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alter Forumshase
Kontaktinformationen
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E-Mail
sschwittay@googlemail.com
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Website URL
oddandexcluded.wordpress.com
Profilinformation
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Geschlecht
Male
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Wohnort
Heidelberg / Mainz
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Interests
Filmmusik, Film, klassische Musik (v.a. des 20. Jahrhunderts), Kunst und Kultur, Geschichte, Architektur
Soundtrack Board
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Lieblingskomponist
Elliot Goldenthal, Jerry Goldsmith, Christopher Gordon, Michael Kamen, David Shire, Alex North, Marco Beltrami
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Anzahl Soundtracks & Scores
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Leistungen von Sebastian Schwittay
Alter Forumshase (4/4)
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Sebastian Schwittay antwortete auf Scorechasers Thema in Film & Fernsehen
Ein paar coole Sichtungen der letzten Tage: PUPPET MASTER (David Schmoeller, 1989) Wirr erzählter Unfug über eine Handvoll parapsychologisch Begabter, die sich in einem Hotel an der kalifornischen Küste zusammenfinden und dort vom Adepten eines Puppenmagiers dezimiert werden. Zwar kaum spannend, aber die Puppen-Sequenzen sind next level Alptraummaterial (u.a. gibt es eine Blutegel erbrechende Frauenpuppe, die von einer der Hauptfiguren zunächst für eine Sexualpartnerin gehalten wird). Diese Szenen, von denen es zum Glück einige gibt, heben PUPPET MASTER dann doch in den Pantheon der besonders verstörenden Hotelhorrorfilme in der Nachfolge von Kubricks THE SHINING. Nach LEPRECHAUN und PUMPKINHEAD das dritte B-Horror-Franchise, das ich dieses Jahr anschneide oder zu komplettieren versuche. Ich muss zugeben: ich habe ein Herz für diese kostengünstig produzierten, aber oft sehr originellen Horrorreihen der VHS-Ära. (3,5/5) FAR AND AWAY (Ron Howard, 1992) FAR AND AWAY ist am interessantesten, wenn er Nicole Kidman lüstern den Körper ihres frisch gebackenen Ehemanns Tom Cruise erkunden lässt. Ein Meta-Film über eine ikonische Hollywood-Ehe, der sich einige Jahre später mit Stanley Kubricks EYES WIDE SHUT zu einer Art Diptychon formen sollte. Als Historienepos funktioniert er nur halb so gut, aber der 'Oklahoma Land Rush' im letzten Akt und das triumphale Schlussbild gehören zu den großen Momenten des 90er-Hollywoodkinos, die man unbedingt gesehen haben sollte – und das am besten auf großer Leinwand. (4/5) (Gesehen am vergangenen Samstag auf dem 19. TODD-AO 70mm-Festival in der Schauburg Karlsruhe.) MOUNTAINS OF THE MOON (Bob Rafelson, 1990) Abenteuerfilm über die Suche nach der Nilquelle im späten 19. Jahrhundert. Ein Film über Versehrung, Verstümmelung und den körperlichen Preis des Entdecker-Ruhms. In einer schönen Szene gegen Ende des Films vergleichen Patrick Bergin und Bernard Hill ihre Narben; in einer weniger schönen Szene zu Beginn bekommt Bergins Figur von afrikanischen Eingeborenen einen Wurfspeer durch den Unterkiefer gestoßen (und wenig später fressen sich Käfer durchs Trommelfell seines Expeditionskollegen Iain Glen). Im Kontrast zum schmerzhaft-körperlichen Realismus von Rafelsons Entdecker-Drama steht ein überragend schöner, romantischer Abenteuerscore von Michael Small, der im Einsatz afrikanisch-ethnischer Elemente Jerry Goldsmiths 90er-Abenteuermusiken wie CONGO oder THE GHOST AND THE DARKNESS vorwegnimmt. (3,5/5) -
Danke für die Einschätzung. Werde den aber, aller Voraussicht nach, und wie so oft bei mir und Desplat, nur im Film hören.
