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Aus aktuellem Anlaß möchte ich hier einem Komponisten einen eigenen Faden spendieren, den wahrscheinlich die Wenigsten auf dem Schirm haben, der aber unbedingt Aufmerksamkeit verdient. Der Anlaß besteht in der glorreichen CD-Edition aus dem Hause Disques Cinemusique zum Orient-Abenteuerfilm SHÉHÉRAZADE (dt: Sheherazade - Der goldenen Löwe von Bagdad) aus dem Jahr 1963.

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Aminoullah (Andre) Hossein, im russischen Samarkand geboren, mit persischen Wurzeln, nahm zunächst in Berlin ein Medizinstudium auf, das er aber zugunsten seiner wahren Leidenschaft, der Musik, schließlich abbrach. 1926 verschlug es ihn nach Paris, als zu seiner Komposition Vers la lumiere eine Balletaufführung in der Pariser Oper choreographiert wurde. In den folgenden Jahrzehnten brachte Hossein sich und seine Familie mehr schlecht als recht über die Runden. Der Wendepunkt kam erst als er in den 50er Jahren begann Musik für die Bühnenstücke und Filme seines Sohnes zu schreiben. 1958 inszenierte Robert Hossein (meiner Meinung nach eines der charismatischsten Gesichter des französischen Kinos) mit sich selbst in einer Hauptrolle das stimmige Psychodrama TOI, LE VENIN (Nachts fällt der Schleier), dessen jazzige Musik, insbesondere der "Blues a la nuit" über den Film hinaus in Frankreich hohe Bekanntheit erlangte. Von da an waren die brotlosen Jahre vorbei, Hossein kümmerte sich zwar auch weiterhin um die Produktionen seines Sprösslings, betraute aber auch die Filme anderer Regisseure.

Einer davon ist der auf Motiven aus "1001 Nacht" basierende Abenteuerfilm SHEHERAZADE mit Anna Karina und Giuliano Gemma. Prächtig und erhaben mit majestätischen Hörnern beginnt die Titelmusik Générique bevor die Streicher ein schwelgerisch-romantisches, orientalisch anmutendes Thema einführen. Im 4. Track wird das hinreißende "Theme de Renaud" mit Holzbläsern und Harfe erstmals vorgestellt, in dessen eingängiger Melodie eine große Melancholie zum Ausdruck kommt. Wunderbar in seinem klassizistisch-tänzerischen Charakter ist der "Danse de Shéhérazade", dem in "Bataille" ein aufwühlend-packendes Kriegsballett gegenübersteht.

Eine phantastische, wunderschön orchestrierte Filmmusik, mit Hingabe und Ideenreichtum kreiert, die sich bei einer Lauflänge von 38 Minuten und klarem Stereo-Klang keinen einzigen Durchhänger leistet. An den Film ist zur Zeit nicht heranzukommen. Das Album entpuppt sich jedoch als funkelndes Juwel, das jedoch, so steht´s zu befürchten, nur von den Wenigsten wahrgenommen werden wird.

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Von mir wird der Score selbstverständlich schon seit langer Zeit wahrgenommen.:)
Ich habe die recht seltene Mono-LP (mit ganz ähnlichem Cover wie das der aktuellen CD) bereits einige Jahre, kannte die Musik aber auch zuvor schon von einer Überspielung, und gebe Dir in allen Punkten recht: Das ist ein wunderbarer, orientalisch kolorierter Abenteuer-Score vom Feinsten, den ich sehr mag. Hossein schöpft aus allen Quellen – da ist ein bißchen Rimsky-Korsakov, Mussorgsky, Strawinsky und Khachaturian dabei, filmmusikalisch kommt ein wenig OMAR KHAYYAM von Victor Young und auch leicht Herrmanns SINBAD zum Zuge, aber er fügt das sehr geschickt ineinander, so daß was Eigenes daraus entsteht.
Ich habe die Disques Cinémusique CD vor rund 10 Tagen auch bestellt, da die Stereo-LP, von der das gezogen wurde, in früheren Zeiten eh so gut wie gar nicht greifbar war. Und die Musik möchte ich nun doch endlich auch auf CD haben.
 
