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Mephisto

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  1. Diese Demo ist neben der vollständigen Einspielung des Sacre du Printemps auch ein echter Klassiker:
  2. Und ich mag Stefan für die persönlichen Eindrücke, die er mit uns teilt Diese Zeilen sollst Du weder umsonst noch vergebens geshrieben haben. Diese Veröffentlichung lasse ich aber getrost ziehen.
  3. Das finde ich jetzt ein bisschen zu lax über's Knie gebrochen. Für mich hat Miller im Vergleich zu den ersten beiden Filmen (den dritten kenne ich noch nicht) Fortschritte wie Rückschritte gemacht. Die Fortschritte: Die Motorradbanden der ersten beiden Teile sind eine wilde Haufen abgefackter Freaks. In mehreren Szenen (wie der nächtlichen Ritualszene) wird aber angedeutet, dass es sich um fast kultische Vereine handelt, letzten endes bleibt es aber bei einer Freakshow. Im Vierten Teil erfüllen all die skurillen Gestalten in der sektenartigen Verbindung eine Funktion, sei es dramaturgisch, sei es filmisch. Der kaputte Metall-Gitarrenspieler ist z.B. ein toll eingesetztes diegetisches Leitmotiv, das die Karawane ankündigt, bevor sie sichtbar ins Bild kommt. Wir haben den Sektenführer, Unterführer, Kanonenfutter etc. Das steigert die Gefährlichkeit dieser Sekte, denn als Zuschauer wird einem bewusst, dass da ein durchorganisiertes, faschistisches System durch die Wüste rast und keine dumme Horde Junkies, die sich einfach ausknipsen lässt. Besonders brisant fand ich die offensichtlichen Parallelen zwischen Fiktion und Realität. Wenn da die Bösewichter auf ihren Gefährten durch die Wüste brettern, kommen einem unwillkürlich die Propaganda-Bilder des IS in den Sinn. Dies wird durch andere Faktoren verstärkt wie die Betonung des "Walhalla"-Rufs, der mit seiner Betonung auf die letzten beiden Silben auch den Ruf "Allah" enthält. Brisant ist die Sache insbesondere deshalb, weil das Drehbuch, in dem diese aufgeputschten, von einem Anführer in den Selbstmord getriebenen Krieger beschrieben wurden, bereits aus den 90ern stammt... FURY ROAD verfügt über viel feinere Nuancen als die ersten Filme. Wir bekommen insbesondere im zweiten Teil einen Haufen Archetypen vor die Kamera gestellt, die aber auch austauschbar und verzichtbar sind. Dies beweist allein die hohe Wahrscheinlichkeit, mit der exponiert herausgestellte Charaktere vor der letzten halben Stunde abserviert werden. Dass man sie aber auch nicht weiter vermisst oder braucht, zeigt, dass sie keine Funktion erfüllen, außer verrückt zu sein (siehe oben). In FURY ROAD erfahren wir nicht viel mehr über die Charaktere, dennoch gelingt es Miller und insbesondere seinen Darstellern, den Figuren mehr Tiefe zu verleihen. Dies geschieht oft nur durch kleine Gesten, kurze Nebensätze. Sie sind aber nötig und so gut platziert, dass wir genug über die Figuren erfahren, dass sie mehr werden als Pappaufsteller in der Wüste, worunter meines Erachtens insbesondere der zweite Teil gelitten hat. Hinsichtlich der Konventionen des Actionkinos finde ich die Darstellung der Frauen bemerkenswert. Ja, wir haben fünf Models in knapper Wüstenkleidung, die sich bereits in der ersten Einstellung mit dem Wasserschlauch abspritzen. Die Insznierung dieser Szene als eine Fatamorgana verleiht einem Bild, das bei De(Face)Palma rein voyeristisch und bei Bay bis zum Erbrechen sexistisch wäre, eine reizvolle Stilisierung. Abgesehen von dieser Szene muss man zugeben, dass die weiblichen Charaktere den männlichen durchaus ebenbürtig sind. Sie sind durchweg aktiv, nie passiv und nehmen dem (männlichen) Protagonisten teilweise massiv die Arbeit ab. FURY ROAD ist äußerst virtuoses Kino. Das betrifft insbesondere die Inszenierung der Actionszenen. Hier würde ich nicht sagen, dass er dem zweiten Teil überlegen ist, der hervorragende Actionszenen hat, aber zumindest ebenbürtig. Wann hat man das letzte Mal so rasant geschnittene Action im Kino erlebt, in der trotzdem stets alles klar war un die Choreographie durchweg Sinn ergab? Ich erinnere mich zugegebenermaßen nicht. Zu den Nachteilen: Die Optik war insgesamt viel zu steril, Schuld waren insbesondere die Farbfilter, die entweder alles knallorange oder kaltblau aussehen ließen. Besonders ärgerlich war das in den Wüstenszenen. Während Dreck und Staub in den Originalen wichtig für die optische Erscheinung sind, wirkt hier alles viel zu glatt. Auch war mir in der ersten großen Actionszene viel zu viel CGI, das bessert sich dann aber Gott sei Dank in den letzten beiden Dritteln des Films. Die Musik gehört zu den größten Katastrophen, die ich je im Kino gehört habe. Die billigen Taiko+Col-Legno-Samples gehen teilweise massiv gegen den Schnittrhythmus und das Tempo der Szenen. Glücklicherweise ist die Action im Film stark genug, um dieser völlig neben der Spur laufenden Ballerei die Stirn bieten zu können. Ärgerlich bleibt's aber trotzdem. Noch schlimmer fast diese ewigen Mollteppiche der Dosenstreicher, die immer ausgepackt werden, wenn's emotional werden soll. Besonders lächerlich diese kurze Englischhornsolo, das einmal kurz aus den Streichersamples hervorlugt, um nochmal richtig auf die Tränendrüse zu drücken. Bäh! Umso schlimmer, wenn man bedenkt, dass ursprünglich Marco Beltrami den Film hätte machen sollen. Beeindruckend in Szene gesetzt wird einem das Totalversagen der Musik, wenn man eine Alternative geboten bekommt wie den kurzen Ausschnitt aus dem "Dies Irae" des Verdi-Requiems. Plötzlich hatte die Szene doppelt so viel Druck, wirkte groß und heftig. Immer wenn Holkenborgs Sample-Maschinerie loslegte, sank der Testosteronspiegel des Films gewaltig ab. Ärgerlich, sehr ärglich. Fazit: Miller schuf einen interessanten Sommerblockbuster und lieferte hochvirtuoses Actionkino. Leider unterlag er bezüglich der Farbgebung des Films und der Musik (mit Ausnahme von 10 Sekunden Verdi) dem aktuellen Blockbuster-Zeitgeist und verschenkte extrem viel Potential an eine zu klinische Digitaloptik und eine totalversagende Musik.
