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Sebastian Schwittay

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Alle Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Ich konnte einfach nicht widerstehen: Damit bin ich jetzt, was den Film betrifft, für alle Zeiten versorgt. (Die neue 4K-Abtastung ist hier im abgebildeten Set, und im 4-Disc-Digipack von 2012 hab ich das exklusive Buch zur Zensurgeschichte des Films. )
  2. Gute Performance! Von so etwas wie BIRDMAN hat ja auch niemand gesprochen. Wenn ich so drüber nachdenke, fallen mir schon viele Programmpunkte ein, die etwas Abwechslung von den üblichen Verdächtigen bieten würden und dabei filmmusikhistorisch wichtige Eckpfeiler berücksichtigen, ohne dabei das Publikum zu verschrecken: - eine Gegenüberstellung der Titelmusik aus Rosenmans 12-Ton-Score THE COBWEB mit dem romantischen Symphonic Jazz aus REBEL WITHOUT A CAUSE - eine Suite aus Goldsmiths Kriegsfilmscores (THE SAND PEBBLES, PATTON, TORA! TORA! TORA!) oder Westerns (RIO CONCHOS, BANDOLERO!, 100 RIFLES) - eine Suite aus wichtigen Scores zu aktuellen Comicadaptionen (HELLBOY, SPIDER-MAN, HULK) - ein Programmteil zur Filmmusik Jonny Greenwoods (INHERENT VICE, THERE WILL BE BLOOD) Alles machbare Dinge, die (geschickt kuratiert) bei den wenigsten Zuhörern Fluchtreflexe auslösen würden. Mit Greenwood-Filmmusik lassen sich in Polen jedenfalls ganze Mehrzweckhallen füllen.
  3. Kann dir absolut zustimmen, Markus. Durchaus starker Score mit tollem Hauptthema, prima orchestriert und mit einigen hübschen Avantgarde-Momenten versehen. Das Album ist vielleicht etwas zu lang - wenn man rund 15 Minuten rausnimmt, ist das aber schon ein feines Hörerlebnis. Kommt fast an Beltramis (ähnlich gelagerten) DON'T BE AFRAID OF THE DARK heran.
  4. Die wenigen an Instrumentalmusik orientierten Musikhörer heutzutage, die nicht mit populärer Filmmusik wie LORD OF THE RINGS oder TITANIC vertraut sind, dürften dem Kreise der elitären Klassik-Liebhaber zugehören, die Filmmusik generell eher abschätzig beäugen. Wenn die dann Sachen wie Shores martialisches Orff- und Holst-Epigonentum hören, sehen die sich nur bestätigt. Für die bringt so ein Programm also schon mal nix.
  5. Willst du wirklich behaupten, dass man dafür sorgen muss, dass Filmmusiken wie HERR DER RINGE, TITANIC, FLUCH DER KARIBIK und BACK TO THE FUTURE in breiteren Kreisen wahrgenommen werden? Diese Musik wird bereits mehr als ausreichend wahrgenommen (und die Leute, die sie nicht kennen, werden mit solchen Beispielen eher in ihrer Einstellung bekräftigt, dass man Filmmusik nicht ernst nehmen muss).
  6. Ja, es ist wohl auch die Musik, die mir den neuen Trailer so vermiest. Die Musik im ersten Teaser war in ihrer irritierenden Nervosität ja wirklich packend - hier ist es nun ein aalglatter Kommerz-Sound für's McDoof-Publikum.
  7. Selbst wenn dem so wäre (was nicht der Fall ist, siehe melodiöse Scores wie DEAD RINGERS oder eben THE FLY): es müsste gleichwertig (!) im Programm untergebracht werden, sonst kann man nicht behaupten, die Veranstaltung fördere die ernsthafte Beschäftigung mit Filmmusik.
  8. FIERCE CREATURES - noch besser, aber noch weniger beachtet als MR. BASEBALL! - ist auch dabei. Für 4,99 fast geschenkt!
  9. Am ehesten durch das, was Goldsmith bei THE HAUNTING gemacht hat: mystizistische Spätromantik, oft mit Spieluhr- oder Kinderlied-artigen Leitmotiven. (Zumindest, wenn es um das Thema Spukhäuser geht - aber es gibt ja noch mehr, was unter die Bezeichnung "gothic horror" fällt.)
