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Was soll sich verändern?

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vor 1 Stunde schrieb Osthunter:

Ganz langsam - so mein Eindruck - schwindet die Gruppe der Filmmusikfreunde dahin. ... Ich präferiere noch immer physische CDs und sträube mich gegen Downloads und dabei scheine ich nicht allein zu sein. Zudem klingen viele Komponisten heute gleich und austauschbar, es fehlen die Typen...

Ich denke, das Schwinden der Filmmusikrezensionen und Filmmusikfreunde liegt weniger an der Verschiebung des Trägermediums CD -> Digital Download sondern eher an der Tatsache, dass die meisten der heutigen Komponisten tatsächlich austauschbar klingen.

Wo man früher die großen Meister bereits nach wenigen Takten an der für sie typischen Klängen erkannt hat und wir jedes Jahr dutzende qualitativ hochwertige Werke erhalten haben, müssten wir uns heute mit mittelwertigen, austauschbaren Scores begnügen. Müssen wir das? ... Das glaube ich kaum. Ich tue es jedenfalls nicht. Dafür habe ich jede Menge großartige Alben von John Williams, Jerry Goldsmith, James Horner et al. in meiner Sammlung, die ich immer wieder genießen kann. :) 

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Am 26.12.2021 um 17:47 schrieb Osthunter:

Ganz langsam - so mein Eindruck - schwindet die Gruppe der Filmmusikfreunde dahin. Ich präferiere noch immer physische CDs und sträube mich gegen Downloads und dabei scheine ich nicht allein zu sein.

Ohne "physische CDs" bzw. LPs hätte sich doch auch keine Sammlerszene etabliert. Für mich ergeben Downloads wenig Sinn. Das besitzt man ja nicht wirklich, man hat kein aufwendig produziertes Produkt mit Cover, Artwork und im besten Falle einen hochwertigen Begleittext. Und wenn es einem dann nicht unbedingt so sehr um die Musik selber geht, dann vielleicht als schönes musikalisches Souvenir zu einem geschätzten Film. 

Wie neulich schön bei FSM rausgearbeitet wurde, haben Downloads auch Qualitätsprobleme. Nicht immer ist klar, welches Remastering das ist, ob es die neueste Aufbereitung des Scores von Malone oder Matessino ist, oder die Scores verschwinden über Nacht aus den Datenbanken von iTunes und Co, wenn man es nur als Streaming genutzt hat. Außerdem hätten LLL oder Intrada dann kaum noch eine Chance, da sie die digitalen Lizenzen nicht erhalten und sich die kostspielige Aufbereitung ohne "physische" Produkte für sie niemals rechnen würde.

Aber es ist wie mit der jahrzehntealten Höralbum vs. C&C Diskussion in der Szene. Das muss jeder für sich selber entscheiden, denn da gab es auch noch nie einen Kompromiss. ;)

 

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Ich selbst präferiere zwar auch CDs, aber nur weils diese oder jene Musik nur als Download gibt, werde ich nicht auf die Soundtracks verzichten. An einige Musiken ist eh schwer ranzukommen (die ganzen koreanischen Sachen zum Beispiel). Da bin ich dann froh, dass es zumindest nen Download bei uns gibt. Und da ich musikalisch recht anspruchslos bin, höre ich auch gerne mal Musik von irgendwelchen B-Kloppern bzw. dtv Produktionen, die es auch nur als Download gibt. Bin ich ganz froh drüber.

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Am 26.12.2021 um 17:47 schrieb Osthunter:

Vor 13, 14 Jahren gab es so viele Seiten mit Filmmusikrezensionen, heute sind kaum welche übrig. 

Ich glaube, da hat auch eine Verschiebung von Quantität hin zur Qualität stattgefunden. Wo es damals nur darum ging, einfach massenhaft die neuesten Releases zu rezensieren, gibt es heute Blogs und YouTube-Kanäle, die sich mit musikwissenschaftlicher Genauigkeit im Gegenstand vertiefen und konkret am Notentext analysieren (auch dank der "Partiturenkultur", die von Verlagen wie Omni Music betrieben wird). Das war ehrlich gesagt schon immer mein Traum, und ich bin froh, dass sich das so entwickelt hat. Ich fand schon damals, dass das oberflächliche "Rezensieren en masse" kaum Mehrwert hat. Lieber weniger, und dafür fundiert und in die Tiefe gehend. 