  4. Lohnt sich der denn? "Composed and conducted" ist ja immer gefährlich bei solchen Filmen, die auch einen reinen schwurbelnden Synth-Score haben könnten.
  5. Besten Dank für die Ausführungen! Die CD wird spätestens eingetütet, wenn sie auf der Abschussliste von Intrada steht. Kann ja nicht mehr lang dauern.
  6. Es ging mir ja auch nicht darum, ob und wie man über Hitler lacht. DER GROSSE DIKTATOR halt ich nach wie vor für einen brillanten Film. Nein, es ging mir um das Abschieben Hitlers in die Riege der abstrusen Fantasy-Monster. Dadurch verkommt diese historische Figur zu einem durchgeknallten Freak, der gerne auch mit Superkräften ausgestattet wird. Das hat natürlich so oder so auch rückwirkend Einfluss auf die Wahrnehmung einiger, für die Hitler tatsächlich zu einer drittklassigen Fantasyfigur generiert ist und das halte ich für bedenklich. Man blendet dabei das Menschliche an Hitler und seinen Unternehmungen aus: Machtgier, Kompensierung von Zweifeln etc. Das dritte Reich wird so zu einem Höllenzirkus, an dessen Spitze einige Teufel in Menschengestalt standen. Indem man das Menschliche ausblendet, schiebt man die Gewissheit von sich, dass solche Vorfälle stets nur aus menschlichen Motivationen gespeist werden und mit menschlicher Energie umgesetzt. Ich habe mehrmals erlebt, wie angewidert z.B. Leute von den Bildern aus der letzten Wochenschau sind, wenn Hitler an den Kindersoldaten entlang geht, ihnen auf die Schulter klopft und die Wangen tätschelt. Oder wie sich andere beim Anblick von Filmaufnahmen winden, weil dort Hitler ein Goebbels-Töchterchen auf dem Schoß wippt. Für mich handelt es sich da um eine Abwehrreaktion, mit der man ausblendet, dass da leider Menschen am Werk waren. Filme wie IRON SKY oder KONG FURY tragen dazu maßgeblich bei, diese Komponente aus den historischen Figuren zu extrahieren und eine Hülle übrig zu lassen, die nach belieben mit Fantasy-Klischees aufgefüllt werden kann.
  7. Ich halte diesen Film insofern für bedenklich, da er Teil einer ganzen Bewegung ist, die die historische Figur Adolf Hitlers in eine merkwürdige Fantasy-Welt abschieben. Hitler wird in solchen und vielen anderen Filmen als abstruses Schreckgespenst neben Frankenstein, Dracula und andere gereiht. Allgemein lässt sich ja immer wieder feststellen, dass die Nazi-Riege gerne als abscheuliche Höllenwesen charakterisiert werden, Monster in menschlicher Gestalt, die ein ganzes Volk verführten und eine Welt in die Katastrophe trieben. Damit kann man sich natürlich sehr leicht rein waschen, man vergisst aber leider, dass das, was geschehen ist, alleine von Menschen geschaffen und betrieben wurde. Das Potential für Intoleranz und daraus resultierender Ausgrenzung, die in extremen Fällen zu Massenmorden an bestimmten ethnischen oder Bevölkerungsgruppen führen kann, ist stets gegeben. Es wurde mit den Nazis durch die Industrialisierung des Massenmordes auf die Spitze getrieben, was auch z.T. dem Zeitgeist geschuldet sein kann. Dass der (ideologisch begründete) Genozid aber leider ein überaus menschliches Phänomen ist, wird gerne damit verleugnet, dass die Hauptverantwortlichen doch gar keine Menschen, sondern Monster waren. Dabei stößt mir die Verharmlosung solcher historischen Ereignisse und Personen durch Filme wie KONG FURY oder IRON SKY vielleicht sogar weniger sauer auf als die Art und Weise, wie man sich da konsequent aus der Verantwortung ziehen will...
