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Mephisto

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  1. Macht Euch keine Sorgen, denn genau diese Preise sind als Bonus für Vorbesteller gedacht. Zumindest der Soundtrack-Club macht es regelmäßig so, dass CDs zuerst etwas günstiger sind als später. Da der Preis hier aber mehr angzogen wurde bin ich echt froh, so schnell bestellt zu haben
  2. Von Ryans Express Colonel Joseph L. Ryan ist ein Pilot der amerikanischen Luftwaffe und wird über Italien abgeschossen. Er überlebt den Absturz und wird von den Soldaten des faschistischen Regimes in ein Kriegsgefangenenlager gebracht, in dem hauptsächlich britische Gefangene inhaftiert sind. Das Lager wird von Major Battaglia geleitet, dessen raue Führung schon mehrere Gefangene das Leben gekostet hat. Da Ryan der ranghöchste Offizier ist, erhält er die Führung über die Häftlinge. Anfangs kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen dem britischen Offizier Eric Finchman und Ryan, da dieser keine Fluchtversuche der Gefangenen zu deren Schutz zulässt. Als die Kapitulation Italiens bekannt wird, fliehen die italienischen Soldaten bis auf Battaglia und seinen Adjutanten Oriani. Ryan kann das Todesurteil des durch die Häftlinge gebildeten Kriegsgerichtes verhindern. Nachdem Battaglia in den eisernen „Schwitzkasten“ gesperrt wurde, in dem zuvor unter Anderem ein britischer Offizier ums Leben gekommen ist, machen sich die Kriegsgefangenen mitsamt Oriani zur Flucht auf. Doch schon am nächsten Tag werden die Flüchtlinge von deutschen Soldaten überrascht und erneut gefangen genommen. In einem Güterzug sollen die Alliierten über Brenner nach Innsbruck gebracht werden. Von Ryan und den britischen Offizieren gelingt es, die Wachen zu überwältigen und den Zug zu übernehmen, doch die größte Hürde steht ihnen noch. Des Deutschen kaum bis gar nicht mächtig müssen die Flüchtlinge sich als Nazis verkleidet mit dem Zug bis in die Schweiz durchschlagen, um endlich in die Freiheit zu gelangen… 1963 erschien „Gesprengte Ketten“, der auf einer wahren Flucht von alliierten Kriegsgefangenen aus einem deutschen Lager handelt und Steve McQueen die Hauptrolle in „The Sand Pebbles“ einbrachte. „Von Ryans Express“ versucht offensichtlich, auf den Erfolgszug dieses Films aufzuspringen, erreicht aber niemals den Cahrme oder die Spannung des Vorbildes. Eindeutig als Sinatra-Vehikel geplant und umgesetzt braucht der Film eine lange Zeit, um endlich in Fahrt zu kommen. Besonders die Lagerszenen, die zur Charakterisierung der Figuren dienen sollen und eventuelle Konflikte etablieren, sind ausgesprochen holprig und teilweise zäh. Erst das mittlere Filmdrittel schafft es, Spannung aufkommen zu lassen und den sonst etwas unbeholfenen Film mit einer Prise wohldosierten Humor zu würzen. Da Captain Costanzo der einzige Gefangene ist, der die Deutsche Sprache beherrscht, muss er als Offizier Von Klemment während der einzelnen Stationen des Zugs die deutschen Soldaten in Sicherheit wiegen. Hierbei ergeben sich einige kurze amüsante, aber auch sehr brenzlige Situationen. Das Finale hingegen nimmt mit einer satten halben Stunde viel zu viel Zeit in Anspruch. Die etwas unbeholfene Regie schafft es nicht, dem Aufeinandertreffen deutscher Soldaten und der Flüchtlinge kurz vor der Schweizer Grenze die nötige Action zu verleihen. Stattdessen sieht man aneinander gereihte Einstellungen von Alliierten oder Wehrmachtssoldaten, die in den Alpen herumklettern und Granaten werfen. Hier und dort gibt es einige Explosionen und mehrere Statisten werfen sich beherzt zu Boden. Die Darsteller schienen von dem Projekt ebenfalls nicht zu Höchstleistungen angespornt, denn die Charaktere bleiben blass und stereotyp. Frank Sinatra mimt den gewitzten Ryan recht schnörkellos, Trevor Howards Major Finchman ist bemüht grantig, Sergio Fantoni überzeugt als zurückhaltender Oriani und Adolfo Celi scheint an seiner Rolle als Mini-Duce durchaus Spaß zu haben, jedoch hat man solche Figuren schon oft gesehen und wie bei fast allen Aspekten dieser Produktion fehlt auch hier das gewisse Etwas. Dass „Von Ryans Express“ von Fox nach dem finanziellen