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Das sehe ich, als jemand, der auch "en masse" rezensiert hat, anders. Denn kurze, überblicksartige Besprechungen einzelner Musiken oder Alben haben den Vorteil, einen Eindruck von einer Musik vermittelt zu bekommen und zur näheren Beschäftigung überhaupt zu reizen. Ich in persönlich auch ein Freund der intensiven Analyse, aber habe beide Herangehensweisen strikt getrennt: Besprechungen einzelner Musiken und "Tiefenbohrungen" verfasse und lese ich sehr gerne, aber da sind eben Blogs und Youtube-Videos das bessere Medium. Hier habe ich immer geschätzt, dass man schnell Eindrücke und Anreize vermittelt bekam. So habe ich mir zum Beispiel diverse CDs gekauft oder Filme geschaut, weil mich @Angus Gunns Text neugierig gemacht haben und ich vorher nicht wusste, dass es den Film LYDIA MUSS STERBEN gibt.

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Ich denke auch, dass das verschwinden von Seiten mit Rezensionen zu Filmmusik mehrere Gründe hat: Zum einen kann jeder heute innerhalb von Sekunden im Netz jede Filmmusik probehören, so dass die Notwendigkeit, bei Kauf-Entscheidungen zu helfen, weggefallen ist. Zum anderen wird inzwischen so viel Filmmusik veröffentlicht, dass es quasi unmöglich ist Schritt zu halten und den Überblick zu bewahren.

Meine persönliche Sicht in Bezug auf www.filmmusik2000.de ist aber noch etwas anders:

Wenn man so eine Filmmusik-Seite betreibt, dann macht das sehr viel Spaß. Allerdings ist es eben auch viel Arbeit, regelmäßig Content zu produzieren, was alles in der Freitzeit passieren muss. Bei mir hat die Gründung einer Familie und ein beruflicher Einsatz im Ausland irgendwann den Stecker gezogen. Zugleich hatte ich auch immer weniger Lust, mich durch mittelmäßige Filmmusiken zu quälen (bei allem Respekt für die Arbeit von Komponisten), um dann ein paar Zeilen schreiben zu können. Das hat mich irgendwann immer weniger interessiert. Und so geht es halt vielen, die so eine Seite mehr oder weniger allein betreiben. Mich wundert immer ein wenig, wie manche US-Kollegen das schon so lange durchhalten. Aber vielleicht ist das auch eher zufällig, weil alleinstehend/keine Kinder oder so.

Eine Alternative wäre gewesen, die Seite zu kommerzialisieren, aber das hätte sich wahrscheinlich nicht gelohnt und den Druck nur erhöht, Content liefern zu müssen.

Inzwischen habe ich die Seite konzeptuell etwas umgestellt. Da ich Musik-Analysen auf Basis des Noten-Materials nicht leisten kann, ist der Schwerpunkt dahingewandert, mehr auf die Funktion im Film zu schauen. Natürlich nur dann, wenn es Sinn macht und sich daran etwas zeigen lässt, etc. Wenn etwas auch noch autonom starke Musik ist, wird das erwähnt, ist aber nicht mehr das Hauptziel, es sei denn ich habe das Gefühl, eine Musik ist ziemlich untergegangen.

So mache ich derzeit  im Laufe des Jahres Artikel, wenn ich Lust dazu habe und wenn es mir zeitlich passt. Und ich lasse mir auch viel mehr Zeit, für einen einzelnen Text.

Corona war in dieser Hinsicht allerdings mehr oder minder eine Vollkatastrophe: Zum Teil mehr zu tun im Job, dann noch Home Schooling und Kinder-Bespaßung stemmen und die Unlust, nach einem zu Hause im Arbeitszimmer vor dem PC verbrachten Tag nach Feierabend an jenem PC weiter Texte zu schreiben. Seitdem komme ich zu kaum mehr etwas. Inzwischen ist es wieder etwas besser geworden, aber immer noch schwankend.