  8. Sonst kannst Du auch dieses Album mit Neueinspielungen zu THE LOST WEEKEND inklusive zwei weiterer Noir-Musiken erwerben, das zumindest in der Gebraucht-Sektion günstiger ist als das Intrada-Album. Du bekommt da die wichtigsten Auszüge aus der Musik in digitaler Klangqualität und noch zwei weitere Rózsa-Musiken, die Dir zusagen können. http://www.amazon.de/Double-Indemnity-Killers-Lost-Weekend/dp/B000001SJL/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1434095004&sr=8-4&keywords=miklos+rozsa+lost+weekend
  9. %7BfileStore.core_Attachment%7D/monthly_06_2015/post-1443-0-61631600-1434054987.jpg UNA BARA PER LO SCERIFFO - Francesco De Masi Auch bei der Vertonung dieser filmischen Kreuzung des Rachewesterns nach Motiven aus den ersten beiden DOLLAR-Filmen (ein Unbekannter schaltet eine Banditenbande von Innen heraus aus) bleibt De Masi mehr der klassischen Westernvertonung treu, als auf den modischen Zug unzähliger Morricone-Plagiate aufzuspringen. Laut De Masi verlangten Western nach einer groß angelegten Vertonung, die in den ewigen Weiten der Prärie nicht verlorengehen soll. Die Vergleiche zu Tiomkin und Bernstein sind in diesem Falle aber weiter hergeholt, als wenn man sie zu L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA angebracht hätte. Zwar stand dem Komponisten zumindest für einen Teil der Aufnahmen ein voll besetztes Orchester zur Verfügung, dieses wird aber oftmals zurückhaltend und auf wenige Ensembles reduziert eingesetzt. Eröffnet werden Film und CD von der eingängigen Ballade "A Lonely Man". Die größtenteils orchestrale Begleitung wird von Rhythmusgruppe mit E-Bass und Schlagzeug vorangetrieben und erhält so einen poppigen Anstrich, der sich auch in einigen späteren Passagen Bahn bricht. Die Melodie des Titelsongs wird das Thema des Protagonisten Texas Joe, der sich der Bande des mexikanischen Banditen Rojos anschließt, um seine Frau zu rächen, die einst von einem Bandenmitglied bei einem Postkutschenüberfall vergewaltigt und ermordet wurde. Das Thema für den Rachefeldzug ist von mexikanisch-folkloristischem Charakter und erklingt entweder in der Gitarre oder einer Solotrompete über eine Gitarrenbegleitung. Diesem Thema fehlt allerdings die Griffigkeit ähnlicher Soli eines Morricone. Leider sind auch die Tonspuren mit der Melodiegitarre verlorengegangen, sodass man als "Seq. 3" drei Minuten ausschließlich die Gitarrenbegleitung, aber keine Melodie hört. Rojos Bande hat ein ebenfalls ein Thema in Form einer energisch aufsteigenden Linie, die mal in den Suspensepassagen angedeutet oder kraftvoll in den Posaunen über treibende Rhythmen der Streicher und der Rhythmusgruppe erklingt. Die meisten Passagen auf dem Album, das laut Begleittext jede Sekunde enthält, derer man habhaft werden konnte, werden von dem Hauptthema oder dem Rache-Thema bestritten. Suspensepassagen halten sich glücklicherweise stark in Grenzen, die drei Actionpassagen "Seq. 5", "Seq. 9" und "Seq. 10" sorgen für ordentlich Tempo. Insgesamt handelt es sich bei der Musik zu UNA BARA POR LE SCERIFFO jedoch um leicht verdauliche Kost, der die symphonische Kraft des L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA fehlt. Die Gesangs- und Instrumentalfassung des Titelsongs bleiben am ehsten in Erinnerung, das Rache-Thema und das der Banditen sind doch arg stereotyp konstruiert. Die Musik erschien erstmals mit Auszügen aus OKLAHOMA JIM bei Beat Records. Vor wenigen Jahren wurden alle überlebenden Aufnahmen einzeln auf CD veröffentlicht (auch OKLAHOMA JIM erschien in dieser Reihe in erweiterter Form. Man hätte dennoch beide Musiken immer noch auf eine CD pressen können). An Hand des Films habe ich folgende Titelliste erstellt. Das Album ist offensichtlich nicht nach Filmreihenfolge sequenziert. Das gestaltet sich allerdings als schwierig, da die Musik im Film ohnehin sehr zerhackstückt wurde: 01 Titelsong 08 Instrumentalfassung I 14 Instrumentalfassung II 02 Joe Logan trifft in Richmond ein 06 Lauernde Banditen 10 Überfall auf Richmond 04 Aufnahmeprüfung 07 Das erste Opfer 11 Joe und Nelsy 03 Fahrt der Wilsons/Lauernde Banditen 12 Fahrt der Wilsons/Lauernde Banditen (Verson II) 05 Verfolgungsjagd 09 Feuer 13 Finale 15 Bonus-Track Eine Empfehlung für diese Musik würde ich nicht unbedingt aussprechen. Man kann sie sich auf die wesentlichen Momente gut runterkürzen, aber mit einer Länge von einer guten halben Stunde weiß das Album auch in Gänze zu unterhalten. Dennoch handelt es sich hier nicht um einen großen melodischen oder anderweitig originellen Wurf.
