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Gast Der Archivator
vor 55 Minuten schrieb Stefan Schlegel:

Wenn das sich folglich damals schon nicht groß absetzen ließ, wie dann erst heute?

Genau. Deshalb verstehe ich Nachfragen nach weiteren Wilhelms oder Majewskis heute nicht mehr. In einer CD-Auflage von vielleicht 15 Exemplaren? Ich finde schon überraschend, dass Alhambra gerade ein 3-CD-Set zum Bestatter raushaut. Der Großteil der Auflage dürfte wohl auch an den Komponisten zu Promo-Zwecken gehen. Gibt es dafür heute echt noch ein Publikum? 

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Gast Der Archivator
vor 2 Stunden schrieb Mephisto:

Die Weihnachtsaktion habe ich damals offensichtlich gar nicht mitbekommen. Daher fehlt mir auch die sechste CD aus der Box, weil ich nur die Einzel-Veröffentlichungen habe. :(

Das war diese Aktion:

War eine geile Sache. Habe alle Angebote mitgenommen.

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vor 11 Minuten schrieb Der Archivator:

Ich finde schon überraschend, dass Alhambra gerade ein 3-CD-Set zum Bestatter raushaut. Der Großteil der Auflage dürfte wohl auch an den Komponisten zu Promo-Zwecken gehen. Gibt es dafür heute echt noch ein Publikum? 

Sorry, an der CD-Produktion bin ich persönlich nicht beteiligt und kann auch nichts dazu sagen. Da müßte sich schon Jürgen dazu äußern, welche Klientel hierbei anvisiert ist.

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vor einer Stunde schrieb Der Archivator:

Genau. Deshalb verstehe ich Nachfragen nach weiteren Wilhelms oder Majewskis heute nicht mehr. In einer CD-Auflage von vielleicht 15 Exemplaren? Ich finde schon überraschend, dass Alhambra gerade ein 3-CD-Set zum Bestatter raushaut. Der Großteil der Auflage dürfte wohl auch an den Komponisten zu Promo-Zwecken gehen. Gibt es dafür heute echt noch ein Publikum? 

Wir hoffen natürlich auf ein Publikum - wissen aber auch, dass es Der Bestatter aufgrund seiner geringen Bekanntheit in Deutschland eher schwer haben wird - gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die Serie in der Schweiz durchaus sehr erfolgreich ist mit bis zu 40% Marktanteil ( https://www.srf.ch/news/wirtschaft/schweizer-serien-und-sport-srf-erreicht-einen-marktanteil-von-gut-31-prozent ) - und dieser Erfolg insbesondere auch der Musik zu verdanken ist. Was dies dann konkret für den Abverkauf unseres CD-Sets bedeutet wird sich zeigen.

 

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Machen wir mal einen kleinen Abstecher zu den Nachbarn:

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Anton Profes – Musik aus der SISSI-Trilogie

Bis heute prägen die drei SISSI-Filme Georg Marischkas nicht nur das Bild der österreichischen Kaiserin Elisabeth, sondern auch die Wahrnehmung der Hauptdarstellerin Romy Schneider, die Zeit ihres Lebens versuchte, von dem SISSI-Image loszukommen.

Die Musik zu den drei aufwendigen SISSI-Filmen komponierte der österreichische Filmkomponist Anton Profes, der bereits seit den 1930er-Jahren für den Film aktiv war und unter anderem Werner Hochbaums meisterhaftes, wenn auch inhaltlich äußerst ambivalentes Psycho-Drama DIE EWIGE MASKE vertont hatte, und zu dem stark antisemitisch gefärbten LEINEN AUS IRLAND die Musik beigesteuert hatte.

