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Eigener Anspruch und Filmmusik im Wandel der Zeit


Thomas Müthing
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Ihr redet und redet und merkt gar nicht, wie absurd eure "Argumente" sind - wieso lässt einen ein Liebesthema "kalt", ein anderers "erwärmt". Das ist doch nur eure subjektive Ereiferung für ein bestimmtes Motiv, nicht für die Musik als solche.

DARUM wird darauf nicht eingegangen. Weil es ein künstlich erzeugter, in der Realität für die Bewertung mithin BEDEUTUNGSLOSER Unterschied ist.

Bei ihm hat man teilweise den Eindruck zuerst war die Farbe da und dann die Form.

Jan, das ist sachlich falsch. Herrmanns Musik ist (mit Ausnahmen wie Citizen Kane oder The Ghost and Mrs Muir) meist motivisch und atmosphärisch aufgebaut, nicht nach der Wagnerianischen Leitmotivik. Deshalb sind thematische Ideen sehr wohl vorhanden, sie sind nur in einen atmosphärischen Kontext gebettet, aus dem sie nicht so leicht herausgelöst werden können wie beispielsweise ein John Barry-Thema.

Und übrigens ist "Handwerk" keine Abwertung (Oh, Mann!), sondern die Grundlage aller Kunst. Wer nämlich keins besitzt, der muss es sich entweder ausborgen (Hans Zimmer fällt einem da ein), oder er kann gar keine Idee technisch umsetzen.

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Ihr redet und redet und merkt gar nicht, wie absurd eure "Argumente" sind - wieso lässt einen ein Liebesthema "kalt", ein anderers "erwärmt". Das ist doch nur eure subjektive Ereiferung für ein bestimmtes Motiv, nicht für die Musik als solche.

DARUM wird darauf nicht eingegangen. Weil es ein künstlich erzeugter, in der Realität für die Bewertung mithin BEDEUTUNGSLOSER Unterschied ist.

da ich deine aussage verstehen möchte, erläutere mir das bitte an einem beispiel. vielleicht an dem liebesthema aus Vom Winde Verweht. da es wahrscheinlich ein handwerklich ausgezeichnetes thema ist, müsste ich ja total begeistert sein von handwerklicher seite aus und dies bedeutet gleichzeitig, dass es auch eine ausgezeichnete wirkung haben müsste.

und wenn ich jetzt sage, dass ich das thema zu aufgeblasen finde und es mich völlig unberührt lässt, was für ein problem habe ich dann? bitte beachte, dass ich die handwerkliche perfektion nicht in frage stelle, sondern nur die wirkung der musik bei mir nicht ankommt.

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Es tut mir leid, aber DEIN Diskussionsstil ist mir zu arrogant und abschätzig. Wer Vergleiche zwischen Deckenmalern und Kunstmalern zieht, enthebt die Diskussion jeder Sachlichkeit.

Die Einstufung eines Komponisten als "Handwerker" kommt nicht von mir, sondern wurde von mehreren Diskutanten u.a. von Dir vorgenommen. Und unter Handwerker verstehe ich nun mal Elektriker, Deckenmaler, Tischler, Drechsler, Mechaniker etc. und nicht Komponisten, Bildhauer, "Kunstmaler" etc.

Schau dir lieber die Filme an, die Herrmann vertont hat, da kannst du bestimmt noch ne Menge lernen. Und dann vergleiche sie mal mit dem, was heute so an Filmmusik herumfliegt.

Der Unterschied übrigens zwischen "gutem" und "brillantem" Handwerk liegt darin, dass letzteres zusätzlich noch innovativ ist. Weiter oben gebe ich ein paar Beispiele dieses innovativen Handwerks, und zwar in Bezug auf die Orchestrierung.

Was die Ostinatofiguren angeht, so war Herrmann einer der wenigen, bei dem sie "funktionieren". Siehe Elmer Bernsteins berühmtest Zitat über den "greatest ostinato writer in history - because he made them work" - Und der Grund, warum sie funktionieren ist der, dass sie nahtlos in die Gesamtstruktur eingbettet sind. Bei Herrmann hängen die einzelnen Elemente zusammen. Bei Brian Tyler z.B: - nicht.

Warum nicht gleich so? Warum erst mal den anderen runtermachen, als ob er keine Ahnung hat. Inhaltlich sind wir ja gar nicht so weit auseinander.

