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Wurde noch nicht gepostet, glaube ich:

 

 

Ein traditionell dreisätziges Konzert (Moderato - langsam - schnell), das schon 2015 seine Premiere gefeiert hat, aber erst kürzlich als Live-Mitschnitt auf YouTube aufgetaucht ist (danke, sami!). Eine CD-Veröffentlichung wird es wohl auch bald geben, angeblich auf Naxos.

 

 

Hier ein Text von Filmmusik-Blogger Tim Greiving - er beschreibt auch die Schwierigkeiten, die er mit sinfonischer Nicht-Filmmusik hat:

 

James Newton Howard’s violin concerto: a film composer in the concert hall

 

Last Friday night I attended the world premiere of James Newton Howard’s concerto for violin and orchestra, performed by Pacific Symphony in Costa Mesa. I was excited to hear Howard’s writing removed from the constraints of film and inside a traditional concert form. His violin music for films like The Village and Defiance (the two scores that specifically prompted Pacific Symphony’s music director Carl St. Clair to commission the concerto) are gorgeous demonstrations of Howard’s imagination for the instrument, so there was ample reason for excitement at the thought of a whole concerto.

 

Howard preceded the performance with a brief Q&A, admitting the commission was “liberating but intimidating,” and took him out of his comfort zone. (We were informed that the performance was being recorded for a forthcoming Naxos release.)

 

Violinist James Ehnes flawlessly executed Howard’s music, as did the orchestra behind him. There were plenty of dazzling cadenzas and rapid-fire passages to show off Ehnes’ chops, as well as moments of elegant elegy. The first movement opens with high trilling figures on strings like a babbling current of water, which the concerto’s main theme glided across on Ehnes’ violin. Alternating between elegant lines over deep, warm chords and moments of tempest and giant foot stomps by low brass and percussion, the movement ebbs to a close on the same undulating string trills.

 

The second movement is built around a simple, childlike melody (dedicated to St. Clair’s son, who died as a baby sixteen years ago), which Howard called the “centerpiece of the concerto” in his program notes. The melody debuts on solo clarinet, soon surrounded by woodwinds, and then assumed by violin with the support of rich, complex harmonies. This movement travels through a romantic passage of wanderlust, then sadness, before returning again to the opening wind theme. The second movement bled without pause into the third, sparking frenzied violin figures and stormy orchestration before oozing into a wild, jaunty dance. The orchestra dropped out and Ehnes traced a tragic narrative, chased by wild runs. A wild storm of cymbal thunderclaps and quick pizzicatos brought the concerto to a choppy, sudden close.

 

The music never strayed from pleasant tonality, so you could argue that it kept its roots in Howard’s pleasant, tonal film writing. It certainly wasn’t avant garde. But it also wandered and strayed, like a lot of concert music, darting from one mood and idea to the next without sticking around for long. It demonstrated why I ultimately prefer film music to concert music. While I appreciate the artistry, creativity, and acrobatic performances found in most concertos and symphonies, concert music so often feels loose and unfocused. It feels random. I know there are themes and development of themes—recapitulations and all that jazz. But there’s usually a spirit of schizophrenia, jumping from one mood or melody line to the next without settling on anything.

 

By contrast, film music—and we’ll use Howard’s as our standard—usually establishes themes in a more patient, focused way that really sets the idea in stone. I’ve always thought film music was the ideal marriage of the best things classical and pop music have to offer. It’s complex and nuanced, graced with the sophisticated language and scale of classical music and very much continuing in the tradition of western symphonic composition. But it’s also catchy and tightly focused, establishing lyrical ideas in a clear way and repeating and varying them within convenient structures.

 

I don’t ever want to be guilty of plugging my ears or turning my nose up at music that challenges me, or that doesn’t fit inside a cozy little hook. I love a lot of concert music, from composers hundreds of years ago through Philip Glass and (as of last week) The Echo Society. But out of all forms of music, I love film the most—and imagine I always will. I’ll continue to be excited about composers like Howard being liberated from the confines of a film’s narrative and strict demands…but as a listener, I might honestly prefer those confines.