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- sony music
- alexandre desplat
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Sebastian Schwittay antwortete auf Scorechasers Thema in Film & Fernsehen
Ein paar aktuelle Filme: THE ODYSSEY (Christopher Nolan, 2026) Trüber Realismus gepaart mit einer Erzählwut, die in der ersten Dreiviertelstunde Rückblende an Rückblende reiht – es ist alles mal wieder genauso, wie man es sich von einem Christopher-Nolan-Film erwartet. Dazu gibt es tosenden Klangmatsch von Ludwig Göransson, der die ohnehin viel zu lärmend abgemischte Tonspur noch unerträglicher macht. Pluspunkte gibt es für den Zyklopen und die grotesken, wenn auch viel zu kurz aufblitzenden Verwandlungseffekte der Circe-Sequenz. In anderen Händen hätte THE ODYSSEY ein schöner Monsterfilm werden können. (2,5/5) THE DOG STARS (Ridley Scott, 2026) Mal melancholische LAST OF US-Variation, mal irrsinniger Wald-und-Wiesen-MAD MAX: erneut kommt Ridley Scott mit einem hochgradig eigenwilligen Spätwerk um die Ecke, das in seinen verwegenen Ein- und Tonfällen beweist, dass HOUSE OF GUCCI kein Ausrutscher, sondern Programm war. Wo immer es die Umstände erlauben, lässt Scott sich mit den Filmen seiner – vermutlich – letzten Schaffensperiode den puren Wahnsinn raus, und räumt gründlich mit den Vorstellungen eines "gereiften Altersstils" auf. Das Spätwerk als Spielwiese statt als Weihealtar. (4/5) DIGGER (Alejandro G. Iñárritu, 2026) Der wahnsinnig platte Theater-Kram ist fast so nervtötend wie BIRDMAN und erweist der ansonsten unterhaltsamen Freakshow einen (Erklär-)Bärendienst. Politsatire für Leute, denen man jeden Witz erklären muss. (2,5/5) BACKROOMS (Kane Parsons, 2026) BACKROOMS habe ich einen Tag nach George A. Romeros KNIGHTRIDERS gesehen, mit dem er ein verblüffendes Meta-Double-Feature abgibt. Auf sehr unterschiedliche Weise kreisen beide Filme um den Ausverkauf einer Idee und deren Nutzbarmachung durch einen Investor. KNIGHTRIDERS erzählt davon ganz konkret in seiner Filmhandlung (Martin Ferrero als Werbe-Investor, der die Motorrad-Ritter um Ed Harris unter Vertrag nehmen will), während in BACKROOMS – als wohl interessantestem Beispiel für Talent-Exploitation in der jüngeren Filmgeschichte – der Ausverkauf eher hinter den Kulissen stattfindet. Man sieht den 20-jährigen Kane Parsons förmlich vor sich, wie er in einem Büro von fünfzehn A24-Funktionären umringt wird, die ihm vorschlagen, wie seine Web-Serie „Backrooms“ (2022) in Spielfilm-Form gebracht werden könnte – untermauert von einem professionellen Hollywood-Drehbuch, das die abstrakten Ideen der YouTube-Serie mit zwei interessanten Protagonisten und zwei sehr zeitgemäßen ‚backstory wounds‘ abfedert. Tatsächlich scheinen weder die Erzählung des toxisch-infantilen Clark (Chiwetel Ejiofor), der im realen Leben nicht zu Rande kommt und sich in kontrollierbare Scheinwelten flüchtet, noch die der Psychotherapeutin Mary (Renate Reinsve), die aus den Gefängnissen ihrer Kindheitstraumata auszubrechen versucht, organisch mit Parsons „Backrooms“-Lore verbunden zu sein. Viel mehr wirken sie wie von einem Hollywood-Script-Doctor eingepflanzt: gekonnt psychologisiert, mit gegensätzlichen Charaktereigenschaften der Hauptfiguren, alles by the book; nur eben in keinem Moment den Verdacht erweckend, es könne sich hier um die Ideen eines Hollywood-Debütanten handeln, der von der abstrakten Lore seines