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Ich habe deine Feststellung weder aus dem Zusammenhang gerissen, noch falsch interpretiert. Du sagtest, dass Williams´ Musik die Bilder (und damit Auschwitz) erträglich (und damit logischerweise konsumierbar) macht. Und das ist eine üble Vorgehensweise: Spielberg macht das schlimmste Grauen des 20. Jahrhunderts, oder vielleicht aller Zeiten, erträglicher. So etwas finde ich falsch. Wieso nicht? Ich fände das einzig und allein ehrlich und respektvoll, auf eben dieses Leid aufmerksam zu machen - und es nicht auszublenden und dafür die entstehende "Leerstelle" mit schöner, anmutsvoller Musik auszufüllen. _______________ Spielberg ist als Filmemacher ein (brillanter) Naivling: als Regisseur von Unterhaltungsfilmen ist er ungeschlagen, ein Meister seines Fachs. Ich liebe seine INDIANA JONES-Filme und auch JURASSIC PARK (der meiner Meinung nach übrigens ernsthafter und pessimistischer ist als SCHINDLER´S LIST, aber das ist ein anderes Thema). Was in seinen eskapistischen Unterhaltungsfilmen brillant funktioniert, funktioniert in seinen ernsthaften Filmen dagegen weitaus schlechter: die naive Hoffnung, dass alles gut wird, hat in Filmen mit zutiefst ernstem Sujet, wie SCHINDLER´S LIST, MINORITY REPORT oder auch WAR OF THE WORLDS, nichts zu suchen. Spielbergs ewiger Drang zum Positiven und zum Happy-End richtet bei großartigen Filmen wie MINORITY REPORT oder WAR OF THE WORLDS echten Schaden an. MINORITY REPORT etwa, der als Hommage an den Film noir angelegt ist, übt mit seinem positiven Ausgang regelrecht "Verrat" am Genre des Film noir - der Film noir ist nämlich ein Genre, in dem der Held fast ausnahmslos zu Grunde geht, mal selbst verschuldet, mal unverschuldet. Wieso kann Spielberg keinen Film negativ enden lassen? Auch in WAR OF THE WORLDS wirkt das positive Ende "aufgedrückt": im Film wird so viel Grauen und Entsetzen dargestellt, am Ende dagegen siegt (unlogischerweise) doch wieder das Gute, die Familie und die menschliche Zivilisation. Als wenn nichts gewesen wäre... MINORITY REPORT und WAR OF THE WORLDS wirken auf mich wie wahrhaftige, ehrliche Kunstwerke, denen ihr wirkliches Ende entrissen und durch ein feiges Ende ersetzt wurde. Ich liebe beide Filme, schalte in den letzten 10 Minuten aber am liebsten ab, um mir das Erlebnis nicht zu versauen. SCHINDLER´S LIST ist, wie ich heute Vormittag erläutert habe, genau der gleiche Fall. Mag sein, dass das Ganze nicht absichtlich auf großes Einspielergebnis ausgelegt ist, aber es war die Folge. Die Folge von Spielbergs (möglicherweise unbewusster) kindlicher Naivität, dass am Ende doch alles gut wird. Dessen sollte sich der Mann endlich mal bewusst werden und entweder endlich ehrliche ernsthafte Filme machen, in denen am Ende auch mal alles scheitert - oder beim Unterhaltungsfilm bleiben, der an sich gar nicht zur Ehrlichkeit verpflichtet ist. Auschwitz ist Hoffnungslosigkeit, ich wüsste auch nicht, was sich Positives aus diesem Grauen entwickelt haben soll - wie uns die Geschichte lehrt, hat es die Welt nicht besser gemacht. Somit finde ich es auch verlogen, eine schöne, anmutsvolle Musik für diesen Film bzw. für dieses Ereignis zu komponieren. Ich glaube nicht, dass sich in irgendeinem KZ-Insassen jemals irgendwelche erwärmenden, hoffnungsvollen Gefühle ausgebreitet haben, wie man sie beim Anhören der Williams-Musik verspürt. Obwohl das wohl niemand wirklich beurteilen kann, würde ich sagen, dass bei den meisten Gefangenen im Angesicht des sicheren Todes durch Verhungern, Vergasung, Erschießung oder üble Infektionen eher Gefühle wie blankes Entsetzen und Panik vorherrschten, und nicht "ruhige", erträgliche Gefühle wie Trauer. Williams´ Musik verharmlost und romantisiert (ja, die Musik ist in ihrem Gestus eindeutig spätromantisch, mit leichten folkloristischen Einfärbungen), und so etwas wird dem Thema Auschwitz einfach nicht gerecht. Aber ich finde, dass ist nun eine Diskussion, die weit über Spielberg, Williams und Filmmusik hinausgeht, und eher zur kunsttheoretischen Reflexion wird. Hätte jemand Interesse an einem eigenen Auschwitz-Thread?
