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Empfohlene Beiträge

Hausbesuch bei Patrick Doyle.

 

http://www.youtube.com/watch?v=ZKv7igbPzkA

 

 

Auch interessant wie ein Komponist der "älteren" Generation mittlerweile über die Arbeit mit dem PC denkt. Das zieht sich in den letzten Jahren wirklich durch die Branche. Die Vorteile des computergestützten Komponierens sind heute einfach nicht mehr von der Hand zu weisen. Habe gerade erst wieder ein Interview mit JNH gelesen, in dem auch er auf die enormen Arbeitserleichterungen durch den Computer verweist. Er gilt ja wirklich als ein Meister der elektronischen Mockups. Für mich selbst ist das immer wieder schön zu lesen. Weil das einfach zeigt, dass du heute auch als Komponist anerkannt wirst wenn du nicht mit Stift und Papier schreibst.

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Auch interessant wie ein Komponist der "älteren" Generation mittlerweile über die Arbeit mit dem PC denkt. Das zieht sich in den letzten Jahren wirklich durch die Branche. Die Vorteile des computergestützten Komponierens sind heute einfach nicht mehr von der Hand zu weisen. Habe gerade erst wieder ein Interview mit JNH gelesen, in dem auch er auf die enormen Arbeitserleichterungen durch den Computer verweist. Er gilt ja wirklich als ein Meister der elektronischen Mockups. Für mich selbst ist das immer wieder schön zu lesen. Weil das einfach zeigt, dass du heute auch als Komponist anerkannt wirst wenn du nicht mit Stift und Papier schreibst.

 

Nichts gegen das Arbeiten mit dem Computer, ich nutze mittlerweile selbst oft mal ein Kompositionsprogramm. Aber in meinen Augen hat das Autograph immer noch einen unersetzlichen, ideellen Wert.

 

Auch wenn ich mal einen Track im Notationsprogramm aufschreibe, erstelle ich danach immer noch eine handschriftliche Partitur - auch wenn sie eigentlich gar nicht mehr benötigt wird. Es fühlt sich einfach noch einmal eine Spur "echter" an.

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Nichts gegen das Arbeiten mit dem Computer, ich nutze mittlerweile selbst oft mal ein Kompositionsprogramm. Aber in meinen Augen hat das Autograph immer noch einen unersetzlichen, ideellen Wert.

 

Auch wenn ich mal einen Track im Notationsprogramm aufschreibe, erstelle ich danach immer noch eine handschriftliche Partitur - auch wenn sie eigentlich gar nicht mehr benötigt wird. Es fühlt sich einfach noch einmal eine Spur "echter" an.

 

Kann ich sehr gut nachvollziehen und sehe es ähnlich. Es ist einfach ein schönes Gefühl sein Stück in Notenform selbst aufzuschreiben. Aber ich befürchte mehr als den "idellen Wert" kann man dem handschriftlichen Komponieren leider nicht mehr beimessen. So hart wie das klingt...

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Bei Scoring Sessions ist eine gute Notenschreibe aber immer noch von Vorteil, gerade wenn spontan etwas geändert werden muss und das Ganze nicht nochmal schnell ins Notationsprogramm gehackt werden kann.

 

Und überhaupt: wer hat beim Komponieren schon immer einen Computer dabei? Ich nicht. ;)

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Bei Scoring Sessions ist eine gute Notenschreibe aber immer noch von Vorteil, gerade wenn spontan etwas geändert werden muss und das Ganze nicht nochmal schnell ins Notationsprogramm gehackt werden kann.

 

Und überhaupt: wer hat beim Komponieren schon immer einen Computer dabei? Ich nicht. ;)

 

Stimmt. Bei Scoring-Sessions macht es Sinn eine saubere Notenhandschrift zu haben.

Also ich habe meinen Rechner immer zur Hand. Bzw. gehe ich zum Rechner wenn ich komponieren will ;) Wenn mir unterwegs was einfällt singe ich sehr oft in mein Handy oder schreibe mir Akkorde auf.

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Kann ich sehr gut nachvollziehen und sehe es ähnlich. Es ist einfach ein schönes Gefühl sein Stück in Notenform selbst aufzuschreiben. Aber ich befürchte mehr als den "idellen Wert" kann man dem handschriftlichen Komponieren leider nicht mehr beimessen. So hart wie das klingt...

