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CDs - Medium und Markt


Souchak
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Gerade eben schrieb Alexander Grodzinski:

Die Nine-Inch-Nails-Fans dürften bei dem Album sicherlich auch zugeschlagen haben. Und zusätzlich gab es noch den Oscar. 

 

Eben. Und beide Filmmusiken faszinieren auch Leute, die sonst Soundtrack nicht buchstabieren können 😉

Ich hatte mal versucht, die für den Laden zu bestellen, aber da ging leider nix. Sowas finde ich schon verdammt schade.

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Es ist ja fast "pervers" (im ursprünglichen Wortsinn), dass limitierte CDs zum Teil länger auf dem Markt sind als "reguläre" Veröffentlichungen, weil die Labels gezwungen sind, eine bestimmte Menge zu pressen - und selbst wenn sie diese nicht von Anfang an ausschöpfen, bleiben sie zum Teil auf den Beständen sitzen, während die vielleicht noch geringeren Stückzahlen der regulären Veröffentlichungen sang- und klanglos verschwinden. Hätte man sich vor 15 Jahren auch nicht träumen lassen...

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vor einer Stunde schrieb Mephisto:

Es ist ja fast "pervers" (im ursprünglichen Wortsinn), dass limitierte CDs zum Teil länger auf dem Markt sind als "reguläre" Veröffentlichungen, weil die Labels gezwungen sind, eine bestimmte Menge zu pressen - und selbst wenn sie diese nicht von Anfang an ausschöpfen, bleiben sie zum Teil auf den Beständen sitzen, während die vielleicht noch geringeren Stückzahlen der regulären Veröffentlichungen sang- und klanglos verschwinden. Hätte man sich vor 15 Jahren auch nicht träumen lassen...

Ja, eben. Ich bin - ja, der Begriff passt - entsetzt, wieviele auch preisgekrönte Scores und Soundtracks der Konzerne ratzfatz aus dem Katalog fliegen. Das ist dann eine Situation, in der es wahrscheinlich vernünftiger ist, sich (ohweh) Lorne Balfe seinen "Black Adam" (2CD, Watertower, made-to-order CD-R - also wie bei "The Batman") oder "Top Gun Maverick" zu holen, statt, sagen wir mal: irgendeine LLL- oder Intrada-VÖ, die eh in spätestens fünf Jahren Jetzt noch besser neu aufgelegt wird.

Was natürlich immer auf der Freude an physical media hängt. Was wohl eben eine immer kleiner werdende Nische ist, besonders in Germany.

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Ich bin vor zwei Jahren zum ersten Mal in meinem Leben umgezogen. Und schon bei den Vorbereitungen war mir klar, dass ich meine ganze Film- und Musiksammlung nicht mitnehmen kann und auch nicht will. Denn beim Aussortieren habe ich auch festgestellt, dass da einfach viele Sachen dabei waren, die ich wohl nie wieder im Leben anhören oder ansehen werde. Also warum aufheben? Doch keine Sorge, die Sammlung war auch danach noch groß genug, dass die Kartons mit den CDs, Kassetten, Platten, DVDs, Blu-rays, VHS und Büchern alleine einen Umzugs-LKW füllten. Dazu kam dann noch die Sammlung meines Vaters, die ich quasi geerbt hatte. Da waren zwar viele Klassik-Sachen dabei, auch Raritäten, wie die Filmmusik-CD von YES, GIORGIO, aber hauptsächlich war mein Vater dann doch im Schlagerbereich unterwegs, weshalb ich dann doch auf einen Großteil dieser Sachen verzichten konnte. Dennoch habe ich auch aus dieser Sparte CDs, Kassetten und Platten mitgenommen, weil da einfach Erinnerungen dran hängen. Und kurioserweise bereue ich es mittlerweile sogar, so viele Sachen davon weggegeben zu haben.