Found-Footage-Horrors urplötzlich die Kurve zum routinierten ‚character writer‘ kriegt. Die Ghost-Director-Theorien, die seit geraumer Zeit die Runde machen und über Produzent Osgood Perkins als eigentlichen Regisseur spekulieren, finde ich gar nicht mal abwegig – nicht nur wegen der Drehbuch-Aspekte, auch angesichts der professionell inszenierten Actionsequenzen im letzten Drittel des Films. Dass als zentrales Monster ausgerechnet eine Piraten-Werbefigur durch die Gänge der ‚backrooms‘ stapft und Jagd auf verirrte Seelen macht, ist am Ende vielleicht der denkbar passendste Ausdruck dieses gekaperten Ideen-Konglomerats. Auf verstörende Weise holt sich BACKROOMS hier selbst auf die Couch und erzählt seine Ausverkauf-Story auf der Meta-Ebene gleich mit. Everything must go! (3,5/5) OBSESSION (Curry Barker, 2026) Streckenweise etwas zu betont egdy und grausam – vor allem in den teils unnötig in die Länge gezogenen Gewaltexzessen – , trotzdem ein starker, unbequemer Horrorfilm, dessen durchschlagender Erfolg bei der GenZ auf ein profundes Misstrauen in traditionelle Geschlechterbeziehungen schließen lässt. Haben junge Menschen überhaupt noch Lust auf Paarbeziehungen, geschweige denn auf Fortpflanzung und das gemeinsame Großziehen von Kindern? Die Zukunft kann kommen! (4/5) PASSENGER (André Øvredal, 2026) Eine Aneinanderreihung billiger Jumpscares und öder Genre-Standards – tatsächlich so ein bisschen die Antithese zum ‚elevated horror‘ der Gegenwart, aber wenn das die Aussichten sein sollen, dann gute Nacht. Zum an sich spannenden Thema „Grusel auf nächtlichen Straßen“ fällt PASSENGER nicht ein einziges erinnerungswürdiges Bild oder Motiv ein, und auch auf Figurenebene bleibt sein blass gezeichnetes Hipster-Protagonisten-Pärchen völlig egal. Selbst Christopher Young arbeitet sich vergleichsweise uninspiriert durch die Jumpscare-Tristesse (das Soundtrack-Album ist da interessanter, denn es ist – wie so oft bei Young – ein Konzeptalbum, das den Score weiter ausbaut). Lieber nochmal die Louis-Chiles-Episode aus CREEPSHOW 2 oder die Fahrrad-Szenen aus IN THE MOUTH OF MADNESS schauen. (2/5) LEE CRONIN'S THE MUMMY (Lee Cronin, 2026) Nicht so subversiv wie Cronins EVIL DEAD RISE, hat aber einige spannende Dinge zum Thema „Lebendig-begraben-werden“ zu sagen. Der Film macht recht eindrücklich erfahrbar, wie es sein muss, wenn Gewebe über Jahre hinweg austrocknet, Organe ihre Elastizität verlieren, alles einreißt, sklerodiert und fermentiert. Die Gerüche, die Fäulnis, der Ekel der pflegenden Angehörigen; aber auch die Qual für den betroffenen Menschen, seine veränderte Sinneswahrnehmung durch vertrocknete Augen, verklebte Ohren und zersetzte Sinneszellen – all das kostet LEE CRONIN’S THE MUMMY genüsslich, aber auch mit dem nötigen Gespür für Grauen und Unbehagen aus, was ihn zu einem der wirkungsvollsten ‚body horror‘-Filme der jüngeren Vergangenheit macht. Dass die Gräuel der lebendigen Einbalsamierung im ägyptischen Ausland verübt werden, triggert außerdem reizvolle Urlaubs- und Auslandsängste – von FRANTIC bis MIDSOMMAR ein immer wieder gern gesehenes Motiv im Horror- und Psychothriller-Genre. Ein Film für Medizin-Interessierte, Hypochonder und Erkunder des Abjekten. Zudem gäbe er ein cooles Double Feature mit Wes Cravens THE SERPENT AND THE RAINBOW ab, der sich ebenfalls mit der Problematik unfreiwilliger Bestattung im dunklen Ausland beschäftigt. (4/5) PROJECT HAIL MARY (Phil Lord, Christopher Miller, 2026) Der Fels-Alien ist süß, der Film nie wirklich langweilig. Dass aber jeder Satz und jede Szene mit einem quirky-verpeilten Gag beschlossen werden muss, nervt gewaltig. PROJECT HAIL MARY passt damit gut in die regressiven 2020er – und zur kindsköpfigen Generation Marvel. Naturwissenschaft im All vermittelt Ridley Scotts THE MARTIAN besser und packender. (3/5) -
