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Gast Stefan Jania

Die große Filmmusik-Schatzkiste: Interviews, Videos & vieles mehr

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Wir sind damit auch nicht gemeint.. es ist eher "Ottonormalverbraucher" gemeint. Wir können klar mehrere Themen im Kopf behalten, weil wir Filmmusik-Fans sind. Wenn ich dann über Marvel denke, dann fallen mir beide Silvestri-Themen ein, das Horner-Spiderman-Thema, das Spiderman-Thema von Danny Elfman... und klar das X-Men-Thema von Ottman bzw Kamen. Wenn ich sogar noch länger nachdenke, dann fällt mir bestimmt auch das Ottman-Thema von den Fantastic Four ein ;)

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X-MEN Filme kommen von Fox ;) (lizenziert von Marvel)

Spider-Man kam bis jetzt von Sony (auch wieder lizenziert)

 

Für mich ist alles Marvel ;)

 

Aber dann bleiben immer noch die Silvestri-Themen.. jedoch wie gesagt, ich denke es geht in dem Video eher um die breite Masse, denn alle Themen, die sie vorher von den Fans abgefragt haben.. das waren Themen, die nun wirklich jeder kennt. Egal ob Filmmusik-Fan oder nicht.. und ich stimme Lars zu, das Problem mit den einprägsamen Themen ist nicht nur ein Marvel-Problem. Jedoch viele Filme verlangen gar nicht nach solchen Themen.

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Dafür kann ich Themen vorsingen die für Filme komponiert wurden die nicht zu Blockbuster Serien gehören ... wie:

BASIC INSTINCT

DENNIS THE MENACE

POLTERGEIST

THE MUMMY

ROCKETEER

TITANIC

LEGENDS OF THE FALL

E.T.

CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND

AMISTAD

WATERWORLD

INDEPENDECE DAY

u. s. w. ... :D

wann kommt das zugehörige album raus und wo kann man es kaufen? ;-)

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Das Problem heutzutage sind nicht die fehlenden Themen, sondern die mangelhafte satztechnische Faktur der Mainstream-Scores. Elliot Goldenthal, eins der prominenten Aushängeschilder der "Qualitätsfilmmusik" der 90er, hatte in den meisten seiner Scores auch keine großen, mitsummbaren Themen. Was heuzutage fehlt, ist guter, individueller Orchestersatz und ein gewisser Sinn für orchestrales Spektakel. Themen sind nicht das Problem, die kann jeder schreiben - und es wird auch immer noch gemacht.

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Gast

das mit dem temp track ist sicherlich richtig, aber das experiment zu anfang des videos hinkt gewaltig. die leute summen kein marvel theme nach, nicht wegen des temp tracks oder weil es wall to wall musik ist, sondern, weil tatsächlich JEDER marvel film ein neues hauptthema bekommt, selbst innerhalb einer heldenreihe. marvel hat halt kein universelles hauptthema, das für alle steht. dieses dann mit bond, star wars und harry potter zu vergleichen ist etwas unsinning. hätte er mal die leute nach lukes thema gefragt oder voldemorts oder..... hätte keiner antworten können. und auch das argument, das marvel filme die bilder nur entsprechend untermalen ist sicherlich richtig, aber das nur auf marvel zu beziehen ist doch auch wieder unsinn. john williams z.bsp. macht das bei spielberg filmen ständig. das problem ist insgesamt sicherlich richtig analysiert, aber so zu tun, als ob das hauptsächlich ein marvel problem ist  finde ich falsch.

 

Ich glaube, so ist das auch nicht gemeint. Die Prämisse des Videos ist ja nur, dass man bei Marvel und dem Cinematic Universe von einer überaus starken Filmreihe spricht und sie daher in Vergleich mit Star Wars, Bond und Harry Potter setzt. Ist ja nur der Aufhänger des Videos und lässt sich sicherlich allgemein anwenden. Und ich glaube auch, dass die Häufigkeit eine starke Rolle spielt. Ebenso aber lässt sich auch nicht leugnen, dass Musik in den meisten Filmen dieser Art eine untergeordnete künstlerische Rolle spielt und per se in anderen Werken mehr Raum zum Atmen bekommt. In Star Wars gibt es ja nun mal auch die leitenden Funktionen, die grundsätzlich eine bessere Erkennung ermöglichen (wenn auch nicht erzwingen).

