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Gast Steffen S.

Jerry Goldsmith

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vor 4 Stunden schrieb sami:

Bedingt ('Christus Apollo' und diverse andere Fingerübungen hat er über die Jahre schon zuwege gebracht). Meine Lesart war immer, dass Goldsmith ausnehmend qualifiziert war, vielleicht mehr als die allermeisten anderen, Williams inkludiert, sich musikalisch in einem dramaturgischen Gerüst eines Films einzufügen. Sobald ihm dieses Netz genommen wurde, war er weit weniger sicher, vielleicht auch nur bedingt interessiert, im Notensetzen, was natürlich für Komponisten wie Williams, Rózsa & Co. gar nicht gilt.

Was sich ja auch in seiner Arbeitswut in diesem Medium widerspiegelt.

vor 4 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Goldsmith hat sich selten der Musik für den Konzertsaal gewidmet. Die Arbeit am Film fand er wohl er- und ausfüllend genug, siehe oben. Die Kantate "Christus Apollo" (1968) und die "Music for Orchestra" von 1970 sollte man dennoch gehört haben, da kulminiert seine avantgardistische Phase sehr beeindruckend.

Darüber hinaus gibt es aus den ganz frühen Jahren noch einige Miniaturen, etwa die "Toccata for Solo Guitar" von Ende der 50er (in der sich schon die Grundzüge späterer Western-Scores erkennen lassen) oder das Brass-Band-Stück "Thunder of Imperial Names", das für eine CBS-Radio-Episode komponiert wurde.

Nach 1970 war dann mit Konzertwerken für fast 20 Jahre Pause. 1999 gab es noch das 9-minütige Orchesterwerk "Fireworks: A Celebration". Finde ich aber nicht so essentiell.

Besten Dank. :-)

"Christus Apollo" wirkt auf den erster Hörer sehr angenehm. Man meint ein bisschen Ligeti um die Ecke schielen zu hören. Möchte ich mir aber noch ein paar Mal anhören.
"Fireworks: A Celebration" klingt in der Tat etwas beiläufig. Werde auch mal die anderen Sachen ausfindig machen.

 

vor einer Stunde schrieb BVBFan:

Mir persöhnlich ist es total egal, wie oft ein Komponist den Radiergummi nutzt oder die Backslash taste drückt.

Ich finde das aus biografisch-historisch-musikalisch-konstruierender Hinsicht recht interessant. Beethovens Musik und Wirken beispielsweise spiegelt sich tatsächlich sehr deutlich in seinen Autographen wider. Für die Werksgeschichte und Biografie also interessant und durchaus kann man daraus sogar musikalische Ergebnisse ablesen. Aber für die Bewertung des Endprodukt hat das natürlich keine Relevanz.

Ich würde mir wünschen, das der ein oder andere Vertreter der filmmusikalischen Zunft in heutiger Zeit mal häufiger den Radierer rausholen würde. Oder den Schredder. Wie heißt es frei bei Schiller? Es ist königlich, den Diamanten zu erobern. Göttlich aber, ihn wegzuwerfen. Würde die lose Anekdote über Williams also stimmen, wäre es womöglich gar nicht das, was ihn zum Gott machen würde. Dann doch eher sein weißer Bart. 

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mal was anderes noch bzgl. des verlinkten artikels: was hat goldsmith denn genau damit gemeint, als er kraft gegenüber selbstkritisch meinte er habe sich den schlamassel selbst zuzuschreiben und die klemme in der er stecke.

 

was hatte er denn verbockt und in welcher klemme war er denn? war er plötzlich in hollywwod bei den auftraggebern eine persona non grata, die gemieden und nicht mehr angeheuert wurde? und wenn ja, warum? er hatte doch grandiose meriten!

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Er hatte zu diesem Zeitpunkt seit etlichen Jahren keinen Agenten mehr und hat die Aufträge genommen, wie sie eben kamen. Und damit einen ganzen Haufen Schundfilme und Flops gemacht, was sein Standing in der Industrie seit der 2. Hälfte der 80er nachhaltig geschwächt hat. Demgegenüber standen junge Kollegen wie Horner oder der zitierte Elfman deutlich besser da (von Williams und Barry ganz zu schweigen), was Goldsmith wohl ziemlich nervös gemacht hat.

