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Soundtrack Board

Die Vorankündigungs-Veröffentlichungs-und-Gerüchte-Küche (Teil 2)


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Was halt immer wieder darauf schließen lässt, dass es eben nicht um die Musik geht, sondern um die Fan-Liebe zu den Anbietern. Das kenn ich gut, viele Apple-Enthusiasten sind genauso drauf: Vorfreude, leichte Enttäuschung, enthusiastisches Verteidigen des Produkts, Kauf, erst später dann eine halbwegs realistische Einschätzung des Artikels. Ich gönn das den US-Labels auch, irgendwoher muss das Geld ja kommen.

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Ach, im Endeffekt ist doch jede VÖ unberechenbar in der „Wirtschaftlichkeit“. Das ist wie beim Film DUMM & DÜMMER: Die „Analysten“ und hochangesehenen Filmkritiker hatten den Film einst Haus hoch zerrissen….aber das Publikum bescherte dem Produkt einen millionenschweren Geldsegen.

Natürlich loten die Label aus, welches Interesse wohl welcher Titel haben könnte und passen die Limitierung daran an. Aber wie oft kam es schon vor, daß ein vermeintlicher Holy Grail noch sehr lange erhältlich war und eine 1000er Limitierung, die das Label in die Kategorie „sekundärer Liebhabertitel“ einstufte innerhalb weniger Tage ausverkauft war….

Ich glaube viel hängt beim Erfolg eines Titels und dessen Bewerbung / Marketing mit Emotionen zusammen. Geweckte Kauf-Emotionen. Saisonale Jahreszeit. Erinnerung und Nostalgie. Egal wie gut, oder weniger gut die Musik ist.

Ich glaube man interpretiert in das Rätsel, warum sich manche Titel mal besser mal schlechter verkaufen, zu viel hinein. 
Wenn ein Film, nicht der Soundtrack (!), einst viel Emotion hervorgerufen hatte, oder revolutionär in irgend einem Detail war (bestes Beispiel Basic Instinct), wird sich der Soundtrack vermutlich ganz ordentlich verkaufen. Ich glaube, da spielt der Komponist keine große Rolle bei der Kaufentscheidung.

Schon oft war es so, daß sich viele über eine Publikation wunderten, warum gerade DIESE sich wie geschnitten Brot verkauft? Aber sicherlich sind da viele Emotionen im Spiel. Erinnerungen an eine andere, womöglich gefühlt bessere Zeit.

Da schießt dann womöglich ein Synth-Score eines B-Filmes beim Verkauf durch die Decke, wo an anderer Stelle ein großorchestrales Werk eines bekannten Komponisten in den Lagerregalen sehr lange liegen bleibt und erst ausverkauft ist, nachdem der Titel 5x im Sale für 12 Dollar war.

Emotionen lösen auf alle Fälle die großen Franchises aus, wie James Bond, Star Trek, Star Wars, Indiana Jones, Ghostbusters, Back to the Future, Jurassic Park, Terminator, uva.

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vor 12 Minuten schrieb Souchak:

Was halt immer wieder darauf schließen lässt, dass es eben nicht um die Musik geht...

Geht es doch eh selten, auch hier nur mal als Exkurs zwischendurch. Im Grunde ist das hier doch eh nur das gleiche, was ihr kritisiert, nur eben gespiegelt: sich unentwegt kritisch und enttäuscht über Labelentscheidungen auslassen, statt sie mehrheitlich zu beklatschen wie in den US-Boards. Über spezifisch Musikalisches wird doch gar nicht diskutiert, sondern nur darüber, dass die großen Labels den eigenen Geschmack nicht mehr bedienen. 

vor 7 Stunden schrieb Heiko Heinrichs:

Gerade JFK enthält abseits des schönen Themas eine Menge funktionaler Suspensemusik.

Schade, dass die alte Leier, JFK habe außer dem Thema nicht viel (oder nur "funktionale Spannungsmusik") zu bieten, immer noch so in den Köpfen der deutschen Fans verankert ist. Als ob "The Motorcade" keiner der aufwühlendsten modernistischen Sätze in Williams' Karriere wäre, der auch im Film unfassbar enervierende Wirkung entfaltet. Oder das "The Conspirators"-Thema nicht zurecht zu einer der ikonischen Verschwörungs-Musiken der Popkultur wurde... Ein starker, damals auch völlig zurecht oscarnominierter Score, keineswegs schwächer als die beiden anderen Stone-Arbeiten. 

