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Der beliebteste Kino-Soundtrack 2015 / Runde 3

Die Top 11  

32 Stimmen

  1. 1. Bitte maximal fünf Scores auswählen

    • THE 33, James Horner
    • CINDERELLA, Patrick Doyle
    • THE HATEFUL EIGHT, Ennio Morricone
    • INSIDE OUT, Michael Giacchino
    • JUPITER ASCENDING, Michael Giacchino
    • JURASSIC WORLD, Michael Giacchino
    • MAD MAX: FURY ROAD, Junkie XL
    • PAN, John Powell
    • THE REVENANT, Ryuichi Sakamoto, Alva Noto, Bryce Dessner
    • STAR WARS: THE FORCE AWAKENS, John Williams
    • WOLF TOTEM, James Horner


Empfohlene Beiträge

Muss das Rad denn immer neu erfunden werden?

Der Score war erfrischend, gerade weil er ein klassischer Williams ist.

 

 

Kann man über WOLF TOTEM auch sagen. So viel Selbstzitate gibts da gar nicht, stilistische Einflüsse von Spiderman & Aliens, ok, und natürlich die berühmte Kleine Sekunde. Aber sonst? Ein paar Nebenmotive sind sogar völlig neu.

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die letzten williams scores waren doch alle "klassischer williams". solides handwerk, aber alles schon mal gehört. das ist natürlich nicht schlecht, aber wirklich hervorhebenswert auch nicht. Mad Max ist ja auch ein "klassischer junkie xl" score. nix wirklich neues und gerade deshalb erfrischend :D

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die letzten williams scores waren doch alle "klassischer williams". solides handwerk, aber alles schon mal gehört. das ist natürlich nicht schlecht, aber wirklich hervorhebenswert auch nicht. Mad Max ist ja auch ein "klassischer junkie xl" score. nix wirklich neues und gerade deshalb erfrischend :D

Finde nicht, dass Mad Max ein "klassischer Junkie" ist. Natürlich ist die exponente Verwendung elektronischer Sounds eines seiner Trademarks geworden, was auch auf seinen musikalischen Background zurückzuführen ist, aber ehrlich gesagt ist es eigentlich sein erster Score, der mir wirklich gefällt. Seine Beiträge zu Man of Steel hab ich ja auch schon gut gefunden (Arcade, You Die Or I Do), aber seine eigenen scores sind bisher bei mir nicht auf Resonanz gestoßen.

Mal sehen wie Batfleck vs Steelman wird, hoffentlich ist was neues dabei.

P.S.: Angeblich sollen sollen die Charaktere entfernte Verwandte von Batman und Superman sein. ;)

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Die vier beliebtesten Scores sind fast gleichauf!

Das wird im Finale ein echt spannendes Rennen um den zweiten Platz!

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Und dann aufregen, dass andere die Rettung eines unbekannten Films doof finden. Wie war der Spruch: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.

 

Ein populäres Massenprodukt wie die Musik von Junkie XL kann ein bisschen Gegenwind eher wegstecken als ein fast verschwundener, vergessener Film aus den 60ern, der keine Lobby hat. Wenn Junkie XL in 20 Jahren der Vergessenheit anheim zu fallen droht, werde ich mich auch für ihn einsetzen - auch wenn's musikalisch Schrott ist.

 

tja, trotz der wucht des sound designs empfand ich die musik wunderbar präsent und hat das geschehen sehr gut unterstützt.

 

Unterstützt, ja. Aber die Musik hat keinerlei eigene Akzente gesetzt. Sie hat einfach nur das Vorwärts-Preschen der Jagd mit simplen, monotonen Rhythmen untermalt, sonst nichts.

Primitivismus und Anarchie lassen sich musikalisch so wunderbar facettenreich und interessant umsetzen - wenn man sich mal vor Augen führt, wie Strawinsky ("Le Sacre du Printemps"), oder in der Filmmusik Goldsmith (PLANET OF THE APES) oder Goldenthal (ALIEN³) das Rohe, Urwüchsig-Primitive in Noten eingefangen haben, kann man bei FURY ROAD eigentlich nur mit dem Kopf schütteln.

 

Star Wars ist alles andere als "nicht originell"!

 

Originell ist in THE FORCE AWAKENS bis auf die modalen Elemente in Reys Thema leider gar nix.