 

Da muss ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Beim Schreiben mit der Hand wird wahnsinnig viel "gefiltert", der Prozess des Schreibens lässt einen mal mehr, mal weniger bewusst, Dinge ausscheiden, nicht mehr einfließen etc. Das ist ganz anders, als wenn man mit ein paar Klicks (und viel copy und paste) mit einem Notenschreibprogramm arbeitet oder einfach über ein Midi-Klavier einspielt. Da ist man auch sehr schnell begrenzt, belässt es bei halbgaren Improvisationen, die das Potential der Ideen nicht ausschöpfen oder durch die eigenen motorischen Fähigkeiten begrenzt werden. Wenn man eine Musik in der Handschrift vor sich liegen hat, hat man in der Partitur einen viel besseren Überblick (im wahrsten Sinne des Wortes) über das Geschriebene, als wenn man beim Notenschreibprogramm immer rauf und runterscrollen muss oder irgendwelche Schichten im Sequenzer sieht.

Die meißten Kompositionslehrer bestehen daher viel weniger wegen des "ideellen Wertes" darauf, dass ihre Schüler mit handschriftlichen Erzeugnissen zu Ihnen kommen als eben aus den Gründen, dass man sorgfältiger und bewusster arbeitet. Wie könnte man sonst auch erklären, dass mit der Verbreitung all dieser Hilfsmittel eine Verflachung des musikalisch-handwerklichen Niveaus in der Filmmusik Einzug gehalten hat?

Nicht umsonst machen es Nicht-Filmmusikkomponisten häufig so, dass sie erst einzelne Einfälle skizzieren, dann Formpläne anlegen, dann Particelle schreiben und diese schließlich zur Partitur instrumentieren. Erst einmal wird der Fokus auf die kompositorische Struktur gelegt, die harmonische Ausgestaltung etc. und dann auf die Farbe. Klangfarbe ist ja leider etwas, dass durch mangelnde Instrumenten- und Orchestrierungserfahrung und -kenntnis (da hilft es dann halt doch mehr, sich mal eine Ravel-Partitur anzugucken als eine mit Sechzehnteln vollgestopfte Zimmer-Partitur - auch wenn man Filmmusik schreiben will) in der Filmmusik massiv unberücksichtigt bleibt (Goldsmith hat damit ja auch schon angefangen). Wenn man alles in einem Rutsch fertig machen will, weil man keine Lust auf Schreibarbeit (oft als unnötige Fleißarbeit abgetan und darum "voll uncool") hat, dann bleibt es immer bei halbgarer Kost.

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Gast

Wie könnte man sonst auch erklären, dass mit der Verbreitung all dieser Hilfsmittel eine Verflachung des musikalisch-handwerklichen Niveaus in der Filmmusik Einzug gehalten hat?

 

So ganz eindimensional kann man die Entwicklung wohl nicht betrachten. Ursache und Wirkung sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Das Verknappen handwerklicher Sorgfalt bedingt sich ja heute auch schon alleine aus dem Zeitargument, sodass Komponisten weniger bei einem Projekt mit dabei sind und ein Konzept erarbeiten können, als noch kurz vor Ladenschluss dazugeholt zu werden. Und das bedingt sich ja allgemein der neueren Technik, die Produktionsbedingungen vollkommen geändert hat. Was vor allem in den neunziger Jahren begann, war ja auch eine andere Form der Ästhetik, die sich auch aus Popbereichen gespeist hat, die es aber auch schon vor dem Computer gegeben hat. Viel eher sehe ich es so, dass die neuen Computer und Notationsprogramme dabei geholfen haben, den Popmenschen ans Orchester zu bringen. Dass es tatsächlich ein Senken des musikalischen-handwerklichen Niveaus gibt, das alleine der Technik zuzuschreiben ist, muss doch erst einmal bewiesen werden.

Als Beispiel könnte man genauso gut Schitzfiguren anführen, die früher mit dem Messer detaillierter gewesen sein sollen. Die Realität zeigt aber, dass die zeitgenössische Technik ebenso detailliert, wenn nicht sogar noch mehr, arbeiten kann, was aber von den Grundvoraussetzungen und dem Anspruch herrührt. Ohne Frage gibt es einen Zusammenhang zwischen vereinfachender Technik und der Verführung zum kürzesten Weg, aber dann liegt das ja grundsätzlich erst einmal an jenen, die sich verführen lassen. Ich glaube eher, dass die alte Schule des Papiers auch noch eher den Lehrer hinter sich stehen hat(te), der auch mal auf die Finger haut. Wer undiszipliniert, lustlos oder auf das Schnelle aus ist, der kann ja genauso auch mit Papier abkürzen. Wer von Anfang an daran gewöhnt ist, auf diese Weise technisch zu arbeiten, dem würde ja auch hinterher kein Papier nützen.

