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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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  1. Mich nervt es fürchterlich, wie die aktuelle Filmkultur von der Schwemme an oberflächlichen Comic-Verfilmungen, die gezielt für Teenager produziert werden, verwässert wird. Noch mehr kotzt (!) es mich allerdings an, dass die Omnipräsenz dieser Filme sogar in einem Filmmusikforum zu einer thematischen Monokultur führt, der man wenig bis gar nichts entgegensetzen kann. Und das möchte ich auch so in dieser Form sagen dürfen. Und da nehme ich es mir heraus, auch mal Begriffe wie "Kiddie-Mist" zu verwenden, denn immerhin trifft es das auch ganz gut, wenn man bedenkt, wie hohl viele dieser Filme sind und für welche Zielgruppe sie konzipiert wurden. Und wenn jetzt wieder die angeblichen Alternativen aufgeführt werden: die einzigen Themen, die neben Comic-Verfilmungen für genügend Gesprächsstoff sorgen, sind STAR WARS und John Williams. Toll. Ach ja, und noch was: anstatt hier die Böse-Wörter-Moralpolizei zu spielen, solltet ihr bedenken, dass "nebenan" Forumsneulinge verarscht werden, weil sie nicht viel von John Willams kennen - ohne jeden Eingriff seitens der Administratoren.
  2. Um CD-Limitierungen sollte es bei Beschäftigung mit Musik wirklich nicht gehen.
  3. Was soll eigentlich diese Verarscherei?
  4. JURASSIC PARK hat zwei Hauptthemen: das Island-Thema (die Fanfare) und das ruhig-erhabene Dinosaurier-Thema.
  5. Ein paar feine Stellen sind dabei, aber insgesamt klingt das leider viel konventioneller als erwartet. Viel aufgedicktes Ethno-Scoring à la Debneys PASSION OF THE CHRIST, und das Kronos Quartet kommt eher wenig zur Geltung. Schade.
  6. Dann schaut jetzt alle mal brav das Original - und ich das Remake.
  7. Ist ja nix Schlimmes dran - ich notiere auch viele meiner Stücke erst im Nachhinein. Wie jemand in den Kommentaren zu dem Artikel sehr richtig schreibt: musikalische Notation ist nicht nur präskriptiv, sondern auch deskriptiv.
  8. Hm, dann werd' ich das Remake irgendwann wohl doch noch nachholen. Immerhin ist das Themengebiet Bob Clark/BLACK CHRISTMAS/DEAD OF NIGHT gerade ein potenzieller Anwärter auf das Thema meiner Bachelor-Arbeit Ende des Jahres.
  9. Nun - ich finde, viele von Shores Themen haben einen gewissen "naiven" Charakter an sich, vor allem in der manchmal seltsam verstolperten Rhythmisierung. Das "Concerning Hobbits"-Thema ist eines der wenigen, längeren Themen in der LOTR-Trilogie, wo ich wirklich sage: da passt das! In seinen anderen, düsteren Scores (z.B. für die Filme Cronenbergs) passt dieses rhythmisch Eigenartige sonst wunderbar - ich denke hier an das Hauptthema aus eXistenZ - , aber mit Ausnahme des "Concerning Hobbit"-Themas funktioniert diese besondere Eigenart von Shores musikalischer Handschrift in einem großen, epischen Fantasy-Score eben nicht so gut, wie ich finde. Neben Shores blockhaftem, eher monochrom anmutenden Orchestersatz ist das ein weiterer Aspekt, der ihn für mich nie so recht zum Ideal-Komponisten für das Projekt werden ließ. Geht das hier jemandem ähnlich?
  10. Wirklich interessant, ist mir tatsächlich noch nie aufgefallen. Aber wirklich, 13/16 ist genau richtig. Natürlich passt das nur "nachträglich", denn Fiedel hat den Beat improvisiert und das Ganze nicht willentlich so konzipiert - aber interessant ist es trotzdem. Die Version des Themas aus TERMINATOR 2 ist in ihrem 6/8-Takt dagegen wirklich Mainstream.
  11. Interessant - RAZORBACK wollte ich schon länger mal sehen, der Film soll ja ein ganz netter Vertreter von australischem Urbanoia-Horrorfilm sein. Kennt den denn jemand?
  12. Jansen ist wirklich toll, finde vor allem seine avantgardistische Musik zu Chabrols DER SCHLACHTER sehr faszinierend. Die Clips der neuen Music-Box-CD klingen ebenfalls klasse, vielleicht schlage ich da mal zu.
  13. Das Remake habe ich nicht gesehen, soll aber nicht der Rede wert sein, obgleich Bob Clark noch als ausführender Produzent beteiligt war. Clark hatte vor seinem tödlichen Autounfall 2007 übrigens noch Remakes seiner Filme CHILDREN SHOULDN´T PLAY WITH DEAD THINGS und DEAD OF NIGHT geplant, dazu ist es dann aber leider nicht mehr gekommen.