Aber nicht in einer Analyse und Bewertung - Gehen wir mal davon aus, du seist akademisch ausgebildet: Schreib mal in einer Semesterarbeit: "Aber besonders gefällt mir das aufwühlende, herzerwärmende Thema zu..." und schau mal, was dein Prof dazu sagt. Und er hätte Recht! - Wir haben das hier schon verschiedentlich angesprochen, lies erst mal nach!

Da muß ich dich leider enttäuschen. Ich bin nicht akademisch ausgebildet. Ich spiele seit über 20 Jahren einige Instrumente (klassische Gitarre, E-Gitarre, E-Baß) und habe auch ein wenig musiktheoretisches Wissen angeeignet. Musik war eines meiner Prüfungsfächer im Abitur und ich war nicht unbedingt schlecht. Den akademischen Weg habe ich nach reiflicher Abwägung bewußt nicht gewählt, um mir mein "Lieblingshobby" Musik nicht zu verderben.

Ich gebe Dir recht, daß man das obige so nicht in einer Semesterarbeit schreiben kann. Aber wie willst Du denn beschreiben und argumentieren, wenn ein Thema, das ein "aufwühlende, herzerwärmendes" Liebesthema sein "sollte" eben diese Wirkung, trotz der erwiesenen handwerklichen Finesse z.B.ausgerechnet bei mir nicht hat?

Konkret sollten wir im Unterricht eine Arie analysieren u.a. anderem den Höhepunkt bestimmen.

Habe ich anhand der Partitur auch musiktheoretisch richtig gemacht. Der emotionale Höhepunkt in der Arie für mich aber an einer ganz anderen Stelle als dort, wo die Musiktheorie (u.a. wahrscheinlich auch der Komponist) ihn gesehen hat. Tickt mein musikalisches empfinden jetzt falsch und ich bin disqualifiziert, um über Musik zu diskutieren? Ich hoffe nicht.

Meine Schlußfolgerung darauß war und ist immer noch .Man kann die Musik bis zu einem gewissen Grad sachlich und objektiv analysieren, aber ob sie tatsächlich die gewünschte emotionale Wirkung erzielt, ist höchst subjektiv. Das gefällt dem eingefleischten Akademiker nicht, aber bisher konnte mir dafür noch niemand eine vernünftige Antwort geben. Und die Diskussion über Herrmann (Warum muß ich jetzt an diesen ominösen Hefekuchen denken ;)) verdeutlicht ja, daß das nicht nur mir so geht.

Und "Inhalt" - Du selbst gibst über dich gar keinen Inhalt in deinem Profil Preis. Soviel mal dazu. ;)

Was hat die "inhaltliche" Diskussion mit meinem "Profil" zu tun?

Ihr redet und redet und merkt gar nicht, wie absurd eure "Argumente" sind - wieso lässt einen ein Liebesthema "kalt", ein anderers "erwärmt". Das ist doch nur eure subjektive Ereiferung für ein bestimmtes Motiv, nicht für die Musik als solche.

DARUM wird darauf nicht eingegangen. Weil es ein künstlich erzeugter, in der Realität für die Bewertung mithin BEDEUTUNGSLOSER Unterschied ist.

Interessante Aussage. Wer legt fest, was in der "Realität" "bedeutungslos" ist? Ein allgemeingültiges Gesetz, die Musiktheorie in Gänze oder ganz einfach nur Du für Dich selbst, weil es für "Dich" bedeutungslos ist?

Ein Gesetz ist mir nicht bekannt.

Zur Musiktheorie bin ich nicht Akademiker genug um das abschließend beurteilen zu können, aber wie in vielen anderen akademischen Gebieten auch, wird es hier von Professor zu Professor vielleicht auch die eine oder andere Meinung zu geben. Zumindest wäre es sehr Schade, wenn es sich die Musiktheorie hier so einfach macht und, daß was sie sachlich und objektiv nicht erklären kann als bedeutungslos definiert, weil es subjektiv ist.

Wenn Du es für Dich als bedeutungslos empfindest ist das Dein gutes Recht, nur solltest Du diese höchst subjektive Entscheidung nicht als allgemeingültige Regel in den Raum stellen.

Gruß Jafar

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Du hast dich selbst ad absurdum geführt, in dem du eine rein subjektive Empfindung ("aufgeblasen") mit einer erörterbaren Tatsache verwechselst.

ich würde eher sagen, wenn die musik nicht die angestrebte empfindung hervorruft, hat der komponist doch nicht so ganz perfekt gearbeitet. denn wenn er das ganze orchester auffährt und die geigen vor schmalz nur so quietschen, dann finde ich ist das unverhältnismäßig aufgeblasen und vorallem lässt mich die musik dann "kalt", weil sie übers ziel hinausschießt. es kann ja trotzdem handwerklich perfekt sein und er kann hier auch was ganz neues erfunden haben, trotzdem ist es möglich dass die wirkung ausbleibt.