 

Im Gegenzug könnte man auch argumentieren, dass der Computer eben doch die Technik bietet, über ein übermäßig komplexes Wert perfekt die Übersicht zu behalten und man binnen fünf Sekunden von Sheet 251 auf 2 wechseln kann. Die Technik hat schon eine wunderbare Macht, aber die zu nutzen erfordert vielleicht einfach eine noch härtere Schulung.

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Ich bin da eher bei Babis.

 

Grundsätzlich kann man hier so wieso kein allgemein gültiges Urteil fällen. Jeder Komponist muss selbst entscheiden wie er am besten schreiben kann. Daraus kann man auf keinen Fall einen Rückschluss auf die Qualität der Arbeit schließen. Ich verstehe Mephistos Argumente. Finde Handschreiben auch eine sehr schön Sache. Partituren sind einfach eine ästhetische Sache. Viele meiner Lieblingskomponisten schreiben mit Hand. Ebenso viele aber per PC.

Im Einzelnen sind das aber alles Punkte denen ich aus Erfahrung widersprechen muss.

Die Filmmusik ist voll von tollen Werken die mit Hilfe des PCs komponiert wurden. Gerade JNH, um den es hier ja geht, schreibt wunderbare und zum Teil sehr detailverliebte Musik. Wenn ich da an Peter Pan oder Dinosaur denke....

 

Es geht hier nur um ein Werkzeug! Welches der Komponist nutzt um seine Gedanken dem Orchester und dem Regisseur beizubringen ist meiner Meinung und Erfahrung nach schlicht und einfach egal. Ein Komponist der einfach keine gute Musik schreibt, schreibt auch mit Hand keine bessere Musik.

 

Die Filmmusik hat sich verändert. Ich weine zwar, wie viele hier, dem Golden und Silver Ages nicht nach. Aber eine Veränderung der Musik ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Wer will aber beweisen das es an den Kompositionwerkzeugen liegt? Viel eher liegen doch gesellschaftliche und produktionsbedingte Veränderungen als Grund auf der Hand.

 

Ich stimme in einem Punkt zu: Das Komponieren ist für den Laien durch den PC einfacher geworden und verleitet viele Menschen zum "inkompetenten Komponieren". Der PC ersetzt keine musikalische Ausbildung. Wenn die fehlt, geht auf Dauer tatsächlich ein Absinken des musikalisch-handwerklichen Niveaus mit einher. Kann ich aber auch nicht beweisen. Das ist nur mein Eindruck. Ich kann aber beweisen das Theorie einen starken Kompetenzzuwachs bedeutet und dieser dem Komponisten sehr viele zusätzliche Wege aufzeigt.

Ist aber die handwerkliche Kompetenz da, ist das Werkzeug völlig egal. Hand oder PC...Beides kann zum Guten Ergebnis führen.

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Ich bin da auch eher bei Paul und Babis... Ich komponiere eigentlich nur am Computer - und schreibe dann eben direkt ins Notensatzprogramm (Sibelius). Und ich sehe ehrlich gesagt auch nur Vorteile darin?! Am Notensatzprogramm bin ich deutlich schneller und ich habe auch wesentlich mehr Überblick. (Außerdem erspare ich mir einen zusätzlichen Arbeitsschritt!) 

