Geschrieben 21.05.2012 - 00:52 Uhr
DARK SHADOWS (Tim Burton)
Herrlich ausgestattete, leider aber völlig unausgegorene Horrorkomödie, bei der "Horror" und "Komödie" in keinem Moment eine annehmbare Einheit bilden. Letztlich zerbricht das Ganze in zwei heterogene Teile (schrille Parodie vs. gothic horror), die vermuten lassen, dass sich Regisseur und Studio nicht ganz über ein stringentes Konzept einig wurden. Falls dieser krude Flickenteppich doch so beabsichtigt gewesen sein sollte, hat der gute Burton wohl endgültig sein Gespür für dramaturgisch sinnige Strukturen verloren. Nach ALICE IN WONDERLAND: Fail, die Zweite...
THE WAY (Emilio Estevez)
Vater, dessen Sohn auf dem Jakobsweg in einem Gewitter ums Leben gekommen ist, macht sich selbst auf die Pilgerreise bzw. läuft den Weg für seinen Sohn zu Ende, bis nach Santiago de Compostela. Auf dem Weg trifft er diverse eigensinnige bis eigenbrötlerische Charaktere, die sich jedoch im Laufe der Zeit mehr und mehr mit ihm anfreunden.
Nach BOBBY gelang Estevez erneut ein sehr menschlicher, lebensnaher und -bejahender Film, mitgetragen von einem ausgezeichneten Cast (Martin Sheen in der Hauptrolle, Estevez als sein verunglückter Sohn, sowie eine tolle Deborah Kara Unger). Nimmt man BOBBY und THE WAY zusammen, kultiviert Estevez, könnte man sagen, ein Kino der Versöhnung und des Bedachts - zwischenmenschliche Probleme werden gelöst, Kompromisse werden gefunden. Es scheitert niemand, und alle finden "on the way" mehr oder weniger ihren Frieden. Was wohl viele scharfzüngige Kritiker als Kitsch oder religiöse Verklärung verurteilen dürften, empfand ich als interessanten und äußerst konsequenten Gegenentwurf zum nihilistischen Düster-Kino unserer Tage.
THE AVENGERS (Joss Whedon)
Überraschend leichte, humorvolle Superhelden-Konferenz, die sich erfreulicherweise kaum ernst nimmt. Liegt vermutlich tatsächlich an Whedon und seiner selbstreflexiven Art, dass die AVENGERS sämtliche Marvel-Verfilmungen der letzten Jahre (von IRON MAN über THOR bishin zu CAPTAIN AMERICA) relativ mühelos in den Schatten stellen. Silvestris Musik wirkte im Film ordentlich - das Hauptthema ist immerhin so banal, dass es schon wieder Spaß macht.