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ich würde eher sagen, wenn die musik nicht die angestrebte empfindung hervorruft, hat der komponist doch nicht so ganz perfekt gearbeitet.

So, jetzt reicht es aber: FÜR DICH verfehlt das Thema eine emotionale Wirkung, weil du nicht darauf reagierst - Andere schon. Deshalb kann man subjektive Wirkung nicht messen, bzw. sie ist ohne Bedeutung für den rest der Welt, weil sie nicht objektivierbar ist.

Mit der QUALITÄT hat das nichts zu tun. Und damit Schluss. Verarschen könnt ihr euch alleine. ;)

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Hmmm,

ich habe nix dagegen, dass man mit musikwissenschaftlichen Methoden an einen Soundtrack herangeht(bin ja selber Musikwissenschaftler) und sicher kann man objektiv die Qualität einer Komposition anhand einer wissenschaftlichen Herangehensweise bewerten. Ändert bei mir nix daran, dass ich mit vielen Kompositionen von Mozart nix anfangen kann, egal wie brilliant sie gearbeitet sind. Mit Beethoven hingegen kann ich sehr viel anfangen.

Ich stehe auch eher auf "brilliant" orchestrierte, harmonisch interessante und rythmisch komplexe Musik. Dennoch finde ich nicht alle Kompositionen die diese Attribute enthalten gut und da kommt wieder Geschmack ins Spiel. Natürlich kann ich anerkennen, dass Sie gut gearbeitet ist, aber daraus folgert nicht sofort ein Automatismus, dass ich sie dann gleich gerne anhöre.

Ich habe nix dagegen wenn hier im Forum auch mal musikwissenschaftlich diskutiert wird, werde mich auch gerne daran beteiligen. Dennoch sollte man anerkennen, dass hier nicht jeder das musikwissenschaftliche Hintergrundwissen hat, um auf einem akademischen Niveau über Soundtracks zu diskutieren.

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Eine Diskussion über "Boah eh geil äh", "superaffengeiles Liebesthema", "echt megamonsterbrachiale Actionmotorik" macht sicher sehr viel mehr Sinn.

Klar, das ist wieder die andere unreflektierte Seite der Medaille, die mir auch nicht zusagt. Vielleicht könnte man einen Mittelweg finden. Wie der aussieht weiß ich allerdings auch nicht so recht, da die Teilnehmer hier musiktheoretisch alle auf einem anderen Stand sind....

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Eine Diskussion über "Boah eh geil äh", "superaffengeiles Liebesthema", "echt megamonsterbrachiale Actionmotorik" macht sicher sehr viel mehr Sinn.

Hi Thomas,

gibt es für Dich nichts dazwischen? Kannst Du nur in Extremen denken und diskutieren?

Ne Menge. Wer selbst nichts von sich Preis gibt, der kann auch nicht erwarten, dass man sich in einer Antwort zu viel Mühe gibt.

Seltsame Ansicht. Nur weil ich aus Datenschutz Sicht berechtigte Gründe habe, eben nicht meine persönlichen Daten, Hobbys, Lebenslauf, etc. im Internet für jeden frei verfügbar zu veröffentlichen, disqualifiziert mich das, als Gesprächspartner von Dir ernst genommen zu werden?

Dann Danke ich Dir hiermit für das Gespräch

:wandsch

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Deshalb sind thematische Ideen sehr wohl vorhanden, sie sind nur in einen atmosphärischen Kontext gebettet ...

Ja stimmt, so in etwa meinte ich das auch, fand in dem Moment aber nicht die richtigen Worte dafür.

Ich meine auch da ist wieder die Frage worauf man eigentlich achtet und worauf man abonniert ist.

Ich selbst finde ein Herrmann-Motiv oder Thema zunächst erstmal (!) gar nicht so unglaublich "genial". Hinterlässt ‘nen Eindruck, schafft ne art Audiologo für den Film, OK ... Was ich aber so genial finde ist, dass er diesem Thema oder Motiv dennoch die Chance gibt und dennoch erkennt das es funktioniert und das daraus etwas erwachsen kann. Ein anderer hätte vielleicht manchmal gesagt: "Ach, so ein einfaches Motiv, dass kann ich nicht machen", aber er hat es gemacht und DAS finde ich, einmal völlig unabhängig von seiner Musik selbst, an Herrmann richtig cool! (Ich hoffe es kommt rüber was ich meine.)

