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TheRealNeo

Der seltsame Hass auf Brian Tyler und Michael Giacchino

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Hinter diesem etwas poetischen Threadtitel verbirgt sich eigentlich mehr eine Frage bzw. Überlegung.

Denn zum einen wird sich immer wieder beschwert, wie wenig Orchester man heutzutage noch in den Scores hört und dann hat man Leute wie Michael Giacchino oder Brian Tyler, die durchaus mit großem Orchester arbeiten, aber das ist dann auch nicht Recht.

Was machen die Beiden denn falsch?

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Die Frage ist eher, warum du nach all den Jahren immer noch annimmst, dass die Anwesenheit eines großen Klangkörpers an sich schon eine besondere Qualität wäre. Das sagt erstmal nur aus, dass der Musiker ein großes Budget hatte. In den beiden genannten Fällen lautet die Frage eher: wären sie nicht besser aufgehoben in kleineren Besetzungen? 

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vor 22 Minuten schrieb TheRealNeo:

Hinter diesem etwas poetischen Threadtitel verbirgt sich eigentlich mehr eine Frage bzw. Überlegung.

Denn zum einen wird sich immer wieder beschwert, wie wenig Orchester man heutzutage noch in den Scores hört und dann hat man Leute wie Michael Giacchino oder Brian Tyler, die durchaus mit großem Orchester arbeiten, aber das ist dann auch nicht Recht.

Was machen die Beiden denn falsch?

sollte dein betreff nicht sinnigerweise „der seltsame haß AUF Brian Tyler und Michael Giacchino“ lauten und nicht „VON Tyler und Giacchino“ ;) “?

hab mich zuerst gefragt WEN wohl Tyler und Giacchino seltsam hassen und warum... ;) 

und um auf deine frage einzugehen. zumindest giacchino macht gar nix falsch. ich liebe seine musiken der letzten jahre!

ein haß AUF ihn hier ist mir bisher nicht aufgefallen.

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vor 3 Minuten schrieb sami:

Die Frage ist eher, warum du nach all den Jahren immer noch annimmst, dass die Anwesenheit eines großen Klangkörpers an sich schon eine besondere Qualität wäre. Das sagt erstmal nur aus, dass der Musiker ein großes Budget hatte. In den beiden genannten Fällen lautet die Frage eher: wären sie nicht besser aufgehoben in kleineren Besetzungen? 

Ich finde ihre Arbeiten aber stellenweise nicht wirklich schlecht. :D

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Haß würde ja irgendein starkes Gefühl beschreiben. Habe ich bei denen gar nicht, Giacchino ist mir einfach viel zu dünne und funktioniert nur in so kleinen lustigen Sachen wie 'Inside Out' (also wo er nicht auf große Gefühle machen muss), Tyler hat seit 'Now Yo See Me' quasi gar nichts mehr abgeliefert. Bevor ich mir diesen ganzen Kram anhöre suche ich viel lieber nach guter Musik, die halt nichts mit Filmen zu tun hat. 

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Same here. Dünn trifft es gut ... abgesehen davon höre ich mir besonders von Giacchino seit seiner Incredibles 2 Pflaume kaum noch etwas bewusst an. Hab auf Spotify einen Track aus seinem letzten Spidey gehört und direkt gedacht, nö dafür geb ich kein Geld und keine Zeit aus. Und bevor du fragst, ich glaube es war "Internal Battle" und es beschreibt für mich perfekt, was Giacchino anstellt; sich auf den geernteten Lorbeeren ausruhen und ewige Ostinati oder Bewegungen wiederholen, mit Null Variation oder irgendeiner Spur Finesse. Hat er in Ghost Protocol schon auf die Spitze getrieben. Dazu mit Incredibles 2 der Beweis für mich, dass er nicht nur "faul" in dem Sinne ist, sondern auch wenig Ahnung von Jazz hat; nicht weiß, wie er eine vernünftige Hommage (wie er es immer nennt) an Mancini und co. auf die Beine stellt. Zeitdruck usw. schon klar, aber mit mittlerweile über 20 Jahren im Business sollte man mehr erwarten dürfen. Was hätte eine Goldsmith mit 20 Jahren Erfahrung, Abenteuerlust und Wissensdurst selbst unter Zeitdruck gezaubert?

Tyler is'n narzistischer Proll (nur meine Meinung), der u.a. Schlagzeug spielen und Dirigieren mehr als Workout sieht. Von ihm habe ich ein paar Jahre nichts mehr angehört. Hat bestimmt hier und da mal nette Ideen, sein Thema für Turtles klingt z.B. nach Spaß, lässt dann den Rest von Ghosties und Orchestratoren aufpeppen. 

Filmmusik ist halt leider eine Dienstleistung, ein reines Business geworden (siehe Balfe GEMINI MAN Diskussion) - da ist ein feiner, ausgeklügelter Score von einem neuen, unversauten Komponisten, oder eben  einem Williams eine reine Wohltat. 