 

Also ich kan Euch kein einziges Marvel Thema nachsummen, dabei habe ich alle Filme gesehen, manche sogar zweimal! Weil diese einfach nicht hängen bleiben!

Dafür kann ich Themen vorsingen die für Filme komponiert wurden die nicht zu Blockbuster Serien gehören ... wie:

BASIC INSTINCT

DENNIS THE MENACE

POLTERGEIST

THE MUMMY

ROCKETEER

TITANIC

LEGENDS OF THE FALL

E.T.

CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND

AMISTAD

WATERWORLD

INDEPENDECE DAY

u. s. w. ... :D

 

Und beschränkt es sich dabei auch darauf, dass du die dazu gehörigen Filme nur ein oder zweimal gesehen hast und ansonsten die Scheiben auch nicht rotieren lassen hast. Wenn nicht, dann hinkt der Vergleich sicherlich.

 

 

Was mir in an diesem Video wichtig war, ist diese unsinnige bekannte überproportional eingesetzte Methode der Temp Tracks, die Ausgeburt der unkreativen Möglichkeiten.

 

Ich finde einige der Marvel Scores richtig Sahne. Beispielsweise auch CIVIL WAR, allerdings krankt der eben auch daran, dass er einiges an Leerlauf hat und keine optimale Möglichkeit der Entfaltung in der Vorlage hat. Dennoch für mich ein Score des Jahres, den man (ich) sich aber erst entschälen muss, um auf die wesentlichen gekonnt gemachten Elemente zu stoßen.

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das problem ist nicht, dass der regisseur temp tracks einsetzt, um sich ein erstes bild von der szene inklusive stimmung durch musik machen zu können, sondern dass er sich dann auf den temp track versteift. nicht immer kann man es so wie nolan machen, der einem hans zimmer wochen vorher zeit gibt, um auszuprobieren und extra dafür musiker zu buchen. da helfen dann natürlich temp tracks sehr, um dem regisseur schon mal ein entsprechendes ergebnis der möglichen wirkung vor augen zu führen.

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Die Temp-Track-Methode hat nach meinem Dafürhalten auch wenig mit der Austauschbarkeit moderner Blockbuster-Scores zu tun. Temp-Tracks gab es schon immer - ich erinnere an das Vorbild, an das sich Alex North bei der Vertonung des 2001-Vorspanns halten musste. Das Resultat: sein Stück für die Szene ist großartig, auch wenn es klar an Strauss orientiert ist.

 

Wenn gute Musik im Temp liegt, sehe ich überhaupt kein Problem. Aber das ist eben meistens nicht der Fall. Da liegt dann eher was Populäres, Generisches aus den letzten paar Jahren drunter: Jablonsky, Zimmer, Tyler, aktueller James Newton Howard oder was auch immer. Und da liegt das Problem: die bewusst gewählte musikalische Ästhetik. Wenn die Regisseure sich von heute auf morgen nur noch Corigliano, Goldenthal und frühen Goldsmith in den Temp laden würden, wären wir im siebten Himmel.

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Wenn die Regisseure sich von heute auf morgen nur noch Corigliano, Goldenthal und frühen Goldsmith in den Temp laden würden, wären wir im siebten Himmel.

glaubst du wirklich, dass die lange im temp bleiben würden?

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Schlechte Musik hat keine Eigenartigkeit und fällt nicht besonders auf. Das prädestiniert sie für die vorherrschende Ästhetik im Filmemachen, sich eher auf Charaktere und Storytelling zu konzentrieren, und den Zuschauer nicht mit abstrakten Dingen wie Musik abzulenken.

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Gast

Wie gesagt, es sind nicht die Temp Tracks die mich stören, sondern die überproportional eingesetzten Temp Tracks und die Methode dahinter in heutiger Zeit. Wenn es durchdacht konzeptionell ist, immer gerne. Aber das ist es meist nicht. Es sind meist Retortenbabys mit wenig eigenem Ideenwert.

Am Ende ist das ja ein Muster: Die Austauschbarkeit der Scores geschieht analog zur Austauschbarkeit der Temp Tracks.