Allgemein bin ich ja auch kein so großer Freund von Streaming. Spotify nutze ich fast gar nicht, eher Amazon Music, aber Bild- und Tonträger kaufe ich dennoch immer noch lieber. Das ist wahrscheinlich einfach eine Gewohnheitssache, aber ich bekomme zu Dateien, die irgendwo auf dem Rechner oder einem Server liegen, emotional einfach keinen Zugang. Da höre ich dann auch viel unaufmerksamer, als wenn ich mir eine Platte auflege oder eine CD einlege. Das haptische Erlebnis kommt dann auch noch dazu. Daher werde ich meine Sammlung so lange hegen und pflegen, wie es geht.

Allgemein ist es bei mir aber auch so, dass ich mir weniger neue CDs und Filme kaufe. Das liegt natürlich auch daran, dass für mich da nicht mehr so viel Interessantes dabei ist. Früher hab ich bei einer limitierten LLL- oder Intrada-CD einfach aus Neugier mal zugeschlagen, obwohl ich weder Film, noch die Musik kannte, das passiert heute kaum noch. Gleichzeitig habe ich natürlich auch die Entwicklung des Marktes miterlebt. Heute stehen wir an einem Punkt, an dem versucht wird, diejenigen, die überhaupt noch physische Bild- und Tonträger kaufen, zu melken, wo es nur geht. Und natürlich hat sich auch da eine Blase aus Sammlern entwickelt, die sich einen Film zum fünften Mal in einer noch schickeren Collector's Edition kaufen oder sich alle sieben Cover-Varianten des gleichen Films im Mediabook zulegen. Da haben die Label und Studios einfach gemerkt, dass da noch Geld zu machen ist, weshalb sich der Fokus dahingehend auch so verschoben hat. Im Vinyl-Bereich ja genau das gleiche. Da werden Editionen mit allem möglichen Brimborium aus dem Boden gestampft, was man eigentlich nicht braucht, aber man so dennoch 80 oder 100 Euro für eine Platte ausgeben muss, auch wenn man den Rest eigentlich nicht haben will. Und da das Ganze ja auch limitiert ist, kann man damit noch mal zusätzlich Geld draufschlagen. Aber der Markt ist einfach (noch) da, der das rechtfertigt.

Auf der anderen Seite hat das mittlerweile auch Auswirkungen auf den Second-Hand-Markt, wie einige ja schon weiter oben beschrieben haben. Bestimmte alte Platten (mittlerweile auch Kassetten), die einem vor zehn Jahren quasi noch nachgeworfen wurden, findet man heute nur noch im zwei- oder gar dreistelligen Bereich. Ein beschriebener Grund ist eben die Verknappung seitens der Label, die einfach kleinere Auflagen pressen oder Titel einfach auslaufen lassen. Ein weiterer Grund ist natürlich, dass vor einigen Jahren, als quasi alle ihre CDs, DVDs und Platten verhökert haben, einfach eine Schwemme an gebrauchten Sachen da war, die die Händler gar nicht schnell genug wieder loswerden konnten. Mittlerweile hat der Vinyl-Boom eben auch das eingeholt und so wird auch schon mal Massenware, die früher für einen Euro auf dem Flohmarkt stand, plötzlich teurer als die Neuauflage davon. Ein Teil der Kunden deckt sich eben wieder mit physischen Medien ein, nur ist das Angebot einfach knapper geworden.