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vor einer Stunde schrieb Sebastian Schwittay:

...keineswegs schwächer als die beiden anderen Stone-Arbeiten. 

Ich persönlich halte "Nixon", Film wie Score, für sträflich unterschätzt. Nur so als Nebenbemerkung*.

 

 

*=und "JFK" halte ich für besser als "Born on the 4th of July"

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vor 2 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Schade, dass die alte Leier, JFK habe außer dem Thema nicht viel (oder nur "funktionale Spannungsmusik") zu bieten, immer noch so in den Köpfen der deutschen Fans verankert ist. Als ob "The Motorcade" keiner der aufwühlendsten modernistischen Sätze in Williams' Karriere wäre, der auch im Film unfassbar enervierende Wirkung entfaltet. . Ein starker, damals auch völlig zurecht oscarnominierter Score, keineswegs schwächer als die beiden anderen Stone-Arbeiten. 

Interessant ist in dem Zusammenhang doch mal zu sehen, wie unterschiedlich selbst zwei gestandene Musikwissenschaftler mit völlig unterschiedlichen Ansätzen auf dieses modernistische Stück reagieren und daß es da keinerlei Einigkeit zu geben scheint. In Thomas Karbans Filmmusik-Dienst-Heft vom März 1992 wurde nämlich ausgerechnet die JFK-CD zur "Top-Niete" erkoren. Karban war natürlich genauso musikwissenschaftlicher Akademiker wie Sebastian und hat das damals wohl wie öfters unter seinem Pseudonym Manfred Scharfenstein publiziert. Der Schreibstil mit Ausdrücken wie "musikalische Mikrozelle" oder "Ives´schen Montageschicht" ist jedenfalls ganz unverkennbar der von Karban und von niemand anderem. Ich zitiere daraus einfach mal zwei Sätze zum "Motorcade"-Track:
"Selbst die dankbare Attentats-Sequenz ("The Motorcade") verkommt zum langweiligen Klangfarbeneexkurs über eine musikalische Mikrozelle - den Tritonus. Spätestens wenn dort aus einer Ives´schen Montageschicht gegen Ende die Trompete ihr verlogenes Haupt erhebt und - ganz im Geiste nationalistischer Durchhalteparolen - kristallin das Hauptthema deklariert, erbietet diese CD nur noch das eine: weghören."

Ich selbst bin weder beim einen noch beim anderen Meinungs-Extrem angesiedelt und fand das Stück vor genau 30 Jahren durchaus ganz interessant. Allerdings haben mich die modernistischen Einlagen bei BORN ON THE FOURTH OF JULY mit ihrem ausdrucksstarken Klangfarbenreichtum damals deutlich mehr fasziniert und "Motorcade" wurde dagegen nicht mehr so oft von mir angehört.

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vor 4 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

"Selbst die dankbare Attentats-Sequenz ("The Motorcade") verkommt zum langweiligen Klangfarbeneexkurs über eine musikalische Mikrozelle - den Tritonus. Spätestens wenn dort aus einer Ives´schen Montageschicht gegen Ende die Trompete ihr verlogenes Haupt erhebt und - ganz im Geiste nationalistischer Durchhalteparolen - kristallin das Hauptthema deklariert, erbietet diese CD nur noch das eine: weghören."

Diese argumentativ schwer nachvollziehbare Kritik (was ist an einem musikalischen Nukleus als Ausgangspunkt schlecht? Goldsmith hat ständig so gearbeitet...) auch noch mit altbackener Ideologiekritik und Antiamerikanismus aufzuwärmen, ist halt ein typischer, teutonischer Alt-Herren-Move, wie er schon vor 30 Jahren überholt war. 

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vor 58 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Diese argumentativ schwer nachvollziehbare Kritik (was ist an einem musikalischen Nukleus als Ausgangspunkt schlecht? Goldsmith hat ständig so gearbeitet...) auch noch mit altbackener Ideologiekritik und Antiamerikanismus aufzuwärmen, ist halt ein typischer, teutonischer Alt-Herren-Move, wie er schon vor 30 Jahren überholt war. 