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80er-Familien-Sci-Fi? E.T., EXPLORERS, TWILIGHT ZONE?
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Auch so eine fragwürdige Sache: durch seine Zugänglichkeit (besonders in musikalischer Hinsicht) wurde der Film zum Erfolg. Das ist schon übel, wenn man sich mal überlegt, dass Auschwitz damit zur "genießbaren" Massenkultur wurde, die auch noch Unmengen an Kohle abwirft. Leichentürme bunt angemalt, mit profitablem Ausgang für Hollywood.
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Schwieriges Thema. Ich finde, ein Film über dieses Thema sollte in keiner Hinsicht "leicht verdaulich" sein, auch nicht durch die Musik. Und was die Hoffnungen und pulsierenden Herzen betrifft: das passt ziemlich gut ins naive Weltbild eines Regisseurs, der zwei Jahre vorher einen Film wie HOOK gemacht hat. In Auschwitz gab es wohl keine Hoffnung mehr.
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Taras Bulba - Franz Waxman___________________________11 (+) Das Wandelnde Schloss - Joe Hisaishi____________________17 The Long Good Friday - Francis Monkman_________________15 The Lion King - Hans Zimmer___________________________14 Die Päpstin - Marcel Barsotti ___________________________9 Daybreakers - Christopher Gordon_______________________11 (+) Schindler's List - John Williams__________________________10 (-) Cliffhanger - Trevor Jones______________________________8 TARAS BULBA ist ein Klassiker, ein kleines Meisterwerk - umwerfend allein schon "Ride to Dubno", unglaublich was Waxman hier aus einer verhältnismäßig einfachen musikalischen Idee rausholt. Dickes Plus! DAYBREAKERS ist einer der intelligentesten und kompositorisch dichtesten Horrorscores der letzten Jahre - sehr ungewöhnlich und erfrischend das skalenbasierte Konzept des Scores (d.h. Dur/Moll für die menschlichen Protagonisten, Oktatonik für die vampirischen Antagonisten). Auch die kompositorische Umsetzung dieses Konzepts lässt keine Wünsche offen, alles wunderbar mehrstimmig, teils sogar in Kanon-Form gestaltet - und wie Gordon immer wieder einzelne Instrumente solistisch in den Vordergrund stellt (Horn, Cello, Pauken), das mutet schon fast konzertant an. Ein brillanter Score, schon fast reif für den Konzertsaal. Wer Genaueres über den Score nachlesen möchte, kann das in meiner Rezension aus dem letzten Jahr tun, Link in meiner Signatur. SCHINDLER´S LIST ist an sich keine üble Musik, aber in meinen Ohren zu kitschig für so ein heikles Thema, zu viel Wohlklang - Auschwitz sollte "unkonsumierbar" sein. Grauen, Tod, Qual, Verwesung... das hätte Williams darstellen sollen. Alles andere ist meiner Meinung nach Heuchelei.
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Das kann ich so unterschreiben - kein Zwang in irgendeine Richtung, jeder entscheidet eben für sich, welche Bewertungsmethode er anwendet. Clever wäre ja z.B. eine gesunde Mischung aus Subjektivem und Objektivem, aber das nur als Gedankenanstoß. Ja, genau, bzw. es ging um die ersten 20 Sekunden der "Skateboard Chase" in Teil 1, bzw. der "Hoverboard Chase" in Teil 2. Für mich ist das rhythmisch immer noch ein 7/16 + 11/16 + 4/16 (mal fünf) - und eben kein durchgehend gerader (Vierer-)Takt, in dem alles synkopisch notiert ist. Hab damals ja beide Varianten aufgeschreiben, eingescannt und im Silvestri-Thread gepostet. Meine Variante war da einfach übersichtlicher und besser lesbar. Aber selbst wenn es gerader Vierer-Takt sein sollte: die rhythmische Struktur ist einfach äußerst erfrischend und Goldsmith-like, egal ob jetzt der Takt oder die Einwürfe ungerade sind. Ungerade bleibt´s so oder so.