Desaster von „Cleopatra“ aus Trotz groß produziert und größtenteils vor Ort in Italien gedreht wurde kommt dem Film allerdings zu Gute, sodass man einige tolle Landschaftsaufnahmen und eine detaillierte Ausstattung zu sehen bekommt. Insgesamt ist „Von Ryans Express“ jedoch ein blasses Weltkriegsabenteuer, dass über die Zeit einiges an Patina angesetzt hat und nur bedingt zu unterhalten weiß. Zur Musik: 1965 vertonte Jerry Goldsmith mit „The Satan Bug“ seinen ersten Blockbuster, doch auch schon zuvor hatte sich der Komponist bereits einen Namen gemacht. „Freud“ hatte ihm seine erste Oscarnominierung beschert und seine Musik zu „Einsam sind die Tapferen“ hatte sogar Bernard Herrmann beeindruckt. Goldsmith zeichnete sich in den 60er Jahren durch eine modernistischen Tonsprache und ökonomische Instrumentierungen aus. Gleichzeitig war er äußerst kreativ und schien zu jedem Film eine eigene musikalische Sprache zu finden. „Von Ryans Express“ ist ähnlich der im selben Jahr entstandenen Partitur zu „Morituri“ mit einem kleinerem Orchester besetzt und erinnert in einigen Passagen auch an die TV-Musiken – insbesondere zu „The Man From U.N.C.L.E.“ – aus dieser Schaffensphase. Den Kern der Musik bildet das Hauptthema für Ryan in Form einer vergnügten Marschmelodie, die oftmals in der Flöte erklingt und einen Gegenpol zu den ruppigeren und harschen Passagen bildet, die zur Vertonung der Actionszenen und zur Charakterisierung der deutschen Soldaten dienen. Eine getragene und ebenso noble wie resignative Hornmelodie nimmt den restlichen Raum des thematischen Materials ein und erklingt immer dann, wenn sich das Blatt gegen die alliierten Flüchtlinge wendet. Die Actionsequenzen sind – wie für Goldsmith zu dieser Zeit typisch – mit ruppigen Rhythmen der kleinen Trommel, hämmernder Pauke und tiefgrummelndem Klavier sowie einiger Bläser- und Streicherunterstützung unterlegt. Allerdings nimmt das Schlagwerk hier noch mehr Raum ein, um den militärischen Aspekt zu unterstreichen. Die Suspense-Passagen sind mit kurzen ostinativen Elementen im E-Bass, einzelnen Klavierakzenten und dissonantem Streicherspiel sehr dicht an ähnlich gelagerten TV-Musiken des Komponisten gelehnt und verstärken mit ihrer klaren Instrumentation den schmal besetzten Klangkörper der Musik. Für kurze Momente färbt Goldsmith seine Musik mit ein bisschen Lokalkolorit mit Hilfe einiger kurzen Mandolinenpassagen. Einer der musikalischen Höhepunkte findet sich bereits zu Anfang der Musik während die Häftlinge im Lager ihre Kleidung verbrennen. Hier schichtet Goldsmith seinen Ryan-Marsch von leichter Instrumentierung mit Flöte, kleiner Trommel und Röhrenglocken zu einer regelrechten Zirkusmusik und unterlegt die wütende Reaktion Battaglias mit reinem Mickey-Mousing. „Von Ryans Express“ erschien offiziell nur innerhalb des „Jerry Goldsmith at 20th Century Fox“-Sets des Varèse-Clubs und hierzulande in Form einer Suite auf einem Tsunami-Album mit den beiden Flint-LP-Aufnahmen. Beide Ausgaben fallen auf ihre Art und Weise unbefriedigend aus. So erscheint es merkwürdig, dass Varèse einige Stücke zu Gunsten einer alternativen Fassung des „Fire Sales“ verzichtet und insgesamt die Tsunami-Fassung mehr Material enthält. Auf der anderen Seite ist die Kombination der einzelnen Stücke als 20-minütige Suite keine gute Lösung und außerdem nicht einleuchtet, warum auch auf der Tsunami-CD vier Stücke unterschlagen wurden. Die Klangqualität ist auf beiden Fassungen gleich und kann in Anbetracht des Alters der Aufnahmen als durchweg gut bezeichnet werden. Vollständig zu hören ist der Score somit nur auf der isolierten Musikspur der Doppel-DVD-Edition aus den USA, die als Quelle für unzählige Bootlegs diente. Ehrliche Goldsmith-Freunde, die die Box nicht haben, werden aber auch mit der Tsunami-CD zufrieden sein, denn insgesamt reicht „Von Ryans Express“ nicht an die Rafinesse anderer Kriegsfilmmusiken – auch nicht „Morituri“- von Goldsmith heran und wirkt insbesondere in den Action- und Suspensepassagen austauschbar. Das Hauptthema allerdings ist ein netter melodischer Einfall und zumindest die vier Minuten des „Fire Sales“ sind es wert, ein Ohr zu riskieren.