  10. Zumal viele der Italo-Western-Musiken kaum Actionmusik enthalten, was ich ja weiter oben bemerkte. Wie Stefan schon richtig schrieb, sind es oft die langen vorangehenden Suspense-Passagen, die musikalisch begleitet werden, weniger die ohnehin sehr geräuschlastigen Faustkämpfe und Schusswechsel. Ich wüsste z.B. bei SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD keine musikalische Actionpassage zu bennenen. Auch die teils poppige Veranlagung vieler mittelmäßiger Vertonungen schließt eine solche Vertonung oftmals aus. Schließlich hat Goldsmith bei IN LIKE FLINT ja auch nicht seine harsche Actionmusik à la RIO CONCHOS ausgepackt. Was ich bisher bei Francesco De Masi gehört habe, war auch mehr an die pompösen Westernmusiken eines Bernstein oder Tiomkin angelehnt, eigentlich gar nichts an Goldsmith, der sich aber, wie richtig bemerkt, an Stilmitteln der Italowesternmusik bediente. Nach dem was Du zu suchen scheinst, wirst Du beim Italo-Western viele musikalische und mehrere filmische Enttäuschungen in Kauf nehmen müssen.
  11. Nicht schlecht! Das wäre es in der Tat wert gewesen.
  12. Mal interessehalber: Was hättest Du Dir denn für 30,- signieren lassen wollen?
  13. Ein lobenswertes Vorhaben, allerdings solltest Du Dir keine abwegigen Illusionen machen. Das ist immer noch Rozsa, also immernoch orchestral, nur teilweise um einiges harscher und dissonanter als seine Monumentalmusiken, die hin und wieder noch die alten Schärfen und Kanten aufweisen. Ich finde Rozas Musik sehr faszinierend. Akademisch-deutsche Satz- und Formenlehre treffen hier auf entfesselte ungarisch-ursprüngliche Harmonien und melodische Wendungen. Rozsa klingt deshalb immer etwas schroffer, herber und direkter als Korngold oder Steiner, deren Wiener Schmäh oftmals durch die Stimmen blitzt. Er unterscheidet sich auch von dem russischen Pathos eines Tiomkin. Das muss man nicht mögen, aber ich glaube, man weiß, was man bei Rozsa hat. Wäre sehr gespannt über Deine Eindrücke auch von den Hörproben. Der Pomp seiner Monumentalfilmmusiken ist in seinen Film-Noir-Vertonungen aber nicht dabei. Stattdessen sind es viel mehr Mystizität und schwelgerische Klanggebilde, die nicht selten mit für damals revolutionären Klängen angereichert waren wie dem Teremin. LOST WEEKEND könnte Dir tatsächlich noch eine neue Seite dieses Komponisten eröffnen.
  14. Vielen Dank für die Warnung! Damit sind DYNAMITE JIM und RINGO IL TEXANO endgültig von meiner Wunschliste gestrichen. UNA BARA PER LO SCERIFFO würde ich momentan zwischen ALLA CONQUISTA DELL'ARKANSAS und L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA ansiedeln, zu einem vorläufigen Urteil möchte ich mich nach dem ersten Hördurchgang noch nicht hinreißen lassen. Die expandierte Fassung läuft auch nur eine gute halbe Stunde und sorgt für gute Unterhaltung. Ich müsste mir einmal das originale CD-Programm von der Kopplung zusammenstellen, um das Hörerlebnis genauer vergleichen zu können.
  15. Ihr Beiden, vielen Dank für diese geballte Ladung an Infos! Komplett aburteilen wollte ich die Italo-Western-Musik ja gar nicht, ich habe eben auf gut Glück ein paar Titel ausgewählt und habe da anscheinend ordentlich danebengegriffen. Von Nico Fidenco habe ich auch noch ALL'OMBRA DI UNA COLT, eine ziemlich schwachbrüstige Dollar-Kopie in der Titelmusik und langweilige Suspense-Musik. Wie kommt es eigentlich, dass - zumindest in diesen trashigen Musiken - kaum Action- aber so wahnsinnig viele Suspense-Anteile enthalten sind? Schlägereien und Schießereien gibt es doch in diesen Filmen zu Hauf. Also ich habe mir jetzt alle genannten Titel vorgemerkt und werde sie mir wahrscheinlich nächsten Monat anschaffen. Von Francesco De Masi habe ich fast die ganzen aktuellen Beat-Records-Alben hier, ausgerechnet SETTE DOLLARI SUL ROSSO und ARIZONA COLT sind noch auf dem Weg zu mir, aber ich höre die Sachen eh chronologisch, daher kommt jetzt erstmal UNA BARA PER LO SCERIFFO. Dass es spannender geht als die GOLDSUCHER AUS ARKANSAS war mir klar, das war ja auch keine vollständige De-Masi-Musik. L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA hat mir da aber deutlich mehr Freude bereitet und Lust auf mehr gemacht. Insgesamt kommen jetzt noch über zehn De-Masi-Musiken (zu denen ich hier gerne meine Eindrücke schreiben kann) und dann geht's nochmal zu den Herren Rustichelli und Bruno Nicolai
