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Soundtrack Board

Stefan Schlegel

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  1. Ich würde auch noch den Kilar/Andrzej Wajda-Sampler empfehlen mit den drei Filmmusiken CHRONIQUE DES EVÉNEMENTS AMOUREUX (1986), LA TERRE DE LA GRANDE PROMESSE (1974) und LA LIGNE D´OMBRE (1976). Zuerst 1987 auf einer Milan-LP erschienen, die ich selbst habe, und dann für die CD 1990 nochmals erweitert um die recht kurze Filmmusik zu KORCZAK: https://www.discogs.com/de/release/6452603-Wojciech-Kilar-Musiques-Originales-Des-Films-De-Andrzej-Wajda?srsltid=AfmBOoq4cPQNfk9sR0PtysqgIvi0t404k6WV2MtFfMwNrLV6wC84TD1c Ein weiterer CD-Sampler mit vielen eleganten und bezaubernden Tracks zu mehreren hierzulande kaum bekannten polnischen Filmen aus den 60ern und 70ern wäre dieser äußerlich eher unscheinbare vom Olympia-Label von 1995: https://www.discogs.com/de/release/8569553-Wojciech-Kilar-Film-Music Zum Teil wurden Tracks dann auf späteren Kilar-Samplern wieder verwendet, aber das war damals auf Olympia schon eine sehr gute, vom Komponisten selbst selektierte Zusammenstellung.
  2. Ist doch gut, wenn Du es so handhabst. Dürfte aber halt bei der Mehrzahl der heutigen Sammler nicht unbedingt der Fall sein. Und wenn für Dich DRACULA trotzdem Nummer 1 bleibt, dann ist das ja auch ok. Ist ja schließlich Dein persönlicher Geschmack. Aber ich gehe dennoch mal davon aus, daß Du die LP von FROM A FAR COUNTRY wohl eher nicht besitzt und diese Musik demnach auch bislang nicht komplett gehört hast, oder sollte ich mich da ebenfalls täuschen?
  3. Das wundert mich nicht. Ein Score zu einem hierzulande völlig unbekannten Papst-Film, den es nur auf einer alten LP gibt und der nach nun 45 Jahren weder digital noch auf CD je veröffentlicht wurde, wird von heutigen Sammlern doch gar nicht mehr groß wahrgenommen. Außerdem ist heutzutage eine ganz andere Generation am Ruder. Von den Personen, die ich persönlich kannte und die in den 80er Jahren die Musik sehr schätzten, selbst wenn sie den dazugehörigen Film nie gesehen hatten, sind einige entweder gar nicht mehr am Leben oder sind als Sammler nicht mehr aktiv. Damals war der Blick auf die europäische Filmmusik zudem noch ein wenig ein anderer als heute.
  4. Ein bißchen muß man schon auch der Realität noch ins Auge sehen. Kilars DRACULA ist doch hauptsächlich deshalb so populär unter Filmmusikfans, weil es sich um einen überaus bekannten US-Film handelt und er zusätzlich auch noch aus dem Horror-Genre stammt. Da die meisten Filmmusiksammler ja eh ganz stark auf USA zentriert sind und zudem noch eine Vorliebe für genau dieses Genre haben, kommen hier gleich zwei glückliche Faktoren natürlich zusammen. Wenn das hingegen ein rein polnischer Film gewesen wäre, dann hätte Kilar die tollste Musik dafür schreiben können und diese Popularität wäre ihm niemals zuteil geworden. Auch anhand der Genres sieht man es ja immer wieder ziemlich deutlich: Wenn es darauf ankommt, dann werden die wenigsten von Kilars herausragendem PORTRAIT OF A LADY reden. Warum? Weil das ein Liebesdrama ist und es dafür nicht dermaßen viele Fans unter den Sammlern gibt wie für einen US-Horrorfilm. Ich selbst mag Kilars DRACULA ganz gerne, aber halte ihn nicht für einen seiner allerbesten Scores, fand ihn schon in der ursprünglichen CD-Fassung auf Dauer denn doch etwas zu repetitiv. Es ist auch beileibe nicht so gewesen, daß der Score an 1992/1993 von seriösen Filmmusikritikern überall gefeiert worden wäre. Da gabs schon unterschiedliche Meinungen, gerade so aus der Karban-Müthing-Ecke etwa. Ich kann etwa dieses Statement von Müthing durchaus ein wenig nachvollziehen, wobei mit dem Animationsfilm-Score von 1979 LE ROI ET L´OISEAU gemeint ist: "So wenig ich die schon fast religiöse Begeisterung für Kilars "Dracula" nachempfinden kann, so sehr gefällt mir dieser farbige, melodienreiche und verspielte Score zu einem französischen Animationsfilm aus dem Jahr 1979." Oder man könnte z.B. den sehr kunstvoll und raffiniert gefertigten PAN TADEUSZ von 1999 nehmen. Kennen wiederum nur ganz wenige hierzulande, weil es eben ein rein polnischer Film ist und erneut ein Genre, das unter den üblichen Filmmusiksammlern nicht großartig favorisiert wird. Insofern hat solch eine Musik bei der normalen Filmmusik-Klientel ja von vornherein keine Chance gegen DRACULA. Und wiederum handelt es sich aber um eine ausnehmend schöne Musik, die ich persönlich DRACULA jederzeit noch vorziehen würde.
