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Soundtrack Board

Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)


Marcus Stöhr
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Die Frage ist eben auch, ob junge Filmkomponisten sich immer an den großen Vorbildern abarbeiten und zweit- oder drittklassige Stilkopien abliefern müssen. Quasi um der Filmmusik-Gemeinde zu beweisen, dass sie es auch "drauf haben", die epischen Konventionen klassischer Filmmusik zu bedienen.

 

Nö, Sebastian, müssen sie nicht. Vor allem bei Wiedmann läuft dieser Vorwurf ziemlich ins Leere, wenn man sich mal ein wenig mit seiner Film- und Diskografie beschäftigt und ein paar seiner Musiken hört, bspw. die aus dem Horrorbereich. Wie Du ja selbst oft betonst, ist gerade dieses Genre geradezu prädestiniert dafür, den Komponisten einen gewissen kreativen Spielraum zum "Austoben" zu bieten. Und Wiedmann hat in seinen gelungenen (und eigenständigen) Musiken zu THE HILLS RUN RED, HOSTEL III (vielleicht der beste Score der Serie) oder THE DAMNED eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er es als Newbie durchaus "drauf hat".

FIELD OF LOST SHOES mag da viel mehr Konventionen und Klischees unterliegen, das bestreite ich gar nicht, aber für mich ist trotzdem (als Resümée der Musik als Gesamtpaket) spür- und hörbar, dass er da einiges an Herzblut und Erinnerungen an seine "Filmmusik-Initialzündung" (nach seiner eigenen Aussage Barrys DANCES WITH WOLVES) reingepackt hat. Und mir gefällt's halt... kann nix dafür. :)

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Nach langer Zeit mal wieder eingelegt. Für mich immer noch einer der besten Scores im Bereich "Ambient in Verbindung mit einem (kleinen) Orchester" und der beste tomandandy-Score für mich bis heute. tomandandy erschaffen eine düstere Klanglandschaft, die nur von dem kleinen Streicher-Ensemble durchbrochen wird. Kurze Themen und Motive durchziehen den Score, auch so manches "Geräusch" dient als Wiedererkennungsfaktor. Das Album fliesst sehr gut, man kann eigentlich keinen Track einzeln groß herausstellen, da die Musik ihre volle Wirkung eher in ihrer Vollständigkeit erreicht. Deshalb hat man sich wohl auch dazu entschieden, viele Stücke zu längeren "Movements" zusammen zu stellen. Lässt man sich auf die Musik ein, erwartet den Hörer eine Reise durch die finsteren Wälder von Point Pleasant, eine Stadt, in der eine schreckliche Tragödie stattfinden wird. Dazu benutzen tomandandy sphärische Ambient-Teppiche, über denen unheimliche Klänge ertönen. Dazu gesellen sich kleine Motive, mal vom Piano intoniert, mal von den Streichern, die die dunkle Stimmung immer wieder durchbrechen, aber auch gerne wieder von den seltsamen Klängen und Geräuschen zurückgedrängt werden. Dabei driftet die Musik aber nie in puren Krach ab, tomandandy haben hier wirklich sehr filigran und mit Liebe zum Detail ihre Klänge erschaffen. Im Grunde vermitteln die einzelnen Tracks eine bestimmte Stimmung, die von der Klanglandschaft erzeugt wird, wozu sich dann später die Motive und Themen gesellen.

 

Ich mag auch den Film sehr gerne, auch deshalb, weil er doch relativ ungewöhnlich inszeniert ist, besonders die ungewöhnliche Kameraführung mit ihren teilweise "verschobenen" Einstellungen sorgt für das Unbehagen, welches den Zuschauer während des Filmes kaum loslässt. Regisseur Mark Pellington kommt aus der Musikvideo-Ecke und hat leider nicht so viele Spielfilme gemacht. Das liegt wohl auch daran, dass seine Filme nicht gerade für ein Massenpublikum gedacht sind und daher kommerziell auch eher uninteressant für die Studios. "The Mothman Prophecies" ist sein bisher größter und auch kommerziell erfolgreichster Film, wobei der Film gerade so sein Budget von 32 Millionen Dollar in den Staaten einspielen konnte. Es ist auch eine etwas andere Rolle für Richard Gere, der hier mal nicht einen von Frauen begehrten Charmeur spielt, sondern einen gepeinigten Reporter, den der Tod seiner Frau und die unheimlichen Vorkommnisse in Point Pleasant an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treiben.