Veröffentlichung Intrada: JAWS 2 - John Williams (2 CD complete)
Sebastian Schwittay antwortete auf Stempels Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ja, ist einfach der LP-Schnitt, der dann von Polydor in verschiedenen Ländern auch auf CD veröffentlicht wurde. -
Veröffentlichung Intrada: JAWS 2 - John Williams (2 CD complete)
Sebastian Schwittay antwortete auf Stempels Thema in Scores & Veröffentlichungen
Und das alte Polydor-Album von TEMPLE OF DOOM! Absoluter Goldstandard der Williams-Albumschnitte. -
Wenn man Komponisten ein bisschen weniger als autarke Genies, sondern als "Spielende" betrachtet, die gegebenes Material neu zusammensetzen und einfach nur nach schönen Möglichkeiten der Rekombination suchen (so definiert sich übrigens auch John Williams!), dann sieht man das nicht mehr so eng. Beltramis Team spielt und rekombiniert die Stilelemente, die der Boss vorgibt - was ist so schlimm daran? Am Ende sind es musikalische Parameter, die wir genießen, und die hat Marco Beltrami auch nicht erfunden, sondern nur genutzt - genau wie sein Team sie auch nutzt. Ich fand LOGAN schon damals sehr gelungen, vor allem die starke Motivarbeit. Eine interessante Beltrami-Idiosynkrasie, die aufsteigende, fast skalenhafte Bewegung eines Themas, gibt es auch hier: "Alternate Route to Mexico" ab 0:38, "Logan's Limo" ab 0:59. (In KNOWING ist das Thema z.B. absteigend, aber ähnlich skalenhaft gebaut.) Ich stelle am Wochenende ein paar Tracks zusammen.
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Eure Top 10 ... absolut und bis jetzt ;o)
Sebastian Schwittay antwortete auf santas Thema in Filmmusik Diskussion
Leicht aktualisierte Top 10 - und der Versuch, jeden Komponisten nur einmal zu nennen: VIVA ZAPATA! (Alex North) - absoluter Höhepunkt des Golden Age, Höhepunkt des Abenteuerfilmscores und des mexikanischen Einflusses in der Filmmusik DAMNATION ALLEY (Jerry Goldsmith) - Best-of-Goldsmith der 70er BATMAN FOREVER (Elliot Goldenthal) - Anarchie! THE LOST WORLD (John Williams) - Williams war nie heftiger, ausgelassener und schriller THE CELL (Howard Shore) - Ethno-Sonorismus: völlig einzigartiges Konzept SALEM'S LOT (Christopher Gordon) - Alte Musik und Neue Musik perfekt vereint EVENT HORIZON (Michael Kamen & Orbital) - noch so ein einzigartiges Konzept aus den an einzigartigen Konzepten reichen 90ern OLD BOYFRIENDS (David Shire) - mein Lieblingsscore für's Herz KNOWING (Marco Beltrami) - Zahlenspielereien und große Oper: Beltramis Opus Magnum THE MASTER (Jonny Greenwood) - die schönste Kammermusik im Geiste Messiaens, die je für einen Film geschrieben wurde -
Der beliebteste Soundtrack 2026 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Naja, in vielen Fällen sind das aber tatsächlich "Soundtracks" zu Events - und werden auch so veröffentlicht, als Tonträger-Merchandising (wie z.B. im Falle des "Official Album" für die "Coronation of Their Majesties King Charles III and Queen Camilla", auf dem auch der Doyle-Marsch enthalten war). So einfach abzuhaken ist die Sache tatsächlich nicht, zumal wir eh schon eine breite Auswahl an Medien berücksichtigen, und Komponisten ja auch mehr und mehr in andere Bereiche gedrängt werden. -