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Oliver, hier muss gar niemand irgendwas. Wer eine objektivere und wissenschaftlichere Einstellung zur Musik hat, der wertet automatisch auch objektiver und wissenschaftlicher - soll diesen Usern dann das Bewerten in diesem Thread verboten werden? Ein Plus bekommt bei mir das, was gut ist, und wenn ich es gleichzeitig auch noch gut finde, trifft sich das gut. Aber wenn ich einen Score vor mir habe, der Klasse hat, mir aber subjektiv nicht gefällt - dann werde ich mich hüten, dem Score ein Minus zu geben, sondern gebe einfach kein Plus. Das ist dann nur eins, nämlich fair und respektvoll gegenüber einer tollen kompositorischen Leistung. Ich finde es löblich, wenn Leute wie Lars so fair und respektvoll sind und nicht ihren eigenen Geschmack über alles stellen (anzunehmen, der eigene Geschmack ist das wichtigste, ist eigentlich eine ziemlich selbstverliebte Haltung). Ich würde sagen, wir gestatten einfach beides: wer rein subjektiv bewerten möchte, tut das, wer objektiver bewerten möchte, tut eben das. Werben kann ich nur immer wieder für letzteres. Sorry, aber so verächtlich gegenüber denen, die anders denken, äußere ich mich nicht - ich fände es schön, wenn andere das im Gegenzug dann auch nicht tun. Ich kenne Barsottis Score nicht, aber allein der "orchestrale Faktor" ist doch nicht der Grund, wieso Prokofieffs ALEXANDER NEWSKI aufgewertet wird. Wie schon angemerkt wurde, ist der Score extrem originell, thematisch-motivisch äußerst vielschichtig (genial, wie facettenreich allein das Kreuzritter-Thema variiert wird) und außerdem hochintelligent an Eisensteins Montage-Technik angepasst. Mit der Analyse des Scores (rein kompositorisch + Kombination mit der Montage des Films) könnte man ein ganzes Seminar füllen. Kurzum: eine der wichtigsten sowjetischen Filmmusiken überhaupt, zu einem Film, über den sich streiten lässt. Eisenstein war ein brillanter Regisseur, Film- und Montage-Theoretiker, aber NEWSKI ist eben ein lupenreiner Propaganda-Schinken. "Lieben" kann den Film sicher niemand, "schätzen" sollte man den brillanten Einsatz der filmischen Mittel (und natürlich die Filmmusik) dagegen schon. (Ach ja, bevor jemand fragt: Montage = Schnitt) Um es kurz und bündig zusammenzufassen: ALEXANDER NEWSKI ist deswegen so großartig, weil er als einer der ersten Scores der Filmgeschichte in ein intellektuelles, durchaus tiefsinniges Wechselspiel mit der Montage, also dem Filmschnitt, tritt. Jeder, der sich mit Filmmusik beschäftigt, sollte den Score zumindest schon mal gehört haben. Alexander Nevsky - Sergei Prokofiev_____________________17 (+) Das Wandelnde Schloss - Joe Hisaishi____________________16 Lost - Michael Giacchino_______________________________6 (-) The Long Good Friday - Francis Monkman_________________14 V for Vendetta - Dario Marianelli_________________________1 Die Päpstin - Marcel Barsotti ___________________________7 Back to the Future - Alan Silvestri_______________________20 (+) Cocoon - James Horner________________________________17 Zu BACK TO THE FUTURE gibt´s wahrlich nicht viel zu sagen: sicher hat der Score seine Vorbilder, aber das Thema ist brillant und rhythmisch ist der Score teils auch ziemlich clever gemacht, insbesondere die "Einstein"-Cues zu Beginn oder der Anfang der "Skateboard Chase". Letzteren hatte ich im Silvestri-Thread ja mal rhythmisch analysiert und dafür die Hucke voll bekommen. Neu: DAYBREAKERS (Christopher Gordon) Alexander Nevsky - Sergei Prokofiev_____________________17 Das Wandelnde Schloss - Joe Hisaishi____________________16 Lost - Michael Giacchino_______________________________6 The Long Good Friday - Francis Monkman_________________14 V for Vendetta - Dario Marianelli_________________________1 Die Päpstin - Marcel Barsotti ___________________________7 Daybreakers - Christopher Gordon_______________________10 Cocoon - James Horner________________________________17
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Korrekt - Big Ed Hurley äääääh... Everett McGill in THE STRAIGHT STORY.