  16. Vielen Dank für die tollen Empfehlungen. Dann gebe ich Rustichelli demnächst nochmal eine Chance Bei mir verklangen gerade die letzten Töne einer weiteren Westernmusik aus der Feder Francesco De Masis: L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA - Francesco De Masi Diese frühe Westernmusik Francesco de Masis atmet noch vollständig den Geist der amerikanischen Vorbilder. Mit dem schmissigen Hauptthema trifft der italienische Komponist den Americana-Nagel so trefflich auf den Kopf, dass man meinen könnte, man habe es bereits in gefühlt einem Dutzend US-Western gehört, dennoch wurde es erst anfang der 60er für eine italienische Produktion geschrieben. Dem traditionell westernhaft gestalteten Thema stellt De Masi eine klagende Melodielinie mit vielen fallenden Sekundschritten gegenüber, die oftmals in den satten Streichern über einem bedrohlichen Puls des tiefen Blechs und der Pauke, und in einer besonders schönen Variante von Solostreichern über elaboriert harmonisierte Celli und Bässe erklingt. Besonders in der ersten Hälfte des Albums tauchen beide Themen innerhalb der einzelnen Stücke auf. De Masi schafft es allerdings, durch mehrere Variationen - insbesondere des Hauptthemas - keine Langeweile aufkommen zu lassen. Da erklingen beide thematische Gedanken dialogisch in solistisch besetzter Gitarre und Flöte über einem sanften Streicherteppich, vergnügt legt sich das Hauptthema im Akkordeon über ein Gitarrenriff oder prallt mit dem aufbegehrenden Seitenthema aneinander. In der zweiten Albumhälfte nimmt der Komponist die Dominanz der beiden Themen etwas zurück, sorgt für treibende Actionmomente inklusive tiefer Blechlinien oder fast traumhafte Passagen mit einem Celestasolo für Abwechslung, bis ein letztes Mal das Hauptthema optimistisch im Orchester aufblüht und diesen unterhaltsamen Ritt durch die Prärie nach einer halben Stunde beschließt. Man würde es kaum glauben, hier eine Italowesternmusik zu hören. Vielmehr bedient sich Francesco De Masi zahlreicher typischen US-Western-Topoi, die er ebenso gekonnt einzusetzen vermag wie seine Kollegen jenseits des großen Teiches. Ob es sich bei dieser Präsentation von Beat Records um eine vollständige Veröffentlichung handelt, vermag ich nicht zu sagen, ich schätze allerdings nicht. Die meisten von De Masis Westernmusiken aus diesen Kopplungen wurden mittlerweile einzeln und expandiert wiederveröffentlicht. Diese halbe Stunde weist jedoch einen exzellenten Hörfluss auf, der auch durch die sehr exponierte Stellung der einzigen memorablen thematischen Ideen durch den versierten Umgang des Komponisten mit seinen Themen und dem orchestralen Ensemble gewahrt bleibt.
  17. Am Anfang stand das Vorhaben, die Lücken im Western-Bereich ein bisschen zu schließen. SILVERADO, TOMBSTONE, JAYHAWKERS und auch MAGNIFICENT SEVEN oder HIGH PLAIN DRIFTER stehen hier immer noch ungehört herum (aus den Filmen kenne ich die meisten Musiken natürlich). Begonnen habe ich mit der Entfolierung der expandierten Morricone-Leone-Musiken und diese persönlichen Wiederentdeckungen haben mich so beeindruckt, dass ich die Amis weiter nach hinten schob und mich mit einigen Italowestern-CDs eindeckte. Mehrere Peplum-Scores stehen bereits auf meiner Liste, aber erstmal wird es noch einige Italo-Western und dann Ami-Western zu hören geben. Die Absicht ist auch weniger, die Leute zu animieren, hier alles nachzuhören (dann würde ich die Musiken wie UCCIDEVA A FREDDO oder JOHN IL BASTARDO weitaus positiver besprechen), aber ich hoffe halt auf einige Anregungen, die ja auch prompt kamen Von Carlo Rusticelli habe ich bisher nur UCCIDI O MUORI gehört und war recht angetan. Endgültig vom Hocker hat es mich jedoch nicht gerissen, dennoch neben Riz Ortolanis AL DI LÀ DELLA LEGGE eine eher bevorzugte Musik in meiner eher kleinen Italo-Western-Sammlung. Wie gesagt, die Peplum-Geschichten kommen sicher, aber später. Ja, für den Fall, dass nicht jeder im Publikum der lateinischen Buchstaben mächtig ist...kannst Du denn alle russischen Vorspänne in kyrillisch lesen? Kann man denn darauf hoffen, die INKA-Musik einmal in Form einer schmucken Veröffentlichung auf CD hören zu können? Die Karl-May-Box von Bear Family enthielt ja nur die Titel- und die Abspannmusik. Interessant, was Du zu der Entstehung schreibst. Ich hatte beim Anhören der meisten Italo-Western-Musiken ohnehin den Eindruck, dass die Musik unabhängig vom Bild entstanden ist und anschließend angeglichen wurde. Das würde auch erklären, warum viele Stücke auf diesen Alben wie instrumentale Easy-Listening-Pop-Arrangements aufgebaut sind und nicht wie in den amerikanischen Gegenstücken, deutlich kleinteilig-motivischer gearbeitet sind. Ein weiteres Indiz wäre für mich auch die Präsentation dieser Musiken auf CD. Fast nie ist die Musik in chronologischer Filmreihenfolge enthalten, Titel, die einem eine Orientierung geben, vermisst man ebenfalls zu großen Teilen. Da heißt es dann nur immer "Sequenza 1", "Sequenza 2" etc. Es war ja auch gerade dieser poppige Charakter, der mich dann beim Anhören solcher Musiken wie UCCIDEVA A FREDDO oder JOHN IL BASTARDO abgeschreckt hat. Ich habe immer geglaubt, dass Morricone immer zu sehr gehypt wird und vermutet, dass auch seine Kollegen kreative und spannende Westernmusiken geschrieben haben. Haben sie wahrscheinlich auch, aber ein Großteil ist leider tatsächlich weit hinter Morricone zurückgeblieben. Morricone kann seine kleinen musikalischen Gimmicks, das Koyotenheulen, die Spieluhr, die Peitsche, die Orgel etc. musikalisch sinvoll in seine Musiken einbauen. Sie bilden ein klangliches Gesamtkunstwerk. Bei