  3. Naja, hätte mich jetzt gewundert, wenn außer Dir (und vielleicht Anne) bei "Mahler-Thema" an Schindlers Liste gedacht hätte. Demzufolge wäre ja das "Superman"-Thema auch ein "Goldsmith-Thema"...es ist zwar nicht von ihm aber er zitiert es in einer seiner Musiken In Mahlers achter Symphonie blitzt diese Melodie einmal kurz auf während der Chor allerdings ein markantes Motiv drüberlegt und es so eher eine programmatisch-dramaturgische Funktion erfüllt und keine Motivisch-Thematische in Hinblick auf die motivische Konzeption des Stücks. Insofern wäre es vielleicht eindeutiger, man würde das Kind beim Namen nennen: "Osteuropäisches Volkslied, das als Basismaterial für die Themen von "Schindlers Liste" oder "Balto" gedient hat". Wo wir gerade dabei sind: Welches Lied ist das nochmal? Konnte ich gerade gar nicht mehr ausfindig machen...
  4. Ich finde das mit "Chinatown" ebenfalls sehr ärgerlich, war aber ohnehin nicht ganz glücklich mit dieser Staffel. Ich frage mich auch, warum man es nicht beiden Parteien recht gemacht hat, indem man vielleicht wie Intrada bei einigen Scores vorgegangen wäre. Den Albumschnitt so wie er ist plus eine Bonussektion mit den verbleibenden Filmversionen, die man sich dann zurechtprogrammieren kann. Die Lalaland-Ausgaben erweiterter Scores enthlaten immerhin meistens den alten Albumschnitt, sodass man sich aussuchen kann, welche Fassung man hört, aber hier wird man einfach bevormundet. Ich persönlich finde bei vielen Filmmusiken die Zusammenstellung des jeweiligen Höralbums nicht überzeugend, seien es, weil einfach wichtige Passagen fehlen wie bei "First Knight" oder "The Mummy returns", auf der das Finale nicht drauf ist oder die unausgewogene Präsentation von "Van Helsing". Außerdem sind besonders viele der groß angelegten Filmvertonungen nicht in Form einer Nummernoper konzipiert, als welche sie dann allerdings auf dem Album erklingen. Der "Imperial March" durchzieht die Musik zu Star Wars V wie ein roter Faden, blitzt auf, wenn die Sonden auf Hoth zufliegen, bricht das Liebesthema bei Han Solos Einschmelzungen ab etc. Die konzertante Fassung ist zwar nett, aber wirklich faszinierend ist doch, wie Williams dieses Thema innerhalb seiner Dramaturgie handhabt. Gleiches gilt für Shores Musik zum "Herrn der Ringe". Für die 1-CD-Fassungen wurde die Musik auseinander gerissen und wichtige Themen und Motive miteinander kombiniert. Dabei sind die Stücke deutlich zusammengeschustert (wie bei "The King of the Golden Hall") und ihres musikdramatischen Flusses beraubt. Daher höre ich Filmmusik meistens in der vollständigsten Fassung. Ein ganz anderes Problem ist die Undurchsichtigkeit, mit der Townson seine Club-CDs zusammenstellt, an der auch die fehlenden Informationen in den Booklets und den Ankündigungstexten einen erheblichen Anteil haben. Auf der CD zu "Magic" z. B. fehlt ein kurzes Stück, auf der Ausgabe von "Nightwing" soll eine wichtige Actionpassage fehlen und auch "The Sand Pebbles" war nicht vollständig. Viel weniger habe ich mit dem Fehlen dieser Stücke ein Problem als mit der Tatsache, dass dazu an keiner Stelle darauf eingegangen wird. Warum lies man diese Passagen auf der CD weg? Ich finde den Varèse-Club großartig aber diese Sachen haben mich schon längere Zeit gestört.