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Unterstützt, ja. Aber die Musik hat keinerlei eigene Akzente gesetzt. Sie hat einfach nur das Vorwärts-Preschen der Jagd mit simplen, monotonen Rhythmen untermalt, sonst nichts.

Primitivismus und Anarchie lassen sich musikalisch so wunderbar facettenreich und interessant umsetzen - wenn man sich mal vor Augen führt, wie Strawinsky ("Le Sacre du Printemps"), oder in der Filmmusik Goldsmith (PLANET OF THE APES) oder Goldenthal (ALIEN³) das Rohe, Urwüchsig-Primitive in Noten eingefangen haben, kann man bei FURY ROAD eigentlich nur mit dem Kopf schütteln.

mehr als unterstützung war bei der bildgewalt und dem brachialsound auch gar nicht möglich und notwendig. holkenborg hat mit den einfachsten mitteln dem film die bestmögliche musikalische unterstützung gegeben. und alexander z.bsp ist nicht mal die musik aufgefallen. was nützt musik vom schlage eines Planet der Affen oder Alien 3 wenn sie im bildersturm und soundeffekt gewitter untergeht? dann hat sie doch gar keinen zweck. all die tollen details, die nur beim cd hören (vielleicht sogar erst mehrmaligem) auffallen sind völlig nutzlos im film, wenn der zuschauer davon nichts wahrnehmen kann. musik, die zuviel will kann einem film auch schaden oder ihm gar nichts bringen. zwar schön für den cd hörer, doch als filmmsuik völlig versagt.

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musik, die zuviel will kann einem film auch schaden oder ihm gar nichts bringen.

 

Ein weit verbreiteter Irrtum (auch unter Filmkomponisten), der m.E. mitverantwortlich für den Niedergang der Filmmusikkultur der vergangenen Jahrzehnte ist. Hat Goldenthals DEMOLITION MAN dem Film geschadet? Oder S.W.A.T.? Da geht in den jeweiligen Filmen auch viel unter, und es hat den Komponisten nicht davon abgehalten, eine interessante und gute Musik zu schreiben.

 

Es ist immer die Frage, wie sich ein Filmkomponist sieht. Als Komponist - oder als Dienstleister/Filmunterstützer, der pünktlich zu Dienstschluss Feierabend macht und eben nur genau so viel macht, wie unbedingt benötigt wird.

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Hat Goldenthals DEMOLITION MAN dem Film geschadet? Oder S.W.A.T.?

nein haben sie nicht. sie haben die filme aber auch nicht wirklich bereichert. bei S.W.A.T. haben nur die 2 nicht goldenthal-stücke eindruck hinterlassen und bei Demolition Man nur die funkige musik, als snipes die cops kurz nach seinem ausbruch kaltgestellt hat. der rest hat die filme funktionell untermalt. auf cd beides aber sehr nett anzuhören. und der zusammenhang zwischen dienstleister/filmunterstützer und pünktlich zu feierabend dienstschluss erschließt sich mir nicht. dann kann thomas newman bei Bridge Of Spies ja gar nicht erst angefangen haben zu arbeiten. im film desaströst laut etlichen board usern und auf cd nur simple langweilge lalelu musik. oder wie darf man das verstehen?

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Gast

Das ist eben die Trennlinie zwischen Konsum und Kunst. Ein Film darf ja gerne auch über eine Sichtung hinaus von Interesse sein. Das reine Schauen ist ja nicht das einzige, was man mit einem Film verbinden kann. Und detaillierte Musik kann ja nicht nur bei mehrmaligem Hören auffallen, sondern auch bei mehrmaligem Sehen. Das finde ich schon nett, wenn etwas nachhaltig ist, also auch über einen längeren Zeitraum bestehen kann und nicht nur für das Momentum der kurzen Sinneslust. Bei manchen Projekten mag das aber auch echt egal sein. Ergo jedenfalls kann detailliertere konzeptionellere Musik tatsächlich in der Regel einen Film bereichern.

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nein haben sie nicht. sie haben die filme aber auch nicht wirklich bereichert.

 

Bereichert haben sie die Filme sicher, nur gehen eben viele Details unter.