Der beliebteste Soundtrack 2026 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Dann sollten wir für die kommende Jahresumfrage zur Diskussion stellen, ob wir auch Kompositionen für Events und Veranstaltungen nominieren wollen. Darunter fielen dann auch Sachen wie Patrick Doyles "Coronation March" für King Charles oder Christopher Gordons Musik für die Rugby-Weltmeisterschaft 2003. -
Veröffentlichung (USA) - Marco Beltrami - THE THING
Sebastian Schwittay antwortete auf ronin1975s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Hui, 15 Jahre später... Ich glaube, ich war damals zu streng mit dem Album. Die Jahre um 2010 waren ja geprägt von extrem starken Arbeiten wie KNOWING, SOUL SURFER oder DON'T BE AFRAID OF THE DARK, dagegen fiel THE THING halt etwas ab. Nach heutigen Maßstäben aber sicher eine feine Musik mit einigen Highlights. "Meet and Greet" und "Road to Antarctica" habe ich über die Jahre immer wieder gehört. -
Das ist so ein Ding, das ich seit Jahren vor mir her schiebe... Es ist leider vollkommen ausgeartet, zu einer Takt-für-Takt-Analyse von "Fireproof" aus HELLBOY. Ein großartiges, hochkomplexes Stück, an dem sich Beltramis Modernismus exemplarisch zeigt. Aber die Analyse ist entsprechend auch monströs detailversessen, und leider bislang unvollendet. Bei Beltrami ist es ganz entscheidend, welche Arbeiten du hörst. Die, mit denen er Geld verdient und "im Geschäft" bleibt (THE SHALLOWS, BEN HUR, FANTASTIC FOUR, THE GUNMAN, THE DROP, UNDERWATER, CHAOS WALKING...) - oder eben die Arbeiten, die ihm Spaß machen und kompositorische Freiheiten gewähren. Von denen hast du ja einige aufgezählt, und ich würde da noch Musiken wie THE KILLER (2024), THE SNOWMAN (2017), seine DIE HARD-Scores, und natürlich THE HOMESMAN (2014) oder SNOWPIERCER (2013) dazu zählen. Außerdem gibt es funktionalere "Broterwerbs"-Scores mit wunderbaren Konzertfassungen der Themen, wie z.B. VENOM: LET THERE BE CARNAGE - das sind in Gänze zwar keine großen Kaliber, aber für die End Credits oder eine konzertante Albumversion hat er dann eben doch gezeigt, was er kann. Und zum Thema "was er kann": er ist einer der wenigen, modernistisch geschulten, noch aktiven Komponisten in Hollywood - das darf man nicht vergessen. Beltrami kommt aus einer modernen akademischen Tradition, er hat u.a. bei Luigi Nono studiert. Und das hört man in seinen Agitato-Passagen und in seiner kontrapunktischen Schreibweise immer wieder! Diesbezüglich mal ein paar Tracks, die ich dir ans Herz legen möchte: "Chaising the Tail" aus WORLD WAR Z - unused cue; gibt es nur auf dem Marco-Beltrami-Sampler des Film Fest Gent "Down the Harry Hole" aus THE SNOWMAN "Door Jam" aus KNOWING "Blonde Behind the Wheel" aus TERMINATOR 3: RISE OF THE MACHINES Und was seinen sehr klassischen Zugang zu Form und Entwicklung anbelangt: "Venom and Blues" aus VENOM: LET THERE BE CARNAGE "Yona's Theme" aus SNOWPIERCER "The Spirit of Sport: Jack Nicklaus" - ein wunderbares neues Konzertstück auf dem Album "The Paintings of Bob Peak", in Auftrag gegeben von Robert Townson Man darf sich bei Beltrami nicht so sehr von den Routine-Arbeiten täuschen lassen. Er möchte halt im Geschäft bleiben, und dafür braucht es heutzutage eben auch viel reinen Dienstleistungs-Output.