Orchester wird es in der Filmmusik immer geben. Zu hoffen bleibt nur, dass was vernünftiges dabei herum kommt - zu wünschen wäre es alleine schon der Musiker wegen. Die können den ganzen Kram genauso wenig ab ... 

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Aber wenn du mal die beiden Spider-Man Suiten vom ihm vergleichst...nur Anfang und Ende...da gibt es doch Variationen oder ist das zu wenig?

 

 

Damit soll die Variation nicht die hohe Kunst sein, aber er machts zumindest mal hier und ruht sich ja nicht aus...es ist ja logisch Themen wiederaufzugreifen.

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Dünn ist eine wirklich gute Wortwahl. Die Substanz ist leider oft viel zu dünn bei beiden Herren.

Giacchino ist kein leichter Fall. Manchmal zaubert er mit seinem Team großartige Melodien und interessante Scores aus dem Hut wie zB bei John Carter, Doctor Strange oder Incredibles 1 ... dann wiederum liefert er dutzende, spürbar lieblose Massenware ab. Giacchino's Scores sind für mich entweder großartig oder kaum der Rede wert wie beide Spider-Man Scores ... irgendwo dazwischen befindet sich Ghost Protocol, ein Guilty Pleasure von mir. :D 

Er versuchte des öfteren auf den Pfaden von Goldsmith , Williams und Horner zu wandern, jedoch ohne jemals deren Finesse und Fingerspitzengefühl zu erreichen, was Harmonie, Rhythmus und Orchestration angeht. 

Was Tyler angeht, sehe ich es wie Siddl. Ein paar tolle Themen hier und da ... zB das End Credits Stück aus Iron Man 3, oder ein paar Jazzstücke aus Crazy Rich Asians

 

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Wäre da mal was Harmonie, Rhythmus und Orchestration betrifft für vergleichende Hörbeispiele dankbar. Sonst ist das für mich wenig greifbar. :)

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Ich, der ich doch seit lange Zeit sehr großer Tyler Fan war, kann dir sagen dass ich nach dieser Zeit diesem Bombast auch überdrüssig geworden bin. 
Tyler hat ein Händchen für Melodien (Thor 2, Iron Man 3, Greatest Game Ever Played, Standing Up,..) da gibt es nichts zu meckern, jedoch ist die Art und Weise der "Übermittlung" durch die Orchestration immer sehr sehr ähnlich. Einmal habe ich mir Power Rangers angehört und instant weiterverkauft. Auf Dauer wird es einfach zu monoton. 
Seine Action Scores zu FF sind passend ich denke das er in dieser Sparte gut aufgehoben ist.
Er wird einfach für die falschen Projekte eingespannt worden. Ein Desinteresse an kleinen Projekten kann man ihm auch nicht absprechen weil er immer wieder kleinere Produktionen mitnimmt (Five Feet Apart). Dass er auch ganz anders kann hat er schon mit Columbus Circle, The Killing Room, Lazarus Project oder Brake bewiesen. 

Von Giacchino bleibt mir irgendwie nie was im Ohr, es ist als hätte ich nach dem Hören, nichts gehört. 

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Ich sehe das ähnlich wie Sami, Sebastian oder Siddl. Orchester an sich ist zunächst einmal kein Qualitätsmerkmal. Klar, ich liebe den Orchestersound, aber nur wenn dieser auch mit interessanter Musik gefüllt wird. In Sachen Harmonie, Melodie und Rhythmik konnten mich Tyler und Giacchino selten überzeugen. Bei Giacchino am ehesten noch bei Rogue One und den Pixar Scores. Ansonsten teilt er sich mit Tyler die öde Harmonik, langweilige Ostinati rauf und runter etc. Klar, Tyler ist in meinen Augen ein orchestraler RCP Guy, während Giacchino versucht in eine oldschoolige Richtung zu gehen, ohne aber die Finesse eines Goldsmiths oder auch anderer Schwergewichte der Vergangenheit zu erreichen. Merkt man meiner Meinung nach vor allem in der Harmonik und der Instrumentierung. Wenig erweiterte Akkorde, wenig nicht- funktionale Harmonik, in der Instrumentierung viele Unisoni und Stimmdopplungen. Klingt deswegen wenig farbig und ein bisschen monoton. Ich hasse die beiden Komponisten sicher nicht, aber besonders interessant finde ich sie auch nicht. Sie sind mir, sagen wir mal, eher egal....

