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Soundtrack Board

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Ok, dann müssen wir aber echt mal differenzieren zwischen

a ) der Komposition

und

b ) der Nachbearbeitung von Aufnahmen.

Für eine Nachbearbeitung der Musik ist das, was als "DAW" bezeichnet wird (ich nenne es als Anhänger meiner eigenen Sprache schlicht Audiobearbeitungsprogramm), sicher absolut notwendig, und ich benutze sie auch - aber damit komponiert man ja nicht, sondern betreibt (mehr oder weniger) Tonschnitt. Lassen wir die DAWs also in der Diskussion eher mal beiseite und sprechen wir nur über die Notationsprogramme.

Dann hast du das falsch verstanden. Ich komponiere mit einer DAW. Und nicht nur ich, sondern auch Zimmer, Doyle, JNH usw. Ich bearbeite ja nicht nur Audio mit einer DAW, sondern spiele meine Komposition beim Vorgang des Komponierens in das Programm ein um es dann zu bearbeiten. Schließlich kann ich nach Sibelius gehen und meine vorhandene Komposition ordentlich notieren.

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Ich bearbeite ja nicht nur Audio mit einer DAW, sondern spiele meine Komposition beim Vorgang des Komponierens in das Programm ein um es dann zu bearbeiten.

 

Um Gottes Willen!

 

Hast du da dann etwa dein Keyboard mit dieser DAW verbunden und spielst direkt live über die Tasten ein? Was es nicht alles gibt. ;)

 

Mein Vorgehen ist da anders: ich spiele alle Stimmen der Komposition (nachdem ich komponiert habe und alles feststeht) auf mein Keyboard ein, übertrage sie auf den Computer und editiere sie da zusammen. Ist man damit bei euch an der Musicube-Academy automatisch "unten durch"? ;)

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Um Gottes Willen!

Hast du da dann etwa dein Keyboard mit dieser DAW verbunden und spielst direkt live über die Tasten ein? Was es nicht alles gibt. ;)

Mein Vorgehen ist da anders: ich spiele alle Stimmen der Komposition (nachdem ich komponiert habe und alles feststeht) auf mein Keyboard ein, übertrage sie auf den Computer und editiere sie da zusammen. Ist man damit bei euch an der Musicube-Academy automatisch "unten durch"? ;)

Tut mir ja leid...nach deiner zusammenfassenden Erklärung habe ich gedacht das du die Funktionen einer DAW nicht ganz verstanden hattest ;) Wie sonst konntest du annehmen das man damit nicht komponiert ;)

Was ist die Musicube-Acadamy ???

Und unten durch ist bei mir niemand. Dachte ich hätte bei dem Thema deutlich gemacht das die Werkezeuge der Komponisten meiner Ansicht nach egal sind :) Das entscheidet jeder für sich.

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Also als erstes an Sebastian:

Es gibt schon lange Monitore, die man um 90° drehen kann. (Unter Komponisten logischerweise sehr beliebt.) Nennt sich auch "Pivot-Funktion". Ein 27" Monitor um 90° gedreht... da passt eine Partitur schon recht gut drauf  ;)

Da es die Technik schon länger gibt, erkennen die Betriebssysteme heutzutage das eigentlich auch ohne Probleme, wenn man den Monitor dreht und passen den Bildschirminhalt entsprechend an.

 

 

Und bevor ich jetzt zu jedem Satz von Paul das gleiche schreibe: Natürlich war es von mir teilweise etwas blöd ausgedrückt: Die DAW und das Einspielen verleitet zu vielem. Wenn man sich dessen bewusst ist - gut. Aber es macht die Dinge für mich unnötig schwer. Ich habe das Gefühl, dass ich mit dem Notensatzprogramm freier bin.

 

Interessanterweise gehe ich genau den umgekehrten Weg: Ich notiere alles in Sibelius und exportiere es anschließend als MIDI (oder spiele manches u.U. ein, damit es realistischer klingt) um es dann in Logic zu produzieren.