  5. Ich kann mich nicht dran erinnern, daß die CD von KÖNIG DER LETZTEN TAGE damals an 1993 schwer zu bekommen gewesen wäre. Die gabs ja eh ganz normal bei Christian Krohns Cinema Soundtrack Club, wo ich sie damals wie üblich gleich nach Ankündigung bestellt hatte. Ich habe sie aber in den Wochen drauf sogar im ein oder anderen Plattenladen etwa in Tübingen oder Reutlingen dann rumstehen sehen, weil es ja halt auch ein ZDF-Zweiteiler und dementsprechend zu der Zeit gerade hierzulande recht populär war. FROM A FAR COUNTRY war hingegen an 1981 bei weitem nicht in jedem deutschen Plattenladen zu finden und wurde erst in den folgenden Jahren innerhalb der deutschen Sammlerszene dann auch als absoluter Geheimtipp gehandelt.
  6. Sobald der Name Kilar heutzutage denn noch fällt, wird halt immer gleich die DRACULA-Karte gezogen. Wie langweilig. Da es bis heute von Kilars wunderbarem Score zu FROM A FAR COUNTRY von 1981, den ich sogar für gelungener halte als DRACULA, nur die alte RCA-LP, aber keine CD gibt, scheint diese Musik inzwischen vollends in Vergessenheit geraten zu sein. Die Frage sei mal erlaubt: Wer außer Ralf und mir in diesem Forum kennt die Musik eigentlich überhaupt noch? Hier nur mal ein paar Auszüge aus der LP:
  7. Ja genau, auf der CD fehlt der Track A4 "Fantasia Pastorale" der LP. Auch auf Youtube finde ich den nicht, da die dort von MONACHE nur die 17 Tracks der CD platziert haben, aber nicht die 14 von der LP. Kurioserweise wollte den Piccioni damals laut Claudio Fuiano an 2004 anscheinend nicht auf der CD haben. Der Grund war mir auch nicht ganz klar. Es könnte aber sein, daß der bereits ein Jahr zuvor für den TV-Film BENVENUTO CELLINI komponiert und deshalb nur zum Füllen für die MONACHE-LP noch hergenommen worden war. Das konnte man erst an 2014 genauer feststellen, da BENVENUTO CELLINI in dem Jahr von Saimel auf CD gebracht wurde. Und auf der CD ist es nämlich Track 13. Auf Youtube ist der Score zwar auch drauf, aber wieder mal mit ganz anderer Sequenzierung und ein Track weniger als auf der CD. Jedenfalls ist es der hier:
  8. LE MONACHE DI SANT´ARCANGELO ist auch für mich natürlich eine wirklich zu Herzen gehende herrliche Musik. Sicherlich mit die schönste von Piccioni überhaupt. Sie hat mich vor 35 Jahren schon begeistert als ich die LP gekauft habe und sie tut es auch heute noch. Für mich der absolute Klassiker. @scorefun Ich weiß noch,daß ich Dir, Ralf, die LP an 1992 auf Kassette aufgenommen hatte. Aber die dürfte wohl nach Deiner ganzen Kasssetten-Aufräumungsaktion vor einigen Jahren auch nicht mehr existieren, oder? Ich frage mich hingegen, warum Du die Digitmovies-CD nie gekauft hast, wenn Dir die Musik an sich doch ziemlich gut gefällt. Immerhin ist der Booklet-Text ja von mir gewesen. Die LP hingegen war damals um 1990 herum wirklich noch schweineteuer wie eben viele alte italienische Alben aus den 60ern