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The Living Daylights?
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Dann hast du aber noch nichts von Christopher Gordon gehört. In meinen Ohren ist LOST eine zwar recht nette, kompositorisch aber auch ziemlich schlichte Hörangelegenheit, die ich ähnlich wie LET ME IN eher zu den mäßigeren Giacchino-Arbeiten der letzten Jahre zählen würde. Manch experimentellen Ansatz finde ich ja ganz interessant, aber insgesamt fehlt mir eine stringente kompositorische Ausarbeitung der vielen (guten) Einzelideen. Das Wandelnde Schloss - Joe Hisaishi_____________________14 Cleopatra - Trevor Jones_______________________________18 Lost - Michael Giacchino_______________________________10 (-) The Long Good Friday - Francis Monkman_________________16 V for Vendetta - Dario Marianelli_________________________4 Die Päpstin - Marcel Barsotti ___________________________12 Rambo III - Jerry Goldsmith_____________________________18 (+) Cocoon - James Horner________________________________10 RAMBO III gehört wahrlich nicht zu den besten Goldsmith-Scores - von den mir bekannten Scores der Liste ist er aber momentan der Beste.
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Ich hatte HALLOWEEN mit hinein genommen, um mal wieder einen richtig miesen Score in der Liste zu haben - und jetzt merke ich, dass es doch tatsächlich einige gibt, die die Musik schätzen und mögen. Hmm... Das Hauptthema im 5/4-Takt ist zwar an sich eine nette Idee und auch ziemlich eingängig, aber darüber hinaus bietet der Score musikalisch echt Zero. Das "Shape"- bzw. Verfolgungsmotiv ist so ziemlich das billigste und banalste, was ich je in einer Filmmusik gehört habe - so banal, dass es (für mich) noch nicht mal mehr im Zusammenhang mit den Filmbildern wirkt. Trotz des mittlerweile legendären Themas ist HALLOWEEN ein echter Anti-Score für mich. Nichts gegen simple, effektive Musik... aber die Musik ist leider so simpel und inhaltsleer, dass sie echt überhaupt nichts mehr transportieren kann, weder Message, noch Spannung oder Emotion. Gamer - Robb Williamson & Geoff Zanelli____________________6 Trevor Jones - Cleopatra _______________________________12 Halloween - John Carpenter______________________________7 (-) The Long Good Friday - Francis Monkman__________________13 V for Vendetta - Dario Marianelli__________________________8 Krull - James Horner _____________________________________17 (+) Steamboy - Steve Jablonsky_____________________________2 Die Päpstin - Marcel Barsotti ____________________________16 KRULL dagegen ist top, einer der besten Horner-Scores aus seiner besten Phase.
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James Newton Howard - GREEN LANTERN
Sebastian Schwittay antwortete auf Soundtrack Composers Thema in Scores & Veröffentlichungen
Lass mich raten: I AM LEGEND und THE HAPPENING findest du langweilig? Wenn ja, passt ja alles. -
James Newton Howard - GREEN LANTERN
Sebastian Schwittay antwortete auf Soundtrack Composers Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ich finde, man merkt der Musik eben an, dass sie in drei Wochen entstanden ist: handwerklich sauber, aber doch irgendwie ein eilig zusammengebastelter Schnellschuss, der nicht gerade vor Inspiration und Originalität strotzt. Solide Konfektionsware, würde ich sagen. -
James Newton Howard - GREEN LANTERN
Sebastian Schwittay antwortete auf Soundtrack Composers Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ich finde KING KONG ziemlich mittelmäßig - aber damit stehe ich wohl wieder alleine da. Seine originellste und schönste Musik der letzten Jahre ist in meinen Ohren eindeutig THE VILLAGE. Knapp dahinter rangiert I AM LEGEND - und THE HAPPENING ist mit seinen dezenten Schostakowitsch-Anleihen und seiner lähmend-melancholischen Atmosphäre auch recht interessant, obwohl ich ihn anfangs gar nicht mochte. Mittlerweile hat sich mein Blick auf den Score aber durchaus (positiv) verändert. -
