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Marcus Stöhr

Die Vorankündigungs-Veröffentlichungs-und-Gerüchte-Küche (Teil 2)

Empfohlene Beiträge

vor 20 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Ich sehe die Trendwede auch in diesem Zeitraum Ende der 90er Jahre. Mit dem Siegeszug von DVD und Internet nähert sich die Filmmusikkultur wieder mehr dem Film an - und das beeinflusst die ganze Editionspraxis bis heute. 

Es ist nicht nur das. Wenn ich an die meisten Williams- oder Horner-Alben denke, dann waren sie perfekt editiert, weil beide irgendwie die Möglichkeit und Macht hatten ihre Alben so zu produzieren wie sie wollten. Das sieht man an den Längen ihrer Alben. Wenn ein langer Film viel "brauchbare" Musik (plus ein paar zusätzlich aufgenommene Konzertstücke) bot, haben sie lange Alben um die 70 Minuten und darüber hinaus produziert. Bei kürzeren Filmen oder Filmen die weniger Musik benötigt haben, haben sie auch wesentlich kürzere Alben um die 50 Minuten, in seltenen Fällen sogar 35-40 Minuten produziert. Aber in den meisten Fällen waren dies tatsächlich Entscheidungen der Komponisten. In dem meisten dieser Fälle machen Extended-Versionen auch kaum Sinn.

Wegen den Re-Use-Fees mussten hingegen viele andere Komponisten, inkl. Goldsmith vieler ihrer Scores auf 25-35 Minuten kürzen, obwohl sie noch gerne weitere spannende Stücke mit auf die Alben gepackt hätten. Hier haben dann auch die Fans angefangen aufzuschreien und zu Recht nach längeren Alben zu fragen. Air Force One war ein gutes Beispiel, wo Goldsmith meinte, er hätte gerne das Stück mit dem Männerchor mit auf dem Album gehabt, aber die hohen Kosten für den Chor haben dies leider nicht möglich gemacht. Hätte er (obwohl er kein Fan von Komplettveröffentlichungen war) damals freie Hand bei der Produktion dieses Albums gehabt, wäre das Album bestimmt um etliche Minuten länger gewesen. Die meisten dieser 30 Minuten-Varese Alben wären 10-45 Minuten länger gewesen. 

Jetzt hat man ein Dilemma, bei der man auf der einen Seite viele kurze, in den Augen der Musikproduzenten und vieler Musikhörer unvollkommene (unvollständige) Alben hat ... auf der anderen Seite Komplettalben mit all den unnötigen kurzen Füllern, die Musikalisch Nichts hergeben. Der gemeine Musikhörer hat aber dafür nun die Qual der Wahl zwischen den deutlich günstigeren und kurzen Alben und den oft ziemlich teuren Komplettversionen zu wählen, zum Musikproduzenten zu werden und eventuell eine eigene Version aus seinen Lieblingsstücken zusammen zu basteln. 

Für mich gab es neben ein paar wenigen Alben wo ich unbedingt längere Alben wollte (zB The Edge oder Krull) nur einen Score, bei dem ich viel mehr als das bereits gut und mit 50 Minuten üppig produzierte Album haben wollte, nämlich: Independence Day :D ... da freue ich mich sehr über die Expandierung, auch wenn sie nicht perfekt ist (die leisen alternativen Stücke sind um ca. 6 db lauter präsentiert als der Rest). 

 

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vor einer Stunde schrieb Sebastian Schwittay:

Und deswegen wird Filmmusik auf einem Album auch formal bearbeitet, geschnitten, gekürzt oder auch erweitert - weil man eben keinen Film dazu sieht, sondern den Film nur als abstraktes Programm im Hinterkopf oder in der Erinnerung hat. Man hört in diesem Moment (nur) die Musik, man bewegt sich in einem anderen Medium, mit anderen (hier: musikalischen) Gesetzmäßigkeiten. Und die erfordern gewisse Anpassungen.

Und das stimmt eben nicht immer. Ein Soundtrackalbum ist nicht unbedingt das Ergebnis eines künstlerischen Prozesses. Das war es oft bei Horner und natürlich vor allem bei Williams. Aber häufig hatten die Komponisten Null Mitspracherecht (und waren aber vielleicht trotzdem froh, dass ihre Musik überhaupt veröffentlicht wurde), sondern ein Produzent hat schnell etwas zusammengeschnitten, weil es eilig auf den Markt geworfen werden sollte. In anderen Fällen war der betreffende Score noch nicht einmal vollständig eingespielt, aber das Album wurde schon geschnitten. Oder die Beschränkung auf 30 Minuten hat bessere Alben verhindert.