Für die SISSI-Trilogie schuf Anton Profes drei symphonische Partituren für großes Orchester in bester filmsymphonischer Manier. Da es sich bei den Filmen hauptsächlich um Konversationsfilme handelt, unterlegt die Musik mit Ausnahme einiger weniger so genannter „Establishing Shots“ hauptsächlich Dialoge. Hauptsächlich haben die Streicher das Sagen, deren schmachtenden Melodielinien von einzelnen Holzbläserlinien und Harfenarpeggien durchzogen und von schweren Blechakkorden gestützt werden. Doch auch wenn das Gewicht auf dem groß besetzten Streicherapparat liegt, stellt Profes durchgängig seine Könnerschaft nicht nur durch die Verarbeitung seiner zahlreichen Themen unter Beweis, sondern eben auch durch die kunstvolle Instrumentierung. Es schimmert und glüht an allen Ecken und Enden, der Komponist vereint seine große Besetzung zu einem unendlichen Fluss des Wohlklangs. Weich und harmonisch rauscht die Musik fließend dahin.

Dabei ist die Musik zu SISSI durchgängig melodisch organisiert. Profes spinnt ein ewig scheinendes Gewebe aus Melodien, Themen und Gesten, die ineinander fließen, wobei mehrere längere Themen die Dreh- und Angelpunkte bilden wie das schmachtende, in der Titelmusik zum ersten Teil eingeführte Hauptthema oder das noble Liebesthema, das sanft am Ende des „Ersten Treffens in Ischl“ im ganzen Orchester aufglüht und auch einen großen Teil der Titelmusik zum zweiten Teil bestreitet. Ein weiteres, vergnügt hüpfendes Thema begleitet die jugendliche Sissi während der Szenen in ihrem Elternhaus und taucht auf während ihrer ersten Tage in Schönbrunn im zweiten Film wieder auf.

Mehrere Jagd- und Reitszenen gaben Profes Gelegenheit für einige raschere und actionreichere Passagen. Neben den klassischen Waldhörnern in der Jagdszene zu Beginn des ersten Films sei hier insbesondere der Titel „Sisi als wilde Reiterin“ aus dem dritten Film erwähnt. In dieser meisterhaft und brillant orchestrierten Passage zeigt Profes, was er kann. Quirlige Läufe der Violinen und Holzbläser, schmetternde Blechfanfaren und treibende Tomtom-Rhythmen bestreiten die furiosesten Minuten der Musik.

Weitere Abwechslung wird auch durch das Material für die mit Ungarn verbundenen Szenen geboten, für die Profes während der Fahrt zur Krönung am Ende des zweiten Teils ein robustes Thema mit schweren Quintliegetönen in tiefer Lage und etwas derb anmutenden Glissandi in der Melodieführung der Streicher. Dieses Thema taucht auch zu Beginn des dritten Teils auf und wird während Sissis Erinnerungen an Ungarn um eine folkloristische Passage, die ausnahmsweise nur von den Holzbläsern bestritten wird, ergänzt.

Die dritte Suite dürfte auch die abwechlungsreichste sein, bevor Profes während der Fahrt in der venezianischen Gondel immer wieder die ersten vier Töne des Haydnschen Kaiserquartetts mit den ersten Tönen aus dem Gefangenenchor von Verdis Nabucco gegenüberstellt. Das triumphale Finale, in dem Haydns ursprünglicher Quartettsatz als Deutsche Nationalhymne voller Pomp und Gloria ausspielen lässt, mag für uns heutzutage etwas befremdlich wirken, erinnert sie doch an Willy Schmidt-Gentners Musik zu HEIMKEHR, die ebenfalls in den Räumen der heutigen Synchron Stage aufgenommen wurde und mit einer ähnlich pompösen Fassung der deutschen Nationalhymne endet…

Die Musik zu den SISSI-Filmen blieb über ein halbes Jahrhundert unveröffentlicht, bevor beim Label VCR eine CD mit je einer Suite pro Film in digitaler Neueinspielung vorgelegt wurde. Dabei handelt es sich um die ersten Aufnahmen, die in der Vienna Synchron Stage produziert wurden, die seit ihrer Renovierung für zahlreiche Filmmusikaufnahmen und Sample-Library-Projekte genutzt wird. Die SISSI-CD ist daher auch ein kleines Referenz- und Werbeprodukt, was sich in dem ausführlichen Booklet-Text über den Aufnahmeort widerspiegelt.