Kleiner Tipp noch für Dich  - und ich habs auch bei FSM im Januar angesprochen gehabt:
 
Fast der ganze Score taucht auch auf der 2006 erschienenen CD zum von Robert Hossein in Frankreich inszenierten Ben Hur-Show-Spektakel auf:
 
Wie das kommt?
Nun, André Hossein hatte 1946 eine sogenannte “Symphonie de sable” geschrieben, aus der er die SHEHERAZADE-Filmmusik an 1963 ableitete. Robert Hossein fand an 2006 die lange verschollen geglaubte Originalpartitur dieser Sinfonie seines Vaters wieder, so daß daraus die Musik für das Show-Spektakel adaptiert werden konnte. Eigentlich erscheinen alle Themen, die in der SHEHERAZADE-Filmmusik auftauchen, und zum Teil sogar fast identische Tracks, auch in der Sinfonie und deshalb natürlich auch auf dieser kuriosen Ben Hur-CD auf, die nur wenige Filmmusiksammler kennen.
Das Orchestre Philharmonique de Monte Carlo unter Thomas Sondergard spielt recht ordentlich, aber die Dramatik und Leidenschaft vom Original wird nicht hundertprozentig erreicht. Dafür ist die Ben Hur-CD aber um einiges länger als die 38-minütige Filmmusik selbst und natürlich klanglich noch besser. Meiner Meinung nach kann man durchaus zu beiden Aufnahmen greifen. Es schadet nicht.:)
 
André Hossein hat übrigens auch noch eine sehr schöne pastorale Musik für den Catherine Deneuve/Hardy Krüger-Film LE CHANT DU MONDE  (UND DIE WÄLDER WERDEN SCHWEIGEN) an 1966 geschrieben. Davon habe ich die EP und es gibt leider bislang gar nichts daraus auf CD:
 
Auch seine französische Western-Musik zu Robert Hosseins UNE CORDE, UN COLT  von 1969 ist ganz interessant und eigenwillig und gabs früher auf LP,  auch unter dem italienischen Titel CIMITERO SENZA CROCE:

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Im Iran wurde 2002 eine CD mit der Musik von Aminoullah Hossein veröffentlicht. Die CD heißt "Les Oeuvres Orchestrale" und beinhaltet 7 Tracks aus Miniatures Pictures (15.55min), 5 Tracks aus Sheherazade (24.01min) sowie 4 Tracks aus Symphonie de Persepolis "27.16min).  Insgesamt ist die Laufzeit der CD 67.14min und die  Musik stammt direkt von der LP.

Erschienen ist die CD beim Mahoor Institute of Cilture and Art M.CD-103. Trotz der nur mittelprächtigen Klangqualität eine Empfehlung (falls noch lieferbar);)

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So, erstmal vielen Dank für die ganzen Anregungen und Hinweise. Eine CD aus dem Iran, das ist ja mal wirklich exotisch. Besitzt Du die selber, gibt es dazu Hörsbeispiele?  "Miniatures Pictures" - ist das eine Filmmusik, ein Konzert, oder was hat es damit auf sich?

An die Ben-Hur-CD hatte ich vor einiger Zeit auch schonmal gedacht und sie dann wieder vergessen. Jetzt werde ich sie aus reiner Neugier mal bestellen.

Beim Soundtrackcollector wird unter Hossein ja eine ganze Menge Vinyl aufgelistet, hauptsächlich EPs, aber davon besitze ich überhaupt nichts. Und selbst die meisten Filme sind momentan wohl nicht zu beschaffen, kein Wunder dass der Mann heute kaum noch ein Begriff ist. Meine allererste Begegnung mit Hossein fand damals mit der Alhambra-CD von "Rasputin" statt, und viel später dann mit dem Universal-Sampler, der aber auch wirklich gut ist, und den ich deshalb hier jetzt mal vorstelle:

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Um Gefallen an diesem famosen Sampler zu finden ist eine Zuneigung zur Jazzmusik unerläßlich, ist doch mehr als die Hälfte des Albums diesem Musikgenre zuzurechnen. Und es sind wahrlich einige Perlen darunter, die die Schwarz-weiß-Atmosphäre von französischer Nouvelle Vague, von schummrigen Nachtclubs der 50er Jahre, von regennassem Kopfsteinpflaster und einsamen, nächtlichen Stränden atmet. Letztere Finden sich in der Titelsequenz von Robert Hosseins TOI, LE VENIN mit dem auch das Album eröffnet wird. Der "Blues a la nuit" erzählt von Leidenschaft und Schmerz und bringt damit die Emotionen des hitzigen Psychodramas auf den Punkt. Die kürzlich erschienene DVD aus der Filmclub Edition sei hier ausdrücklich empfohlen.