 

Und nach wie vor: trotz aller Action und krachigen Soundeffekte hat Goldenthal die Musik so detailreich gestaltet. Es schadet dem Film nicht, bereitet aufmerksamen Hörern Freude - und es ist Musik, auf die man als Schöpfer stolz sein kann. Spricht also kein einziges Argument dagegen, sich nicht anzustrengen. In meinen Augen sind das Selbstverständlichkeiten, wenn man sich als Künstler, und nicht als kreativen Dienstleister versteht. Und das Ziel sollten sowieso immer die sein, die am genauesten hinhören.

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Ein Komponist, der nur komponiert wie es ihm einfällt, ist ein Komponist... Ein Filmkomponist, der nur nach Bauchgefühl komponiert, dabei die Vorgaben des Regisseurs ignoriert, ist wohl bald seinen Job los... ;)

Durch die stattliche Summe von über 120 Interviews mit über 60 Menschen aus Film und Fernsehen habe ich mittlerweile eines gelernt: Ein Filmkomponist ist in erster Linie Dienstleister. Er ist dazu da, im großen Prozess der Filmentstehung die Vision des Regisseurs zu erfüllen. 

Da kommt es auf den/die Macher an, wie viel Freiraum dem Komponisten gewährt wird. Doch oft heißt es nur (überspitzt zusammengefasst) "hier ist der Film, du hast 2 Wochen. Viel Spaß. Übrigens möchten wir gern so viel Spannung wie möglich. Und wenn du dich ein bisschen an die Temps halten kannst, wäre das auch nett"

(Quelle: vimeo)

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Anne, mir ist schon klar, was ein Filmkomponist heutzutage alles zu berücksichtigen hat - ich bin schließlich selber einer. Und ich kenne auch all die desillusionierenden Versuche, das Bild des Filmkomponisten als reinen Dienstleister zu zeichnen.

 

Aber es ist nun mal bei allen großen Filmkomponisten so, dass sie ihre Sichtweisen und ästhetischen Überzeugungen gegen die Widrigkeiten ihres Arbeitsalltags behauptet haben. Ein John Debney wird sicher nicht als so bedeutend in die Filmgeschichte eingehen wie ein Bernard Herrmann oder Jerry Goldsmith. Und warum nicht? Weil er eine einfach zu handhabende Copycat ist, die es einem macht, wie man will. Und immer mehr jungen Filmkomponisten wird heutzutage mit den ach-so-gut-gemeinten "Ratschlägen aus dem Business" eine Welt vorgeführt, in der die kuschende Komponistennutte zum Ideal erhoben wird. Hauptsache, die Auftragslage stimmt und man kann sich ein cooles Studio zum Protzen leisten. Ich sage: fuck that. Macht geile Musik, auch wenn's euch einen Auftrag kostet. (Und wenn das Geld fehlt, macht es wie Charles Ives: sucht euch einen ordentlichen Job und komponiert (Film-)Musik als Nebenerwerb.)

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Gast

Abgesehen davon: Wenn sich der "Fan" auch in diesem System schön festnistet und jede Scheiße frisst, die ihm vorgeworfen wird, zumindest kommentarlos und es auch noch rechtfertigt, dann ist ja kein Wunder, dass die Oberbosse, die was zu sagen haben, ob nun Produzenten, Studios oder Regisseure, sich in ihrem Dumpfsinn suhlen können, da kein Hahn danach kräht und bei seinem Schweigen (und "Genießen" auch noch die Dollarnoten um sich wirft).

 

Ich sage: fuck that. Macht geile Musik, auch wenn's euch einen Auftrag kostet.

 

Da gibt es sogar einen Terminus für: Handwerkerehre.

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Abgesehen davon: Wenn sich der "Fan" auch in diesem System schön festnistet und jede Scheiße frisst, die ihm vorgeworfen wird, zumindest kommentarlos und es auch noch rechtfertigt, dann ist ja kein Wunder, dass die Oberbosse, die was zu sagen haben, ob nun Produzenten, Studios oder Regisseure, sich in ihrem Dumpfsinn suhlen können, da kein Hahn danach kräht und bei seinem Schweigen (und "Genießen" auch noch die Dollarnoten um sich wirft).

Und? Was willst du tun? Eine große Filmmusik- und Filmfan-Demo vor den großen Major-Studios organisieren? Denke, da ist die Zeit besser investiert (wenn du dann schon mal in LA bist), die Stadt anzuschauen... ;)

Denn die Studios dort interessieren sich eher nicht so wirklich dafür was der gehobene Fan am liebsten mag. 