  5. Ich glaube, dass wird die neue "Reihe", die angekündigt wurde, denn bei der Ankündigung findet sich auch nicht der Klassiker "Available while quantities and interest remain." Anscheinend sind die "Universal 100"-CDs nicht limitiert
  6. Was auch hilft ist, sich einfach ganz viel Musik anzuhören, um sich inspirieren zu lassen. Wenn Du in die orchestrale Richtung gehen willst, dann empfehle ich Dir vor Allem die Musik von Richard Strauss (symphonische Dichtungen), Igor Stravinsky (die frühen Ballette) und Gustav Mahler (Symphonien). Wenn Du da Stellen hörst, die Du unglaublich toll findest und die Dich inspirieren, dann schaue in die Noten und sieh' Dir an, wie die das gemacht haben. So lernst Du besonders gut was Instrumentation betrifft. Wie Florian schon schrieb: Deiner Kreativität sind hörbar Grenzen gesetzt, da Dir nicht bewusst ist, was alles möglich ist und Du Dich in dem kleinen Rahmen des Gewohnten bewegst, wenn Du Musik komponierst. Je mehr Du kennst, je mehr Du Kenntnis von der Materie hast, umso sorgfältiger kannst Du damit umgeben und arbeiten. Je mehr Worte Du kennst, umso besser kannst Du etwas beschreiben und das ist in der Musik genau so. Momentan befindest Du Dich in der Lage eines Schriftstellers mit äußerst begrenztem Wortschatz und keiner Möglichkeit, genau festzuhalten, was er sich ausdenkt. Mit dem Enthusiasmus mit dem Du anscheinend Stücke schreibst lohnt es sich auf alle Fälle, sich mit Noten zu beschäftigen, denn natürlich ist es immer toll, wenn Leute das Bedürfnis haben, Musik zu machen und ich schätze, dass Musik auch weiterhin ein Bestandteil Deines Lebens sein soll. Insofern ist es nur gut, sich einmal so richtig mit der Materie auseinander zu setzen und Du wirst schnell merken, dass es so viel mehr Spaß macht, wenn einem mehr Wege offen stehen. Also: Mahler, Strauss, Stravinsky
  7. Wenn Du so gerne mit Musik arbeitest, gibt es dann einen Grund warum Du keine Noten lesen kannst?
  8. Hmmm...okay, dann frage ich einfach mal was anderes Wie gehst Du denn ohne Notenkenntnis beim Komponieren vor?
  9. Hab's mir jetzt mal angehört und mir sind ein paar Sachen aufgefallen: Bei deinem Ansatz "fröhlich & orchestral" gäbe es noch Potential, diese beiden Aspekte rauszuarbeiten. Zum Einen ist dein Thema von einem deutlichen moll-Charakter, der eher Melancholisch klingt. Dazu besteht es hauptsächlich aus Dreiklangsbrechungen, die aneinander gereiht sind und an sich harmonisch so nahe liegen, dass der Melodie etwas "griffiges" fehlt. Von der Besetzung her hört sich das nach einem Solo-Klavier mit Streicherunterstützung und Holzbläser (und auch hier hauptsächlich nur Oboe) an. Welche bestimmten Aspekte der - sagen wir mal - klassisch-romantischen Orchesterbesetzung wolltest Du denn in deinen orchestralen Aspekt einfließen lassen?