 

Der Film basiert auf wahren Ereignissen. Der Reporter John Keel, den Gere im Film spielt, erlebte die Tragödie in Point Pleasant selbst mit und schrieb auch ein Buch darüber, worauf der Film basiert. Das Buch selbst ist allerdings eher ein Sachbuch, da Keel darin fast wie in einem Tagebuch über die Ereignisse berichtet. Das Ganze fand auch bereits Ende der 60er statt, der Film verlegt die Handlung aber in die Gegenwart.

 

Nach dem Tod seiner Frau, die kurz vor dem Ende ihres Lebens scheinbare Halluzinationen von einem Wesen hatte, welches als "Mottenmann" bekannt ist, macht sich Reporter John Keel auf, um in Richmond einen Gouverneur zu interviewen. Auf dem Weg bleibt nachts sein Auto stehen und er sucht in einem nahegelegenen Haus nach Hilfe. Der Hausbesitzer aber bedroht ihn mit einem Gewehr und behauptet, Keel wäre bereits die dritte Nacht hintereinander immer um die gleiche Uhrzeit vor seinem Haus gewesen. Als Keel erfährt, dass er sich in Point Pleasant befindet, kann er es erst nicht glauben, da der Ort über 600 km von seinem Ausgangsort Washington entfernt und er nur zwei Stunden gefahren ist.

 

Keel freundet sich mit einer örtlichen Polizistin an und erfährt, dass in der letzten Zeit mehr und mehr Menschen seltsame Sichtungen gemeldet haben. Ein riesiges Wesen mit roten Augen und großen Flügeln habe sie nachts besucht. Auch der Hausbesitzer, der Keel bedrohte, hatte bereits mehrere Begegnungen mit dem "Mottenmann". Er spricht auch mit ihm und erzählt ihm von Katastrophen, die bald geschehen werden. Und tatsächlich treten diese Vorhersagen kurz darauf ein. Eine Vorhersage scheint auch den Ort Point Pleasant zu betreffen und Keel versucht, die Katastrophe zu verhindern.

 

Mark Pellington gelang ein atmosphärisch dichter Film, der den Zuschauer nie aus seiner unbehaglichen Stimmung entlässt. Dazu trägt auch die Musik von tomandandy bei. Diese erschien als Doppel-CD, wobei auf CD1 Songs aus dem Film sind, die teilweise unter Mithilfe von tomandandy entstanden.

 

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höregerade musik aus folgendem album

 

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Hidden Kingdoms: Episode 1 - Ben Foster

 

es handelt sich bei diesem album um einen dokumentationssoundtrack. das knapp 79-minütige album enthält ben fosters orchestrale musik aus allen 3 episoden dieser bbc doku. ich möchte hier zunächst nur die musik aus episode 1 vorstellen, die ungefähr 29 minuten des albums einnimmt und die ersten 15 titel umfasst.

 

ein grund, weshalb ich zunächst nur episode 1 vorstelle ist, dass die musikstile zu allen 3 episdoen recht unterschiedlich sind und somit 3 eigenständige soundtracks abgeben könnten. zum anderen ist die musik aus episode 1 mir auch der liebste teil des albums.

 

die musik zu dieser episode untermalt die settings afrika und wüste bzw. wilder westen. musikalsiche elemente sind streicher, percussions, flöte, mundharmonika, gitarre und chor. thematisch haut foster hier auch gleich in die vollen. neben etlichen nebenthemen gibt es hier ein großes hauptthema, das LIFE thema, welches sehr majestetisch und "lebensbejahend" rüberkommt. es wird in 2 stück voll ausgespielt, jeweils in unterschiedlicher instrumentierung und charakteristik. alleine aufgrund dieses thema lohnt sich schon der kauf des albums. die etwas actionreicheren momente haben einen leichten david arnold/nicholas dodd charakter, welcher vorallem noch in den 2 anderen episoden deutlich zur geltung kommen wird.

 

die musik zu episode ist sehr abwechslungsreich. majestetische stücke wechseln sich mit dramatisch actionreichen stücken und sehr gefühlvollen stücken ab. definitv ein sehr unterhaltsam melodischer score. hier eine kurze suite zu episdoe 1.