Man sollte allerdings noch anmerken, daß Karban zwei Jahre zuvor BORN ON THE FOURTH OF JULY die Höchstwertung im FM-Dienst gegeben hatte und die auf höchstem Niveau anzutreffende Form- und Variationstechnik innerhalb dieses Scores als einen künstlerischen Höhepunkt in Williams´Schaffen betrachtete. Er lobte vor allem die wuchernden avantgardistischen Ausbrüche, mit denen die Gewalttätigkeit des Schlachtfeldes charakterisiert werde, so daß die Musik ganz anders als bei JFK eben einen sehr kritischen Kommentar abgebe. Bei JFK dagegen ist es nicht nur die Ideologiekritik, die er in dieser kurzen Rezension durchzieht, sondern was ihn noch mehr stört ist, daß Williams hier im Gegensatz zum vorherigen Werk nicht in der Lage sei, "einen großen musikalischen Bogen zu spannen".
Ganz unrecht hat er mit diesem Urteil nicht, da für mich bei JFK einiges auch eher klein in klein ablief, was mich dann auf CD nicht so vom Hocker gerissen hat.
Aber wie dem auch sei: Karban hatte schon ein großes Wissen, auch wenn er manchmal Sachen zum Besten gab, die ich selbst ganz anders empfand. Ähnlich wie Du allerdings war er sehr von seinen eigenen Ansichten überzeugt, die dann unbedingt "objektiv" so gelten mußten. Wenn er noch leben würde, dann wäre es sehr spannend, Euch beiden bei Rededuellen im Forum zu lauschen bzw. mitzulesen. Denn teilweise lag er von seinen Favoriten und auch seinen Beobachtungen her auf einer ähnlichen Linie wie Du, teilweise wie man am obigen Beispiel sieht aber dann auch wieder in eine völlig andere Richtung umschwenkend, wo es ganz sicher zu einigen Konfrontationen gekommen wäre..
Ich selbst war mit Karban nie befeundet, hatte ihn aber 1985 mal kurz bei einem damaligen Filmmusikktreffen in Wiesbaden persönlich kennengelernt. Und schon da hatte man gemerkt wie sehr er von seiner eigenen musikalischen Sichtweise überzeugt war, die dann auch für alle andere so gelten mußte. Ich und ein paar Freunde von mir empfanden ihn daher als eher unnahbar. Er war damals erst knapp 20 Jahre alt, sah aber viel älter aus. Auch wenn ich seine Präferenzen im FM-DIenst sicher nicht immer teilte, so muß man ihm allerdings  eins zugestehen: Er hatte für sein Alter damals schon viel Ahnung sowohl von Musik bzw. Musiktheorie (sein Vater war wohl Musikkritiker gewesen) und von Filmgeschichte wie man es in dem Ausmaß in Deutschland nicht oft antrifft.

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vor 36 Minuten schrieb Stefan Schlegel:

Man sollte allerdings noch anmerken, daß Karban zwei Jahre zuvor BORN ON THE FOURTH OF JULY die Höchstwertung im FM-Dienst gegeben hatte und die auf höchstem Niveau anzutreffende Form- und Variationstechnik innerhalb dieses Scores als einen künstlerischen Höhepunkt in Williams´Schaffen betrachtete. Er lobte vor allem die wuchernden avantgardistischen Ausbrüche, mit denen die Gewalttätigkeit des Schlachtfeldes charakterisiert werde, so daß die Musik ganz anders als bei JFK eben einen sehr kritischen Kommentar abgebe. Bei JFK dagegen ist es nicht nur die Ideologiekritik, die er in dieser kurzen Rezension durchzieht, sondern was ihn noch mehr stört ist, daß Williams hier im Gegensatz zum vorherigen Werk nicht in der Lage sei, "einen großen musikalischen Bogen zu spannen".

BORN ON THE FOURTH OF JULY und JFK sind allerdings auch grundverschiedene Filme, die jeweils andere musikalische Ansätze benötigen. Ersterer bietet in seiner Anlage als biographische Heldenreise viel mehr Raum für traditionelle Entwicklungs- und Variationsformen als JFK, der mit Kevin Costner zwar auch eine "Heldenfigur" hat, aber motivisch viel mehr vom Dickicht der konspirativen Verwicklungen geprägt ist - einer Welt, die sich immer nur kurz mit der Welt des Helden schneidet, aber niemals in solche Interaktion mit ihr tritt, dass sich daraus große musikalische Entwicklungsmöglichkeiten ableiten ließen. Deswegen die von Williams gewählten Techniken der Überlagerung und Collage.