Und die Ironie bei der Geschichte ist, ausgerechnet John Williams hat Gefallen an den Expandierungen gefunden. Mehr als einmal wurde berichtet, dass alles über seinen Schreibtisch läuft. Er hat Jaws 2, Jurassic Park, Harry Potter oder die Disaster Scores abgesegnet. Mit allem drum und dran. Alternative Versionen und all die Source-Stücke. Ein Glück, denn gerade in den 60s/70s war Williams ein Meister des Arrangierens. Nach der Höralbumfraktion hätten diese Dinge niemals veröffentlicht werden dürfen. Aber wie ich jetzt gelernt habe, handelt es sich dabei um ein "fanatisches Haben-Wollen". Ist das Beharren auf Höralben nicht minder "fanatisch"? Ich empfehle in dem Zusammenhang einmal rhetorisches Abrüsten, oder? ;)

PS: Ich kaufe übrigens fast gar keine Expandierungen. Eben nur Scores, die mich interessieren.

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Also bei National Treasure: Book of Secrets war es so, dass Rabin von jetzt auf gleich noch ein Score Album zusammenstellen musste. Deshalb gibt es nur die 22 minütige Download Version. Es war schlicht nicht genügend Zeit, ein längeres CD Album zusammenstellen. Bei Armageddon war es so, dass man für das Soundtrack Album noch ein Scorestück brauchte. Da der Score aber noch gar nicht aufgenommen war, wurde nur die Synth Version des Themes aufs Album gepackt. Expandierungen machen durchaus Sinn. Aber nicht von 60+ Minuten Original Alben zu 100 - 120 Minuten Filmen. 

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vor 30 Minuten schrieb Trekfan:

Er hat Jaws 2, Jurassic Park, Harry Potter oder die Disaster Scores abgesegnet. Mit allem drum und dran. Alternative Versionen und all die Source-Stücke. Ein Glück, denn gerade in den 60s/70s war Williams ein Meister des Arrangierens. Nach der Höralbumfraktion hätten diese Dinge niemals veröffentlicht werden dürfen. Aber wie ich jetzt gelernt habe, handelt es sich dabei um ein "fanatisches Haben-Wollen". Ist das Beharren auf Höralben nicht minder "fanatisch"? Ich empfehle in dem Zusammenhang einmal rhetorisches Abrüsten, oder? ;)

Nun ja, die eine oder andere Williams-Expandierung habe ich ja nun auch gekauft wie THE COWBOYS oder DRACULA - so ist es ja nun auch nicht ganz, daß ich jedwede Expandierung verschmähen wurde. Habs weiter oben doch eh schon erklärt gehabt.
Aber meine Formulierung "fanatisches Haben-Wollen" von einem Score ist doch schon in gewisser Weise nicht ganz unpassend für das, was heutzutage unter den Fan-Freaks das ganze Jahr durch abläuft. Kaum noch jemand ist doch an unbekannten oder gar alten europäischen Scores interessiert, sondern alles aus den USA aus den letzten rund 30 Jahren, was halbwegs populär und bereits bekannt ist ist, wird ständig nur noch länger und nochmals länger gemacht. Und warum: Weil die Nachfrage der Fans nach all dem da ist. Soll ich das Ganze vielleicht noch etwas beschönigter ausdrücken? :)

Du beziehst Dich mich mit den Alben, die früher schnell zusammengeschnitten und schlampig auf den Markt geworfen wurden, aber doch wohl vor allem auf 90er Jahre-US-Scores, wo eben auch die Re-Use Fees so manches verhindert haben.
Ich beziehe mich mit schönen Höralben dagegen hauptsächlich auf Ende der 70er/Anfang 80er, wo man sich wirklich oft Zeit nahm und sogar in London mit großem Aufwand, teils in einer speziellen Recording Session für das Album, nochmals neu und dazuhin superb eingespielt hat - sei es nun bei Scores von Bernstein, Williams, Goldsmith, Sarde etc.. Und dabei sind meiner Ansicht nach wunderbare LPs herausgekommen, die ich nach wie vor schätze.