 

Quelle: http://projectorandorchestra.com/james-newton-howard-violin-concerto-a-film-composer-in-the-concert-hall/

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Interessante Argumentation, die von Tim Greiving. Den "Klassik"-Hörern, die ich kenne, geht es genau umgekehrt: Filmmusik wird meist als zufällig und unstrukturiert wahrgenommen, unfertig ohne das dazugehörige Bild.

Filmmusik hat aber den Vorteil, emotional direkter sein zu können bzw. sogar zu müssen, der Toleranzbereich bei Klischees und Epigonentum ist größer und alles ist überhaupt viel unverkrampfter.

Insofern ist JNHs Violinkonzert gar nicht so weit weg von Filmmusik, finde ich, wenngleich es sicher ambitionierter ist als z. B. Horners letzte Konzert-Beiträge.

Ich mags jedenfalls, mag aber auch die Horners.

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finde es auch ambitioniertes als Horners Pas De Deux, aber muss wiederum sagen ich hör mir dann doch lieber Horners an... so sperrig wie so manche Klassik von Williams ist es dann aber auch nicht.

 

Nen Mega Themenschreiber war JNH nun eh nie, daher bleibt vielleicht so wenig hängen, aber hübsch isses auf jeden Fall... erkennen kann man ihn auch da drin.

 

Natürlich gibts bei der Filmmusik das "Problem", dass sie sich eben am Bild entlangbewegen muss und so manchmal eben ein starker Bruch daherkommt, der musikalisch (meistens) dann gar keinen Sinn macht, aber wie Max schon sagt ist sie eben auch direkter als Klassik... mir gefällt das eher als Klassik, die ja gerne kompositorisch brillant ist, aber was hilfts, wenn ich es 100 mal anhören muss, um das zu erkennen... Musik ist für mich am Ende doch Unterhaltung und nicht etwas zum Analysieren und Bestaunen, wo ich dann sage "Klingt war grausig, aber irre wie er das Motiv aus Takt 1 im Takt 5432 wieder aufgreift!"

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Nen Mega Themenschreiber war JNH nun eh nie !"

hallooo!? na aber jetzt doch!

da kann ich dir gleich mal ne handvoll toller themendurchfluteter james newton howard scores aus dem stand aufzählen, die noch dazu hübsch klangen:

atlantis

treasure planet

peter pan

king kong

waterworld

the postman

überhaupt sind seine animationssachen und abenteuersachen allererste großschwelgerisch orchestrale sahne, weshalb ich auch großes von seinem "fantastic creatures and where to find them" erhoffe.

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hallooo!? na aber jetzt doch!

da kann ich dir gleich mal ne handvoll toller themendurchfluteter james newton howard scores aus dem stand aufzählen, die noch dazu hübsch klangen:

atlantis

treasure planet

peter pan

king kong

waterworld

the postman

überhaupt sind seine animationssachen und abenteuersachen allererste großschwelgerisch orchestrale sahne, weshalb ich auch großes von seinem "fantastic creatures and where to find them" erhoffe.

 

Du hast WYATT EARP mit seiner gefühlt unendlichen Anzahl an Themen vergessen. ;)

Für mich immer noch sein themenreichster Score.

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Gast

Musik ist für mich am Ende doch Unterhaltung und nicht etwas zum Analysieren und Bestaunen, wo ich dann sage "Klingt war grausig, aber irre wie er das Motiv aus Takt 1 im Takt 5432 wieder aufgreift!"

 

Der Witz an der Sache ist, dass letzteres zu mehr von ersterem führt und ganz und gar nicht ein entweder oder sein muss. Ein grundsätzlicher Gedanke, der endlich mal bei Musikhörern ankommen könnte.

 

Schönes dynamisches progressives Werk, das relativ leichtfüßig daherkommt. Ohne die filmischen Fesseln lässt sich die Notenfeder wohl leichter führen. Schön, dass es in letzter Zeit das ein oder andere abseits unseres bekannten Terrains von den alten Haudegen gibt.