Was komplett anderes ist es natürlich, wenn man im Sequencer komponiert. Das ist etwas, was ich irgendwie nicht so richtig verstehen kann. Mir fehlt da komplett der vertikale Überblick. Zusammenhänge sind viel schwerer zu erkennen und es ist furchtbar ätzend im Nachhinein noch Änderungen einzuarbeiten. Vor allem wird bei Sequencern i.d.R. alles eingespielt (und da hat Mephisto natürlich Recht!), worunter die Qualität deutlich leidet - denn man komponiert natürlich nur Sachen, die man in der Lage ist auf dem Keyboard/E-Piano/Midi-Controller zu spielen. (Das Argument, dass man Stellen ja auch langsamer einspielen könnte und deshalb trotzdem nicht eingegrenzt ist, stimmt in meinen Augen nicht. Da andere Instrumente eben auch anders funktionieren. Man neigt also dazu, Sachen zu schreiben, die einem auf dem Klavier gut in der Hand liegen - und vergisst dabei, dass die Figur oder so gar nicht zum eigentlichen Instrument passt.)
Wo ich Mephisto auch Recht geben muss ist der Segen und Fluch mit Copy/Paste. Nützlich ist es vor allem dann, wenn man zum Beispiel einen Lauf schreiben will, der z.B. von den Holzbläsern oder so unisono gespielt wird. Die Gefahr besteht in anderen Situationen aber vor allem darin, dass man sich schnell wiederholt. Wiederholungen per se sind ja nicht unbedingt schlecht. Aber wenn eben 1:1 immer das Selbe durchgekaut wird, verliert die Musik leider schnell ihren Reiz. Daher habe ich mir beim Komponieren am Rechner selbst die Regel gestellt, das ich (quasi) nichts copy/paste (horizontal gesehen). Wenn ich eine Passage wirklich wiederholen möchte, schreibe ich sie mit kleinen Änderungen neu. 

 

Ein Komponist der einfach keine gute Musik schreibt, schreibt auch mit Hand keine bessere Musik.

 

Genau das habe ich auch gedacht!

 

Im Übrigen, orchestriere ich auch immer direkt beim komponieren, Mephisto. Ich kann darin auch ehrlich gesagt keinen Nachteil erkennen.

Das mit der Verflachung des musikalisch-handwerklichen Niveaus in der Filmmusik hat glaube ich andere Gründe als den Computer an sich. Es liegt viel mehr daran, wie die entsprechenden Leute mit dem Computer umgehen. Es gibt halt gerade in der Filmmusik viele "Quereinstieger" aus dem Pop/Rock/Jazz-Bereich. Ich glaube kaum, dass die bessere Orchestermusik schreiben würden, wenn sie nur Stift und Papier zur Verfügung hätten. (Sie würden dann wahrscheinlich eher gar keine schreiben - deshalb der Eindruck des sinkenden Niveaus. Aber dafür kann der Computer ja nichts. Man muss ihn nur richtig einsetzen.)

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Also eigentlich habe ich unter "Komponieren am PC" das arbeiten mit einem Sequencer/einer DAW gemeint. Werde mal kurz auf die einzelnen Punkte eingehen und eine Lanze für Komposition/Orchestrierung mit der DAW brechen.

 

 

 

Was komplett anderes ist es natürlich, wenn man im Sequencer komponiert. Das ist etwas, was ich irgendwie nicht so richtig verstehen kann. Mir fehlt da komplett der vertikale Überblick. Zusammenhänge sind viel schwerer zu erkennen und es ist furchtbar ätzend im Nachhinein noch Änderungen einzuarbeiten.

 

 

Kann ich so nicht bestätigen. Eine DAW ist von vorn herein vertikal und horizontal aufgebaut. Zeit/Rhytmus/Melodie horizontal und Harmonie vertikal. Ich kann mir problemlos alle einzelnen Melodiestimmen untereinander anzeigen lassen. Sehe die Töne/Noten und damit die Harmonien. Wenn man etwas trainiert ist sieht man in der Pianorolle sofort : Aha...da habe ich den Grundton, da die Neun, da die elf und da die Terz.....also brauche ich hier die Quinte.

Zusammenhänge sind ebenso schnell erkennbar wie in einer Partitur. Es braucht eben etwas Übung.

Wieso ist es ätzend im Nachhinein Änderungen einzubauen. Im Gegenteil! Wie sollte es schneller gehen?

 

 


Vor allem wird bei Sequencern i.d.R. alles eingespielt (und da hat Mephisto natürlich Recht!), worunter die Qualität deutlich leidet - denn man komponiert natürlich nur Sachen, die man in der Lage ist auf dem Keyboard/E-Piano/Midi-Controller zu spielen. (Das Argument, dass man Stellen ja auch langsamer einspielen könnte und deshalb trotzdem nicht eingegrenzt ist, stimmt in meinen Augen nicht. Da andere Instrumente eben auch anders funktionieren. Man neigt also dazu, Sachen zu schreiben, die einem auf dem Klavier gut in der Hand liegen - und vergisst dabei, dass die Figur oder so gar nicht zum eigentlichen Instrument passt.)
 