Andere Töne schlägt dagegen LES MENTEURS (1961) an. Obwohl es sich hierbei um einen Kriminalfilm handelt ist die knapp 5-minütige Suite von eher leichterer Natur. Im Folgenden wechselt die Stimmung mehrfach zwischen leicht-humorvoll, trist und dramatisch, mal mit Schwerpunkt auf vollem Big-Band-Sound, mal mit dem Fokus auf kleinere Solistenbesetzung. Das ist alles sehr gefällig, mit Stil und Niveau umgesetzt. Besonders die Posaunen setzt Hossein hier und da wirkungsvoll ein, etwa im packenden UNE GUEULE COMME LA MIENNE.

Ist die CD bis zum 13. Track ein reines Jazz-Album, so wechselt ab hier dann schlagartig die Stimmung. Zum Zapata-Revolutionswestern LE GOUT DE LA VIOLENCE kreierte Hossein mexikanische Themen, die mit der typischen Mariachi-Instrumentierung umgesetzt wurden. Das wunderbar-leiderfüllte Titelstück wird dabei von Severiano Alvarez mit Chorbegleitung gesungen und ist für mich ein Zauberwerk von großer emotionaler Kraft und außerordentlicher Ohrwurmqualität. Ich weiß nicht, ob Hossein hier auf traditionelles Liedgut zurückgegriffen hat, aber das Ergebnis ist mehr als überzeugend und kann in drei mustergültigen Tracks genossen werden. LE VAMPIRE DE DUESSELDORF wird von Kritikerseite her oft seine historische Sorglosigkeit angekreidet mit der Regisseur Hossein hier Faschismus und sozialen Zerfall im Deutschland der 30er Jahre darstellt. Ich hatte vor einigen Jahren bei uns im Kölner Filmclub die Gelegenheit mich selber davon zu überzeugen, und ich erinnere mich vor allem an ein ambitioniert und eindrucksvoll inszeniertes Filmkunstwerk, dessen expressionistisch-düstere Schwarz-weiß-Atmosphäre trefflich von Vater Hosseins Score unterstützt wurde. Mit schleifenden Klängen und finster murmelnden Männerstimmen kreiert er ein gespenstisches Requiem als zöge der Gevatter Tod persönlich durch die nächtliches Gassen. Im Gegensatz dazu bietet das Album noch das von Pia Colombo dargebotete Chanson "La belle de nuit".

L´HOMME QUI TRAHIT LA MAFIA fällt vor allem durch das "Pre-generique" mit Daba-daba-daba-Frauenvokalisen im Burt-Bacharach-Stil auf. Zwei Jahre vor "Butch Cassidy and the Sundance Kid" hat dieser Track schon große Ähnlichkeit mit dem dort zu hörenden "South American Gateway". Als Rausschmeißer gibt es dann noch drei fulminante Tracks aus dem Western UNE CORDE, UN COLT, einem von vielleicht einer handvoll echter Western, die unter französischer Schirmherrschaft entstanden sind. Den Titelsong interpretierte der Amerikaner Scott Walker (Walker Brothers), den seit jeher eine Leidenschaft insbesondere für europäisches Kino auszeichnet. "The Rope and the Colt" ist dann auch eine ungemein schmissige Testosteron-Nummer, die noch lange im Ohr bleibt. In "Manuel et Maria" begegnet uns ein melancholisches Liebesthema, das zunächst von Solo-Gitarre dargeboten wird um dann mit ausladendem Pathos in sinfonischem Gewand zu erstrahlen.

Ein rundherum empfehlenswertes Album in sehr wertiger Ausstattung. Und bei dieser Gelegenheit möchte ich auch mal das ungewöhnliche Design der "Universal France"-CDs lobend erwähnen. Es sind für mich derzeit die optisch gelungensten Coverentwürfe auf dem Filmmusik-Markt. Auch das Hossein-Album ist wieder mit erlesenem Geschmack gestaltet und enthält wie immer auch ein informatives, zweisprachiges Booklet.

