziniert. Ich freue mich schon sehr darauf, diese CD nächstes Jahr zu bestellen. Wenn Intrada es zur Tradition macht, verschollen geglaubte Goldsmith-Musiken zu Weihnachten zu veröffentlichen, kriegen wir vielleicht nächstes Jahr noch THE DON IS DEAD...
  3. Oder die Stauffenberg-Filme DER 20. JULI und ES GESCHAH AM 30. JULI oder die beiden Romy-Schneider-Projekte, von dem das mit Yvonne Catterfeld letzten Endes abgeblasen wurde.
  4. Wir sind dazu übergegangen, Threads erst zu verschieben, nachdem die Diskussion einigermaßen "abgeschlossen ist". Die Vergangenheit hat bewiesen, dass nichts tödicher für ein schönes Gespräch ist, als es auszulagern.
  5. Sehr nettes Easy-Listening! Allerdings hört man die "Nahtstelen" in dieser Suite doch sehr deutlich. Mich würde ja mal interessieren, wie die Arbeitsteilung bei Euch dreien ausgehesehen hat.
  6. ROAD HOUSE finde ich da noch eine deutliche Ecke schlimmer. Die Orchestermusik zu der Schlägerei am Ufer "haut" im Gegensatz zu Patrick Swayze stets "daneben". Ich kannte die Musik erst nur von der Intrada-CD und ging aufgrund der formalen Anlage des Stücks davon aus, dass das totales Mickey-Mousing wäre - so hört es sich jedenfalls an: Brachiale Blechakkorde, dann wieder leise pizziccati mit Glockenspiel, dann wieder Getöse. Aber im Film ist das völlig kontraintuitiv eingesetzt. Vielleicht ist da auch im Musikschnitt was schiefgelaufen? Sowieso ja eine recht zerrissene Musik wegen der Konzeptänderung auf halber Strecke.
  7. Finde diese Veröffentlichung großartig, aber stehe ja auf diese "archivarischen" Präsentationen. Für mich steht dann weniger ein kurzweiliges Hörvergnügen im Vordergrung, als die Musik bis auf ihre Fasern zu durchdringen, ihrer Genese anhand von alternativen Fassungen nachzuspüren etc. Die Musik zu DIE HARD fand ich über weite Strecken recht "diffus", ich kenne aber auch "nur" die Club-CD. Gebe der Musik in dieser Fassung definitiv noch eine Chance!
  8. Es müssen ja ohnehin Bänder gefunden worden sein, die vorher nicht bekannt waren oder nicht verwendet werden durften oder konnten, wenn tatsächlich keine der vorherigen Quellen verwendet wurde.
  9. Aber dann wär's nicht "expanded". Unser ehemaliger Foren-Kollege Mink hat hier ja mal eine Übersicht über die Musik im Film gegebene und an der Varèse wie an der LLL-Fassung einiges auszusetzen gehabt. Mir scheint's als ob eine "ideale" Repräsentation, also eine, die sich an Kamens originale Intention hält und auch der Filmfassung gerecht wird, kaum möglich ist. Dazu war das Material ja anscheinend in einem zu schlechten Zustand und die Musik im Film zu verschnitten und verschoben. Also ich bin gespannt und könnte mir vorstellen, hier noch einmal zuzuschlagen. Ist halt ein Klassiker. Und die Airport-Sachen: GRANDIOS! Jetzt sind alle Filme mit einem Album bedacht!
  10. Die "Wall-to-wall"-Vertonung ist aber auch ein ungerechtfertigtes Vorurteil, viele ähnliche Filme haben ebenfalls keine durchgehende Musikvertonung. Sogar BEN-HUR hat zahlreiche "stumme" Passagen (nicht nur das legendäre Wagenrennen). Was die CD angeht: Die lege ich mir gerne zu, habe VIKINGS nämlich noch gar nicht und möchte diese Projekte auch gerne weiterhin unterstützen.
  11. Gut, dass da noch was kam, dann wissen wir jetzt alle, dass da doch nichts mehr hätte kommen müssen Zum Film kann ich nichts sagen, außer, dass er mich mehr interessiert als alle Bully-Filme seit MANITU zusammen. Mal sehen, ob ich es schaffe, ihn im Kino zu sehen.