 

Das sind ja alles Punkte die vom Komponisten abhängen und nicht vom Arbeitsmittel. Man komponiert keines Falls nur Dinge die man selber spielen kann. Unspielbare Melodien werden eingezeichnet. Ebenso wie beim Handschreiben. Und man kann diese Dinge natürlich auch langsamer einspielen. Das funktioniert prächtig. Ich spiele nicht das ein was mir gut in den Händen liegt, sondern das was ich schreiben will. Und wenn es mir nicht gut in den Händen liegt, spiele ich es langsam ein oder zeichne es ein. Die unterschiedlichen Instrumente sind auch kein Problem. Wenn man Instrumentenkunde kann, weiß man auch was ein Instrument spielen kann und spielt dann auch nur das ein was möglich ist. Und wenn man sich mit Orchestrierung beschäftigt weiß man auch was zusammen passt. Das hat rein gar nichts mit der DAW zutun.

 

 


Wo ich Mephisto auch Recht geben muss ist der Segen und Fluch mit Copy/Paste. Nützlich ist es vor allem dann, wenn man zum Beispiel einen Lauf schreiben will, der z.B. von den Holzbläsern oder so unisono gespielt wird. Die Gefahr besteht in anderen Situationen aber vor allem darin, dass man sich schnell wiederholt. Wiederholungen per se sind ja nicht unbedingt schlecht. Aber wenn eben 1:1 immer das Selbe durchgekaut wird, verliert die Musik leider schnell ihren Reiz. Daher habe ich mir beim Komponieren am Rechner selbst die Regel gestellt, das ich (quasi) nichts copy/paste (horizontal gesehen). Wenn ich eine Passage wirklich wiederholen möchte, schreibe ich sie mit kleinen Änderungen neu. 

 

 

Du sagst es ja selber. Auch dieses Problem hängt vom Komponisten ab. Wenn ich Wiederholungen möchte kann ich auch mit Copy and Paste arbeiten. Ich vermeide das allerdings weil man in einer DAW ja sofort am realistischen Klang arbeitet. Also spiele ich eine Wiederholung lieber neu ein. Denn im realen Orchester klingt eine Wiederholung auch nicht exakt so wie die Erste Version. Also bringe ich den menschlichen Faktor mit rein (kleine Tempoverschiebungen oder andere Anschlagsstärke). Wer sich in seiner Kreativität bremsen lässt und nur mit Wiederholungen arbeitet ist doch selbst Schuld. Verleiten - eventuell ja. Ist das ein Argument gegen eine DAW? - nein! Denn es hängt auch hier vom Anwender ab.

 

 


Im Übrigen, orchestriere ich auch immer direkt beim komponieren, Mephisto. Ich kann darin auch ehrlich gesagt keinen Nachteil erkennen.

Das mit der Verflachung des musikalisch-handwerklichen Niveaus in der Filmmusik hat glaube ich andere Gründe als den Computer an sich. Es liegt viel mehr daran, wie die entsprechenden Leute mit dem Computer umgehen. Es gibt halt gerade in der Filmmusik viele "Quereinstieger" aus dem Pop/Rock/Jazz-Bereich. Ich glaube kaum, dass die bessere Orchestermusik schreiben würden, wenn sie nur Stift und Papier zur Verfügung hätten. (Sie würden dann wahrscheinlich eher gar keine schreiben - deshalb der Eindruck des sinkenden Niveaus. Aber dafür kann der Computer ja nichts. Man muss ihn nur richtig einsetzen.)

 

Volle Zustimmung.

 

 

Ich persöhnlich arbeite fast ausschließlich mit einer DAW. Warum auch nicht? Bis jetzt spielt (leider) kein Orchester meine Musik. Wozu soll ich das ganze erst in Sibelius oder mit Hand notieren wenn der Kunde so wieso eine fertig produzierte Orchesterversion aus dem PC will? Wenn ich Noten benötige, schreibe ich nach her alles in Sibelius auf. Erst letzte Woche für meine Hausarbeit genau diesen Weg gewählt. Somit habe ich eine Partitur und eine "realistisch klingende" Version des Stücks. Kompositiorisch beeinträchtigt mich dies in keiner Weise.