  10. Man muss Oliver natürlich Recht geben: so eine Veranstaltung ist ohne Zugeständnisse an den Gelegenheitshörer nicht möglich - deswegen müssen auch die Moderation und das viele Eye-Candy sein. Trotzdem würde ich das Argument, die Veranstalter würden "die Filmmusik ja so ernst nehmen" und müssten halt dennoch beim Mainstream bleiben, nicht gelten lassen. Gerade die Chefin Sandra Tomek hat einen dermaßen biederen, massenkonformen Filmmusikgeschmack, dass das letztendliche Programm für sie eigentlich gar kein Kompromiss ist. Bei Festival-Veranstaltern, die Howard Shore nur am HERR DER RINGE messen und sämtliche Cronenberg-Arbeiten teilweise nicht mal kennen (und davon einzig den THE FLY-Main Title in einem Medley verstecken) - bei denen kann von "Filmmusik ernst nehmen" wirklich keine Rede sein. "Hollywood in Vienna" ist letztlich natürlich eine nette Veranstaltung und eine wunderbare Gelegenheit, die Komponisten live zu erleben bzw. sogar mit ihnen ins Gespräch zu kommen - einen Beitrag zur allgemeinen Achtung von Filmmusik leistet das Event aber kaum. Dafür müsste neben den Publikumslieblingen einfach viel mehr "ernsthafte" Filmmusik ins Programm.
  11. Es ist ein filmischer Terminus, und da absolut passend, da der Film unter diese Kategorie fällt: gothic horror.
  12. Der Score ist leider eine lieblos hingeschluderte Auftragsarbeit. Blass, gesichtlos und über 80 (!) Minuten einfach nur entsetzlich langweilig. Das dünne Drumloop-Scoring, das in SKYFALL noch auf ein erträgliches Maß begrenzt war, macht hier nun vier Fünftel der Gesamtspielzeit aus. Einziger solider Track: "Donna Lucia". Wirklich schade, aber SPECTRE gehört zum musikalischen Bodensatz der Bond-Reihe.
  13. Spontan fällt mir ein: - Tangoszenen aus TRUE LIES - Tangowettbewerb am Ende von DER LETZTE TANGO IN PARIS - Tanz der "Lady in the Radiator" in ERASERHEAD - Eröffnungsszene aus MULHOLLAND DRIVE - Tanz der Prostituierten im Wohnzimmer in INLAND EMPIRE ("Locomotion") Und noch eine Idee meiner Freundin: - Musical-Szene aus (500) DAYS OF SUMMER
  14. Tut mir leid, ich habe wohl den Zusatz "zeitgenössisch" bei der gleichförmigen Blockbuster-Ware vergessen. Mag an der lieblosen Machart des Trailers liegen, aber hier sehe ich einfach nur seelenlose CGI-Schlachten und stromlinienförmige, gelackte Bilder, die mich in keinem Moment an die Original-, sondern eher wieder an die Prequel-Trilogie erinnern. Vielleicht sogar eher an ein Videospiel. Zum Plakat: fand ich leider auch hoffnungslos überladen.
  15. Sieht jetzt leider immer mehr nach gleichförmiger Blockbuster-Ware aus. Dabei hat mich der erste Teaser wirklich begeistert.
  16. Was Feines von der Filmbörse: LA CAMPANA DEL INFIERNO (Claudio Guerín Hill, 1973) [amazon=B00TTVV6RC][/amazon] HOUSE OF MORTAL SIN (Pete Walker, 1976)
  17. Würde auch klar THE GOOD GERMAN den Vorzug geben. Newman begegnet dem komplexen Sujet mit komplexer Harmonik, ausgeprägtem Noir-Feeling und reichhaltiger thematisch-motivischer Arbeit - und wirft dabei nie seinen Personalstil über Bord. BRIDGE OF SPIES wird seinem ebenso komplexen historischen Setting einfach nicht gerecht - aber der Film wohl auch nicht, daher würde ich die Schuld eher bei Spielberg als bei Newman suchen.
  18. Hab´s mir auf Spotify nun mal angehört. Und ich möchte wirklich jedem ausdrücklich davon abraten. Für 40 Euro bekommt man hier einen unerheblich erweiterten Score (wirklich nur dehnende Spannungsmomente und ein paar Reprisen des Themas), der zu allem Überfluss eben auch noch chronologisch präsentiert wird. Schwerer Fehler, denn so geht jeglicher Abwechslungsreichtum verloren, der Score wird langweilig und zieht sich (trotz nur 15 Minuten mehr Material) enorm. Die unchronologische Präsentation auf dem alten Album hatte schon ihren Sinn. Die Alternates auf der zweiten CD präsentieren manche Stücke in geringfügig abgeänderten Mixes - in manchen ist sogar taktweise (!) mal eine musikalische Variation. Dann gibt es einen Haufen Western-Source-Musik, wo bereits nach dem zweiten Stück hätte Schluss sein können. Mein Fazit also: nö, nö und nochmal nö. Reine Geldmacherei.