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:huh: Objektivität funktioniert nur und ausschließlich in einem aktiv abgesteckten Feld! Es gibt nichts Absolutes. Alles ist relativ. Wer hat eigentlich bestimmt, dass es nur um Objektivität geht? Wer nur von einem Extrem ins andere hüpft, der ist ein Bit.
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Ihr redet und redet und merkt gar nicht, wie absurd eure "Argumente" sind - wieso lässt einen ein Liebesthema "kalt", ein anderers "erwärmt". Das ist doch nur eure subjektive Ereiferung für ein bestimmtes Motiv, nicht für die Musik als solche.

DARUM wird darauf nicht eingegangen. Weil es ein künstlich erzeugter, in der Realität für die Bewertung mithin BEDEUTUNGSLOSER Unterschied ist.

...

Noch eine kleine theoretische Ergänzung dazu, warum die Subjektivität nicht Bedeutungslos ist (auch nicht für die Musiktheorie):

Die emotionale Reaktion und Empfindung auf Musik erfolgt durch Assoziation und Lernen.

Wir alle kennen den Phrygischen Modus. In der abendländischen Musikkultur verbinden wir diesen Modus in der Regel mit dem Orient. Aber warum. Weil die Komponisten seit Jahrhunderten diesen Modus einsetzen, wenn sie etwas orientalisch klingen lassen wollen. Auch in der heutigen Zeit. Wenn in meiner Kindheit im Fernsehen Dokus über Agypten oder andere arabische Staaten gebracht wurden, war meisten "orientialische" als phrygische Musik zu hören. Also verbinde ich heute und viele meiner Generation diesen Modus mit Ägypten und der arabischen Welt. Ob die Musik dort wirklich so klingt, wußte ich damals nicht, aber die erlernte Assoziation ist bei Musik im phrygischen Modus -> Arabien, Pyramieden, Mumien, Wüste und das vermutlich nicht bei jedem in gleicher Weise, weil nicht jeder die Musik im gleichen Kontext erfahren hat und wirklich die selben Assoziationen dazu hat.

Was ist in ein paar Jahren wenn die aktuelle Generation nur noch mit Zimmerschen Gladiator Idiomen, in denen gar nicht so viel phrygische Themen vorkommen, den Orient assoziiert?

Genauso verhält es sich mit anderen Assoziationen wie Liebe, Wut, etc.. Die Musik kann doch nur gezielt die Emotionen bewirken, wenn dem Komponisten weiß, mit welchen musikalischen Stilmitteln, das Zielpublikum diese Emotionen assoziert und gelernt hat. Und das ist je nach Kulturkreis höchst unterschiedlich. Bei den Modi hat sich die Musiktheorie der subjektiven Wirkung jedenfalls grundsätzlich nicht verschlossen.

Daher werde ich die oben gemachte Aussage jetzt auch einfach mal als "Quatsch" abtuen. ;)

Gruß Jafar

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Thomas, achte bitte auf deine Wortwahl.

Mir scheint, diese objektive Diskussion löst in dir subjektiven Zorn aus. Den bitte nicht hier an denen auslassen, die eben nicht über das hohe akademische Wissen wie du verfügen.

Und gerade das ist doch auch die Frage, inwiefern Herr Müthing über dieses akademische Wissen verfügt. Schließlich hat er auf die wirklich fachlichen musiktheoretischen Aussagen Jans nicht reagiert...einige Fachbegriffe kann man sich auch durch jahrelange Hörerfahrung aneignen.

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Und gerade das ist doch auch die Frage, inwiefern Herr Müthing über dieses akademische Wissen verfügt. Schließlich hat er auf die wirklich fachlichen musiktheoretischen Aussagen Jans nicht reagiert...einige Fachbegriffe kann man sich auch durch jahrelange Hörerfahrung aneignen.

Welche "fachlich musikalischen Fragen" - Du meinst sicher das Runter- und Raufdrücken? ;)

Bill Wrobel hat zahlreiche detaillierte Analysen der hier erwähnten Filmmusiken vorgelegt, man finde sie unter:

http://www.filmscorerundowns.net/herrmann/index.html

Die sind zwar gelegentlich etwas verwirrend formatiert, aber sehr genau. Nicht jeder hat die Zeit für so etwas, und ich schreibe ich quasi zwischen der Arbeit.