  10. Ich warte noch auf eine Bestellung aus den USA, die am 26.3. verschickt wurde...
  11. Intrada startet eine neue Reihe? Nach dem Disney-Deal und den Star-Trek-Scores - was könnte denn jetzt kommen? Naja, Leigh Harlines "Enemy below" ist leider nicht möglich...
  12. Warum denn ausgerechnet "Alien Nation"?
  13. Also ich finde die Lalaland durchaus gelungen zumal sie einen interessanten Einblick in die musikalische Entwicklung gibt, da beide Fassung des Bankraubes vertreten sind. Zur Musik selbst :
  14. "Jennifer 8", "White Fang", "Molly Maguires" und jetzt "Edge of Darkness" - was für ein Super-Jahr was abgelehnte Filmmusik betrifft!
  15. Vielen dank für all die Informationen. Ich habe nur wenige CDs dieses Labels aber "Topaz" wird bestimmt in meine Sammlung wandern - einfach als Souvenir da ich ein großer Hitchcock-Fan bin (wenn auch nicht von all seinen Filmen).
  16. Vielen Dank für die Infos. Dann kann ich die Tsunami-CD ja doch aussortieren. Ich hatte immer gedacht, dass sei wie bei "Patton" eine Neuaufnahme gewesen. "Restless months" muss ich dann einfach mal genauer vergleichen und die Source-Liste bei Filmsehen aufstellen. Was lobe ich mir da das "Wind and the Lion"-Booklet.
  17. Ich habe gestern endlich einmal die schon einige Wochen hier lagernde "Sand Pebbles"-Doppel-CD geöffnet und gehört, allerdings stellten sich mir bei der Lektüre des Booklets einige Fragen, denen ich zwar am Wochenende auf den Grund gehen will aber vielleicht einige hier bereits beantwortet haben. Zu allererst muss ich Hilde vollkommen zustimmen: Der Kirgo'sche Booklet-Text ist furchtbar. Wie man mehrere Seiten Kleingedrucktes mit so wenig Informationen und so viel Geschwafel füllen kann, ist mir unbegreiflich. Der Tech-Talk ist mit den ständigen 9/11-Erinnerungen ebenfalls teils daneben und oft sehr abschweifend. Dafür fehlen viele wichtige Informationen: Der Teack "Repel Boarders" ist in der Filmaufnahme nur in mono erhalten, auf der Intrada-CD allerdings in stereo. Wurde hier also die Stereo-Aufnahme unter Goldsmith selbst für die LP-Veröffentlichung verwendet? Gilt selbiges auch für den Track "Final Mission (unedited)"? Warum liest man dann aber nur "conducted by Lionel Newman", nicht aber auch "conducted by Jerry Goldsmith", der immerhin die LP-Einspielung dirigierte? Wo gehören die Source-Cues hin? Warum enthält "Restless months" vorher unveröffentlichtes Material, ist aber auf der Varèse-Club-CD länger? Was ist das für ein "Music&Effects Track"? Klanglich und editorisch eine absolute Glanzleistung, aber WAS genau man da hört, ist in dem 20-Seiten-Booklet nicht annähernd gut genug beschrieben. Alleine das Booklet ist daher ein Grund, die Varèse-Fassung zu behalten...
  18. Also Townson hat die letzten Jahre fast uneingeschränktes Lob von mir bekommen, da muss er sich diese Staffel halt anhören, dass ich nur mäßig begeistert bin. Ich frage mich, warum die LP-Aufnahme zu "Last Embrace" nicht ebenfalls zusammen mit "Eye of the Needle" aufgelegt wurde. "Chinatown" ist natürlich hübsch, "Karate Kid" für einige auch nicht schlecht und von den neu aufgelegten Sachen wiedem Rozsa, Bernstein und Silvestri hatte ich ebenfalls noch nichts. Daher habe ich die auch bestellt, mir wäre nur trotzdem das übliche Menü lieber gewesen.
  19. Vor einigen Monaten habe ich mich ebenfalls durch Goldsmiths schwächere Scores gewühlt! Hier das Ergebnis: Ansonsten gehört definitiv noch "S*P*I*E*S" auf diese Liste.
