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Servus miteinander, 

durch eine Facebook-Diskussion bin ich gerade mal wieder auf ein von mir hochverehrtes Stilmittel des lieben James Horner gestoßen - den Klavier- und Percussion-"Crash", den er so gerne an dramatischen Schnitt-Übergängen benutzt hat - und das in der Regel mindestens einmal in nahezu jeder brenzligen Actionpassage. APOLLO 13 kommt mir da in den Sinn, aber auch in TITANIC oder THE PELICAN BRIEF hat diese - neben dem Danger-Motiv wohl typischste - Horner-Idiosynkrasie prägnante Auftritte. 

Nun meine Frage an euch: habt ihr konkrete Beispiele, mit Track- und Timecode-Info, aus den diversen Alben der Horner-Scores? Ich habe, aufgrund anderer Schwerpunktsetzung, Horner nie aktiv auf CD gesammelt, und kenne das meiste von ihm nur aus den Filmen (in meiner Sammlung befinden sich vielleicht 10 Alben von ihm, eben nur die absoluten Favoriten; Neueres seit 2003 habe ich nur noch digital oder als Rezensionsexemplar gehört und dann meist schnell wieder abgestoßen). Nun möchte ich für mich privat eine kleine Chronik dieses Horner-Stilmittels anlegen - vielleicht könnt ihr mir ja dabei helfen. Ein Beispiel habe ich spontan schon mal rausgesucht: TITANIC, "The Sinking", 4:43. 

Außerdem, eine Frage an die Partitur-kundigen Horner-Fans: mich interessiert die exakte Notation dieses Stilmittels, vor allem im Klavier. Hat oder hatte jemand von euch Einblicke in die Partituren entsprechender Horner-Actionpassagen? Von Goldenthal, Goldsmith, Williams und Konsorten fliegt ja einiges aus den 90ern im Netz rum, von Horner dagegen habe ich bisher nur selten was gesehen (bzw. hab ich auch einfach nicht danach gesucht). Und, als Zusatzfrage: inwiefern waren Horners Orchestratoren an der Evolution dieses Stilmittels beteiligt? Spielt da auch der instrumentatorische Einfluss von Don Davis eine Rolle (nach dem dieses Crashes immer wieder gerne klingen)?

So, genug gefragt. Jetzt ihr!

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Aus dem Stegreif findest du das auch in Sneakers im Track "Playtronics Breaks-In".. so ab 1:20.. im weiteren Verlauf des Tracks kommt es sogar nochmal. Einmal sogar nur die Percussions und sogar nur das Klavier. Soweit ich weiß, war das auch eins der ersten Male, wo er diesen Stilmittel benutzt hat.

Mehr muss ich erstmal genau nachforschen.... bin gerade etwas müde. :)

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Sehr schön, danke. :) Wobei die Varianten ab 1:20 noch sehr gezügelt klingen, und weniger chaotisch bzw. nach Kontrollverlust als etwa in APOLLO 13 oder TITANIC. Bei 6:07 und 7:10 hat man es dann in der Form, die ich eigentlich meine. 

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vor einer Stunde schrieb Sebastian Schwittay:

Außerdem, eine Frage an die Partitur-kundigen Horner-Fans: mich interessiert die exakte Notation dieses Stilmittels, vor allem im Klavier. Hat oder hatte jemand von euch Einblicke in die Partituren entsprechender Horner-Actionpassagen? Von Goldenthal, Goldsmith, Williams und Konsorten fliegt ja einiges aus den 90ern im Netz rum, von Horner dagegen habe ich bisher nur selten was gesehen (bzw. hab ich auch einfach nicht danach gesucht). Und, als Zusatzfrage: inwiefern waren Horners Orchestratoren an der Evolution dieses Stilmittels beteiligt? Spielt da auch der instrumentatorische Einfluss von Don Davis eine Rolle (nach dem diese Crashes immer wieder gerne klingen)?

Vielleicht wissen hierzu ja @Siddl@sami oder @Jonas Uchtmann Näheres?

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vor 49 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Sehr schön, danke. :) Wobei die Varianten ab 1:20 noch sehr gezügelt klingen, und weniger chaotisch bzw. nach Kontrollverlust als etwa in APOLLO 13 oder TITANIC. Bei 6:07 und 7:10 hat man es dann in der Form, die ich eigentlich meine. 