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vor 4 Stunden schrieb TheRealNeo:

Wäre da mal was Harmonie, Rhythmus und Orchestration betrifft für vergleichende Hörbeispiele dankbar. Sonst ist das für mich wenig greifbar. :)

Giacchinos Instrumentierung ist eben relativ unpersönlich. Er greift oft auf konventionelle und naheliegende Klangfarbenmischungen zurück, hat keine typischen Instrumentierungskniffe, die ihn sofort erkennen lassen (so wie etwa die charakteristische Oboe über geteiltem Streichersatz beim späten Goldsmith, oder das Kontrafagott und die Kontrabass-Klarinette im Orchestersatz bei Goldenthal). Er probiert oft mal knallige perkussive Effekte aus, wie zuletzt in seinen SPIDERMAN-Scores oder auch im dritten APES-Score, aber es klingt halt immer nur nach Gimmick, nie nach einer gewachsenen stilistischen Entwicklung. 

In Sachen Harmonik ist es - wie Boneking schon schreibt - das lange Verweilen in funktionsharmonischen Zusammenhängen, oder gleich ganz auf einem gebrochenen Moll-Dreiklang (in besonders trister Erinnerung geblieben ist mir diesbzgl. JUPITER ASCENDING - ich glaube es war der dritte Satz der "Sinfonie", mit der das Album beginnt). Diese statische Harmonik engt auch die melodische Bewegung sehr ein, weil sie immer an den Grundakkorden klebt...

vor 16 Stunden schrieb bimbamdingdong:

ein haß AUF ihn hier ist mir bisher nicht aufgefallen.

vor 3 Stunden schrieb Boneking:

Ich hasse die beiden Komponisten sicher nicht, aber besonders interessant finde ich sie auch nicht. Sie sind mir, sagen wir mal, eher egal....

Ja, egal und einfach unspannend - das trifft es für mich auch. Er stellt musikalisch einfach zu wenig an, bleibt auf einem Grundlagen-Niveau. Deswegen sind seine Themen wohl auch so relativ unprägnant, weil sie oft die wichtigste Zutat eines guten Themas vermissen lassen: eine unerwartete Wendung, die über die basalen Grundlagen (harmonisch, klanglich, figurativ) hinausgeht oder diese auf interessante Weise bricht. 

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Vieles kann ich nur unterschreiben.

Hass dem Wortsinn nach kann ich auch nicht erkennen, würde aber bei beiden Komponisten erheblich differenzieren.

Bei Giacchino ist durchaus eine Menge Potenzial da und er kann schön instrumentierte Scores schreiben, liefert aber leider zu oft Stangenware ab. Das ist schade, er kann mehr. Aber wenn man wie er mehrere Filme im Jahr raushaut, dann ist klar, dass die Kreativität und Qualität leidet und leider gehen ja in Hollywood die Tendenzen immer mehr in Richtung austauschbare Massenware. 

 

Tylers Werk fand ich mal zu Beginn seiner Karriere mal interessant, heute ist das handwerklich manchmal auf einem Level, das kein Musikstudent bei seinem Professor abgeben dürfte - schade.

 

Unabhängig von diesen Umständen stört mich das narzisstische Machogehabe von Tyler. Es mag einen gewissen Typ hirnamputierter Barbiegirls geben, die auf sowas abfahren, aber mich nervt diese permanente überdrehte Selbstdarstellung. Tyler dirigiert erbärmlich und inszeniert in Videos immer die vermeintliche Leidenschaft, die er empfindet, wenn er vor dem Orchester steht. Ich musste beim Film SCORE einmal so lachen, als man die Gesichter der Musiker sah, während Tyler am Pult seine Egomanie abzog. Ähnliches trifft auch zu, wenn er Instrumente spielt. Ich kann mich an eine Szene erinnern, wie er am Klavier Themen vorstellt. Sein Anschlag und Fingersatz sind grottig - er miemt aber den Lang Lang.

Was soll das? Würde er mehr Zeit für die Ausarbeitung seiner Musik aufwenden, statt für narzisstische Selbstdarstellung, könnte sein Werk erheblich besser sein

 

 

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vor 10 Stunden schrieb TheRealNeo:

Wäre da mal was Harmonie, Rhythmus und Orchestration betrifft für vergleichende Hörbeispiele dankbar. Sonst ist das für mich wenig greifbar. :)

Ich werde jetzt nicht mit den Größen des Genres völlig unerreichbare Vergleiche, aber die Spiderman-Suiten sind ein schönes Beispiel dafür, wie man bestimmte Klangklischees (was an sich ja nichts schlechtes sein muss) sich zu eigen macht, diese dann aber so simplifiziert einsetzt , dass sich bestenfalls punktuell Freude einstellt (die Pizzicato-Momente, z. B.). Die zwei Themen sind nach 5-6 Noten durch, dann passiert da einfach nichts mehr, die ewige 4/4-Metrik läuft auch immer nach Schema F untendrunter.

Ein schönes Beispiel, wie so etwas (eine Suite zu einem vergleichbaren Film) genauso Schema F sein kann, aber dennoch deutlich ansprechender thematisch entwickelt und harmonisiert ist kürzlich z. B. das gewesen:

 

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