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@Sebastian

Zitat

Aber darüber hinaus gibt es meist nicht so viel: was wäre z.B. mit Paranoia, Hassliebe, rasender Eifersucht, Nihilismus, Ekstase? So etwas finde ich in simplen Musiken wie denen von Rabin, Jablonsky oder Gregson-Williams meist nicht ausgedrückt.

in welchen filmen, die diese 3 komponisten vertont haben, hätte man diese aspekte denn musikalisch ausdrücken können? ich meine, wünsche kann ich mir viel, nur müssen die filme das auch hergeben. bezüglich rabin z.bsp. werden z.bsp die hauptthemen aus Armageddon und auch The 6th Day meiner meinung nach für mehr als 2 aspekte verwendet. man nehme einfach mal das stück Playing God aus The 6th Day, welches schwarzeneggers thema aufgreift. da werden alleine in der passage, in der das thema von der solovioline gespielt wird, überraschung, entsetzen, tragik und wut gleichzeitig ausgedrückt, was sich dann in entschlossenheit wandelt. man müsste vielleicht anhand einzelner tracks mal anaylsieren. einfach nur den komponisten und film dazu nennen und dann zu sagen, da ist das alles vorhanden und da nicht, ist dann etwas zu pauschal um es nachvollziehen zu können. finde ich.

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vor 2 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Auf den letzten zwei Seiten dieses Threads wurde das vor einigen Jahren ausführlich diskutiert. Im gleichen Thread hab ich schon 2011 folgendes geschrieben (mit Bezug auf andere Musiken), und das entspricht auch heute noch meiner Überzeugung: 

Ich finde, dass eine harmonisch reichhaltige Musik, die sich nicht nur reiner Dur- und Moll-Akkorde bedient, sondern auch gerne im Verminderten, Übermäßigen oder gar Modalen unterwegs ist, auch viel eher in der Lage ist, ein komplexes Gefühlspanorama auszudrücken, als eine Musik, die in der Breite ihres Ausdrucks sehr begrenzt ist. In der Diskussion hatte ich das damals auch auf Giacchinos JUPITER ASCENDING bezogen, den ich in der Hinsicht besonders rudimentär gestaltet finde. Du sagst ja selbst, dass Filmmusik die Funktion hat, "die Sprache des Films emotional zu erweitern": sehe ich absolut genauso, und ich verstehe "Erweiterung" eben auch wörtlich - Filmmusik soll die Kompliziertheit der Stimmungen und Schattierungen in einem Film eher steigern als sie herunterzubrechen. Das erreicht sie, wie ich finde, vor allem durch eine Erweiterung des Ausdrucks. Muss gar nicht nur auf harmonischer Ebene sein, sondern kann auch die anderen musikalischen Parameter betreffen (Melodie bzw. Kontrapunkt, Rhythmus und Klangfarbe). 

Ich bin mit den Filmmusiken von Elliot Goldenthal groß geworden, danach kam ich zum Goldsmith der 60er und 70er, dann zu Komponisten wie Fielding, Shire und Waxman. Und selbst heute habe ich mit Scores von Jonny Greenwood und Christopher Gordon noch aktuelle Arbeiten, die mir genau diesen erweiterten musikalischen Ausdruck bieten, den ich oben beschrieben habe. Wieso sollte ich also meinen Anspruch herunterschrauben, wenn er offensichtlich befriedigt werden kann?

Ich finde deine Argumentation richtig und auch sinnig.

Ich lasse mich auch von einer Musik lieber überraschen, als dass ich schon 7 Takte im Voraus erahnen kann, welche harmonischen Wendungen ich aufgrund des Gebrauchs reiner leitereigener Tonika-, Subdomint- und Dominantfunktionen zu erwarten habe.

Aber trotzdem gibt es Filmmusiken, die sehr gut auch durch ihre Einfachheit ansprechen und genau deshalb im Film funktionieren - ich spreche hier nicht ausschließlich von Giacchino, aber wenn man z. B. James Horners Musiken analysiert (wenn man Eigen- und Klassikzitate mal außen vorlässt), stellt man fest, wie erstaunlich einfach diese oft harmonisch untermauert sind und er dabei wiederholt harmonisch typische Filmmusik-Clichés erfüllt bzw. seine eigenen Manierismen einsetzt  - trotzdem können diese sehr starke Emotionen vermitteln.

Ich möchte ja auch nicht, dass jemand seinen persönlichen Anspruch herabsetzt, und letztlich hat jeder seine Präferenzen, aber wie ich bereits sagte - auch das Gegenteil kann wirkungsvoll sein.

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