 

Und nichtsdestotrotz steckt dahinter ja auch der Teufel im Detail, dass die Fachmänner, sprich die Komponisten, offenbar gar nicht mehr nach ihrem Dafürhalten gefragt werden. Müssen sie ja auch nicht zwangsläufig, aber etwas Raum für deren Ideen mag ja durchaus auch sinnhaft sein, wenn man nicht gerade ein Regisseur mit exakter Blaupause ist.

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Austauschbarkeit der Temp Tracks.

 

Da stimme ich zu. Deswegen gute Musik in den Temp.

 

Nach wie vor finde ich es aber unzielgerichtet, sich allein auf irgendeine Methode einzuschießen und diese für sinkende Qualität verantwortlich zu machen - und dann auch noch so zu tun, als ob das alles ein bedauernswerter Unfall wäre, den ja niemand wollte. Das Problem sind die Menschen und ihre Einstellungen. Bewusste Entscheidungen von Regisseuren und Produzenten, teilweise auch von "versauten" Jung-Komponisten, die von den Irrwegen heutiger Blockbustervertonungen selbst überzeugt sind, weil sie damit aufgewachsen sind. Da sollte angesetzt werden - nicht bei irgendwelchen Methoden oder SOPs, die bestenfalls Symptom, aber niemals Ursache sind.

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Hier ein Antwortvideo auf diese Temp Track Videos

 

 

Ich finde das Video noch etwas gelungener als das Erste. Es wirft einen etwas größeren Blick auf diese Komplexe Thematik. Beide Videos setzen an den richtigen Stellen an, bleiben aber oft im Ansatz stecken. Einige Dinge stimmen auch nicht hundertprozentig. So wird im zweiten Video zum Beispiel erwähnt, dass die Syntheziser und die Technologie Einzug in die Filmmusik gehalten haben, weil es billiger war. Das stimmt aber nur zum Teil. Anfang der 90er, nach Vagnelis und Chariots of fire, fanden einfach alle Produzenten den "neuen Sound" total geil. Zu dieser Zeit wurde der Midi-Komponist geboren, weil er einfach gebraucht und gewollt wurde. Mit Hansi fing das dann alles an sich stark in eine bestimmte Richtung zu entwickeln. Nämlich immer mehr in einen Mix aus Orchester und Syntheziser. Wobei sich der Orchesterteil in die Richtung entwickelte, die wir heute so oft kritisieren.

 

Die Technologie macht es einfacher, etwas Brauchbares unter den Film zu zaubern, ohne das man dafür eine besondere Ausbildung oder musikalische Kompetenz benötigt. Das wiederum sorgt für einen mit "Filmkomponisten" überschwemmten Markt, der hauptsächlich Einheitsbrei hervorbringt. Die Nachwuchskomponisten müssen kompetent in Bezug auf Digitale Klangerzeugung, Tontechnik, Mixing und Mastering sein, aber keine Satzlehre beherrschen. Denn das was sie schreiben sollen, geht auch ohne. Die Frage lautet also, könnten die meisten Komponisten heutzutage überhaupt einen Film betreuen unter dem Herrmanns Psycho liegt?

 

Temptracks wird man nicht abschaffen können. Und sie haben auch nicht nur Nachteile. Die Regisseure und natürlich die Komponisten, müssen richtig mit ihnen umgehen können. Dann sind sie sogar eine Hilfe. Es geht aber darum WAS man unter den Film legt und um die Frage OB die meisten Komponisten noch die Kompetenzen besitzen, eine musikalisch komplexere Filmmusik nach dem Vorbild von Williams, Rosza oder Herrmann zu schreiben.

 

Ich muss Sebastian noch in einem Punkt widersprechen: Kleine MOTIVE schreiben kann jeder. Themen nicht. Denn auch hier kommt wieder der Punkt hinzu, dass du dazu etwas mehr können musst, als vier Töne auf dem Klavier zu spielen, die relativ einprägsam sind. Gerade in Punkto Melodieentwicklung und Wandlung, ohne dabei zu schnell in langweiliges Underscoring zu verfallen, sehe ich da viel Nachholbedarf.

 

Eine Frage finde ich noch sehr spannend: Wird sich der Geschmack wieder ändern? Erleben wir bald eine Übersättigung der aktuellen filmmusikalischen Blockbuster Ästhetik?