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vor 14 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Du beziehst Dich mich mit den Alben, die früher schnell zusammengeschnitten und schlampig auf den Markt geworfen wurden, aber doch wohl vor allem auf 90er Jahre-US-Scores, wo eben auch die Re-Use Fees so manches verhindert haben.
Ich beziehe mich mit schönen Höralben dagegen hauptsächlich auf Ende der 70er/Anfang 80er, wo man sich wirklich oft Zeit nahm und sogar in London mit großem Aufwand, teils in einer speziellen Recording Session für das Album, nochmals neu und dazuhin superb eingespielt hat - sei es nun bei Scores von Bernstein, Williams, Goldsmith, Sarde etc.. Und dabei sind meiner Ansicht nach wunderbare LPs herausgekommen, die ich nach wie vor schätze.

Mit diesen Beispielen könnten man jetzt endlos weitermachen. Die Neueinspielungen wurden auch vorgenommen, um den Labels Geld zu sparen. Die Aufnahmen waren unabhängig von den Filmbändern, man nutzte häufig ein kleineres Orchester und gerade bei UA wurde nicht großartig neu arrangiert, sondern z.B. bei Elmer Bernstein wurden auch einfach die Filmcues 1:1 neu eingespielt, nur eben weniger Musiker. Die Londoner Neueinspielungen dagegen waren natürlich etwas ganz anderes, keine Frage!

Auch ein so mächtiger Plattenproduzent wie Sonny Burke war bekannt dafür, nicht die Komponisten nach ihrem künstlerischen  Konzept für die LPs zu fragen. Davor war selbst ein John Williams nicht sicher, der nicht froh war über die Soundeffekte auf dem Earthquake Album. Und bei einer späteren Pressung wurde sogar noch Musik von Williams vom Album geschmissen, um noch mehr Platz für das Gegrummel zu haben, weil die Produzenten das so super fanden. ;)

 

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vor 57 Minuten schrieb Trekfan:

Mit diesen Beispielen könnten man jetzt endlos weitermachen. Die Neueinspielungen wurden auch vorgenommen, um den Labels Geld zu sparen. Die Aufnahmen waren unabhängig von den Filmbändern, man nutzte häufig ein kleineres Orchester und gerade bei UA wurde nicht großartig neu arrangiert, sondern z.B. bei Elmer Bernstein wurden auch einfach die Filmcues 1:1 neu eingespielt, nur eben weniger Musiker.

Mir kommt das jetzt  so vor als ob Du mich etwas mißverstanden hast. Ich wollte doch nicht auf die UA-LPs der 60er raus, wo ich genauso wie Du weiß, daß da für die Neuaufnahmen leider oft ein kleineres Orchester verwendet wurde - siehe Bernsteins GREAT ESCAPE oder SONS OF KATIE ELDER. So was zog sich bei UA bis in die frühen 70er rein.
Meine Erwähnung von Bernstein bezog sich dagegen viel eher auf HEAVY METAL an 1980, der mit dem RPO in London eingespielt wurde. Und da ist die Auswahl für die LP einfach perfekt und vom Feinsten gewesen - die Komplettfassung kann da für mich nicht mithalten, weil eben dann doch ein paar Hänger reinkommen. Die Länge des Originalabums war hier ideal. Wie will ich das noch verbessern?
Und genau das meinte ich, wenn ich von Ende 70er/Anfang 80er sprach, wo man ja alle paar Monate Londoner Aufnahmen auf LP erhielt und wirklich sehr gute Höralben, wo es für mich kaum was zu meckern gab und alles mehr oder weniger aus einem Guß war. So was gibt es ja heute nicht mehr. Oder siehe THE FURY oder MASADA, wo für die Alben alles aus der Musik mit noch größerem Orchester rausgeholt wurde. Da stand Budget und Zeit für Verfügung, um so was zu machen - wohl auch aufgrund der durch STAR WARS an 1977 eingeläuteten Renaissance sinfonischer Filmmusik.

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vor 9 Minuten schrieb Stefan Schlegel:

Mir kommt das jetzt  so vor als ob Du mich etwas mißverstanden hast.

Nein, warum hast du diesen Satz von mir nicht mitzitiert? " Die Londoner Neueinspielungen dagegen waren natürlich etwas ganz anderes, keine Frage!"

Ich wollte nur generell noch etwas zum Thema Höralbum/Neueinspielung schreiben.

 

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vor 8 Minuten schrieb Trekfan:

Nein, warum hast du diesen Satz von mir nicht mitzitiert? " Die Londoner Neueinspielungen dagegen waren natürlich etwas ganz anderes, keine Frage!"