Weitere Anregungen, Korrekturen, Ergänzungen seitens der Leserschaft sind wie immer willkommen.

 

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vor 2 Stunden schrieb Angus Gunn:

So, erstmal vielen Dank für die ganzen Anregungen und Hinweise. Eine CD aus dem Iran, das ist ja mal wirklich exotisch. Besitzt Du die selber, gibt es dazu Hörsbeispiele?  "Miniatures Pictures" - ist das eine Filmmusik, ein Konzert, oder was hat es damit auf sich?

 
Zur eindeutigen Klärung: Die iranische CD fußt eigentlich auf zwei französischen LPs von Mitte der 70er, die die drei Hossein-Werke beinhalteten.
Zum einen ist das die Edici 52725-LP mit dem Orchestre du Théâtre National de l´Opéra de Paris unter der Leitung von Jean-Claude Hartemann, die die “Persischen Miniaturen” (und nicht: “Miniatures Pictures”) sowie “Shéherazade” enthält. Beides sind 1975 entstandene Ballett-Suiten, wobei “Shéhérazade” natürlich wiederum auf den früheren Film-Score Rückbezug nimmt. Diese LP habe ich selber auch und die sieht so aus:
Zum anderen ist das die Edici 52726-LP wiederum mit dem Pariser Opern-Orchester, aber dieses Mal unter der Leitung von Pierre Dervaux, die die bereits 1947 entstandene “Persepolis-Sinfonie” enthält. Diese LP sieht wiederum so aus:
 
Das Tracklisting der von diesen beiden LPs gezogenen iranischen CD findest Du hier:
 
Alle drei Werke sind sogar auf Youtube komplett zu hören:
 

 

 

 

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vor 13 Stunden schrieb Angus Gunn:

So, erstmal vielen Dank für die ganzen Anregungen und Hinweise. Eine CD aus dem Iran, das ist ja mal wirklich exotisch. Besitzt Du die selber, gibt es dazu Hörsbeispiele?  "Miniatures Pictures" - ist das eine Filmmusik, ein Konzert, oder was hat es damit auf sich?

An die Ben-Hur-CD hatte ich vor einiger Zeit auch schonmal gedacht und sie dann wieder vergessen. Jetzt werde ich sie aus reiner Neugier mal bestellen.

 

Ja, beide CDs habe ich (auf Empfehlung von Stefan vor langer Zeit bestellt). Das Booklet der iranischen CD gibt nicht viel her und so sind die Ergänzungen von Stefan Ergänzungen wie immer sehr hilfreich;)

Die CD findest Du hier:

http://www.mahoor.com/cd/Orchestral-Music/AMINOLLAH-HOSSEIN-263.aspx

Shéherazade  findest Du auch auf diesem Sampler:

https://www.amazon.fr/Symphonic-Poems-Persia-allemand-Compilation/dp/B000CDKDMK

Stefan, wie heißt der orientalische Komponist - Hauptberuf Zahnarzt oder Arzt -, der mit The London Symphony Orchestra sein Werk eingespielt hat? Habe gerade Lust auf die Musik, doch ohne Komponistenname finde ich die CD in meiner Sammlung nie und nimmer:)

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vor 13 Stunden schrieb Angus Gunn:

Beim Soundtrackcollector wird unter Hossein ja eine ganze Menge Vinyl aufgelistet, hauptsächlich EPs, aber davon besitze ich überhaupt nichts.