Und jedes mal wenn ich in Logic bin ärgere ich mich wieder über diese Unübersichtlichkeit :o - aber das scheint wohl Typsache zu sein. Am schlimmsten ist finde ich, dass wenn ich alle Spuren in der Pianorolle habe, ich nicht mehr die Übersicht habe, welches Instrument denn was spielt. Harmonien, Melodieführung, Formen etc. sind für mich in der Partitur quasi auf einen Schlag zu erkennen. Ich habe das Gefühl, dass ich viel tiefer in die Musik einsteigen kann. (In der DAW könnte ich - ohne zu hören - nicht sagen, wo der Höhepunkt ist... in der Partitur schon.)

Aber du hast Recht, das wird zu einem guten Teil auch eine Trainingsfrage sein (auch wenn ich oft mit DAWs arbeite, aber ich komponier ja nicht oft mit denen). Ich habe halt von klein auf klassischen Klavierunterricht, später Klarinetten-, Kompositions- und Musiktheorie unterricht gehabt und so von Anfang an gelernt mit dem klassischen Notenbild umzugehen. Da leuchtet es natürlich auch ein, dass mir das heute leichter fällt :D

 

 

Achja, Babis, das mit den Noteneditoren in Sequencern ist immer noch genau so schlimm. Die Sequencer sind einfach nicht darauf ausgelegt und alles was ich bisher gesehen habe war einfach nur Müll. Einfache Sachen kann man damit vielleicht noch machen, aber eine Orchesterpartitur ist quasi unmöglich.

Wie Paul schon gesagt hat - eine Trennung der Arbeitsschritte ergibt absolut Sinn. In Sibelius habe ich quasi keine Möglichkeiten meine Stücke auch nur annähernd realitätsnah zu produzieren (das fängt schon damit an, dass Sibelius sich nicht so gut mit anderen Samples verträgt - außer "Noteperformer" - und hört damit auf, dass man keine Automationskurven, EQs geschweige denn einen anständigen Mixer zur Verfügung hat).

Eine Trennung ergibt daher nicht nur Sinn, sondern ist, wenn man soetwas professionell machen will meiner Meinung nach absolut notwendig. 

 

(Kleines bisschen Offtopic: Avid (die Firma die Sibelius entwickelt) hat vor einiger Zeit quasi das komplette Sibelius-Team um Entwickler Daniel-Spreadbury entlassen. Kurze Zeit später hat allerdings Steinberg (die Firma die Cubase entwickelt) das Team quasi komplett eingestellt. Inzwischen wird also auch im Hause Steinberg intensiv an einer neuen Notationssoftware entwickelt - und ziemlich viele jetzige Sibelius-User schauen dem gespannt entegegen, da das Team natürlich viel Erfahrung aus Sibelius ziehen konnte. Also viele Profis freuen sich auf das neue Notationsprogramm. In diesem Zusammenhang wird natürlich auch vermutet, dass es eine bessere Anbindung an Cubase gibt - was natürlich wünschenswert wäre. Wenn Notationsprogramm und Sequencer besser zusammen arbeiten, haben alle was davon! Worauf ich hinaus will: Vielleicht sind die beiden Arbeitsschritte in einigen Jahren nicht mehr ganz so strikt getrennt  ;))

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Wir hatten das Thema ja auch beim letzten kleinen Boardtreffen in Berlin. Dachte ich hätte Gerrit da schon etwas mehr überzeugt ;)

 

Das war ein schönes Treffen und ich hätte jederzeit Lust auf eine Wiederholung. Natürlich hängt es letzten Endes zu einem großen Teil von den Fähigkeiten ab, aber wenn Du mir erzählst, dass viele deiner Kommilitonen keine Ahnung von gängigen Orchesterinstrumenten haben und man in der (privaten) filmmusikalischen Ausbildung bei Null anfängt (was nicht schlecht ist, denn jeder sollte ja die Chance bekommen, seinen Traumberuf zu ergreifen, auch wenn er seine "Bestimmung" erst relativ spät entdeckte), dann wundert mich, dass man in diesem Studiengang immer gleich auf "großorchestrale" Projekte "losgelassen" wird. Warum nicht erst einmal sauber von Null anfangen und es bei den Kompositionen gleich zu tun als immer gleich mit monströsen Sample-Kanonen auf kleine D-Moll-Motivspatzen zu schießen.