  12. Sich vor der Politik in die Kunst zu flüchten, ist ja auf Seite der Schaffenden wie auch der Rezipierenden ein gängiges Motiv. Ich versuche das als Rezipient auch sehr gerne. Wie immer vielen Dank für diese Eindrücke. Gerade "Der Tote bin ich" würde mich von der Handlung (einige Motive erinnern ein bisschen an SHINING) her interessieren, aber wir haben da anscheinend eine ganz andere Priorität, denn ich schätze an Kunst gerade die (über-)Stilisierung des "normalen" Lebens. Daher tue ich mich oft schwer mit dieser leicht amateurhaft scheinenden Inszenierung, die einem immer "das reale Leben" verkaufen will - mit Wackelkamera oder möglichst ungefiltertem und unausgewogenen Ton. Ich finde es viel interessanter, dass Kunst die Möglichkeit hat, Dinge bis ins Detail zu manipulieren. Schließlich bekommen wir in keinem Werk "die Realität", sondern bloß ein angebliches Abbild. Warum diese Möglichkeiten nicht bis zum Exzess nutzen? Keine Momentaufnahme einer Schlacht sieht so durchchoreographiert aus wie auf einem alten Ölschinken, nirgends stirbt es sich so schön wie auf der Opernbühne, nirgends sind Leute so wortgewandt wie in einem Theaterstück, an dem ein Mensch über Wochen, Monate oder Jahre feilte - und der Film vermag all diese Elemente in sich zu vereinen.
  13. "Sisi als wilde Reiterin" gehört ohne Frage zu den Höhepunkten der Musik, die insgesamt arg "schmalzig" geraten ist. Ich persönlich steh' ja voll auf diese überorchestrierte Musik, in der einzelne Themen und Melodien schon halb aufgelöst sind und sich immer wieder ablösen, anklingen und sich verwandeln. Aber wen die vermeintliche Sentimentalität des "Golden Age" abschreckt, der dürfte hier zum großen Teil seine Vorurteile bestätigt finden. Nichts desto trotz ein schönes Album - und die komplette Partitur liegt ja in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Wäre ja durchaus mal einen Abstecher wert
  14. Lustigerweise waren die SISSI-Filme wie auch ASCHENBRÖDEL zwei komplett blinde Flecken in meiner cineastischen Bildung. ASCHENBRÖDEL ist mir erst vor drei Jahren untergekommen. Ich wusste zwar, dass Film und Musik sehr beliebt sind, hatte aber andere Vorstellungen von der Musik, die ja doch kammermusikalisch und eher "naiv" ist im Gegensatz zu den spätromantischen SISSI-Musiken. SISSI habe ich tatsächlich erst nach dem Anhören der CD (letzten Herbst gekauft) zu Weihnachten im ZDF gesehen. Herrlich überbordender Kitsch - und die Musik tut ihr Übriges. Die CD ist zwar gut zusammengestellt, aber mir wäre es lieb gewesen, man hätte auch den restlichen Platz noch gefüllt. Immerhin ein gutes und charmantes Werbeobjekt für das Aufnahmestudio.
  15. Machen wir mal einen kleinen Abstecher zu den Nachbarn: Anton Profes – Musik aus der SISSI-Trilogie Bis heute prägen die drei SISSI-Filme Georg Marischkas nicht nur das Bild der österreichischen Kaiserin Elisabeth, sondern auch die Wahrnehmung der Hauptdarstellerin Romy Schneider, die Zeit ihres Lebens versuchte, von dem SISSI-Image loszukommen. Die Musik zu den drei aufwendigen SISSI-Filmen komponierte der österreichische Filmkomponist Anton Profes, der bereits seit den 1930er-Jahren für den Film aktiv war und unter anderem Werner Hochbaums meisterhaftes, wenn auch inhaltlich äußerst ambivalentes Psycho-Drama DIE EWIGE MASKE vertont hatte, und zu dem stark antisemitisch gefärbten LEINEN AUS IRLAND die Musik beigesteuert hatte. Für die SISSI-Trilogie schuf Anton Profes drei symphonische Partituren für großes Orchester in bester filmsymphonischer Manier. Da es sich bei den Filmen hauptsächlich um Konversationsfilme handelt, unterlegt die Musik mit Ausnahme einiger weniger so genannter „Establishing Shots“ hauptsächlich Dialoge. Hauptsächlich haben die Streicher das Sagen, deren schmachtenden Melodielinien von einzelnen Holzbläserlinien und Harfenarpeggien durchzogen und von schweren Blechakkorden gestützt werden. Doch auch wenn das Gewicht auf dem groß besetzten Streicherapparat liegt, stellt Profes durchgängig seine Könnerschaft nicht nur durch die Verarbeitung seiner zahlreichen Themen unter Beweis, sondern eben auch durch die kunstvolle Instrumentierung. Es schimmert und glüht an allen Ecken und Enden, der Komponist vereint seine große Besetzung zu einem unendlichen Fluss des Wohlklangs. Weich und harmonisch rauscht die Musik fließend dahin. Dabei ist die Musik zu SISSI durchgängig melodisch organisiert. Profes spinnt ein ewig scheinendes