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Der preisgekrönte italienische Filmkomponist Riz Ortolani, Schöpfer von mehr als 300 Partituren, ist tot.
 

Ortolani, den Generationen italienischer Regisseure schätzten und der auch für Hollywood viele Filmmusiken schrieb, starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in Rom, wie seine Familie mitteilte. Er arbeitete mit den Regisseuren Vittorio De Sica, Dino Risi und Damiano Damiani zusammen. Auch US-Filmemacher Quentin Tarantino setzte seine Musik ein.

 

Ortolanis Film-Titelmusiken „More“ und „O Cangaceiro“ wurden zu Welthits. Vom Jazz beeinflusst schrieb er auch die Musik für „Ein Kampf um Rom“ und „Old Shatterhand“ sowie für mehrere Italo-Western.
 

Ein Grammy-Preis, zwei Golden Globes sowie zwei Oscar-Nominierungen zeichneten die Kompositionskunst des Mannes aus Pesaro (Marken) aus.
 

dpa

 

 

Riz Ortolani wurde 87 Jahre.

 

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Die italienischen Komponisten gehen an mir irgendwie vorbei, mit Ausnahme Ennio Morricone.

 

Welcher Soundtrack ist denn Ortolanis "Durchbruch" gewesen, den man unbedingt gehört haben sollte?

Und welcher Soundtrack sollte in keiner Sammlung fehlen, den es auch auf CD zu kaufen gibt?

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Ortolani ist mir eigentlich nur im Ohr durch seine Musik zu CANNIBAL HOLOCAUST von 1980. Konsequent wird da ein unappetitlicher Fake-Doku-Splatter-Film mit sanfter Musik untermalt, die so ein wenig eine Mischung aus 70er-Jahre Softporno, Oliver Onions und James Last ist. Mag ich sehr gerne, ist aber auch das einzige Album von Ortolani in meiner Sammlung:

 

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=rqpmslN3gls

 

Eine CD davon gibt es natürlich auch:

 

 

R.I.P. Riz. :(

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Ortolani ist mir eigentlich nur im Ohr durch seine Musik zu CANNIBAL HOLOCAUST von 1980. Konsequent wird da ein unappetitlicher Fake-Doku-Splatter-Film mit sanfter Musik untermalt, die so ein wenig eine Mischung aus 70er-Jahre Softporno, Oliver Onions und James Last ist.

 

Naja,so ganz stimmt das nicht,da der Soundtrack ein par düster-schräge Synthie-Stücke enthält,die sehr gut zur abgründigen Stimmung des Films passen.

 

Z.B. ist das heitere "Hurra,wir fliegen in den Urlaub"-Eröffnungsstück sowas wie eine falsche Fährte,die einen in trügerische Sicherheit wiegt.

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Naja,so ganz stimmt das nicht,da der Soundtrack ein par düster-schräge Synthie-Stücke enthält,die sehr gut zur abgründigen Stimmung des Films passen.

 

Z.B. ist das heitere "Hurra,wir fliegen in den Urlaub"-Eröffnungsstück sowas wie eine falsche Fährte,die einen in trügerische Sicherheit wiegt.

Ok, sanft mit Einschränkungen. ;) Zu erwähnen wären da noch die Stücke, die eben so einen Oliver-Onions-Touch haben, wie "Cameraman's Recreation" oder auch "Relaxing in the Savannah". Beim letztgenannten muss ich immer an die Fress-Szene aus "Das Krokodil und sein Nilpferd" denken, das klingt so ähnlich (auch wenn das ausnahmsweise keine Musik der Oliver Onions ist). :D

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Naja,so ganz stimmt das nicht,da der Soundtrack ein par düster-schräge Synthie-Stücke enthält,die sehr gut zur abgründigen Stimmung des Films passen.

Z.B. ist das heitere "Hurra,wir fliegen in den Urlaub"-Eröffnungsstück sowas wie eine falsche Fährte,die einen in trügerische Sicherheit wiegt.

Jedoch sind auch einige der blutigen Kannibalen-Szenen mit eben diesem melodischen Hauptthema unterlegt, was die abgründige Wirkung noch weiter intensiviert. Ein ganz großartiges Beispiel für kontrapunktischen Einsatz von Filmmusik.

R.I.P.

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DIE UNTERSUCHUNG (1987)

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Letzte Woche bin ich auf diesen Film aufmerksam geworden, und über diesen auch zur Musik-CD gekommen. Von beidem bin ich sehr angetan.