:huh: Objektivität funktioniert nur und ausschließlich in einem aktiv abgesteckten Feld! Es gibt nichts Absolutes. Alles ist relativ. Wer hat eigentlich bestimmt, dass es nur um Objektivität geht? Wer nur von einem Extrem ins andere hüpft, der ist ein Bit.

Das bestimmt niemand - nur, ohne eine solche Abgrenzung gibt es, wie bereits 100 mal erwähnt, GAR KEINE Diskussion.

Was ist in ein paar Jahren wenn die aktuelle Generation nur noch mit Zimmerschen Gladiator Idiomen, in denen gar nicht so viel phrygische Themen vorkommen, den Orient assoziiert?

Das ist sehr wohl musikästhetisch bedeutungslos, da es voraussetzt, dass sich der- oder diejenige trotz hervorragender Quellenlage (praktisch die gesamte bedeutende Fillmmusik nach 1930 ist verfügbar) einfach nicht mit dem Hintergrund beschäftigen will.

Wenn du den pizzamampfenden Teenager ohne Bildung und ohne Neugier meinst, dann: d'accord. Aber das ist nicht mein Maßstab, und sollte der niemandes sein. :)

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Welche Doppelposts? Ich reagiere auf unterschiedliche Beiträge unterschiedlicher Teilnehmer.

Ein gutes Beispiel dafür, wie du - in meinen Augen des Öfteren - auf andere Beiträge reagierst. Du ziehst alles auf deinen Maßstab, der aber hier in der Runde so gar nicht existiert. Also explizit in diesem Thread.

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Welche Doppelposts? Ich reagiere auf unterschiedliche Beiträge unterschiedlicher Teilnehmer.

In etwa 5 Minuten hast du hier 3 Beiträge geschrieben, auch diese kann man zu einen einzigen Beitrag zusammenfügen.

Denk bitte das nächste Mal daran.

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Ich bin mit der "Mehrfachzitat" Funktion noch nicht vertraut, da kein anderes Board, das ich bisher frequentiert habe, über so etwas verfügt.

Es gibt auch eine andere Möglichkeit, etwas aufwendiger.

Du kopierst einfach die Zitate zusammen und fügst sie in den erstgeschrieben Beitrag rein. Dann schreibst du deine Antworten dazu So mache ich das auch immer, wenn ich auf mehrere Leute antworten will :)

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Das ist sehr wohl musikästhetisch bedeutungslos, da es voraussetzt, dass sich der- oder diejenige trotz hervorragender Quellenlage (praktisch die gesamte bedeutende Fillmmusik nach 1930 ist verfügbar) einfach nicht mit dem Hintergrund beschäftigen will.

Ich glaube Du hast nicht ganz verstanden, worauf ich hinaus wollte. Wenn ein Großteil der Zielkultur für meine Musik mit dem phrygischen Modus eben einfach nicht mehr den Orient assoziert, so wie wir das noch tun, dann muß das ein Komponist beim Einsatz seiner Stilmittel berücksichtigen, wenn er beim Zuschauer eines Films eine unterschwellige Assoziation mit dem Orient bewirken will, ohne daß schon Bilder aus dem Orient zu sehen sind.

Nur weil die gesamte abendländische Musik der letzten 400 Jahre verfügbar ist, heißt das nicht, das auch alle diese Musik kennen müssen.

Filmmusik, die das ignoriert, verfehlt dann leider ihre gewünschte Wirkung. Und das kann man ganz objektiv und sachlich feststellen. Trotz aller sonstigen musiktheoretischen Brillianz, wäre eine derartige Filmmusik schlechter als eine Musik, die diesem Umstand Rechnung trägt.

Wenn du den pizzamampfenden Teenager ohne Bildung und ohne Neugier meinst, dann: d'accord. Aber das ist nicht mein Maßstab, und sollte der niemandes sein. :)

Warum schon wieder so ein Extrem?!?

Mal ein ganz konkretes Beispiel:

Aus unserer Generation kennt jeder das Williamsche Motiv aus dem Weißen Hai, weil fast jeder diesen Film gesehen hat. Daher funktioniert dieses sehr prägnante Leitmotiv auch weit über den Film hinaus. Viele Filmkomponisten haben sich (vorwiegend in Komödien) dieser gelernten Assoziation bedient und sie sehr gezielt eingesetzt (z.B. Williams selbst in 1941). Auch wenn der Weiße Hai ein Klassiker ist, wird er in den jüngeren Generationen mit Sicherheit nicht so einen hohen Bekanntheitsgrad haben, weil er im Vergleich zu den aktullen Horrorfilmen mittlerweiles sehr behäbig und altbacken wirkt. Es geht mir mittlerweile selber so, daß mir der Film zum großen Teil nur aus Nostalgiegründen gefällt.