Gewebe aus Melodien, Themen und Gesten, die ineinander fließen, wobei mehrere längere Themen die Dreh- und Angelpunkte bilden wie das schmachtende, in der Titelmusik zum ersten Teil eingeführte Hauptthema oder das noble Liebesthema, das sanft am Ende des „Ersten Treffens in Ischl“ im ganzen Orchester aufglüht und auch einen großen Teil der Titelmusik zum zweiten Teil bestreitet. Ein weiteres, vergnügt hüpfendes Thema begleitet die jugendliche Sissi während der Szenen in ihrem Elternhaus und taucht auf während ihrer ersten Tage in Schönbrunn im zweiten Film wieder auf. Mehrere Jagd- und Reitszenen gaben Profes Gelegenheit für einige raschere und actionreichere Passagen. Neben den klassischen Waldhörnern in der Jagdszene zu Beginn des ersten Films sei hier insbesondere der Titel „Sisi als wilde Reiterin“ aus dem dritten Film erwähnt. In dieser meisterhaft und brillant orchestrierten Passage zeigt Profes, was er kann. Quirlige Läufe der Violinen und Holzbläser, schmetternde Blechfanfaren und treibende Tomtom-Rhythmen bestreiten die furiosesten Minuten der Musik. Weitere Abwechslung wird auch durch das Material für die mit Ungarn verbundenen Szenen geboten, für die Profes während der Fahrt zur Krönung am Ende des zweiten Teils ein robustes Thema mit schweren Quintliegetönen in tiefer Lage und etwas derb anmutenden Glissandi in der Melodieführung der Streicher. Dieses Thema taucht auch zu Beginn des dritten Teils auf und wird während Sissis Erinnerungen an Ungarn um eine folkloristische Passage, die ausnahmsweise nur von den Holzbläsern bestritten wird, ergänzt. Die dritte Suite dürfte auch die abwechlungsreichste sein, bevor Profes während der Fahrt in der venezianischen Gondel immer wieder die ersten vier Töne des Haydnschen Kaiserquartetts mit den ersten Tönen aus dem Gefangenenchor von Verdis Nabucco gegenüberstellt. Das triumphale Finale, in dem Haydns ursprünglicher Quartettsatz als Deutsche Nationalhymne voller Pomp und Gloria ausspielen lässt, mag für uns heutzutage etwas befremdlich wirken, erinnert sie doch an Willy Schmidt-Gentners Musik zu HEIMKEHR, die ebenfalls in den Räumen der heutigen Synchron Stage aufgenommen wurde und mit einer ähnlich pompösen Fassung der deutschen Nationalhymne endet… Die Musik zu den SISSI-Filmen blieb über ein halbes Jahrhundert unveröffentlicht, bevor beim Label VCR eine CD mit je einer Suite pro Film in digitaler Neueinspielung vorgelegt wurde. Dabei handelt es sich um die ersten Aufnahmen, die in der Vienna Synchron Stage produziert wurden, die seit ihrer Renovierung für zahlreiche Filmmusikaufnahmen und Sample-Library-Projekte genutzt wird. Die SISSI-CD ist daher auch ein kleines Referenz- und Werbeprodukt, was sich in dem ausführlichen Booklet-Text über den Aufnahmeort widerspiegelt. Über die Musik und ihre genaue Zusammenstellung erfährt man leider nicht viel. Offensichtlich hat der Komponist Paul Hertel aus den Originalmanuskripten Profes’ pro Film eine Suite zusammengestellt. Über den Daumen gepeilt, enthält jede Suite mindestens zwei Drittel der vollständigen Originalmusik, da die Filme nicht übermäßig vertont wurden. Die Chronologie wurde, soweit ich das beurteilen kann, beibehalten, einzelne Titel wie das Mickey-Mousing während Sissis Ausbruch in Ischl für den besseren Hörfluss gestutzt. Individuelle Abschnitte in den Suiten können zwar einzeln angewählt werden, allerdings gehen fast sämtliche Stücke innerhalb einer Suite ineinander über, weshalb es sich empfiehlt, diese Musiken am Stück zu hören. Insgesamt muss man dem Team der Vienna Synchron Stage für dieses wundervolle Album dankbar sein. Die Aufnahme ist in der Tat hervorragend und offenbart unzählige Details, die man über die verrauschte Filmspur und die oftmals leise abgemischte Musik nicht wahrnehmen kann. Profes ist sind hier äußerst ausdifferenzierte und großartige Partituren gelungen. Natürlich enthalten die Musiken eine besonders große Extraportion Schmalz beziehungsweise ist der Zuckerschock bei zu oft wiederholtem Hören vorprogrammiert. Hier bietet sich die seltene Gelegenheit, große symphonische europäische Filmmusik in den klanglichen Standarts der heuten Tage zu genießen. Eine seltene Gelegenheit, weil so heute wirklich niemand mehr für den Film schreibt…
  16. Die Weihnachtsaktion habe ich damals offensichtlich gar nicht mitbekommen. Daher fehlt mir auch die sechste CD aus der Box, weil ich nur die Einzel-Veröffentlichungen habe.