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Sebastian Schwittay antwortete auf Scorechasers Thema in Film & Fernsehen
Ein paar schöne retrospektive Sichtungen der letzten Zeit: GREEN CARD (Peter Weir, 1990) Sympathische und im Herzen hochpolitische Rom-Com vom großen Peter Weir über eine Scheinehe zwecks Green Card und Wohnungsfindung, zwar mit dem ekligen Gérard Depardieu besetzt, aber so einfühlsam von den Herausforderungen und Belastungen eines von Ämtern abhängigen Lebens erzählend, dass es einem ganz anders wird. Die Freiheit (des Marktes) ist hingegen auch keine Lösung, denn im ehrlichen Konkurrenzkampf findet die Protagonistin ihr (Wohn-)Glück aufgrund von allgegenwärtiger Diskriminierung ebenso wenig. Wie alle Peter-Weir-Filme weist GREEN CARD eigentlich nur in eine Richtung: weg von der Zivilisation, weg vom kapitalistischen Gesellschafts- und Wertesystem. PUMPKINHEAD (Stan Winston, 1988) Ein von fähiger Hand inszeniertes, wunderschön fotografiertes und ausgestattetes B-Movie, das in einem mystischen Amerika spielt, in dem noch Hexen und Dämonen im waldigen Hinterland ihr Unwesen treiben. Eine seltsam märchenhafte, fast europäisch anmutende Welt, die nur von den Autos in der US-amerikanischen Gegenwart der 80er Jahre verortet wird. Äußerst effektiv und hochkonzentriert erzählt der Film in diesem Setting eine alttestamentarisch anmutende Rachegeschichte, die durch Lance Henriksens Darstellung echtes emotionales Gewicht bekommt. Verrückt, dass ein so magischer Film bislang zu so wenig kanonischen Ehren gekommen ist. Eine europäische HD-Auswertung ist dringend überfällig! SOMETIMES THEY COME BACK (Tom McLoughlin, 1991) „Ferngesehen. Geweint.“ – Franz Kafka, wenn er SOMETIMES THEY COME BACK gesehen hätte. Feuerspeiende 55er-Chevys und dampfschnaubende Lokomotiven als Ausdruck einer generationenübergreifenden Trauer und Verzweiflung, angefeuert von einem Wahnsinns-Terry-Plumeri-Score zwischen oktatonischer Raserei und jenseitiger Versöhnung. Eine der besten und traurigsten Stephen-King-Adaptionen, die in den 90ern fürs Fernsehen gemacht wurden. IT'S ALIVE III: ISLAND OF THE ALIVE (Larry Cohen, 1987) Ob als erfolgloser Kinderschuhverkäufer oder manischer Inselexpeditions-Crasher: Michael Moriarty ist das irre Herz von IT'S ALIVE III. Ein wahnwitziges Sequel, das schwer in Worte zu fassen ist – ähnlich erratisch und singulär wie Cohens im gleichen Jahr entstandener RETURN TO SALEM'S LOT. THE STUFF (Larry Cohen, 1985) „Enough is never enough.“ „You know why they call me Mo? Cause every time people get me something I always want mo(re).“ Geistreiche Satire auf amerikanische Maßlosigkeit und Konsumkapitalismus. Verblüffend subversiv die Rolle der US-Armee: statt den ‚commies‘ werden am Ende die ‚stuffies‘ gejagt – mit dem Kampf gegen die zombifizierten Eiscreme-Konsumenten zielt die Armee ins Herz des amerikanischen Selbstverständnisses und wird damit selbst anti-amerikanisch. Ich liebe Larry Cohen - eine der intelligentesten und originellsten Stimmen der amerikanischen Horrorkomödie. ORDINARY PEOPLE (Robert Redford, 1980) Nachdem ich mich als Teenager mit großem Genuss durch die Welle der amerikanischen Familiendramen der 2000er Jahre geschaut habe (IN THE BEDROOM, YOU CAN COUNT ON ME, LITTLE CHILDREN, MARGRET, usw.), war es nun interessant, endlich die stilistische Blaupause all dieser Filme kennenzulernen. Wie die zuvor genannten Beispiele kreist auch Redfords ORDINARY PEOPLE um einen sich leise einschleichenden, bohrenden Schmerz der Erkenntnis – eine Erkenntnis, dass vertraute Strukturen auf Sand gebaut sind, dass alles kaputt und am Ende ist, bevor man