Über die Musik und ihre genaue Zusammenstellung erfährt man leider nicht viel. Offensichtlich hat der Komponist Paul Hertel aus den Originalmanuskripten Profes’ pro Film eine Suite zusammengestellt. Über den Daumen gepeilt, enthält jede Suite mindestens zwei Drittel der vollständigen Originalmusik, da die Filme nicht übermäßig vertont wurden. Die Chronologie wurde, soweit ich das beurteilen kann, beibehalten, einzelne Titel wie das Mickey-Mousing während Sissis Ausbruch in Ischl für den besseren Hörfluss gestutzt. Individuelle Abschnitte in den Suiten können zwar einzeln angewählt werden, allerdings gehen fast sämtliche Stücke innerhalb einer Suite ineinander über, weshalb es sich empfiehlt, diese Musiken am Stück zu hören.

Insgesamt muss man dem Team der Vienna Synchron Stage für dieses wundervolle Album dankbar sein. Die Aufnahme ist in der Tat hervorragend und offenbart unzählige Details, die man über die verrauschte Filmspur und die oftmals leise abgemischte Musik nicht wahrnehmen kann. Profes ist sind hier äußerst ausdifferenzierte und großartige Partituren gelungen. Natürlich enthalten die Musiken eine besonders große Extraportion Schmalz beziehungsweise ist der Zuckerschock bei zu oft wiederholtem Hören vorprogrammiert. Hier bietet sich die seltene Gelegenheit, große symphonische europäische Filmmusik in den klanglichen Standarts der heuten Tage zu genießen. Eine seltene Gelegenheit, weil so heute wirklich niemand mehr für den Film schreibt…

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Achja...diese CD hatte ich mindestens genauso herbeigesehnt wie Svoboda's Aschenbrödel-Score...

Tolle Scheibe - nur an das Cover kann ich mich irgendwie nicht erfreuen

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Ich muß ja mal eine erschütterndes Geständnis machen: Ich habe noch nie einen Sissi-Film gesehen (mit Ausnahme von Viscontis "Ludwig II"), und von der Existenz dieser Scheibe wußte ich bisher noch garnichts. Aber was da an Hörbeispielen zu finden ist, klingt nicht uninteressant. Das CD-Cover ist allerdings ein Grauen. Wie kann man sich erst bei der Produktion eine solche Mühe geben, und dann das Produkt mit einer solch unglaublichen Entgleisung verunstalten? 

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Lustigerweise waren die SISSI-Filme wie auch ASCHENBRÖDEL zwei komplett blinde Flecken in meiner cineastischen Bildung. ASCHENBRÖDEL ist mir erst vor drei Jahren untergekommen. Ich wusste zwar, dass Film und Musik sehr beliebt sind, hatte aber andere Vorstellungen von der Musik, die ja doch kammermusikalisch und eher "naiv" ist im Gegensatz zu den spätromantischen SISSI-Musiken. SISSI habe ich tatsächlich erst nach dem Anhören der CD (letzten Herbst gekauft) zu Weihnachten im ZDF gesehen. Herrlich überbordender Kitsch - und die Musik tut ihr Übriges. Die CD ist zwar gut zusammengestellt, aber mir wäre es lieb gewesen, man hätte auch den restlichen Platz noch gefüllt. Immerhin ein gutes und charmantes Werbeobjekt für das Aufnahmestudio.