anderen Westernmusiken erscheinen mir solche "extras" wie implantierter Firlefanz. Bisher ist er für mich immernoch das Italo-Western-Original. In keiner anderen Westernmusik ist mir eine derart "bissige" Trompetenmelodie wie zum Schluss bei ZWEI GLORREICHE HALUNKEN aufgefallen, kein Thema hat mich bisher in anderen Kompositionen so gefesselt wie Jills Thema und in keiner anderen Italo-Western-Musik habe ich eine derartig mitreißende Mischung aus Folklore, melodischem Einfall und kerniger Instrumentation erlebt wie in der Titelmusik zu FIIVE MAN ARMY. Und ich bin alles andere als eine Morricone-Apologet. Für mich sind die von Dir aufgezählten Kriterien allerdings wichtig. auf DIE GEJAGTEN DER SIERRA NEVADA bin ich gekommen, weil ich gelesen habe, dass sich hier musikalisch noch stark an den amerikanischen Vorbildern orientiert wird. Es musste ja nicht gleich ein zweiter Newman oder Tiomkin sein, aber etwas mehr Biss und thematischen Einfall habe ich schon erwartet als diese blasse und schwachbrüstige Musik. Lavagnino ist für deswegen natürlich noch lange nicht abgehakt, seinen Western werde ich mich aber so schnell nicht wieder nähern. Dieser stärker werdende poppige Einschlag lässt sich ohne Frage auch stark in der italienischen Genre-Filmmusik beobachten wie z.B. dem Hauptthema von SPARA, GRINGO, SPARA von Sante Mario Romitelli, das zugegebenermaßen ziemlich cool ist - insbesondere durch den Einsatz der Hammond-Orgel, aber keinen besonderen kreativen Einschlag aufweist. Auch das rumbaartige Thema aus IL VENDITORE DI MORTI von Maio Migliardi ist doch eine recht unspektakuläre Angelegenheit, die nicht an Reiz gewinnt, wenn man sie sich in zig Variationen über 50 Minuten ahört. Angetan bin ich aber durchweg von der Präsentation dieser Musiken, die wirklich liebevoll ist. Reich bebilderte Booklets, stimmungsvolle Cover, großzügig gefüllte CDs und ein anscheinend bestmöglicher Klang.
  18. Wer ist denn morgen da?
  19. %7BfileStore.core_Attachment%7D/monthly_06_2015/post-1443-0-72408800-1433690903.jpg ALLA CONQUISTA DELL'ARKANSAS - Francesco de Masi & Heinz Gietz DIE GOLDSUCHER VON ARKANSAS war ein früher Versuch, erfolgreich auf der Westernwelle zu reiten. Die deutsch-italienisch-spanische Produktion vereinte aus den Karl-May-Filmen bekannte Gesichter wie Mario Adorf, Marianne Hoppe und Ralf Wolter in einer Geschichte rund um das Goldfieber in Arkansas. Für die musikalische Untermalung zeichneten sich zwei Komponisten aus: Heinz Gietz vertonte die deutsche und die französische Fassung, Francesco de Masi die italienische. Gietz' Musik ist bis heute unveröffentlicht, de Masis Aufnahmen wurden vor einigen Jahren auf ramponierten Bändern entdeckt. Darauf fand sich auch das orchestrale Arrangement des Titellieds von Heinz Gietz, da sich beide Filmmusiken das Hauptthema aus der Feder des deutschen Komponisten teilten. Eingespielt wurde es allerdings vom italienischen Orchester und dem italienischen Chor. Ob de Masi einfach das Thema von Gietz ebenfalls einspielte oder er es neu arrangierte, ist nicht vollständig geklärt. Immerhin erklingt auch in der deutschen Filmfassung die Version auf dieser CD. Der Song, in dem zum Hauptthema so behäbig-kreative Zeilen wie "Viel Gold und keine Freunde, das hab' ich nicht verdient" gesungen wird, hat anscheinend kein italienisches Äquivalent erfahren. Gietz' Hauptthema ist recht stimmungsvoll, insbesondere in der Orchesterversion mit Chorvokalisen. Francesco de Masi hatte die etwas undankbare Aufgabe, für die italienische Fassung größtenteils Suspense-Musik um Gietz' schmetterndes Hauptthema zu komponieren, aber er schlägt sich wacker. Auch de Masi arbeitet mit einem voll bestückten Orchester, das er gekonnt einsetzt. Somit wird das Hörvergnügen kaum durch die Tatsache abgeschwächt, dass man es hier größtenteils mit einem Western-Suspense-Score zu tun hat. Ein schweres pentatonisches Hauptthema für die Indianer, einige lichte Momente für Streicher und Gitarre und auch blechgeladene und streichergetriebene Action gibt es hier zu hören. Abgerundet wird das Erlebnis durch zwei Source-Stücke vom Harmonium, einem Mundharmonikasolo von niemand geringerem als Francesco de Gemini gespielt, einem netten Saloon-Song von Heinz Gietz und einem lyrischen Thema aus de Masis Feder, das leider nur einmal erklingt. Beat Records sowie de Masis Sohn, der den Begleittext verfasste, entschuldigen sich mehrfach für die angeblich schlechte Tonqualität. Ja, der Klang ist dumpf, aber nicht so schlimm, dass es ernsthaft dem Hörvergnügen schaden könnte. Leider gibt es keine weiteren Informationen über die Arbeitsteilung Gietz/de Masi bei den Aufnahmen der Titelmusik, Gietz' Musik wäre ohnehin noch ein netter Bonus gewesen, aber da müsste dann wahrscheinlich eher ein deutsches Label ran. Insgesamt hat Beat Records hier eine schöne Veröffentlichung gelandet, und es verdient Lob, dass man sich dieses Titels trotz der stiefmütterlichen Behandlung des Komponisten durch die Produktion angenommen hat.