Was ja auch immer wieder zu beobachten ist, ist die Tatsache, dass manche Filmmusik-Alben erst Monate nach der digitalen Veröffentlichung (und des Filmstarts) physisch erscheinen. Im Pop-Bereich ist mir das aber auch schon aufgefallen. Die beiden letzten Nick-Cave-Alben beispielsweise erschienen erst digital und dann ein halbes Jahr später auch als CD und Vinyl. Da frage ich mich dann auch, was genau der Sinn oder Hintergrund davon ist. Will man so die Klickzahlen der Streams erhöhen? Bei Nick Cave war es zumindest so, dass mit der digitalen Veröffentlichung angekündigt wurde, dass es auch eine CD und Vinyl geben wird. Oder kann man physische Datenträger mittlerweile einfach nicht mehr in der entsprechenden Zeit herstellen? Bei Vinyl heißt es ja immer wieder, dass die wenigen Presswerke, die es auf der Welt noch gibt, immer bereits Monate im Voraus vollkommen ausgelastet sind, weil sie so viele Aufträge haben. Da kann es dann schon passieren, dass die Vinyl-Ausgabe nicht rechtzeitig fertig wird. Aber auch CDs? Aktuell habe ich das bei den beiden Carpenter-Scores zu FIRESTARTER und HALLOWEEN ENDS gesehen. CD und Vinyl zu FIRESTARTER erschienen erst knapp vor einer Woche, der Film ist seit über einem halben Jahr draußen. HALLOWEEN ENDS läuft bereits in den Kinos, das Filmmusik-Album auf CD und Vinyl erscheint aber erst im Januar 2023. Beides von Sacred Bones Records, die sonst bisher immer die Alben zum Filmstart veröffentlicht haben. Aber eventuell ist das mittlerweile auch eine Vorgabe der Studios, dass die digitale Veröffentlichung Vorrang hat und der Markt sozusagen erst mal abgefischt werden soll, bevor die „Hipster" und „alten Leute" bedient werden. ;)

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Schöner, informativer und auch berührender Text, Alex, danke Dir!

Dazu ein Anmerkungen von mir:

Ich habe vor zwei Jahren nach dem Tod meiner Quasi-Schwiegermutter dabei geholfen, die Wohnung (in der die Familie gut vier Jahrzehnte gelebt hat) auszuräumen. Das hat mich emotional extrem mitgenommen. Da ist dann ein Regal, eine Schublade, eine Kiste voll mit Erinnerungsstücken, Dinge, die ihnen lieb und teuer war, und dann steh ich da und muss entscheiden, was wir aufheben (können) und was der Entrümplungsfirma zur Entsorgung überlassen wird. Puh, sowas will ich echt nie wieder machen (aber irgendwann wird das wohl wieder passieren).

Da war auch viel Musik dabei auf Vinyl, Stones, Clapton, die komplette Beatles-Diskographie inklusive Solo-Platten. Den Großteil habe ich zu einem Zweithandplattenladen gebracht (dessen glänzenden Augen natürlich in keinem Verhältnis zu seinen Ankauf-Preisen stand, klar). Aber eine Handvoll habe ich erstmal behalten. Vielleicht bau ich irgendwann ja mal den eingelagerten Plattenspieler auf.

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Dass sich das Musikgeschäft komplett umgestellt hat in den letzten 10 Jahren, ist absolut unstrittig. Und klar ist auch, dass eine Filmmusik-CD (oder auch -Vinyl) schon lange nicht mehr die Werbewirkung hat wie in den 80er oder 90er Jahren (deswegen war ja der Song bzw. die Song-Kompilation from and inspired by the motion picture solange Standard).

Ich glaube auch, dass physische Veröffentlichungen hintenan gestellt werden, weil Strass und Downloads heute das entscheidende Geschäft sind. Aber es gibt wohl inzwischen auch technische Probleme bei der CD-Produktion: Selbst ein Branchen-Gigant wie Universal war nicht in der Lage, von groß beworbenen Premium-Produkten wie dem Abba-Comeback-Album oder "No Time to Die" zur VÖ genügend Ware bereitzustellen (bei dem Bond wiederholte sich das ironischerweise später auch bei der DVD-VÖ). Ich vermute, dass einfach (A) die Produktionskapazitäten durch umfassend stillgelegte Presswerke deutlich kleiner geworden sind und (B) sogar bei Topsellern Auflagen (zu) vorsichtig veranschlagt werden*.

 

* = ganz aktuelles Beispiel: Ich hatte "Midnights" von Taylor Swift, das heute erscheint. Bei Amazon vorbestellt, weil ich dachte: Ich Spar mir 'nen Weg, bekomme die von den vier möglichen Cover-Versionen, die mir gefällt und, hey, vielleicht krieg ich die ja schon gestern. Stattdessen eben eine knappe Mail von Amazon, die Auslieferung verzögere sich, sie würden sich melden, sobald ein neuer Liefertermin feststehe. Und auf der Amazon-Seite werden die CDs jetzt als "Derzeit nicht verfügbar" gelistet. 