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Am 23.10.2018 um 15:31 schrieb Mephisto:

Machen wir mal einen kleinen Abstecher zu den Nachbarn:

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Anton Profes – Musik aus der SISSI-Trilogie

Mehrere Jagd- und Reitszenen gaben Profes Gelegenheit für einige raschere und actionreichere Passagen. Neben den klassischen Waldhörnern in der Jagdszene zu Beginn des ersten Films sei hier insbesondere der Titel „Sisi als wilde Reiterin“ aus dem dritten Film erwähnt. In dieser meisterhaft und brillant orchestrierten Passage zeigt Profes, was er kann. Quirlige Läufe der Violinen und Holzbläser, schmetternde Blechfanfaren und treibende Tomtom-Rhythmen bestreiten die furiosesten Minuten der Musik.

 

Bin direkt mal zu "Sisi als wilde Reiterin" gesprungen, da sich deine Beschreibung doch sehr nach meinem Geschmack angehört hat. Ein flirrender Genuss! Danke für den Hinweis! Hat mich etwas an Passagen aus Horners Krull erinnert.

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"Sisi als wilde Reiterin" gehört ohne Frage zu den Höhepunkten der Musik, die insgesamt arg "schmalzig" geraten ist. Ich persönlich steh' ja voll auf diese überorchestrierte Musik, in der einzelne Themen und Melodien schon halb aufgelöst sind und sich immer wieder ablösen, anklingen und sich verwandeln. Aber wen die vermeintliche Sentimentalität des "Golden Age" abschreckt, der dürfte hier zum großen Teil seine Vorurteile bestätigt finden. Nichts desto trotz ein schönes Album - und die komplette Partitur liegt ja in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Wäre ja durchaus mal einen Abstecher wert :)

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Gleich vorneweg: Die Musik zu SERENGETI DARF NICHT STERBEN gehört nicht nur zu den großartigsten Beiträgen zur deutschen Dokumentarfilmmusik, sondern zu den bedeutendsten deutschen Filmmusiken der Nachkriegszeit, wurde sie einem internationalen Publikum durch den Oscargewinn des Films bekannt. Insofern war es eine Glanztat von Alhambra, diese Musik in ihrer überraschend gut erhaltenen Originalaufnahme auf CD zu veröffentlichen. Michael Grzimek dokumentierte in seinem Film die Untersuchung der Serengeti-Steppe und die in ihr lebenden Wildtiere. Als er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, führte sein Vater Bernhard die Arbeit fort und veröffentlichte Posthum das geplante Buch seines Sohnes sowie die entsprechenden Filmaufnahmen unter demselben Titel SERENGETI DARF NICHT STERBEN. Heute wirft die Arbeit der Grzimeks einige ethische Fragen auf, die ich hier aber nicht näher besprechen möchte. Offensichtlich haben Vater und Sohn nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, die politischen Verwicklungen zu dieser Zeit sind mir zu wenig bekannt, als dass ich hier in irgendeiner Form Stellung nehmen möchte. SERENGETI DARF NICHT STERBEN wurde fast durchgehend mit Musik, komponiert von Wolfgang Zeller, vertont. Zeller hatte bereits zu Stummfilmzeiten einige Originalfilmmusiken komponiert, so zum Beispiel zu DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED und dem ersten deutschen Tonfilm MELODIE DER WELT. Heute ist er vor Allem als Komponist der Filmmusik zu dem antisemitischen Propaganda-Film JUD SÜSS bekannt, eine Tatsache, auf die auch der Booklet-Text von Alhambra eingeht. Aber nun zur Musik.