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vor einer Stunde schrieb sami:

Er hatte zu diesem Zeitpunkt seit etlichen Jahren keinen Agenten mehr und hat die Aufträge genommen, wie sie eben kamen. Und damit einen ganzen Haufen Schundfilme und Flops gemacht, was sein Standing in der Industrie seit der 2. Hälfte der 80er nachhaltig geschwächt hat. Demgegenüber standen junge Kollegen wie Horner oder der zitierte Elfman deutlich besser da (von Williams und Barry ganz zu schweigen), was Goldsmith wohl ziemlich nervös gemacht hat.

Kam der Kontakt mit Paul Verhoeven für Total Recall eigentlich erst durch Richard Kraft zustande? Interessiert mich insofern, weil diese Zusammenarbeit ja zu einer weiteren führte, durch die sich Goldsmith nach längerer Zeit mal wieder einer Oscar-Nominierung an die Bürowand hängen durfte.

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Frag ihn doch mal auf Facebook...;)

Auf jeden Fall hat Kraft lauter Kontakte mit mit Jerry-fremden Künstlern angeleiert: ein Großteil von Goldsmiths Aufträgen generierte sich aus Folgeaufträgen von befreundeten Produzenten oder Regisseuren, und die waren nur im besten Fall Joe Dante-Klasse. Kraft bemühte sich dann verstärkt um Prestigeprojekte und Nicht-Genrefilme (Horror, Action), was sich dann durchaus auch auszahlte (Basic Instinct, Mulan, L. A. Confidental, The Edge, Air Force One), obwohl Goldsmith sich auch in den 90ern nicht davon abhalten liess, jede Menge mittelmäßige 0815-Filme zu vertonen.

Dem Vernehmen nach war ihm nicht wohl dabei, monatelang unbeschäftigt zu bleiben - die Ironie dabei war nur, dass er verschiedentlich durch seine Auslastung bessere Filme absagen musste. Bekannte Beispiele: American Tail, weil er es nicht zwischen Link und Hoosiers quetschen konnte, Tombstone für Bad Girls(!) und diverse andere (hin und wieder hatte er auch Glück nicht zu können, z. B. bei Cutthroat Island oder Lost in Space).

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vor 59 Minuten schrieb Markus Wippel:

Die Quelle bzgl. Mr. Williams wird Conrad Pope sein :dedektiv:

Finde die Aussage ist aber lächerlich, wie ich finde

Jepp, der erzählt in letzter Zeit irgendwie auch immer freizügiger mehr und mehr Kram um Aufmerksamkeit zu bekommen oder seinen Kollegen Honig um den Mund zu schmieren.

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vor einer Stunde schrieb sami:

Frag ihn doch mal auf Facebook...;)

Auf jeden Fall hat Kraft lauter Kontakte mit mit Jerry-fremden Künstlern angeleiert: ein Großteil von Goldsmiths Aufträgen generierte sich aus Folgeaufträgen von befreundeten Produzenten oder Regisseuren, und die waren nur im besten Fall Joe Dante-Klasse. Kraft bemühte sich dann verstärkt um Prestigeprojekte und Nicht-Genrefilme (Horror, Action), was sich dann durchaus auch auszahlte (Basic Instinct, Mulan, L. A. Confidental, The Edge, Air Force One), obwohl Goldsmith sich auch in den 90ern nicht davon abhalten liess, jede Menge mittelmäßige 0815-Filme zu vertonen.

Dem Vernehmen nach war ihm nicht wohl dabei, monatelang unbeschäftigt zu bleiben - die Ironie dabei war nur, dass er verschiedentlich durch seine Auslastung bessere Filme absagen musste. Bekannte Beispiele: American Tail, weil er es nicht zwischen Link und Hoosiers quetschen konnte, Tombstone für Bad Girls(!) und diverse andere (hin und wieder hatte er auch Glück nicht zu können, z. B. bei Cutthroat Island oder Lost in Space).