Damit musst Du Dich nicht persönlich angesprochen fühlen, schließlich beziehst Du Dich ja kompositorisch weniger auf das Golden und Silver Age, was Deine "Schattenreich"-Musik ja deutlich macht.

Es ist nur so, dass ja offensichtlich viele der sogenannten "Nachwuchskomponisten" ziemlich auf vollorchestrale Action abfahren, aber eben zu träge sind, sich das notwendige Handwerkszeug zuzulegen, dass es nunmal braucht, um die Möglichkeiten eines voll besetzten Orchesters komplett auszuschöpfen. Ich habe berufsbedingt mittlerweile mehrere Partituren vom Original in mein Notenrpogramm übertragen, um eine saubere Partitur vorliegen zu haben und neue Stimmen herstellen zu können. Was ich beim bloßen Abschreiben an Orchestrierungsstilismen eines bestimmten Komponisten gelernt und verinnerlicht habe, ist unvorstellbar. Wer also wirklich satte Action komponieren will, dem würde ich raten, vielleicht Passagen aus dem "Sacre du Printemps" einfach einmal abzuschreiben, damit man einmal jede Note und jedes Instrument selber eingetragen hat und sich davon inspirieren lassen kann, etwas Eigenes zu schaffen.

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Tut mir ja leid...nach deiner zusammenfassenden Erklärung habe ich gedacht das du die Funktionen einer DAW nicht ganz verstanden hattest ;) Wie sonst konntest du annehmen das man damit nicht komponiert ;)

 

Streng genommen komponierst du dann ja mit der Klaviatur/Keyboard-Tastatur, die lediglich an die DAW/den Computer angeschlossen ist.

 

 

Was ist die Musicube-Acadamy ???

 

Ich dachte, da studierst du? Hattest du das nicht mal geschrieben?

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Ich dachte, da studierst du? Hattest du das nicht mal geschrieben?

 

Wenn ich das richitg blicke, war das MOtega.. Paul studiert soweit ich weiß an der hdpk (Hochschule der populären Künste) in Berlin... ;)

 

(Achja und sorry für's editieren im Beitrag oben... da ist jetzt [21:23 sowas] noch n bisschen was dazu gekommen :D)

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@Mephisto: Es stimmt. Viele meiner Kommilitonen hatten zu Beginn des Studiums vom Orchster keine Ahnung. Eben weil uns in den ersten Semestern erstmal Musiktheorie, Harmonielehre und Gehörbildung beigebracht wurde. Orchestrierung kommt erst im fünften Semester. Dann, wenn man fähig ist Partituren zu analysieren. So wie du das ja berechtigter Weise forderst. Wie kommst du also darauf das

man gleich auf großorchestrale Projekte losgelassen wird? Ich persöhnlich habe damit eher begonnen weil ich es wollte. Das hat aber nix mit dem Studium, sondern mit meinen peröhnlichen Vorlieben zutun. Das ich mich kompositorisch nicht auf das Golden oder Silverage beziehe, bitte ich nicht zu verallgemeinern und erst recht nicht anhand eines Stücks ;) Ich möchte mich da ungern festlegen und versuch verschiedene Komponisten und Einflüsse zu studieren um deren Techniken anwenden zu können. Klassiker sind da ebenso wichtig wie ein Hans Zimmer.

@Sebastian:

Ich studiere an der Hdpk in Berlin.

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@Sebastian:

Ich studiere an der Hdpk in Berlin.

 

Seltsam, hatte ich anders abgespeichert, aber danke für die Aufklärung. ;)

 

 

Ist hier zwecks Diskussion und als Hilfestellung besser aufgehoben.

 

Ab mit den theoretischen Diskussionen ins Board-Ghetto.

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Ab mit den theoretischen Diskussionen ins Board-Ghetto.

 

Sebastian, ich bin dieses permanente Gejammer langsam echt etwas leid: Wie wir hier schon oft besprochen haben, geht es darum, das Board übersichtlich zu halten und das Navigieren zu Themen und Threads, die einen interessieren, zu vereinfachen. Für periphere Diskussionen und Nischen-Diskussionen ist das nicht immer vorteilhaft, klar. Aber um Mephisto zu zitieren:

 

Ein Ghetto wird's nur, wenn man's zu einem macht!

