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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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Alle Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Prokofieffs Fünfte dürfte übrigens auch für Klassik-Muffel was sein: sowohl Williams als auch Horner haben sich stark von dieser Musik inspirieren lassen.
  2. Betrachtet man jetzt nur den Anfang des 2. Satzes, bewegen sich alle drei Einspielungen auf einem ähnlich hohen Niveau. Mir persönlich gefällt Gergievs Interpretation am besten (ist aus der Philips-Box, oder?), die ist am spritzigsten und kantigsten, insbesondere in der Passage ab 0:33, wenn das Schlagwerk und das Blech einsetzt. Auch das Klangbild gefällt mir hier am besten, bei den anderen beiden, insbesondere bei Ashkenazy, ist mir ein Tick zu viel Hall, bei Weller ist alles sogar ein bisschen dumpf, wie ich finde. Also ich bevorzuge Gergiev, sowohl interpretatorisch als auch klangtechnisch. Ist auch die Einspielung, die ich habe, in der Prokofieff-Sinfonien-Box von Philips.
  3. RED HEAT?
  4. Ich glaube, die wenigsten, die den Score abgewertet haben, kennen den Score auch wirklich. Ließe sich auch ganz einfach feststellen, indem man fragen würde, wie die besessenen Kinder im Score musikalisch dargestellt werden, und in welchem Track des Albums das am prägnantesten geschieht.
  5. Schade, dass hier immer die originellsten Scores rausgewertet werden - nicht-orchestrale Musik scheint den Horizont vieler hier schon zu übersteigen.
  6. http://www.youtube.com/watch?v=89DHligqyMU Ich fasse zusammen: sein bester Score seit HELLBOY, 4,5 - 5 Sterne. Großartige Leistung!
  7. Noch nicht in Gänze gehört, aber die Hörclips von Amazon versprechen eine wunderbare Interpretation der Ersten!
  8. Nun, ob ich alle 112 Songs vorstelle, weiß ich noch nicht - aber die wichtigsten und schönsten mit Sicherheit, und das sind sicher um die 50. Wenn ich das wöchentlich mache, wird das kein Ives-Gedächtnis-Spätsommer, sondern ein Ives-Gedächtnis-Jahr.
  9. So, heute geht es dann mal los mit meiner Ives-Song-Reihe: Den Anfang macht "The Side Show", ein sehr kurzer Song aus dem Jahr 1921, an dem beispielhaft zu sehen ist, wie miniaturhaft Ives in seinen Liedern gearbeitet hat. Doch trotz einer Länge von nur 35 Sekunden steckt in diesem kleinen Stückchen unglaublich viel musikalischer Witz und ironische Text-Ausdeutung. http://www.youtube.com/watch?v=CIYnuYjgPlQ Der Text, der vermutlich auf ein Traditional zurückgeht, beschreibt den leicht trotteligen Hotelbesitzer Mr. Riley ("Is that Mr. Riley, who keeps the hotel?"). Auf einer Trabrennbahn bekommt er sein Pferd nicht recht unter Kontrolle, dreht sich mit seinem Pferd unbeholfen im Kreis und weckt damit Erinnerungen an einen Russentanz ("... making poor Mr. Riley look a bit like a Russian dance."). Ives deutet den Text musikalisch äußerst humorvoll aus: als Ausdruck des stolpernd-unbeholfenen Charakters von Mr. Riley verwendet Ives einen Walzer-Takt (3/4), den er immer wieder mit einem eingeschobenen 2/4-Takt "aushebelt". Durch diesen ständigen Wechsel zwischen 3/4- und 2/4-Takt bekommt die Musik einen ähnlich unsteten, tollpatschigen Charakter wie der im Text beschriebene Riley. Unstet und "ungeschickt" wirkt auch die rhythmische Gestaltung der Singstimme: in den eingeschobenen 2/4-Takten wird die Melodie gestaucht, es häufen sich Achtel- und Sechzehntel-Noten, die der Melodie einen gehetzten, stotternden Charakter verleihen. Am auffälligsten ist dies an der Textstelle "...is the tune that accomp'nies..." und, vier Takte später, bei "...turns the merry-go-round". (Die fett markierten Silben und Wortteile sind entsprechend "stotternd" mit Sechzehntel- oder Achtelbewegungen vertont.) Auch das Motiv des sich drehenden Pferdes, das mit Mr. Riley wie ein tanzender Russe aussieht, wird von Ives clever musikalisch umgesetzt: bei "...Russian dance..." verwendet Ives eine 5-nötige Dreh-Figur aus c, des und h, die die Drehung des Pferdes versinnbildlicht. Wie ihr seht, steckt schon in diesem kleinen Song unglaublich viele Ideen und detailreicher musikalischer Witz - darüber hinaus lassen sich an diesem, wie auch an vielen anderen Ives-Songs Bezüge zum amerikanischen Alltagsleben herstellen. Kleine, witzige Alltags-Erlebnisse werden von Ives hochgradig originell und gehaltvoll umgesetzt, die kleinen "Side Shows" des Alltags zum Anlass für witzige Miniatur-Kompositionen genommen. Dieser Alltags-Bezug ist kennzeichnend für Ives' gesamtes Schaffen - inbesondere auch, was die Einarbeitung von "Alltagsmusik" (Märsche, Hymnen, Ragtimes, etc.) in seine Werke betrifft. Nächste Woche geht es weiter mit dem Song "The Things our Fathers Loved" (1917).
