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vor 55 Minuten schrieb Stefan Schlegel:

Wenn das sich folglich damals schon nicht groß absetzen ließ, wie dann erst heute?

Genau. Deshalb verstehe ich Nachfragen nach weiteren Wilhelms oder Majewskis heute nicht mehr. In einer CD-Auflage von vielleicht 15 Exemplaren? Ich finde schon überraschend, dass Alhambra gerade ein 3-CD-Set zum Bestatter raushaut. Der Großteil der Auflage dürfte wohl auch an den Komponisten zu Promo-Zwecken gehen. Gibt es dafür heute echt noch ein Publikum? 

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vor 2 Stunden schrieb Mephisto:

Die Weihnachtsaktion habe ich damals offensichtlich gar nicht mitbekommen. Daher fehlt mir auch die sechste CD aus der Box, weil ich nur die Einzel-Veröffentlichungen habe. :(

Das war diese Aktion:

War eine geile Sache. Habe alle Angebote mitgenommen.

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vor 11 Minuten schrieb Der Archivator:

Ich finde schon überraschend, dass Alhambra gerade ein 3-CD-Set zum Bestatter raushaut. Der Großteil der Auflage dürfte wohl auch an den Komponisten zu Promo-Zwecken gehen. Gibt es dafür heute echt noch ein Publikum? 

Sorry, an der CD-Produktion bin ich persönlich nicht beteiligt und kann auch nichts dazu sagen. Da müßte sich schon Jürgen dazu äußern, welche Klientel hierbei anvisiert ist.

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vor einer Stunde schrieb Der Archivator:

Genau. Deshalb verstehe ich Nachfragen nach weiteren Wilhelms oder Majewskis heute nicht mehr. In einer CD-Auflage von vielleicht 15 Exemplaren? Ich finde schon überraschend, dass Alhambra gerade ein 3-CD-Set zum Bestatter raushaut. Der Großteil der Auflage dürfte wohl auch an den Komponisten zu Promo-Zwecken gehen. Gibt es dafür heute echt noch ein Publikum? 

Wir hoffen natürlich auf ein Publikum - wissen aber auch, dass es Der Bestatter aufgrund seiner geringen Bekanntheit in Deutschland eher schwer haben wird - gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die Serie in der Schweiz durchaus sehr erfolgreich ist mit bis zu 40% Marktanteil ( https://www.srf.ch/news/wirtschaft/schweizer-serien-und-sport-srf-erreicht-einen-marktanteil-von-gut-31-prozent ) - und dieser Erfolg insbesondere auch der Musik zu verdanken ist. Was dies dann konkret für den Abverkauf unseres CD-Sets bedeutet wird sich zeigen.

 

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Machen wir mal einen kleinen Abstecher zu den Nachbarn:

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Anton Profes – Musik aus der SISSI-Trilogie

Bis heute prägen die drei SISSI-Filme Georg Marischkas nicht nur das Bild der österreichischen Kaiserin Elisabeth, sondern auch die Wahrnehmung der Hauptdarstellerin Romy Schneider, die Zeit ihres Lebens versuchte, von dem SISSI-Image loszukommen.

Die Musik zu den drei aufwendigen SISSI-Filmen komponierte der österreichische Filmkomponist Anton Profes, der bereits seit den 1930er-Jahren für den Film aktiv war und unter anderem Werner Hochbaums meisterhaftes, wenn auch inhaltlich äußerst ambivalentes Psycho-Drama DIE EWIGE MASKE vertont hatte, und zu dem stark antisemitisch gefärbten LEINEN AUS IRLAND die Musik beigesteuert hatte.

Für die SISSI-Trilogie schuf Anton Profes drei symphonische Partituren für großes Orchester in bester filmsymphonischer Manier. Da es sich bei den Filmen hauptsächlich um Konversationsfilme handelt, unterlegt die Musik mit Ausnahme einiger weniger so genannter „Establishing Shots“ hauptsächlich Dialoge. Hauptsächlich haben die Streicher das Sagen, deren schmachtenden Melodielinien von einzelnen Holzbläserlinien und Harfenarpeggien durchzogen und von schweren Blechakkorden gestützt werden. Doch auch wenn das Gewicht auf dem groß besetzten Streicherapparat liegt, stellt Profes durchgängig seine Könnerschaft nicht nur durch die Verarbeitung seiner zahlreichen Themen unter Beweis, sondern eben auch durch die kunstvolle Instrumentierung. Es schimmert und glüht an allen Ecken und Enden, der Komponist vereint seine große Besetzung zu einem unendlichen Fluss des Wohlklangs. Weich und harmonisch rauscht die Musik fließend dahin.

