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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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Bezeichnung

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    alter Forumshase

Kontaktinformationen

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    sschwittay@googlemail.com
  • Website URL
    oddandexcluded.wordpress.com

Profilinformation

  • Geschlecht
    Male
  • Wohnort
    Heidelberg / Mainz
  • Interests
    Filmmusik, Film, klassische Musik (v.a. des 20. Jahrhunderts), Kunst und Kultur, Geschichte, Architektur

Soundtrack Board

  • Lieblingskomponist
    Elliot Goldenthal, Jerry Goldsmith, Christopher Gordon, Michael Kamen, David Shire, Alex North, Marco Beltrami
  • Anzahl Soundtracks & Scores
    ca. 1000

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Leistungen von Sebastian Schwittay

Alter Forumshase

Alter Forumshase (4/4)

2,9Tsd

Reputation in der Community

  1. Hui, 15 Jahre später... Ich glaube, ich war damals zu streng mit dem Album. Die Jahre um 2010 waren ja geprägt von extrem starken Arbeiten wie KNOWING, SOUL SURFER oder DON'T BE AFRAID OF THE DARK, dagegen fiel THE THING halt etwas ab. Nach heutigen Maßstäben aber sicher eine feine Musik mit einigen Highlights. "Meet and Greet" und "Road to Antarctica" habe ich über die Jahre immer wieder gehört.
  2. Das ist so ein Ding, das ich seit Jahren vor mir her schiebe... Es ist leider vollkommen ausgeartet, zu einer Takt-für-Takt-Analyse von "Fireproof" aus HELLBOY. Ein großartiges, hochkomplexes Stück, an dem sich Beltramis Modernismus exemplarisch zeigt. Aber die Analyse ist entsprechend auch monströs detailversessen, und leider bislang unvollendet. Bei Beltrami ist es ganz entscheidend, welche Arbeiten du hörst. Die, mit denen er Geld verdient und "im Geschäft" bleibt (THE SHALLOWS, BEN HUR, FANTASTIC FOUR, THE GUNMAN, THE DROP, UNDERWATER, CHAOS WALKING...) - oder eben die Arbeiten, die ihm Spaß machen und kompositorische Freiheiten gewähren. Von denen hast du ja einige aufgezählt, und ich würde da noch Musiken wie THE KILLER (2024), THE SNOWMAN (2017), seine DIE HARD-Scores, und natürlich THE HOMESMAN (2014) oder SNOWPIERCER (2013) dazu zählen. Außerdem gibt es funktionalere "Broterwerbs"-Scores mit wunderbaren Konzertfassungen der Themen, wie z.B. VENOM: LET THERE BE CARNAGE - das sind in Gänze zwar keine großen Kaliber, aber für die End Credits oder eine konzertante Albumversion hat er dann eben doch gezeigt, was er kann. Und zum Thema "was er kann": er ist einer der wenigen, modernistisch geschulten, noch aktiven Komponisten in Hollywood - das darf man nicht vergessen. Beltrami kommt aus einer modernen akademischen Tradition, er hat u.a. bei Luigi Nono studiert. Und das hört man in seinen Agitato-Passagen und in seiner kontrapunktischen Schreibweise immer wieder! Diesbezüglich mal ein paar Tracks, die ich dir ans Herz legen möchte: "Chaising the Tail" aus WORLD WAR Z - unused cue; gibt es nur auf dem Marco-Beltrami-Sampler des Film Fest Gent "Down the Harry Hole" aus THE SNOWMAN "Door Jam" aus KNOWING "Blonde Behind the Wheel" aus TERMINATOR 3: RISE OF THE MACHINES Und was seinen sehr klassischen Zugang zu Form und Entwicklung anbelangt: "Venom and Blues" aus VENOM: LET THERE BE CARNAGE "Yona's Theme" aus SNOWPIERCER "The Spirit of Sport: Jack Nicklaus" - ein wunderbares neues Konzertstück auf dem Album "The Paintings of Bob Peak", in Auftrag gegeben von Robert Townson Man darf sich bei Beltrami nicht so sehr von den Routine-Arbeiten täuschen lassen. Er möchte halt im Geschäft bleiben, und dafür braucht es heutzutage eben auch viel reinen Dienstleistungs-Output.