  10. Wer heute Abend in der Nähe von Frankfurt unterwegs ist, sollte sich das hier nicht entgehen lassen: http://www.negativ-film.de/2011/08/david-cronenbergs-erotik-groteske-crash.html
  11. Sehr schöne Suite, Thomas - gefällt außerordentlich!
  12. Yea. Zwar klingt bei Newman im Dramen-Fach vieles ähnlich - aber er versteht es ausgezeichnet, träumerisch-entrückte Atmosphären zu erschaffen, Scores voller Zärtlichkeit und Subtilität, die trotz ihres leisen Charakters einen sehr starken emotionalen Eindruck hinterlassen. Ein Paradebeispiel hierfür ist für mich sein Score zu IN THE BEDROOM - mein erster Newman-Score auf CD und auch bis heute meine Lieblingsmusik von ihm. Dass er auch ganz anders kann, zeigt seine Musik zu THE GOOD GERMAN, ebenfalls einer meiner Newman-Favoriten. Eine großorchestrale, düster-bedrohliche Musik mit stilistischen Anleihen bei Max Steiner und anderen Golden-Age-Größen.
  13. Ich verstehe immer noch nicht, wo du in seinen SCREAM-Scores kompositorische Klasse entdeckst. Das ist zwar solide ausgearbeitete Routine, aber eben leider auch ziemliches Stückwerk ohne große dramaturgische Entwicklungs- und Spannungsbögen. DON´T BE AFRAID OF THE DARK klingt da schon deutlicher breiter auskomponiert, im sinfonischen Sinne.
  14. Höre gerade im US-iTunes rein: schon in den kurzen Clips schimmert ein hochkarätiger, brillant gearbeiteter Score durch, der möglicherweise zum Besten zählt, was Beltrami je im Horror-Genre geschrieben hat. Allein die "Main Titles" rechtfertigen schon den Kauf. 2011 ist wohl das Beltrami-Jahr schlechthin!
  15. Da das Board vergangenen Freitag bzw. das ganze Wochenende nicht zu erreichen war, starte ich meine Einführung in die Ives-Songs am kommenden Freitag. Würde mich übrigens auch über Meinungen und Eindrücke von anderen zu Ives' Musik freuen - bisher haben sich ja nur wieder die üblichen Verdächtigen geäußert...
  16. MELANCHOLIA (Lars von Trier) Der Planet Melancholia nähert sich der Erde, droht mit ihr zu kollideren. Währenddessen verfällt Justine (Kirsten Dunst) auf ihrer Hochzeit in eine schwere Depression - die Feier platzt, die Trauung findet nicht statt. Ihre Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) nimmt Justine bei sich, ihrem kleinen Sohn und ihrem Mann (Kiefer Sutherland) auf. Auf dem idyllischen Landsitz der Schwester erwarten die vier das Ende der Welt. MELANCHOLIA ist Lars von Triers bester Film seit DOGVILLE, auch wenn er mit diesem stilistisch wenig gemeinsam hat. Neben dem typischen von Trier'schen Realismus (etwa in den Hochzeits-Szenen, die etwas an Thomas Vinterbergs FESTEN erinnern) ist es dieses Mal vor allem ein schwelgerisch-(spät-)romantischer Stil, der große Teile des Filmes prägt. Die romantische Ebene wird durch den prägnanten Einsatz von Wagners "Tristan und Isolde" beinahe überbetont. All das macht MELANCHOLIA zu einem durchaus stilisierten, "schwülstigen", aber auch unbeschreiblich schönen Film, dessen glorreicher Cast zu schauspielerischen Höchstformen aufläuft. Kirsten Dunst, Kiefer Sutherland und John Hurt bewundert man in ihren besten Darstellungen seit langem; ich würde gar soweit gehen und behaupten, Dunst spielt hier die Rolle ihres Lebens. Fazit: ein Meisterwerk, der bisher beste Film des Jahrgangs, noch vor Malicks THE TREE OF LIFE.