 

Natürlich braucht es Zeit mit einer DAW schnell umgehen zu können. Genauso wie mit Hand schreiben zu können. Heute muss man meist beides beherrschen um in der Branche Fuß zu fassen.

 

Wir hatten das Thema ja auch beim letzten kleinen Boardtreffen in Berlin. Dachte ich hätte Gerrit da schon etwas mehr überzeugt ;)

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Was sind eigentlich DAWs? Ich fürchte, mit meinem generellen Unverständnis für Computertechnik werde ich den Weg des digitalen Komponierens eh nie in vollem Umfang einschlagen. Ein Argument Mephistos möchte ich außerdem noch aufgreifen: nur mit einer Partiturseite, die physisch vor einem auf dem Tisch liegt, hat man den vollen Überblick über alle Systeme - ich kenne kein Notationsprogramm und keine Bildschirmanzeige, die eine volle Partiturseite in lesbarer Größe anzeigt, ohne dass man dabei scrollen muss. Und allein das Scrollen nervt mich ungemein. ;)

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Gast

Na ja, eine vollständige Partiturseite ist ja per se noch kein Argument für einen Vorteil. Der kommt ja erst durch den Komponisten zustande, der es als Vorteil empfindet. Aber das es diese Techniken nicht gibt, stimmt so auch nicht. Es gibt längst Beamer und interaktive Tafeln und Flächen, die groß genug sind, um eine volle Partiturseite anzeigen zu lassen bei gleichzeitiger direkter Bedingung. Selbst mit Stiften, wie auch neueste Tablet-Generationen zeigen. Und aus dem eReader Bereich wissen wir mittlerweile auch um die Klarheit, mit der der Lesekomfort von Papier nachempfunden werden kann, sofern man darauf steht. Technisch sind wir also soweit, auch wenn man sich natürlich in diese Richtung ausstatten müsste, was viele aber wohl gar nicht wollen. Bzw. setzt man auf der IFA und Co. wohl nicht unbedingt auf einen reißenden Absatz durch Komponisten.

 

Ich gehe natürlich absolut konform damit, dass Technik seit jeher dazu geführt hat, das der Mensch mehr und mehr auf das Feuer des Prometheus setzt und vorherige Möglichkeiten nicht mehr beherrscht. Das resultiert wohl meist aus dem Weg des geringsten Widerstandes, ist aber, wie gesagt, weniger der Technik als mehr dem Menschen geschuldet. Eine strenge Lehre muss so oder so im Handwerk bestehen und wenn es an Aufmerksamkeit in einer Komposition mangelt, dann ist das vor allem, wie auch bei handschriftlichen Ausbildungen bzw. Methoden, vor allem eine Frage der Lehre bzw. des Lernens. Wie komplex und/oder sorgfältig die Partituren von Bleistift zu PC in heutiger Zeit sind, wäre wohl eine Untersuchung wert und kann längst nicht mit groben Einschätzungen bewiesen werden. Aber sollte eine Vernachlässigung aufgrund der Technik stattfinden, dann hat uns die Geschichte auch gelernt, dass es auch wieder aufwärts gehen wird und neue Techniken neue Lernprozesse nach sich ziehen.

 

Ich will gar nicht kleinlich sein, aber einen guten letzten Teil in diesem Thread könnte man vielleicht auch von Patrick Doyle abkapseln. :-)

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Was sind eigentlich DAWs? Ich fürchte, mit meinem generellen Unverständnis für Computertechnik werde ich den Weg des digitalen Komponierens eh nie in vollem Umfang einschlagen. Ein Argument Mephistos möchte ich außerdem noch aufgreifen: nur mit einer Partiturseite, die physisch vor einem auf dem Tisch liegt, hat man den vollen Überblick über alle Systeme - ich kenne kein Notationsprogramm und keine Bildschirmanzeige, die eine volle Partiturseite in lesbarer Größe anzeigt, ohne dass man dabei scrollen muss. Und allein das Scrollen nervt mich ungemein. ;)

DAW - Digital Audio Workstation. Programme mit denen man Musik komponiert und produziert. Fürs Komponieren erfüllen sie eigentlich keine andere Aufgabe als das, was du per Klaviatur einspielst zu speichern und wiederzugeben. Wobei du für jede komponierte Stimme eine einzelne Spur verwenden kannst. Ein Vorteil sind natürlich die Orchestersamples die dir sofort simulieren wie das Stück in Orchesterbesetzung ungefähr klingt.