  3. Ein paar schöne retrospektive Sichtungen der letzten Zeit: GREEN CARD (Peter Weir, 1990) Sympathische und im Herzen hochpolitische Rom-Com vom großen Peter Weir über eine Scheinehe zwecks Green Card und Wohnungsfindung, zwar mit dem ekligen Gérard Depardieu besetzt, aber so einfühlsam von den Herausforderungen und Belastungen eines von Ämtern abhängigen Lebens erzählend, dass es einem ganz anders wird. Die Freiheit (des Marktes) ist hingegen auch keine Lösung, denn im ehrlichen Konkurrenzkampf findet die Protagonistin ihr (Wohn-)Glück aufgrund von allgegenwärtiger Diskriminierung ebenso wenig. Wie alle Peter-Weir-Filme weist GREEN CARD eigentlich nur in eine Richtung: weg von der Zivilisation, weg vom kapitalistischen Gesellschafts- und Wertesystem. PUMPKINHEAD (Stan Winston, 1988) Ein von fähiger Hand inszeniertes, wunderschön fotografiertes und ausgestattetes B-Movie, das in einem mystischen Amerika spielt, in dem noch Hexen und Dämonen im waldigen Hinterland ihr Unwesen treiben. Eine seltsam märchenhafte, fast europäisch anmutende Welt, die nur von den Autos in der US-amerikanischen Gegenwart der 80er Jahre verortet wird. Äußerst effektiv und hochkonzentriert erzählt der Film in diesem Setting eine alttestamentarisch anmutende Rachegeschichte, die durch Lance Henriksens Darstellung echtes emotionales Gewicht bekommt. Verrückt, dass ein so magischer Film bislang zu so wenig kanonischen Ehren gekommen ist. Eine europäische HD-Auswertung ist dringend überfällig! SOMETIMES THEY COME BACK (Tom McLoughlin, 1991) „Ferngesehen. Geweint.“ – Franz Kafka, wenn er SOMETIMES THEY COME BACK gesehen hätte. Feuerspeiende 55er-Chevys und dampfschnaubende Lokomotiven als Ausdruck einer generationenübergreifenden Trauer und Verzweiflung, angefeuert von einem Wahnsinns-Terry-Plumeri-Score zwischen oktatonischer Raserei und jenseitiger Versöhnung. Eine der besten und traurigsten Stephen-King-Adaptionen, die in den 90ern fürs Fernsehen gemacht wurden. IT'S ALIVE III: ISLAND OF THE ALIVE (Larry Cohen, 1987) Ob als erfolgloser Kinderschuhverkäufer oder manischer Inselexpeditions-Crasher: Michael Moriarty ist das irre Herz von IT'S ALIVE III. Ein wahnwitziges Sequel, das schwer in Worte zu fassen ist – ähnlich erratisch und singulär wie Cohens im gleichen Jahr entstandener RETURN TO SALEM'S LOT. THE STUFF (Larry Cohen, 1985) „Enough is never enough.“ „You know why they call me Mo? Cause every time people get me something I always want mo(re).“ Geistreiche Satire auf amerikanische Maßlosigkeit und Konsumkapitalismus. Verblüffend subversiv die Rolle der US-Armee: statt den ‚commies‘ werden am Ende die ‚stuffies‘ gejagt – mit dem Kampf gegen die zombifizierten Eiscreme-Konsumenten zielt die Armee ins Herz des amerikanischen Selbstverständnisses und wird damit selbst anti-amerikanisch. Ich liebe Larry Cohen - eine der intelligentesten und originellsten Stimmen der amerikanischen Horrorkomödie. ORDINARY PEOPLE (Robert Redford, 1980) Nachdem ich mich als Teenager mit großem Genuss durch die Welle der amerikanischen Familiendramen der 2000er Jahre geschaut habe (IN THE BEDROOM, YOU CAN COUNT ON ME, LITTLE CHILDREN, MARGRET, usw.), war es nun interessant, endlich die stilistische Blaupause all dieser Filme kennenzulernen. Wie die zuvor genannten Beispiele kreist auch Redfords ORDINARY PEOPLE um einen sich leise einschleichenden, bohrenden Schmerz der Erkenntnis – eine Erkenntnis, dass vertraute Strukturen auf Sand gebaut sind, dass alles kaputt und am Ende ist, bevor man es überhaupt realisiert; eine Erkenntnis, die einen besonders gerne mitten in der Nacht überfällt und einem in plötzlicher Panik die Kehle zuschnürt, wie in der Szene, in der der junge Timothy Hutton vom Selbstmord seiner Klinik-Bekanntschaft erfährt und plötzlich alle