 

 

 

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Am 28.12.2021 um 11:20 schrieb Lars Potreck:

Ich selbst präferiere zwar auch CDs, aber nur weils diese oder jene Musik nur als Download gibt, werde ich nicht auf die Soundtracks verzichten. An einige Musiken ist eh schwer ranzukommen (die ganzen koreanischen Sachen zum Beispiel). Da bin ich dann froh, dass es zumindest nen Download bei uns gibt. Und da ich musikalisch recht anspruchslos bin, höre ich auch gerne mal Musik von irgendwelchen B-Kloppern bzw. dtv Produktionen, die es auch nur als Download gibt. Bin ich ganz froh drüber.

Sehe ich genauso. Solange der Download als flac zur Verfügung steht kann ich mit digital only Veröffentlichungen leben. Lieber so als keine Veröffentlichung.

Bezüglich der Filmmusikrezessionen. Ich höre gerne Filmmusik und möchte mich auch gerne darüber austauschen. Sonst wäre ich ja auch nicht hier. Aber an langen Musiktheoretischen Rezessionen habe ich ehrlich gesagt kein Interesse.

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vor 1 Stunde schrieb Mephisto:

Hier habe ich immer geschätzt, dass man schnell Eindrücke und Anreize vermittelt bekam. 

Das stimmt natürlich, dass durch Rezensionen Initialinteresse geweckt werden kann. War bei mir in der frühen Phase meiner Filmmusik-Sammelei in den frühen 2000ern auch so. Aber trotzdem hat sich dann sehr schnell ein Bedürfnis nach Tiefe entwickelt, das z.B. in den vielen kurzen Texten bei Cinemusic.de überhaupt nicht befriedigt werden konnte. Wie sehr habe ich mir damals gewünscht, dass Elliot Goldenthals S.W.A.T. oder Christopher Gordons SALEM'S LOT im harmonischen Detail betrachtet worden wäre (oder die kirchenmusikalischen Einflüsse in letzterem dargestellt worden wären). Aber es gab immer nur kurze Überblickstexte, meistens auf Punktewertungen ausgerichtet, und ganz grobe stilistische Einordnungen. Richtig intensive Auseinandersetzungen gerade mit Harmonik gab es ja kaum - ich habe z.B. niemals auch nur irgendwo ein Wort zur Oktatonik bei Alan Silvestri gelesen, obwohl die ja so zentral für seine Musik der 80er und 90er ist. 

Da finde ich es heute halt echt toll, dass es die Kanäle auf YouTube mit den Score Reductions, den Videos von Omni Music Publishing und andere Blogs und Seiten gibt, die sich wirklich intensiv mit der Musik befassen (quasi aus der Sicht des Komponisten), und eben nicht nur (Kauf-)Interesse wecken. Klar, es gab auch damals immer wieder Ausnahmen (deine und Jonas' Texte bei uns auf FilmmusikWelt, einige Specials auf Cinemusic, Filmmusik2000 oder TPS Music Group, tolle Textsammlungen hier im S-Board), aber mir scheint, dass die Musikwissenschaft und der strukturelle Blick auf Musik erst in den letzten 5-6 Jahren so richtig angekommen sind in der Online-Fankultur. Insofern sind vielleicht die goldenen Zeiten der CD-Veröffentlichungen, der Foren und der Rezi-Seiten vorbei, aber dafür bricht ein neues, goldenes Zeitalter der Filmmusik-Analyse und der öffentlich zugänglichen Notentexte an. Finde ich toll, dass sich das so demokratisiert hat. 

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Solche Analysen wie es sie mittlerweise auf youTube und manchen BLOGs gibt, habe ich früher auch immer vermisst - ob nun in Booklets oder Rezensionen. Das wären für mich als Nicht-Musikwissenschaftler sehr nützliche Quellen gewesen, um Argumente zu unterfüttern und qualitative Unterschiede herauszuarbeiten. Grundsätzlich verstehe ich meine Texte (damals wie heute) aber so, dass sie sich nicht in erster Linie an Musikwissenschaftler richten, die ja bei entsprechendem Interesse selbst die Partituren lesen und analysieren wie es Sebastian tut.

Worauf ich eventuell Lust hätte, wäre ein regelmäßiges Filmmusik-Podcast zu ausgewählten Themen. So etwa gibt es bislang so weit ich weiß im deutschsprachigen Raum fast gar nicht, oder?

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