Das Problem mit der Übersicht habe ich eigentlich nicht. Denn ein Vorteil von DAWs ist ja, dass ich gleich alles höre was ich komponiere. Und zwar alle komponierten Stimmen. Und ein bisschen scrollen ist auch noch okay. Den Nachteil nehme ich für die vielen Vorteile gern auf mich :)

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Und aus dem eReader Bereich wissen wir mittlerweile auch um die Klarheit, mit der der Lesekomfort von Papier nachempfunden werden kann, sofern man darauf steht.

 

Eine normale DIN-A4-Seite ist auch kein Problem, schon gar nicht, wenn sie mit normalem Text beschrieben ist. Für eine Partiturseite bräuchte man aber einen Bildschirm, der DIN-A3 oder sogar DIN-A2 in voller Größe darstellen kann. Das gibt es nicht und wird es in absehbarer Zeit auch nicht geben (schon gar nicht im Partitur-üblichen Hochformat*), weil es dafür einfach nicht den nötigen Absatzmarkt gibt.

___________

 

* Das Hochformat ist besonders wichtig - denn egal wie groß der Bildschirm letztendlich ist: so lange er breitformatig ist (was 99 % der Kundschaft will), muss man scrollen und hat nie die volle Partiturseite im Blick.

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Gast

Eine normale DIN-A4-Seite ist auch kein Problem, schon gar nicht, wenn sie mit normalem Text beschrieben ist. Für eine Partiturseite bräuchte man aber einen Bildschirm, der DIN-A3 oder sogar DIN-A2 in voller Größe darstellen kann. Das gibt es nicht und wird es in absehbarer Zeit auch nicht geben (schon gar nicht im Partitur-üblichen Hochformat*), weil es dafür einfach nicht den nötigen Absatzmarkt gibt.

___________

 

* Das Hochformat ist besonders wichtig - denn egal wie groß der Bildschirm letztendlich ist: so lange er breitformatig ist (was 99 % der Kundschaft will), muss man scrollen und hat nie die volle Partiturseite im Blick.

 

Wie ich bereits oben schrieb, gibt es diese Technik ja eben doch. Es gibt interaktive Projektionsflächen und Tafeln und beide dürften groß genug für alle möglichen Zwecke sein. Interaktive Whiteboards sind ein Stichwort. Diese Technik kann aber nicht nur als Tafel dienen, sondern auch horizontal auf einem Tisch. http://de.wikipedia.org/wiki/Interaktives_Whiteboard

Die Technik ist auch nicht mehr außerirdisch, sondern wird längst in Schulen und Konferenzräumen eingesetzt, womit es auch einen Absatzmarkt gibt. Dass es kostet (ein paar Tausender vielleicht), ist klar, aber die technischen Möglichkeiten gibt es dennoch, auch für Hans Jedermann.

 

Die Technik entwickelt sich ja zudem weiter. Und genauso könnte man ja den Vorteil direkt mit dem Nachteil aufwiegen, dass das Blättern länger dauert, was mit der Technik binnen fünf Sekunden (und schneller) erledigt ist. Praktisch gesehen ist das ja auch ein Vorteil in der Übersicht.

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Gast

Und wenn ich davor stehe, verdeckt mein Schatten das Drauf-Gebeamte - alles nix! :D

 

Ich empfehle einen Besuch auf der IFA (ok, eigentlich nicht, ist mistig überfüllt dort), da kommt man sich schon streckenweise wie in MINORITY REPORT vor und es funktioniert alles beinahe schon tadelos. Schatten sind da auch überhaupt kein Problem. ;-)

 

Letztendlich will ich nur noch einmal sagen, dass Werkzeuge ja erst in Menschenhand zum Werkzeug für einen bestimmten Zweck werden. Und leider stimmt es, dass technische Entwicklungen immer schneller als die Verantwortung sind, aber das wären ja eben die Lehrbetriebe am Drücker. Statt das Handschriftliche von den jungen Lernbegierigen zu fordern, könnten die Lehrer ja auch genauso einen gewissenhaften Umgang mit der neuen Technik fordern. Aber das wird die Zeit zeigen und diese Techniken stehen uns ja auch erst verhältnismäßig kurz zur Verfügung, sodass man vielleicht für abschließende Ergebnisse noch mal ein paar Jahrzehnte abwarten sollte.