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Interessant finde ich, dass Grieving zu so heftigen Charakterisierungen wie "schizophren" gelangt, nur weil klassische Musik nicht so lange auf einzelnen Ideen verweilt, wie es die Pop- oder oft auch die Filmmusik tut. In der Kunstmusik geht es eben stärker um fortlaufende musikalische Entwicklungen - nicht um statisches Verweilen auf Einzelelementen. Warum das aber nun unfokussiert oder gar schizophren sein soll, verstehe ich nicht.

 

Dass eine einzelne Idee nicht ewig "ausgekostet" wird, empfinde ich oft sogar als besonders reizvoll. So werden die Einzelelemente zu "raren" Ausnahmeerscheinungen, auf die man sich bei jedem neuen Anhören freuen kann, und die durch den zügigen Durchgangscharakter zu etwas Besonderem und Erhabenen werden. Mir fallen da gerade die zwei rhythmisch prägnanten Höhepunkte im Scherzo von Schostakowitschs erstem Violinkonzert ein. Das sind kurze, heftige Endpunkte einer Entwicklung, die gerade durch ihre kurze Dauer und den punktuell-singulären Charakter zu besonders erinnerungswürdigen Momenten werden.

 

Musik ist für mich am Ende doch Unterhaltung und nicht etwas zum Analysieren und Bestaunen, wo ich dann sage "Klingt war grausig, aber irre wie er das Motiv aus Takt 1 im Takt 5432 wieder aufgreift!"

 

Analysieren muss auch gar nicht sein, mache ich auch selten. Es geht um die Wirkungen. Und die intensivieren sich (zumindest bei mir) mit jedem erneuten Hören, mit jedem neu entdeckten Detail. Die Architektur eines Satzes wird immer transparenter und irgendwann wird das, was Grieving als "random" und "unfocused" beschreibt - das einzelne Puzzleteil - , zum logischen Bestandteil des Ganzen. Am Ende denkt man sich bei jedem Akkord, dass es gar nicht anders hätte weitergehen können und kein anderer als der eine verwendete Akkord funktioniert hätte. Finde ich jedes Mal aufs Neue faszinierend, wie sich klassische Musik und ihre musikalischen Entwicklungslinien in der Rezeption allmählich entfalten - ähnlich einer Blüte, die sich dem (geduldigen) Betrachter öffnet.

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Gast

Interessant finde ich, dass Grieving zu so heftigen Charakterisierungen wie "schizophren" gelangt, nur weil klassische Musik nicht so lange auf einzelnen Ideen verweilt, wie es die Pop- oder oft auch die Filmmusik tut. In der Kunstmusik geht es eben stärker um fortlaufende musikalische Entwicklungen - nicht um statisches Verweilen auf Einzelelementen. Warum das aber nun unfokussiert oder gar schizophren sein soll, verstehe ich nicht.

 

Dass eine einzelne Idee nicht ewig "ausgekostet" wird, empfinde ich oft sogar als besonders reizvoll. So werden die Einzelelemente zu "raren" Ausnahmeerscheinungen, auf die man sich bei jedem neuen Anhören freuen kann, und die durch den zügigen Durchgangscharakter zu etwas Besonderem und Erhabenen werden. Mir fallen da gerade die zwei rhythmisch prägnanten Höhepunkte im Scherzo von Schostakowitschs erstem Violinkonzert ein. Das sind kurze, heftige Endpunkte einer Entwicklung, die gerade durch ihre kurze Dauer und den punktuell-singulären Charakter zu besonders erinnerungswürdigen Momenten werden.

 

Das sehe ich ganz ähnlich. Gerade aufgrund des Singulären hatte ich auch mit dem Rondo aus Beethovens Violinenkonzert vor vielen Jahren meinen Initiationsritus in eine gänzlich neue Bewusstseinsform für Musik gehabt. Es war und ist das Kurze, nicht Verweilende, das Zerbrechliche, das Unaufhaltsame, das vom Hörer höchste Aufmerksamkeit verlangt. Wenn sich eine musikalische Idee durch unikales Auftreten im Kontext festigt und nicht durch die bloße Wiederholung, dann ist das künstlerisch aller höchste Güte.

