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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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  1. Den habe ich mir letztens auch mal wieder angesehen, diesmal auf Bluray. Und die paar netten visuellen Einfälle retten den Film in meinen Augen nicht. So oberflächlich, naiv und infantil geschrieben und inszeniert wie eigentlich alle Argentos. Mir ist die Popularität seiner Filme echt ein Rätsel. ADORE (Anne Fontaine) Arg klischeebeladenes Drama über zwei Mütter, die jeweils eine Beziehung mit dem Sohn der anderen eingehen. Die Urlaubs-Optik des in pittoresken australischen Küstenlandschaften spielenden Films ist dabei genauso hohl und oberflächlich wie die Konzeption der Hauptfiguren (Surfer-Schönlinge und weibliche Idealbilder 40+). Christopher Gordons Musik kommt über das Prädikat "hübsches Beiwerk" leider nicht hinaus - dürfte trotz handwerklich solider Qualität die bislang uninteressanteste Filmmusik von ihm sein. UNDER THE SKIN (Jonathan Glazer) Die viel gelobte, experimentelle Variation auf SPECIES machte auf mich den Eindruck eines bemühten Arthaus-Produkts, das visuell überraschend wenig wagt (es bleibt bei einigen platten Kubrick-Referenzen) und auch dramaturgisch nur blasse Allgemeinplätze abspult (der Jagd auf Männer folgt die Einsicht der Alien-Frau, dass sie doch menschlich sein möchte, letztendlich wird sie aber zum Opfer menschlicher Grausamkeit). Interessante Akzente setzt dagegen Mica Levys avantgardistischer, mit rudimentären Klang-Archetypen spielender Score, der den Film zumindest auf der auditiven Ebene ein Stück aufwertet. Ansonsten leider das Fazit: extrem überschätzt.
  2. Ich glaube, du verwechselst da was. In der längeren Fassung ist es die Kuh, in der normalen Kinofassung der Hund.
  3. Wieso sollte ein neuer Film noch einmal an ALIENS anschließen? Nur weil dir ALIEN 3 nicht gefällt?
  4. Ich versuche ja, Amazon so gut es geht zu meiden. Aber wenn der Einzelhandel dermaßen verpennt ist, braucht er echt nicht jammern, wenn er sich gegen die Netz-Anbieter nicht mehr behaupten kann.
  5. Sechs komplette Tracks: http://www.marcobeltrami.com/the-giver Sicher auch nicht der Überflieger, aber der Eindruck ist doch besser als bei NOVEMBER MAN. Gerade das Actionscoring scheint etwas weniger generisch und blutleer zu sein. Dennoch: wenn da mit THE HOMESMAN nicht noch was Großkalibrigeres kommt, kann man diesen Beltrami-Jahrgang wohl eher abschreiben.
  6. Wieso zum Henker bietet keiner der prominenten Einzelhändler (Saturn, Media Markt, Müller) den Film an? VÖ war der 22. August und keiner hat ihn da - Saturn findet ihn nicht mal im System. Wieso zur Hölle muss ich nun wieder bei Amazon bestellen? ________ Eine schöne Nachricht: Marcel Carnés LE JOUR SE LÈVE (1939), Schlüsselwerk des poetischen Realismus, erscheint am 25. November bei Arthaus als Bluray und DVD. (http://www.amazon.de/Tag-bricht-Blu-ray-Jean-Gabin/dp/B00KXQKZGU/ref=sr_1_2?s=dvd&ie=UTF8&qid=1408973267&sr=1-2&keywords=der+tag+bricht+an)
  7. Vier komplette Tracks: http://www.marcobeltrami.com/the-november-man Dürfte so ziemlich das Uninspirierteste sein, was Beltrami in seiner Karriere bisher geschrieben hat. Da lass' ich wohl die Finger von. Kein Argument für mich. Wenn jemand eine CD rausbringt, muss die Musik darauf gut sein - völlig egal, ob das jetzt gut zum Film passt oder vom Regisseur so gewünscht war.
  8. Ich rate dir zu dieser Einspielung, dann wird sich deine Einschätzung sicher noch einmal ändern.
  9. Der Zeitgeist ist gar nicht mal "Individualität über alles", sondern eher "Marktoptimierung über alles". Wenn ich mir anschaue, wie heutzutage schon kreative, künstlerische Studiengänge wie Mediendesign ständig nur "auf den Kunden" ausgerichtet sind, könnte ich wirklich kotzen. Der Neo-Kapitalismus blüht, gerade hierzulande bei uns. Die Sieger- und Optimierungsmentalität prägt ja mittlerweile mal wieder alles. Der ganze kapitalistische Fußball-Zirkus ist dafür ja auch ein schöner Gradmesser.
  10. Du kennst die Elfman-Einspielung nicht, oder?
  11. Sami beschrieb den Score letztens folgendermaßen: Tendiert dann wohl eher in die elegische Schmalzecke, das ist dann wohl eher nichts für mich.
  12. Drei mal Lieblingsfilm-Update auf BD: THE HOLY MOUNTAIN (Alejandro Jodorowsky, 1973) EL TOPO (Alejandro Jodorowsky, 1970) L'ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD (Alain Resnais, 1961) Sowie ein bisschen poetischen Realismus aus Frankreich: LE QUAI DES BRUMES (Marcel Carné, 1938)
  13. Darf man fragen, welche? Du meinst doch nicht diesen französischen "Neue Härte"-Mist wie INSIDE, FRONTIÈRE(S) oder MARTYRS, oder? Kein Ruhmesblatt in der französischen Filmgeschichte.
  14. Ach Gott, Csongor, da wird einem ja schlecht.... Mit CITIZEN KANE geht's mir aber auch ganz ähnlich. Halte den - trotz bahnbrechendem Einsatz der Tiefenschärfe - für arg überschätzt.