  20. Dann freu' Dich auf ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS...meiner Meinung nach seine beste Stummfilmmusik. Wurde letzten Oktober eingespielt und bei ARTE ausgetrshalt. DVD und Blu-Ray kommen bald.
  21. 5000 DOLLARI SUL'ASSO - Angelo Francesco Lavagnino Auch wenn FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR den europäischen und insbesondere den italienischen Western nach 1964 prägen sollte, gab es bereits vorher in Mitteleuropa - maßgeblich Deutschland, Italien und Spanien - produzierte Westernfilme. Bevor Leones und Corbuccis Antihelden schonungslos aufräumten, orientierten sich die Macher zu einem großen Teil an den amerikanischen Vorbildern, so auch DIE GEJAGTEN DER SIERRA NEVADA oder 500 DOLLARI SUL'ASSO. Die Motive um einen miesen Bandenchef, der im Dienste eines einflussreichen Strippenziehers steht, einer terrorisierten Farmersfrau und eines aufrechten Revolverhelden entstammen ohne Frage dem Westernkanon der US-Produktionen. Auch musikalisch ist die Musik zu DIE GEJAGTEN DER SIERRA NEVADA weit von Morricones Stil entfernt, vielmehr lehnt man sich auch hier an amerikanische Vorbilder an, das Ergebnis bleibt jedoch äußerst dröge. Auf melodisch-thematischer Ebene wartet die Musik immerhin mit einem netten Song auf, dessen Refrain und Strophe im weiteren Verlauf der Kompositon als Leitmotive eingesetzt werden. Der geneigte Hörer kann wählen, ob er die vokale Fassung mit gepfiffenem Intro hören möchte, oder die etwas behäbige instrumentale Fassung vorzieht. Auf diesen nicht weltbewegenden Einstieg folgt auch schnell die Ernüchterung. Zwar hatte Lavagnino eine Orchesterbesetzung zur Verfügung, er kostet aber kaum die Möglichkeiten eines derartigen Klangkörpers aus. Relativ lange und unspektakuläre Suspense-Passagen mit gewichtigen Paukenschlägen und einigen von der E-Gitarre gezupften Melodiefragmenten lassen die Erwartung sinken. Die melodischen Momente bleiben in ihrer kargen Beschaffenheit äußerst blass. Hauptsächlich wird eines der beiden Themen von der Mondharmonika über einzeln angeschlagene Gitarrenakkorde intoniert. Nur ein einziges Mal kommt es wirklich zu treibender Action: "Dramma nel canyon" ist nicht überaus originell, aber durchaus gelungen und macht umso schmerzhafter bewusst, was für ein Potential der Komponist hier nicht ausschöpft. Aufgefüllt mit zahlreichen Source-Stücken bleibt dieses Album dann auch weiterhin austauschbar, denn diese Saloonklaviere und mexikanisch-folkloristischen Momente hat man nun auch schon oft so oder so ähnlich gehört. Ein überaus verzichtbares Album für Westernfreunde, die sich auf etwas mehr Biss gefreut haben. Lavagnino habe ich durch seine Vertonung von DAS VERMÄCHTNIS DES INKA schätzen gelernt. Allerdings soll diese Musik ja bereits in einem anderen Western zu hören sein. Weiß da jemand Genaueres? Wie so oft bei Italowestern-CDs handelt es sich auch hier um ein äußerst liebevoll gestaltetes Album und die Coverbilder sind ohnehin immer toll.