Ach stimmt.. wie gesagt müde. Scheint in dem Fall ein Aufbau zu dem Kontrollverlust in der Musik zu werden.
Nur als Info: Don Davis kam übrigens erst ein Jahr nach "Sneakers" ins Team von James Horner. Die erste Zusammenarbeit mit Horner war bei "We're Back: A Dinosaur Story" aus dem Jahre 1993. "Sneakers" ist aus 1992. (laut imdb) Gerade mal nachgeschaut. :)

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vor 2 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Vielleicht wissen hierzu ja @Siddl@sami oder @Jonas Uchtmann Näheres?

In "Death Of Titanic" bei 4:10 auch wieder deutlich zu hören. In der Partitur notiert wie z.B. bei Goldenthal, Beltrami, etc. auch:

5a8f3681a6005_Bildschirmfoto2018-02-22um22_29_27.png.f8a1b7b9e80901a39e92f8bd5272b1e6.png

Unter der Angabe "Palm Clusters" ist dieser Effekt wirklich sehr oft in Partituren vorzufinden - nicht nur in Filmmusik.

Ich bin mir sicher, dass dieses Stilmittel in Horners Fall wirklich von Horner selbst kam. Das ist in der Tat schon sehr prägnant und ich wette, dass es in seinen Skizzen auftaucht. Jemand wie Don Davis erwähnt ja nach wie vor, dass sein eigener Stil einer ist, der sich aus seinen Vorbildern bzw. Auftraggebern, von Newman über Horner, ergeben hat. Der Mann hat durch Horner viel gelernt - ich würde so weit gehen und behaupten, dass viele Dinge, die Davis in seinen Partituren sorgfältig einfügt, aus dem Vorbild von Horner und co. gefolgt ist.

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vor 2 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Vielleicht wissen hierzu ja @Siddl@sami oder @Jonas Uchtmann Näheres?

Diese spezielle Idee (improvisierte Pianoeinwürfe) kam "angeblich" von Davis, der sie laut eigener Aussage in einem einem avantgardistischen Konzert gehört hatte und Horner hat sie mit Freude übernommen, ich weiß nur überhaupt nicht mehr, wo das dazugehörige Interview ist (bzw. wann das war, Davis hat eventuell schon zu Rocketeer-Zeiten ungenannt mitgeholfen).

Die Stuhlpercussions, die er später eingesetzt hat (The Missing), habe ich sonst bisher so nicht gehört.

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vor 12 Minuten schrieb Siddl:

Interessant. Die Aussage hat er gemacht? Cool! :)

Ich hatte das auch nur abgespeichert, weil es schon eine sehr 'insiderige' Info war, muss eins der längeren Interviews mit Davis gewesen sein, außer ihm hat niemand so ausführlich berichtet über Horner. 

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Ich fand das damals schon bei xXx 2 von Beltrami lustig (hier bei 1:37) - bis ich dann in der Partitur gesehen habe, dass es nicht notiert war. Piano hat in den zwei Takten kaum etwas notiert - scheint dann bei den Sessions spontan mit rein gekommen zu sein.

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Am 22.2.2018 um 23:25 schrieb Siddl:

Ich fand das damals schon bei xXx 2 von Beltrami lustig (hier bei 1:37) - bis ich dann in der Partitur gesehen habe, dass es nicht notiert war. Piano hat in den zwei Takten kaum etwas notiert - scheint dann bei den Sessions spontan mit rein gekommen zu sein.

Jepp, Beltrami baut diese Art von Klaviereffekten auch hin und wieder in seine Actionmusik ein. Müsste ich mal ein paar weitere Beispiele raussuchen...

Am 23.2.2018 um 11:13 schrieb Csongor:

In The Pelican Brief wird dieser Effekt prägnant an mehreren Stellen eingesetzt. 

Ja, der war mir schon länger bekannt. Toll vor allem die "Garage Chase": 

 

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Als ich damals den Film im TV gesehen habe war mir James Horner als Komponist bereits ein Begriff aber ich wußte nicht, dass er die Musik zu dem Film komponiert hat ... gerade bei der Garage Chase Szene dachte ich mir, das klingt nach Horner, später stellte ich fest ...es war Horner's Musik :D

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Interessant das Horner diesen Klavierabgang anscheinend oft als Einstieg in ein Klavierostinato genutzt hat, welches ja ebenfalls sehr typisch für ihn ist. Das ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Über solche orchestratorischen Gewohnheiten der Komponisten können wir sehr gern öfter sprechen :)

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Letztes Beispiel war ja die ingesamt recht abwechslungsreiche und aggressive Partitur zu 'Flightplan', vergleiche auch hier:

 

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