Hinterm Mond, wo ich mich bisweilen aufhalte, hat es leider kein Facebook ;)

Dass ihm nicht wohl war, monatelang keinen Job zu haben, las ich auch irgendwo ... er wuchs ja in der Zeit der Depression auf, daher soll das wohl gekommen sein.

Tombstone ist ihm entgangen, dafür konnte er sich aus "Baby's Day Out" rauswinden ... stattdessen machte er 'The Shadow' ... "Baby's Day Out" machte dann Bruce Broughton :D.

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Am 10.1.2017 um 10:16 schrieb Sharp Dressed Man:

Btw: Gibt es eigentlich irgendwelche Interviews oder ähnliches, in denen es Äußerungen von Williams und Goldsmith übereinander gibt?

Laut IMDB hat sich John Williams über Jerry Goldsmith mal folgendermaßen geäußert:

Zitat

[about his friend, Jerry Goldsmith] His chameleon adaptability was a prerequisite to longevity and success in Hollywood. We used to call him Gorgeous. He was the golden boy, a beautiful presence. His music had a freshness, and he had a freshness.

Der großartige Henry Mancini hat sich laut IMDB wie folgt über Jerry Goldsmith geäußert:

Zitat

In a speech during a tribute to him, fellow composer Henry Mancini noted Goldsmith's versatility, musical genius, and ability to completely change his style for each score he wrote. Mancini further stated, "frankly, he scares the hell out of the rest of us".

 

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Ein etwas engstirniger Rückblick auf Goldsmiths Schaffen. Er hat sicherlich weitaus mehr als nur Sci-Fi/Horror-Scores gemacht. Ist wahrscheinlich der Horror-Grundausrichtung der Seite geschuldet. Aber Goldsmiths Todesjahr hätte man schon richtig rausfinden können.

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Wenn man mit den Werken von Goldsmith noch nicht vertraut ist, wäre das sicher kein schlechter Einstig ... danach kann man die anderen Scores entdecken, denn zu entdecken gibt es da sehr sehr viel! ;)   

Erst unlängst bin ich auf den großartigen Score In Harm's Way aufmerksam geworden, dabei bin ich ein Fan von Goldsmith's Musik seit über 20 Jahren und ich entdecke noch immer etwas neues! :D 

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Solche Fehler passieren den Schreiber dieser Seite öfters mal... welche man mit etwas besserer Internetsuche vermeiden kann.
Ich gebe Stefan Recht.. Goldsmith war schon vor Planet of the Apes eine ganz große Nummer und hat da schon einige Scores geschrieben, die mehr als "nur" beiläufig zu erwähnen sind wie zum Beispiel "The Sand Pebbles", "The Blue Max", "Flim Flam-Man", "A Patch of Blue", etc, Sind aber wohl nicht erwähnungswert für eine Seite, die sich meistens auf das Horrorgenre bezieht. Übrigens um ehrlich zu sein, finde ich den Titel auch schlecht gewählt. Das wirkt ja so, als ob Goldsmith meistens Horrorfilme vertont hat, was ebenfalls nicht stimmt.

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Als Einführung in das Schaffen Goldsmiths finde ich den "Aufsatz" eigentlich ganz gelungen, von kleinen handwerklichen Fehlern und Verkürzungen abgesehen.

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Wenn unsere Musik überlebt - und davon gehe ich aus -, dann deswegen, weil sie Qualität hat.“

Jerry Goldsmith sagte dies; ein Meister der Filmmusik. Unbestreitbar ist, dass seine Scores Qualität haben, egal, ob der dazugehörige Film nun gut oder schlecht war. Heute hätte er seinen 88. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlaß erklingt heute Abend eine KINOKISTE-Sondersendung, die ich als Goldsmith-Fan ganz dem Leben, Werk und den Gedanken dieser Legende der „Scoring Stage“ widmen möchte. Ab 20 Uhr geht es los... natürlich nur bei Radio Zoom. Würd mich freuen, wenn ihr vorbeischaut. :)

jerrygoldsmith3ruk91twh8.jpg

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vor 2 Minuten schrieb Krabat:

Wenn man sich ansieht wer da schon alles den „Star“ bekam, war das schon längst überfällig ....

Damit bekommt Jerry sogar vor John WIlliams einen Stern.

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