 

Insofern: Mach halt hier auf dem Board mehr für Deine Interessengebiete. Oder eben nicht. Teils säuerliche, teils selbstmitleidige Kommentare helfen aber niemandem.

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Mal wieder zurück zum Thema: Wenn ich das richtig verstehe, dann wird von denen, die hier ausschließlich am Sequenzer komponieren also auch keine Skizzen oder Formpläne gemacht. Wenn aber alles irgendwie "im Moment" nach dem Motto "Jetzt könnte das hier passen, dann spiel' ich das am Keyboard ein" entsteht, wie soll da dann eine sinnvolle Struktur entstehen, wie werden da die Themen und Motive verarbeitet, wenn man nicht erstmal alle Möglichkeiten ausprobiert und notiert hat, um später drauf zurück greifen zu können? Das mag vielleicht über zwei Minuten hinhaun, aber bei einer längeren Laufzeit fällt das Stück doch wahrscheinlich auseinander. Dieses Phänomen habe ich z.B. bei der Saberproject-Musik beobachtet, wo sich mir auch bei mehrmaligen Hören die formale Konzeption nicht erschließen wollte, sondern ich einen Minuten-Block nach dem anderen zu hören bekam ohne einen gespannten Bogen, eine Dramaturgie, die das ganze Stück umfasst und zusammen hält.

Auch scheint es mir viel schwieriger, beim Einspielen aller Spuren einzeln wirklich gute Kontrapunkte zu schreiben. Da hilft es wirklich, die Linien wirklich auf dem Papier zu haben und dann Note für Note miteinander abzustimmen, bevor man das dann (wenn nötig) einspielt. So habe ich beim Saberproject auch fast ausschließlich parallele orizontale Linien gehört und nichts, was wirklich die Bezeichnung GEGENstimme verdient hätte.

Wenn Du Deine Stücke nachher in Sibelius aufschreibst, wäre möglich, dazu einmal die Partitur zu sehen? Vom Höreindruck habe ich nämlich das Gefühl, dass die Streicher zu 90% alle rhythymischen und melodischen Passagen tragen, aber das kann auch an der Mischung liegen.

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Mit vielen deiner Aussagen über die Saberprojectmusik hast du recht. Allerdings verstehe ich nicht was unser Stück mit dem Them zutun hat. Trotzdem sehe ich mich gezwungen die Musik kurz zu verteidigen....

Erstmal muss ich sagen das Saberproject schon über ein Jahr alt ist. Heute sind wir sicher ein Stück weiter mit unseren Fähigkeiten. In der Zeit lernt man viel dazu. Des weiteren hat Saberproject absichtlich keine große dramatische Gesamtstruktur. Das sind 6 oder 7 Einzelstücke, geschrieben auf eine Choreo die sich fast jede Minute neu ausrichtet! Jedes Stück musste hier sofort reinhauen! Eine dramatische Struktur war da einfach nicht machbar.

Thematisch haben wir hier allerdings schon gearbeitet. So ist es nicht. Es gibt ein immer wiederkehrendes Motiv für die Sith und zwei weitere Motive/ Themen, die wir variieren.

Dann ist da noch die Anweisung des Auftraggebers: Macht es episch! Keine so tolle Anweisung für Komponisten ;)

Da stehen eben leider alle auf Zimmer. Wir haben zwar versucht uns auch von Williams beeinflussen zu lassen, sind aber aufgrund des Zeitmangels und der Hörgewohnheiten der Auftraggeber immer wieder in typische RPC-Muster verfallen. Wir haben das schon damals bemerkt und waren damit auch nicht soo glücklich.

Harmonisch muss ich dir widersprechen. Da ist mehr drin als Moll, Moll, Moll und drüber Bläser. Auch kontrapunktische Elemente gibt es in den Stücken. Bei den Holzbläsern haben wir un ebenfalls versucht von Zimmer abzuheben und mehr in die Williamsrichtung zu gehen.