 

Sebastian: Es gibt aber nur zwei Hände voll an Komponisten, die sich so was erlauben können. Andere müssen auch von dem leben. Komponisten gehören immer noch zu den am schlechtesten bezahlten in einer Filmcrew. Auch das wurde mir schon im Interview erzählt sie müssen ihr Equipment komplett selbst zahlen und auch davon noch die Musiker bzw ein Orchester.. 
Oder besser gesagt: Christoph Zirngibl erzählte es mir vor kurzem:
(Minute 20:23)
 
Also wenn du es schaffst, einen 8-Stunden-Job zu machen um über die Runden zu kommen und danach noch nebenzu nach Feierabend und am Wochenende Kunst zu schaffen und einen Regisseur hast, der das zulässt, Glückwunsch. Die Realität - wenn du ein beruflicher Filmmusikkomponist bist und davon leben magst - sieht aber eben so aus, dass man in 2-3 Wochen 90 Minuten Musik liefern muss, von der Regisseur/Produzentencrew denken, dass sie am besten zum Film passt. Das wird dir jeder bestätigen können. Kleiner Tipp: Komm mal nach München, zur filmtonart, oder Köln zur SoundtrackCologne und frage die dort herumlaufenden Komponisten. 
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Andere müssen auch von dem leben.

 

Niemand zwingt irgendwen, einen bestimmten Job auszuüben. Vom Komponieren für Filme muss demnach gar niemand leben. Ich würde niemals auf die Idee kommen, etwas zu meinem Hauptbroterwerb zu machen, was mir keinen Spaß macht. Und wenn es den Komponisten trotzdem Spaß macht, nur Vorgaben zu erfüllen, dann tragen sie eine Mitschuld an den Zuständen.

 

Ich kenne all die von dir angeführten Aussagen von Komponisten - ich war beim Hollywood Music Workshop und hatte in der Uni Seminare bei bekannten deutschen Filmkomponisten. Aber ich teile die Meinung dieser Leute nicht. Es bringt nichts, die Situation des Filmkomponisten anzuerkennen und dann trotzdem im Hamsterrad weiterzustrampeln. Die Einstellung "Hauptsache, ich kann (Film-)Musik machen, egal nach welchen Maßstäben und unter welchen Bedingungen" führt dazu, dass sich Produzenten und Marketingstrategen immer mehr in ihrer Machtposition bestätigt fühlen. Und diese Einstellungen dann auch noch mittels journalistischer Sprachrohre in die Köpfe des Nachwuchs zu pumpen, finde ich verantwortungslos.

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Gast

 

Und? Was willst du tun? Eine große Filmmusik- und Filmfan-Demo vor den großen Major-Studios organisieren? Denke, da ist die Zeit besser investiert (wenn du dann schon mal in LA bist), die Stadt anzuschauen... ;)

Denn die Studios dort interessieren sich eher nicht so wirklich dafür was der gehobene Fan am liebsten mag. 

 

1. Beim Konsum reicht schon der Verzicht als Protest.

2. Kritisch sein, was zur guten Bürgerpflicht gehört.

3. Ich rede nicht von Revolutionen, sondern Reformen.

4. Quatsch. Die Studios schauen aufs Geld, das intrinsisch den Lustbedarf des gehobenen Fans beinhaltet (oder warum kam Horner bei Troja ins Spiel?).

 

Und selbst wenn ich es nicht ändern kann (was ich natürlich nicht kann), verscherze ich es mir lieber mit ein paar Hohlbirnen, indem ich sie direkt kritisiere für das, was sie tun, da sie de facto ihrer lieben Kunst einen Bärendienst erweisen und es nicht einmal merken. Wenn mir schon nichts bleibt, dann wenigstens das Maulen über die Sturheit der Naiven. (Und ich selbst bin selbstredend mein größter Kritiker).