und 70ern, an die sich die meisten Sammler hierzulande schon allein deshalb erst gar nicht rangewagt hatten. Ich habe sie um die Zeit herum von einem italienischen Sammler erhalten - zwar schon etwas günstiger als für die 250 DM, die Hubert Kissmann wollte, aber über 100 DM hat sie mich auf jeden Fall gekostet. Das war damals ja auch einfach gar nicht anders möglich. Wie anders sollte man an so etwas Seltenes denn sonst überhaupt rankommen? Nach wie vor würde ich aber sagen: Die Anschaffung hat sich für mich damals mehr als gelohnt, denn die Musik auf der LP ist von vorn bis hinten betörend. Und da ein schöner pastoraler Track von der LP nicht übernommen wurde für die CD, sollte man eigentlich sogar beides haben: LP und CD.
  9. Manche Wendungen in Yareds "Love Theme" (ganz deutlich z.B. bei 0:26) sind merkwürdigerweise recht nahe dran an dem bekannten Puccini-Streichquartett "Crisantemi", das insgesamt ja auch eine ähnlich melancholische Stimmung verbreitet. Zumindest werde ich beim Hören immer daran erinnert. Eventuell hat sich Yared ein wenig davon inspirieren lasen.
  10. Was den eigentlichen Score betrifft, so sind wohl nur Track 12 ("Flying From Katmandu" mit 1:43 Minuten) und Track 13 ("Tozer" mit 1:20 Minuten) neu gegenüber der BSX und noch früheren Super Tracks Promo-CD. Und Track 12 ist im Prinzip auch nicht gerade neu, da auf dem alten LP-Album von 1983 bzw. der Southern Cross-CD von 1990 bereits enthalten gewesen. Viel Neues gibts also eh nicht, höchstens vielleicht eine kleine Klangverbesserung. Man muß die Musik also schon besonders mögen, um nach all den vielen Veröffentlichungen, die es bereits gab, hier nochmals zuzugreifen.
  11. Wobei das minimalistisch-statische eigentlich schon charakteristisch ist für viele Desplat-Tracks - eine Eigenart, die ich bekanntermaßen gar nicht mag, weshalb ich ja auch Desplat oft ablehnend gegenüber stehe. Man hätte z.B. aus ET APRÈS durchaus auch zwei oder drei andere Tracks nehmen können, in denen dieses "Allerwelts-Minütchen" kaum verändert ebenfalls vorkommt. Das ist also jetzt nicht nur auf diesen einen von mir oben genannten Track beschränkt, sondern kommt in dem Score wirklich öfters vor, genauso der Synthie-Bass. Wenn man also den Score gut kennt oder der einem sogar gefällt, dann dürfte einem die Übernahme natürlich schon auffallen. Keine Frage. Ich hingegen kann bei ET APRÈS nur mit dem ganz netten Hauptthema im ersten und letzten Track ein bißchen was anfangen, der Rest liegt mir musikalisch nun mal nicht, aber das dürfte an sich klar sein.
  12. Man muß ja auch einfach realistisch gesehen sagen: Daß jemand mit 94 über 80 Minuten Score in einer festgelegten Zeit schreiben und für Alles und Jedes verantwortlich sein soll, ist schon äußerst viel verlangt. Man sollte doch mehr als froh sein, daß Williams zumindest die wichtigsten Teile der Partitur noch allein hinbekommen hat.