 

Macht doch, was ihr wollt!  :D

 

 

(Und falls ein Moderator anwesend ist, könnte man ja diesen Strang in einen neuen Thread ala "Werkzeuge der Komposition" oder so verschieben :)).

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(Und falls ein Moderator anwesend ist, könnte man ja diesen Strang in einen neuen Thread ala "Werkzeuge der Komposition" oder so verschieben :)).

 

Gute Idee und hiermit auch getan :)

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Wozu soll ich das ganze erst in Sibelius oder mit Hand notieren wenn der Kunde so wieso eine fertig produzierte Orchesterversion aus dem PC will? Wenn ich Noten benötige, schreibe ich nach her alles in Sibelius auf. Erst letzte Woche für meine Hausarbeit genau diesen Weg gewählt. Somit habe ich eine Partitur und eine "realistisch klingende" Version des Stücks. Kompositiorisch beeinträchtigt mich dies in keiner Weise.

 

 

 

 

Versteh ich nicht, ein Notensatzprogramm kann doch auch die eingegebene Partitur abspielen, oder wie, etwa nicht? Bzw. mit einem Sequenzerprogramm à la Cubase lassen sich doch auch Partituren erstellen... Jedenfalls dachte ich das (als Laie) bisher.

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Natürlich. Geht mit beiden Programmen. Aber wenn es nachher noch um das Ausproduzieren des Stückes geht (Mixen, Mastern etc.) brauchst du eine DAW wie Cubase. Sibelius ist dafür nicht konzipiert. Sibelius ist fürs Notenschreiben entwickelt worden. Dafür kann Cubase nicht im selben Umfang wie Sibelius mit Notation umgehen und bietet dir für das ordentliche Notieren einer Partitur keinen schönen Workflow.

Eine Trennung der Arbeitsschritte macht hier nach Meiner Erfahrung durchaus Sinn.

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Aber wenn es nach her noch um das Ausproduzieren des Stückes geht (Mixen, Mastern etc.) brauchst du eine DAW wie Cubase.

 

Aha, ist also ein Programm wie "Samplitude Music Studio MX" auch eine DAW? Mit dem Programm editiere, mixe und mastere ich nämlich seit zwei Jahren meine Musik.

 

Ist halt nur ein Programm zum Bearbeiten und Editieren der Wave-Aufnahmen, mit Partituren is da nix.

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Aha, ist also ein Programm wie "Samplitude Music Studio MX" auch eine DAW? Mit dem Programm editiere, mixe und mastere ich nämlich seit zwei Jahren meine Musik.

Ist halt nur ein Programm zum Bearbeiten und Editieren der Wave-Aufnahmen, mit Partituren is da nix.

Samplitude ist in der Tat auch eine DAW. Wobei ich die Version nicht kenne die du hast. Und nicht jede DAW kann alles. Deshalb kann es durchaus sein das du da keinen Noteneditor hast. Wie gesagt, DAWs sind da nicht so umfangreich wie Sibelius. Deshalb trenne ich die Arbeitsschritte ja auch.

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Ok, dann müssen wir aber echt mal differenzieren zwischen

 

a ) der Komposition

 

und

 

b ) der Nachbearbeitung von Aufnahmen.

 

Für eine Nachbearbeitung der Musik ist das, was als "DAW" bezeichnet wird (ich nenne es als Anhänger meiner eigenen Sprache schlicht Audiobearbeitungsprogramm), sicher absolut notwendig, und ich benutze sie auch - aber damit komponiert man ja nicht, sondern betreibt (mehr oder weniger) Tonschnitt. Lassen wir die DAWs also in der Diskussion eher mal beiseite und sprechen wir nur über die Notationsprogramme.

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Lassen wir die DAWs also in der Diskussion eher mal beiseite und sprechen wir nur über die Notationsprogramme.

 

Also ich habe im Zusammenhang mit der Technik an nichts anderes die janze Zeit gedacht.  :)

PS. Wobei ich auch bei Nachbearbeitungen von Audiostücken - oder generell in Sachen Grafik, Musik und Video am PC - viel Platz, also vielleicht sogar zwei drei Monitore, zu schätzen weiß.

 

 

Mit einer ältere Cubase Version habe ich mal Noten gesetzt und es war wirklich unschön. Weiß aber nicht, wie die neueren Versionen da so ihr Werk verrichten bzw. Möglichkeiten bieten.

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