Dank meines Kollegen(der Schlagzeuger und Pauker ist) lebt das Stück auch mehr von Rhytmen als von Harmonie. Die Percussion-Passagen haben wir dafür versucht etwas komplexer zu schreiben und nicht nur BAM BAM BAM...

Das kurz als Erklärung zu der Musik.

Ich hätte sie selbst teilweise gern anders geschrieben. Hier erfüllte die Musik aber ihre Vorgaben. Nicht mehr und nicht weniger. Wir haben zumindest VERSUCHT das Ganze doch etwas komplexer klingen zu lassen als ein typische RPC-Actionstück.

Wie ein Actionstück von mir klingt was ich frei nach Paul St. schreibe kann ich dir gern bei Gelegenheit auch mal vorspielen.

Noch mal zum Anfang deines Posts : Ich verstehe dein Problem nicht. Ich sitze doch nicht da, habe eine Idee, spiele sie ein und ändere dann nichts mehr daran. Natürlich werden da erstmal Entwürfe gemacht. Es ist genauso wie mit Hand: Ich habe eine Idee, sitze vorm Klavier, schreibe sie in den PC und entwickle sie Schritt für Schritt weiter. Verwerfe sie wieder, harmonisiere neu, schreibe Gegegenstimmen....Anders komponiert ein John Williams auch nicht. Nur das er auf Papier und nicht in den PC schreibt. Der Kompositionsvorgang ändert sich deshalb doch nicht. Glaube du hast die Rolle des PCs noch nicht ganz verstanden...

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Mit vielen deiner Aussagen über die Saberprojectmusik hast du recht. Allerdings verstehe ich nicht was unser Stück mit dem Them zutun hat. Trotzdem sehe ich mich gezwungen die Musik kurz zu verteidigen....

 

Es ist ein Stück, dass am PC komponiert wurde und gerade die Aspekte hervor hebt, die meiner Ansicht nach dem Komponieren "im Moment" und am PC so, wie er heute beim Komponieren vermehrt eingesetzt wird, zu schreibe. Da das Stück (teilweise) von Dir ist, habe ich es als Beispiel genommen, da wir dann einmal an einem Fallbeispiel diskutieren können, was ja auch wunderbar geklappt hat. Danke an dieser Stelle für Deine Erläuterungen.

Ich bin mir allerdings sicher, dass auch wenn es eine streng vorgeschriebene Choreo gab, es möglich gewesen wäre, diese Blöcke musikalisch miteinander deutlicher zu verbinden. Mich würde, wie gesagt, sehr die Partitur des Stücks interessieren, weil einige Dinge, die mir aufgefallen sind (oder auch nicht) vielleicht an der Abmischung liegen können. Holzbläser habe ich (bis auf ein paar fagottähnliche Klänge) gar nicht wahrgenommen. Ich glaube, es würde mehr Sinn ergeben, einmal persönlich in lockerer Atmosphäre über das Stück zu reden.

 

Wie ein Actionstück von mir klingt was ich frei nach Paul St. schreibe kann ich dir gern bei Gelegenheit auch mal vorspielen.

 

Liebend gern! :)

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Es ist ein Stück, dass am PC komponiert wurde und gerade die Aspekte hervor hebt, die meiner Ansicht nach dem Komponieren "im Moment" und am PC so, wie er heute beim Komponieren vermehrt eingesetzt wird, zu schreibe. Da das Stück (teilweise) von Dir ist, habe ich es als Beispiel genommen, da wir dann einmal an einem Fallbeispiel diskutieren können, was ja auch wunderbar geklappt hat. Danke an dieser Stelle für Deine Erläuterungen.

Ich bin mir allerdings sicher, dass auch wenn es eine streng vorgeschriebene Choreo gab, es möglich gewesen wäre, diese Blöcke musikalisch miteinander deutlicher zu verbinden. Mich würde, wie gesagt, sehr die Partitur des Stücks interessieren, weil einige Dinge, die mir aufgefallen sind (oder auch nicht) vielleicht an der Abmischung liegen können. Holzbläser habe ich (bis auf ein paar fagottähnliche Klänge) gar nicht wahrgenommen. Ich glaube, es würde mehr Sinn ergeben, einmal persönlich in lockerer Atmosphäre über das Stück zu reden.