verdeckten familiären Schieflagen wie ein offenes Buch vor ihm liegen. ORDINARY PEOPLE hat lange nachgewirkt in mir - ein starkes Regiedebüt von Redford. DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE (Kurt Raab, 1983) Die Fassbinder-Clique in der Südsee: ein filmhistorisches Unikum, das selbst in den an Exploitation-Unfassbarkeiten reichen 80er Jahren seinesgleichen sucht. Am schönsten sind sicherlich der Titelsong und Hans Zanders eindringliches Duett mit einer weiblichen Nephila als "Satansspinne". Was für ein Zirkus! FEAR IN THE NIGHT (Jimmy Sangster, 1972) Peter Cushings leerstehendes Internat, in dem Schülergelächter über Lautsprecher eingespielt wird, bildet den stimmungsvollen Hintergrund dieses ungewöhnlichen späten Hammer-Films über Gaslighting und patriarchale Übergriffigkeit. Die Szene, in der sich Cushing während einer Führung durch die Internatsgebäude am Haarband der weiblichen Hauptfigur zu schaffen macht, nachdem er zuvor von der charakterbildenden Wirkung der Knotenkunde (!) fabuliert hat, gehört zu den unangenehmsten und bemerkenswertesten Momenten des Films. TWINS (Ivan Reitman, 1988) Wenige Filme machen sich Schwarzeneggers verstrahlte Idiosynkrasien so clever zunutze wie TWINS. Ein zum muskulösen Übermenschen erzogener, autistischer Bücherwurm von einer einsamen Insel im Pazifik – wer würde diese Herkunftsgeschichte ernsthaft in Frage stellen wollen? Ein wirklich schöner, lustiger Film, den ich nun zum Anlass nehme, Reitman zu komplettieren (es fehlen mir u.a. noch LEGAL EAGLES, JUNIOR, SIX DAYS SEVEN NIGHTS und EVOLUTION).
  4. Mir fehlt da einfach die Info. Habe die Horner-Geschichten nicht so verfolgt die letzten Monate.
  5. Bisher wurden 25 Scores nominiert: ALIENS: FIRETEAM ELITE 2, Austin Wintory BALANDRAU: VIENTO SALVAJE, Arnau Bataller THE BOROUGHS, John Paesano COYOTE VS. ACME, Steven Price THE DEVIL WEARS PRADA 2, Theodore Shapiro DISCLOSURE DAY, John Williams DIE DREI FRAGEZEICHEN: TOTENINSEL, David Reichelt THE END OF OAK STREET, Michael Giacchino EUPHORIA Season 3, Hans Zimmer EVIL DEAD BURN, Double Danger FRIEREN: BEYOND JOURNEY'S END Season 2, Evan Call HOPE, Michael Abels THE KING'S WARDEN, Dalpalan THE MADISON, Breton Vivian MASTERS OF THE UNIVERSE, Daniel Pemberton THE ODYSSEY, Ludwig Göransson PASSENGER, Christopher Young PROJECT HAIL MARY, Daniel Pemberton REALITY CHECK: INSIDE AMERICA'S NEXT TOP MODEL, Jasha Klebe, Benny Reiner, Empara Mí SEND HELP, Danny Elfman SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY, Michael Giacchino STARBRIGHT, Ludek Drizhal STAR WARS: THE MANDALORIAN AND GROGU, Ludwig Göransson SWAPPED, Siddhartha Khosla WINNIPEG, EL BARCO DE LA ESPERANZA, Diego Navarro -------------------------------------------------------------------- Die Nominierungsphase endet am 31. Januar 2027. Bitte immer folgendermaßen nominieren: FILMTITEL, Komponist Also Filmtitel in Großbuchstaben, dann ein Komma und dann den Namen des Komponisten in normaler Schrift.
  6. Tut mir leid, ich sehe hier keinen neuen Score von Horner, sondern re-orchestrierte Skizzen und Entwürfe, bestenfalls ein Konzertwerk. Zu welchem Film soll das sein?
  7. Orchester habe ich im Film überhaupt nicht wahrgenommen. In den End Credits gibt es eine coole Variation des Hauptmotivs mit verfremdeter Posaune und Trompete, das dürfte auf dem Album der erste Track sein. Das vokale Stück ("Skybridge Reprise") schließt sich dort unmittelbar an und ist auch noch recht hörenswert. Ansonsten besteht der Score fast nur aus funktionalem Droning mit Synthie-Puls. Der Film ist aber wirklich sehenswert!
  8. Ich gestehe, ich fand JAWS 2 eh nie so besonders. Brauche den ehrlich gesagt überhaupt nicht in der Sammlung.