Das klang für mich wie eine richtige Zweiteilung: Also einmal der Name Bernstein und dann separat die Londoner Neueinspielungen.
Daher meine Vermutung, Du hättest bei meiner Erwähnung von Bernstein eben angenommen, ich ziele dabei auf seine 60er-UA-Alben ab. War aber nicht so.

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vor einer Stunde schrieb Trekfan:

Auch ein so mächtiger Plattenproduzent wie Sonny Burke war bekannt dafür, nicht die Komponisten nach ihrem künstlerischen  Konzept für die LPs zu fragen. Davor war selbst ein John Williams nicht sicher, der nicht froh war über die Soundeffekte auf dem Earthquake Album.

Es gibt ja aber auch noch andere Filmkomponisten. Nehmen wir mal den Fall Morricone hier in Europa: Da war es in den meisten Fällen schon so, daß Morricone selbst - und bei einem Delerue oder Sarde dürfte es ähnlich gewesen sein - die Sequenzierung für die LP/CD-Erstveröffentlichungen gemacht hat. Er hat das mal in einem Interview ausgeführt:

"Da ich die Stücke kenne, bin ich derjenige, welcher die anfängliche Zusammenstellung macht. Nach einigen Jahren nehmen dann andere weitere Stücke hervor und produzieren zusätzliche CDs. Im Falle von NUOVO CINEMA PARADISO hätte ich es niemals gewollt, dass diese neue Edition veröffentlicht wird, die von mir nicht geplant war. Tatsächlich hatte ich ganz zu Beginn jene Stücke aussortiert, weil sie gewiss wichtige Stücke waren, aber von zu kurzer Dauer. Ich möchte, dass die Leute die Zeit haben, Musik zu hören. Die Vergänglichkeit ist in der Musik grundlegend, um eine musikalische Idee auszudrücken. Mit dieser Version hat man jetzt eine CD mit kurzen Stücken produziert, welche bereits in längeren Stücken ausgedrückt war. Ich finde das falsch und bin nicht damit einverstanden. Die Leute kaufen die CDs nicht, um 10 Sekunden eines Stücks, sondern um möglichst eine Sinfonie anzuhören. Ich empfinde das als einen Betrug gegenüber den Käufern und als eine Manie der Sammler."

Nichtsdestotrotz hat er die verlängerte CD dann halt an 2003 genehmigt nachdem wohl von Seiten GDMs lang genug gedrängt worden war. Er ist ab den späten 90ern dann bei so was nachgiebiger geworden - jedoch wollte er in seinen letzten zwei, drei Lebensjahren dann wirklich keine weiteren Expandierungen absegnen und deshalb kam da dann von den Labels auch so gut wie nichts mehr. Wenn, dann könnte es erst jetzt nach seinem Tod wohl wieder losgehen.

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@Stefan Schlegel @Sebastian Schwittay

Da hab ihr mich etwas zu wortwörtlich genommen. Natürlich läuft bei hören nicht der Film in Echtzeit vor meinem geistigen Auge ab. So viel Zeit um mich durch den Tag zu träumen habe ich nun wirklich nicht. Beim hören an die eine oder andere Sache in einer Szene zu denken hilft mir z.B. auf Arbeit um mich von dem Gerede der Kollegen und klingelnden Kollegen abzukapseln und zu konzentrieren. Klingt komisch funktioniert aber für mich. Und ja das betrifft natürlich nur meine lieblings Alben.

PS: Da meine Sammlung (CDs) im Verhältnis zu den meisten hier recht klein ist, trifft das aber auf fast alle zu. Habe zwar viel noch über Spotify nach dem Motto nice to have aber wirklich kaufenswert ist da wenig für mich. So habe ich über 400 Filme und 100 Serien-Staffeln in meiner BD-Sammlung. Davon sind 90% Sachen die mir gefallen und die ich immer wieder sehen könnte und davon wiederum habe ich nur ein Bruchteil der Soundtracks gekauft weil die mir nicht gefallen.