  17. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Projekte nur des Verdienstes um die Musik wegen möglich sind, aber sich wirtschaftlich niemals lohnen können. Daher bin ich auch dankbar für alles, was da in letzter Zeit gekommen ist. Zugegebenermaßen gehörte ich ja auch nicht zu den Käufern der ersten Stunde, habe aber nun versucht, durch die Besprechung dieser Editionen vielleicht nochmal das Augenmerk auf diese tollen CDs lenken zu können. Dank, Angus, auch nochmal für Deine Rückmeldung und den Hinweis auf die Nibelungen. Ich müsste mir die Neuverfilmung ohnehin nochmal ansehen, denn die Blu-Ray soll ja sehr gut sein.
  18. Danke, Alex, für diese Einblicke! Das klingt für mich alles logisch und nachvollziehbar. Was halt diese General-Behauptung angeht, bleibe ich einfach skeptisch. Aber gut zu lesen, dass das mehrere LP-Hörer auch anders sehen.
  19. Bei mir gibt's ausschließlich CDs. Den LP-Hype habe ich nicht vor mitzumachen. Ich habe drei Umzugskartons voll mit LPs, der Bestand reicht mir. Zumal mich mal wirklich eine technisch-wissenschaftliche Untersuchung zu dem leidigen "LPs-klingen-besser"-Argument interessieren würde. Dies bleibt in meinen Augen nämlich eine von LP-Enthusiasten aufgestellte und von Hipstern abgenickte Behauptung, die ich so nie nachvollziehen konnte. Insofern ist die CD für ein optimales Medium. Wenn man auf die Hüllen Acht gibt, zerbrechen Sie einem nicht. Meine Hüllen sind meistens sogar frei von Kratzern! Es passen 80 Minuten auf eine Scheibe, leidiges Wechseln unterbleibt meistens oder ich brenne mir ein Album nochmal neu, um zum Beispiel bei einer Intrada-CD das Bonus-Material auf CD 2 direkt in den Hauptteil von CD 1 einzufügen. Ich gebe zu, dass der Sammel-Aspekt für mich auch eine Rolle spielt. Dabei geht es mir bei der Vollständigkeit aber auch darum, nicht nur einfach Dinge zu haben, sondern umfassende Kenntnisse über einen Gegenstand zu gewinnen. "Gefallen" ist für mich kein Hauptargument für den Kauf und die Auseinandersetzung mit einer Musik, sondern "Mehrwert" in unterschiedlichem Sinn. Zum Beispiel, um die Entwicklung eines Künsterls ganz nachvollziehen zu können, einen Überblick über ein bestimmtes Genre zu haben etc. Ist für mich auf lange Sicht viel bereichernder, als ständig in den bevorzugten Idiomen zu schwelgen. So habe ich manchmal auch die eine oder andere Perle einfach nur dadurch entdeckt, obwohl es ganz andere Kaufgründe für mich gab als die Musik an sich.
  20. Danke für Deine Bemühungen um längst vergessene deutsche TV-Schätze. LYDIA MUSS STERBEN hat sofort mein Interesse geweckt. Haqbe ihn in einer Bibliothek hier entdeckt und freue mich auf die Sichtung! Die Musik klingt für mich nach "typischer angeschrägter Jazz-Kriminalfilmmusik". Bei Deiner Begeisterung für solche und auch weitaus harscheren Klänge kann ich Deine Vorbehalte gegenüber Majewski nicht ganz nachvollziehen. Mast Du dazu noch etwas zu schreiben?
  21. Dann muss wohl eine wirklich kleine Stückzahl gepresst worden sein. War denn die Lala Land besser oder hat die auch gejault?