  19. Merke, Ralf: eine volle CD ist für die Komplettierungsfraktion heutzutage ein "Albumschnitt".
  20. [amazon=B015WSYGK4][/amazon] BRIDGE OF SPIES (Thomas Newman) Nett, aber doch etwas belanglos. Teilweise tatsächlich ein typischer Newman - es gibt die bekannten, warmen Akkordkombinationen und Streicherharmonien, sowie die dezent ethnisch anmutenden Collagemomente - , auf der anderen Seite schlägt Newman aber auch weihevollere Töne an, passend zum Spielberg'schen Pathos. Gerade im zweiten Track klingt es oft mal nach Williams, insbesondere beim beginnenden Blechbläserchoral und dem pastoralen Einsatz der Holzbläser im weiteren Verlauf. Das russische Kolorit kommt durch gelegentlichen Choreinsatz zum Tragen - allerdings eher am Rande, die entsprechenden Momente konzentrieren sich im Wesentlichen auf den ersten und letzten Track. Die dem Stoff zugrunde liegende Thriller- und Verschwörungsthematik kommt im Score leider fast gar nicht zur Geltung - abgesehen von "Lt. Francis Gary Powers", in dem sich Newman kurzzeitig auf die Spuren des dunklen Williams à la MUNICH/MINORITY REPORT begibt, wird es nie wirklich düster in der Musik. Letztlich lässt das wohl auch auf den Film schließen - eine wirklich ernsthafte, realistische Verarbeitung des historischen Szenarios scheint das nicht zu werden. Schade. Fazit: ein solider Spielberg-Einstand für Newman, aber doch alles andere als eine Großtat. Der weitgehende Verzicht auf beklemmende, düstere Untertöne und der weihevolle Schmalz der vielen warmen Americana-Momente verankern BRIDGE OF SPIES tief im Mainstream und sind von der Atmosphäre des Kalten Krieges ungefähr so weit entfernt wie Frank Sinatra von serbischen Grabgesängen. In Schulnoten: eine 3- .
  21. Meine Freundin konnte mich gerade so davon abhalten. Im Ernst: im Gespräch hatten wir es über Penderecki, Ligeti, graphische Notation und seine eigenen Partituren zu THE VAGRANT und EMILY ROSE. Für was anderes war gar keine Zeit, zumal er sich ja noch um 20 andere Seminarteilnehmer kümmern musste. Aber ich denke, ich hab schon gut klar gemacht, dass die konventionelle Blockbuster-Ästhetik (ob nun aus den USA oder aus China) bei mir nicht gerade auf großes Interesse stößt. Youngs Herz hängt da aber auch nicht wirklich dran - er ist absoluter Avantgardemusik- und Horrorfilm-Liebhaber und sagte, dass er sich nach seiner Quasi-Rejection bei INVADERS FROM MARS einfach zusammenreißen und konventioneller werden musste, um in Hollywood zu überleben. Alles, was danach an Experimentellem von ihm kam (VAGRANT, EMILY ROSE, DRAG ME TO HELL), war dezidiert von den Regisseuren gefordert. Aus "eigenem Antrieb" hätte er das nie gemacht.
  22. Fanwunsch, pfft. Das wäre eine historisch bedeutsame Edition, auch Film-bezogen, zumal der Film ja so gut wie vergessen ist und nicht mal in den USA auf DVD veröffentlicht wurde. Ein persönlicher Favorit von mir ist der Score nicht (da höre ich BTTF III ehrlich gesagt sogar lieber) - aber es ist eben ein hochinteressantes Studienobjekt abseits vom reinen musikalischen Divertiment.
  23. Was ich aus dem ersten Score kenne, reicht mir, um zu wissen, dass ich um den zweiten einen großen Bogen machen werde. Young hat uns im Hollywood Music Workshop einiges daraus vorgeführt (teilweise bis zu 10-minütige Filmausschnitte), und gerade in Verbindung mit den hirnverbrannten Filmbildern war das die reinste Tortur.
  24. Ich bin ja nun schon seit mehr als 10 Jahren aktiv hier - irgendwann dürften bestimmte Favoriten der User ja bekannt sein, vor allem, wenn es derjenige mit schöner Regelmäßigkeit zum Besten gibt (so wie ich).
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