Und Filmmusik ist halt doch auch Film(!)musik, und sollte wenigstens dramaturgisch mit dem Film zusammengedacht werden. 

vor 44 Minuten schrieb Stefan Schlegel:

Ähnlich wie Du allerdings war er sehr von seinen eigenen Ansichten überzeugt, die dann unbedingt "objektiv" so gelten mußten. Wenn er noch leben würde, dann wäre es sehr spannend, Euch beiden bei Rededuellen im Forum zu lauschen bzw. mitzulesen. Denn teilweise lag er von seinen Favoriten und auch seinen Beobachtungen her auf einer ähnlichen Linie wie Du, teilweise wie man am obigen Beispiel sieht aber dann auch wieder in eine völlig andere Richtung umschwenkend, wo es ganz sicher zu einigen Konfrontationen gekommen wäre..
Ich selbst war mit Karban nie befeundet, hatte ihn aber 1985 mal kurz bei einem damaligen Filmmusikktreffen in Wiesbaden persönlich kennengelernt. Und schon da hatte man gemerkt wie sehr er von seiner eigenen musikalischen Sichtweise überzeugt war, die dann auch für alle andere so gelten mußte. Ich und ein paar Freunde von mir empfanden ihn daher als eher unnahbar. Er war damals erst knapp 20 Jahre alt, sah aber viel älter aus. Auch wenn ich seine Präferenzen im FM-DIenst sicher nicht immer teilte, so muß man ihm allerdings  eins zugestehen: Er hatte für sein Alter damals schon viel Ahnung sowohl von Musik bzw. Musiktheorie (sein Vater war wohl Musikkritiker gewesen) und von Filmgeschichte wie man es in dem Ausmaß in Deutschland nicht oft antrifft. 

Da muss ich mich aber etwas verteidigen: ich bin schon immer sehr darum bemüht, einer Filmmusik gerecht zu werden und auch aus der praktischen Perspektive des (Film-)Musikers zu argumentieren. Solche Sperenzchen wie Kamens ROBIN HOOD in Grund und Boden zu reden, weil auf den ersten Seiten der Partitur nur ein Ton wiederholt wird, uff... ;) Was sich Karban und seine Leute damals so geleistet haben, war in Teilen schon äußerst deutsch und freudlos. Musikkritiker halt, man kennt sie. 

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vor 6 Minuten schrieb Lars Potreck:

Ich hoffe ja auf Komponistennamen, die in den letzten Jahren nicht so berücksichtigt bzw. noch nie berücksichtigt wurden.

Das ist unwahrscheinlich, wäre aber echt schön!*

 

 

* wobei ich mir sicher bin, dass wir beide an andere Komponistennamen denken 😉 

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vor 1 Minute schrieb Souchak:

Das ist unwahrscheinlich, wäre aber echt schön!*

 

 

* wobei ich mir sicher bin, dass wir beide an andere Komponistennamen denken 😉 

Wie schon gesagt, ein Trevor Rabin wäre mal schön. Oder ein Expandend Triple X von Randy Edelman. Oder Eine CSI Miami Box bzw. Musik aus den Staffeln 1 und 2. Sowas in der Richtung. Zwar alles eher guilty pleasure Scores als kompositorische Offenbarungen, aber ich würde mich freuen.

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Trevor hat leider keine Kanäle und ist auch nicht so aktiv wie ein Lorne Balfe z.Bsp. Round Hill Music Royalty Fund Limited hatte ja letztes Jahr eine Beteiligung an einem Musikverlagskatalog von Trevor Rabin erworben. 3.528 Film Cues und Songs. Disney Titel sind dabei. Vielleicht konnte LLL ja hier irgendwas auf die Beine stellen. Nachher sind wir schlauer. :)

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Kann man sich denn auf LLLs Zeitangaben überhaupt verlassen? Letztes Jahr, war es m.W. so, daß LLL die Veröffentlichungen für 12.00 mittags Pazifikzeit ankündigte, ich aber schon im FSM-Forum kurz nach 15.00 Uhr gelesen habe, was die bringen. Das haut mit der Zeitverschiebung ja irgendwie nicht hin.

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vor 9 Minuten schrieb magnum-p.i.:

Kann man sich denn auf LLLs Zeitangaben überhaupt verlassen? Letztes Jahr, war es m.W. so, daß LLL die Veröffentlichungen für 12.00 mittags Pazifikzeit ankündigte, ich aber schon im FSM-Forum kurz nach 15.00 Uhr gelesen habe, was die bringen. Das haut mit der Zeitverschiebung ja irgendwie nicht hin.

In der Ankündigung von MV sagte er da man dieses Jahr 9 PM PST statt 12 PM PST Veröffentlicht und in der Vergangenheit war LLL auch immer pünktlich dabei.