  22. Die Nibelungensage ist insbesondere in Form der ältesten schriftlichen Überlieferung, dem Nibelungenlied, fester Bestandteil des deutschen Kulturerbes und inspiriert seit Jahrhunderten künstlerisch Schaffende. Erstmals verfilmt wurde die Sage in dem aufwendigen Stummfilm-Zweiteiler DIE NIBELUNGEN von Fritz Lang, der laut einer Eingangstafel „Dem Deutschen Volke“ gewidmet ist. 1967 nahm sich Produzent Arthur Brauner des Stoffes an, der mit einem an Langs Epos orientierten Kino-Zweiteiler eine der teuersten Filmproduktion der Nachkriegszeit stemmte. Die Marketing-Schreierei, es handele sich bei Brauners NIBELUNGEN sogar um die teuerste deutsche Filmproduktion aller Zeiten wage ich in Anbetracht von Fritz Langs Monumentalfilmen und diversen NS-Produktionen wie MÜNCHHAUSEN, OHM KRÜGER und KOLBERG bezweifeln. DIE NIBELUNGEN weisen ohne Frage einige Schau- und Unterhaltungswerte auf, sind aber insgesamt schlechter gealtert als Langs surreale Verfilmung des Stoffes. Die Musik zu Langs NIBELUNGEN stammt von Gottfried Huppertz und war dessen erste Filmmusik. Huppertz’ Komposition, die mittlerweile vollständig rekonstruiert und zum ebenfalls restaurierten Film neu eingespielt wurde, war dessen erste Filmmusik. Weitere Arbeiten, unter anderem für Fritz Langs wahrscheinlich berühmtesten Film METROPOLIS und einige Tonfilmproduktionen sollten bis zum frühen Tod des Komponisten folgen. Seine NIBELUNGEN-Musik hätte in diesem Thread ebenfalls eine Besprechung verdient. Wenig überraschend orientierte sich Huppertz bei seiner Vertonung am wagnerschen Ring des Nibelungen. Für die Neuverfilmung unter Harald Reinl war Rolf Wilhelm zuständig, der von Anfang an jede große Ähnlichkeit zu Wagner meiden wollte, und stattdessen eine an zeitgenössischen internationalen, das heißt amerikanischen Filmproduktionen angelehnte Filmmusik schuf. Die häufig gezogenen Vergleiche zwischen Wilhelms NIBELUNGEN-Vertonung und den Filmmusiken Miklós Rózsas greifen mir aber immer zu kurz. Ohne Frage ist der brachiale Nibelungen-Marsch für den Vorspann deutlich an ähnlichen Sandalenfilmmusiken des ungarisch-stämmigen Hollywoodkomponisten orientiert, aber im weiteren Filmverlauf weist Wilhelms Musik eine ganz eigene, durchaus originelle Tonsprache auf. Den Kern der symphonischen Musik zum ersten NIBELUNGEN-Teil, SIEGFRIEDS TOD, bilden drei leitmotivisch eingesetzt Themen: Ein archaisch anmutendes Hauptthema, ein Thema für den Titelhelden Siegfried und eines für Island beziehungsweise die Kriegerin Brünhild. Alle drei Themen überschneiden sich in einzelnen Tonzellen, sodass die Verbindungen zwischen den einzelnen ihnen zugeschriebenen Personen verdeutlicht werden. Der Film wird von dem Hauptthema eröffnet, das Wilhelm innerhalb von zwei Minuten zu einem beeindruckenden Orchestermarsch – im wahrsten Sinne „mit Pauken und Trompeten“ steigert. Im weiteren Verlauf der Musik tritt es eher in den Hintergrund, bevor ihm im zweiten Teil, KRIMHILDS RACHE eine gewichtige Rolle zukommt. Der motivisch-thematische Fokus liegt im ersten Teil auf dem Thema für Siegfried. Mit den zahlreichen Verarbeitungen seines in der Urform optimistischen Themas stellt Wilhelm wieder einmal seinen versierten Umgang mit dem Themenmaterial unter Beweis. Als schwelgerisches Thema der Streicher, als triumphale Posaunenmelodie, von Fanfaren flankiert oder in lyrische und Spannungspassagen eingewoben, werden ihm immer neue Facetten abgerungen. Das Juwel dieser Musik ist aber meiner Meinung nach das melancholische Thema für Island und die dort lebende Kriegerin Brünhild. Die Wildheit der Natur und Brünhilds wilder Charakter spiegeln sich häufig in der mitreißenden, vollorchestralen Instrumentierung wider, wenn Wilhelm das Thema in schwerem Blech und elegischen Streichern voller Kraft und Leidenschaft aufblühen lässt. Die aktionsreiche Handlung mit ihren vielen Schauplätzen und Personen sowie diversen Kampfszenen bot Wilhelm ausreichend Gelegenheit, eine möglichst abwechslungsreiche Partitur zu komponieren. Sanfte, von Harfenakkorden durchzogene Streicherpassagen für pastorale und Liebesszenen, fantastisch, fast psychedelisch anmutende Harfen-, Streicher- und Vibraphonglissandi, garniert mit einigen Schlägen des Glockenspiels für den fantastischen Aspekt des Films – Wilhelms Musik lässt die mythologische Welt mit seiner hervorragend instrumentierten Musik wieder vor dem geistigen Auge entstehen. Bei den Kampfszenen geht