 

In der Tat steht es schlecht um die Kunst, wenn selbst die Kenner im Forum lieber bieder am alten Knochen nagen. Es ist nicht schlimm, wenn jemand am Fließband arbeitet, um Frau und Kind durchzubringen, aber es gilt doch wohl Tiefkühlware von Omas frischer Küche (oder von mir aus der Molekularküche) zu unterscheiden. Und wenn alleine aus dem Grund, um Orientierung zu haben und zu geben, falls mal jemand keinen Appetit auf kalte Kotze hat. Ebenso ist es nicht schlimm, wenn man sich Werke jedweder Art anhört und seinen Spaß hat, aber auch da gilt dasselbe Orientierungsargument und man erweist dem geliebten Objekt keinen Gefallen, wenn man es stumpfsinnig zu Grabe streichelt. Mir geht es nicht um das Was sondern das Wie. Jeder soll Musik machen, wie er mag. Jeder soll sich seine Brötchen verdienen, wie er mag. Aber in der Bewertung, Beschreibung und der Einordnung ist doch etwas mehr offener Diskurs wichtig. Für sich selbst, für die Gesellschaft, für die Branche. Nebenher würde es auch das Leben zwischen den Hörern selbst erleichtern, da niemand nen Groschenroman zu Krieg & Frieden hochstilisieren muss. Die Kopie der Kopie der Kopie führt zur Inflation. Das ist keine Meinung, sondern ein altbekanntes Prinzip, an dem doch wohl jeder hypothetisch interessiert sein müsste, der etwas für sein Hobby übrig hat.

 

Das ist doch die Frage: Willst du beruflicher Filmkomponist sein oder willst du Musik für Filme komponieren? Beides vollkommen ok, aber in einen Topf werfen oder blindlings legitimieren, ist Faulheit, Sturheit und einfach nur furchtbar doof für jeden, der auch nur etwas kulturelles Verständnis hat. Nur ein My mehr Kritik ist doch bei aller Liebe nicht zu viel verlangt (die muss man ja nicht einmal äußern, sondern kann einfach danach handeln).

 

Wenn uns ernsthaft daran gelegen ist und wir wirklich diese ganzen Jungs so gerne mögen (den Doyle und den Zimmer, den Williams und Morricone [wobei ich die außen vor lassen würde], den Tyler und den Tayler und den X und den Y) und wir in diesem Getriebe ein Rädchen sind, wäre es nicht furchtbar furchtbar nett von uns, wenn wir zumindest versuchen würden, ihnen die Arbeit sogar noch schmackhafter und angenehmer zu machen? Nur mal so als kleines naives Gedankenspiel.

Oder was ist die Alternative? Weitermachen, täglich den Stein den Berg raufrollen oder sich jeden Tag die Leber zerfressen zu lassen? Was ist denn deine/eure Antwort darauf, wie man den Komponisten das Leben leichter machen kann? Ich behaupte mal salopp: Dem Sklaven Applaus für seine mickrige von Schwäche gezeichnete Vorstellung zu geben, wird langfristig auch nicht seine Ketten sprengen. Wer also Interesse an deren Wohl hat, muss wohl oder übel mehr als nur nen Cent in die Büchse werfen.

Und wenn ich das hinzufügen darf: Deine journalistischen Ansätze mit den Interviews sind ja theoretisch wunderbar dafür geeignet und ein wichtiges Instrument, da sie uns ja, wie in den Interviews zu hören oder von dir geschrieben, die Verhältnisse aufzeigen können. Jetzt muss nur noch das Konstruktive einfliegen, wir müssen richtig hinhören und darauf reagieren. So wirds gemacht.

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Danke, Babis. Ins Schwarze getroffen.

 

Dem Sklaven Applaus für seine mickrige von Schwäche gezeichnete Vorstellung zu geben, wird langfristig auch nicht seine Ketten sprengen.

 

!

 

Und wenn ich das hinzufügen darf: Deine journalistischen Ansätze mit den Interviews sind ja theoretisch wunderbar dafür geeignet und ein wichtiges Instrument, da sie uns ja, wie in den Interviews zu hören oder von dir geschrieben, die Verhältnisse aufzeigen können. Jetzt muss nur noch das Konstruktive einfliegen, wir müssen richtig hinhören und darauf reagieren.

 

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Danke, Babis. Ins Schwarze getroffen.

 

Zu dieser Debatte fällt mir ein Interview mit Christoph Waltz ein, nämlich das:

 

 

Qualität setzt sich durch?

Qualität braucht eine Gelegenheit, sich durchsetzen zu können. Wenn die nicht kommt, kann man sich die Qualität an den Hut stecken.