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"Chariots of Fire" war 1981, nicht Anfang der 90er. ;) Ich finde es immer schade, dass elektronische Musik oftmals als minderwertig oder der Orchester-Musik unterlegen angesehen wird. Um einen guten Synthie-Score zu schreiben braucht man genauso musikalisches Talent und Verständnis für die Wirkung von Musik. Dazu kommt noch der technische Faktor, den man beherrschen sollte. Wenn man neben dem Komponieren auch noch Ahnung von Programming hat, kann man seine eigene Welt aus Klängen kreieren, die so kein anderer hat, siehe Mark Snow. Natürlich gibt es im Synthie-Bereich auch viel Mist, aber das ist bei den Orchester-Scores genauso. Nur, weil jemand Ahnung hat, wie er Musik für ein 100-Mann-Orchester schreiben kann, heisst das nicht, dass die Musik auch gut ist. Allerdings hat man das Gefühl tatsächlich öfter, dass ein Score genau deshalb bejubelt wird, nach dem Motto "Hauptsache Orchester".

 

"Chariots of Fire" war der erste komplett elektronische Score, der einen Oscar bekam. Elektronik hat es in der Filmmusik auch schon vorher gegeben, Goldsmith benutzte bereits in den 60ern Synthesizer, beziehungsweise die Vorläufer davon. Aber als Initialzündung für die Synthie-Musik in den 80ern sehe ich "Chariots of Fire" nur teilweise. Der aus der New Wave entstandene Synthie-Pop hatte da meiner Meinung nach einen viel größeren Einfluss. Und es war nicht selbstverständlich, dass ein Film einen Synthie-Score bekam.

 

In der Autobiografie von Harold Faltermeyer habe ich das erst die Tage gelesen, als er über die Musik zu BEVERLY HILLS COP schreibt. Da heisst es, dass er mit diesem Stück, "Axel F.", herumprobierte und es dann Simpson und Bruckheimer vorspielte. Die wussten erst mal nicht, was sie davon halten sollten, aber der Cutter des Filmes meinte, die Musik würde niemals funktionieren. Faltermeyer überredete Simpson und Bruckheimer aber, in dieser Richtung weiter zu machen und die Musik komplett elektronisch zu halten. Am Ende waren beide davon überzeugt, der Cutter blieb aber bei seiner Ansicht, dass die Musik unpassend wäre. Selbst beim Studio, als man die Musik hörte, fragte man "Wo ist das Orchester?" (hier kam allerdings die Angst dazu, Ärger mit der Musiker-Gewerkschaft zu bekommen) und Faltermeyer musste dafür kämpfen, dass "Axel F." überhaupt mit auf das Soundtrack-Album kam, da man beim Label keinerlei Interesse an seinem Score hatte. Dass "Axel F." dann ein Welthit wurde, steht auf einem anderen Blatt, aber es zeigt doch, dass es selbst 1984 nicht selbstverständlich war, einen komplett elektronischen Score zu haben.

 

Deshalb waren in den 80ern dann eher Faltermeyer und sein Mentor Giorgio Moroder die erste Adresse, wenn es um elektronische Scores ging. Die beiden haben auch nie versucht, orchestrale Musik zu schreiben. Sie blieben bei dem, was sie am besten konnten und das war eben melodiöser Synthie-Pop. Und auch dafür braucht man Talent. Für die Produzenten, die das wollten, waren die beiden natürlich ein Geschenk des Himmels, da sie nicht nur den Score komponierten, sondern auch gleich die entsprechenden Hit-Songs dazu. Als Hans Zimmer dann langsam den Platz von Faltermeyer und Moroder einnahm, war seine Musik gar nicht so anders wie die der beiden, siehe DAYS OF THUNDER. Aber Zimmer entwickelte daraus eben seinen unverkennbaren Stil, diese Mischung aus Pop und Orchester.