  17. http://www.negativ-film.de/2011/08/roman-polanskis-carnage-erster-trailer.html Lässt Großartiges erwarten!
  18. Zimmer sollte sich schämen, dass das Plagiat seines eigenen Themas besser klingt (Instrumentierung, Satztechnik) als das Original.
  19. Strombergs eigene Kompositionen sind eigentlich durchgehend klasse. Sowohl seine Doku-Scores (TRINITY AND BEYOND), als auch STARSHIP TROOPERS 2, der üppig instrumentiertes, schwungvolles Actionscoring à la Max Steiner mit scharfkantig-modernistischen, Penderecki-nahen Passagen kombiniert. Ehrlich gesagt finde ich die Stromberg-CD auch weitaus interessanter als den Scott, auch in Sachen Hörclips.
  20. Ich werde im Laufe der nächsten Zeit verschiedene Ives-CDs näher vorstellen und empfehlen - aber meine absolute Lieblings-Ives-Platte ist und bleibt diese hier: Charles Ives: An American Journey Michael Tilson Thomas spielt mit der San Francisco Symphony und dem San Francisco Symphony Chorus verschiedenste Ives-Werke ein und präsentiert sie in einer bunten und abwechslungsreichen Zusammenstellung. Enthalten sind die "Three Places in New England", verschiedene Ives-Lieder in Original-Besetzug für Klavier und Singstimme, aber auch in Bearbeitungen für Orchester und Chor, und auch "The Unanswered Question" in einer besonders feinsinnigen, zurückhaltenden Interpretation. Ein großartiges Album, klanglich spitze und interpretatorisch auf höchstem Niveau. Eine meiner liebsten Klassik-CDs überhaupt!
  21. Sieht von der Seite ein bisschen nach Robin Williams aus...
  22. Freut mich, dass dir die Musik gefällt. Freitag startet dann meine wöchentliche Song-Vorstellung, jede Woche einen. Bei 114 Songs haben wir einiges vor uns... Ob Zappa Ives-Anhänger war, weiß ich nicht - auf jeden Fall war er Anhänger von Edgar Varèse. Ein weiterer Außenseiter und Querkopf der Musik des 20. Jahrhunderts, der auch mal mit einem eigenen Thread geehrt werden könnte.
  23. Nur aufgrund der Verwendung von karibischer und mittelamerikanischer Percussion auf eine konzeptionelle Ähnlichkeit zu schließen, finde ich etwas gewagt. Kompositorisch haben beide Scores nämlich ziemlich wenig gemein. Er meint wohl "Rescuing Sarah" - Eddie wird nämlich (leider) nicht gerettet. Mit dem hatte ich schon als Kind immer Mitleid, sehr fiese Sterbeszene.
  24. Eine Aussage, der ich mich durchaus anschließen könnte. Noch viel mehr anschließen kann ich mich samis RISE-Kritik - endlich mal jemand, der diesen Schmarrn in angemessen aggressivem Tonfall zerreißt. Ich hab mich da (auf der letzten Seite) viel zu sehr zurückgenommen...
  25. The Lost World: Jurassic Park - John Williams_____________________11 (+) Mighty Morphin Power Rangers - Graeme Revell____________________5 Masters of the Universe - Bill Conti______________________________9 (-) Cape Fear - Bernard Herrmann__________________________________17 In the Mouth of Madness - John Carpenter/Jim Lang________________10 (+) Brother - Joe Hisaishi__________________________________________17 The Man Without A Face - James Horner__________________________12 The Addams Family - Marc Shaiman______________________________13 Oh, THE LOST WORLD, einer meiner Williams-Lieblinge - da gibt´s natürlich gleich ein dickes Plus. Eine der exotischsten, aber auch schroffsten und grimmigsten Williams-Actionmusiken überhaupt. Die Percussion ist der Knüller, ebenso die modernistischen Ecken, die es in dieser extremen Form sonst nur selten bei Williams zu hören gibt.
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