  20. Wenn man das einmal genau betrachtet, ist nur der Hitchcock wirklich neu Alles Andere gab's schon in dieser Form und damit bildet diese Staffel auch die schwächste seit Langem, während die voran gegangenen Club-Veröffentlichungen verdammt hohe Maßstäbe gesetzt haben. Mir sind unbekannte Waxmänner, Newmänner, Northe und kleine aber feine Goldsmithe sowie sinnvoll erweiterte Beltramis dann doch um Einiges lieber als diese lauen Aufgüsse. Der Club bildete für mich immer eine sehr schöne Alternative zu den ewigen Fan-Favoriten der anderen Label, die mit "Conan" oder "Star Trek" und "Hook" um die Gunst der Käufer buhlen, aber das sehe ich in dieser Staffel überhaupt nicht. Außerdem bleibe ich bei meiner Meinung: Die definitive "Chinatown"-Veröffentlichung wäre vollständig und mit chronologisch eingefügten Source-Cues sowie der abgelehnten Musik auf CD 2!
  21. Ich will ja nun nicht groß meckern, aber ich frage mich schon, wieso die "Encore"-CDs so spärlich aufgelegt sind. Meinetwegen kann man davon ausgehen, dass sich solche Sachen nicht gut verkaufen und deswegen die Limiteriung bei 1000 sehr knapp halten, aber dann diese Reihe damit zu begründen, dass jetzt endlich wieder die Alben verfügbar sind, die seit Jahren ausverkauft waren, ergibt doch keinen Sinn, wenn die CDs in spätestens zwei Wochen genau so rar sind wie vor ihrem Erscheinen auch. Townson hätte ja von vornherein schreiben können: "Für die, die genau diese beiden Tage die Möglichkeit haben, legen wir jetzt nochmal einige begehrte Alben auf. Der Rest guckt in die Röhre und darf erneut darauf sparen "Eye of the needle" endlich mal auf CD zu haben"...
  22. Naja, also zum Stil gehören 'größere Aspekte' als ein kleines von einem (über)spätromantischen Komponisten übernommenes Motiv, dass durch stete Wiederholungen in das Gedächtnis der Rezipienten eingehämmert wird. Der Stil entscheidet eher über die Klangfarbe Horners Musik. Hier kann man zum Beispiel auf seinen Umgang mit den Hörnern und Streichern hinweisen. Außerdem schreibt Horner fast immer tonal und natürlich macht die Einflechtung von Zitaten in seine Musik (manchmal mehr, manchmal weniger sinnvoll) einen Teil seines melodischen Schaffens aus. Das Gefahren-Motiv fügt sich somit in den großen Katalog der Horner'schen Klassik-Zitate ein und hat für sich einen Wiedererkennungswert. Dass dieses Motiv jetzt Horners Stil ausmacht, würde ich aber nicht sagen.
  23. Vielen Dank euch beiden! In letzter Zeit kam ich wegen des Studiums kaum zum Filmesehen und Musikhören, aber bald geht's weiter "Rambo I" sollte man - auch oder gerade als Nicht-Action-Fan - mal gesehen haben.
  24. Rambo III John Rambo lebt mittlerweile in Thailand wo er Mönchen beim renovieren einer Tempelanlage zur Hand geht und hin und wieder mit Schaukämpfen ein bisschen Geld dazu verdient, das er ebenfalls den Mönchen spendet. Eines Tages trifft Colonel Sam Trautman mit dem Regierungsbeauftragten Robert Griggs in der Tempelanlage ein und bittet seinen einstigen Schützling, ihn nach Afghanistan zu begleiten. Die USA unterstützen die Mudschahiden mit Waffen im Kampf gegen die sowjetische Besatzung und Trautman soll eine solche Waffenlieferung begleiten. Rambo allerdings lehnt ab, nach Afghanistan zu gehen, da er meint, seinen Frieden in Thailand gefunden zu haben sodass weitere Überzeugungsversuche Trautmans scheitern. In Afghanistan wird der nächtliche Waffentransport unter dessen Führung angegriffen und der Colonel von Oberst Zaysen gefangen genommen und in dessen Festungsanlage verhört und gefoltert. Robert Griggs reist noch einmal nach Thailand und berichtet Rambo, was vorgefallen ist. Obwohl der Regierungsbeauftragte den Veteranen