Für den Film entwarf Zeller zwei Hauptthemen, die sofort während des Vorspanns eingeführt werden: Eine ausschweifende Melodielinie der Streicher über regelmäßige Harfenakkorde, die die weite Landschaft der Steppe musikalisch wunderbar einfängt, sowie ein „rassiges“ Thema für den beeindruckenden Ngorongoro-Krater, dass über einen leichten „spanischen“ Einschlag verfügt und schließlich in eine triumphale Fanfare mündet. Neben diesen beiden Hauptthemen entwarf Wolfgang Zeller noch weitere Melodien, die bestimmten Tieren oder Situationen zugeordnet sind wie z. B. das lässige Saxophonthema für die schläfrigen Löwen, das gleich im ersten Drittel des Films vorgestellt und mit einer sehr zurückgenommenen Variante des zweiten, triumphalen Hauptthemas kombiniert wird. Diese Passage ist ein gutes Beispiel für die kompositorische und konzeptionelle Raffinesse der Musik. Indem Zeller das majestätische Hauptthema mit dem der „Könige der Tiere“ kombiniert, wird ein direkter musikalisch-thematischer Bezug erstellt, der allerdings nur dadurch aufgehen konnte, dass der Komponist auch handwerklich versiert genug ist, sein ursprünglich energetisches Thema nun in eine weitaus gemächlichere Variante für überwiegend Streicher zu verwandeln. Auch für die musikalisch sehr beeindruckende Vertonung für das Ende der Trockenperiode, zu der im Film mit dem beginnenden fallenden Regen wieder das Leben in die Wüste einzieht, komponierte Wolfgang Zeller ein wunderschönes lyrisches Thema, das nach und nach in den Streichern aufblüht. Dass es nur dieser einen Passage vorbehalten ist, macht es so besonders wert- und wirkungsvoll. Zu meinen Favoriten gehört außerdem die dritte, abseits der Hauptthemen entwickelten Melodie: In der letzten Jagdszene ist ein herrlich optimistisches Thema zu hören, das charakterlich eher an eine nordische oder angelsächsische Volksweise erinnert und leider viel zu schnell verstummt. Wie auch im Film halten sich in der Musik traumhafte Landschaftspanoramen, einige spannende Momente und temporeiche Jagdabschnitte die Waage. Für den Konflikt mit den Wilddieben entwickelte Zeller ein ruppiges Thema, das (deutlich klappernd) von den Streichern vorgetragen wird und wie ein Fugenthema angelegt zu sein scheint, da es aus einem markanten Themenkopf und sich daraus entspinnenden Sechzehntelketten besteht. Insgesamt haftet diesem Thema ein leicht barocker Tonfall an, jedoch führt Zeller es – im Gegensatz zur Behauptung im Booklettext – nie als Fuge durch.

Da die Musik neben der Erzählspur das einzig prägende akustische Element des Films ist, musste Zeller weder um Geräusche oder Dialoge „herumkomponieren“, noch musste er sich möglichst kleinteilig an rasche Szenen- und Stimmungswechsel anpassen. Vielmehr konnte er die einzelnen Abschnitte des Films, die individuellen Tierarten, der Jagd oder Landschaftspanoramen gewidmet sind, mit in sich geschlossenen Passagen vertonen, in denen es ihm auch erlaubt war, große Bögen zu spannen. Sogar die unverzichtbaren illustrativen Elemente wie die „schnaubenden“ gedämpften Blechbläser für den Kampf zweier Zebrahengste, verspielte, vogelhafte Flötenfiguren oder die langsam niedergleitenden Streichertremoli für die Geier bleiben kein großer Zusatz, sondern bilden einzelne motivische Gestalten, die vollwertig in den musikalischen Fluss eingewoben sind. Zu fast keinem Zeitpunkt wird allein aus der Musik ersichtlich, dass es sich über die Begleitmusik zu einem Film über die afrikanische Serengeti-Wüste handelt, da Zeller exotisches Kolorit größtenteils ausspart. Lediglich die mit dezenten Trommel-Rythmen und leicht archaisch anmutenden Holzbläsermelodien gestaltete Musik für die Massai verortet die – wenn auch nicht korrekt recherchierte und wenig authentische – Komposition in exotische Gefilde. Vielmehr könnte es sich auch um die Musik zu einem Historiendrama oder Ähnlichem handeln.