Wilhelm äußerst brachial zu Werke. Brutale Schläge des Schlagwerks werden von tiefen Streichern und schwerem Blech gestützt, synchopische schrille Blechakkorde und rasante Streicherläufe toben um einzelne Themenfragmente und Motive. Hier bleibt wirklich kein Auge trocken! Für diverse Szenen bei Hofe und für die entscheidende Jagd am Ende des Films komponierte Wilhelm mehrere diegetische Stücke in Form von höfischen Tänzen oder Jagdhörnern, die den Hörfluss der symphonischen Musik angenehm auflockern. Neben einem voll besetzten Symphonieorchester stand Wilhelm auch ein Chor zur Verfügung, den er allerdings nie in seine orchestrale Partitur einbezog, sondern ausschließlich für geistliche Musik in diversen Dom-Szenen bei Trauungen und Messen einsetzte. Diese Stücke sind an sich sehr atmosphärisch, wirken aber in der rauen Orchesterpartitur ein bisschen wie ein Fremdkörper. Die Produktion von SIEGFRIEDS TOD und KRIMHILDS RACHE verschlangen ein gehöriges Budget, sodass in der Postproduktion gespart werden musste, wo es nur ging. Rolf Wilhelm sparte bei seiner Musik für den zweiten NIBELUNGEN-Teil daher sämtliche Streichinstrumente aus und setzte seine Komposition für Holz- und Blechbläser sowie Schlagzeug, Harfe und Cembalo. Das entsprechend harsche Klangbild ist dem Film äußerst angemessen. Der Fokus der Musik liegt auf zwei Themen. Da diejenigen Brünhilds und Siegfrieds im zweiten Film nicht mehr zum Einsatz kommen konnten, bot sich für Wilhelm mit den wilden Hunnen König Etzels die Gelegenheit, seinem Hauptthema ein neues melodisches Element gegenüberzustellen. Das archaische Thema für die Hunnen wird stets von vollem Blech über treibende Schlagzeugrhythmen dargeboten. Das den Nibelungen zugeschriebene Hauptthema nimmt den größten Raum in der Musik ein und wird häufig in der Marschversion der Titelmelodie beider Filme interpretiert. Entweder triumphal oder sich bedrohlich anschleichend bestreitet es in der ersten Hälfte des Films fast jede zweite Musikpassage. Der Hörfluss wird auch im zweiten Teil von mehreren diegetischen Stücken aufgelockert, die allesamt für die wilden Feste der Hunnen komponiert wurden und teilweise einen „orientalischen“ Einschlag aufweisen. Gefühlt die zweite Hälfte des Films besteht aus dem Kampf zwischen Nibelungen und Hunnen in Etzels Palast, sodass Wilhelm ein gehöriges Maß an Actionmusik schreiben musste. Der Komponist geht hier weitaus strukturierter zu Werke als in den brachialen Actionmomenten in SIEGFRIEDS TOD, indem häufig das Hauptthema und das der Hunnen miteinander konfrontiert werden, also über weite Strecken ein melodisch-thematischer Faden vorhanden ist. Zum Ende hin verliert sich die Musik aber in allzu bildbezogenen Spannungssteigerungen und plötzlich ausbrechenden Schreckakkorden, wenn wieder einmal ein bedeutender Charakter das Zeitliche segnet. Insgesamt hat Rolf Wilhelm für KRIMHILDS RACHE sein Bestes gegeben und das ist immer noch gut genug. Sein handwerkliches Können wird vor allem dadurch deutlich, da man die Streicher kaum vermisst. Dies wird natürlich dadurch begünstigt, indem möglichst wenige lyrische Passagen für den zweiten Film komponiert wurden und sich ganz auf die archaische Hunnenmusik, das strotzende Hauptthema und die brachiale Kampfmusik konzentriert werden konnte. Zum Filmstart wurde lediglich eine Single mit der Titelmusik und einem Album-Arrangement des Siegfried-Themas veröffentlicht. Erst 1980 erschien eine LP mit immerhin 50 Minuten Musik aus dem ersten Teil, der die wichtigsten Momente enthielt, bevor Cobra Records zwanzig Jahre später eine Doppel-CD mit der nahezu vollständigen Musik aus beiden Filmen auf den Markt brachte. KRIMHILDS RACHE nimmt von der Laufzeit etwas mehr als ein Drittel des Albums ein. Neben einem Kommentar des Komponisten selbst enthält das Booklet viele Bilder aus den beiden Produktionen. Der Klang hat dem Alter der Aufnahmen entsprechend Patina angesetzt, klingt aber durchweg sauber und frisch. Insgesamt kann ich dieses Album allen Freunden orchestraler Filmmusik mit starken Themen empfehlen, denn hierbei handelt es sich ohne Frage um eine der ambitioniertesten und eindrucksvollsten Filmmusiken der deutschen Nachkriegszeit.
  23. Aber das ist doch nun längst nichts neues, dass Williams eine Veröffentlichung von SUGARLAND EPXPRESS um jeden Preis verhindern will. Solange Williams lebt, dürfte da auch nichts kommen, ähnlich wie bei Goldsmiths THE VANISHING.