es überhaupt realisiert; eine Erkenntnis, die einen besonders gerne mitten in der Nacht überfällt und einem in plötzlicher Panik die Kehle zuschnürt, wie in der Szene, in der der junge Timothy Hutton vom Selbstmord seiner Klinik-Bekanntschaft erfährt und plötzlich alle verdeckten familiären Schieflagen wie ein offenes Buch vor ihm liegen. ORDINARY PEOPLE hat lange nachgewirkt in mir - ein starkes Regiedebüt von Redford. DIE INSEL DER BLUTIGEN PLANTAGE (Kurt Raab, 1983) Die Fassbinder-Clique in der Südsee: ein filmhistorisches Unikum, das selbst in den an Exploitation-Unfassbarkeiten reichen 80er Jahren seinesgleichen sucht. Am schönsten sind sicherlich der Titelsong und Hans Zanders eindringliches Duett mit einer weiblichen Nephila als "Satansspinne". Was für ein Zirkus! FEAR IN THE NIGHT (Jimmy Sangster, 1972) Peter Cushings leerstehendes Internat, in dem Schülergelächter über Lautsprecher eingespielt wird, bildet den stimmungsvollen Hintergrund dieses ungewöhnlichen späten Hammer-Films über Gaslighting und patriarchale Übergriffigkeit. Die Szene, in der sich Cushing während einer Führung durch die Internatsgebäude am Haarband der weiblichen Hauptfigur zu schaffen macht, nachdem er zuvor von der charakterbildenden Wirkung der Knotenkunde (!) fabuliert hat, gehört zu den unangenehmsten und bemerkenswertesten Momenten des Films. TWINS (Ivan Reitman, 1988) Wenige Filme machen sich Schwarzeneggers verstrahlte Idiosynkrasien so clever zunutze wie TWINS. Ein zum muskulösen Übermenschen erzogener, autistischer Bücherwurm von einer einsamen Insel im Pazifik – wer würde diese Herkunftsgeschichte ernsthaft in Frage stellen wollen? Ein wirklich schöner, lustiger Film, den ich nun zum Anlass nehme, Reitman zu komplettieren (es fehlen mir u.a. noch LEGAL EAGLES, JUNIOR, SIX DAYS SEVEN NIGHTS und EVOLUTION). -
Der beliebteste Soundtrack 2026 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Mir fehlt da einfach die Info. Habe die Horner-Geschichten nicht so verfolgt die letzten Monate. -
Der beliebteste Soundtrack 2026 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Bisher wurden 25 Scores nominiert: ALIENS: FIRETEAM ELITE 2, Austin Wintory BALANDRAU: VIENTO SALVAJE, Arnau Bataller THE BOROUGHS, John Paesano COYOTE VS. ACME, Steven Price THE DEVIL WEARS PRADA 2, Theodore Shapiro DISCLOSURE DAY, John Williams DIE DREI FRAGEZEICHEN: TOTENINSEL, David Reichelt THE END OF OAK STREET, Michael Giacchino EUPHORIA Season 3, Hans Zimmer EVIL DEAD BURN, Double Danger FRIEREN: BEYOND JOURNEY'S END Season 2, Evan Call HOPE, Michael Abels THE KING'S WARDEN, Dalpalan THE MADISON, Breton Vivian MASTERS OF THE UNIVERSE, Daniel Pemberton THE ODYSSEY, Ludwig Göransson PASSENGER, Christopher Young PROJECT HAIL MARY, Daniel Pemberton REALITY CHECK: INSIDE AMERICA'S NEXT TOP MODEL, Jasha Klebe, Benny Reiner, Empara Mí SEND HELP, Danny Elfman SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY, Michael Giacchino STARBRIGHT, Ludek Drizhal STAR WARS: THE MANDALORIAN AND GROGU, Ludwig Göransson SWAPPED, Siddhartha Khosla WINNIPEG, EL BARCO DE LA ESPERANZA, Diego Navarro -------------------------------------------------------------------- Die Nominierungsphase endet am 31. Januar 2027. Bitte immer folgendermaßen nominieren: FILMTITEL, Komponist Also Filmtitel in Großbuchstaben, dann ein Komma und dann den Namen des Komponisten in normaler Schrift. -
Der beliebteste Soundtrack 2026 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Tut mir leid, ich sehe hier keinen neuen Score von Horner, sondern re-orchestrierte Skizzen und Entwürfe, bestenfalls ein Konzertwerk. Zu welchem Film soll das sein?