informiert, dass die USA beim Scheitern einer Befreiungsaktion jede Verantwortung ablehnen werden, hat sich Rambo entschlossen. Er begibt sich nach Afghanistan, um den Kampf gegen die Sowjets an der Seite der Mudschahiden aufzunehmen und seinen einstigen Ausbilder und Vorgesetzten zu befreien… Mit 221 Gewalttaten, mindestens 70 Explosionen und 108 auf der Leinwand getöteten Menschen wurde „Rambo III“ als „brutalster Film“ in das Guinnes Buch der Rekorde aufgenommen und tatsächlich bildet dieser Film eine konsequente Weiterführung der im zweiten Teil beschrittenen Pfade. Die Gewaltschraube wurde noch ein Mal stark angezogen, von der den ersten Teil prägenden Kritik ist nun überhaupt keine Spur mehr. Stattdessen bildet „Rambo III“ einen Propagandastreifen par excellence, dessen stark antisowjetische Haltung in jeder Szene bis zur Peinlichkeit zelebriert wird und die auch schon zur Filmpremiere angesichts der politischen Wandlung der kommunistischen Regierung und Gorbatschow leicht veraltet gewesen sein dürfte. Die selbstlose und der Sache der Freiheit gewidmete Unterstützung der Mudschahiden durch die USA bekommt besonders nach 2001 eine sehr fragwürdige Wirkung. Hier schneidet sich die US-Propaganda ins eigene Fleisch. Schauspielerisch verlangt „Rambo III“ seinen Darstellern nicht allzu viel ab und diese scheinen auch nicht versucht, mehr aus ihren Rollen machen zu wollen, sodass Sylvester Stallone hauptsächlich durch unbeteiligte Mimik und Marc de Jonge durch bemühte Bösartigkeit „glänzen“. Besonders blass wirkt vor Allem Richard Crenna als Sam Trautman, der hier seine größte Rolle hat, diese aber nicht annähernd ausfüllt. Handwerklich gibt es allerdings zumindest an der Action nichts auszusetzen. Die explosiven Bombardements durch die Sowjets, die Höhlenszene nach dem „Zehn-kleine-Negerlein“-Prinzip und das fast schon verschwenderische Finale bieten unterhaltsame und rasant in Szene gesetzte 80er-Jahre-Hochglanzaction mit sauberem Schnitt und keinerlei Wackelkamera. Insgesamt ist „Rambo III“ wegen äußerst schamloser Schwarzweißmalerei und ungezügelten Patriotismus streckenweise ungenießbar, wer als Actionfan allerdings in diesen Dingen auf die Zähne beißen kann, der wird hier ebenso wie in „Rambo II“ in Sachen Action voll auf seine Kosten kommen. Zur Musik: Während Jerry Goldsmith für TV-Serien oftmals nur die Pilot- und höchstens zwei weitere Folgen vertonte, um sich neuen Projekten widmen zu können, blieb er Filmreihen wie „The Omen I-III“, „Poltergeist I-II“ , den Flint-Filmen oder aber mit einigen Aussetzern „Star Trek“ treu - so auch „Rambo“. Für den ersten Teil schuf Goldsmith einen kammermusikalisch konzipierten ökonomisch angelegten Meilenstein der Actionvertonung, der zweite Teil kam um einiges massiver und ruppiger daher. Die Actionmusik von „Rambo III“ bildet mit der satten Orchestrierung eine stilistische Weiterführung – analog zum Film - der Musik aus dem zweiten Teil, wobei hier auch stärker Elemente aus „First Blood“ vertreten sind. So tritt nun wieder das Actionostinato vermehrt auf – dieses Mal im vom Komponisten persönlich gehämmerten E-Piano. Neben dem stoisch ansteigenden Rambo-Thema aus „Rambo II“ setzt Goldsmith nun wieder vermehrt aus dem „It’s a long road“-Thema, das nicht nur in besinnlichen Passagen sondern sich ebenfalls als triumphale Actionfanfare aus den Orchesterattacken erhebt. Doch der eigentliche thematische Fokus liegt auf einer neu etablierten Vier-Noten-Figur bestehend aus zwei steigenden Quinten, die insgesamt einen Moll-Septdreiklang ergeben. Dieses kurze Motiv erklingt mal bedrohlich in den Bässen, mal als Actionmotiv in den Posaunen oder klar und strahlend in den Violinen. Fast