  9. Idealerweise soll es natürlich auch zur Re-Evaluierung bewegen. Hast du die verlinkten Stücke nochmal unter den erwähnten Gesichtspunkten gehört? Dass hier musikalisch und konzeptionell "gar nichts" passieren soll, ist ja nämlich schlicht eine Falschaussage. (Lass die "Salem's Lot Aria" (Track 1) gegebenenfalls weg, die ist eh nicht von Gordon.)
  10. Ich bin bei solchen "ewigen Favoriten" nicht sehr flexibel, über die Jahrzehnte tut sich da wenig bei mir. SALEM'S LOT ist nach wie vor eine meiner liebsten Filmmusiken der jüngeren Vergangenheit. Das "Salem's Lot Theme" ist das trostspendendste Stück Musik, das ich kenne; die von vorklassischer Musik inspirierten Chorpassagen markieren einen einsamen Höhepunkt in der Vokalkomposition für (Genre-)Film; und die avantgardistischen Texturen sind einfach grenzenlos faszinierend, vor allem, da sie als Teil des 'Per aspera ad astra'-Mottos immer in Relation zu den lyrischen vokalen Passagen stehen und nie zum Selbstzweck verkommen. Auf Facebook hatte ich 2024 einen kurzen Beitrag zur Musik gepostet, den auch Christopher Gordon geliked hat (was mich zugegebenermaßen sehr gefreut hat):
  11. Auf den Alben-vs.-Einzeltrack-Diskurs wollte ich gar nicht unbedingt hinaus. Mir ging es eher darum, dass ich als Hörer das Konzept einer Musik und ihre emotionale Bandbreite erfahren kann. Man könnte auch sagen: ich möchte eine vollwertige musikalische Mahlzeit, zu der neben Lyrischem eben auch bewegtes (Action-)Material gehört. Werke der Instrumentalmusik haben ja nicht umsonst immer langsame und schnelle Sätze. Einzeltracks: gerne, mache ich auch oft. Aber dann höre ich 2-3 Tracks, die einigermaßen die Bandbreite des Scores abdecken. Z.b. den "Main Title", einen Actiontrack und das Finale - quasi ein Miniatur-Album.
  12. Wäre für mich, wie gesagt, ein unvollständiges Erlebnis. Ich höre mir ja von THE CASSANDRA CROSSING auch nicht nur das Thema an und gehe dann weiter. So bekomme ich ja vom Konzept des Scores gar nichts mit. Und dann würde mir auch ein Goldsmith-Sampler reichen.
  13. Grundlage ist immer die Emotion. Aber ich sprach ja auch vom Verbalisieren: als Musiker/Musikwissenschaftler spreche ich gern über die Strategien der Musik, mit der sie beim Zuhörer Gefühl X oder Assoziation Y auslöst. Oder: was passiert musikalisch, damit wir fühlen? Alles ein bisschen off topic nun, aber bei END OF OAK STREET funktioniert das Atonale ja emotional, weil wir zuvor die Geborgenheit und Schönheit des Suburbia-Materials kennengelernt haben. Es besteht eine musikalische Fallhöhe, es steht etwas auf dem Spiel - insofern finde ich schon, dass diese Teile zwingend zur Musik dazugehören, und beide Bereiche nur im Wechselspiel funktionieren. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, nur das melodische Material, oder nur die atonalen Actiontracks zu hören. Und deswegen funktioniert der zentrale Schockmoment des Films ja auch so wahnsinnig gut...
  14. Bei wem nicht? Musik ist eine auf Gefühle und Emotionen abzielende Kunst. Ich versuche diese Wirkungen nur zu verbalisieren. Ein klasse Actiontrack ist übrigens auch "The Starbuck Stops Here". Sehr wilde Effekte für Klavier und Blechbläser ab 0:51...
  15. Echt? Die Kombination des melodischen Suburbia-Materials mit dem atonalen Actionscoring macht doch erst den Reiz des Scores aus. Und gerade "A Den of..." finde ich ab 4:30 echt stark! So etwas Aufregendes hat Giacchino schon lange nicht mehr geschrieben. Die polyrhythmische Überlagerung der Percussion-Stimmen ab 5:38 erinnert mich übrigens auch sehr an Goldenthal (TITUS oder ALIEN³). Und die letzten 30 Sekunden des Tracks mit den sich wiederholenden, schrillen Bläser-Akkorden habe ich im Kino förmlich mitgeschrien. Spaß pur!
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