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Expandierung versus Originalkonzept Album bei Erstveröffentlichung

Interessant, dass sich doch dieses Thema so durch manchen Thread zieht. Hier ist die Diskussion ja schon fast eher auf eine ideologisch-ästhetische Frage zugesteuert. Wie so oft muss ich da sagen, dass bei manchen Scores die auf die Listening Experience zugeschnittenen Alben als Kunstwerk großartig sind. Manchmal könnte man die auch live von einem Orchester im Konzert gespielt hören und es würde wohl vielen gefallen, die vor allem an große klassische Musik gewöhnt sind. Aber ist jede Expandierung schlecht? Irgendwie nicht. Bei Erstveröffentlichungen von alten Scores gibt es jetzt ja eh nur komplette Fassungen und man freut sich darüber, dass der Score überhaupt veröffentlicht wurde oder eben nicht. Die relativ bescheidene Expandierung bei Star Trek II hat mich nun aber wirklich nicht gestört, so stark wurde der Hörfluss da nun auch nicht negativ beeinflusst. Aber natürlich funtioniert die Erstveröffentlichung bestens. Return of the Jedi ist für mich dann der Fall an dem man wirklich alles Für und Wieder anführen kann. Eine groß konzipierte und produzierte Suite für Orchester (Lapti Nek nimmt bitte raus) nach der Musik zum gleichnamigen Film. Die neu komponierten Konzertstücke sind gut, aber braucht man sie? Dafür hat es doch früher immer den Charles Gerhardt gegeben. Hier bekommt man vom Film - ich schätze mal - so 10% richtigen Soundtrack und das war mir eindeutig viel zu wenig von diesem prachtvollen Score. Die Alben von den zwei Vorgängern waren da schon sehr ausgewogen und gut produziert. Interessant ist ja, dass dieser Weg bei Return nie wieder beschritten wurde. Das einzige, was noch schlimmer war, waren die Soundtrack, die den Score wegließen und nur die Songs aus einem Film draufpackten, die manchmal nur 10 Sekunden im Film liefen, oder der Höhepunkt: Songs wurden dazu gemischt, die nur vom Film "inspiriert" waren. Das braucht nun niemand.
Expandierungen auf Komplettgröße haben den Vorteil, dass alles drauf ist und man so die Garantie hat, dass auch die Stücke, die man so unglaublich toll findet drauf sind. Höralben von Heute sind meistens sehr gut und haben auch das meiste drauf und sind klug ausgewählt. Aber früher? Da sah man einen Film und fand zwei oder drei Stellen fantastisch, freute sich auf den Soundtrack und war total enttäuscht, da entweder gar kein Soundtrack erschien, das Album nur oder fast nur Songs enthielt oder die Musik zwar z. T. drauf war, aber sämtliche Ausschnitte nicht die Passagen enthielten, die man so liebte. Das Original Spaceballs Album war ein Witz, eine Musik, die ich unendlich liebe, die richtig groß ist, gerade weil es ja eigentlich eine Parodie ist. Unglaublich tolle Musik fehlte bei The Dark Crystal, förmlich die besten Stücke fehlten bei Cliffhanger und das absolut auf Listening Experience zugeschnittene Album zu Lethal Weapon 2. Zum ersten Teil ging es ja noch, aber auch da fehlte eine Menge richtig guter Musik. Bei Expandierungen kann man halt ruhig schlafen, da weiß man, dass man eigentlich alles bekommen wird und damit auch die Stücke, nach denen man "dürstet" (Ausnahme: The Final Countdown). Ich habe mich jedenfalls riesig damals - ungeachtet der schlechten Tonqualität - über die Komplettfassung von RCAs Return of the Jedi gefreut. Bei der mittleren Trilogie fehlt übrigens auch eine Menge an guter Musik, trotz der exellenten Original Releases. Was mich da immer gestört hat, waren die kleinen (meiner Meinung nach) überflüssigen Cuts innerhalb der Stücke.

Ich liste hier noch Battlestar Galactica als Re-Recording Album, der ganz besonderen Art. Die ist ja hier nur wegen der qualitativ (relativ schlechten) damals nicht veröffentlichbaren Originalaufnahmen gemacht worden. Aber direkt im Anschluss mit dem selben Orchester und der selben Orchesterstärke. Interessant ist, dass da die Cuts, die editorischen Eingriffe, gleich bei der Aufnahme gemacht worden sind, sozusagen in die Noten reingeschrieben und kein Schnitt im Nachhinein. Dies Album ist ja auch nicht filmchronologisch produziert worden, sondern nach künstlerisch-kompositorisch-formalen Gründen, eine abwechslungsreiche Suite wird denen wohl vorgeschwebt haben. Das Album hatte aber mit Suffering und It's love, love, love auch etwas "echten" Soundtrack dabei. Ich habe mich aber wirklich über die INTRADA Veröffentlichung riesig gefreut!