Dabei ist die Musik zu SISSI durchgängig melodisch organisiert. Profes spinnt ein ewig scheinendes Gewebe aus Melodien, Themen und Gesten, die ineinander fließen, wobei mehrere längere Themen die Dreh- und Angelpunkte bilden wie das schmachtende, in der Titelmusik zum ersten Teil eingeführte Hauptthema oder das noble Liebesthema, das sanft am Ende des „Ersten Treffens in Ischl“ im ganzen Orchester aufglüht und auch einen großen Teil der Titelmusik zum zweiten Teil bestreitet. Ein weiteres, vergnügt hüpfendes Thema begleitet die jugendliche Sissi während der Szenen in ihrem Elternhaus und taucht auf während ihrer ersten Tage in Schönbrunn im zweiten Film wieder auf.

Mehrere Jagd- und Reitszenen gaben Profes Gelegenheit für einige raschere und actionreichere Passagen. Neben den klassischen Waldhörnern in der Jagdszene zu Beginn des ersten Films sei hier insbesondere der Titel „Sisi als wilde Reiterin“ aus dem dritten Film erwähnt. In dieser meisterhaft und brillant orchestrierten Passage zeigt Profes, was er kann. Quirlige Läufe der Violinen und Holzbläser, schmetternde Blechfanfaren und treibende Tomtom-Rhythmen bestreiten die furiosesten Minuten der Musik.

Weitere Abwechslung wird auch durch das Material für die mit Ungarn verbundenen Szenen geboten, für die Profes während der Fahrt zur Krönung am Ende des zweiten Teils ein robustes Thema mit schweren Quintliegetönen in tiefer Lage und etwas derb anmutenden Glissandi in der Melodieführung der Streicher. Dieses Thema taucht auch zu Beginn des dritten Teils auf und wird während Sissis Erinnerungen an Ungarn um eine folkloristische Passage, die ausnahmsweise nur von den Holzbläsern bestritten wird, ergänzt.

Die dritte Suite dürfte auch die abwechlungsreichste sein, bevor Profes während der Fahrt in der venezianischen Gondel immer wieder die ersten vier Töne des Haydnschen Kaiserquartetts mit den ersten Tönen aus dem Gefangenenchor von Verdis Nabucco gegenüberstellt. Das triumphale Finale, in dem Haydns ursprünglicher Quartettsatz als Deutsche Nationalhymne voller Pomp und Gloria ausspielen lässt, mag für uns heutzutage etwas befremdlich wirken, erinnert sie doch an Willy Schmidt-Gentners Musik zu HEIMKEHR, die ebenfalls in den Räumen der heutigen Synchron Stage aufgenommen wurde und mit einer ähnlich pompösen Fassung der deutschen Nationalhymne endet…

Die Musik zu den SISSI-Filmen blieb über ein halbes Jahrhundert unveröffentlicht, bevor beim Label VCR eine CD mit je einer Suite pro Film in digitaler Neueinspielung vorgelegt wurde. Dabei handelt es sich um die ersten Aufnahmen, die in der Vienna Synchron Stage produziert wurden, die seit ihrer Renovierung für zahlreiche Filmmusikaufnahmen und Sample-Library-Projekte genutzt wird. Die SISSI-CD ist daher auch ein kleines Referenz- und Werbeprodukt, was sich in dem ausführlichen Booklet-Text über den Aufnahmeort widerspiegelt.

Über die Musik und ihre genaue Zusammenstellung erfährt man leider nicht viel. Offensichtlich hat der Komponist Paul Hertel aus den Originalmanuskripten Profes’ pro Film eine Suite zusammengestellt. Über den Daumen gepeilt, enthält jede Suite mindestens zwei Drittel der vollständigen Originalmusik, da die Filme nicht übermäßig vertont wurden. Die Chronologie wurde, soweit ich das beurteilen kann, beibehalten, einzelne Titel wie das Mickey-Mousing während Sissis Ausbruch in Ischl für den besseren Hörfluss gestutzt. Individuelle Abschnitte in den Suiten können zwar einzeln angewählt werden, allerdings gehen fast sämtliche Stücke innerhalb einer Suite ineinander über, weshalb es sich empfiehlt, diese Musiken am Stück zu hören.