  14. Eine der unterschätzten Perlen der 70er-Jahre-Horrorfilms - Prototyp für HALLOWEEN und alle folgenden Slasher-Filme, und dabei (in meinen Augen) weitaus interessanter und unheimlicher als der Carpenter-Film: BLACK CHRISTMAS (Bob Clark, 1974)
  15. So ungefähr ist auch mein Eindruck: die Electro-Passagen (Electro Suite, My Enemy) machen einen ganz originellen Eindruck, darüber hinaus bleibt nicht viel hängen. In der konzeptionellen Anlage sicher luftiger und melodischer als die DARK KNIGHT-Scores - aber musikalisch nicht unbedingt interessanter. Scheint sich tatsächlich eher an den poppig-verspielteren Zimmer-Sound der 90er anzulehnen.
  16. Leider fruchten die Versuche, auf etwas anderes als den Mainstream aufmerksam zu machen, immer nur sehr kurzfristig - oder wecken überhaupt kein Interesse. Das ist leider eine bittere Tatsache. Ist hier sicher besser aufgehoben als in der laufenden Diskussion. Der Marvel-Hype soll ja nicht gestört werden.
  17. Ich meckere, dass es allgemein viel zu viele (und viel zu lange) Threads über diesen ganzen Mist gibt. Und ignorieren fällt da schwer, denn über viel mehr anderes wird leider überhaupt nicht mehr diskutiert.
  18. Wäre ja schön, wenn das hier die einzige Diskussion zu dem Thema wäre.
  19. Wollen wir das Board eigentlich nicht bald mal in "Marvel(lous) Fan-Board for Comic-Movies and their Soundtracks" umbenennen? Mittlerweie dreht sich ja fast 50 % des Board-Geschehens um diesen Kiddie-Mist.
  20. Finde eigentlich nur seine elektronischen Scores interessant - insbesondere Musiken wie THE FIFTH ELEMENT. Seine orchestralen Arbeiten sind mir zu schablonenhaft und konventionell. Da hat er sich zu sehr dem Mainstream-Comedy/Animationsscoring Hollywoods angenähert und dafür seine relativ charakteristische Handschrift der 90er eingebüßt.
  21. Naja, nach den eher mittelmäßigen Scores zu CAPTAIN AMERICA und AVENGERS brauche zumindest ich keinen Marvel-Silvestri mehr. Allzu groß ist der Rückschritt jetzt also nicht.
  22. Du hast ja im Ansatz schon Recht, aber es ist nicht so, dass man heute wirklich überhaupt nicht Hörenswertes mehr findet. Ich sag nur: Beltrami, Greenwood, Gordon.
  23. Natürlich sind die punktuell (anders wäre das auch schwer möglich), aber die schiere Masse, das dadurch entstehende Netz aus punktuellen Verweisen finde ich durchaus beeindruckend. BASKET CASE (Frank Hennenlotter, 1982) Ein junger Mann, der in seiner Kindheit von einem deformierten siamesischen Zwilling getrennt wurde und diesen nun in einem Weidenkorb mit sich herumträgt, kommt nach New York, um sich dort an den Ärzten zu rächen, die ihn von seinem "Bruder" getrennt haben. Im versifften Umfeld der 42. Straße mit ihren Sex-Kinos, Nightclubs und ranzigen Stundenhotels nimmt das blutige Chaos seinen Lauf. BASKET CASE gehört, wie ich finde, zu den erstaunlichsten Low-Budget-Horrorfilme der 80er Jahre - obwohl als Trashfilm konzipiert und mit minimalem Budget gedreht, zeigt sich ein durchaus ausgeprägter Wille zur originellen Gestaltung, inklusive surrealer Überhöhungen und grotesker Überzeichnung. Die "Geschwister"-Szenen im heruntergekommenen Zimmer einer Absteige wirken wie eine Grindhouse-Variation über ERASERHEAD und in der eigenwilligen Inszenierung eines schmutzig-elenden New York der ausgehenden 70er Jahre kommt durchaus eine New-Hollywood-Ästhetik à la TAXI DRIVER zum Tragen. Sicher ist auch vieles eher charmant-murksig geraten, wie etwa die albernen Splatterszenen, aber alles in allem hat mich der Film doch überrascht. Die Blu-Ray von cmv-laservision präsentiert den Film in einer Abtastung vom Original-16mm-Negativ (im originalen 1,33:1-Format) und sieht bombig aus. SERIAL MOM (John Waters, 1994) Hier ist nicht mehr viel zu spüren vom subversiven Geist früherer Waters-Filme wie FEMALE TROUBLE oder POLYESTER. Viel mehr ist SERIAL MOM eine relativ glattgebügelte, postmoderne Variation über das Slasher-Genre, näher an SCREAM und Konsorten als am "echten" Waters der 70er. Fazit: muss nicht sein, und schon gar nicht auf der (zu) teuren Universal-Blu-Ray.
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