Wenn aber immer weniger diesen Film und damit dieses Motiv kennen, werden sie auch nicht die Assoziation mehr zu einem Hai oder einem Ungeheuer aus dem Meer haben. Dort wird es zunächst erst mal eine neu Assoziation mit "irgendetwas" Unheimlichen oder Bedrohlichem sein und schon wirkt dieses Stilmittel nicht mehr so, wie in unserer Generation. Ich kann ja als Komponist für einen Film nicht aufs Filmplakat schreiben:

"Du solltest vor diesem Film erst einmal den Weißen Hai gesehen haben, damit die Musik in diesem Film bei Dir die gewünscht Wirkung hat und Du diesen Film verstehst."

Gruß Jafar

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Ich glaube Du hast nicht ganz verstanden, worauf ich hinaus wollte. Wenn ein Großteil der Zielkultur für meine Musik mit dem phrygischen Modus eben einfach nicht mehr den Orient assoziert, so wie wir das noch tun, dann muß das ein Komponist beim Einsatz seiner Stilmittel berücksichtigen, wenn er beim Zuschauer eines Films eine unterschwellige Assoziation mit dem Orient bewirken will, ohne daß schon Bilder aus dem Orient zu sehen sind. Nur weil die gesamte abendländische Musik der letzten 400 Jahre verfügbar ist, heißt das nicht, das auch alle diese Musik kennen müssen.

Im Grunde schon, zumindest unterschwellig, weil die Musik selbst, bewusst oder unbewusst, diese Tradition berücksichtigt und fortschreibt. Darum funktionieren Klischees ja. Man kann Orientalismen, ob nun in der Vereinfachung bzw. Überhöhung durch die westliche Musik (z.B. Scheherazade), oder durch Verwendung tatsächlicher orientalischer Instrumente, eben nicht einfach UMdeuten. Insofern erwächst doch jede neue Musik aus der alten. Jeder Komponist muss das berücksichtigen.

Mal ein ganz konkretes Beispiel:

Aus unserer Generation kennt jeder das Williamsche Motiv aus dem Weißen Hai, weil fast jeder diesen Film gesehen hat. Daher funktioniert dieses sehr prägnante Leitmotiv auch weit über den Film hinaus. Viele Filmkomponisten haben sich (vorwiegend in Komödien) dieser gelernten Assoziation bedient und sie sehr gezielt eingesetzt (z.B. Williams selbst in 1941). Auch wenn der Weiße Hai ein Klassiker ist, wird er in den jüngeren Generationen mit Sicherheit nicht so einen hohen Bekanntheitsgrad haben, weil er im Vergleich zu den aktullen Horrorfilmen mittlerweiles sehr behäbig und altbacken wirkt. Es geht mir mittlerweile selber so, daß mir der Film zum großen Teil nur aus Nostalgiegründen gefällt.

Umgekehrt kann man die Slasher-Filme von heute als plump, dümmlich und oberflächlich bezeichnen (Ausnahmen gibt es sicher, mir fallen nur keine ein), wohingegen JAWS sorgfältig konstruiert, gut gespielt und brillant geschnitten und vertont ist. ;)

Aber ich glaube du unterschätzt das "Mediengedächtnis" der Bevölkerung, immerhin wachsen wir v.a. mit dem Fernsehen auf, das diese Filme immer wieder wiederholt, und so deren Einfluss auch auf zukünftige Generationen überträgt. Und so ist das auch mit der Musik, sonst gäbe es ja keine Neueinspielungen alter Filmpartituren, wenn sich niemand daran erinnern könnte. Warum wohl bedienen sich Komponisten bis heute der Stilmittel, die Bernard Herrmann eingeführt bzw. salongefähig gemacht hat`Warum ließ ein Dirigent bei einem Filmmusikkonzert in Manchester, das mehrheitlich von jungen Leuten besucht wurde - und von mir - nur die ersten Töne des Jaws-Themas von den Celli anspielen, und sofort ging ein Raunen des Wiedererkennens durch den Saal?

Genauso gut könnte man fragen, warum man überhaupt das Lesen erlernt. Kultur schreibt sich fort, sie zu ignorieren beweist auch von dem heute künstlerisch Schaffenden nur Ignoranz.

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