 

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CINDERELLA - Patrick Doyle

 

Nach dem ersten mal Hören - all das was ich mir erhofft habe - genau die Doyle -Musik in die ich mich vor über 20 Jahren unsterblich verliebt habe. Tief romantisch, zerbrechliche Themen, mal kleine mal große musikalische Gesten, absoluter Wiedererkennungswert und Walzer bzw. source music die absolute Spitzenklasse sind - also genau was für Sebastian :P .

Danke Patrick - für mein Highlighte des Jahres 2015 (Mr. Williams sie müssen sich zumindest für mich verdammt anstrengen um da ran zukommen)

 

Sollte der Film nur halbwegs an den Kinokassen reüssieren, steht eine Oscarnominierung fest - wage ich mal zu behaupten.

So und jetzt sofort zum zweiten........ Hördurchgang :)

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:music: : Nigel Westlake - PAPER PLANES (2015)

 

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Manchmal hat man einfach Glück. Auf gut selbiges ins Blaue hinein aus Down Under bestellt (nur mit einer enthusiastischen Kritik als Anreiz) und selbst nach mehrmaligem Hören immer noch hellauf begeistert. Lausche ich Westlakes Score, habe ich das überaus gute Gefühl, einer Art Wiederentdeckung der unbeschwerten, luftig-frischen und auf's höchste inspirierten Orchesterfilmmusik beizuwohnen - so, wie ich sie von Broughton, Horner, McNeely & Co. in den 90ern kennengelernt habe.

So ein farbenfrohes, filigranes und dennoch mit wohltuender Leichtigkeit in Noten gegossenes Hörvergnügen hatte ich schon lange nicht mehr! Das Melbourne Symphony Orchestra spielt mit Verve, viel Gefühl & Gusto... tja, und die Solo-Sahnehäubchen-Einlagen von Blockflöte, Shakuhachi & Piano sorgen für ein kleines, verträumtes Lächeln auf den Lippen eines glücklichen Filmmusikfans, während er diese Zeilen schreibt...

 

Fazit: Höchste Empfehlungsstufe für Freunde unbeschwerter, begeisternder und mitreißender Orchesterscores. Für mich bislang DAS Überraschungs-Highlight des Jahres)

(Tipp: Wenn es nur ein Track als "Köder" sein soll, dann bitte "The Competition" lauschen :) )

 

 

 

 

 

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Gast Stefan Jania

 

War-Gods Of The Deep, Stanley Black. Im Zuge des Verramschens einiger Quartet-Titel habe ich mir ua. dieses Album gegönnt, das schon länger auf meiner "Kann-man-vielleicht-einmal-kaufen"-Liste stand, weil ich den Film als Kind gemocht habe. Von Black gibt es sowieso wenig Filmmusik auf CD. Hier werden zwei Black-Scores präsentiert - neben dem titelgebenden Score findet sich auch noch die Musik zum frühen Roger Moore-Vehikel Crossplot auf der CD. War-Gods ist als Film auch als City Under The Sea bekannt und komplett Dailymotion zu sehen. Hier fährt Black etwas im Wasser von Les Baxter, der beinahe Hauskomponist für AIP war. Schönes, dramatisches Titelthema, viel Spannungsmusik, hübsches Thema für Jill. Sehr stimmungsvoll. Leider leidet die Präsentation bei Quartet am Material. Es gab nur noch Mono-Filmstems und die klingen lau, rauschen teilweise sehr heftig ("Jill Found") und haben ein paar plötzliche Edits und zudem noch Lautstärkeschwankungen, die nicht alle ausgeglichen wurden. Schade. Crossplot soll auch von Filmstems stammen, klingt zumindest aber etwas besser und hat keine Lautstärkeschwankungen (zumindest soweit mir aufgefallen ist). Ein jazzoider Agentenscore mit einem Titelsong geschrieben von Les Reed (und in Tom Jones-Manier von John Rowles gesungen), dessen Thema Black im Score auch verwendet. In der zweiten Hälfte sehr viel Actionmaterial. Im ganzen prima zum Kennenlernen von Stanley Black, auch wenn klangtechnisch zumindest War-Gods etwas enttäuscht. Schönes Booklet mit informativen aber nicht ausufernden Notes von Gergely Hubai.