 
Bei seinen allerersten Filmmusiken hat Hossein übrigens auch noch das Pseudonym André Gosselain verwendet. Die EP von TOI LE VENIN an 1958 und auch die Single vom ebenfalls von Robert Hossein inszenierten LA NUIT DES ESPIONS von 1959 – die Single habe ich selbst in der Sammlung – liefen daher noch unter dem Komponisten-Namen Gosselain.
Ein paar der EPs von Hossein besitze ich. Seine jazzigen Sachen haben mir weniger zugesagt, von daher habe ich nur die orchestralen Sachen von ihm. Und da ist neben LE CHANT DU MONDE und LE GOUT DE LA VIOLENCE (enthält 6 Tracks, nicht nur die 3 von der Universal-CD) auch noch der dramatische GIIBRALTAR-Score von 1964 (wie SHEHERAZADE wiederum von Pierre Gaspard-Huit inszeniert) empfehlenswert. Die weibliche Hauptrolle in dem französischen Thriller spielt Hildegard Knef.
Sehr selten ist die LP zum 1970er Krimi POINT DE CHUTE (Regie wieder Robert Hossein). Die Musik ist überwiegend monothematisch und zeichnet sich durch ein pastorales, typisch französisches Thema, hauptsächlich für Gitarre und Harfe oder Klavier und Gitarre gesetzt, aus. Ein ganzes Album trägt die Musik irgendwie nicht, aber so 10 Minuten daraus sind durchaus ganz schön.
Kurz vor seinem Tod war Hossein auch noch als Komponist für die Lino Ventura-Filmversion von LES MISÉRABLES von 1982 vorgesehen. Das sehr beeindruckende filmmusikalische Chor-Requiem wurde ja dann von Michel Magne komponiert und ist sowohl auf LP wie auf CD greifbar, aber zwei Tracks von Hossein haben sich auch auf dem Album noch gehalten – nämlich “Thème du souvenir” und “La rencontre” mit jeweils etwa zwei Minuten.
 
Hossein hat auch drei Klavierkonzerte geschrieben. Das letzte aus dem Jahre 1974 mit dem Titel “Una fantasia” habe ich auf einer 1995 veröffentlichten französischen Auvidis-CD, die außerdem Herrmann´s “Concerto Macabre” aus HANGOVER SQUARE, Legrand´s Klavier-Concertino zu SUMMER OF ´42 und Jean Wiener´s Klavierkonzert “Franco-Américain” enthält. Eingespielt vom Monte Carlo-Orchester unter Pascal Verrot mit Danielle Laval als Solistin.
Dieses Hossein-Klavierkonzert ist heutzutage ebenfalls auf Youtube in der besagten Einspielung zu hören:

 

Und es gibt zudem noch eine Sinfonie "Arya" von 1975, die auch mal auf einer französischen LP veröffentlicht wurde. Wiederum auf Youtube zu hören:

 

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vor 10 Minuten schrieb nordfriesede:

Stefan, wie heißt der orientalische Komponist - Hauptberuf Zahnarzt oder Arzt -, der mit The London Symphony Orchestra sein Werk eingespielt hat? Habe gerade Lust auf die Musik, doch ohne Komponistenname finde ich die CD in meiner Sammlung nie und nimmer:)

Da mußte ich aber jetzt auch erst zweimal überlegen bis es geschnackelt hat. :)

Der Komponist heißt Alain Amouyal und die Musik selbst "Frames for a Fairy Tale":
https://store.cdbaby.com/cd/alainamouyal2

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vor 51 Minuten schrieb Stefan Schlegel:
Kurz vor seinem Tod war Hossein auch noch als Komponist für die Lino Ventura-Filmversion von LES MISÉRABLES von 1982 vorgesehen. Das sehr beeindruckende filmmusikalische Chor-Requiem wurde ja dann von Michel Magne komponiert und ist sowohl auf LP wie auf CD greifbar, aber zwei Tracks von Hossein haben sich auch auf dem Album noch gehalten – nämlich “Thème du souvenir” und “La rencontre” mit jeweils etwa zwei Minuten.

Das wäre in der Tat meine nächste Frage gewesen, da Hossein im Zusammenhang mit LES MISERABLES auftaucht, aber auf der Hortensia-CD kein Hinweis darauf zu finden ist. Woher weiß man sowas?

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Ach so, es steht so im Soundtrackcollector eingetragen, wie ich gerade selber sehe.:D  Sind denn die Angaben dort eigentlich immer zuverlässig, mal so ganz allgemein gefragt.

 

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Ich meine zwar, es vor ein paar Jahren irgendwo in einem meiner Bücher oder vielen Artikel zur französischen Filmmusik gelesen zu haben, aber eigentlich erklärt es sich auch von selbst, daß Hossein für LES MISERABLES wohl zuerst vorgesehen war und dann wegen einer Krankheit kurz vor seinem Tod nicht mehr weiter komponiert hat. Denn LES MISERABLES ist ja wiederum vom Sohn Robert inszeniert worden, und zuvor hatte André auch sämtliche Regiearbeiten seines Sohnes bereits vertont gehabt. Insofern ist es logisch, daß er sicher auch LES MISERABLES hätte machen sollen. Sowohl auf der Barclay-LP von 1982 wie auf der späteren Hortensia-CD aus den 90ern ist bei den beiden besagten Tracks Hossein als Komponist angegeben. Es ist also nicht erst von Soundtrack Collector hinzuerfunden worden.