  13. Auch im jwfan-Forum gibts dazu einige Äußerungen von Leuten, die offenbar genaueres wissen. Etwa diese: "He may not like temp-track personally, but he has to work with them because that's a common thing in editing. There are many cases where the temp-track is obvious. Island Fanfare from Jurassic Park was temp-tracked by Theme from Silverado Susan motif from The Patriot was temp-tracked by Once Upon a Time in America Bringing Joey Home, and Bonding was temp-tracked by Jack Sparrow" "Going to School from Memoirs of a Geisha that was evidently temped with that David Byrne piece from Last Emperor has always been the ideal outcome for temp love, where Williams follows the temp but also goes off in totally his own direction. Too bad he didn’t do that more here."
  14. Im jwfan-Forum wurde in den letzten Tagen ja auch die wirklich genau gleiche Rythmusbegleitung in einem Track von Desplats ZERO DARK THIRTY (Track 6 "Northern Territories") wie in dem DISCLOUSRE-Track "Dive" ab Minute 2:45 diskutiert mit dem witzigen Kommentar: "Desplat must be kinda proud that Williams stole some of his music from Zero Dark Thirty". Wer es selbst nachlesen möchte: https://www.jwfan.com/forums/index.php?/topic/38247-disclosure-day-ost-album-music-discussion-no-film-spoilers/page/2/#comments Ich gehe daher schon stark davon aus, daß zumindest ein paar Desplat-Stücke ursprünglich als Temp Track bei DISCLOSURE angelegt worden waren, zumal eben ein Randy Kerber auch an einigen Desplat-Scores immer mitgearbeitet hat. Ein bißchen was könnte daher auf sein Konto gehen.
  15. "Allerwelts-Minütchen" triffts zumindest für mich ziemlich gut. Wenn der Williams-Score wirklich so sehr aus einem Guß und über die 64 Minuten des Albums hinweg ein exzellentes Hörerlebnis wäre, dann dürfte es so ein recht banales "Allerwelts-Minütchen" eben gar nicht geben, das man genausogut streichen könnte. Das ist zumindest bei mir der entscheidende Punkt. Und daß fast dasselbe langweilig dahinschlierende Minütchen auch noch zu Beginn des Tracks eines lange zuvor komponierten Desplat-Scores auftaucht, finde ich doch etwas kurios. Williams übernimmt ja gegen Ende des Tracks (so gegen 3:30) auch noch den hüpfenden Synthie-Bass von Desplat, der mir ohnehin hier ziemlich überflüssig erscheint. Überhaupt hängt mir der komplette Track viel zu sehr durch und ist mir schlicht zu langweilig auch in den restlichen drei Minuten mit der etwas reizlosen ewigen Sequenzierung des einen fallenden Motivs zusammen mit der ständigen ostinaten Begleitung - für mich musikalisch einfach zu ziellos. Zu den überzeugenden Tracks auf dem Album gehört er für mich jedenfalls nicht und das von Desplat übernommene "Allerwelts-Minütchen" macht das alles für mich leider Gottes dann noch etwas belangloser. Der Track kommt ja im Film so ziemlich gegen Ende vor und fällt dort gar mal nicht so besonders auf, aber ich hätte mir da von Williams doch was deutlich prägnanteres, auch weitaus thematischer angelegteres gewünscht.
  16. Aber auch das ist in dem Variety-Artikel zu lesen, was Du oben nicht mit übersetzt hast: "Ross and Kerber did occasional “adaptations” of Williams’ material to accommodate revisions in the film, sources say."
