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Also das kann man ja gerne so sehen mit der Ökobotschaft, das macht Szenen wie diese aber nur umso lustiger:

Also wirklich... wie der Schlafsack davonhoppelt... und das ulkige Monster... und dann der Schlafsack regelrecht explodiert. 
Das is so unfreiwillig komisch, da fällt mir nichts zu ein.

Wie ein Regisseur, der nen Horrorfilm mit Message machen will und dann so unsinnige Szenen drinlässt... also naja...

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Am 24.10.2019 um 17:36 schrieb ronin1975:

Wie ein Regisseur, der nen Horrorfilm mit Message machen will und dann so unsinnige Szenen drinlässt... also naja...

Ich glaube, hier liegt eine Verwechslung vor. Es geht nicht um die "Message". Abgesehen von Deutschlehrern und Fördergremien interessiert sich niemand für "Botschaften". Kino ist super, wenn wir an die Erzählung andocken und eine sinnliche Erfahrung machen können, je intensiver, desto besser. Voraussetzungen dafür sind normalerweise ein Mindestmaß an Originalität und Genauigkeit.

THE PROPHECY hat eklatante Schwächen, das bestreitet niemand, Frankenheimer konnte mit dem Monster offenbar überhaupt nicht umgehen. Dafür kann man die Produktion nun auslachen. Man kann aber auch feststellen, dass der Film in der Beschreibung der Charaktere und der Milieus erstaunlich genau ist und damit eine ganz eigene Stimme, einen eigenen Ton hat. Alles in allem habe ich den Eindruck, dass der Film mich als Zuschauer ernst nimmt. Während ich bei der generischen Dutzendware von heute das Gefühl nicht loswerde, dass das Publikum im Grunde verachtet wird (siehe Marvel, siehe Till Schweiger, siehe bis runter zur SOKO Donau).

Und um diesen Unterschied gehts.

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Das stimmt wohl, wird aber eben durch ein lächerliches Monster und ulkige Schockmomente und Situationen  ruiniert oder macht es durchaus, ungewollt, umso lustiger. Vielleicht war der Film einfach in der falschen Zeit produziert... die Effekte konnten nicht mithalten... ein paar Jahre später hätt's dann geklappt mit Animatronics und Makeup, dann wäre dieser ernste Ton und die Ökobotschaft aber wieder nicht mehr aktuell gewesen... was bleibt ist ein Film, der für seine unfreiwillige Komik nun mal in Erinnerung geblieben ist und dafür lohnt er sich auch anzusehen... man kann da sehr viel Spass bei haben 🙂

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@Max Liebermann, danke, hätte ich nicht treffender formulieren können. :) 

Am 18.11.2019 um 23:48 schrieb ronin1975:

Leider Code A. 

Aber vielleicht wird das Master dann auch für eine britische oder gar deutsche VÖ verwendet. 

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SEEING RED (Su Friedrich, USA 2005)

Die Farbe Rot in unterschiedlichsten Erscheinungsformen im Stadtgebiet New York Citys - in tausend Schattierungen manifestieren sich Angst und Unsicherheiten bezüglich Andersartigkeit, Rollenerwartungen und Geschlechter-Stereotypien. Su Friedrichs eindringlicher Seelen-Striptease, teilweise direkt in die Kamera erzählt und geweint, hat mich schwer beeindruckt - geteiltes Leid ist halbes Leid.

Ein Film für Menschen, die sich ständig vergleichen, ihre Unsicherheiten nicht loswerden, sich in jeder Sekunde des Tages in Bezug setzen zum System gesellschaftlicher Normen und Rollenerwartungen. Was erwartet man von mir - als Mann, als Partner, als Sohn, als Europäer, als Filmwissenschaftler? SEEING RED mag keine sensationellen neuen Erkenntnisse übers Menschsein bieten, aber ich habe mich hier doch so wiedergefunden wie bei keinem anderen Film, den ich in diesem Jahr gesehen habe. 

Auf Vimeo gibt es den Film als Video-On-Demand zum Ausleihen - die 3,78 Euro lohnen sich: 

 

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Zwei aktuelle Highlights des Kino-Jahrgangs 2019: 

 

DER GOLDENE HANDSCHUH (Fatih Akin, D 2019)

Horrordrama über das Umfeld der St.-Pauli-Kneipe "Zum Goldenen Handschuh" und die Prostituiertenmorde durch Fritz Honka zwischen 1970 und 1975. Herrlich abjektes Körperkino aus Deutschland, das sich hemmungslos in die Gosse stürzt. Die Tristesse der schummrigen bundesdeutschen Kneipen-Zwischenwelten der frühen 70er interessiert Fatih Akin hier (zum Glück) viel mehr als schnöde Serienkiller-Psychologie - die Mäkeleien der Feuilleton-Kritik, die sich fast ausschließlich auf die Figurenzeichnung von Serienmörder Fritz Honka beziehen, laufen damit ins Leere. Starker, unglaublich physischer Film - empfindliche Zuschauer sollten sich aber auf Brechreiz-erregende Momente gefasst machen. 

 

IN FABRIC (Peter Strickland, GB 2019)

Die Geschichte eines dämonischen roten Kleides, das in einem barocken englischen Kaufhaus die Herzen einsamer und unsicherer Konsumenten höher schlägen lässt, nach dem Kauf allerdings ein mörderisches Eigenleben entwickelt. Ein ausgesprochen dunkler Herbst- und Winterfilm, der sich dem Freund abseitiger Einfälle und/oder Liebhaber europäischer Horrorfilme der 70er Jahre so wohlig um die Cineasten-Seele schmiegt wie der titelgebende Stoff des mordenden roten Kleides an den Körper der Hauptfigur (herausragend: Marianne Jean-Baptiste). In seiner Konsumkritik und den vielschichtigen Gedanken zu Materialismus und Fetisch vielleicht einer der komplexesten Stricklands to date. Einzig der Score hätte gerne besser, am liebsten vom Kaliber eines DUKE OF BURGUNDY sein können. 

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