 

 

 

Irgendwie glaube ich das wir bei dem Thema auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Du willst entgegen aller Argumente unbedingt glauben, dass der PC die Kompositionsqualität mindert. Auch wenn das nicht beweisbar ist. Wie ist es denn mit John Powells How to Train your Dragon...oder mit JNH The Village oder Dinosaur oder Atlantis? Magst du die alle nicht? Klar - das ist keine SilverAge Musik. Aber die schreibt auch ein Howard Shore nicht. Die hat auch Jerry Goldsmith in seinen letzten Jahre nicht mehr geschrieben. Meinst du nicht das liegt einfach an der Zeit? An den Hörgewohnheiten der Menschen und Wünsche der Produzenten?

 

Das Stück Saberproject ist ein Beispiel für ein am PC geschriebenes Stück - ja. Deshalb ist es ja noch lange nicht repräsentativ für alle am PC geschriebenen Werke. Wir hätten das Stück per Hand nicht anders geschrieben. Wie auch?

Und noch immer steht der Beweis aus, dass computergestütztes Komponieren etwas mit dem aktuellen Stil der Filmmusik zutun hat. Nehmen wir mal Duel of the Fates von Johnny Boy Williams: Auch hier gibt es keine kontrapunktische Struktur. Das Stück ist insgesamt ziemlich simpel aufgebaut. Sowohl harmonisch als auch instrumentalisch.Trotzdem ist es ein mitreißendes Actionwerk von einem der besten noch lebenden Komponisten und siehe da... er hat es mit Hand komponiert.

Da fallen mir auch sicher einige andere Actionstücke von Komponisten ein die mit Hand komponieren und die keine der von dir so hoch geschätzten Kompositionstechniken enthalten. Diese sind übrigens meiner Meinung nach überhaupt kein allgemein gültiger Gradmesser für Qualität.

 

Du tust so, als sei das Schreiben von Kontrapunkt oder anderen "klassischen Kompositionstechniken" eine Sache, die man durchs Komponieren mit dem PC nicht umsetzen kann. In Saberproject gibt es diese Kompositionsweise kaum, weil wir sie nicht benutzen wollten! Nicht weil wir am PC komponiert haben!

Der musikalische Faden in Saberproject ist meiner Meinung nach übrigens eindeutig vorhanden. Die Abmischung ist allerdings wirklich schlecht. Damals hatten wir Mixing noch nicht im Studium ;) Eine ausnotierte Partitur gibt es zum den Stücken nicht. Wozu hätten wir das auch tun sollen? Das Stück war fertig und würde niemals von einem Orchester gespielt werden.

 

Ich gebe dir ja in einigen Punkten vollkommen recht: Der Filmmusik fehlt es heute oft an kompositorischer Qualität. Aber die Gründe hierfür sehe ich nicht da wo du sie siehst. Was die Komponisten schreiben liegt nur an ihrem Können und ihrem Willen. Nicht an ihren Werkzeugen.

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Ich finde das Komponieren am Computer vor allem deshalb toll, weil ich kein Orchester in meinem realen Leben zur Verfügung habe :-)

 

Ich weiß auch nicht. Ich habe das Gefühl, dass es total Sinn macht, die Stücke vor der Übertragung auf den Computer komplett am Klavier auszukomponieren. Irgendwie kommt es mir so vor, als würde man mehr Zeit investieren, sich dabei mehr Gedanken machen und damit präziser zu komponieren. Wenn man eine komplette Klavierspur hat, macht man es dann wie Ravel mit "Bilder einer Ausstellung". Wenn man alles direkt in das Notenprogramm (ich nutze Notion) eingibt, ist man oft verleitet, Dinge auszuprobieren. Wie klingt dies, wie klingt jenes. Man kommt schnell vom Punkt ab. Zumindest ist das mein Gefühl. Ich gebe allerdings auch jede Note einzeln ein, weil ich nicht so gern mit dem Keyboard einspiele.