Was die Angaben auf der Soundtrack Collector-Seite sonst so angeht: Im Großen und Ganzen sind sie ganz zuverlässig, aber gerade bei ganz seltenen europäischen EPs oder LPs tappen sie auch dort schon manchmal im Dunkeln herum. Ich habs manchmal schon erlebt, daß eine LP angegeben wird, wo es nie eine gab oder umgekehrt, oder der Fall, daß plötzlich LP statt EP vermerkt wird. Solche Sachen kommen schon ab und an vor.
Z.B. schreiben sie jetzt bei LES MISERABLES dort als Produktionsjahr 1985 hin, was ja gar nicht stimmt, denn 1982 wäre richtig und die LP ist natürlich auch aus dem Jahr. Keiner weiß daher, was das 1985 da nun eigentlich soll.

 

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vor 18 Stunden schrieb Angus Gunn:

Den Titelsong interpretierte der Amerikaner Scott Walker (Walker Brothers), den seit jeher eine Leidenschaft insbesondere für europäisches Kino auszeichnet. "The Rope and the Colt" ist dann auch eine ungemein schmissige Testosteron-Nummer, die noch lange im Ohr bleibt.

Ist das der Scott Walker, der vor zwei Jahren Brady Corberts THE CHILDHOOD OF A LEADER vertont hat? Hatte gar nicht so auf dem Schirm, dass der schon in den 60ern aktiv war...

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vor 48 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Ist das der Scott Walker, der vor zwei Jahren Brady Corberts THE CHILDHOOD OF A LEADER vertont hat? Hatte gar nicht so auf dem Schirm, dass der schon in den 60ern aktiv war...

Ja, das ist er tatsächlich. Hat sich seitdem musikalisch vielseitig entwickelt.

 

vor 2 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

auf der späteren Hortensia-CD aus den 90ern ist bei den beiden besagten Tracks Hossein als Komponist angegeben.

Stimmt, habe nochmal nachgesehen. Mein Fehler. :facepalm: Zu meiner Entlastung muss ich sagen, dass ich den Text vorhin nicht von zu Hause aus geschrieben habe und somit die CD nicht zur Ansicht vorliegen hatte.:winke-smilie:

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vor 20 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Da mußte ich aber jetzt auch erst zweimal überlegen bis es geschnackelt hat. :)

Der Komponist heißt Alain Amouyal und die Musik selbst "Frames for a Fairy Tale":
https://store.cdbaby.com/cd/alainamouyal2

Danke für den Hinweis. Die CD habe ich gefunden:)

Die Musik ist schon großangelegte Sinfonik im Hollywwod-Stil. Großer gemischter Chor, Orchester und Pinao. Vergleichbar mit der Musik zu Trevor Jones THE DARK CRYSTAL oder DINOTOPIA. Eingespielt mit dem London Symphony Orchestra, Conrad Pope als Orchestrator und Shwan Murphy an den Reglern. Die arbeiten auch nicht mit jedem zusammen.

Hier ein bißchen Info zum Komponisten. Die CD findet ihr bei Amazon für 116 Euro;)

http://www.eroica.com/aa-artist.html

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Am 5.2.2018 um 22:33 schrieb Angus Gunn:

 

An die Ben-Hur-CD hatte ich vor einiger Zeit auch schonmal gedacht und sie dann wieder vergessen. Jetzt werde ich sie aus reiner Neugier mal bestellen.

 

Die BEN-HUR CD ist einfach nur zu empfehlen. Eine üppige und vor allem erstklassige Einspielung durch Thomas Sondergard. Die Einspielung klingt schon fast wie ein sinfonische Dichtung und nicht nach einem Pferderennen;) Die CD ist bei der Deutschen Grammophone erschienen.

Interessant finde ich das Bild mittig im Booklet, wo Robert zusammen mit seinem Vater der Musik zu Miniatures Persanes/Sheherazade auf LP lauschen. Die Musik scheint bei Beiden einen großen Stellenwert gehabt haben.