  24. Der Heimatfilm bildete einen Grundpfeiler im westdeutschen Genre-Kino der 1950er- und 1960er-Jahre. In die heile Welt der Berge oder der Heide verlagert, konnten gesellschaftspolitische Themen behandelt, die Vergangenheit verklärt oder teilweise ins Gegenteil gewendet werden, ohne allzu unschöne Konfrontationen mit der jüngeren Geschichte zu riskieren – im Gegenteil! An den abgelegenen Bergdörfern, so schien es, war der Nationalsozialismus einfach vorbeimarschiert. Dennoch weisen diese Filme ein enormes Maß an teilweise bedenklicher „Vergangenheitsbewältigung“ auf, beispielsweise, wenn in Wolfgang Liebeneiners WALDWINTER ausgerechnet die Anschaffung ein Ofen (zum Glasbrennen versteht sich) zum Symbol für die ertragsreiche Zukunft einer Familie wird… Die beiden Romanverfilmungen UND EWIG SINGEN DIE WÄLDER sowie die Fortsetzung DAS ERBE VON BJÖRNDAL basieren auf den ersten beiden Teilen der „Björndal“-Trilogie des norwegisches Schriftstellers Trygve Emanuel Gulbranssen und gehören zu den wenigen Heimatfilmen, die auch heute noch einen guten Ruf genießen – zu Recht, möchte man sagen, denn die mit viel Aufwand in der norwegischen Landschaft gedrehten Streifen mögen auch heute noch durch spektakuläre Landschaftsbilder, hochkarätige Schauspieler und eine sehr aktionsreiche Handlung unterhalten. Natürlich finden sich auch hier ein paar typische Anspielungen auf die jüngere Vergangenheit, für die hauptsächlich der von Hans Nielsen verkörperte Major Barre zuständig ist. Sein Ausspruch „ein Soldat denkt nicht“ scheint wie eine fragwürdige Entschuldigung der vergangenen Kriegsgräuel. Größtenteils werden solche Aspekte aber lieber einfach ausgeblendet – und Major Barre daher auch geraten, seine Uniform einfach im Schrank hängen zu lassen. Die übliche „Blut-und-Boden“-Motive des „in seiner Heimat verwurzelten Menschen“ wird aber natürlich trotzdem mehrfach durchgeführt. Die Musik der Heimatfilme entsprach voll und ganz den dem bevorzugten Ideal damaliger nationaler und internationaler Filmvertonungen: Symphonisch, vom Stile an der Spätromantik orientiert und je nach Sujet um einige Stilelemente aus dem Impressionismus oder exotische Idiome erweitert. UND EWIG SINGEN DIE WÄLDER ist eine sehr frühe Arbeit von Rolf Wilhelm, der in einer großsymphonischen und themenreichen Partitur seine kompositorische Meisterschaft unter Beweis stellt. Der Romanvorlage und den beeindruckenden Naturbildern der norwegischen Landschaft hält der Komponist insofern die Treue, indem hier weniger Richard Strauss mit seiner gewaltigen Alpensymphonie Pate stand, als dessen skandinavische Kollegen Jean Sibelius, der zwar kein Norweger, sondern Finne war, dessen dunkel-romantische, naturhaft rauen Orchesterklänge sich aber des Öfteren in Wilhelms Partitur niederschlagen und besonders für die tragischen Aspekte der Geschichte über die rivalisierenden Familien geeignet scheinen. So werden die herrlichen Naturbilder selten mit großem musikalischem Pinsel überkleistert, sondern warnen melancholische Holzbläsersoli über urwüchsige und nervöse Streicher vor den nächsten Schicksalsschlägen, wenn wieder einmal Bergmassive und wolkenbehangene Himmel gezeigt werden. Auch visuell dienen die Landschaftsbilder scheinbar eher der zeitlichen Überbrückung von Schicksalsschlag zu Schicksalsschlag, als dass die Heimat an sich gefeiert wird. Die tragende Kraft in Wilhelms Musik sind neben den solistischen Holzbläsern – allen voran das raue Englischhorn – vor allem die hohen Streicher. Sie entfalten auch zu Beginn, von Harfenglissandi durchwoben, das sangliche Hauptthema über schweren Blechakkorden. Das in der Titelmusik noch in Moll vorgestellte Thema erinnert fast an eine Volksweise und durchzieht die Musik in unzähligen Gestalten. Mal werden seine Anfangstöne lediglich in einer Übergangspassage angedeutet, dann erklingt es als lyrische Streichermelodie oder wird solistisch vom Englischhorn. Dem wandlungsfähigen Hauptthema stellt Wilhelm noch das optimistische Liebesthema zur Seite, das direkt nach dem Hauptthema von der Oboe und dem Fagott eingeführt wird, bevor es in ganzer Pracht vom Orchester übernommen wird und später oft weich in den Streichern erblüht. Wilhelms Musik ist fast durchgehend melodisch gearbeitet, sodass sich zu diesen beiden zentralen