Ich fand schon bei THE VILLAGE seinen Violineneinsatz äußerst delikat eingesetzt, das bestätigt sich jetzt auch mit diesem Concerto. Leicht zugänglich und doch musikalisch griffig.

 

Das mag ich aber in der Filmmusik ebenso. Williams ist für mich jemand, der das ganz gut beherrscht, natürlich im filmischen Kontext. Wenn Harry Potter seinen Zauberstab das erste Mal berührt oder Vader und Luke zum letzten Schwertduell ansetzen und sich Streicher und Chor zu einem fulminanten Erguss des Bedrohlichen erheben. Natürlich sind diese Momente nicht unbedingt melodisch neu, aber in ihrer Ausführung und dem Arrangement und verhaften so auf ganz andere Weise, als wenn ein Element oder Bausatz vielfach zu Tode geritten würde.

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Es ist eine wunderbare Komposition, viel besser und wesentlich interessanter als die letzten Fantasy Scores von JNH. :)

 

 

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lustig find ich ja, wo Elfman in seinen Scores nur noch wild umhertost und viel Linie sind seine Konzertwerke ja sehr melodisch... und JNH, der sonst sehr gefällig immer schreibt lebt sich hier in der Kunst aus (is mir ja echt zu sperrig, mag auch so Dauergefiedel von einer Solo-Geige eh nicht sonderlich).

Mein Fall is das zu 90 Prozent nicht... Presto ist noch das Zugänglichste...

aber hat insgesamt schon was. Finde ich jetzt besser als Powells Werk, das mir mit den Chören echt nicht gefiel...

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Ja gut das is nich Penderecki, is aber für mich anstrengend genug. Solo-Geige ‚fiedelt‘ halt ewig vor sich hin. Das is halt nich zum ‚Nebenbeihören‘ gedacht... und ne Stunde im Saal dafür zu sitzen isses mir halt zu ‚sperrig‘... ich hab‘s halt lieber deutlich melodisch und nen ganzes, lyrisches Orchester. 

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Aber dann wär es auch kein Violinenkonzert. Ich finde es sehr gut, zwar nicht sonderlich originell, aber handwerklich gut gemacht und auch weitaus anspruchsvoller, als viele seiner heutigen Filmmusiken. 

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Das schon, aber da bleibt halt dann auch wieder die ‚Unterhaltung‘ für mich auf der Strecke. 

Da ist zb Horners Konzert ja viel viel eingängiger (aber eben auch sehr simpel und auch wieder überwiegend Aufgewärmtes) und erzeugt bei mir halt viel mehr Emotionen... 

und Elfmans Konzerten kann ich da irgendwie auch viel mehr abgewinnen... kompositorisch wie unterhaltsam...

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Horner ist 'Once Upon A Forest' (bzw. 'Iris') ein bisschen konzertant aufgehübscht. Hübsch ist es trotzdem...😎

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vor einer Stunde schrieb ronin1975:

Da ist zb Horners Konzert ja viel viel eingängiger (aber eben auch sehr simpel und auch wieder überwiegend Aufgewärmtes) und erzeugt bei mir halt viel mehr Emotionen...

Die Emotionen kommen bei solchen Konzertwerken nicht beim ersten oder zweiten Hören, sondern erst beim Fünften. Oder noch später. Man muss halt dran bleiben - dann wird man aber umso reicher belohnt.

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vor 1 Stunde schrieb ronin1975:

Das schon, aber da bleibt halt dann auch wieder die ‚Unterhaltung‘ für mich auf der Strecke. 

Da ist zb Horners Konzert ja viel viel eingängiger (aber eben auch sehr simpel und auch wieder überwiegend Aufgewärmtes) und erzeugt bei mir halt viel mehr Emotionen... 

und Elfmans Konzerten kann ich da irgendwie auch viel mehr abgewinnen... kompositorisch wie unterhaltsam...

von welchem horner-konzert

und welchem elfman konzert sprichst du ganz genau?

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