 

Oftmals wird argumentiert, dass elektronisch erzeugte Klänge niemals Gefühle ausdrücken könnten wie ein Orchester, was ich ebenfalls für Unsinn halte. Ich kenne viele Synthie-Scores, die mich emotional genauso oder sogar mehr packen als ein Orchester-Score. Das ist einfach eine Frage des Geschmacks. Es kommt natürlich drauf an, was die Intention dahinter war. Wenn jemand versucht, ein Orchester komplett elektronisch zu imitieren, dann geht das oft in die Hose und auch ich finde das dann eher unpassend. Mark Snow beispielsweise komponiert viele seiner Synthie-Sachen auch wie für ein Orchester, aber er versucht nicht auf Teufel komm raus ein Orchester zu imitieren. Wenn man beispielsweise seinen "Private Fears..."-Score hört, dann fällt einem auf "Aha, das hier könnten die Streicher sein, das hier das Blech, hier Harfe und Oboe". Snow selbst hat dazu mal gesagt, dass er eben Klänge benutzt, die wie Sreicher klingen oder wie eine Harfe, aber er würde nie versuchen, diese Instrumente so gut es geht zu imitieren, weil das für ihn auch keinen Sinn macht.

 

Natürlich macht es die elektronische Musik Quereinsteigern einfacher, auch ins Filmmusik-Fach zu kommen. Und man ist immer geprägt von der Musik, mit der man aufwächst. Die heutige Generation junger Filmmusiker ist eben nun mal oft mit dem Sound von Hans Zimmer aufgewachsen, beziehungsweise so zur Filmmusik gekommen. Manche davon haben Talent und können sich im Laufe der Zeit davon lösen und ihr eigenes Ding machen, wie beispielsweise John Powell. Aber insgesamt ist diese Art von Musik leider bis heute so populär, dass neue Blockbuster-Scores oftmals nur wie die x-te Wiederholung davon klingen. Sogar Hans selbst hat sich weiterentwickelt und macht Musiken wie THE ROCK schon lange nicht mehr, aber sein Vermächtnis, wenn man so will, lebt in den Temp Tracks und vielen jungen Komponisten weiter.

 

Sicherlich wird das irgendwann auch wieder anders werden, aber wer sagt denn, dass es danach einfach wieder zu Williams und Co. zurückgeht? Es könnte ja auch eine ganz andere musikalische Entwicklung stattfinden. Aber war das nicht immer so? In den 60ern haben bestimmt auch viele die Nase gerümpft, als plötzlich ein Henry Mancini daher kam und eher Swing, Blues und Funk als Filmmusik machte. In den 70ern hielt dann Disco in die Filmmusik Einzug, in den 80ern der Synthie-Pop, in den 90ern die Pop-Symphonik. So hat jedes Jahrzehnt seinen musikalischen Stempel und wer weiss, was in zehn Jahren sein wird?

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Ich finde es immer schade, dass elektronische Musik oftmals als minderwertig oder der Orchester-Musik unterlegen angesehen wird. Um einen guten Synthie-Score zu schreiben braucht man genauso musikalisches Talent und Verständnis für die Wirkung von Musik. Dazu kommt noch der technische Faktor, den man beherrschen sollte. Wenn man neben dem Komponieren auch noch Ahnung von Programming hat, kann man seine eigene Welt aus Klängen kreieren, die so kein anderer hat, siehe Mark Snow. Natürlich gibt es im Synthie-Bereich auch viel Mist, aber das ist bei den Orchester-Scores genauso. Nur, weil jemand Ahnung hat, wie er Musik für ein 100-Mann-Orchester schreiben kann, heisst das nicht, dass die Musik auch gut ist. Allerdings hat man das Gefühl tatsächlich öfter, dass ein Score genau deshalb bejubelt wird, nach dem Motto "Hauptsache Orchester".

 

Aber hier hat doch niemand elektronische Musik als minderwertig bezeichnet oder? Darum geht es ja nicht. Es geht nicht um das niedrige Niveau der elektronischen Filmmusik, sondern der orchestralen Filmmusik. Wobei "niedriges Niveau" vielleicht schon wieder die falsche Wortwahl ist.

 

 

"Chariots of Fire" war der erste komplett elektronische Score, der einen Oscar bekam. Elektronik hat es in der Filmmusik auch schon vorher gegeben, Goldsmith benutzte bereits in den 60ern Synthesizer, beziehungsweise die Vorläufer davon. Aber als Initialzündung für die Synthie-Musik in den 80ern sehe ich "Chariots of Fire" nur teilweise. Der aus der New Wave entstandene Synthie-Pop hatte da meiner Meinung nach einen viel größeren Einfluss. Und es war nicht selbstverständlich, dass ein Film einen Synthie-Score bekam.