kein Stück der Musik vergeht, ohne dass dieses Motiv irgendwo kurz anklingt oder sogar eine wichtige Funktion übernimmt. Während die zweite Hälfte der Musik fast ausschließlich von Action- und Suspense-Material geprägt ist schafft Goldsmith eine musikalische Kulisse für die Vorgeschichte in Thailand und den ersten Begegnungen Rambos mit den Mudschahiden. Neben dem Hauptthema aus „First Blood“ und einer kurzen orientalisch angehauchten Variation für die Szene in Peshawar spielt das leicht exotische Afghanistan-Thema eine wichtige Rolle. Hier fällt zunächst vor Allem auf, dass die ersten vier Noten exakt mit Vierton-Motiv des Moll-Dreiklangs identisch sind. Sanft von den Violinen und Violen gespielt und zart von den gezupften Celli und Bässen gestützt und mit einigen elektronischen Einsprengseln verfeinert strahlt dieses Thema eine liebliche Exotik aus. „Rambo III“ überrascht durch eine Vielzahl an Themen und Motiven, denn für die afghanischen Freiheitskämpfer komponierte Goldsmith zusätzlich ein Thema, das nur zweimal – einmal während eines Volkssports und dann für den Schlusskampf – erklingt. Über ein komplexes Ostinato bestehend aus 5/4+7/4 legt sich dieses Rhythmisch ungerade Thema in Schalmai mit den Holzbläsern verwoben über die stoßhafte Begleitung der Celli, Bässe, Pauken und der Rassel. Die explosiven Actionszenen vertonte Goldsmith sehr massiv, um gegen die Geräuschkulisse ankommen zu können. Auch hier arbeitet der Komponist hauptsächlich mit Ostinatostrukturen, ruppigen Streichern und massivem Einsatz des Blechs und des Schlagwerks. So wandlungsfähig das neue Motiv und so zahlreich die neuen Themen sind, so leicht macht er es sich leider fast durchgehend mit der Suspense-Musik. Einfallsreiche Klangkompositionen wie in den 70er Jahren erhofft man hier vergebens, brummen hier doch meistens nur die Kontrabässe, über die hin und wieder kurze instrumentale Einwürfe oder synthetische leicht veraltete Effekte erklingen. Einzig und allein die Musik für Rambos Einzelkampf in der Höhle vermittelt streckenweise mit dem durchgehaltenen Trommelwirbel, Violintrillern und Holzbläserakkorden etwas mystisch-bedrohliche Atmosphäre. Als Jerry Goldsmith mit der Arbeit zu „Rambo III“ begann wurde er vor die Wahl gestellt: Entweder könne er eine kleiner besetzte Musik in Amerika einspielen oder aber er könne eine großorchestrale Musik komponieren, die dann aus Kostengründen in Europa eingespielt werde. Der Komponist, der Ende der 80er oftmals zu größer angelegten Vertonungen tendierte, entschied sich also für letzteres. Doch auf Grund der rhythmischen Komplexitäten der Musik scheiterte das Münchener Graunke-Orchester hoffnungslos, sodass Goldsmith nach zwei Tagen abreiste und einen erneuten Versuch, die Musik einzuspielen, mit den Pragern unternahm, die damals noch nicht ihrem heutigen Niveau entsprachen. Auch hier gestalteten sich die Aufnahme als schwierig, sodass wegen hoher Temposchwankungen zurecht geschnittene Stücke aus der Musik zu „Rambo II“ mehrere Passagen der neuen Musik im Film letzten Endes ersetzten. Zum Filmstart erschien eine Soundtrack-CD mit einigen Passagen aus Goldsmith Musik sowie einigen Songs, bevor Intrada sehr bald eine vollständige Veröffentlichung der kompletten Musik inklusive der nicht verwendeten Stücke nachreichte. Die Filmreihenfolge wurde fast chronologisch beibehalten, nur das Eröffnungsstück „Another Time“ gehört eigentlich zwischen die Nummern 3 und 4. Die Klangqualität ist sehr plastisch, doch die teils heftigen Intonationsprobleme der Streicher oder die teils auseinander laufenden Rhythmen des Orchesters sind ohne Mühe zu hören.
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