  22. Dass alle Mitglieder, die mittlerweile nicht mehr aktiv sind, vergrault wurden, halte ich für eine Legende. Es ist ja nicht so, dass dieses Forum einmal eine Blütezeit hatte, in der 500 Mitglieder rund um die Uhr gepostet haben. Vielmehr hält sich die Anzahl der wirklich aktiven Mitglieder konstant, nur die Besetzung wehselt. Wenn man in ältere Themen guckt, stellt man schnell fest, dass man da auch immer denselben Namen begegnet wie Frederike Bomm, Bernd Junker, CKappes, BigBear etc. Ja, es ist bekannt, dass einige Mitglieder frustriert abgesprungen sind, einige wenige, wie z.B. Ramon, "wurden gegangen". Das ist aber in jedem Forum so. Ich weiß von mehreren Mitgliedern, dass sie hier nicht mehr aktiv sind, weil sich ihre Interessen verschoben haben, manchmal eher in Richtung der klassischen Musik, manchmal aber auch komplett anderweitig. Andere wiederum haben einfach die meisten Grabenkämpfe mitgemacht und sind müde, in denselben Diskussionen immer wieder dieselben Sachen zu schreiben. Dass dieselben Diskussionen bei stets nachwachsenden Interessierten immer wieder aufkommen (Hans Zimmer, Golden Age vs New Age etc.) ist klar und ganz natürlich, aber genauso kann man auch nachvollziehen, dass einige Leute nicht bei der zehnten Zimmer-Diskussion Lust haben, ihre Meinung zum zehnten Mal zu paraphrasieren. Ein ganz interessanter Punkt war für mich Souchaks langsamer Rückzug aus dem Forum. Er wurde ja immer wieder dafür angegriffen, dass er anscheinend als großer schwarzer Schatten über dem Forum schwebt und Leute Angst haben, etwas zu schreiben, weil sie sofort von ihm angegangen werden könnten. Jetzt ist er schon seit einem halben Jahr nicht mehr an Bo(a)rd und dennoch sind die Leute keinesfalls aktiver. Ich habe manchmal das Gefühl, es werden auch Ausflüchte gesucht. Mich irritiert das aber, denn hier wird von niemandem verlangt, ewig viel zu schreiben. Merkwürdig finde ich dann aber schon, dass jetzt hier groß und breit argumentiert wird, warum das Forum brach liegt, anstatt die Energie lieber zu investieren, das Forum filmmusikspezifisch zu beackern...
  23. Keine schlechte Idee, allerdings wäre es interessanter gewesen, Du hättest nicht von Anfang an preisgegeben, welches Hörbeispiel welches ist. Gemeiner wäre es gewesen, Du hättest das Sample-Beispiel als echte Trompete angekündigt und umgekehrt. Aber auch da bin ich mir sicher, man hätte sofort feststellen können, welches Beispiel das echte war und welches nicht. Mittlerweile gibt es in der Tat hervorragende Sample-Libraries. Ich habe aber den Eindruck, dass, wenn man fünf Leute fragt, man zehn Meinungen erhält, mit welcher man arbeiten soll und welche zu meiden ist. Von vielen habe ich gehört, dass sie nicht mit einer Library arbeiten, sondern sich ihre persönliche aus vielen verschiedenen zusammenstellen. Es wäre natürlich interessant, mit welcher Du das Beispiel erstellt hast. Ich denke aber, da ist in jedem Fall noch Luft nach oben, insbesondere was die Balance angeht. Die Trompete hört sich zu weit entfernt an für das sehr präsente Klavier. Man hört aber sowieso deutlich, dass es sch um eine gesampelte Trompete handelt. Dazu wirkt mir der Einsatz des Virbatos etwas unnatürlich, beim "echten" Spieler hört man ja, das er das öfter und "homogener" anwendet. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Tönen sind viel zu grob, das hört sich fast an, als wären die einzelnen Töne "aneinandergeschnitten", montiert, aber nicht in einem Fluss gespielt. Auch ist der Ton der Trompete - insbesondere nach den crescendi - zu schnell weg. Das hat aber wahrscheinlich mehr mit der Mischung zu tun. Ohne Frage gibt es mittlerweile Aufnahmen, wo man der natürlichen Interpretation sehr nahekommt. Beispiele dafür kann man sich hier anhören: http://www.vsl.co.at/de/Brass_Bundle/TrumpetBb#!Demos Generell habe ich ein großes Problem mit der Wirkung, die Librarys auf die (Film)musikwelt haben. Mittlerweile kann jeder Horst für ein 100-Mann-Orchester "schreiben" bzw. er muss es nicht einmal können und hat trotzdem die Möglichkeit . Beschränkungen machen kreativ. Ich habe den Eindruck, man hat früher noch mehr für das Klavier oder die Gitarre geschrieben, hat sich mehr auf die Harmonik konzentriert, jetzt kann man ewig rumballern. Auch bei Produktionen finde ich das sehr schade. Anstatt, dass man mit dem arbeitet hat, was man hat, werden immer die Dosenstreicher und die Sample-Hörner rausgeholt. Sample-Libraries haben für mich den Vorteil, Werke zu hören, die noch nicht eingespielt wurden. Bernard Herrmanns "The Forest - A Tone Poem for large orchestra" wäre da ebenso ein Fall wie die noch nicht vorgelegten Symphonien Paul von Klenaus (wer? - Eben...) Bis die alle mal vorliegen, werden noch einige Jährchen ins Land ziehen. Wenn man sich dann mal einen Überblick über das Werk eines unbekannten/vergessenen Komponisten machen will, gibt es dank der Libraries Möglichkeiten. Dennoch stoßen sie alle irgendwann an die Grenzen und das lässt die Natürlichkeit vermissen.
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