 

Ich müsste nachschauen, bin mir aber ziemlich sicher, dass die Initialzündung zum Syntheziserhype von Vangelis ausging. Du sagst es ja selber: Durch den Oscar hat der Score eine extrem hohe Popularität erreicht. Aber natürlich war da vorher schon eine Entwicklung da. Aber entscheidend sind eben immer die auffälligen Produktionen. Wenn Goldsmith in den 60gern einen Synthziser eingesetzt hat, dann ist das vielleicht vergleichbar mit einer Indieproduktion. Eine Art Geheimtipp, aber eben nicht populär genug. Letzten Endes ist es ja egal. Einigen wir uns auf eine Entwicklung, die in den 60ern begann.

 

 

Dass "Axel F." dann ein Welthit wurde, steht auf einem anderen Blatt, aber es zeigt doch, dass es selbst 1984 nicht selbstverständlich war, einen komplett elektronischen Score zu haben.

 

Wie gesagt, ich denke das war ein Prozess. 1984 war die Technik ja auch noch vergleichsweise teuer. Selbstverständlich war es da natürlich noch nicht. Es dauert ja auch immer etwas bis Produzenten/Regisseure sich trauen etwas Neues auszuprobieren. Das ist ja heute genau das Problem von Blockbustern.

 

 

Sie blieben bei dem, was sie am besten konnten und das war eben melodiöser Synthie-Pop. Und auch dafür braucht man Talent.

 

Selbstverständlich!

 

 

Sicherlich wird das irgendwann auch wieder anders werden, aber wer sagt denn, dass es danach einfach wieder zu Williams und Co. zurückgeht? Es könnte ja auch eine ganz andere musikalische Entwicklung stattfinden. Aber war das nicht immer so? In den 60ern haben bestimmt auch viele die Nase gerümpft, als plötzlich ein Henry Mancini daher kam und eher Swing, Blues und Funk als Filmmusik machte. In den 70ern hielt dann Disco in die Filmmusik Einzug, in den 80ern der Synthie-Pop, in den 90ern die Pop-Symphonik. So hat jedes Jahrzehnt seinen musikalischen Stempel und wer weiss, was in zehn Jahren sein wird?

 

Natürlich könnte es wieder in eine ganz andere Richtung gehen. Aber es wird ja immer schwerer, wirklich neue musikalische Dimensionen aufzudecken. Die Filmmusik ist ja schon heute von so vielen Einflüssen geprägt wie nie zuvor. Auch in den 70igern war Star Wars ja sowas wie die Wiederbelebung der Romantik in der Filmmusik, nachdem durch das Fernsehen mehr Pop und Jazz salonfähig wurde. Mein Eindruck ist sowieso, dass in der Musik "retro" im Moment total angesagt ist. Ich könnte mir vorstellen, dass ein "Back to the roots" auch in der Filmmusik Einzug hält. Aber klar - wer weiß. Ich bin offen für alles.

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Ich muss Sebastian noch in einem Punkt widersprechen: Kleine MOTIVE schreiben kann jeder. Themen nicht. Denn auch hier kommt wieder der Punkt hinzu, dass du dazu etwas mehr können musst, als vier Töne auf dem Klavier zu spielen, die relativ einprägsam sind. Gerade in Punkto Melodieentwicklung und Wandlung, ohne dabei zu schnell in langweiliges Underscoring zu verfallen, sehe ich da viel Nachholbedarf.

 

Ein Thema zu schreiben ist wirklich keine große Sache - v.a. weil der Vorgang so schematisch und regelhaft verläuft. Im Chris-Young-Workshop letztes Jahr in Österreich haben fast alle Teilnehmer ein mehr oder weniger prägnantes Thema über vorgegebener Harmonisierung schreiben können. Bei entsprechender Einhaltung der Regeln ist das für jeden halbwegs kreativen Musiker schaffbar.

 

Weitaus seltener und schwieriger zu erlernen ist dagegen die Sensibilität für guten Orchestersatz. Da geht es wirklich um Feinsinnigkeit und um ein Gespür für Klangfarben und um Verständnis für akustische Phänomene. Insgesamt die weitaus größere Kunst als banales Melodienschreiben - und mit ein Grund, warum dieser Bereich heutzutage immer öfter an echte Profis (die Orchestratoren) abgegeben wird.