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Shadow Conspiracy - Bruce Broughton

 

ich mag solche leicht militaristischen thrillerscores mit ihrer robusten orchestrierung. schönes hauptthema und sehr percussions lastige actionmusik im jerry goldsmith stil. einige passagen nehmen sogar Air Force One vorweg. diese sorte thrillerscores aus den neunzigern hat ihren ganz eigenen charme und hört man heute leider gar nicht mehr. hatte gestern noch Terminal Velocity mit joel mcneelys musik geschaut. da gings musikalisch genauso ab.

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Ja Broughton hats drauf. Toller Main Title!

 

Find ich auch. Sehr gute Wahl, Lars. Broughton rules! :)

 

 

:music: : Thomas Newman - THE SECOND BEST MARIGOLD HOTEL (2015)

 

Second_Best_Exotic_Marigold_Hotel_503197

 

Nur ein lauer Aufguß des ersten Teils? Nein. Natürlich (und Gott sei Dank) verliert Newman das klangliche Konzept, welches während des ersten exotischen Hotelbesuches so wunderbar funktioniert hat, nicht aus den Augen. Aber er erweitert es mit viel Gespür für stimmungsvolle Nuancen um etliche vokale und instrumentale Bonmots, färbt die Musik insgesamt ein wenig "westlicher" und webt sehr zur Freude seiner langjährigen Fans sogar einige Retro-Sounds aus den Anfängen der 90er mit in seinen erneut bunt schimmernden Klangteppich ein.

THE SECOND BEST MARIGOLD HOTEL ist übrigens Newmans erster Sequel-Score seiner Karriere... und ich denke mal, wenn er die kommenden (FINDING DORI aka FINDING NEMO 2 oder JAMES BOND: SPECTRE) mit ebensolcher Bravour meistert, habe ich keine Sorge um deren Qualität. :)

 

https://www.youtube.com/watch?v=pbA6-omDUAQ

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Find ich auch. Sehr gute Wahl, Lars. Broughton rules! :)

 

 

:music: : Thomas Newman - THE SECOND BEST MARIGOLD HOTEL (2015)

 

Second_Best_Exotic_Marigold_Hotel_503197

 

Nur ein lauer Aufguß des ersten Teils? Nein. Natürlich (und Gott sei Dank) verliert Newman das klangliche Konzept, welches während des ersten exotischen Hotelbesuches so wunderbar funktioniert hat, nicht aus den Augen. Aber er erweitert es mit viel Gespür für stimmungsvolle Nuancen um etliche vokale und instrumentale Bonmots, färbt die Musik insgesamt ein wenig "westlicher" und webt sehr zur Freude seiner langjährigen Fans sogar einige Retro-Sounds aus den Anfängen der 90er mit in seinen erneut bunt schimmernden Klangteppich ein.

THE SECOND BEST MARIGOLD HOTEL ist übrigens Newmans erster Sequel-Score seiner Karriere... und ich denke mal, wenn er die kommenden (FINDING DORI aka FINDING NEMO 2 oder JAMES BOND: SPECTRE) mit ebensolcher Bravour meistert, habe ich keine Sorge um deren Qualität. :)

 

https://www.youtube.com/watch?v=pbA6-omDUAQ

wohlfühl musik vom feinsten, bei der man sich einfach fallen lassen kann.

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Gast Stefan Jania

Cover_TheWomenOfBrewsterPlace-450x450.pn

 

The Women Of Brewster Place, David Shire. Dem Score stand ich anfangs etwas skeptisch gegenüber, weil doch etwas Gospel eingeflossen ist, was mir zugegebenermaßen nicht so liegt. Nach mehrfachem Hören ist der Score aber sehr "gewachsen", da der Gospel-Anteil doch übersichtlich ist und viel an symphonischem Material dabei ist, leicht jazzig und mit typischem Shire-Touch. Meine Füße schaffen es beim Hören auch nicht ruhig zu bleiben und wippen gerne mal mit. :) Schön, dass ein kleines neues Label (CineSonic) sich um die Veröffentlichung des Scores bemüht hat. Zwar nicht als CD, aber immerhin als lossless Download und mit schönem Booklet zu haben.

Wer reinhören möchte:

 

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