Themen auch noch weitere Nebenthemen gesellen, mit denen einzelne Passagen gestaltet sind. Doch nicht nur melodisch-thematisch, auch in Hinblick auf andere musikalische Parameter zeichnet sich UND EWIG SINGEN DIE WÄLDER durch eine größtmögliche Vielseitigkeit aus. Satten, orchestralen Klängen stehen lyrische Holzbläsersoli gegenüber und derbe Volkstänze sorgen für das nötige Lokalkolorit. Indem er ein Thema aus so einem diegetischen Tanz später als naturalistisches „Waldmotiv“ bei einer Bärenjagd verarbeitet, knüpft Wilhelm das Band zwischen der rauen Landschaft und ihren Bewohnern enger. In diesen, fast an Strawinsky erinnernden Passagen stellt Wilhelm die Meisterschaft seiner thematischen Verarbeitung und seinen versierten Umgang mit verschiedenen Stilen erneut unter Beweis. Auch die Action kommt dank gefährlicher Kutschfahrten, Verfolgungsjagden und Zweikämpfen nicht zu kurz. Hier bilden die Streicher mit der kleinen Trommel mit einem punktierten Rhythmus das treibende Fundament für spitze, vom Schlagwerk flankierte Hornsignale. Im weiteren Verlauf geht Wilhelm äußerst brutal zu Werke. Schwere, dröhnende Blechakkorde über einem stampfenden Rhythmus der großen Trommel unterlegen die mühsamen Holzfällerarbeiten, schrille Bläsercluster und dissonante Streichertexturen unterlegen den Brand eines Gutshofes und aggressive, massive Blechschichtungen begleiten zusammen mit dröhnendem Schlagwerk den Kampf eines Jägers mit dem Bären. Bereits ein Jahr nach UND EWIG SINGEN DIE WÄLDER erschien bereits ein Jahr später mit DAS ERBE VON BJÖRNDAL die Verfilmung des mittleren Teils der Björndal-Trilogie von Trygve Emanuel Gulbranssen, nun unter der Regie von Gustav Ucicky. Neben den meisten Hauptdarstellern des ersten Teils war auch Rolf Wilhelm wieder mit von der Partie, dem mit seiner Partitur eine würdige Nachfolge seiner Musik zu UND EWIG SINGEN DIE WÄLDER gelungen ist. Wilhelm griff natürlich das Haupt- und Liebesthema aus dem ersten Teil wieder auf, erweiterte die thematische Palette aber um mehrere wichtige Themen und Motive, die sich überraschend von dem spätromantischen-sanglichen Idiom des ersten Teils absetzen. Dies gilt vor Allem voran dem fast klagenden, ein wenig an aufbäumende Streicherpassagen eines Miklós Rózsa erinnernden Borgland-Thema, von dem das frühere Hauptthema als wichtigster melodischer Bestandteil abgelöst wird. Auch das garstige, kratzig von den Violen vorgetragene Gunvor-Motiv oder das befremdliche Lorenz-Thema, das sich, einem tonalen Zentrum entziehend, in der Piccoloflöte über Harfenakkorde windet, zeugen von der frischen Inspiration, mit der Rolf Wilhelm bei der Komposition zu Werke ging. Stilistisch passt sich die Musik zu DAS ERBE VON BJÖRNDAL ganz seinem Vorgänger an, sodass man es hier letzten Endes – analog zu den Filmen – mit einem in sich kongruenten Werk zu tun hat. Die Musik zu UND EWIG SINGEN DIE WÄLDER und DAS ERBE VON BJÖRNDAL war mehrere Jahrzehnte nicht zugänglich, bevor das engagierte deutsche Label Cobra Records sämtliche erhaltene Aufnahmen zu beiden Produktionen veröffentlichte. Damit sind rund 90% der vollständigen Musik der Nachwelt erhalten geblieben. Trotz der relativ kurzen Laufzeit der einzelnen Stücke weisen beide Musiken alleinstehend oder hintereinander einen durchgehend guten Hörfluss auf. Der von einem Schullehrer verfasste Begleittext mutet mit seinen Seitenhieben gegen eine „linke Journaille“ und der allgemein pathetischen und wenig informativen Schreibweise etwas befremdlich an, aber ein viel größeres Manko bildet leider der Ton. Es ist davon auszugehen, dass das Ausgangsmaterial in wahrscheinlich nicht dem besten Zustand war, aber es ist ferner zu vermuten, dass die Aufnahmen an sich schon recht dünn und scheppernd klangen, sodass auch beim besten Willen nicht mehr rauszuholen war. Die einzige Möglichkeit, diese Musik in ihrer intendierten Pracht zu hören bliebe eine Neuaufnahme, aber davon wird man wahrscheinlich auf ewig träumen. Somit müssen wir mit der liebevoll produzierten Coba-Records-CD vorlieb nehmen, die trotz der klanglichen Schwächen viel Freude bereiten mag, handelt es sich doch bei der Musik zu den beiden Björndal-Filmen um eine der beeindruckendsten Partituren Rolf Wilhelms.
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