  17. Es sind wirklich sehr schöne, oben von Dir erwähnte Tracks im gesamten Score, das ist völlig klar und da stimme ich absolut überein, aber gerade beim minimalistischen Stück "Disclosure" hat es mich gestern doch selbst überrascht, wie stark - und andere haben es hier ja weiter oben auch schon erwähnt - Williams da von Desplats ET APRÈS von 2008 abgekupfert hat - einen reinen Zufall kann man das wohl kaum mehr nennen. Ich habe den Desplat vor vielen Jahren mal gehört, aber gar nicht mehr so genau im Kopf gehabt. Erst jetzt nach den Hinweisen nochmals genauer reingehört und da muß ich einfach sagen: Dermaßen abkopiert - sogar mit dem tanzbaren Synthi-Bass mit dabei - geht mir persönlich denn doch ein bißchen zu weit und bin ich von Williams in der Art auch sonst nicht gewohnt. Das ist echt schade, daß man sich hier anscheinend so eng an die Vorlage, die offenbar als Temp Track diente, geklammert hat. Du brauchst nur mal einen Track wie "The Messenger" von dem Desplat anzuhören und die erste Minute ist fast identisch mit dem ganzen Anfang von dem "Disclosure"-Track. Mir hat das Ganze natürlich früher bei Desplat schon nicht gefallen und deshalb kein Wunder, weshalb mich die zum Großteil sehr ähnliche Musik natürlich nun auch bei Wiliams stört. Schade, daß Williams hier nicht seine Themen aus den anderen Tracks wie "Listen" weiter verarbeitet hat, sondern daß der Track an sich eher musikalisch ein wenig ins Leere läuft und für mich persönlich deshalb gegenüber den Williams-typischeren etwas abfällt.
  18. In Deutschland jedenfalls ist es alle zwei Jahre in der Sommerzeit - ob EM oder WM - immer dasselbe: Es wirkt sich knallhart auf das Kinogeschäft aus. Und da baucht nur noch schönes Wetter hinzukommen - dann ist alles vorbei. Merkt man schon heute: Aufgrund des nun doch schöneren Wetters als ursprünglich für heute angekündigt und natürlich dem Deutschland-Spiel um 19 Uhr kann nicht mal mehr der gestern noch prognostizierte 200er-Besucherschnitt pro Kino bei DISCLOSURE DAY gehalten werden. Das geht jetzt tatsächlich was das Gesamtergebnis übers Wochenende angeht noch etwas weiter in den Keller runter.
  19. Offenbar schon https://www.dwdl.de/zahlenzentrale/106813/die_fussballwm_knackt_im_zdf_direkt_die_10millionenmarke/
  20. Gerade eben erst gemerkt: Sorry, ich meinte oben natürlich den Track 3 "Dive" und nicht Track 12 "Signs".
  21. Man darf natürlich auch nicht vergessen, daß hier in Deutschland dieses Wochenende aufgrund der WM so gut wie alle Filme von den Zuschauerzahlen her um mindestens 50% gegenüber der Vorwoche abstürzen. Das ist wie üblich zu der Zeit unaufhaltsam. Insofern ist der Starttermin für DISCLOSURE DAY ohnehin nicht gerade gut gewählt worden - aber der Kinostart muß bei so was heutzutage eben fast immer zeitgleich mit den USA sein, anders geht es kaum noch. Nichtsdestotrotz glaube ich schon, daß gerade beim jüngeren Blockbuster-Publikum heutzutage der Name Spielberg allein nicht mehr eine derartige Zugkraft besitzt wie früher mal - das hat man ja auch schon bei seinen letzten Filmen zumindest hier in Deutschland gesehen. Die Zeiten der 70er, 80er und auch 90er, als Spielberg-Filme oft Kassenknüller waren und der Name allein schon so einige Besucher anlockte, sind längst vorbei. Und dieses Publikum von damals ist natürlich auch älter geworden und in vielen Fällen fürs Kino heute gar nicht mehr vorhanden. In der Großstadt vermutlich noch etwas mehr als in Mittel- und Kleinstädten. Sieht man jetzt auch beim wieder mal gewaltigen Stadt-Land-Gefälle von DISCLOSURE DAY, was die Zahlen betrifft. Die jüngeren Kinogänger hingegen sind sowieso anders gepolt. Sieht man ja daran, wie der x-te Aufguß einer Horrorkomödie in den Multiplexen hierzulande so ganz easy schon wieder funktioniert hat. Manchmal ist es halt wirklich auch ganz einfach, das dementsprechende Publikum abzuholen.