Die CD von Alhambra Records enthält die vollständige Musik zum Film inklusive einiger nicht verwendeter Passagen, die glücklicherweise im Archiv der Familie Grzimek erhalten geblieben sind. Wie immer zeichnet sich dieses Album durch einen hervorragenden Produktionsstandart aus, das Booklet enthält informative Texte zum Film und der Musik. Trotz der stolzen Laufzeit von über (!) 80 Minuten kommt bei dieser schwelgerischen Abenteuermusik absolut keine Langeweile auf. Ich möchte dieses Album allen empfehlen, die sich für orchestrale Filmmusik mit großen Themen begeistern können!

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Zur Zerstreuung, und weil ich mich nach wie vor im Zustand der Urlaubs-Vorfreude befinde: DIE MARTINSKLAUSE erzählt in wunderschönen Schwarz-weiß-Bildern von der Watzmann-Sage und der Besiedlung des Berchtesgadener Landes im 12. Jahrhundert. Und weil das Kinoplakat eines der schönsten ist, die ich kenne, hängt seit einiger Zeit auch ein Exemplar davon in meiner Wohnung. Da ich davon ausgehe, dass das Warten auf eine Filmmusik-Veröffentlichung aussichtslos ist, präsentiere ich hier mal Bernhard Eichhorns dramatische Titelmusik:

 

 

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Um Helmut Käutners UNTER DEN BRÜCKEN ranken sich die Mythen, was in erster Linie auf seine Entstehungszeit zurückzuführen ist. 1944/45 in und um Berlin entstanden, wurden die Dreharbeiten vom Krieg bestimmt. Schauplätze mußten kurzfristig geändert werden, da die ursprünglich vorgesehenen Drehorte zwischenzeitlich durch alliierte Luftangriffe zerstört worden waren. Andere im Film gezeigte Locations wie die Jannowitzbrücke und der Schlütersteg haben das Ende des Krieges nicht überstanden. Von all dem ist im fertigen Film nichts zu bemerken. In peotischen Bildern wird eine eigentlich ganz einfache, zeitlose Dreiecksgeschichte um zwei Havelschiffer (Knuth & Raddatz) und eine junge Frau (Hannelore Schroth) erzählt. Beseelt und authentisch. Die Stilismen des italienischen Neo-Realismus sind hier bereits spürbar.

Mit dieser kleinen Suite möchte ich an einen der schönsten deutschen Filme erinnern. Selbst der große Helmut Käutner war selten, vielleicht nie, so gut wie hier. Eichhorn verarbeitet in seiner Filmmusik den Text des Gedichtes "Die Brücke Tuledu" von Hans Leip zu einer melancholischen Seemannsweise, deren Melodie er auch als Leitmotiv verwendet.

 

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Hatte das Glück, diesen Film letztes Jahr erstmals im Kino zu sehen und es war eine wirklich schöne Erfahrung. Da es im Rahmen einer fast vollständigen Käutner-Retro war kann ich sagen, dass mich Käutner bei einigen Filmen noch mehr gepackt hat, aber die Unaufgeregtheit von UNTER DEN BRÜCKEN und einige wirklich atmosphärisch dichte Szenen werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.

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Eine Käutner-Retro wäre hier bei uns auch mal eine tolle Sache. Müßte ich mal vorschlagen. Das ist natürlich eine ganze Menge, und da ist ja auch einiges an seichtem Unterhaltungskokolores dabei.

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Bernhard Eichhorn: SCHLOSS HUBERTUS

Mal wieder Zeit für einen unveröffentlichten Score aus deutschen Landen. So kitschig und zugegebenermaßen auch langweilig die Ganghofer-Verfilmung SCHLOSS HUBERTUS auch sein mag - die Musik von Bernhard Eichhorn ist grandios, dynamisch, mitreißend. Ich weiß nicht, warum es niemals einen Musik-Querschnitt durch das Schaffen dieses Komponisten gegeben hat. Eichhorn hat bis in die 70er Jahre hinein so viel gemacht, vor allem für Käutner. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es dazu nichts mehr in den Archiven gibt.