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Am 6.2.2018 um 12:20 schrieb Stefan Schlegel:
Kurz vor seinem Tod war Hossein auch noch als Komponist für die Lino Ventura-Filmversion von LES MISÉRABLES von 1982 vorgesehen. Das sehr beeindruckende filmmusikalische Chor-Requiem wurde ja dann von Michel Magne komponiert und ist sowohl auf LP wie auf CD greifbar, aber zwei Tracks von Hossein haben sich auch auf dem Album noch gehalten – nämlich “Thème du souvenir” und “La rencontre” mit jeweils etwa zwei Minuten.

Michel Magne´s tolle LES MISÉRABLES-Musik - meiner Ansicht nach sein bester Score überhaupt - wird übrigens nun im Januar nach längerer Zeit auch mal wieder veröffentlicht. Und zwar auf dem französischen Vinyl-Label Diggers Factory in einer um ca. 6 Minuten erweiterten Fassung. Neu sind die Tracks 13,14 und 18 und auch die Sequenzierung insgesamt ist merkwürdigerweise deutlich anders gegenüber den früheren LP/CD-Alben aus den 80ern.
Auf der Diggers Factory-Seite läßt sich der Score sogar in Gänze (!) anhören - sicher ein interessantes Angebot für all diejenigen, die die Musik bislang überhaupt nicht kennen:
https://www.diggersfactory.com/vinyl/232237/michel-magne-les-miserables-1982-cd

Die Vinyl-Auflage liegt wohl bei 100 Stück - auch recht verrückt.
Es steht zwar in Klammern CD dabei, aber wie man das so sieht produziert Diggers Factory eigentlich nur Vinyl -Alben  - und die Angabe 1x12" (140 g) bezieht sich ja wohl auch auf LP,  selbst wenn diese mit mehr als 60 Minuten recht lang geraten ist. Nur oben im rechten Eck kann man das Logo vom Play-Time CD-Label sehen - auf der Play-Time-Webseite wiederum findet sich aber keinerlei Info zu einem möglichen CD-Release.
Amazon Frankreich listet dieses Album von Diggers Factory ebenfalls als CD,  aber das scheint doch eher ein Irrtum zu sein:
https://www.amazon.fr/Misérables-1982-Michel-Magne/dp/B08NV9SJHW/ref=sr_1_49?dchild=1&fst=as%3Aoff&qid=1606592958&rnid=301164&s=music&sr=1-49

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Man muß weiter nach unten scrollen auf der Diggers Factory-Seite. Dann sieht man auch die geplante CD von Play Time, die nicht nur 18, sondern 21 Tracks haben wird:
https://www.diggersfactory.com/vinyl/232237/michel-magne-les-miserables-1982-cd

Es kommen also sechs Tracks gegenüber der alten CD hinzu, nicht nur drei, wobei für Track 19-21 keine Laufzeiten angegeben sind.  In diese drei Tracks kann man bei Diggers auch nicht reinhören. Ich habe 13, 14 und 18 mal angehört und das sind zwar ganz nette zusätzliche Stücke noch, aber sie fügen den bisherigen 57 Minuten nichts wesentlich Neues hinzu. Track 19 und 21 scheinen auch nur Alternativ-Versionen von zwei der bisher bereits bekannten Tracks zu sein. Vermutlich wird es dann auf insgesamt 10-15 Minuten mehr  als bislang rauslaufen. Aber ich fand die alte CD schon hervorragend und denke, daß die Neuausgabe eher für Personen in Frage kommt, die den Score noch gar nicht haben.

 

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Danke für die Info, Stefan. Sollten nicht noch andere Eindrücke kommen, dann werde ich bei der alten CD bleiben. 

Allerdings ist Magnes "Les Miserables" in der Tat sehr empfehlenswert, daher kann ich Stefans Hinweis/Empfehlung was die Musik generell betrifft nur unterstreichen.

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Letzte Woche noch gehört. Grandioses Album!
Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß mir Stefan diese Scheibe mal auf Kassette aufgenommen und ich da ewig lange nicht reingehört habe.
"Das solltest Du aber mal tun" meinte er irgendwann am Telefon und "wow"- die CD wanderte kurz darauf in mein Archiv :)

Asche auf mein Haupt, daß ich dieses Meisterwerk lange ignoriert habe
(wir hatten aber auch in dieser Zeit Unmengen an Bändern ausgetauscht...)
 

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