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vor 10 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Und Filmmusik ist halt doch auch Film(!)musik, und sollte wenigstens dramaturgisch mit dem Film zusammengedacht werden.

Den Film JFK hat Karban ja sowieso verrissen und bezeichnete Stone als "hilflos". Er ist also schon auf die Musik innerhalb des Films eingegangen und hatte wohl von der Williams-Musik eine Art Gegengewicht erwartet. Ich selbst hatte damals JFK auch im Kino gesehen als ich die CD bereits hatte, aber der überlange und zerdehnte Film hat auch bei mir damals keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Ich hatte weitaus mehr erwartet und fühlte mich die drei Stunden hindurch doch eher gelangweilt, habe inzwischen kaum mehr eine große Erinnerung dran.

vor 10 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

 Solche Sperenzchen wie Kamens ROBIN HOOD in Grund und Boden zu reden, weil auf den ersten Seiten der Partitur nur ein Ton wiederholt wird, uff... ;) Was sich Karban und seine Leute damals so geleistet haben, war in Teilen schon äußerst deutsch und freudlos. Musikkritiker halt, man kennt sie. 

Die ROBIN HOOD-Rezension damals war übrigens von Muething. Und da steht überhaupt nichts davon, daß auf den ersten Seiten der Partitur nur ein Ton wiederholt werde. Was er vor allem bemängelt hat, war dagegen das: "musikalisch substanzlos, thematisch unausgereift und ästhetisch unzumutbar". Kamen habe kein vernünftiges Thema zu Papier gebracht, sondern arbeite sich mit einer simplen Dreiklangsbrechung und wirren Agitatos durch den ganzen Score.

Soweit wäre ich sicher nicht gegangen, aber ich muß sagen, mir hatte der Score an 1991 auch nicht allzuviel gegeben, so daß ich ihn mir gar nicht gekauft habe. Da wir den Film im Kino in mehreren Vorstellungen gespielt hatten, habe ich die komplette Musik dort schon öfters gehört, aber richtig gezündet hat sie nie. Die Muething-Kritk fand ich eher amüsant, darüber aufgeregt hatte ich mich aber keinesfalls. Er kann ja seine Meinung zum Besten geben, muß sich ja nicht unbedingt mit meiner decken. Ich kann selbst meine eigenen Schlüsse daraus ziehen.
Von Kamen hat mir persönlich ohnehin THREE MUSKETEERS an 1993 dann deutlich besser zugesagt, aber auch der wurde natürlich im FM-DIenst verrissen wie das meiste von Kamen. Kamen war zu der Zeit in der Tat ähnlich wie Elfman ein rotes Tuch für Karban und Muething mit Ausnahme von SHINING THROUGH, den Karban sehr wohlwollend rezensiert hatte. Und genau auf die Rezi hin habe ich mir diese CD dann tatsächlich auch gekauft, was sich zumindest für mich, der ich von Kamen an sich nicht so besonders viel mochte, dann auch gelohnt hat.
Daher muß ich für mich sagen: Durch so manche Empfehlungen im FM-DIenst damals in den frühen 90ern - als es ja noch kein internet gab und man überwiegend auf Printmedien angewiesen war - bin ich durchaus auf die eine oder andere sehr gute CD gestoßen, die ich mir viellleicht sonst nicht gekauft hätte. Klar hat es nicht immer zu 100% tatsächlich meinen Geschmack getroffen, aber doch so in einigen Fällen.
Was ich nach wie vor am damaligen FM-DIenst schätze - und das ist mir völlig egal, ob das was mit "Deutschtum" zu tun hat oder nicht - ist die Bissigkeit und Schärfe der Artikel. Wenn Karban was nicht gepaßt hat, dann hat ers auch geschrieben ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn man sich die heutigen Online-Filmmusikkritiken dagegen vor allem im Ausland so anschaut, dann ist eine solche Art von intellektueller Kritik völlig verloren gegangen. Es ist vielmehr alles äußerst zahm geworden. Keinerlei Polemik mehr, man fürchtet sich gerade schon davor, irgendwo anzuecken und lobt alles über den grünen Klee, selbst wenn es sich wirklich um nicht mehr als Mittelmaß handelt. Die Leute bekommen natürlich auch die ganze Zeit über Rezensionsexemplare von den Labels und wollens ja mit niemand verderben. So Seiten wie Movie Music oder Movie Wave in England schaue ich mir deshalb kaum noch an, weil übermäßige Kritik bei den meisten Scores, die besprochen werden, seit Jahren dort kaum noch stattfindet.
 

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