 

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vor 38 Minuten schrieb Angus Gunn:

Bernhard Eichhorn: SCHLOSS HUBERTUS
Ich weiß nicht, warum es niemals einen Musik-Querschnitt durch das Schaffen dieses Komponisten gegeben hat. Eichhorn hat bis in die 70er Jahre hinein so viel gemacht, vor allem für Käutner. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es dazu nichts mehr in den Archiven gibt.

Nein, es ist von Eichhorn leider nichts mehr vorhanden. Man muß auch bedenken, daß die letzten Arbeiten von Eichhorn nur fürs Fernsehen waren, im Prinzip hat er - mit Ausnahme von Käutners FEUERZANGENBOWLE-Remake an 1970 - nach 1961 ja fast keinen Spielfilm mehr gemacht. Arild Rafalzik, der vor zwei Jahren gestorben ist und sämtliche "Deutsche Filmkomponisten"-CDs bei Bear Family produziert hat, wollte vor mehr als 15 Jahren auch einen Eichhorn-Sampler in der Reihe bringen, aber er konnte eben trotz aller Kontakte, die er ja hatte, einfach kein Bandmaterial mehr auftreiben und er hat den Versuch dann 2005 endgültig abgebrochen. Ich kannte Arild selbst und er hat mir das am Telefon vor ca. 10 Jahren auch mal erzählt gehabt.
Hier seine eigenen deprimierenden Worte auf seiner ehemaligen Homepage

"Leider begannen schon während der Produktion zur CD 3 und 4 die Ausfälle (siehe Willy Mattes) und dann meine persönlich schwere Enttäuschung, daß es von Komponisten wie Franz Grothe (trotz seiner Stiftung), Werner Eisbrenner, Bernhard Eichhorn überhaupt keine Musikbänder mehr gab bzw. ich überall versuchte, für die Erben welche ausfindig zu machen. Nicht, daß sie in all den Jahren selbst nichts erhalten hatten, nein, sie taten mir auch noch ihre Enttäuschung kund wie: „Soll das heißen, daß ich jetzt kein Geld bekomme?" „Ja, wie denn, wenn ich keine Musik von ... habe, dann kann ich auch keine CD machen."
http://www.arildrafalzik.de/CDs04.htm

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vor 17 Minuten schrieb Stefan Schlegel:

"Deutsche Filmkomponisten"-CDs bei Bear Family

Ja, an diese Reihe hatte ich auch gedacht, und daran auch damals gewisse Hoffnungen bezüglich Eichhorn geknüpft. Wirklich ein Jammer.

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Es wird von Bear Family sicher in Zukunft auch nichts Großes mehr hinsichtlich deutscher Filmmusik kommen, denn Arild war der eigentliche Antriebsmotor hinter diesen ganzen CD-Produktionen. Ohne ihn und seinen Enthusiamsus wäre da vieles nie erschienen. Es liegt wie so oft in der Soundtrackszene und ja auch in anderen europäischen Ländern wirklich an Einzelkämpfern, die sich für was einsetzen. Sobald es die nicht gibt, funktioniert kaum mehr was.
Außerdem sind gerade hier in Deutschland eben in den 50ern und 60ern ganz viele Musik-Masterbänder nach Erscheinen des Films vernichtet worden. Das war mehr oder weniger die Regel und ist eine längst bekannte Tatsache, weil man sie ja an sich nicht mehr gebraucht hat, da auch auf Tonträger damals kaum was an orchestraler deutscher Filmmusik erschien.. Man muß froh sein, daß es überhaupt Komponisten wie Majewski oder Wilhelm gab, die Bandkopien ihrer Filmmusiken über viele Jahrzehnte hinweg aufbewahrt haben. Das ist längst nicht bei allen damals bekannten Filmkomponisten so gewesen.

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Gast
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