  15. Ganz ehrlich: ich kann das nicht. Bisher kam bei mir in der Drehbuchphase noch nie irgendetwas Brauchbares zustande, was sich bis zum Ende in der Filmmusik gehalten hat. Selbst für den Entwurf der Themen/Motive finde ich das Bild unerlässlich.
  16. Viel Spaß damit, tolles Album! Ich denke, das Cover lasse ich mir dann im September in Prag signieren. Eignet sich ja farblich und von der Gestaltung her prima.
  17. Hängt das nicht vielleicht mit der LEGO-Sache zusammen?
  18. In meinen Augen sollte/dürfte/könnte das - mehr oder weniger - so aussehen: NOSFERATU (Friedrich Wilhelm Murnau) UN CHIEN ANDALOU (Luis Bunuel) DOUBLE INDEMNITY (Billy Wilder) REBEL WITHOUT A CAUSE (Nicholas Ray) KISS ME DEADLY (Robert Aldrich) L'ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD (Alain Resnais) LE MÉPRIS (Jean-Luc Godard) IL DESERTO ROSSO (Michelangelo Antonioni) THE WILD BUNCH (Sam Peckinpah) EL TOPO (Alejandro Jodorowsky) THE HOLY MOUNTAIN (Alejandro Jodorowsky) DON'T LOOK NOW (Nicolas Roeg) BRING ME THE HEAD OF ALFREDO GARCIA (Sam Peckinpah) NETWORK (Sidney Lumet) LE LOCATAIRE (Roman Polanski) ERASERHEAD (David Lynch) POSSESSION (Andrzej Zulawski) EIN KURZER FILM ÜBER DIE LIEBE (Krzysztof Kieslowski) EIN KURZER ÜBER DAS TÖTEN (Krzysztof Kieslowski) DER SIEBENTE KONTINENT (Michael Haneke) JACOB'S LADDER (Adrian Lyne) CRASH (David Cronenberg) REQUIEM FOR A DREAM (Darren Aronofsky) MULHOLLAND DRIVE (David Lynch) THERE WILL BE BLOOD (Paul Thomas Anderson)
  19. Von Goldsmith ESCAPE FROM THE PLANET OF THE APES - leider ist die Club-CD schon ausverkauft, aber auf der CD zu PLANET OF THE APES ist auch eine lange Suite daraus enthalten.
  20. Ist es denn nun tatsächlich der eher narrative, mit Thriller-Elementen versehene Film, den der Trailer verspricht? Also näher an EASTERN PROMISES als an COSMOPOLIS? Ich habe das US-Kino-Remake zum Kinostart gesehen und kann mich an nichts mehr erinnern. Weiß jetzt nicht unbedingt, ob das für die Qualität des Films spricht.
  21. Man mag es ja kaum glauben: allgemein beliebte Zwölftonmusik im Soundtrack-Board!
  22. Das konkrete Arbeiten mit dem (bewegten!) Bild kann ich dir in jedem Fall sehr empfehlen, das ist auch meine bevorzugte Herangehensweise. Ich orientiere mich beispielsweise immer sehr gerne an Kamerabewegungen, Einstellungsgrößen und natürlich auch Mustern im Filmschnitt. Das führt zumindest bei mir immer zu weitaus effektiveren Ergebnissen als die Arbeit mit abstrakten gedanklichen Konstrukten, die dann einer Szene aufgestülpt werden. Sicher ist auch der emotionale Kern der Szene wichtig, aber die Vertonung genuin filmischer Vorgänge (Kamera, Schnitt) empfinde ich als fast noch wichtiger - sonst könnte man ja auch "Literaturmusik" oder Musik zu Gemälden schreiben. In diesem Sinne würde ich dir auch raten, niemals Filmmusik ohne Film zu schreiben - such dir besser Filme ohne Score (davon gibt es ja außerordentlich viele, ein Klassiker wäre z.B. Hitchcocks THE BIRDS), und vertone davon dann einzelne Szenen. Lass dich aber auch nicht davon abhalten, Musik ohne Film, also absolute Musik zu schreiben. Studiere die Partituren wichtiger Werke klassischer Musik (Bartók für thematische Arbeit, Strawinsky für Rhythmik und Effekte) und versuche einfach mal, irgendwas in dieser Richtung "nachzumachen". Die grundsätzlichen kompositorischen Fähigkeiten, wie Melodiebildung, Kontrapunkt, Konzeption origineller rhythmischer Modelle, usw. erlernst du nämlich am besten mit dem Studium absoluter Musik. Irgendwelche Superhelden- oder Space-Opera-Themen nachzuahmen, bringt dir wenig, damit bleibst du oft bei rudimentären, archaischen Quint-Strukturen stehen und gelangst nie zu einer interessanten, individuellen Tonsprache. Da stürz' dich lieber in die Bartók-Streichquartette oder in die Solo-Konzerte von Schostakowitsch, da ziehst du tausend mal mehr raus.
  23. Gibt da auch ein schönes kleines Musik-Making-Of auf der DVD des Films. Dürfte aber auch irgendwo auf YouTube rumschwirren.
  24. Elfmans Score ist leider weithin recht unterschätzt. Zumindest die erste Albumhälfte ist grandios, danach wird es zugegebenermaßen etwas krawallig. Insgesamt aber schon noch mindestens ein Wertungspünktchen über Giacchino und absolut jenseits von Doyle.
  25. Elfmans Score würde ich schon als den besten APES-Score abseits der alten Filmreihe bezeichnen. Immerhin haben weder Doyle noch Giacchino mit prägnanten Motiven gearbeitet, Elfman dagegen schon. Ach ja: die Maskenbildnerei des Burton-Films ziehe ich auch jedem digitalen Schnickschnack vor.
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