  22. Die Besucherzahlen hier in Deutschland sind im Vergleich zu den USA absolut enttäuschend. Man merkt: Spielberg hat hierzulande einfach keine allzugroße Lobby mehr, ein Massenpublikum ist dafür gar nicht mehr vorhanden. Bei annähernd 600 Kopien kommt im Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag gerade mal ein Besucherschnitt von 200 pro Kino raus. Das ist natürlich weit unter den Erwartungen der hiesigen Kinobranche und der Film muß sich deshalb auch mit Platz 2 - deutlich hinter SCARY MOVIE 6 - begnügen. Ist daher wohl laut Deadline so ziemlich das einzige europäische Land, wo DISCLOSURE DAY nicht auf der 1 landet. Ich war am Donnerstag auch drin in Tübingen - außer mir noch ca. 12 Besucher. Der große 400 Plätze-Saal fast leer! Auffallend: Überhaupt keine jüngeren Zuschauer dabei, die sonst in US-Blockbuster rennen, dagegen nur städtisches Publikum vom Alter her so etwa zwischen 40 und 60. Ich fand den Film selbst ganz ok. Klar, ein bißchen zu lang, teilweise auch etwas zu übertrieben. Aber immerhin ganz spannend und mit einigen netten Kameratricks versehen. Die Musik kommt auf dem Album insgesamt gesehen schon etwas besser rüber, während vieles im Film vor allem in der ersten Hälfte nur rein atmosphärisches Underscoring darstellt - und vor allem viele sehr kurze Stücke. Musikalisches Highlight dürfte wohl "Celestial" im Film sein und dann natürlich die End Credits, wo sich "Listen" und "Reprise" paaren. Erstaunlich ist es auf alle Fälle, daß jemand in diesem hohen Alter überhaupt noch so eine insgesamt gesehen wirklich hörenswerte Filmmusik zustande bringt, die quer steht zu dem, was sonst so derzeit in Mode ist. Hut ab! Ich denke aber schon, daß etwa Leute wie William Ross und Randy Kerber (die als zusätzliche Orchestrierer und Dirigenten im Abspann genannt werden) bei ein paar Tracks noch ein wenig mitgeholfen haben, um das Ganze - offensichtlcih 84 Minuten im Film selbst drin! - in der nötigen Zeit über die Bühne zu bringen Die Übernahme eines Gutteils von Desplats ZERO DARK THIRTY-Track ist in der Tat schon deftig und für Williams-Verhältnisse auch ungewöhnlich - da Kerber anscheinend auch bei Desplat mit "Synth Programming" am Werke war, kann man sich vorstellen, daß er für das, was in "Signs" von DISCLOSURE DAY so erklingt, wohl einigermaßen mitverantwortlich ist. Gerade ein paar der letzten Tracks auf dem Album klingen für mich doch recht wenig nach Williams und ziehen sich zu sehr dahin, während mir vieles aus der ersten Hälfte des Albums deutlich besser gedällt und auch viel typischer für seinen Stil ist. "Reprise" holt es am Ende des Albums natürlich nochmals richtig raus, aber so ca. 20 Minuten fallen auch auf dem Album gegenüber dem Rest etwas ab.
  23. Was? Das stimmt so doch gar nicht. Er läuft zwar gut in den USA mit wohl 44 Mio. Dollar am ersten Wochenende, das ist aber dennoch unter KRIEG DER WELTEN an 2005 mit 64 Mio. Dollar und noch viel weiter unter INDIANA JONES 4, der an 2008 im selben Vergleichszeitraum sogar 126 Mio. Dollar dort schaffte: https://deadline.com/2026/06/box-office-disclosure-day-1236954426/ https://www.filmstarts.de/kritiken/56393/charts/ https://www.filmstarts.de/kritiken/45890/charts/
  24. Es gibt inzwischen nicht nur den einminütigen Clip, sondern den kompletten ersten Track mit 4 Minuten auf dem australischen Youtube (andere Zeitzone und dort daher früher verfügbar). Im jwfan-Forum wurde der Track bereits gepostet (ziemlich weit unten auf der Seite): https://www.jwfan.com/forums/index.php?/topic/38222-disclosure-day-ost-album-all-known-information-track-list-and-lead-single-available/page/5/#comments Sehr emotional und elegisch, Williams wieder etwas an seinem englischen Klassik-Vorbild Ralph Vaughan Williams ausgerichtet und erinnert im Ganzen auch etwas an WAR HORSE oder ANGELA´S ASHES.
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