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Einprägsam können auch die ganzen Uz-Uz-Partylieder sein, und die sind doch meist so simpel wie sonst was.

Die Struktur in einer Filmmusik ist halt nicht mehr da. Das mit der Sensibilität ist ein Punkt, in dem ich Sebastian total zustimme. Aber der Aufbau und die Entwicklung einer Melodie, eines Themas oder verschiedener Leitmotive über eine komplette Filmmusik hinweg - das ist rar finde ich.

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James Horner sagt in der Doku zu ALIENS, dass es für ihn knapp zwei Sekunden dauert, ein Thema zu schreiben. Das wäre nicht das Problem. Das Problem wäre eher, diese Melodie dann so zu spinnen und zu weben, dass sie eine bestimmte Länge, eben einer Filmszene, dauert und dabei muss er dann noch verschiedene Ereignisse musikalisch berücksichtigen, Explosionen, Menschen sterben, Schiessereien, etc. Ich glaube, ein Thema schreiben ist wirklich nicht so schwer, aber ein Thema zu schreiben, das auch etwas bedeutet, beziehungsweise den Ton des Filmes genau trifft, das ist schon schwerer. Da spielt natürlich auch viel Intuition seitens des Komponisten eine Rolle und manchmal bekommt der Film dann ein Hauptthema, das augenscheinlich gar nicht dazu passt. Wie bei POLTERGEIST, wo Goldsmith Carol-Anns Thema zum Hauptthema machte, statt eines gruseligen Horrorthemas, weil er der Ansicht war (und Spielberg auch), dass POLTERGEIST in erster Linie eine Liebesgeschichte ist zwischen den Eltern und ihrem Kind.

 

Manchmal kann sich der Komponist auch nicht durchsetzen, wie bei ALIEN, um bei Goldsmith zu bleiben. Der wollte als Main Title ein eher harmonischeres Stück, da so der nach und nach hereinbrechende Horror viel stärker wirken würde. Aber Ridley Scott war anderer Meinung und wollte gleich von Anfang an eine unheimliche musikalische Atmosphäre. Was jetzt besser wirkt, hängt wohl vom einzelnen Zuschauer ab.

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Ich müsste nachschauen, bin mir aber ziemlich sicher, dass die Initialzündung zum Syntheziserhype von Vangelis ausging. Du sagst es ja selber: Durch den Oscar hat der Score eine extrem hohe Popularität erreicht. Aber natürlich war da vorher schon eine Entwicklung da. Aber entscheidend sind eben immer die auffälligen Produktionen. Wenn Goldsmith in den 60gern einen Synthziser eingesetzt hat, dann ist das vielleicht vergleichbar mit einer Indieproduktion. Eine Art Geheimtipp, aber eben nicht populär genug. Letzten Endes ist es ja egal. Einigen wir uns auf eine Entwicklung, die in den 60ern begann.

 

Die Entwicklung hat eigentlich schon früher begonnen. Beispielsweise verwendete Hans-Martin Majewski in unserem 6-CD-Set bereits bei Liebe 1947 aus dem Jahre 1948 Oskar Salas Mixtur-Trautonium, eine Art Vorläufer des Synthesizers. Zur Popularität des Instrumentes in der damaligen Zeit kann ich allerdings nicht viel sagen.

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Selbst wenn jemand wie Giacchino Themen schreibt, und das tut er ja durchaus konstant und auch oft mehrere pro Film, finde ich die Verarbeitung oft recht dürftig. Ich kann nur bedingt den Daumen drauf legen, ob es die harmonisch ungelenken Auflösungen sind oder der Mangel an Variationsfähigkeit, da helfen offenbar auch fähige Instrumentierer nur bedingt. Es klingt oft nach wollen haben wir schon gedurft aber gekonnt haben wir dann doch nicht.

 

Diesen Vorwurf muss ich allerdings auch ein ums andere Mal einem deutlich besseren Komponisten wie Beltrami machen. Der schreibt zwar geschmeidiger, ist aber oft (nicht immer) genauso wenig haftenbleibend.

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