 

Ihnen bot sich viele Jahre diese Gelegenheit nicht …

Dann wird es eben zu einer Frage der Sturheit. In den ersten Jahren ging es mir irrsinnig gut, aber dann kam eine elend lange Strecke voll mittelmäßiger Projekte. Es war schon so frustrierend, dass ich alles in Frage stellte. Zugleich musst du aber viel Substanz investieren, um etwas gescheit zu machen. Substanz, das bedeutet nicht nur Intensität, Konzentration, sondern auch Zeit. Um ein Handwerk wie dieses wirklich zu beherrschen, dafür sind dreißig Jahre nichts.

 

Weshalb blieben Sie bei der Schauspielerei am Ball?

Wenn es Sachzwänge gibt, stellt sich die Frage nicht. Da muss man weitermachen. Und ich bin ein überzeugter Befürworter des Weitermachens, auch auf höchstem Niveau.

 

Sachzwänge: Sie mussten für Ihre Familie sorgen?

Natürlich. Wenn ich gelegentlich in Deutschland bin und den Fernseher anmache, sehe ich diese unsäglichen Dinge und darin Menschen, die möglicherweise vielversprechend und talentiert sind. Was sollen die machen? Die müssen ihren Lebensunterhalt finanzieren. (...)

 

Aber wie holt man sich da die Befriedigung? In den Details der Arbeit?

Ja.

 

Gibt es auch andere Kompensationsmöglichkeiten? 

Wir werden das, fürchte ich, nicht auf konsumierbare Soundbites reduzieren können. Das ist bei jedem anders, und selbst da nicht jeden Tag gleich. Es gibt nicht diese Regeln, von denen die Illus­trierten behaupten, sie hätten Gültigkeit. Das Einzige, was hilft: weitermachen.

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Edit: Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte, denke ich. Wovon ich aber auch nichts halte, sind Leute, die vorauseilenden Gehorsam mit Professionalität verwechseln. Im deutschen Film sind wahnsinnig viele Leute unterwegs, die wissen wies gemacht wird und wie sichs gehört. Beim Fernsehen sowieso. Da schlafen einem die Füße ein, und so sehn die Filme dann auch aus.

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Denn die Studios dort interessieren sich eher nicht so wirklich dafür was der gehobene Fan am liebsten mag. 

 

Quatsch. Die Studios schauen aufs Geld, das intrinsisch den Lustbedarf des gehobenen Fans beinhaltet (oder warum kam Horner bei Troja ins Spiel?).

 
Kleine Revision meinerseits: Du meintest wohl natürlich mit "gehobenen Fan" die Minderheit und nicht alle Fans. Hatte ich erst falsch gelesen, nehme ich jetzt an. Über kurz oder lang sollte es aber auf dasselbe hinauslaufen.

 

Edit: Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte, denke ich.

 

Das unterschreibe ich voll und ganz. Und derzeit scheint mir alles in ein Extrem zu tendieren.

Ich erwarte hier ja keine snobistische Kulturrevolution (ganz im Gegenteil), aber mei... ne Spur kritischer darf es an der ein oder anderen Stelle eben sein. Hut ab vor jedem Erwerbstätigen, der abseits vom Spaß seine Pflicht erfüllt. Aber um wie viel schöner wäre doch die Welt, wenn noch die Kür hinzukäme. Ich freue mich jedenfalls immer sehr, wenn mir die Bedienung auf meinen Kaffee ein Schaumherz formt. Das sorgt doch erst für die nötige Bindung und macht dem unsäglichen Kosten-Nutzen-Verhältnis ein Ende. Ich wünschte mir jedenfalls sehr, dass Künstler und gerade auch Filmkomponisten viel freier arbeiten könnten und glaube, dass es auch einen Weg dorthin geben kann. Politisch würde ich diesen sogar als BGE bezeichnen wollen.

 

 

Aber gut. Mir jedenfalls gefällt Morricone von Tag zu Tag besser, obschon er mir bereits zu Anfang gut zu Gehör ging.

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Ich muss auch mal was dazu schreiben.

Genau wie Anne hab ich auch schon ein paar Interviews hinter mir und ich merke genau wie Anne auch, dass da keine "Ach dann mach ich es einfach wie sie wollen"-Mentalität da ist. Nein, sie versuchen den Produzenten zu sagen, wie sie die Musik machen würden. Das scheinen sie auch öfters durchzusetzen zu können.