 

Es gibt allerdings einen entscheidenden Nachteil für mich, wenn ich Stücke vorher auskomponiere und dann von VSTi spielen lasse: Der Klang ist in der Regel schlechter, denn es klingt zwar auf dem Klavier gut, aber es gibt bestimmte Melodieläufe, die bestimmte Instrumente meiner Library einfach nicht gut wiedergeben. Da macht es total Sinn, "hörend" zu komponieren und zu schauen, ob das was man vorhat auch funktioniert. Dieses Problem hat Patrick Doyle natürlich nicht. Erstens hat er wahrscheinlich nicht nur, wie ich, die VSL Special Edition, sondern mehrere Libraries; und von denen das Komplettpaket für jeweils 20000 Euro. Und zweitens wird seine Musik eh komplett orchestral aufgenommen. Er hat gut Reden :-)

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... ich kenne kein Notationsprogramm und keine Bildschirmanzeige, die eine volle Partiturseite in lesbarer Größe anzeigt, ohne dass man dabei scrollen muss. Und allein das Scrollen nervt mich ungemein. ;)

 

Da hilft ein größerer Monitor ungemein ;) ... das selbe Problem hat man ja auch bei Bildschnitt- oder Bildbearbeitungsprogramme die mit einem oder zwei größere Monitore ausgemerzt werden können.

Wenn man in der Filmmusikbranche arbeiten möchte (die einige "Recordingbusiness" nennen) kommt man leider nicht daran vorbei "doppelt" zu komponieren. Einmal am Papier (wie Williams, Horner und viele andere berühmte Komponisten) oder in zB Sibelius und dann für ein MIDI-Sequenzer für den man ja anders schreiben muss als für ein Orchester, um einen ähnlichen Klang wie vom Orchester gewohnt zu erzielen, das dem Regisseur und den Produzenten präsentiert werden kann. Die Filmemacher wollen, verständlicherweise schon im Vorfeld wissen wie die Musik mit dem Orchester klingen wird, bevor sie ein paar hunderttausend Euros für ein 100-Mannorchester ausgeben. 

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Da hilft ein größerer Monitor ungemein ;) ... das selbe Problem hat man ja auch bei Bildschnitt- oder Bildbearbeitungsprogramme die mit einem oder zwei größere Monitore ausgemerzt werden können.

Wenn man in der Filmmusikbranche arbeiten möchte (die einige "Recordingbusiness" nennen) kommt man leider nicht daran vorbei "doppelt" zu komponieren. Einmal am Papier (wie Williams, Horner und viele andere berühmte Komponisten) oder in zB Sibelius und dann für ein MIDI-Sequenzer für den man ja anders schreiben muss als für ein Orchester, um einen ähnlichen Klang wie vom Orchester gewohnt zu erzielen, das dem Regisseur und den Produzenten präsentiert werden kann. Die Filmemacher wollen, verständlicherweise schon im Vorfeld wissen wie die Musik mit dem Orchester klingen wird, bevor sie ein paar hunderttausend Euros für ein 100-Mannorchester ausgeben. 

 

Wobei es zumindest in den USA üblich ist das die Übersetzung von den Sequenzern auf Papier von Orchestratoren durchgeführt wird. Auch in Deutschland gibt es ganz Firmen dafür. Denen schickt man die Mididaten und die erstellen eine Partitur fürs Orchester.

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Die Filmemacher wollen, verständlicherweise schon im Vorfeld wissen wie die Musik mit dem Orchester klingen wird, bevor sie ein paar hunderttausend Euros für ein 100-Mannorchester ausgeben.

 

Dies ist allerdings auch erst so, seitdem es die Möglichkeit der Virtuellen Instrumente gibt. Spielberg haben Williams Piano-Vorschauen meist gereicht, soviel ich weiß. Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass moderner Regisseure sich teilweise einfach nicht vorstellen können, wie eine Orchesteradaptation eines Klavierstücks klingen kann. Das soll allerdings auch gar nicht so sehr als Vorwurf gemeint sein, da dadurch, dass sie sich damit nicht beschäftigen müssen, sie die Zeit anderweitig einsetzen können. Und gute Regisseure sind, denke ich, auch weiterhin in der Regel musikalisch nicht so unbewandert.