Prince of Egypt - Hans Zimmer & Stephen Schwartz__________16 (-) The Usual Subjects - John Ottman________________________20 (+) The Long Good Friday - Francis Monkman__________________11 V for Vendetta - Dario Marianelli__________________________8 Stardust - Ilan Eshkeri __________________________________2 Steamboy - Steve Jablonsky_____________________________5 Die Päpstin - Marcel Barsotti ____________________________15 Alien 3 - Elliot Goldenthal _______________________________19 (+) Naja, raus damit... Neu: HALLOWEEN (John Carpenter) Prince of Egypt - Hans Zimmer & Stephen Schwartz__________16 Halloween - John Carpenter______________________________10 The Long Good Friday - Francis Monkman__________________11 V for Vendetta - Dario Marianelli__________________________8 Stardust - Ilan Eshkeri __________________________________2 Steamboy - Steve Jablonsky_____________________________5 Die Päpstin - Marcel Barsotti ____________________________15 Alien 3 - Elliot Goldenthal _______________________________19
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James Newton Howard - GREEN LANTERN
Sebastian Schwittay antwortete auf Soundtrack Composers Thema in Scores & Veröffentlichungen
Sehe ich absolut nicht so. Von Howard kommen nur noch vereinzelte wirklich gute Arbeiten - DEFIANCE oder I AM LEGEND waren solche Fälle. Ansonsten arbeitet er seit gut 5-6 Jahren ziemlich schematisch, wie ich finde. Außerdem tendiert seine Musik immer öfter zum Sound-Design und zu einer Art Mood-Scoring, die stilistisch teils auch stark in die RC-/Zimmer-Ecke schielt. Ich erwarte mir von THE GREEN LANTERN nicht viel - mag sein, dass der Score schön großorchestral wird, aber mit KING KONG hat Howard gezeigt, dass er auch mit den traditionellsten Mitteln und den dicksten Orchestern keinen so fetzigen, gut gearbeiteten Score wie WATERWORLD mehr gebacken kriegt. Seine beste Zeit (Anfang/Mitte der 90er: FALLING DOWN, THE FUGITIVE, WATERWORLD) hat JNH leider hinter sich. -
- Die Musik kommt später...
Sebastian Schwittay antwortete auf Souchaks Thema in Filmmusik Diskussion
ANOTHER YEAR wird veröffentlicht? Klasse! Wunderschöner, kammermusikalischer Score für kleines Ensemble aus Harfe, Holzbläsern und einigen Streichern. Sehr zu Herzen gehend und kontrapunktisch teils recht delikat. Übrigens auch ein toller Film, Tipp! -
Die Gesammelten Interviews der Cinema World
Sebastian Schwittay antwortete auf Laubwoelfins Thema in Komponisteninterviews
Ich finde es verdammt interessant, dass unter (Film-)Komponisten die modernistische klassische Musik des 20. Jahrhunderts so beliebt ist - und dagegen bei den meisten Filmmusikhörern so unbeliebt... Konkret: was unter Score-Fans Ohrenschmerzen verursacht (mich und einige andere ausgenommen), wird von den Filmkomponisten selber hoch geschätzt. -
Ohne dich provozieren zu wollen: aber wir haben doch bisher kaum über HOOK diskutiert - und die Diskussion ist doch außerdem sehr interessant. Ich finde nicht, dass man das hier jetzt unbedingt gleich wieder "abwürgen" muss. Wobei Gerrit schon sehr nachvollziehbar argumentiert und seine Kritik ordentlich begründet hat. Ich finde nicht, dass es einen Grund gibt, ihm gegenüber in dieser Sache nun irgendwie feindlich gegenüberzustehen.
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Kann ich absolut nachvollziehen und auch bestätigen: auch für mich ist HOOK alles andere als tiefempfundene Musik, sondern reiner Publikumsfang. Angereichertes musikalisches Saccharin, aber nie und nimmer wahrhaftig von Herzen kommende Musik. Ein durch und durch zuckersüßer Score, aber auf berechnende Weise zuckersüß. Wenn ich es süß, aber wahrhaftig haben möchte, greife ich z.B. lieber zu Goldsmiths A PATCH OF BLUE. Das gleiche empfinde ich beim Film: Hochglanz-Kintopp ohne Seele - wobei ich euch (Thomas, Oliver) schon verstehen kann, wenn da für euch Kindheitserinnungen dran hängen. Als Kind entlarvt man den meisten Schmarrn eben noch nicht als Schmarrn... verzeiht mir die "direkte" Ausdrucksweise.