Gutes Beispiel Fabian Römer.. ihm wurde mal vom Produzenten gesagt: "Der Film dauert 90 Minuten und ich will die kompletten 90 Minuten Musik. Die Zuschauer sollen sofort merken: "Der Film ist spannend", wenn sie einschalten." oder noch krasseres Beispiel.

Fabian sollte ein hoch emotionales Drama so vertonen, als wäre es eine Komödie, weil der Sendeplatz gewechselt ist und man nun den Film auf einem Platz sendet, wo normalerweise nur Komödien laufen. Beide Male weigerte sich Fabian und setze seine Ideen für die Musik durch.

Ein anderer Komponist sollte einen Temp Track 1:1 nachmachen, nur auch da weigerte er sich. Denn wenn er das machen würde, dann bekämen nicht die Produzenten Ärger mit dem Copyright, sondern der Komponist. Am Ende kauften sie die Lizenz des Temp Tracks.

Auch das könnt ihr in unseren Interviews nachhören.

 

Also Anne sagte ja.. der Druck der Produzenten ist sehr groß.. jedoch die Komponisten machen genau das, was ihr fordert. Sie kritisieren, sie wollen ihre Kreativität durchsetzen und sie nehmen auch nicht jeden Job an. Ein Marcel Barsotti arbeitet zum Beispiel lieber fürs TV, weil er da seine Ideen besser durchsetzen kann. Jedoch es kann gut passieren, dass sie dann zu dem Komponisten sagen: "War schön mit dir.. wir nehmen aber nun einen anderen, der unsere Ideen durchsetzt." Aber das passiert hier in Deutschland eher selten.

 

Wie es in Hollywood ist, kann man nur erahnen. Die Komponisten, mit denen wir da sprachen, sind nicht alle so direkt und ehrlich wie die aus Deutschland. Mit Sicherheit ist da auch der Druck viel größer und ich glaube selbst ein Zimmer darf nicht immer alles machen, was er will.

Es muss auch einen Grund geben, warum Atli Örvarsson lieber außerhalb von Hollywood Filme vertont und dort um einiges kreativer sein kann als bei seiner Musik für die Hollywood-Blockbuster-Filme. John Ottman fasste das mal gut zusammen, in dem ihm bei dem Wort "Hollywood" nur das Wort "Bullshit" eingefallen ist.

 

Aber ja klar, es gibt Komponisten, und das ist hier in Deutschland eher weniger der Fall, die alles mit sich machen lassen. Man erinnert sich nur an die Musik zu "1 1/2 Ritter", die ja nur so von Temp Tracks wimmelte. Wenn ein Zimmer oder andere das mitbekämen, dann könnten sie da eine Menge Geld für die Lizenzen einfordern.

Jedoch die meisten haben eine Stimme, um ihre Ideen für eine Musik durchzusetzen und was ich so höre, machen sie das auch meistens erfolgreich.

 

Also das Fazit, um das Thema zu beenden: Obwohl der Druck der Produzenten extrem ist und man sogar seine Existenz als Komponist aufs Spiel setzt, versuchen wenigstens die Komponisten aus Deutschland, dass man einen sehr guten Mittelweg findet, was die Produzenten zufriedenstellt, aber auch, was den Komponisten zufriedenstellt. Das soll auch das Ziel sein, denn es ist immer noch der Film der Produzenten bzw auch des Regisseurs und nicht der Film des Filmmusikkomponisten.

 

Ich hab sehr viel Respekt vor den Komponisten hier in unserem eigenen Land, weil sie nicht nur sehr gute Musik schreiben, sondern weil sie auch viel mehr versuchen, ihre eigenen Ideen in ihrer Musik durchzusetzen. Das es mal weniger oder mal mehr gelingt, sollte allen klar sein.

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oliver....deine beispiele haben aber nichts damit zu tun, weshalb tom holkenborg für Mad Max Fury Road keine intelligente, interessante musik komponiert hat oder weshalb thomas newman bei Bridge of Spies versagt hat. man könnte jetzt natürlich mal überlegen ob elliot goldenthal für einen film wie Kindergarten Cop 2 (wenn er ihn denn vertont hätte) so einen interessant intelligenten score vom kaliber eines Alien 3 oder Demolition Man rausgehauen hätte und natürlich inwieweit so ein score dem film überhaupt angemessen wäre.

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