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Wobei es zumindest in den USA üblich ist das die Übersetzung von den Sequenzern auf Papier von Orchestratoren durchgeführt wird. Auch in Deutschland gibt es ganz Firmen dafür. Denen schickt man die Mididaten und die erstellen eine Partitur fürs Orchester.

 

Genauso wie es Firmen gibt, die aus Partituren (oder den Mididaten aus Sibelius) gut klingende Mockups machen :P  

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Genauso wie es Firmen gibt, die aus Partituren (oder den Mididaten aus Sibelius) gut klingende Mockups machen :P  

 

Stimmt. Ich zum Beispiel :P

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Dies ist allerdings auch erst so, seitdem es die Möglichkeit der Virtuellen Instrumente gibt. Spielberg haben Williams Piano-Vorschauen meist gereicht, soviel ich weiß. Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass moderner Regisseure sich teilweise einfach nicht vorstellen können, wie eine Orchesteradaptation eines Klavierstücks klingen kann. Das soll allerdings auch gar nicht so sehr als Vorwurf gemeint sein, da dadurch, dass sie sich damit nicht beschäftigen müssen, sie die Zeit anderweitig einsetzen können. Und gute Regisseure sind, denke ich, auch weiterhin in der Regel musikalisch nicht so unbewandert.

 

So ist es und bei Williams gibt es auch heute kein Midi-File wenn er für Spielberg komponiert ... aber Spielberg ist nun mal Spielberg ... der Mann kennt und liebt das Orchester, den Klang der einzelnen Instrumente ... so einen Bezug zum orchestralen Klang haben die meisten Regisseure nicht. Einem Spielberg (so wie den meisten von uns) genügt es wenn einer etwas auf dem Klavier spielt und ihm erzählt wann welche Stelle von welchem Instrument oder Instrumentengruppe getragen wird. ... aber die meisten Regisseure geben sogar selber zu nicht viel von Musik zu verstehen. Sie hören sich populäre Songs an und haben keinen wirklichen Bezug zu Orchestermusik und wissen auch nicht um ihre Macht wenn es darum geht Bilder zu unterstützen. 

 

James Cameron hasst zum Beispiel Violinen, da bedarf es nicht nur ein guter Komponist zu sein, wenn man sein Liebesfilm vertonen möchte, sondern auch noch ein guter Psychologe mit viel Geduld zu sein. Da hat James Horner einiges zu erzählen, der übrigens auch am liebsten seine Musik am Klavier spielt und dabei erklärt wie das mit dem Orchester klingen wird. 

 

Die meisten Regisseure brauchen leider diese Mockups um sich vorzustellen wie die Musik letztendlich klingen wird ... manche verlieben sich leider in diese synthetischen Klänge und beschweren sich dann wenn sich die Musik mit einem natürlichen Klangkörper wie einem Orchester letztendlich nicht so anhört  :D

Hitchcock hat sich immer darüber beschwert, dass ihm oft ein Komponist eine Musik am Klavier vorspielt ihm erklärt wie es später mit dem Orchester klingen würde und bei den Aufnahmen klingt die Musik dann letztendlich doch ganz anders! Der würde die heutigen Mockups bestimmt lieben  :P

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Gast

Die Musik ist ja nicht das einzige "Department", das möglichst schon ziemlich genaue Vorlagen der Ideen präsentiert. Und streckenweise dürfte das nicht nur den Regisseur betreffen, vor allem wenn er schon häufiger mit einem Komponisten zusammengearbeitet hat. Aber wir wissen ja auch, wie allergisch Geldgeber auf Musik reagieren können, wenn die Testvorführungen nicht gefallen haben.

Bei Spielberg kommt ja in erster Linie nicht nur seine eigene Fähigkeit ins Spiel, sondern auch die Basis, die er ohnehin mit John Williams hat. Und auch schon vor dem Computer spielten Regisseure ja schon Temp Musiken vor, um da möglichst exakte Bilder im Kopf dem Komponisten mitzuteilen. STAR WARS ist ja ein gutes Beispiel dafür, dass eben das reine Vorspielen auf dem Klavier nicht alleine das Mittel der ersten Wahl ist bzw. war. Aber wie schon oft in diesem Thread erwähnt: Neue Techniken werden eben genutzt.

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