 

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vor 14 Minuten schrieb Souchak:

Schöner, informativer und auch berührender Text, Alex, danke Dir!

Dazu ein Anmerkungen von mir:

Ich habe vor zwei Jahren nach dem Tod meiner Quasi-Schwiegermutter dabei geholfen, die Wohnung (in der die Familie gut vier Jahrzehnte gelebt hat) auszuräumen. Das hat mich emotional extrem mitgenommen. Da ist dann ein Regal, eine Schublade, eine Kiste voll mit Erinnerungsstücken, Dinge, die ihnen lieb und teuer war, und dann steh ich da und muss entscheiden, was wir aufheben (können) und was der Entrümplungsfirma zur Entsorgung überlassen wird. Puh, sowas will ich echt nie wieder machen (aber irgendwann wird das wohl wieder passieren).

Ja, so ging es mir quasi auch. Das war echt schwer, sich von diesen Dingen zu trennen. Nennt mich verrückt, aber so manche LP oder Kassette meines Vaters, die ich damals weggegeben habe, habe ich mir mittlerweile wieder zugelegt. Eben einfach, weil ich es so bereut habe, diese weggegeben zu haben. Und dabei ist das noch nicht mal das Gleiche. Die Kassette oder Platte ist natürlich inhaltlich die gleiche, weil sie ja in Masse produziert wurde. Aber es ist eben nicht das Exemplar, welches mein Vater hatte, wo genau links oben in der Ecke immer der Knick drin war oder auf der Platte genau an der Stelle ein Knackser zu hören war. Das ist rational natürlich völliger Unsinn, aber emotional habe ich einfach gemerkt, wie sehr mich dann doch auch solche vermeintlichen Nichtigkeiten beschäftigen. Ich habe beispielsweise auch noch so ziemlich alle Platten aus meiner Kindheit. Darunter ist auch das erste Album von Hubert Kah von 1982, bei dem oben links in der Ecke auf dem Cover der Gebißabdruck meines vierjährigen Ichs prankt. Da habe ich damals einfach reingebissen, nicht aus Wut, sondern das war damals Ausdruck meiner Begeisterung. ;) Klar, die Platte an sich kann man ersetzen, aber genau dieses Exemplar mit dieser Besonderheit und den Erinnerungen eben nicht.

Ein aktuelles Beispiel für „nicht genügend Ware" sind auch die Collector's Editions der Filme POLTERGEIST, THE LOST BOYS und CASABLANCA. Diese erschienen (CASABLANCA kommt noch) in einer Box, in der ein Steelbook mit dem jeweiligen Film in 4k, sowie Booklet, Poster, Karten und so weiter enthalten waren. Diese Boxen waren bereits am Tag der ersten Bestellungen fast überall ausverkauft, bereits Monate, bevor sie überhaupt erschienen sind. Klar decken sich da auch viele Zweithändler mit ein, aber dass man nicht mal bei Amazon oder JPC am Tag 1 der Bestellung noch ein Exemplar bekommt, habe ich in den letzten Jahren selten bis gar nicht erlebt. Und das sind alles Titel von großen Studios, die aber scheinbar auch in weitaus geringerer Stückzahl gefertigt werden als früher. Ich konnte mir zum Glück noch Exemplare sichern, bei eBay und Co. kosten die Dinger mittlerweile das zwei- oder dreifache.

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vor 3 Stunden schrieb TheRealNeo:

Also wie schon bei THE BATMAN, CRIMES OF GRINDELWALD...wie kommt es eigentlich dazu, dass man in Japan noch was presst?

Mutmaßlich gibt es da (noch) ein anderes Verhältnis zu physical media und möglicherweise mehr Produktionsstätten.

Spannend, aber auch nur eine Nebenbemerkung: Die Herstellung eines Vinyl-Albums kostet etwa das Zehnfache einer CD-Produktion. Das lässt dann den Vinyl-Boom gleich etwas anders aussehen. Vielleicht ist die Marge für Anbieter bei LPs auch höher, aber die müssen dann schon deutlich mehr in Vorleistung gehen.

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