Einige Jahre nach der Hinrichtung von Jesus von Nazareth taucht in Judäa ein römischer Gesandter namens Valerius Taurus (Keith Carradine) auf. Im Auftrag von Kaiser Tiberius soll Taurus die mysteriösen Vorkommnisse rund um die Kreuzigung untersuchen und die Leiche aufspüren um so das Gerücht von der Auferstehung zu entkräften. Er kommt im Haus von Pontius Pilatus (Harvey Keitel) unter, der sich an den Fall erinnert, aber den Sinn des Auftrags nicht versteht. "Vielleicht ist es für Tiberius eine Frage des Prinzips. Die römische Gesetzgebung sieht Auferstehung nunmal nicht vor."  Mit der Hilfe von Pilatus´ Frau, die von den Lehren Jesus´ fasziniert ist, beginnt Taurus mit der Untersuchung in der Grabstätte, befragt Zeugen und Weggefährten, und führt ein Experiment an gerade gekreuzigten Aufrührern durch, um mittels einer drogenartigen Substanz ein eventuelles Überleben der Tortur nachzuweisen. Aber die Ereignisse gehen nicht spurlos an dem so pragmatisch agierenden Taurus vorüber, der zunehmend seine Weltsicht zu hinterfragen beginnt.

Ein toller Film, der mit seiner hochinteressanten Geschichte fesselt und ein glaubwürdiges Bild der antiken Epoche entwirft. Betont schlicht inszeniert von Damiano Damiani und auch in der deutschen Synchronfassung hochkarätigst besetzt. Die Musik besitzt passend zum Film eine schwermütige, schicksalsdräuende Atmosphäre. Wie so oft legt Ortolani den Schwerpunkt auf die Streicher, bleibt aber eher zurückhaltend, verzichtet auch auf vordergründige religiöse Motivik, wie man es bei dem Thema vielleicht erwarten würde. Seine Musik ist getragen, dramatisch, emotional, aber nicht aufdringlich, durchzogen von einem mystischen Flair, das durchaus auf das religiöse Fundament der Geschichte hindeutet. Das Thema für Taurus und Claudia ist romantischer angelegt und von geradezu hinreißender Anmut. Ganz klare Empfehlung, sowohl für den Film wie auch für die Musik. Für mich eine unerwartete Entdeckung.

 

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vor 52 Minuten schrieb Angus Gunn:

DIE UNTERSUCHUNG (1987)
Wie so oft legt Ortolani den Schwerpunkt auf die Streicher, bleibt aber eher zurückhaltend, verzichtet auch auf vordergründige religiöse Motivik, wie man es bei dem Thema vielleicht erwarten würde. Seine Musik ist getragen, dramatisch, emotional, aber nicht aufdringlich, durchzogen von einem mystischen Flair, das durchaus auf das religiöse Fundament der Geschichte hindeutet. Das Thema für Taurus und Claudia ist romantischer angelegt und von geradezu hinreißender Anmut. Ganz klare Empfehlung, sowohl für den Film wie auch für die Musik. Für mich eine unerwartete Entdeckung.

Ich habe die CD vor vier Jahren auch hier gehabt und komplett gehört, mir war es aber auf Dauer denn doch zu atmosphärisch und langatmig. Ein paar ganz hübsche Stücke sind dabei, aber auf die volle Strecke von fast 50 Minuten war mir das dann zuviel, so daß ich die CD wieder abgegeben habe. Eigentlich reichen mir davon die rund 12 Minuten, die es früher schon auf LP gab:
https://www.discogs.com/de/Riz-Ortolani-Le-Colonne-Sonore-Originali-Di-Riz-Ortolani-Per-I-Film-Inchiesta-Di-Damiano-Damiani/release/5712086

"Tauro e Claudia" ist für mich so ziemlich das beste Stück. Interessant auch, wie Ortolani im Schlußteil von "La ricerca" fast schon Norths CLEOPATRA (die Szene nach der Schlacht von Actium: "Grant Me an Honorable Way to Die") zitiert - aber nicht so verwunderlich, denn es gab von ihm an 1963 ja auch eine eigene italienische LP-Neuaufnahme des CLEOPATRA-Scores.

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Jaaa, tatsächlich kam mir diese Passage auch irgendwie bekannt vor, aber auf CLEOPATRA wäre ich nicht gekommen. :)

Ich fand´s durchgehend angenehm zu hören, aber im Prinzip stimmt das schon. Die besagten 12 Minuten decken den Score schon ganz gut ab. Allerdings würde einem dann auch dieses schöne "antike" Tanzmusikstück und die ein oder andere nette Kleinigkeit entgehen.

 

Aber oben beim Eröffnungstext ist mir gerade was aufgefallen:

Am 24.1.2014 um 12:53 schrieb John Xisor:

Ortolanis Film-Titelmusiken „More“ und „O Cangaceiro“ wurden zu Welthits.

In Ortolanis Wikipedia-Eintrag steht es tatsächlich so drin, aber soweit ich weiß, war das ein Traditional, das durch den brasilianischen Originalfilm aus den 50er Jahren berühmt wurde. Ortolani hat es 1970 lediglich ein weiteres Mal adaptiert für das Tomas-Milian-Remake. Ein Welthit war es aber schon lange vorher.

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