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...und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages Michael Kamens LICENCE TO KILL erscheint. Auch fast mehr Source Music drauf als Score.

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Am 4.9.2020 um 22:40 schrieb Stese:

...und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages Michael Kamens LICENCE TO KILL erscheint. Auch fast mehr Source Music drauf als Score.

Und zu einer Wiederveröffentlichung dieser Tage: John Scott veröffentlicht seinen "Final Countdown" auf seinem Label zum zweiten Mal. Und glaubt es mir ruhig, ich hätte mir sie gekauft, (sieht schicker aus - meine Meinung - als die alte) wenn sie das eine auf der vorherigen Ausgabe fehlende Stück mit draufgehabt hätte. Aber die Tracklist ist identisch (auch von den Zeiten). Schade. Aber das ist eben so schön an "wirklichen" Komplettausgaben, es fehlt einfach nichts. Dies fehlende Stück ist nicht lang, dauert im Film höchstens eine Minute, ist aber ein wirklich "geiler" Track, den ich schon gern gehabt hätte. Das ist wieder etwas was ich den Listening Experience sagen möchte, durch diese notwednige Auswahl an Stücken, kann es (muss nicht) manch tolles (und manchmal auch wichtiges) Stück verloren gehen. War früher allerdings viel, viel schlimmer als heute.

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vor 7 Stunden schrieb Stefan Jania:

Welches Stück aus The Final Countdown meinst Du? Kannst Du die Szene nennen? Oder sogar eine Zeitangabe der DVD?

Würde mich auch interessieren, obwohl ich einen vagen Verdacht habe was Spark meinen könnte.

Wenn es diese Szene ab 0:08 - 1:10 sein sollte. Der cue ist im "Mr. & Mrs. Tideman" Track mit enthalten .

Aber vielleicht meint Spark ja auch eine andere Szene. :)

 

 

 

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vor 8 Stunden schrieb Mephisto:

Ah, super, danke, Stefan! Gibt es denn auch einen Online-Shop oder werden die CDs nur über Händler vertrieben?

Den gab es einmal. Im Internet-Archive gibt es für josrecords.com diverse Captures von 2003 bis 2015. 2016 stand die Domain dann zum Verkauf. Es hatte sich dort aber auch mehrere Jahre schon nichts mehr getan. Die letzte CD kam, glaube ich, 2006. Die ersten CDs hatte ich in den späten 80'ern gekauft. Viele der ersten Veröffentlichungen waren in England bei PDO gepresst und wurden vom Bronzing befallen. Ich habe damals aber alle ersetzt bekommen.

https://web.archive.org/web/20150830190811/http://josrecords.com/

 

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vor 15 Stunden schrieb d-udo:

Würde mich auch interessieren, obwohl ich einen vagen Verdacht habe was Spark meinen könnte.

Wenn es diese Szene ab 0:08 - 1:10 sein sollte. Der cue ist im "Mr. & Mrs. Tideman" Track mit enthalten .

Aber vielleicht meint Spark ja auch eine andere Szene. :)

 

 

 

Nein, das Stück ist es auch nicht. Habe den Film nicht mehr so gut in Erinnerung, aber ich meine es war früher. Ähnlich der Szene, wie in diesem Ausschnitt wo Kirk Douglas die Rede an die Mannschaft hält, aber wo noch vieles unklarer für die Besatzung ist, relativ direkt nach dem Sturm die Kapitänsrede. Ich würde es finden, wenn ich den ganzen Film hätte.

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vor 5 Minuten schrieb Spark:

Nein, das Stück ist es auch nicht. Habe den Film nicht mehr so gut in Erinnerung, aber ich meine es war früher. Ähnlich der Szene, wie in diesem Ausschnitt wo Kirk Douglas die Rede an die Mannschaft hält, aber wo noch vieles unklarer für die Besatzung ist, relativ direkt nach dem Sturm die Kapitänsrede. Ich würde es finden, wenn ich den ganzen Film hätte.

Habe gerade den ganzen Film entdeckt:

Und hier wäre es bei 0:28:36 Minuten. Ich fand immer diese Musik richtig klasse und war traurig, dass sie nicht auf der Platte von 1980 noch auf der kompletten Fassung auf CD drauf war. Vielleicht ist die ja wirklich einmal verschollen.

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