Insgesamt muss man dem Team der Vienna Synchron Stage für dieses wundervolle Album dankbar sein. Die Aufnahme ist in der Tat hervorragend und offenbart unzählige Details, die man über die verrauschte Filmspur und die oftmals leise abgemischte Musik nicht wahrnehmen kann. Profes ist sind hier äußerst ausdifferenzierte und großartige Partituren gelungen. Natürlich enthalten die Musiken eine besonders große Extraportion Schmalz beziehungsweise ist der Zuckerschock bei zu oft wiederholtem Hören vorprogrammiert. Hier bietet sich die seltene Gelegenheit, große symphonische europäische Filmmusik in den klanglichen Standarts der heuten Tage zu genießen. Eine seltene Gelegenheit, weil so heute wirklich niemand mehr für den Film schreibt…

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Achja...diese CD hatte ich mindestens genauso herbeigesehnt wie Svoboda's Aschenbrödel-Score...

Tolle Scheibe - nur an das Cover kann ich mich irgendwie nicht erfreuen

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Ich muß ja mal eine erschütterndes Geständnis machen: Ich habe noch nie einen Sissi-Film gesehen (mit Ausnahme von Viscontis "Ludwig II"), und von der Existenz dieser Scheibe wußte ich bisher noch garnichts. Aber was da an Hörbeispielen zu finden ist, klingt nicht uninteressant. Das CD-Cover ist allerdings ein Grauen. Wie kann man sich erst bei der Produktion eine solche Mühe geben, und dann das Produkt mit einer solch unglaublichen Entgleisung verunstalten? 

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Lustigerweise waren die SISSI-Filme wie auch ASCHENBRÖDEL zwei komplett blinde Flecken in meiner cineastischen Bildung. ASCHENBRÖDEL ist mir erst vor drei Jahren untergekommen. Ich wusste zwar, dass Film und Musik sehr beliebt sind, hatte aber andere Vorstellungen von der Musik, die ja doch kammermusikalisch und eher "naiv" ist im Gegensatz zu den spätromantischen SISSI-Musiken. SISSI habe ich tatsächlich erst nach dem Anhören der CD (letzten Herbst gekauft) zu Weihnachten im ZDF gesehen. Herrlich überbordender Kitsch - und die Musik tut ihr Übriges. Die CD ist zwar gut zusammengestellt, aber mir wäre es lieb gewesen, man hätte auch den restlichen Platz noch gefüllt. Immerhin ein gutes und charmantes Werbeobjekt für das Aufnahmestudio.

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Am 23.10.2018 um 15:31 schrieb Mephisto:

Machen wir mal einen kleinen Abstecher zu den Nachbarn:

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Anton Profes – Musik aus der SISSI-Trilogie

Mehrere Jagd- und Reitszenen gaben Profes Gelegenheit für einige raschere und actionreichere Passagen. Neben den klassischen Waldhörnern in der Jagdszene zu Beginn des ersten Films sei hier insbesondere der Titel „Sisi als wilde Reiterin“ aus dem dritten Film erwähnt. In dieser meisterhaft und brillant orchestrierten Passage zeigt Profes, was er kann. Quirlige Läufe der Violinen und Holzbläser, schmetternde Blechfanfaren und treibende Tomtom-Rhythmen bestreiten die furiosesten Minuten der Musik.

 

Bin direkt mal zu "Sisi als wilde Reiterin" gesprungen, da sich deine Beschreibung doch sehr nach meinem Geschmack angehört hat. Ein flirrender Genuss! Danke für den Hinweis! Hat mich etwas an Passagen aus Horners Krull erinnert.

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"Sisi als wilde Reiterin" gehört ohne Frage zu den Höhepunkten der Musik, die insgesamt arg "schmalzig" geraten ist. Ich persönlich steh' ja voll auf diese überorchestrierte Musik, in der einzelne Themen und Melodien schon halb aufgelöst sind und sich immer wieder ablösen, anklingen und sich verwandeln. Aber wen die vermeintliche Sentimentalität des "Golden Age" abschreckt, der dürfte hier zum großen Teil seine Vorurteile bestätigt finden. Nichts desto trotz ein schönes Album - und die komplette Partitur liegt ja in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Wäre ja durchaus mal einen Abstecher wert :)

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